Eldacar Geschrieben Montag um 18:12 Geschrieben Montag um 18:12 Von einem Geben ist doch aber im Gedicht nie die Rede. Die Ringe sind nicht "given the Elven-Kings", sondern "for the Elven Kings". Das impliziert bestenfalls ein Geben, kann aber in meinen Augen auch problemlos als simple Aufteilung verstanden werden. Zitieren
Blauborke Geschrieben Montag um 20:21 Geschrieben Montag um 20:21 Also mir fällt es schwer, das Gedicht als Beschreibung einer "simplen Aufteilung" zu verstehen. Zum einen bezieht sich Tolkien in seinem Brief selbst auf den Akt des Gebens bzw. Verteilens, zum anderen drückt die Präposition "for" genau das aus: ein Geben oder eine Bestimmung. Und dann gibt es im Gedicht ja auch noch den Plan, mit dem Einen alle anderen zu beherrschen. Aber velleicht müssen wir tatsächlich noch ein wenig über den oder die innerweltlichen Verfasser oder über das lyrische Ich nachdenken. Zitieren
Blauborke Geschrieben Gestern um 10:17 Geschrieben Gestern um 10:17 So ein freier Tag ist doch was Schönes. Man kann mit dem Hund einen langen Spaziergang machen und über die Gott und die Welt nachdenken - oder über das Ringgedicht. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es nach der neuen Lesart eigentlich nur zwei denkbare Urheber des Gedichts geben kann: Sauron oder die Elben. Im Kapitel „The Council of Elrond“ wird berichtet, dass keiner der dort Anwesenden alles über die Ringe der Macht wusste und viele ihre Kenntnisse teilen mussten, bevor ein Gesamtbild entstehen konnte. Niemand außer Elrond und den anderen Elben wusste zudem, dass Sauron keinen Anteil an der Erschaffung der Drei hatte. Wenn also der Urheber des Ringgedichts nicht von der falschen Annahme ausging, dass es Saurons Plan war, sie den Elben zu geben, konnte eigentlich nur ein elbischer Verfasser behaupten, die Drei seien für die Elbenkönige Mittelerdes bestimmt gewesen. Ein elbischer Verfasser konnte rückblickend auch sagen, dass die Sieben den Zwergen und die Neun den Menschen gegeben wurden - und dass der Eine nur für Sauron bestimmt war, ist ohnehin klar. Zwar ist auch ein Szenario denkbar, nach dem das Gedicht von Sauron oder zumindest aus seinem Umfeld stammt, allerdings wäre dann zu klären, wie es Teil der elbischen Überlieferungen werden konnte. Kurz gesagt: Ich votiere für die elbische Herkunft des Gedichts. Dann wären alle Probleme gelöst und Corey Olsen hätte auch noch Recht Zitieren
Tolwen Geschrieben vor 1 Stunde Geschrieben vor 1 Stunde (bearbeitet) Am 11.5.2026 um 22:21 schrieb Blauborke: Also mir fällt es schwer, das Gedicht als Beschreibung einer "simplen Aufteilung" zu verstehen. Zum einen bezieht sich Tolkien in seinem Brief selbst auf den Akt des Gebens bzw. Verteilens, zum anderen drückt die Präposition "for" genau das aus: ein Geben oder eine Bestimmung. Und dann gibt es im Gedicht ja auch noch den Plan, mit dem Einen alle anderen zu beherrschen. Aber velleicht müssen wir tatsächlich noch ein wenig über den oder die innerweltlichen Verfasser oder über das lyrische Ich nachdenken. Am 10.5.2026 um 16:38 schrieb Eldacar: Wenn ich das richtig sehe, muss dann doch auch das Ringgedicht innerhalb des Universums eine Textgeschichte aufweisen. Beim Rat von Elrond heißt es, "Out of the Black Years come the words that the Smiths of Eregion heard, and knew that they had been betrayed." Das lese ich so, dass diese zwei Zeilen so alt sind wie die Eroberung Eregions also ca. aus dem Jahr 1700 Z.Z. Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt dann ja eigentlich nicht klar, wo genau die sieben und die neun abgeblieben sind. Man weiß nur, dass Sauron sie hat. Wann die Ringe an die Zwerge verteilt werden ist meines Wissens nach nicht genau bekannt, allerdings sehr wohl wann die Nazgul das erste Mal auftreten. Das ist erst ca. 500 Jahre später im Jahr 2251 Z.Z. der Fall, jedenfalls der Tale of Years zufolge. Dass vollständige Ringgedicht wäre dann selbst erst nachträglich aus mitunter älteren Textfragmenten zusammengefügt, um anschließend in einer "vollständigen" Version überliefert zu werden. Das sind gute Fragen und ich versuche die mal miteinander aus meiner Perspektive zu beantworten: Hinsichtlich der Zeilen, die die Elbenschmiede (oder Celebrimbor im Speziellen) erkennen liessen, dass sie hereingelegt worden waren, haben wir zwei Stellen. Zum einen gegenüber Frodo: [Gandalf spricht über die Inschrift auf dem Ring] The letters are Elvish, of an ancient mode, but the language is that of Mordor, which I will not utter here. But this in the Common Tongue is what is said, close enough: One Ring to rule them all, One Ring to find them, One Ring to bring them all and in the darkness bind them. It is only two lines of a verse long known in Elven-lore [...] — LotR: The Shadow of the Past Und dann im Rat von Elrond: [Gandalf spricht] "Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul" [...] Out of the Black Years come the words that the Smiths of Eregion heard, and knew that they had been betrayed. — LotR: The Council of Elrond Dies macht es m.E. sehr wahrscheinlich - insbesondere da dies ja auch die komplette Ringinschrift selber ist und nicht nur der Auszug aus einem längeren Gedicht - dass dies zum Ring selber gehörte. Hier ist meine Hypothese, dass diese Worte im Sinne einer magischen "Schlußformel" die Herstellung des Einen Ringes abgeschlossen haben - sozusagen der Schlußstein, der alles zusammengebunden hat. Somit kommen diese zwei Zeilen von Sauron selber und sind integraler Bestandteil des Einen. Daß jemand anderes dies mitbekommen hat (hier die Elbenschmiede) war von ihm sicher nicht vorgesehen (zu diesem Punkt siehe der vorige Diskussionsverlauf) und somit eine glückliche Fügung für die Elben, die es ihnen erlaubte, Saurons sorgfältigst vorbereiteter Falle im letzten Augenblick zu entkommen. Hierdurch sind den Elbenschmieden bzw. Celebrimbor diese zwei Zeilen bekannt und diese Information wurde sicher an Galdriel weitergegeben (mit der sich Celebrimbor in der Sache ja beraten hat), so dass sie bezüglich Saurons Absichten auf dem gleichen Wissensstand war wie Celebrimbor. Um auf Deinen Punkt zurückzukommen - diese Zeilen sind somit nicht so alt wie die Eroberung Eregions, sondern noch etwas älter - nämlich so alt wie der Eine selbst und beschreiben seinen Zweck unabhängig davon wer die anderen Ringe hat oder noch bekommen wird. Die Frage mit dem erstmaligen Auftreten der Nazgûl und der entsprechenden Erwähnung in Anhang B (ZZ 2251) stellt natürlich die angerissene Frage nach der innerweltlichen Autorenschaft des Ringgedichtes. Hierbei müssen wir beachten, dass den Elben der weitere Verbleib der Neun und Sieben (evtl. nur sechs davon) nach dem Krieg erstmal unbekannt sein dürfte: Sauron hat die Ringe jetzt und überlegt, was er damit machen soll. Später verteilt er sie, doch wird das öffentlich gemacht? Oder zumindest in einer Art und Weise, dass dies auch im Westen bekannt werden könnte? Hier helfen vielleicht einige Textstellen, die sich mit der Kenntnis der Ringe und ihrer Hüter/Träger befassen: `The Three were not made by