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Ruhmeshalle

  1. Meriadoc Brandybuck

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  1. 3 points
    Mein erster Versuch, ein Gedicht von mir in eigene Sprache zu übersetzen. Würde mich über deine Meinung freuen. Áá, Éé, Íí, Ýý, Óó, Úú werden kurz gesprochen. Y wird als J gesprochen und Ýý als kurzes i. Ø ist ein ö. Mit meiner Angel in der Hand, sitze ich hier ganz alleine. Nur ein Fisch und ich bin glücklich. Glücklich, glücklich, glücklich. Kein Mensch ist hier, nicht bei mir. Weder meine Frau noch Kind. Mit meiner Angel in der Hand, sitze ich hier ganz alleine. Bald gibt es was zum Essen. Mein Magen Knurrt, während die Frau das Gemüse schält. Mit meiner Angel in der Hand, sitze ich hier ganz alleine. Nur ein Fisch und ich bin glücklich. Glücklich, glücklich, glücklich. Kein Mensch ist hier, nicht bei mir. Weder meine Frau noch Kind. Erion bringt mir Glück. Ébpa gám pamóta fó llék gésd, mélin røwyn ámne mílya íll. Valék éna cásí acós røwyn déla nárthém Nárthem, nárthém, nárthém. Wél mégda ré ámne, wél Gésa yé. Nýd gám gwénya má pléntiám. Ébpa gám pamóta fó llék gésd, mélin røwyn ámne mílya íll. Myn fósye trénla rhabém ilya fórta. Gám sténa deyás, tefian llék gwénya llék lókta pekino. Ébpa gám pamóta fó llék gésd, mélin røwyn ámne mílya íll. Valék éna cásí acós røwyn déla nárthém Nárthem, nárthém, nárthém. Wél mégda ré ámne, wél Gésa yé. Nýd gám gwénya má pléntiám. Erión kéra ýn lemin.
  2. 3 points
    Da Nelkhart Luhmanns höchst interessante Systemtheorie kennt und sogar für wahr hält, hoffe ich, daß auf diesen Thread eingegangen wird. Dazu stelle ich - hoffentlich richtig - Luhmanns Theorie vor. Um diese Theorie zu verstehen, muss jedoch zuerst eine allgemeine Systemtheorie dargestellt werden. allgemeine Systemtheorie Erst einmal muss der Begriff "System" definiert werden. Ein System ist eine Menge bestimmter Entitäten (hier: Elemente), zwischen denen bestimmte Relationen (hier: Beziehungen) vorliegen. Ein Beispiel anhand der Soziologie wäre eine Freundschaft zweier Individuen. Hier kann eine "soziale Beziehung" (siehe "bestimmte Relationen") festgestellt werden. Diese soziale Beziehung der beiden Individuen impliziert den Systembegriff (handlungstheoretische Terminologie). Obwohl präzise Erfassungen von Relationen nur mathematisch möglich sind, nahm die Biologie eine wichtige Stellung in der Systemtheorie ein: durch die Beschäftigung mit organischen Systemen. Organische Systeme sind (im Unterschied zur klassischen Physik) ( ! ) offene Systeme zum unwahrscheinlichen Aufbau stationärer Zustände durch den permanenten Entzug von Energie aus der Umwelt. Dieser Vorgang ist eine ultrastabile Selbstregulierung (siehe Mensch als ( ! ) funktionierender Superorganismus): - "essentielle Variablen" (Lebensnotwendiges) werden innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen gehalten (vergleiche Bioökologie - kurzer Exkurs: außerhalb liegende Werte von Minimum und Maximum bedeuten für einen Organismus seinen Tod) - dem entgegenwirkende Umwelteinflüsse werden mit "Gegenstrategien" beantwortet -> die Auswahl der richtigen Gegenstrategie zeugt von hoher Komplexität (hier: die Vielfalt der Möglichkeiten in einem System (hier: System als Organismus) ): "Komplexität heißt Selektionszwang, Selektionszwang heißt Kontingenz, und Kontingenz heißt Risiko." (Luhmann) -> alles Leben verkörpere diesen Sachverhalt