Nindarlia Geschrieben 14. Februar 2008 Geschrieben 14. Februar 2008 (bearbeitet) So.. ich hab ein Problem un bin mir auch nich sicher ob das in dieses Forum rein passt.. Ich soll demnĂ€chst ein Referat ĂŒber den Herrn der Ringe halten.. SChwerpunkt soll der Zusammenhang vom Ringkrieg und dem 2. Weltkrieg sein. Nun ist mir selbst aber auch bewusst dass Tolkien selbst geschrieben hat dass es da keinen gibt( keine Absicht war. (Hab auch die Version des Buches wo das im Vorwort steht) meine Lehrerin sieht das leider nicht ganz ein.. ich soll eben trotzdem zusammenhĂ€nge finden.. Allerdings fĂ€llt mir nichts ein.. Kann mir da jemand helfen? lg Bearbeitet 10. Oktober 2011 von Cadrach Zitieren
Elda Geschrieben 14. Februar 2008 Geschrieben 14. Februar 2008 Hallo Nindarlia, nur weil Tolkien sagt, dass er keine ZusammenhĂ€nge beabsichtigt hat, heiĂt das nicht, dass nicht Parallelen zu ziehen sind. Da gebe ich deiner Lehrerin voll und ganz recht. Wichtig ist bei der Literaturanalyse hĂ€ufig nicht die Interpretation des Autors, sondern des Lesers. Und meiner Meinung nach kann man da eine ganze Menge finden. Die Frage ist: Meinst du den Ringkrieg des Dritten oder des Zweiten Zeitalters? Also die endgĂŒltige Vernichtung des Rings, die im Herrn der Ringe beschrieben ist, oder die Geschichte des Letzten Bundes zwischen Elben und Menschen, die Sauron niederwerfen, aber Isildur den Ring nicht vernichtet? Ich nehme einfach mal an, du meinst die Geschichte aus dem 3. ZA: Hier haben wir es mit zwei Parteien zu tun, Mordor und Isengard gegen Gondor und die "freie Welt". Dies kann in den direkten Vergleich zwischen der Achse und den Aliierten setzen; theoretisch ist die Auslegung sogar soweit möglich, dass man die (ich nenne mal im Folgenden Sauron und Saruman nur "Sauron" und die Gegenseite "Gondor", obwohl mehrere beteiligt waren) Gondorpartei als Achse interpretieren kann, wenn (und nur wenn) man das Ende des Ringkriegs aus der Interpretation ausschlieĂt: Denn es sieht die ganze Zeit ĂŒber so aus, als verlöre Gondor den Krieg gegen Sauron (Deutschlands Niederlage war bei Kriegsende unabwendbar), gewinnt ihn am Ende nur durch die von Tolkien so bezeichnete "eukatastrophe", das heiĂt eine (unerwartete) Wendung zum guten Ende. Andererseits kann man die Ideale der Parteien betrachten, wobei die von mir genannte Interpretation natĂŒrlich sofort ihre GĂŒltigkeit verliert: Saurons erklĂ€rtes Ziel ist es, ganz Mittelerde zu unterwerfen, möglicherweise sogar noch Aman, aber das kannst du auslassen; der direkte Vergleich mit Adolf Hitler ist hier sicherlich mehr als nur eine Option. Gondors Ziel ist es dagegen, die Welt Mittelerde von der dunklen Macht Sauron zu befreien, was mit der Ideologie und des Grundes fĂŒr den amerikanischen Kriegseintritt vergleichbar ist. Wenn du willst, kannst du sogar so weit gehen, dass du Saruman mit der Rolle der UdssR vergleichst: Erst prĂ€sentiert er sich als erklĂ€rter Gegner Saurons (Deutschlands/Achsenstreitmacht), doch dann wechselt er (ĂŒberraschend) die Seiten und ĂŒbernimmt sogar zeitweise die Kontrolle des Auenlandes (DDR). Soweit, so gut. Ich denke, dass dir Andere auch noch mehr sagen können, aber das ist erstmal alles, was mir einfĂ€llt. GruĂ Eldanor Zitieren