Sauron, nor did he ever touch them. But of them it is not permitted to speak. — LotR: The Council of Elrond But the possessors of the Ring [Durin’s Ring] did not display it or speak of it, and they seldom surrendered it until near death, so that others did not know for certain where it was bestowed. — LotR: Appendix A (III – Durin’s Folk) Hinsichtlich der Drei und Sieben (wenn man das Verhalten bzgl. Durins Ring mal als typisch für die Träger der Sieben insgesamt betrachtet) wird das "Ringwissen" immer als so etwas wie ein Top-Secret Staatsgehemnis betrachtet: Der Kreis der Eingeweihten ist minimal und es wird peinlichst darauf geachtet, dass dies auch so bleibt. Auf Saurons Seite sieht es ähnlich aus: I do not think Ar-Pharazôn knew anything about the One Ring. The Elves kept the matter of the Rings very secret, as long as they could. In any case Ar-Pharazôn was not in communication with them. — Letters: #211, 1958 Hier gibt es neben dem Hinweis auf den Einen auch nochmals die klare Aussage hinsichtlich strikter elbischer Geheimhaltung in Sachen "Ringe der Macht". Diese maximale Geheimhaltung der Elben hinsichtlich allen Wissens zu den Ringen der Macht ist m.E. ein ganz zentraler und wichtiger Aspekt. Zudem ist das interessanterweise mit dem Zusatz "so lange sie konnten" verbunden - das wird nachher noch wichtig. Wie sieht es nun auf Seiten Saurons mit dem Umgang des Wissens (und dessen Verbreitung) zu "Ringen der Macht" aus? [...] they [die Orks, die Isildur am Schwertel überfielen] could know nothing of the One Ring, which save to Sauron himself was known only to the Nine Ringwraiths, its slaves. — UT: The Disaster of the Gladden Fields In ähnlicher Weise wie die Elben wird das Wissen um diese Gegenstände (hier speziell den Einen) auf Saurons Seite als "Top Secret" behandelt, welches nur den unmittelbar davon Betroffenen (also Sauron selber und den Ringgeistern) bekannt ist. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wann das Ringgedicht entstanden ist, welches ja schon eine gewisse Kenntnis über die Existenz und sogar Verteilung der Ringe voraussetzt. Direkt gibt es hierzu meiner Kenntnis nach keine Information, und man kann nur begründete Hypothesen aufstellen. Die meiner Meinung nach am besten passend ist die von einer Entstehung um die Zeit des Letzten Bundes herum. Hier kommt die Einschränkung um das Wissen der Ringe herum ins Spiel - "solange sie konnten" (s.o.). Zudem finde ich es bedeutend, dass diese Einschränkung im Zusammenhang mit Ar-Pharazôns Zeit erwähnt wird. Aus der Satzkonstruktion ergibt sich für mich somit: Zu Ar-Pharazôns Zeit ist es nach wie vor ein Geheimnis und nur dem allerinnersten Zirkel der Elbenherrscher bekannt. Die überlebenden Getreuen haben nach der Akalabêth Arnor und Gondor gegründet und sich damit eine neue Existenz geschaffen. Natürlich trauern sie ihrer ehemaligen (und einmaligen) Heimat Númenor nach, doch finden etwas Trost in der Tatsache, dass immerhin Sauron jetzt endlich ein für allemal erledigt sei: For this good at least they [the surviving Faithful] believed had come out of ruin, that Sauron also had perished. — LotR: Appendix A (I – Númenor) Nun tritt nämlicher Sauron aber ca. 100 Jahre nach Gründung der Exilreiche auf einmal wieder offen in Mordor auf und beginnt erneut Krieg gegen die Getreuen. Kurz danach wird der Letzte Bund geschlossen und der große, entscheidende Krieg gegen Sauron geplant. Hier setzt jetzt die Erklärung ein - angesichts des offenbar nicht tot zu kriegenden Saurons und des berechtigten