der Zielorientierung Wenn nun zwei selbstregulierende Systeme gekoppelt werden, ensteht ein neues selbstregulierendes System (man spricht dabei von Emergenz). Dabei müssen beide Teilsysteme gleichwertig nebeneinnder funktionieren. => Daher besteht eine Gesellschaft systemtheoretisch aus Systemen in Systemen in Systemen in Systemen usw. (da alle Individuen (siehe Superorganismus & ultrastabile Selbstregulierung) ein System darstellen: zwei Individuen ergeben eine Beziehung, mehrere Beziehungen eine soziale Ordnung, mehrere soziale Ordnungen eine Gesellschaft). Diese allgemeine Systemtheorie ist so nicht auf spezielle Forschungsgebiete oder Feldforschung anwendbar. Da Luhmanns Theorie auf einer anderen aufbaut, sei auch diese kurz skizziert: die Systemtheorie PARSONS' Ego & Alter (hier: sprachliche Variablen für zwei Individuen, vergleiche allgemeine Systemtheorie) wollen ( ! ) kooperativ irgendwelche Ziele in irgendeiner Umweltsituation erreichen: - die Situation wird dazu angemessen schematisiert - diverse Mittel werden mobilisiert und eingesetzt -> es kommt zu einer Abstimmung (nicht im Sinne einer Wahl) der Ziele => Demnach gebe es eine doppelte Kontingenz der Orientierungen, die Rekurs auf institutionalisierte Werte nehmen und sich durch die individuellen Biographien und der emergenten (siehe oben Emergenz) sozialen Beziehung (doppelte Systemreferenz) bedingen. Nach Parson gibt es da vier Grundfunktionen: die Adaption (Mittelmobilisierung), die Gerichtetheit (Zielrealisierung), die Integration (Handlungsbestimmung) & die Latenz (Inbegriff der handlungssteuernden Deutungsmuster) Auf diesem so genannten AGIL-Schema - dem Versuch, die Verfeinerung mehrerer Bereiche menschlichen Handelns aufzuzeigen - bauen nach Parson die gesellschaftlichen Teilsysteme (hier kein Individuum, sondern die Menge vieler Individuen) auf: Jedes Teilsystem hat neben den "outputs" eine Funktion für das übergeordnete System (hier: die ganze Gesellschaft), das wiederum von den funktional differenzierten Teilsystemen "bedient" wird - Beispiel anhand der Kultur: die Kultur gibt der Gesellschaft eine Orientierung vor, die Gesellschaft formiert aber auch Persönlichkeit, die Persönlichkeit steuert das Verhaltenssystem. <-> Ohne Organismus oder Verhaltenspotential gibt es keine Persönlichkeit, ohne Persönlichkeit keine Gesellschaft. Nach Parson gibt es vier Teilsysteme in einer Gesellschaft (hier als umfassendstes soziales System): - institutionalisierte Kultur (L [vergleiche Buchstaben mit dem AGIL-Schema]) - gesellschaftliche Gemeinschaft (I; z.B. Stamm, Nation) - Politik (G) - Ökonomie (A) die LUHMANNsche Systemtheorie Je höher die Eigenkomplexität eines Systems ist, desto höher sind seine "Überlebenschancen" (vergleiche Darwins Evolutionstheorie & die darauf heute aufbauende erweiterte Evolutionstheorie). Zum Überleben muss also eine Steigerung und Organisierung der Eigenkomplexität wegen des Selektionskampfs (siehe "survival of the fittest") passieren. Diese Steigerung und Organisierung wird durch einen "Sinn" erreicht. Der Sinn steigert die Eigenkomplexität eines Systems enorm, da jeder bestimmte Sinngehalt in einem unendlichen Horizont weiteren Erlebens steht. Dadurch entsteht eine Verschärfung des Selektionsdrucks (die daraus resultierende "Unruhe" ist charakteristisch für sinnhaft operierende Systeme). Durch die doppelte Kontingenz der Erwartungen (in einer Beziehung zweier