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Orald

Mythopoeia X [lines 107-118]

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Orald

Von der Zeilenanzahl her ein wenig mittig. Ich wäre für das Durchgehen in einer Woche, sollte sich das als unrealistisch herausstellen, kann man ja noch eine Woche anhängen. (Vielleicht hilft ja der Feiertag bei Zeitknappheit...)

I would that I might with the minstrels sing

and stir the unseen with a throbbing string.

I would be with the mariners of the deep

that cut their slender planks on mountains steep

and voyage upon a vague and wandering quest,

for some have passed beyond the fabled West.

I would with the beleaguered fools be told,

that keep an inner fastness where their gold,

impure and scanty, yet they loyally bring

to mint in image blurred of distant king,

or in fantastic banners weave the sheen

heraldic emblems of a lord unseen.

-----

107 I would that I might with the minstrels sing

108 and stir the unseen with a throbbing string.

109 I would be with the mariners of the deep

110 that cut their slender planks on mountains steep

111 and voyage upon a vague and wandering quest,

112 for some have passed beyond the fabled West.

113 I would with the beleaguered fools be told,

114 that keep an inner fastness where their gold,

115 impure and scanty, yet they loyally bring

116 to mint in image blurred of distant king,

117 or in fantastic banners weave the sheen

118 heraldic emblems of a lord unseen.

107 Ich würde, wenn ich könnte, mit den Musikanten singen

108 und das Ungesehene mit einer schlagenden Saite vermischen.

109 Ich wäre bei den Seefahrern aus der Tiefe

110 die ihre schmalen Planken an steilen Bergen aufritzen

111 und würde auf eine unbestimmte und Fahrt in die Weite ziehen

112 denn einige sind weiter noch als bis zum sagenumwobenen Westen gefahren.

113 Ich würde zu den belagerten Narren gerechnet werden,

114 welche eine innere Festigkeit bewahren, wo ihr Gold

115 schmutzig und spärlich, jedoch ihre Treue

116 das trübe Bild eines weit entfernten Königs zur Münze bringt,

117 oder in phantastische Bannern den Schein

118 heraldischer Embleme eines ungesehenen Herrn einwebt.

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Gast Dunderklumpen

(Vielleicht hilft ja der Feiertag bei Zeitknappheit...)

In Bundesländern mit überwiegend evangelischer Bevölkerung gibt es keinen Feiertag. :heul:

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Gast Dunderklumpen

Zeilen 107 + 108

107 Ich wünschte, ich könnte mit den Musikanten singen

108 und das Ungesehene mit einer schlagenden Saite in Bewegung setzen.

bearbeitet von Dunderklumpen

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Gast Dunderklumpen

Zeile 109 - 112

109 Ich würde bei den Seemännern der Tiefe sein,

110 die ihre schmalen Planken auf Bergesabhängen zurechtschneiden

111 und auf einer unbestimmten und sich verändernden Quest reisen,

112 denn einige sind bis jenseits des sagenhaften Westens gedrungen.

109 I would be with the mariners of the deep

110 that cut their slender planks on mountains steep

111 and voyage upon a vague and wandering quest,

112 for some have passed beyond the fabled West.

bearbeitet von Dunderklumpen

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Gast Dunderklumpen

Zeile 113 - 118 (also bis Ende dieser Strophe)

113 Ich würde mit den belagerten Narren erwähnt werden,

114 die eine innere Festigkeit aufrecht erhalten, wohin sie ihr Gold,

115 unrein und spärlich, doch loyal bringen,

116 um das verschwommene Bildnis eines fernen Königs zu prägen,

117 oder in phantastischen Bannern den Schein zu weben,

118 heraldische Embleme eines ungesehenen Herrn.

113 I would with the beleaguered fools be told,

114 that keep an inner fastness where their gold,

115 impure and scanty, yet they loyally bring

116 to mint in image blurred of distant king,

117 or in fantastic banners weave the sheen

118 heraldic emblems of a lord unseen.

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Orald

Für mich ist die Strophe das Bekenntnis des Verfassers, auf der Seite jener sein zu wollen, die er vorher selig preist: also Mythopoet sein zu wollen, auch wenn dies in den Augen der Öffentlichkeit Narretei ist.

