Die Nähe oder Ferne zu dem, was Tolkien geschrieben hat, ist glaube ich nicht, an was man sich in dieser Serie aufhalten muss oder sollte. Es ist ein derart freie Interpretation der Grundlagen, dass jedwedes "aber im Silmarillion steht dies" und "in den Nachrichten aus Mittelerde steht jenes" völlig bedeutungslos wird. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass man Näher an der eigentlichen Substanz bleibt (die Jackson Trilogie ist auch nicht gerade eine Wort-für-Wort Inszenierung des HdR, aber dennoch hervorragend), ist was mich enttäuscht die allgemeine Leistung, bzw. Nichtleistung, der Drehbuchschreiber und Produzenten.
Die achte Folge, war zwar nicht der Gipfel dessen, was flasch läuft mit der Serie (ich denke das war Folge sieben), jedoch ist sie nah dran. Da sind die üblichen Ungereimtheiten, wie warum man einem Meister des Schmiedehandwerks erklären muss, dass es sowas wie Legierungen gibt, die Kilometer dicke Plotarmor für Hauptdarsteller, ich denke da an den "Kampf" zwischen der kleinen Gruppe Harfoots mit den Priestern (die nebenbei auch mit fast zehn Minuten mehr als langatmig war), oder die sich extrem erzwungenen anfühlenden Szenen, wie der Abschied zwischen Nori und ihrer Familie, die ihr prompt einen Rucksack vor die Füße stellt und ihr attestiert, sie seie nun "Teil von etwas Größeren". Das Lied zum Abschluss "Where the Shadows lie", war der passende Abschluss von der Staffel und für mich auch der Serie. Eine gequälte Leier, die sich anschickt, den Zuschauer an erfolgreichere Filme und Bücher zu erinnern, um selbst ein Teil ihres Ruhmes einzuheimsen, nur um dabei kläglich zu versagen.
Auch hier ganz ab von der Diskussion um Lore oder Nicht-Lore: wenn sich jemand gelangweilt von dieser oder irgendeiner anderen Serie fühlt, dann kann er das sein. Jemandem zu sagen, dass die Gründe für seine Langeweile "Bullshit" sind, ist nicht weit davon entfernt, einem Einschlafenden zuzuschreien er sei ja gar nicht müde, da es noch nicht so spät sei.
Hat das denn @Buchfaramir in Frage gestellt? So wie ich das sehe, ging es doch um völlig andere Dinge.
Abgesehen von Game of Thrones Staffel 8 sind die Zeiten aber entweder schlicht nicht auffällig oder noch in irgendeinem nachvollziehbaren Rahmen. Grobe Peilung mit dieser Karte bestätigte meinen geistigen Kompass insofern, dass die Serie dem Zuschauer vermitteln will, dass ein schwer verwundeter Mann halb bewusstlos Pi mal Daumen 250 Kilometer pro Tag zurückgelegt haben soll. Das ist schlicht so eklatant Banane, dass es einfach auffällt, denn selbst wenn er und Pferd kerngesund wären, ist das ungefähr so realistisch, wie die Strecke Berlin-Peking binnen eines Tages mit dem Auto zu erreichen. Aber das nur als Vergleich. Es hat mehr etwas mit einem inhärenten Gefühl für Geschwindigkeiten zu tun, das man als Mensch nun einfach besitzt und nach dem sich manche Dinge schlicht mehr als falsch anfühlen.