Ich sehe keinen naturgegebenen Grund, dass man Leuten nicht vertrauen kann, dass sie auch bei privaten Veranstaltungen mit 150 Leuten Abstand halten. Sie sind doch Menschen mit Vernunft, keine Horde Schafe.
Wenn sie das nicht schaffen, dann stimmt da was nicht.
Ich weiß zwar, dass viele das sogar ganz bewusst unterlaufen - aber von denen, die das nicht unterlaufen wollen, kann ich doch wohl erwarten, wenn sie älter als 11 Jahre sind, das hinzukriegen.
Angenommen, immer wenn zwei sich zu nahe kommen, würden beide sofort eine Brandwunde bekommen:
dann würde das ruckzuck klappen.
Warum aber klappt es nicht, wenn man weiß, dass die 'Brandwunde' erst später entsteht, und auch vielleicht nicht entsteht?
Meine Theorie, zumindest bei uns in Deutschland:
man hat kein konkretes Bewusstsein für Gefahr mehr. Seit fast alle, die den Krieg noch erlebt haben oder die Nachkriegszeit, wo ständig Bomben auf die Städte fallen konnten, nicht mehr leben, hat man sich an eine Sicherheit gewöhnt, die man nun für naturgegeben hält.
Da können die Politiker noch so sehr mit quasi gerungenen Händen flehen, Abstand zu halten, weil anderes den Tod bringen kann:
man erfasst das nicht. Innerlich glaubt man es nicht. Und schlägt es in den Wind.
Auch wenn man aus Fernsehbildern weiß, dass haufenweise Leichen in die Leichenhallten gebracht wurden:
man erlebt es vielleicht nur wie im Film; man bezieht es nicht auf die Realität.
De facto ist es möglicherweise eine Art Realitätsverlust, weil wir schon so lange Frieden haben.
Zum Glück ist es nur eine Minderheit. Aber sie könnte in dem Fall trotzdem erreichen, dass die Mehrheit erkranken wird.
Nur haben wir jetzt eben den Impfstoff. Und ich stehe kopf vor dem Erfindungsgeist der Menschen, der uns dennoch das Überleben sichern wird.