Individuen, sprich hier Systeme, hat jeder der beiden Erwartungen an den anderen; siehe Ego & Alter) gibt es eine scheinbare Steigerung (der Eigenkomplexität). Die innere "Unruhe" (siehe oben) wird jedoch durch eine radikale Temporalisierung der Systemelemente aufgefangen: dies geschieht durch die Kommunikationen und Handlungen (hier als Ereignisse), die die Elemente sozialer Systeme sind - ( ! ) nicht die Individuen/Menschen. Luhmann untermauert hiermit die Verbannung des Individuums in die (in seine) Systemumwelt): "Kommunikation erzeugt Kommunikation und reagiert auf Kommunikation." -> Für Individuen ist kein Platz in diesem selbstreferentiell geschlossenen Zirkel (die Individuen sind Teil hiesiger Umwelt). Wer es bis hierhin geschafft hat, kommt nun endlich zu der zu diskutierenden Aussage Nelkharts: Nach obiger Darstellung der Systemtheorie ist die "poetische Wahrheit" ein System, das in Korrelation zu den Systemen der ersten Ebene, also den Individuen steht. Dieses System der poetischen Wahrheit wird von den Individuen 'geschaffen' und erhält sich dadurch durch ein höheres selbstregulierendes System anderer Eigenkomplexität selbst am Leben, sodaß es auf einige wenige Indivuduen so einwirken kann, daß diese die "poetische Wahrheit" dem großen Rest der anderen Individuen mitteilen können. Eines dieser Inviduen war demnach Tolkien, das durch die Verbannung in seine Systemumwelt diese in die "poetische Wahrheit" einweihen konnte. Tolkien war folglich 'nur' - salopp gesagt - "Opfer" des Systems der poetischen Wahrheit, das durch gewisse kommunikative Aktionen und Reaktionen gerade ihn 'auserkoren' hat, was nur durch die hohe innere "Unruhe" des Systems der poetischen Wahrheit möglich war. Ist das so Luhmanns theoretischer Ebene entsprechend, Nelkhart? Nach dieser Deiner auf Luhmanns Theorie aufbauender These müsstest Du, ja müsste ( ! ) die Menschheit, den Nachfolger ja bald finden, sofern Luhmann und Du Recht haben. Ich hoffe sehr, daß dies eintreten wird. Ein Nachfolger Tolkiens wäre ein wunderbares Geschenk an das allumfassende System der Menschheit. Zu guter Letzt möchte ich als System "raukothaur" oder Ego dem System "Nelkhart" oder Alter für seine kommunikative Aktion gedanklichen Austausches danken, die diese kommunikative Reaktion erst ermöglicht hat. Anmerkung an Mods: Bin mir unsicher, in welchem Unterforum das Thema am besten aufgehoben ist. Vielleicht in "Tolkiens Leben" oder in "Tolkiens Fans"? Darf gerne verschoben werden. Die Quelle zu den Systemtheorien: Rainer Döbert, Systemtheorie, Aufsatz im Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe, Hubert Cancik, Burkhard Gladigow, Karl-Heinz Kohl (als Hrsg.) , S. 152-160
  3. 2 points
    Man sollte sich dessen bewußt sein, daß der eigene Standpunkt in dieser Diskussion immer abhängig von der autobiographischen Lage ist. SF-Filmkritik ist immer auch Ausdruck eines Generationskonflikts. So wurde die nahezu überirdische Arbeit ILMs zunächst von Kritikern belächelt, weil sie in ihrer begeisterungsfähigsten Lebensphase (also in ihrer Jugend) von Ray Harryhausens Stopmotion-animierten Fimo-Monstern fasziniert waren und diese Technik ihnen als das nonplusultra erschien. Ähnliche Reaktionen traten bei der Rezeption von technischen Quantensprüngen wie Camerons Avatar oder in der Debatte um den alten und den neuen Yoda auf. Dabei läßt sich in der Argumentation ein auffälliges Muster beobachten: Das