viator Geschrieben 16. Februar 2008 Geschrieben 16. Februar 2008 Ich finde auch, dass man Parallelen ziehen kann, auch wenn Tolkien schreibt, dass er keine bewusst eingebaut hat. Aber natĂŒrlich kannst Du in Deinem Referat sagen, dass der Herr der Ringe oft so aufgefasst worden ist, als ob es einen klaren, von Tolkien auch beabsichtigten Zusammenhang gĂ€be (in Sauron sahen zum Beispiel viele Hitler), und dass Tolkien in seiner zweiten Auflage nicht zuletzt auch deswegen jeden beabsichtigten Zusammenhang abstritt. AuĂerdem kannst Du auch zeigen, wo die Parallelen aufhören, also was im Herrn der Ringe zu der Deutung, Tolkien hĂ€tte den Zweiten Weltkrieg im Herrn der Ringe verarbeitet, eben nicht passt. Schöne GrĂŒĂe, viator Zitieren
Ailinel Geschrieben 16. Februar 2008 Geschrieben 16. Februar 2008 @ Nindarlia: Ich fand deinen Beitrag aus verschiedenen GrĂŒnden recht interessant. Ich unterrichte selbst an einem Gymnasium Literatur (und Geschichte), definiere Themen fĂŒr Referate etc. und beurteile die produzierten Ergebnisse. Im Gegensatz zu Eldanor bin ich der Ăberzeugung, dass eine so dezidierte Stellungnahme wie die Tolkiens im Vorwort zur 2. Auflage allerhöchste PrioritĂ€t hat. Tolkien selbst fĂŒhrt einige wenige, aber extrem deutliche Beispiele an, die beweisen, wie sehr sich das Grundkonzept der Handlung des fiktionalen Ringkriegs vom realen Geschehen des Zweiten Weltkriegs unterscheidet. Vergleiche speziell: "If it had inspired or directed the development of the legend, then certainly the Ring would have been seized and used against Sauron; [...]". (Leider habe ich momentan nur eine englischsprachige Ausgabe zur Hand.) SelbstverstĂ€ndlich wurde Tolkien, wie jeder Autor, von biographischen Erlebnissen und Erfahrungen beeinflusst, was er ĂŒbrigens im Vorwort erwĂ€hnt. In seinem Fall waren das konkret beide Weltkriege, aber sowohl in Hinblick auf den Ersten als auch auf den Zweiten Weltkrieg ist eine 1:1-Zuordnung irgendwelcher historisch realer kriegfĂŒhrender Nationen zu einer der im epischen Werk dargestellten Parteien nicht nur von ihm nicht beabsichtigt, sondern auch bei sorgfĂ€ltiger Analyse definitiv nicht möglich. Ganz abgesehen vom konkreten Verlauf des Kriegsgeschehens in der RealitĂ€t gegenĂŒber dem im Roman im Einzelnen. Etwas anderes ist die Tatsache, dass der Roman von Lesern verschiedentlich in diesem Sinn interpretiert wurde, wie oberflĂ€chlich auch immer. Ein Referat darĂŒber wĂŒrde eigentlich die Rezeptionsgeschichte behandeln. Ich weiĂ natĂŒrlich nicht, wie es um die tatsĂ€chliche Fachkompetenz deiner Lehrerin bestellt ist und kann daher keine eindeutige Empfehlung aussprechen. Grob gesprochen, sehe ich zwei Möglichkeiten: 1. Du ziehst diesen Vergleich durch und weist nach, inwiefern LotR eben nicht eine plumpe Mythologisierung des Zweiten Weltkriegs ist. 2. Du ziehst halt irgendwelche Vergleiche, die dir in den Sinn kommen, und lĂ€sst sie so stehen. Keine Frage natĂŒrlich, was leichter ist. :-O Zitieren
