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Alatariel

The Children of Húrin XVIII

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Alatariel

Hallo liebe Mitforumler!

Im Rahmen unserer "Gemeinsam Tolkien Lesen"-Reihe wollen wir nun, wie bereits angekündigt, das Buch

"The Children of Húrin"

(dt. Die Kinder Húrins) besprechen.

In diesem Thread soll nun das Kapitel Glaurungs Tod besprochen werden.

Die Ersterscheinung dieses Buches war am 17. April 2007. Es wurde es von Hans J. Schütz und Helmut W. Pesch ins Deutsche übertragen.

Inhalt:

Die Sage der Kinder von Húrin ist bei vielen Fans eine der beliebtesten Geschichten Tolkiens innerhalb seiner fiktiven Mythologie. Im Laufe seines Lebens schrieb Tolkien jedoch mehrere Fassungen dieser Geschichte, die jedoch meist unvollendet geblieben sind. Einige Fassungen sind in folgenden bereits erschienenen Büchern zu finden:

- Von Túrin Turambar (Kapitel XXI in Das Silmarillion)

- Narn I Chîn Húrin (in Nachrichten aus Mittelerde)

- Turin and the Foalókë (in The Book of Lost Tales II, dt. Das Buch der verschollenen Geschichten II)

- The Lay of the Children of Húrin (in The Lays of Beleriand)

- The Wanderings of Húrin in (The War of the Jewels)

Tolkiens Sohn Christopher, der auch die oben genannten Bücher herausgegeben hat, hat es sich in diesem Buch zur Aufgabe gemacht, alle diese Fragmente zusammenzutragen um einen allgemeinen Überblick zu verschaffen.

Ich freue mich auf diese Diskussionsrunde! :-)

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Alatariel

Dann mache ich hier einmal den Anfang:

Wie interpretiert ihr folgenden Auszug, in dem Turin verlauten lässt:

'O the fair Niënor! So she ran from Doriath to the Dragon, and from the Dragon to me. What a sweet grace of fortune! Brown as a berry she was, dark was her hair; small and slim as an Elf-child, none could mistake her!'

Then Mablung was amazed, and he said: 'But some mistake is here. Not such was your sister. She was tall, and her eyes were blue, her hair fine gold, the very likeness in woman's form of Húrin her father. You cannot have seen her!'

'Can I not, can I not, Mablung?' cried Túrin. 'But why no! For see, I am blind! Did you not know? Blind, blind, groping since childhood in a dark mist of Morgoth! Therefore leave me! Go, go! Go back to Doriath, and may winter shrivel it! A curse upon Menegroth! And a curse on your errand!

This only was wanting. Now comes the night!'

Wieso hat Túrin Nienor/Niniel anders wahrgenommen? Wurde sie durch das Zusammentreffen mit Glaurung etwa äußerlich verändert? Oder ist Túrins Wahrnehmung manipuliert worden? Und von wem?

Vielleicht stehe ich gerade sehr auf der Leitung (:-O), aber mir erschließt sich der Sinn/Hintergrund momentan nicht...

Wie seht ihr das?

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Gast has

Hallo

...also ich sehe diese Sache gar nicht so kompliziert: Turin weiss schon wie seine Schwester ausgesehen hat, er sucht mit seiner falschen Aussage nur eine art Bestätigung, dass es auch wirklich Niniel war (und die bekommt er dann in Mablungs Beschreibung).

Nun ergibt alles einen Sinn, daher sagt er am Schluss auch "This only was wanting,...".

Korrekt?!

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Eorl

Hallo

...also ich sehe diese Sache gar nicht so kompliziert: Turin weiss schon wie seine Schwester ausgesehen hat, er sucht mit seiner falschen Aussage nur eine art Bestätigung, dass es auch wirklich Niniel war (und die bekommt er dann in Mablungs Beschreibung).

Nun ergibt alles einen Sinn, daher sagt er am Schluss auch "This only was wanting,...".

Korrekt?!

