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Übersetzerin

Zitatsuche: Not all those who wander are lost

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Übersetzerin

Hallo,

ich übersetze gerade ein Buch, dem folgender Satz von Tolkien - aus The Fellowship of the Ring (Die Gefährten) - als Motto vorangestellt ist. Das vollständige Zitat lautet wohl (laut Google-Recherche):

All that is gold does not glitter,

Not all those who wander are lost;

The old that is strong does not wither,

Deep roots are not reached by the frost.

From the ashes a fire shall be woken,

A light from the shadows shall spring.

Renewed shall the blade that was broken

The crownless again shall be king.

The Lord of the Rings I - about Aragorn in a letter of Gandalf

Aber ich brauche nur die Zeile "Not all those who (in meinem Buch steht "that", aber das ist offenbar falsch!) wander are lost" - auf Deutsch.

Wer kann mir weiterhelfen?

DANKE!

Cordula

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André

Hallo,

das Zitat stammt aus dem Kapitel "Strider" (Kap. 10), dt.: "Streicher" aus "Die Gefährten".

Es gibt zwei deutsche Herr der Ringe-Übersetzungen, ich habe nur die ältere Übersetzung von M. Carroux vorliegen (die Gedichte hat hier E.-M von Freymann übersetzt, keine Ahnung, ob diese Stelle auch als "Gedicht" zählt), dort ist diese Stelle so übersetzt:

Nicht alles, was Gold ist, funkelt,

Nicht jeder, der wandert, verlorn,

Das Alte wird nicht verdunkelt,

Noch Wurzeln der Tiefe erfrorn.

Aus Asche wird Feuer geschlagen,

Aus Schatten geht Licht hervor;

Heil wird geborstenes Schwert,

Und König, der die Krone verlor.

Allerdings lautet das englische Zitat in meiner englischen Ausgabe an einer Stelle (fett markiert) etwas anders:

All that is gold does not glitter,

Not all those who wander are lost;

The old that is strong does not wither,

Deep roots are not reached by the frost.

From the ashes a fire shall be woken,

A light from the shadows shall spring.

Renewed shall be blade that was broken,

The crownless again shall be king.

(Ausgabe: HarperCollins, 1997, ISBN 0261103571)

bearbeitet von Hjälte

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Valorn

Hallo Cordula...

du übersetzt ein ganzes Buch und fragst nach diesem einen Satz? Kapier ich nicht... :kratz:

Wie auch immer - wenn du nur diesen einen Satz brauchst, würde ich ihm ein konjugiertes Hilfsverb einschmuggeln und schreiben:

Nicht jeder, der wandert, ist verlorn.

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Tinuthir

Alternativ könntest du "Nicht alle, die wandern, sind verlor(e)n." nehmen. Da musst du dich halt entscheiden, wie du es mit der Satzintention hälst. Ich würde allerdings auch den Singular nehmen.

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Übersetzerin

Danke schon mal! Ihr seid ja echt schnell!

Ich übersetze ein ganzes Buch, das aber an sich rein gar nichts mit Tolkien zu tun hat. Bloß steht halt ganz vorne dieses Motto von Tolkien, daher brauche ich nur das. Alles klar?

Ja, zur Not werd ich wohl den Singular nehmen und das Hilfsverb einschmuggeln. Oder hat noch wer die neuere Übersetzung? Würd mich jetzt ja doch interessieren...

LG

Cordula

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André

in der Krege Übersetzung heisst es wohl:

Nicht jeder Verirrte verliert sich,

Nicht alles was Gold ist glänzt;

Die tiefe Wurzel erfriert nicht,

Was alt ist, wird nicht zum Gespenst.

Aus Schatten ein Licht entspringe!

Aus Asche soll Feuer loh'n!

Heil wird die zerbrochene Klinge,

Der Kronlose steigt auf den Thron.

Krege hat die ersten Zeilen irgendwie vertauscht...

siehe auch http://ardapedia.herr-der-ringe-film.de/in...BCber_Streicher

bearbeitet von Hjälte

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Avor

Ich weiß ja: de mortuis nil nisi bene...

aber - meine Herrn, man sollte wirklich öfter Zitate aus der Kregeübersetzung ins Netz stellen, man vergisst immer so leicht, wie grottenschlecht sie doch wirklich ist.

"Gespenst..." *schauder*

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Valorn

:auslach: Nicht jeder Verirrte verliert sich - was soll das denn Herr Krege? Steht das da wirklich? Das ist nicht nur grottenschlecht, es ist auch komplett am eigentlichen Sinn vorbei. Also unter sich verlieren und verloren sein, verstehe ich zwei unterschiedliche Dinge...