Kritiker-Establishment begegnet innovativer Tricktechnik grundsätzlich skeptisch, weil diese angeblich auf Kosten der dramaturgischen Qualität ginge. Das heißt, aus sentimentalen Gründen hängt unser Herz am Stand der Technik, der uns als Kind das Staunen lehrte. Daher sind wir geneigt, Argumenten zuzusprechen, die die Effekte jener Ära glorifiziert und die die Vorzüge der neuen Technologie schmälert. Die Innovation halten wir zwar eventuëll für "ganz gut gemacht", aber wir empfinden sie auch als kühler, steriler und künstlicher als die Leinwand-Magie, mit der wir selbst groß geworden sind. Wir alle können uns ganz leicht selber überprüfen: Wenn Du den Eindruck hast, perfekte Spezialeffekte zerstören den Film zugunsten eines seelenlosen Action-Spektakels, weißt Du, daß Du alt geworden bist.
  4. 2 points
    Das "magische Klima" in den Ring-Refugiën oder gar in Aman kann dieser meteorologische Ansatz natürlich nicht erfassen.
  5. 2 points
    Ach so... damit meintest du wahrscheinlich gar nicht mich Jo von mir aus könnten wir das auch in einem Thread klären - wenn das für alle Recht ist.
  6. 2 points
    Eigentlich finde ich, ist der Titelverteidiger der nicht kommt, verpflichtet die Alkoholrechnung des Forumstreffens zu übernehmen, quasi als Ausgleich für den entgangenen Spaß...
  7. 1 point
    Hi also das schwert Anduril bekommt man neu schon um 278€ wollte das nur schreiben damit du nicht mit 300€ oder so für das Anduril rechnest Lg
  8. 1 point
    Für diejenigen von Euch, die sie noch nicht kennen: Die Dark Side of Daedalus Con ist eine Convention von Fans für Fans. Themenschwerpunkte sind Science Ficton, Fantasy, LARP und Rollenspiel. Sie unterscheidet sich von anderen Cons durch das Konzept „Weniger Stars, mehr Fangruppen und Fans im Programm“. Neben den Programmpunkten der Stars bestimmen verschiedenste Aufführungen einzelner Fangruppen und Vereine das Programm maßgeblich mit. Die diesjährige Daedalus Con findet vom 08.-09.11.2014 im Bürgerhaus Recklinghausen Süd statt. Gaststar wird Bill Blair sein, der den Weltrekord für das Spielen der meisten Alienrollen im SF-Universum hält, u.a. in Star Trek und Babylon 5. Der Link zur Homepage: http://www.daedalus-con.de/2014/seiten/main.php Der Link zu Facebook https://de-de.facebook.com/darksideofdaedalus Unser Wikipedia-Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Dark_Side_of_Daedalus_Con Wir hoffen auf Euer zahlreiches Erscheinen! Viele Grüße Das Daedalus Con-Team
  9. 1 point
    Ich glaube, diese mehr oder weniger kriegsverherrlichenden Szenen sind von Tolkien ganz bewusst so differenziert eingebaut worden, dass man sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen erkennen kann. Das hat einen ganz einfachen Grund: Er sah in der hier wiedergespiegelten Einstellung den "northern heroic spirit" verwirklicht, den er unglaublich schätzte, und dessen Wert er zu kommunizieren versuchte. Im Beowulf fand er die Auseinandersetzung mit einem Thema, das auch sein eigenes Werk stark prägt: "That man, each man and all men, and all their works shall die." Die überwältigenden, monströsen Mächte, denen der Mensch ausgeliefert ist, die ihn existenziell bedrohen, die um so vieles größer sind als er selbst, und die letztlich den Sieg davontragen werden - das Böse, Leid, Ungerechtigkeit, Tod etc. - werden in der mythischen und fantastischen Literatur von Ungeheuern und Monstern verkörpert. Diese Ungeheuer haben, auch