viator Geschrieben 16. Februar 2008 Geschrieben 16. Februar 2008 Wenn es darum geht, solche ZusammenhĂ€nge herzustellen, wie sie Tolkien im Vorwort zur zweiten Auflage des Herrn der Ringe explizit ablehnt, dann hat seine Stellungnahme selbstverstĂ€ndlich allerhöchste PrioritĂ€t. Allerdings tut jemand gut daran, nicht nur diesen einen Punkt zu beachten, sondern auch das, was Tolkien im selben Vorwort sonst noch schreibt. Zum Beispiel schreibt er ĂŒber die Anwendbarkeit: Other arrangements could be devised according to the tastes or views of those who like allegory or topical reference. But I cordially dislike allegory in all its manifestations, and always have done so since I grew old and wary enough to detect its presence. I much prefer history, true or feigned, with its varied applicability to the thought and experience of readers. I think that many confuse âapplicabilityâ with âallegoryâ; but the one resides in the freedom of the reader, and the other in the purposed domination of the author. Es ist durchaus legitim, die Aussage(n) des Herrn der Ringe auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs anzuwenden. Wieweit das im Rahmen eines kurzen Referats in der Schule ĂŒberhaupt sinnvoll ist, weiĂ ich nicht, aber letztendlich kann man bei dieser Problemstellung nur mehr das tun: Du ziehst diesen Vergleich durch und weist nach, inwiefern LotR eben nicht eine plumpe Mythologisierung des Zweiten Weltkriegs ist. Allerdings befĂŒrchte ich, dass die Lehrerin vielleicht tatsĂ€chlich solche ZusammenhĂ€nge ausgearbeitet sehen möchte, von denen sich Tolkien so deutlich distanziert hat. Was soll man in einem solchen Fall empfehlen? Je nach Grad der Kompetenz bzw. Inkompetenz der Lehrerin kann es fĂŒr die Benotung besser sein, das vorzutragen, was man auch aufrichtig vertreten kann, oder eben das gewĂŒnschte Ergebnis zu liefern, obwohl man dazu absolut nicht stehen kann. Im ersten Fall ist die Lehrerin einfach nur uninformiert und wird dazulernen und das Referat gut finden. Im zweiten Fall wĂ€re sie eine nicht gerade gute Lehrerin. Was der Fall ist, weiĂ ich nicht, ich persönlich wĂŒrde es allerdings fĂŒr höchst unbefriedigend empfinden, irgendwelche Vergleiche zu ziehen und stehen zu lassen. Denn auf der einen Seite möchte ich nichts vortragen wollen, von dem ich ĂŒberzeugt bin, dass es ganz grundlegend falsch ist, und auf der anderen Seite halte ich es fĂŒr katastrophal, wenn nicht die Wahrheit zĂ€hlt, sondern die ErfĂŒllung von Erwartungen verlangt wird, die nicht erfĂŒllt werden können, ohne unredlich zu sein. Wenn ich es mir in der konkreten Situation leisten könnte, wĂŒrde ich versuchen, das zu tun, wozu ich noch stehen könnte: ein wenig ĂŒber die Rezeption erzĂ€hlen, Tolkiens Distanzierung vorlesen (sind ja nur ein paar SĂ€tze), die betreffenden Vergleiche vortragen und deren Grenzen aufzeigen. Schöne GrĂŒĂe, viator Zitieren
