Thranduil im Film, wenn man auf den Punkt, der eigentlich besprochen werden will, zurückkommt, während ich hier grade stöbere..
Let me see...
Ich fand, er ist als Aran Thranduil Oropherion recht gut getroffen. Die Grünwaldelben sind ja nun einmal verbittert, weil im Ringkrieg, erste Runde, so viele von ihnen umgebracht wurden, darunter ihr Herrscher Oropher. Sie sind verbittert, weil sie da diesen fiesen Nekromanten aka Sauron in ihrem Wald hocken haben und ein Haufen wilder Riesenspinnen und Warge, Bilwisse und Orks .... sich in ihrem Gebiet breit machen will und auf ihre Hinweise hin der weiße Rat...in dem sie nun einmal auch Mitglied sind... sehr lange einfach garnichts unternimmt oder es runterredet - danke dafür, Saruman , du Schlingel- . Da man den Waldelben auch noch sowas Nettes nachsagt, was ich immer wieder liebe : " More dangerous , less wise" zu sein nämlich ... passt es eigentlich relativ gut.
Mir haben in den Hobbitfilmen einige Stellen gefehlt, die im Buch ganz wundervoll waren, aber ich kann nachvollziehen, wieso das gemacht worden - Stichwort Publikum- . Das ist allerdings auch der einzige Grund, aus dem ich mit dem Charakter Tauriel leben kann,wenn ich mir das anschaue. Unverschämte Jungelbe auf verantwortungsvollem Posten, die nach der Lore selbst ihre Haarfarbe nicht haben dürfte, weil Tolkien explizit deren Besonderheit und diejenigen, die sie tragen - trugen, entschuldigung - erwähnte. Da bekomme ich regelmäßig Schaum vor der Schnute ^^ Zumindest wenn ich die Filme als Verfilmung von Tolkiens Hobbit zu sehen versuche. Dann , da bin ich ehrlich, haben sie tatsächlich nur Bilbo wirklich gut getroffen - meine Meinung und über Meinung kann man ja bekanntlich streiten, hilft aber nicht XD - und Thranduil . Ein Teil Charaktere hat dort einfach nichts zu suchen - Legolas- , eine Liebesbeziehung zwischen einer imaginären Elbe und einem Zwerg, der eigentlich einen komplett anderen Tod erleidet... nun je... stattdessen ist die routinierte, erfahrene, kriegsgestählte Hauptfrau des Elbenherrschers.. nicht fähig, in einer Gefahrensituation angebracht zu handeln, was zu einem ... naja... zwei ziemlich unsinnigen Toden führt, die eigentlich komplett anderswo liegen sollten.
Ich finde daher : Die Filme sind gute Unterhaltung, haben aber wenig mit der Welt selbst zu schaffen- was ja nun nicht schrecklich ist, mir nur beim ersten Gucken die Zehnägel aufgerollt hat, weil ich nicht damit rechnete- . Schaut man sie sich halt als leichte Unterhaltung an, nimmt es gelassen und vergleicht nicht weiter. Dann ist alles gut und ich brauch auch keinen Sabberlatz fürs Schäumen mehr^^
Aber Thranduil mochte ich tatsächlich. Der hat für mich die Sache auch wieder ein wenig mehr gen Tolkienscher Welt gerückt, denn Elben sind halt nicht nur die Blümchenduft versprühenden Meisterschützen oder Gelehrten, sondern auch und besonders eben Wesen, die schon allein durch ihr Alter und ihre andere Art zu "fühlen" viele Dinge soviel intensiver empfinden und überspitzt in ihrem Verhalten zeigen. Als Böse empfinde ich ihn dabei nicht. Er ist einen Teil des Filmes lang offenkundiger Antagonist der Zwergengesellschaft zzgl ihrem Hobbitmeisterdieb, schlägt sich aber am Ende mehr oder minder gezwungenermaßen auf die Seite der "Helden" . Dass danach die Elben und Menschen in der Gegend recht vernünftig miteinander können und auch die Zwerge wieder besser gelitten scheinen, ganz zu schweigen von den Dingen, die später im Herren der Ringe passieren und zeigen, dass sie ja alle - den Valar sei es gedankt- auf derselben Seite stehen, finde ich auch recht bezeichnend. Das würde ja nicht passieren, wenn er , wie in einigen Post benannt, "Böse" wäre. Er ist verbittert, weil sein Reich permanenter Bedrohung ausgesetzt ist, seine Frau - man bedenke die elbische Art zu lieben und die Einmaligkeit in deren Beziehungen- verstorben und lange vor ihm vergangen ist und die Verpflichtungen , die er eben durch den ebenfalls gewaltsamen und - aus Sicht der Waldelben nicht nur unnötigen, sondern auch durch Verbündete verschuldeten- Tod seines Vaters und so vieler seiner Leute eben nur noch weiter in dieses Verhalten getrieben wurde. Die Szene mit dem Ork ist eigentlich diejenige, welche ich ein wenig irritierend fand, weil sie überhaupt versucht haben, ihn zu befragen und ... weil sie ihn dafür auch noch vor den "Thron" des guten Thranduils brachten... statt ihn einfach im Wald zu befragen und auch zu töten... oder laufen zu lassen. Je nach Belieben.
