Das Feedback, das @Tomtom und @beadoleoma gegeben haben ist ein ganz wichtiges. Ich kann ja verstehen, dass diese Leute einen erst mal stören können in seinem geregelten Tagesablauf, besonders wenn man dann zum dritten mal binnen fünf Minuten angesprochen wird, aber die Leute wären sicherlich liebend gerne woanders und das darf man nicht vergessen.
Was ich ehrlich gesagt wirklich schlimm finde und was ein Standpunkt ist, der mir so häufig begegnet wie ich diese Diskussion führe, ist die Einstellung, dass sich solche Leute schließlich nur einen Job suchen müssten und dann wäre ihr Leben ein besseres. Das sagt sich aus einer beheizten Wohnung mit Essen im Kühlschrank so leicht. Nur selbst wenn diese Leute keine psychischen Erkrankungen oder Behinderungen haben, selbst wenn sie nicht Suchtkrank sind, oder anderweitige Hindernisse haben, ist es mitunter in Deutschland sehr schwierig, aus Wohnungslosigkeit oder anderweitigen Lebensbedingungen zu entkommen, die einen zum Betteln nötigen. Und nur damit das klar ist: auch wenn die Leute Suchtkrank oder psychisch erkrankt sind, haben sie immer noch Respekt und Hilfe verdient.
Projekte wie die weltweit bekannte "Housing First" Initiative Finnlands zeigen deutlich, dass diese Menschen ihr Leben in den Griff kriegen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt und man ihnen als Gesellschaft zur Seite steht anstatt auf sie herabzuschauen. Wenn du das nächste Mal einen Obdachlosen siehst @Arwen Bruchtal, dann solltest du nicht auf den Mann wütend sein, der da steht, sondern auf dich und uns alle, dass wir es geschafft haben ihn dorthin zu treiben.