R.I.P.

Edit: Hjälte - vertauscht hat er's wohl, damit Gespenst sich krampfhaft auf glänzt reimt... *gnarf*

bearbeitet von Valorn

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Bandobras Tuk

Das konjugierte Hilfsverb schädigt das Versmaß und ist wegen der ersten Zeile auch nicht nötig.

Ich finde, Frau Freymann hat das wuderbar gelöst.

Nicht alles, was Gold ist, funkelt,

Nicht jeder, der wandert, verlorn,...

Wobei ich persönlich das Versmaß mit

Nicht alles, was golden ist, funkelt,

Nicht jeder, der wandert, verlorn,...

noch ein wenig fließender fände, aber es ging ja um die gängige Übersetzung.

(Bezgl. der Krege-Variante stimme ich zu. :wut: )

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Übersetzerin

Das konjugierte Hilfsverb schädigt das Versmaß und ist wegen der ersten Zeile auch nicht nötig.

Leider doch, weil die erste Zeile in meinem Buch eben gar nicht zitiert wird, sondern nur die zweite. Mit dem Versmaß hast Du natürlich Recht, tja...

Ja... nun werd ich Euch wohl alle schockieren: Für diese eine einzige Zeile neige ich nun doch zur Krege-Übersetzung *michschnellduck*. Denn das "Wandern" in der anderen Übersetzung gefällt mir nun auch nicht und passt auch nicht zu dem in meinem Buch intendierten Sinn. In dem Roman, den ich übersetze, geht es um verschiedene Leute, die auf unterschiedliche Weise "wander", also vom Weg abschweifen, sich verirren oder so... aber Wanderer sind es bestimmt nicht! Und einer von ihnen stirbt am Ende, für die anderen geht es aber gut aus. Von daher sind am Ende nicht alle "verloren". Also so im Sinne von: "Nicht jeder, der vom Web abschweift/sich verirrt, ist verloren". Dem kommt dann Krege doch noch am nächsten, wobei mir "ist verloren" auch lieber wäre als "verliert sich". Aber bei Tolkien muss es ja eine existente, bekannte Übersetzung sein, die Zeile selbst zu übersetzen, fänd ich dann auch merkwürdig.

Gruß

Cordula

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Bandobras Tuk

@Cordula

Mich persönlich schockiert gar nichts mehr, was Tolkien-Übersetzungen anbelangt.

Du sprichst in Rätseln. :-O

Diese EINE Zeile wird in Deinem Buch zitiert?

Wie denn? 'Im Vorbeigehen', so dass jeder, beim Lesen darüber stolpert und sofort an Tolkien denken muss?

Oder als einzelnes Zitat, bei dem vielleicht auch noch auf Tolkien verwiesen wird?

Oder im Text einfach eingearbeitet?

In den Fällen, wo der Leser an Tolkien denken soll, ist die Krege-Variante eine schlichte Katastrophe.

Wenn die Zeile irgendwo losgelöst als von-Tolkien-stammend-kenntlich-gemachtes-Zitat stehen sollte, empfiehlt sich meiner Ansicht nach stark, die Zeile GAR nicht zu übersetzen.

Eine andere Möglichkeit ist es, trotz im Original nur einer Zeile dennoch beide zu übernehmen (dann von Carroux).

Schade, dass man nicht genau weiß, worum es geht.

Sorry, habe wohl nicht den Anfangspost gelesen. :anonym:

Na, wenn es als Motto vorangestellt ist, ist meine Empfehlung klar:

Beide Zeilen nehmen. ;-)

bearbeitet von Bandobras Tuk

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Übersetzerin

Beide Zeilen? Das mit dem Gold hat aber überhaupt keinen Zusammenhang zu dem Roman... weshalb es ja auch die Autorin nicht zitiert. Nee, ich glaube, das geht nicht.

Aber ich denke, ich werde tatsächlich die Lektorin mal auf dieses Problem aufmerksam machen und mal hören, was sie dazu denkt. Mir wird die Sache allmählich zu schwierig...

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Bandobras Tuk

Hm, stimmt.

Dann geht das natürlich nicht.

Blöder Vorschlag. :anonym:

Korrigierte Empfehlung: Original nehmen. :bengel:

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Forke

Ich kann dir zwar nicht direkt helfen... Aber das 'that' ist NICHT falsch. Denn in einem englischen Relativsatz kann für which und who auch 'that' eingesetzt werden. Das ist zwar nicht unbedingt allererste Güte, (genauso wie man im Deutschen sagt, man soll keinen Satz mit 'Und' anfangen) aber man kann und es ist nicht falsch.