Staunens und Besorgnis der Númenorer über Erfolgsaussichten eines Krieges (im Sinne von "wenn Eru es nicht schafft, Sauron zu erledigen..."). Jetzt rücken die Elben notgedrungen (jetzt können sie es nicht mehr absolut geheimhalten) zumindest mit etwas Information zu den Ringen heraus. Dies versetzt die númenorischen Anführer (Elendil, Isildur und Anárion) in die Lage, die wesentlichen Zusammenhänge zu verstehen und mit Gil-galad, Círdan, Galadriel und Elrond eine erfolgversprechende Strategie zu planen. Der siegreiche Bund kann in Barad-dûr Hinweise auf die Verteilung der Ringe gefunden haben und kombiniert mit naheliegenden Schlüssen (z.B. das wenig konstruktive Verhalten der meisten Zwergenstämme in den letzten Jahrhunderten) den Verbleib der Sieben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erschliessen. Bei den Neun kann das Auftreten dieser merkwürdigen und schreckenerregenden Kreaturen ca. 1000 Jahre vor dem Krieg des Letzten Bundes auch mit den Neun Ringen in Verbindung gebracht werden (vielleicht auch ein paar Hinweise in Barad-dûr). In diesem Sinne wäre das Wesen der Ringgeister als solche dann auch erst um diese Zeit (Letzter Bund) geklärt. Somit hält es Einzug in das Wissen entsprechend eingeweihter vertrauenswürdiger(?) Gelehrter (elbisch und evtl. auch númenorisch). Diese Aufzeichnungen (bzw. bei Elben noch direkt verfügbares Wissen) wurden dann bei der Niederschrift des Roten Buches (=Herr der Ringe) am Ende des Dritten und Anfang des Vierten Zeitalters verwendet und die Kreaturen als Ringgeister bezeichnet. Dies wäre also ein retrospektives Wissen des/der innerweltlichen Autoren (Bilbo, Frodo, Sam, Findegil), welches zeitgenössisch um ZZ 2250 nicht bekannt war. Was das Ringgedicht angeht, so hat sich dann um diese Zeit (also Letzter Bund oder kurz danach) ein elbischer Dichter/Gelehrter das Gedicht geschaffen. Hierbei hat er die seit langem bekannten, von Sauron bei der Fertigstellung des Einen dort "eingebrannten" zwei Zeilen in den jetzt bekannten Gesamtkontext integriert. Daß der Autor (oder Autoren) des kompletten Gedichtes nicht in Details eingeweiht war(en) - oder diese aus Verschleierungsgründen bewusst verschwiegen oder irreführend formuliert hat - ist bei den Drei zu erkennen: Dort werden "Elven-Kings" als Träger benannt, doch von den tatsächlichen Trägern/Hütern war nur einer (nämlich Gil-galad) ein König. Und Galadriel als Frau war schon gar kein König (weder vom Geschlecht noch Titel her). Interessanterweise ist die Bezeichnung bei den Zwergen - und noch mehr bei den Menschen - viel generischer. Dies würde zu einem elbischen Autor passen, der über die Zwerge und Menschen wenig oder gar nichts konkretes wusste. Bei dem "for" würde ich auch das ähnlich wie Eldacar als simple Aufteilung lesen. EDIT: Vielleicht gibt das Gedicht auch einen Hinweis, der den Entstehungszeitraum enger eingrenzen könnte, denn es spricht ja vom Dunklen Herrscher, der einen Ring hätte. Wörtlich betrachtet ist das ja nur bis ZZ 3441 der Fall, also bevor er ihn an Isildur verliert. In meinem Szenario würde die Entstehung somit zwischen ZZ 3429 und 3441 fallen. Oder ist das zu wortklauberisch? Allerdings hatten die Alliierten zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zugang zu Barad-dûr, d.h. sie müssten die Nerteilung der Neun an Menschen schon vorher aus anderen Quellen wissen oder mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erschlossen haben. Bearbeitet vor 5 Minuten von Tolwen Zitieren
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