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Tolkien Briefe - interessante Stelle über Frodo und Gollum


Elenriel
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Hallo zusammen!

Ich bin eine begeisterte Leserin von "The Letters of J R R Tolkien" da man dort immer wieder interessante Aspekte zu Tolkien und seiner Meinung findet. Vorallem aber merkt man wie durchdacht aber auch unvollständig sein Werk doch ist.

Neulich kam ich an einer sehr interessanten Stelle über Gollum und Frodo vorbei die nebenbei mein ganzes Bild von Gollum veränderte. Ich mochte Gollum zwar vorher schon gerne und habe ihn bemitleidet und verteidigt. Aber das hat mich völlig übern Haufen geworfen und ich denke doch dass in Gollum das Gute gesiegt hat. Ich glaube auch das es gut war dass Gollum dann gestorben ist da sein Leben schon lang genug war und er trotz Allem nicht mehr vom Ring "geheilt" werden kann. Nichteinmal Frodo konnte vom Ring geheilt werden und er hatte den Ring deutlich kürzer als Gollum. Frodo ∼18 Jahre, Gollum ∼450 Jahre)

Ich denke dass das der beste Weg war denn wäre Frodo gestorben hätte Herr der Ringe ein bitteres Ende. Auch Gollum (ich gehe davon aus dass das Gute in ihm gesiegt hat) hätte sich vermutlich für Frodos Tod verantwortlich gefühlt und sich früher oder später das Leben genommen da es für ihn nichts mehr in der Welt gab. Ich weiß nicht bzw. habe keine Vermutung wie es Sam ergangen sein könnte aber ich glaube nicht dass es mit ihm ein Gutes Ende genommen hätte. Vielleicht ätte man es ähnlich gemacht wie mit Beren und Luthien dass entweder Sam nach Valinor darf oder dass er nach seinem Tod mit Frodo zurück ins Leben geschickt wird. Allerdings halte ich beides nicht für tauglich zumal man sich darüber streiten kann warum man Sam als sterblichen überhaupt "Gnade" gewährt werden sollte. Schließlich geht sein Leiden ja vorbei und er kann die Grenzen der Welt überschreiten (nungut, das wäre bei Frodo ja auch so gewesen und ihm gewährte man in Valinor zu leben). Vielleicht weil er sehr unter 2 Maiar gelitten hat? Fraglich.

Hier die Stelle aus den Briefen

Zitat

The interest would have shifted to Gollum, I think, and the battle that would have gone on between his repentance and his new love on one side and the Ring. Though the love would have been strengthened daily it could not have wrested the mastery from the Ring. I think that in some queer twisted and pitiable way Gollum would have tried (not maybe with conscious design) to satisty both. Certainly at some point not long before the end he would have stolen the Ring or taken it by violence (as he does in the actualTale). But 'possession' satisfied, I think he would then have sacrificed himself for Frodo's sake and have voluntarily cast himself into the fiery abyss.

I think that an effect of his partial regeneration by love would have been a clearer vision when he claimed the Ring. He would have perceived the evil of Sauron, and suddenly realized that he could not use the Ring and had not the strength or stature to keep it in Sauron's despite: the only way to keep it and hurt Sauron was to destroy it and himself together - and in a flash he may have seen that this would also the greatest service to Frodo. Frodo in the tale actually takes the Ring and claims it, and certainly he too would have had a clear vision - but it was not given any time: he was immediately attacked by Gollum. When Sauron was aware of the seizure of the Ring his one hope was in its power: zhat the claimant would be unable to relinquish it until Sauron had time to deal with him. Frodo too would then propably, ifnot atacked, have had to take the same way: cast himself with the Ring into the abyss. If not he would of course have completly failed.

The Letters of J R R Tolkien, aus Brief 246

Dies wird mir nähmlich nicht aus den Büchern ersichtlich und ich glaube kaum dass jemand so findig wäre das zu schlussfolgern.

Zitat

Und während er (Gollum) den Blick hob, um sich an seiner Beute zu weiden, trat er zu weit, kippte über, schwankte einen Augenblick auf dem Rand und stürzte dann mit einem schrillen Schrei.

Herr der Ringe von J R R Tolkien, Übers. Margeret Carroux, Die Rückkehr des Königs, aus Der Schicksalsberg

Aus dieser Stelle wird sehr ersichtlich WIE abhängig Frodo tatsächlich vom Ring war.