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Übersetzerin

Nein, sprachlich ist es natürlich nicht falsch (wäre ja auch komisch, natürlich ist Englisch die Muttersprache "meiner" Autorin), aber es ist falsch _zitiert_. Das meinte ich.

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Eruantien

Mae govannen, mellon nin!

Matthias Brosius (Matthias in Quenya: Eruantien ;-)) hat folgende Übersetzungsalternative anzubieten ... obgleich er selbst einräumt, dass diese Übersetzung noch lange nicht glatt über die Zunge geht und weiß-Eru nicht recht sauber klingt, findet er, dass Sinn und Reimschema schon exorbitant genau sich dem Originalsinn nähert:

Nicht alles, was Gold ist, funkelt. (da-didi da-didi dada)
Nicht jeder, der wandert, verlorn. (da-didi da-didi dida)
Das Alte, das stark ist, nie dunkelt. (da-didi da-didi di-dada)
Noch Wurzeln der Tiefe erfrorn. (da-didi da-didi dida)

Von Asch man ein Feuer entfach'! (da-didi da-didi di-da)
Ein Licht aus den Schatten wird springen. (da-didi da-didi di-dada)
Erneuert werd' Klinge, die brach, (da-didi da-didi di-da)
Der Kronlos' den Thron neu erringen. (da-didi da-didi di-dada)

Man könnte nun freilich auch zu schreiben gewillt sein: Kronloser den Thron neu erringen. Aber irgendwie behagt mir die Vorstellung nicht, dass das schlechter klingen würd:

So, wie ich es oben präsentiere, klingt es "da-didi da-didi di-dada". Aber mit Kronloser, einem Wort mit drei Silben, würde Wunsches Erfüllung von besserer Bedeutung und Klangs wieder ins Wanken kommen.

Ich gebe zu, dass ich in der Schule bei Daktylus und Reimschemen nicht wirklich aufgepasst habe und damals überhaupt nichts von Gedichten hielt, sondern nur möglichst lange Bücher zu lesen begehrte. Nun aber sehnt mich mehr nach Gedichten, denn nach Büchern, von denen ich mindestens 500 in meiner kleinen Wohnung zu stehen habe. Ich spüre instinktiv, wenn bei Reimschemen oder der Silbenverteilung was faul ist. Selbst wenn Deutschlehrer sagen, es wäre in Ordnung .. - wenn ich merke, da ist was faul, bohre ich ungnädig und unnachgiebig nach, bis ich das Problem gefunden habe. Und dann wird es durch saubrere Dichtung ausgemerzt.

Verbesserungsvorschläge und Angebote zum gemeinsamen Perfektionieren werden jederzeit und gern angenommen und für alle gewinnbringend genutzt.

Hannon le.

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Naira

Mae Govannen zurück (ich gebe zu gaaanz schlechte Sprache)

Ich finde deine Übersetzung garnicht schlecht, nur sehr ungewohnt und auch ungewöhnlich.

Ich kann irgendwie mit "Ein Licht aus den Schatten wird springen" irgendwie nicht ganz so viel anfangen, weil für mich ein Unterschied zwischen "springen" und "entspringen" besteht. Das kann aber auch an mir persönlich liegen.

Auf jeden Fall: Respekt! Die hohe Kunst des Dichtens wird für mich auf ewig zu den Dingen gehören, die ich nicht beherrsche.

 

Liebe Grüße

Naira

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Arun

Als interessierter Verfolger eurer Diskussion um die exakte Übersetzung des Tolkien´schen Urtextes möchte ich zur Auflockerung einmal eine freie Nachdichtung von meiner Wenigkeit einbringen, mit der ich versucht habe, den Sinn des Urtextes für mich, dichterisch nachempfindend, besser zu verstehen.

Ich habe dafür auch eine andere Versform gewählt und mich dabei auch nur annähernd an das Original gehalten, dessen sinngerechte Übersetzung aus dem Englischen aufgrund der sehr knapp gefassten Verszeilen wirklich problematisch ist, wenn dabei auch dichterisch etwas gut Klingendes herauskommen soll.

 

Manch Gold kannst du nicht erkennen am Schimmer;

manch Wanderer geht nicht verloren für immer.

Was stark ist im Alter, nicht zerfällt und vergeht,

wenn seiner Wurzel Tiefe dem Frost widersteht.

 

Ein Licht soll durchbrechen die Schatten mit Macht

wie ein Sturm, der selbst Asche zum Feuer entfacht,

wenn geschmiedet wird neu das zerborstene Schwert

für des Kronlosen Sieg, der als König verehrt.

bearbeitet von Arun
inhaltliche Verbesserung

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