Das hier ist eine Fanfic von mir, in der Legolas im England des 12. Jahrhunderts landet und mitten in die Intrigen des Königshofes verwickelt wird.
Hier mal Kapitel 1:
Nach dem Ringkrieg war Legolas in den Düsterwald zurückgekehrt, wo er jetzt seit zwei Jahren glücklich und zufrieden lebte. Sein Bedarf an Abenteuern war für den Rest seines Lebens gedeckt, so etwas wie damals im Ringkrieg wollte er nicht noch einmal erleben. Die grösste Leidenschaft des jungen Elbenprinzen war die Jagd.
An einem sonnigen Herbstnachmittag setzte er einem Hirsch nach, ein prachtvolles Tier mit einem grossen, ausladenden Geweih.
Er bemerkte gar nicht, dass er dabei immer tiefer in den Wald eindrang, weiter als jemals zuvor. Der Düsterwald war sehr gross, selbst die Elben kannten nicht jeden Flecken dort. Legolas liebte den Wald, der seit dem Ende des Ringkrieges gar nicht mehr so düster war wie früher.
Die roten, goldenen und braunen Blätter schimmerten in Sonnenlicht, wenn ein Windstoss kam, segelten immer einige zu Boden. Das erinnerte ihn an Lothlorien, den goldenen Wald, er nahm sich vor, bald einmal wieder dorthin zu gehen. Die Lorienelben würden bald nach Valinor gehen, vielleicht sollte er ein paar Düsterwaldelben dort ansiedeln, überlegte er sich.
Er verlor die Fährte des Hirsches, und musste feststellen, dass er sich verirrt hatte. Er kannte fast jeden Winkel im Düsterwald, aber die Lichtung, auf der er sich jetzt befand, war ihm fremd, hier war er mit sicherheit noch nie gewesen. Er ging weiter, irgendwie würde er schon nach Hause finden, sagte er sich.
Aber nein, je weiter er ging, umso mehr hatte er das Gefühl, die Orientierung gänzlich zu verlieren. Dann sah er drei Männer, die einen anderen Mann zu Boden geschlagen hatten, und immer weiter auf ihn eindroschen. Allesamt waren es Menschen, das sah er auf den ersten Blick. Seit dem Ende des Ringkrieges kam es immer häufiger vor, dass die Menschen sich in die Wälder wagten, weil sie einmal einen Elb sehen wollten. Wenn er dem Mann nicht half, würden die anderen drei ihn töten, das wusste Legolas. Er spannte seinen Bogen, ging direkt auf die Männer zu. "Lasst ihn sofort los, oder ich werde schiessen!"; drohte er.
Einer der Männer zog sein Schwert, grinste spöttisch. "Was kannst du uns schon anhaben, bürschchen!" ein anderer lachte ebenfalls. "Seht euch diese blonden, glänzenden Haare an, w ie ein Weib sieht er aus..kämpfen kann der bestimmt nicht!"
Legolas zögerte nicht lange, mit einem gezielten Schuss schoss er dem Mann das Schwert aus der Hand. Der Mann und seine beiden Kumpane, offenbar nicht die mutigsten, ergriffen die Flucht. Balian ging zu dem anderen Menschenmann, der verletzt am Boden lag. Er blutete aus einer Wunde auf der Stirn und war bewusstlos.
Der Elb träufelte etwas von einer Heilflüssigkeit die er immer bei sich trug auf die Wunde, die so schnel wieder heilen würde. Neugierig betrachtete er den Mann. Er trug ein Kettenhemd und darüber einen roten Wappenrock, auf dem drei gelbe Tiere abgebildet waren, seltsame Tiere mit wallender, heller Mähne, und einem kräftigen Körper, die Balian nicht kannte.
Er trug einen Schwertgürtel, aber offenbar kein Schwert, das hatten die anderen ihm wohl abgenommen. Aus dem Hinterhalt überfallen und dann bewusstlos geschlagen, vermutete Legolas.
