Fenya Geschrieben 7. Februar Geschrieben 7. Februar Am 10.3.2009 um 19:05 schrieb Nevaron: Sauron, Galadriel, Gandalf, Tom Bombadil usw. doch wer ist der mächtigste? Für mich ist Galadriel die Stärkste. Zitieren
Torshavn Geschrieben 8. Februar Geschrieben 8. Februar vor 19 Stunden schrieb Fenya: Für mich ist Galadriel die Stärkste. Weil ich neugierig bin: Warum? Zitieren
SirLacy Geschrieben Montag um 08:12 Geschrieben Montag um 08:12 (bearbeitet) Aus meiner Sicht geht es im Herrn der Ringe nicht um Macht. Allenfalls ist Sauron mächtig oder sogar übermächtig, aber am Ende entscheidet ein Hobbit - das wohl am wenigsten mächtigste Wesen - über das Schicksal Mittelerdes. Natürlich ist Gandalf ein mächtiger Zauberer. Aber das zeigt sich nicht darin, dass er möglichst viele Orks umbringt. In "Der Hobbit" zündet er Tannenzapfen an, um die Warge zu vertreiben. Klingt nicht gerade nach einem mächtigen Zauberer. Aber er lenkt weise die Geschicke Mittelerdes und er ringt mit dem Balrog, was wohl niemand anderes hätte tun können. Das sind zentrale Botschaften Tolkiens: Es sind nicht die lauten Töne, die gewinnen. Es ist nicht der offensichtlich Starke, der sich durchsetzt. Tom Bombadil ist auch ein Beispiel dafür. Er setzt den Ring auf und es passiert - nichts. Der Ring verleiht Macht, Tom strebt aber gar nicht nach Macht, entsprechend bleibt der Ring wirkungslos. Der Ring, der so viele andere ins Unglück gestürzt hat. Ist Tom jetzt also mächtig, weil er ihm widersteht? Auch hier ist das Thema, dass Stärke nicht offensichtlich ist. Der Walschrat, der mit Bäumen redet und mit kindlicher Sorglosigkeit Lieder singt, schafft etwas, das die große Könige nicht geschafft haben. Bearbeitet Montag um 08:14 von SirLacy 1 Zitieren
gathame Geschrieben Montag um 19:20 Geschrieben Montag um 19:20 Auch wenn die Frage "Wer ist der Mächtigste?" hier das Thema ist: SirLacy hat Recht, denke ich. Es geht im Herrn der Ringe nicht um Macht, auch wenn die Macht die jemand hat oder nicht hat natürlich schon eine gewisse Rolle spielt, einfach als Mittel zum Zweck. Aber es sind doch immer wieder eben nicht die offensichtlich Starken die sich durchsetzen. Und ich denke, dies ist ein sehr wichtiger Gedanke. Gandalf finde ich interessant in dieser Hinsicht. Natürlich gehört er zu den Starken, er kämpft gegen den Balrog und siegt. Aber im "Hobbit" zündet er Tannenzapfen an um die Warge zu vertreiben; eine eindrucksvolle Demonstration von Macht ist das ja nun nicht gerade. Aber es funktioniert durchaus. Und genau das finde ich wichtig: große Macht haben ist eine Sache; aber zu wissen dass man große Macht gar nicht immer nutzen muss wenn es auch viel einfacher geht, das ist ein wirklich souveräner Umgang mit der Macht die man hat. Wirkliche Macht muss nicht laut sein und auch nicht auffällig. Und natürlich ist ein Hobbit augenscheinlich kein sehr mächtiges Wesen. Trotzdem bringt der Hobbit Frodo es fertig, den Ring bis zum Schicksalsberg zu bringen. Seine Kräfte reichen eindeutig nicht aus für diese Aufgabe, aber sein Wille ist stark genug. Es gibt im Film diesen wirklich eindrucksvoll gespielten Moment wo Frodo beim Aufstieg auf den Schicksalsberg zusammenbricht und nicht weiter gehen kann, aber er bleibt nicht einfach liegen, er kriecht weiter, zumindest versucht er es. Diese Willenskraft ist ja nun auch eine Art von Macht, eine stille Macht, aber eine sehr starke. Und, gute Frage: ist Tom Bombadil mächtig, weil er dem Ring widersteht? Immerhin bringen das ja ziemlich viele andere Leute nicht zustande. Trotzdem empfinde ich das nicht als Anzeichen dafür dass Tom Bombadil mächtig ist. Für ihn hat der Ring einfach keinerlei Bedeutung, er bringt ihm keinerlei Nutzen; das Ding interessiert ihn einfach nicht. Gegen etwas gleichgültig zu sein das einem einfach vollkommen egal ist, das ist ja nun nicht gerade schwierig. 1 Zitieren