Was seinen Sohnemann angeht.. .- Hallo, Herr Bloom- , ... nun je... im Herrn der Ringe fand ich ihn super. Im Hobbit bin ich bei den megablauen Kontaktlinsen, dem animierten Pferd auf der Brücke und der Tatsache, dass sich der als herausragend dargestellt findende Kämpfer von einem einzelnen Ork beinahe zusammenschlagen lässt, beinahe lachend vom Sitz gefallen. Dass er dann später, jeglicher Schwerkraft zuwiderhandelnd... auf fallenden Steinen herumhoppelt, wie man es sonst früher auf dem Gameboy von Supermario kannte- für den die Steine, wenn sie einmal fielen, das Ende bedeuteten- war es dann vorbei. Ich bin ganz ehrlich: da hat sich niemand mit Ruhm bekleckert, als man den guten Legolas unnötigerweise nochmal in die Filme zu stopfen versuchte, einfach damit man das berühmte Gesicht da hat. Aber... ich hätte ihm Hobbit auch gut auf Galadriel verzichten können, die mal eben in den Düsterwald marschiert und Gandalf befreien möchte. War.. eh... verwirrend. Auf der anderen Seite war es halt für Zuschauer und auch für solche, die Hintergrundwissen brauchen, evtl nützlich. Ich fand es amüsant, aber mehr auch nicht.
Aber ... langes Geplapper , kurzer Sinn : Ich mag Thranduil im Film recht gern. Er entspricht nicht ganz dem, was ich im Buch erwarten würde, aber auf der anderen Seite, wie schon mehrfach korrekt erwähnt wurde, ist halt auch dieser Thranduil vor allen Dingen eine Interpretation, die eben im Film vorgestellt wird. Da kann ich gut mit leben. Besonders weil mein kleines Lore-Herz sich darüber erfreut hat, dass an dem Charakter - bis auf faszinierende magisch hervorzuhebende Narben - nicht rumgeschnitzt wurde und nicht irgendetwas Seltsames hinzugefügt wurde. Da die Flora und Fauna Mittelerdes uns ja nun nur rudimentär bekannt ist... kann ich nichtmal an dem Reithirschelchmonstermischtier sonderlich viel meckern. Nur herzlich lachen, wenn ich ihn sehe.
Aber die Filme als leichte Unterhaltung und den Charakter von Thranduil als verbittertem Elbenherrscher in seinem zu beschützenden Reich, mag ich durchaus . Die Lore blieb ein wenig auf der Strecke, aber das blieb sie teilweise im Herren der Ringe auch . Da kann man drüber streiten, aber nichtsdestotrotz sind die Filme gelungene Unterhaltung, auch wenn sie mir die Bücher im Leben nicht ersetzen könnten Was sie ja auch nicht sollen. Ich bin also ein pro-Thranduil-Zuschauer , wenn man so will ^^
Und weil ich sowieso noch stundenlang Dinge zerpflücken könnte... behaupte ich einfach mal, jetzt fertig zu sein * reicht ein paar Stücke Gebäck herum und wuselt weiter im Forum stöbern*