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  1. Ich kann das Problem sehr gut nachvollziehen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es gibt eine ganze Generation (ich gehöre dazu), die mit den Harry-Potter-Filmen aufgewachsen ist. Wenn jemand „Harry Potter“ sagt, sehe ich seit meiner Kindheit Daniel Radcliffe als Harry Potter vor mir. Harry Potter ist für mich Daniel Radcliffe. Ich finde es total normal, dass es da irritierend oder sogar abschreckend ist, dass die Figuren plötzlich alle anders aussehen. Die Frage ist nur: Wie gehe ich damit um? Ich kann die neuen Gesichter abweisen, sagen, das will ich nicht, gebt mir die alten zurück, nur die und keine anderen. Oder ich lasse mich auf die Serie ein und gewöhne mich mit der Zeit an die neuen Gesichter. Ich habe die BBC-Serie mit dem modernen Sherlock gesehen, und sämtliche Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten gelesen. Das sind völlig unterschiedliche Welten, aber beides ist Sherlock Holmes. Beide Sherlocks existieren in meinem Hirn harmonisch nebeneinander. Ich wüsste nicht, warum das mit einem Harry Potter nicht auch funktionieren sollte. Theater ist da denke ich wirklich etwas anderes. Es ist normal, dass es etliche unterschiedliche Interpretationen mit unterschiedlichen Schauspielern gibt. Es gibt nicht 25 Jahre lang diese eine Interpretation mit diesen einen Schauspielern.
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  2. Es geht mir persönlich nicht nur um irgendwelchen kleinen Details, die einer 'historischen Wahrheit', wie du es jetzt so schön betitelt hast, im Wege stehen. Dass hier die Vereinigung von Buchuniversum und Filmuniversum zentral ist, liegt in meinen Augen nicht nur daran, dass Colbert, das in einem Satz direkt erwähnt. Wenn ich mir jetzt die unnötige Mühe mache und dieses Ankündigungsvideo etwas tiefer schürfend als nötig auseinandernehme, dann haben wir da einen gelangweilten Peter Jackson, der als Aushängeschild der filmischen Adaption scheinbar recht improvisiert und unbeteiligt einem über alle Maßen motivierten und besser vorbereiteten Colbert das Wort übergibt. Er schlägt zuallererst das rote Buch zu, in dem er vorgibt zu lesen und fährt fort zu erzählen, was die Bücher ihm bedeuten und was er darin immer und immer wieder gelesen hat - die Kapitel auf denen sein Film basiert. Die Idee einen eigenen Film zu produzieren entspringt dem Umstand das besagte Kapitel nicht in Jacksons ursprünglicher Trilogie vorkommen. Er platziert seinen Film genau in diese Lücke zwischen Jackson und Tolkien und betont an mehreren Stellen, dass er das in Einklang bringen will. Colbert ist für die Bücher dabei, Jackson für die Filmseite. Die Treue zu beidem ist ja dann nicht nur irgendein Statement, sondern die buchstäbliche Grundidee und eben Existenzberechtigung des Films. Diese Grundidee kann aber nur zum Scheitern verurteilt sein. Merrys und Pippins Dialog in Fangorn ist ja nicht nur irgendein Detail, irgendein achtlos herein geschriebenes Wort, dass ein aufmerksamer und vorgebildeter Fan nicht mit der 'richtigen' Geschichte in Einklang bringen kann, sondern der in dieser Hinsicht enorm wichtige Umstand, dass die Hobbits nicht wissen, dass es 'lebendige Bäume' gibt. Der gesamte anfängliche Austausch zwischen Baumbart und den Hobbits ist diesem geschuldet. Der Film ist überdeutlich damit, dass die Hobbits nie Old Man Willow begegnet sind, nie im Alten Wald waren und nie Tom Bombadil getroffen haben. Man muss es sich schon einreden wollen, das jetzt nach dieser Ankündigung anders zu sehen. Jetzt will man aber hingehen und diesen Umstand irgendwie begradigen und das kann man in meinen Augen nur in zweierlei Hinsicht: Entweder das Ganze ignorieren und als loses Ende baumeln lassen, wozu ihr beide ja offenbar tendiert, oder sofern man eben an der Grundidee des Films wirklich festhalten will, eine krude Erklärung herbeizaubern, die krampfhaft versucht zwei sich gegenseitig ausschließende Erzählstränge zusammenzuführen. Lösung 1 halte ich für unwahrscheinlich von allem, was ich gesehen habe und Lösung 2 führt zu einem Film, der