Ich klinke mich mal ein in diesen Thread zu einem meiner Lieblingscharaktere in Mittelerdes Elbenwelt
Thranduil ist für mich ein sehr vielschichtiger, komplexer Charakter. Das rührt nicht alleine daher, dass trotz all seiner Erwähnungen nur recht wenig über ihn bekannt ist, sondern kommt auch von seiner ganzen (Lebens-)Geschichte. Wie viele andere hier bereits ausgeführt haben, ist er im Grunde ein vom Schicksal gezeichneter, gebrochener Elb, der mit der Zeit gelernt hat, all das hinter seiner Maske zu verstecken. Immer wieder denke ich dabei an die Zeilen aus den NaME, wo es heißt, dass der Schatten in seinem Herzen blieb und er die Schrecken Mordors nie vergessen konnte. Als böse im eigentlichen Sinne würde ich ihn nie bezeichnen, allerdings durchaus als "gräulichen" Charakter, wie manche hier schreiben. Er passt sicher nicht in die Beschreibung von perfekten Elben und hat so seine Ecken und Kanten, aber das macht ihn im Endeffekt (für mich) auch so interessant.
Im Hobbit-Film an sich gefiel mir sehr vieles an seiner Darstellung, einiges aber auch nicht, zum Beispiel der Umgang mit Tauriel oder die Aussagen über die "lower Elves". Ich finde, das passt nicht zu jemandem, der laut Canon eigentlich einst mit seinem Vater in diese Lande gekommen ist, um von dem ganzen High Elves Schnickschnack wegzukommen und bewusst zu einem ursprünglicheren, friedlicheren Lebensstil - so wie er von den dortigen Waldelben gelebt wurde - zurückzukehren.
Auch die Sache mit der Verwundung durch den Drachen und das Verbergen der "Narbe" fand ich ein wenig seltsam, aber das wurde ja schon ausführlich diskutiert, nehme ich an. Es ist einfach so, wie es ist. In meinen FFs betrachte ich es nicht als Canon.
Gerne hätte ich im Film gesehen, dass Thranduil nicht der Böse ist, der wegen erfundener Juwelen in den Krieg zieht, sondern so wie im Buch - meinetwegen zuerst aus Gier - loszieht und dann aber umschwenkt und den Kampf gegen das Böse in den Vordergrund stellt. "Long will I tarry 'ere I begin this war for gold" - so hätte ich ihn gerne auch im Film erlebt. Leider wurde uns aber so ziemlich das Gegenteil gezeigt, was ich schade finde. Schön wäre auch gewesen, am Ende zu sehen wie er dem toten Thorin doch seinen Respekt zollt und gegenüber Bilbo den Kommentar mit dem Mithrilhemd macht.
Insgesamt betrachte ich seine Darstellung im Film also mit gemischten Gefühlen, freue mich aber, dass sie mit Lee Pace so ein tolles Casting landen konnten.
Das ist richtig, er war gemeinsam mit seinem Vater Oropher Teil des letzten Bündnisses und hat in Mordor nicht nur einen Großteil seiner Armee, sondern auch seinen Vater verloren (was ich mir auch nicht gerade einfach vorstelle, auf dem Schlachtfeld dann plötzlich das Kommando übernehmen und König sein zu müssen). Ich habe mir auch schon oft Gedanken gemacht, wie cool es wäre, wenn beide in der Serie vorkommen. Lee in seiner Rolle wiederkehren zu sehen wäre natürlich Hammer, aber bleibt wahrscheinlich ein Wunschtraum