Mir scheint hier (und in einigen vorherigen Aussagen) deutlich, dass die Ferne von der der Mythopoet spricht, nicht allein geographisch sondern auch zeitlich verortet ist. Für mich klingt eine zeitliche und räumliche Entfernung durch, von der die Mythen erzählen und die sie somit überbrücken - nicht klar und deutlich, sondern nur im Ansatz. Was der Mythopoet hervorbringt klingt bei den Zeitgenossen nach wie vor fern, es sind "heraldic emblems of a lord unseen" und bleiben es, aber sie verweisen auf ihn und überbrücken die Distanz dadurch dennoch.

Wichtig finde ich zudem den Hinweis auf die Treue. Der Mythopoet mag als Spinner, Narr oder gar als Lügner bezeichnet zu werden, aber da ist etwas, was er sieht und dem hält er die Treue. Er sucht Wahrheit transparent zu machen, bzw. so verstehe ich es, wenn ich es von der moralischen auf die ontologische Ebene beziehe.

Soweit erst mal mein Eindruck :-)

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Gast Dunderklumpen

Für mich ist die Strophe das Bekenntnis des Verfassers,

Für mich leider nicht. Das Ich einer Dichtung ist selten bis nie das Ich des Verfassers. Es liegt hier meines Erachtens auch kein Bekenntnis vor, sondern es wird eine Figur in Ich-Form dargelegt, die gewisse Schwierigkeiten hat, bezüglich der Ambivalenz der Dinge. Was ich lese, ist: eine Unsicherheit, die sich formulieren will.

auch wenn dies in den Augen der Öffentlichkeit Narretei ist.

Es ist für ihn selber Narretei. Von der Offentlichkeit lese ich nichts. Er weiß, dass es Selbstbeschwindelung ist, aber diese eben rettet ihn - ihn, das lyrische Ich.

Ich denke, für Tolkien gilt das nicht. Er hat andere Aufgaben, die ihn retten: seine wissenschaftliche Arbeit und seine Familie.

Das lyrische Ich des Gedichtes ist ebenfalls eine literarische Figur.

Was der Mythopoet hervorbringt klingt bei den Zeitgenossen nach wie vor fern, es sind "heraldic emblems of a lord unseen"

Das lyrische Ich spricht auch hier nur von sich selbst, nicht von seinen Zeitgenossen. Er selbst weiß, dass die von ihm erfundenen Figuren nur sehr vage sind - so wie es Erfindungen eben sind.

Aber was er spürt - und dem er vertraut -, ist, dass literarische Erfindungen - besser: Schöpfungen - real werden können und vermutlich auch werden.

Soweit erst mal mein Eindruck :-)

Und soweit dann meiner. :-)

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Gast Dunderklumpen

Zusammnenfassung meines ersten Übersetzungsversuchs von Strophe X.

Was im Thread an Offenem, Problematischem und Unklarem erwähnt wurde, werde ich später sammeln und hier anfügen.

107 Ich wünschte, ich könnte mit den Musikanten singen

108 und das Ungesehene mit einer schlagenden Saite in Bewegung setzen.

109 Ich würde bei den Seemännern der Tiefe sein,

110 die ihre schmalen Planken auf Bergesabhängen zurechtschneiden

111 und auf einer unbestimmten und sich verändernden Quest reisen,

112 denn einige sind bis jenseits des sagenhaften Westens gedrungen.

113 Ich würde mit den belagerten Narren erwähnt werden,

114 die eine innere Festigkeit aufrecht erhalten, wohin sie ihr Gold,

115 unrein und spärlich, doch loyal bringen,

116 um das verschwommene Bildnis eines fernen Königs zu prägen,

117 oder in phantastischen Bannern den Schein zu weben,

118 heraldische Embleme eines ungesehenen Herrn.

107 I would that I might with the minstrels sing

108 and stir the unseen with a throbbing string.

109 I would be with the mariners of the deep

110 that cut their slender planks on mountains steep

111 and voyage upon a vague and wandering quest,

112 for some have passed beyond the fabled West.

113 I would with the beleaguered fools be told,

114 that keep an inner fastness where their gold,

115 impure and scanty, yet they loyally bring

116 to mint in image blurred of distant king,

117 or in fantastic banners weave the sheen

118 heraldic emblems of a lord unseen.

Den englischen Text dieser Strophe habe ich überprüft.

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