nicht nur ein loses Ende produziert, sondern vermutlich gleich mehrere, die aus einer improvisierten Lösung erwachsen. Inwiefern der dann gesponnene Faden überhaupt zumindest gut aussieht, ist eine ganz andere Frage. Alles in allem ein unnötig schwieriger Start für ein solches Projekt. Und da finde ich kann man das, was hier anklingt, ein bisschen umformulieren: Für wen genau soll dieser Film denn dann überhaupt sein? Er ist die Antwort auf eine Frage, die niemand so wirklich gestellt hat. Das Verwertungsinteresse, das natürlich auch in den 90ern eine Rolle für die Produktion der Filme gespielt hat, ist dann recht schnell nicht nur eine Motivation, sondern mehrheitlich der Treiber der Produktion. Weg von "Ich will eine Geschichte erzählen und damit Geld verdienen" zu "Ich will Geld verdienen und muss dafür eine Geschichte erzählen". Beides beinhaltet Geld und Geschichte aber in völlig anderer Art und Weise. Es geht nicht um uns als Fans und unsere Liebe zur Geschichte, es geht um uns als Konsumenten und das Geld in unseren Taschen und an das kommen nicht nur respektable Kaufleute, die uns etwas verkaufen, das wir haben wollen und brauchen, sondern eben auch Taschenspieler und -diebe ohne das wir eine entsprechende Gegenleistung erhalten. Ich wäre diesbezüglich vielleicht auch weniger pessimistisch, wenn sich Shadow of the Past nicht auch noch in einen größeren Trend der Ausweitung des Mittelerde 'Franchises' positionierte. Wir hatten die Originale Trilogie mit einigen begleitenden Computerspielen Anfang der 2000er, dann rund 10 Jahre später die Hobbitreihe mit ähnlichen Begleiterscheinungen wie Shadow of Mordor mit etwas geringerem Erfolg. Seit ca. 2019/2020 wird die Schlagzahl für neue Mittelerde Projekt massiv erhöht. Wir haben eine Amazon Serie, The Hunt for Gollum, The War of the Rohirrim und jetzt Shadow of the Past als filmische Adaptionen, alle mit deutlichen Problemen und einem Fokus auf kommerziellen Erfolg. Amazon hat da nicht umsonst über eine Milliarde Dollar reingesteckt. Mehrere Computerspiele sind in der Zeit rausgekommen, alle mit geringem Erfolg und jetzt hat uns @Berzelmayr informiert, dass ein 100 Millionen schweres Triple A Spiel in der Mache ist. Im Rahmen der Universes Beyond Reihe hat Magic the Gathering ein Crossover mit dem Herrn der Ringe als Set herausgebracht, dass mit rund 200 Millionen Dollar Umsatz zum Zeitpunkt seines Releases das kommerziell erfolgreichste Magic Set aller Zeiten war. Dieser Film entsteht nicht im Nirvana, sondern in einer Zeit in der die Namen Tolkien und Mittelerde zusehends die Wandlung von Autor und seinem Werk zu einer kommerzialisierbaren Marke vollenden. Ist finanzieller Erfolg nun etwas Schlechtes? Nicht zwangsläufig, schließlich bedingt dieser ja überhaupt erst weitere Adaptionen, die wir ja ganz grundsätzlich schon gerne sehen. Mittelerde ist aber (für mich) kein Investment, ich bin kein Kunde. Wenn ich jetzt also von einem Film höre, zu dem es kein wirkliches Bedürfnis in der Community gab, der keinen oder nur geringeren erzählerischen Mehrwert für die Geschichte verspricht, der seine eigenen Versprechen voraussichtlich nicht halten kann und abgeschlossene, gute Verfilmungen in Retrospektive umerzählen muss und das Ganze dann auch noch augenscheinlich aus vor allem kommerziellen Aspekten macht, dann sind das letztendlich nicht nur irgendwelche Details, über die ich hinwegsehen muss, um den Film genießen zu können. Ich müsste schon alles daran ausblenden.
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  3. Vor kurzem gab es eine Meldung, dass Warhorse Studios (verantwortlich für die Kingdom Come Deliverance Reihe) ein Mittelerde-Spiel mit Open World realisieren soll. Jetzt heißt es aber, dass jenes Spiel eine Entwicklung von Chrystal wäre. Die sind in den letzten 20 Jahren hauptsächlich mit der Produktion von Tomb Raider Games ausgelastet gewesen. https://playfront.de/crystal-dynamics-statt-warhorse-das-100-millionen-projekt-zu-lord-of-the-rings-nimmt-form-an/ https://en.wikipedia.org/wiki/Crystal_Dynamics
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