Zitat

Am dreizehnten dieses Monats fand Bauer Hüttinger Frodo auf seinem Bett liegend; er hielt einen weißen Edelstein umklammert der an einer Kette um seinen Hals hing, und er schien halb im Traum.

"Er (der Ring) ist fort für immer" sagte er, "und nun ist allen dunkel und leer"

Herr der Ringe von J R R Tolkien, Übers. Margeret Carroux, Die Rückkehr des Königs, aus Die grauen Anfurten

Mehr als man erahnt und weitaus mehr als er sich selbst eingestehen will denn am Anfang dachte er ja wirklich dass er noch im Auenland glücklich sein kann.

Zitat

"Aber" sagte Sam und Tränen traten ihm in die Augen, "ich dachte du würdest dich auch noch auf Jahre und Jahre am Auenland erfreuen, nach Allem, was du getan hast" "Das habe ich auch einmal geglaubt. Aber ich bin zu schwer verwundet worden, Sam. Ich versuchte, das Auenland zu retten, und es ist gerettet worden, Sam, aber nicht für mich. ..."

So! der Beitrag ist jetzt ziehmlich lang geworden, ich hoffe es stört euch nicht dass ich die Textstelle aus den Briefen nicht übersetzt habe da ich soetwas schlecht tauglich übersetzen kann. Vielleicht erbarmt sich ja einer von euch und übersetzt es.

Ich würde gern ein bischen über diese Stelle diskutieren und falls ihr noch mehr sehr interessante Stellen in diesem Buch findet dann postet sie doch gerne. Freue mich schon auf eure Antworten.

LG, Elenriel

PS: Und bitte schlagt mich nicht *sich duck* wenn ich das Thema ins falsche Unterforum gepackt habe.

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  • 5 months later...

@ElenrielBin zwar ein bisschen spät erst in diesem Thema angekommen, aber ich finde deinen Beitrag wirklich interessant. Ich glaube, die meisten sehen in Gollum tatsächlich nur den bösartigen Gegner Frodos bzw. Bilbos. Dabei hat er für seine Taten schwer bezahlt. Der Ring versucht ja stets einen Weg zu Sauron zu finden und hat eine Macht über jene, die ihn finden, die man sich nicht vorstellen kann. Immerhin tötet damals noch Sméagol seinen eigenen Vetter, um an den Ring zu kommen. Dafür muss er viele Jahre sehr unter der Macht des Ringes leiden. Er wurde verbannt und wie er sich über all die Jahre veränderte, das möchte wohl niemand. Tatsächlich fand ich beispielsweise in den Filmen auch, dass man im zweiten Teil durchaus sah, dass Gollum über das Böse in sich hätte siegen können. Aber als sie in die Hände Faramirs und dessen Gefolge fielen, wurden Frodo und Gollum gegeneinander ausgespielt. Aus Sicht der Menschen fand ich das auch nachvollziehbar, aber was keiner von ihnen ahnen konnte war, dass sie damit Gollums' neue Gesinnung zerstörten und das Böse von neuem in ihm entfachten, weil er sich von allen verraten fühlte. Es wäre interessant, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn das nicht geschehen wäre. Aber die Stelle aus den Briefen passt dazu sehr gut. Ein wirklich spannendes Thema.

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vor 12 Stunden schrieb Feoras:

zwar ein bisschen spät erst in diesem Thema angekommen, aber ich finde deinen Beitrag wirklich interessant

Naja, du bist immerhin der erste :bounce: schön dass es dich interessiert. Ich persöhnlich mag Gollum gerne, irgendwie beeindruckt er mich. Ich würde hier ja auch noch weitere Stellen aus den Briefen reinstellen wenn Interesse bestünde aber so macht das wenig Sinn.

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vor 10 Minuten schrieb Elenriel:

Naja, du bist immerhin der erste :bounce: schön dass es dich interessiert. Ich persöhnlich mag Gollum gerne, irgendwie beeindruckt er mich. Ich würde hier ja auch noch weitere Stellen aus den Briefen reinstellen wenn Interesse bestünde aber so macht das wenig Sinn.

:-) Sehr gerne. Es ist für mich eh schwer, einen Charakter nicht in irgendeiner Art interessant zu finden, zumindest was Tolkiens Werke betrifft. Falls du also zu unserem Zwiespältigen Teilzeithalunken noch mehr hast, würde ich mich freuen. Und ehrlich: Ich finde es immer wieder spannend, welche Fans Charaktere so haben und warum.

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