das hat Tolkien betont - eine externe und eine interne Ebene, sprich: sie symbolisieren sowohl die Ungerechtigkeiten, denen der Mensch in der Welt ausgesetzt ist und denen er gegenübersteht, gleichzeitig aber auch seine eigenen inneren Schattenseiten, denn "in a sense the foe is always both within and without; the fortress must fall through treachery as well as by assault. [...] For it is true of man, maker of myths, that [the monsters], in their lust, greed, and malice, have a part in him." Die Stärke der nordischen Mythologie liegt in Tolkiens Augen darin, dass sie diesen Zusammenhang so deutlich hervorhebt und auf diesem Hintergrund den Menschen zeigt, der trotz allem nicht der Verzweiflung verfällt, sondern gegen diese Mächte rebelliert, aufbegehrt, in die Dunkelheit hinaustritt und sich ihnen im Kampf stellt. In Tolkiens Worten: Der nordische Mythos "put the monsters in the centre, gave hem victory but no honour, and found a potent but terrible solution in naked will and courage." Eben diese "terrible solution" (schon diese Klassifizierung sagt einiges aus!) taucht bei Tolkien immer wieder auf. In ihrer Reinform sicher im Beorhtnoth: "Will shall be the sterner, heart the bolder, spirit the greater, as our strength lessens." Tolkien sah in diesen Worten "the finest expression of the northern heroic spirit, Norse or English; the clearest statement of the doctrine of uttermost endurance in the service of indomitable will." In Reinform, so Tolkien, könnte dieser Heldenmut einen Menschen sogar dazu führen, selbst den Tod unnachgiebig zu ertragen, "when death may help the achievement of some object of will, or when life can only be purchased by denial of what one stands for." Hier wird es kritisch. Denn militärisch verstanden ist dieses Konzept mit Vorsicht zu genießen. Als Rechtfertigung für einen ideologisch motivierten Kreuzzug, einen Heiligen Krieg, ein aktiv gesuchtes Märtyrertum würde man es missbrauchen. Hitler hat dieses Konzept zur selben Zeit in Kombination mit seiner Rassentheorie für seine Eroberungsfeldzüge missbraucht, in der Tolkien dessen Wert aufzeigen wollte. Nicht ohne Grund schreibt Tolkien: "I have [...] a burning private grudge [...] against that ruddy little ignoramus Adolf Hitler [...]. Ruining, perverting, misapplying, and making forever accursed, that noble northern spirit, a supreme contribution to Europe, which I have ever loved, and tried to present in its true light." Denn es geht hier um Widerstand, um Ausharren in einer gegebenen, nicht veränderbaren, schrecklichen Situation, nicht um Macht- oder Besitzgelüste (gegen die der Widerstand ja unter anderem gerichtet ist!). EDIT: Eine ähnliche Problematik stellt sich im sogenannten "Heiligen Krieg" des Islam, dem Djihad, der ebenfalls oft militaristisch-terroristisch missbraucht wird, obwohl damit - fast Eins-zu-Eins korrespondierend zum nordischen Heldenmut - eine Widerstandshaltung gegen die dunklen Mächte außerhalb des und besonders im Menschen selbst gemeint ist, niemals jedoch ein wirklicher "Heiliger Krieg" (ein Widerspruch in sich im Islam). Um ein klares Bild des in Tolkiens Augen richtigen Verständnisses dieses nordischen Heldenmutes zu bekommen lohnt sich ein Blick auf Sam im Herrn der Ringe, als ihm in der Einöde Mordors klar wird, dass die Vorräte bestenfalls bis zum Ziel, nicht aber für den Rückweg ausreichen: „[W]hen the task was done, there they would come to an