Allmählich kam der Mann wieder zu sich. "Wo...wo bin ich?"; wollte er wissen.
Legolas gab ihm ein wenig Mirovir zu trinken, einen Stärkungstrank der Elben.
"Ihr seid im Düsterwald, habt keine Angst, Euch passiert nichts, ich werde Euch zum Palast meines Vaters mitnehmen , dort wird man sich um Euch kümmern!"
"Wer...wer seid Ihr?"; fragte der Fremde ihn.
"Ich bin Legolas, Prinz des Düsterwaldes. Gewiss habt Ihr von mir und meinen Gefährten gehört, wir haben den Ring nach Mordor gebracht und im Ringkrieg gekämpft!" Jeder in Mittelerde kannte diese Geschichte, überall erzählte man sich von den mutigen Gefährten, jeder von ihnen war zur Legende geworden.
Der Mann schien die Geschichte aber nie gehört zu haben. "Prinz vom Düsterwald? Das verstehe ich nicht.....es gibt keinen düsterwald...wo bin ich hier!"
Er richtete sich auf, betrachtete Legolas genau. "Wer seid Ihr wirklich?", verlangte er zu wissen.
"Sagt Ihr mir lieber, wer Ihr seid, woher kommt Ihr? seid Ihr aus Gondor oder aus Rohan, und wer waren die Männer, die Euch niedergeschlagen haben?"
Der Mann runzelte die Stirn, seine kornblumenblauen Augen musterten den Elb verwundert. "Rohan und Gondor? Ich kenne keine Städte, die so heissen, kommt Ihr womöglich aus dem heiligen Land?"
Heiliges Land...Legolas kannte kein Land dieses Namens, und was bedeutete überhaupt heilig....
Der Mann blickte dem Elb fest in die Augen. "Nun, wenn Ihr es unbedingt wissen will, ich bin Richard Löwenherz, baldiger König von England, nächste Woche werde ich gekrönt!" Legolas konnte es kaum fassen, was er da hörte. Kaum war der Ringkrieg vorbei, gründeten die Menschen gleich neue Königreiche, gaben den Ländern neue Namen, machten sich zum neuen Herrscher. Was Aragorn wohl dazu sagen würde?" Von einem Richard Löwenherz hatte er nie gehört, der Name war ihm gänzlich fremd, und wo dieses England liegen sollte, wusste er auch nicht.
"Habt Ihr wenigstens König Aragorn um Erlaubnis gefragt, ob Ihr dieses KÖnigreich England gründen dürft? Er wäre sicherlich verärgert, wenn Ihr das ohne seine Genehmigung tut!" Aragorn herrschte schliesslich über ganz Mittelerde, auch der könig von Rohan hörte auf seine Weisungen.
Der Mann wurde böse, als er hörte, was Legolas sagte. "Ich bin Spanien keine Gefolgschaft schuldig, was redet Ihr da für einen Unsinn? Was geht es Aragon an, was in England geschieht!" Legolas fiel auf, dass er den Namen Aragorn ohne r aussprach. Und was war überhaupt Spanien?
Er hatte den Düsterwald seit zwei Jahren nicht verlassen, in Mittelerde schien seitdem viel passiert zu sein....neue Königreiche, neue Könige, wie konnte Aragorn das zulassen?
"Ohne Aragorns Erlaubnis dürft Ihr Euch nicht einfach so zum König krönen lassen, das geht nicht!"; versuchte er dem Mann klar zu machen.
Dieser wurde daraufhin nur noch wütender. "Ich bin Aragon keine Gefolgschaft schuldig, unsere Länder haben nichts miteinander zu tun, sie gehören nicht zu Englands verbündeten!"
Diese Ansicht machte Legolas Sorgen, war der Mann etwa auf Krieg mit Gondor aus? Sollte der Frieden in Mittelerde etwa schon wieder vorbei sein, kaum dass er begonnen hatte?