Ich glaub nicht! So wie ich das weiß hatte Túrin seinen alten Namen abgelegt um mit dem Schrecken seines Lebens umzugehen. Und damit hat er auch alles andere verdrängt was in seinem Leben bisher geschehen ist, damit auch Nienor. Als er sie dann sah, wie sie nackt in den Büschen lag hatte er nicht seine Schwester vor sich sondern eine verängstigte Frau, in die er sich später verliebte.

Oder glaubt jemand ehrlich, dass Túrin seine eigene Schwester ein Kind geschenkt hätte (Vorsichtig ausgedrückt) wenn er gewusst hätte, dass es seine Schwester ist. Da hätte ich mich aber etwaaaaaaas vor geekelt.

So hab ich es verstanden.

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Piscator

Viel tut sich hier ja nicht, aber so halbfertig will ich das Thema jetzt auch nicht stehen lassen.

Nein, das war schon Absicht von Túrin, um jeden Irrtum auszuschließen. Es gibt eine Szene im James-Bond-Film Der Mann mit dem Goldenen Colt, an die ich an der Stelle beim ersten Lesen gedacht habe: 007 fragt, woran er den von Christopher Lee gespielten Charakter erkennen kann, die Antwort "schlank, hochgewachsen und dunkelhaarig" kommentiert er nur mit "Das ist meine Tante auch."

Hätte Túrin Mablung nur gefragt, ob Nienor blonde Haare und blaue Augen hat (wie Níniel), hätte der einfach ja sagen können, ob sie aber beide die selbe Person meinen wäre noch lange nicht gesagt. Ein simples "wie sieht sie denn aus?" seitens Túrin wäre da schon eher in die richtige Richtung gegangen, der "Trick", den er verwendet hat passt aber einfach noch besser in die Situation und zeigt auch, dass er nicht wahrhaben will, was ihm gerade dämmert. Deshalb gibt er Mablung in einer letzten verzweifelten Hoffnung ein völlig falsche Beschreibung seiner "niemals getroffenen" Schwester (vielleicht so, wie er sie sich selbst immer vorgestellt hat?), nur um diesen Hoffnungsschimmer im gleichen Augenblick auch noch zu verlieren. Das alles macht diese Szene für mich zu einer der besten im ganzen Buch.

PS: Interessant für mich ist noch, dass ich sonst das unglaubliche Talent besitze, absichtliche Falschaussagen in Büchern oder Filmen n i c h t zu erkennen (wenn ich da an Elisabeth Turner aus Fluch der Karibik denke, muss ich immer noch schmunzeln), bei besagter Szene aber auf Anhieb begriffen habe, worum es geht. Vermutlich weil ich Túrin charakterlich so ähnlich bin...

bearbeitet von Piscator

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raukothaur

Ist zwar wieder länger her, aber vielleicht kann ich ja noch eine kleine Diskussion anregen:

Ich verstehe das hier nicht so ganz. Turin hat doch Nienor zuvor nie gesehen, wie soll er sie also als seine Schwester identifizieren:

Ihr Sohn Túrin war erst neun Jahre alt, und sie war erneut schwanger [mit Nienor]. [...]
Im Frühjahr [!] nach Túrins Abreise schenkte Morwen einer Tochter das Leben, die sie Nienor nannte, was Trauer bedeutet; doch bei der Geburt war Túrin bereits weit fort. [Túrins Aufbruch, Siebte Auflage 2008, übersetzt von Hans J. Schütz & Helmut W. Pesch, S. 70, 71 u. S. 79]  

Ich habe das daher immer so gedeutet, dass Turin Nienor heiratete etc., weil er sie gar nicht erkennen konnte und sie ihrerseits mit ihm wegen ihres Gedächtnisverlustes auch nichts anfangen konnte.
Wie kommt man also darauf, dass er sie hätte erkennen können?  

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Gast

Ist zwar wieder länger her, aber vielleicht kann ich ja noch eine kleine Diskussion anregen:

Ich verstehe das hier nicht so ganz. Turin hat doch Nienor zuvor nie gesehen, wie soll er sie also als seine Schwester identifizieren:

Ihr Sohn Túrin war erst neun Jahre alt, und sie war erneut schwanger [mit Nienor]. [...]