end, alone, houseless, foodless in the midst of a terrible desert. There could be no return. […] But even as hope died in Sam, or seemed to die, it was turned to a new strength. Sam’s plain hobbit-face grew stern, almost grim, as the will hardened in him”. Der geistige Kampf, die innere Haltung ist entscheidend. Willensstärke, Heldenmut, nacktes Ausharren im Angesicht der dunklen Seiten des Lebens, im Angesicht des Todes, im Angesicht von Zielen und Werten, die das handelnde Subjekt höher bewertet als das eigene Leben. Ich denke, in diesem Horizont ist auch das Auftauchen der Rohirrim auf dem Pelennor zu beurteilen - und zwar sowohl was die Stärken als auch die Schwächen dieses Konzeptes angeht. Natürlich kommt das Kriegsgeschrei der Rohirrim auf den ersten Blick kriegsverherrlichend rüber, natürlich sieht hier alles nach Militarismus aus. Aber was genau bedeutet denn der Schrei "Tooooood!"? Die Rohirrim sind in der Unterzahl, ihre Stärke ist wesentlich kleiner als ursprünglich beabsichtigt. Der Anblick der Übermacht und der Zerstörung auf dem Pelennor überwältigt Theoden (im Film entsprechend Eowyn und Merry) und lässt ihn um ein Haar umkehren und Minas Tirith sich selbst überlassen. Als die Rohirrim schließlich doch in die Schlacht reiten (die Explosion der Zerstörung des Stadttores hat die gleiche Wirkung wie Sams Einsicht, dass die Vorräte nicht reichen werden) , sind sie sich darüber im Klaren, dass sie keine Chance haben und in den sicheren Tod reiten - aber eben diesem Tod trotzen sie mit nacktem Willen und blankem Mut, was sich - im Flm - in ihrem gewaltigen "Tooood!"-Schrei ausdrückt. Das mag kriegsverherrlichend klingen, aber - und das kommt im Buch in Theodens Lied deutlicher herüber - es geht hier nicht um Eroberung oder Zerstörung, sondern um nackten, hoffnungslosen Widerstand gegen die dunklen Mächte der Welt, einen Widerstand gegen Mächte, denen sich der Mensch nicht unterwerfen darf oder will, und in deren Angesicht es gerade die Poesie ist, die dem Menschen Hoffnung und Kraft geben kann: "Blessed are the legend-makers with their rhyme / of things not found within recorded time. / It is not they that have forgot the Night, / or bid us flee to organised delight, [...] / They have seen Death and ultimate defeat, / and yet they would not in despair retreat, / but oft to victory have turned the lyre / and kindled hearts with legendary fire, / illuminating Now and dark Hath-been / with light of suns as yet by no man seen."
  10. 1 point
    *prust* Na, das war jetzt die Untertreibung des Tages. Sehr hübsch und einfach zusammengefasst, IE. Sehnsucht nach dem Meer wird neben dem Silmarillion in verschiedenen anderen Einzelbeiträgen der HoME erwähnt. Auch im HdR singt Legolas im letzten Buch darüber. Das Namárië aus der RGEO (in sämtlichen Versionen) dürfte der zentrale Kerntext zu dem Thema sein. Falumil, bitte sei so gut, dich beim Posten zu zurückzuhalten, wenn du keine sachdienlichen Hinweise oder inhaltliche Angaben zum Thema des Threads geben bzw. machen kannst oder eigene Fragen dazu stellen möchtest. Uns mitzuteilen, dass du nichts zum Thema beisteuern kannst und dir darüber hinaus nicht sicher bist, ob die Quelle, die du angibst, denn auch der richtige Platz zum Nachschlagen ist, hilft keinem weiter und wenn der "hiesige" Mod schlechte Laune hat, verwarnt er dich unter Umständen wegen Spammens. ;-)
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