SirLacy Geschrieben Gestern um 07:44 Geschrieben Gestern um 07:44 vor 12 Stunden schrieb gathame: Macht haben ist eine Sache; aber zu wissen dass man große Macht gar nicht immer nutzen muss wenn es auch viel einfacher geht, das ist ein wirklich souveräner Umgang mit der Macht die man hat. Wirkliche Macht muss nicht laut sein und auch nicht auffällig. Noch eine Szene aus "Der Hobbit": Was macht Gandalf, als die Trolle Bilbo und die Zwerge gefangen haben? Zaubert er Blitze, Feuerstürme und Funkenregen? Nein. Er verwickelt die Trolle in einen Streit bis die Sonne aufgeht und sie versteinern. Er ist stark und mächtig, aber er muss es nicht immer zeigen. Dieses Motiv durchzieht Tolkiens Welt. Aber es ist kein simples der Kleine gewinnt gegen den Stärkeren wie bei "David gegen Goliath" oder im Märchen "Der Hase und der Igel". Es ist vielschichtig, es ist Tolkiens Ode an die leisen Töne, an etwas, das Bestand hat, ohne dass es eine schöne Hülle haben muss. Aragorn ist auch so ein Beispiel. Der neue König von Gondor ist ein Waldläufer. Zweifellos ein großer Krieger, aber er muss es nicht jedem zeigen. Er nimmt seinen Platz in Gondor ein nicht weil er es möchte, sondern weil die Menschen ihn brauchen. Zitieren
gathame Geschrieben vor 14 Stunden Geschrieben vor 14 Stunden Doch, stimmt, auch wenn ich darauf wirklich noch nicht direkt geachtet habe: diese Motiv ist tatsächlich bei Tolkien immer wieder da. Nicht "der Kleine gewinnt gegen den Stärkeren", was ja auch ein eher abgenutztes und also langweiliges Motiv wäre, sondern eben diese Macht die nicht zur Schau gestellt wird und auch nicht zur Schau gestellt werden muss. Es gibt in "Herr der Ringe" sogar einen Gedichttext der genau das zum Thema hat; es ist ein Gedicht das Bilbo für Aragorn geschrieben hat und das er bei Elronds Rat vorträgt: All that ls gold does not glitter, Not all those who wander are lost; The old that is strong does not wither, Deep roots are not reached by the frost. From the ashes a fire shall be woken, A light from the shadows shall spring; Renewed shall be blade that was broken: The crownless again shall be king. 1 Zitieren
Gandalf der Graue Geschrieben vor 4 Stunden Geschrieben vor 4 Stunden Am 2.3.2026 um 09:12 schrieb SirLacy: ..., aber am Ende entscheidet ein Hobbit - das wohl am wenigsten mächtigste Wesen - über das Schicksal Mittelerdes. Mittlerweile sehe ich das nach einigen Jahren etwas differenzierter. Auch die Hobbits waren sehr anfällig für die Macht des Ringes. Ob eventuell auch Samwise dem Ring verfallen wäre, finde ich mittlerweile sogar ebenfalls sehr wahrscheinlich. Er war sehr emotional gesteuert und wollte auch für sich und sein Volk bzw. seine Liebsten nur das Beste. Ich bin mir sicher, dass - wäre er ein "richtiger" Ringträger geworden - auch er auf kurz oder lang korrumpiert worden wäre. Was ich eigentlich sagen wollte: der Ring konnte nur aufgrund einer sich gegenseitig unterstützenden Gemeinschaft zu seinem Ziel gebracht werden. Und letzten Endes ist er dann doch nur durch das Schicksal vernichtet worden. In diesem Sinne durch Gollums Gier und Wahn. 1 Zitieren
SirLacy Geschrieben vor 2 Stunden Geschrieben vor 2 Stunden (bearbeitet) Ja, es hat mehrere Ebenen, das macht es ja so interessant. Und es stimmt natürlich, selbst für die arglosen Hobbits war der Ring gefährlich, siehe Bilbo. vor 13 Stunden schrieb gathame: All that ls gold does not glitter, Not all those who wander are lost; The old that is strong does not wither, Deep roots are not reached by the frost. From the ashes a fire shall be woken, A light from the shadows shall spring; Renewed shall be blade that was broken: The crownless again shall be king. Eine sehr schöne Textstelle, die genau dazu passt, danke! Für mich war das schon immer ein zentrales, zeitloses und sehr schönes Motiv im Herrn der Ringe. Leider wird es oft übersehen, in dieser Amazon-Serie kam es gar nicht mehr vor. Vielleicht als Zugeständnis an den Markt, vielleicht auch weil die Autoren das Motiv gar nicht erkannt haben. Bearbeitet vor 1 Stunde von SirLacy Zitieren
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