Im Frühjahr [!] nach Túrins Abreise schenkte Morwen einer Tochter das Leben, die sie Nienor nannte, was Trauer bedeutet; doch bei der Geburt war Túrin bereits weit fort. [Túrins Aufbruch, Siebte Auflage 2008, übersetzt von Hans J. Schütz & Helmut W. Pesch, S. 70, 71 u. S. 79]  

Ich habe das daher immer so gedeutet, dass Turin Nienor heiratete etc., weil er sie gar nicht erkennen konnte und sie ihrerseits mit ihm wegen ihres Gedächtnisverlustes auch nichts anfangen konnte.

Wie kommt man also darauf, dass er sie hätte erkennen können?  

 

Mablung erzählte Túrin, wie Nienor vor dem Kampf am Sirion geflohen war und ohne Gedächtnis in Richtung Brethil verschwunden war. Da Túrin Níniel eben dort völlig verwirrt und gedächtnislos fand, zählte er eins und eins zusammen. Túrin erkannte seine Schwester also nicht am Aussehen, doch da Nienor offensichtlich genau dort verschwunden war, wo Níniel aufgetaucht war, bekam er eine Ahnung, was sich wirklich ereignet hatte.

bearbeitet von Nolondil

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raukothaur

Buchbeleg bitte. Kann mich nicht daran erinnern.

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raukothaur

Nun ja, da erfährt er es, nachdem die beiden schon längst verheiratet waren und nachdem sich Nienor umgebracht hat. Es geht ja darum, dass er es erfährt, bevor er Nienor das erste Mal gesehen hatte. Und das ist im Buch imho nicht der Fall.

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Gast

Tut mir leid, dann habe ich dich wohl falsch verstanden.

Im Buch hat Túrin tatsächlich nie erfahren, wie Nienor aussieht. Aber wie Piscator schon sagte, gibt er Mablung eine Beschreibung Nienors, so wie er sie sich vermutlich vorgestellt hat. Dann gibt Mablung seinerseits eine Beschreibung Nienors ab, die auch mit Níniel übereinstimmt. Túrin hatte also nur einen "Tipp", den er von Mablung bestätigt sieht.

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raukothaur

Aber wie Piscator schon sagte, gibt er Mablung eine Beschreibung Nienors, so wie er sie sich vermutlich vorgestellt hat.

Dann gibt Mablung seinerseits eine Beschreibung Nienors ab, die auch mit Níniel übereinstimmt. Túrin hatte also nur einen "Tipp", den er von Mablung bestätigt sieht.

Nein, er gibt eine falsche Beschreibung ab:

 

"[Turin spricht] Braun wie die Haselnuss war sie und dunkel ihr Haar; klein und schlank war sie wie ein Elbenkind, und niemand könnte sie verwechseln!"

Darüber wunderte sich Mablung, und er sagte: "Aber Du [!] irrst. Deine Schwester sah anders aus. Sie war groß, und ihre Augen waren blau, ihr Haar reines Gold, ganz das Abbild ihres Vaters Húrin in weiblicher Gestalt." [Die Kinder Hurins, Túrins Tod, Siebte Auflage 2008, übersetzt von Hans J. Schütz & Helmut W. Pesch, S. 274]

-> Es ist sehr unwahrsch., dass Mablung als Elb dort irrt.

bearbeitet von seregthaur

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Gast

Oh, stimmt.

 

Um es noch mal zusammenzufassen:

Túrin kann Nienor nicht erkennen, aber da Nienor laut Mablungs (für Túrin glaubwürdige) Aussage in den Wäldern von Brethil verschwunden ist, und Túrin Níniel eben dort ja gefunden hatte, dämmert ihm, dass Nienor und Níniel ein und die selbe Person sind, also gibt er Mabung eine falsche Beschreibung, sodass dieser Túrins Verdacht mit seiner richtigen Beschreibung bestätigen kann.

bearbeitet von Nolondil

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