Nachdem er alle zum Essen gerufen hat, geht Fosco zu seinem Gepäck und holt das Geschirr hervor. Leichtfüßig und voller Vorfreude auf das gute Mahl kehrt der Hobbit zurück zum Feuer. Mit knurrendem Magen, der sich darauf freut, gefüllt zu werden, nimmt sich der Hobbit von Kaninchen und Eintopf. Während des Essens redet er nicht viel; er ist zu sehr damit beschäftigt, das Kaninchen und den Eintopf zu genießen. Er hätte nicht gedacht, dass es auf Reisen eine so vorzügliche und vollwertige Mahlzeit geben könnte. Wenn man einmal von den Gliederschmerzen absah, war reisen gar nicht so schlecht, wie er immer geglaubt hatte.
Plötzlich verändert sich die eben noch fröhliche Stimmung am Lager, als Eofor unvermittelt einen Wutanfall bekommt. Reglos, mit der fast geleerten Schale in der Hand, sieht Fosco abwechselnd zu Eofor und Ciradan. Ihn überrascht der Wutanfall des Rohir. Auch wenn sie noch nicht viele Worte miteinander gewechselt hatten, oder vielleicht gerade deswegen, hielt Fosco ihn für ruhig und beherrscht. Was war passiert? Gebannt hört Fosco sowohl Eofors Tirade als auch Ciradans Antwort. Wenn es stimmt was Eofor da sagt, scheinen die Gruppe mit dem Halbdunadan schon einiges erlebt zu haben. Als Eofor fortfährt, erstarrt er. Eine feine Reisegruppe, die nur von Konflikt zu Konflikt stolpert und in der keiner dem anderen traut? Leben riskieren?
Plötzlich springt ein junger Fuchs aus einem Gebüsch und springt Ciradan an, der direkt daneben steht. Doch dieser Fuchs zerkratzt ihm nicht das Gesicht, sondern klaut ihm nur geschickt ein Stück Kaninchen. Als er blitzschnell durch seine Beine rennt, lässt Fosco vor Schreck seine Schale fallen. Dann verschwindet der Fuchs genauso schnell wie er gekommen ist wieder im Gebüsch. Doch all das nimmt der Hobbit nur schemenhaft wahr. Er ist noch viel zu sehr mit dem beschäfigt, was Eofor gesagt hat.
Dann antwortet Ciradan. Fosco ist viel zu perplex, um wegzuhören, auch wenn er es gerne getan hätte. Er selbst scheint sich nicht als Teil der Gruppe zu sehen. Und wenn er sich nicht als solches ansah, wie hielten es die anderen? Und was in Kuckucks Namen erzählt er da von einem Kettenhemd? Was für ein Kettenhemd? Er dachte, die Gruppe würde bloß Nala und Eofor nach Hause begleiten?
Dann stürmt Eofor davon, Nala hinterher, und Ciradan folgt. Doch auch das interessiert den Hobbit nicht mehr. Er bekommt Angst. In was war er da hineingeraten? Waren seine Reisegefährten nicht das, was sie zu sein vorgaben? Was führt sie wirklich in den Süden? Wie hatte er sich nur darauf einlassen können, mit dieser seltsamen, ihm widlfremden Gruppe mitzugehen? Die Zeiten waren gefährlich, wenn man den Geschichten glauben durfte. War er lebensmüde? Was hat er sich dabei gedacht?
Panik überkommt ihn. Er möchte weg, einfach kurz weg von der Gruppe. Er muss den Schock erstmal verdauen. Fosco lässt seine Schüssel einfach auf den Boden fallen und rennt weg, irgendwo hin. Nach wenigen Minuten ist er außer Atem. Er setzt sich ins Gras und während er wieder Atem schöpft denkt er darüber nach, was er tun soll. Soll er die Gruppe verlassen? Wieder zurückgehen, dahin, wo er hergekommen ist und wo er hingehört? Der Wirt wird ihm das Leben zur Hölle machen, das weiß er, aber war das nicht eine gute Alternative zu einer gefährlichen Reiseunternehmung? Immerhin würde er im Gasthaus sicher sein. Oder übertreibt er? Hat er aus dem Wortgefecht vielleicht einfach nur das herausgehört, was er unterbewusst all die Zeit gefürchtet hat? Wahrscheinlich hat er soeben einfach überreagiert. Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht wird, und Eofor und Ciradan haben sich in Rage geredet, und am Ende war kaum noch ein Fünkchen Wahrheit in ihren Reden enthalten? Das hält Fosco für das wahrscheinlichste. Oder war es nur das, was er sich erhofft? Er hat die Truppe in der kurzen Zeit, in der sie sich kannten, lieb gewonnen.
Ja, das war es wahrscheinlich. Eofor und Ciradan haben überreagiert, und dann hat auch Fosco stärker reagiert als angemessen gewesen wäre. Andererseits war da noch dieses Kettenhemd, von dem Ciradan gesprochen hat. Was hatte es damit auf sich? Warum war ein Kettenhemd so wichtig, dass es in einem Wortgefecht zur Sprache kommt? Und was meinte er mit „beschützen“? Warum sollte man ein Kettenhemd beschützen? Angespannt und verzweifelt denkt Fosco über die Situation nach. Was war zu tun? Zum ersten Mal in seinem Leben fühlt sich Fosco völlig auf sich allein gestellt.