Mithrandir Geschrieben 17. Februar 2008 Geschrieben 17. Februar 2008 Hallo, ich bin der Meinung, dass Deine Lehrerin Dir da ein ziemlich besch....eidenes Thema zur Aufgabe gegeben hat. Von jedem Krieg und auch von jeder Kriegsgeschichte (der HdR spielt ja, wenn auch fiktiv, im Rahmen eines groĂen Krieges), lassen sich einige Parallelen zum 2. WK ziehen, jedenfalls oberflĂ€chlich betrachtet. Jeder Krieg, vom kleinen BĂŒrgerkrieg bis zum Weltkrieg bringt Dinge wie Tod, Elend, Hunger, FlĂŒchtlinge, Armut uvm. mit sich. NatĂŒrlich kann man da Parallelen ziehen, aber das wĂŒrde fĂŒr ein vernĂŒnftiges Referat wahrscheinlich nicht ausreichen, also muss man tiefer in das Thema eintauchen und da wird das ganze dann schon komplizierter, da man dann schon Parallelen aus u.a. militĂ€rischer und politischer Sicht ziehen mĂŒsste. SpĂ€testens dann wĂŒrde man merken, dass es leider nicht ganz so einfach ist zu sagen, Gondor/Rohan sind die Alliierten, Isengart die UDSSR, Mordor das Deutsche Reich usw. Ein ganz einfaches Beispiel an dem man sehen kann, wie weit das doch auseinandergeht... Angenommen, man setzt Mordor mit dem Deutschen Reich und das westliche BĂŒndnis mit den Alliierten gleich (darauf wĂŒrde es ja doch hinauslaufen) und betrachtet sich mal das Ende des 2. WK und des Ringkrieges an. Am Ende des 2. WK war die Wehrmacht geschlagen, die Alliierten und die UDSSR rĂŒckten in groĂer Ăbermacht nach Deutschland ein. Beim Ringkrieg war es genau umgekehrt, Sauron (der in diesem Beispiel fĂŒr das DR steht) hatte die deutlich gröĂeren Ressourcen und die Allierten greifen mit dem (mehr oder weniger) letzten Aufgebot an, nicht im Glauben an einen militĂ€rischen Sieg, sondern als Ablenkung um das eigentliche Ziel zu erreichen. Der Vergleich Hitler - Sauron hinkt meines Erachtens nach auch. Klar, beide waren machtgierig, wollten die Welt unterwerfen, wollten groĂe, alleinherrschende Reiche grĂŒnden.... aber sind das nicht Eigenschaften eines jeden Diktators? Hitler hat sich umgebracht, als er seine entgĂŒltige Niederlage eingesehen hat, Sauron hatte gar keinen Grund dazu, schlieĂlich fĂŒhlte er sich bis zu dem Moment, an dem der Ring in der Lava landet, ĂŒberlegen. Hitler wurde, je schlechter der Krieg lief, mehr und mehr von seinen eigenen Offizieren korrumpiert. Es gab nicht nur das Stauffenberg-Attentat, es waren weit mehr geplant und es gab etliche PlĂ€ne ihn zu stĂŒrzen. Korruptiun und Distanzierung vom Regime setzten der Wehrmacht von innen heraus stark zu. Als wohl bekanntestes, aber nicht einzigartiges Beispiel, sei hier Oskar Schindler genannt, der eindrucksvoll gezeigt hat, was mit Geld oder LuxusgĂŒtern an den richtigen Stellen möglich war. Letzteres wird es wohl auch bei Saurons Leuten gegeben haben, allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass im Buch PlĂ€ne zum Putsch oder fĂŒr Attentate erwĂ€hnt werden. Ausserdem, was hĂ€tte es schon gebracht, da wĂ€re ja immer noch der Ring... ...und da wĂ€ren wir schon beim nĂ€chsten Punkt. Das entscheidende im Ringkrieg ist der RING. Es gab in der RealitĂ€t nie einen solchen Gegenstand. Da war nichts, was man hĂ€tte vernichten können, damit das gesamte Deutsche Reich zusammenbrach, oder das die Macht hatte, den Gegner zu unterwerfen und möglicherweise selbst die 'Weltherrschaft' zu ergreifen... HĂ€tte es etwas gegeben, dann hĂ€tten wohl beiden Seiten versucht es fĂŒr sich zu nutzen. (Womit wir bei Tolkiens Aussage wĂ€ren.) Das sind nur ein paar offensichtliche Punkte, die mich zweifeln lassen, ob man ĂŒberhaupt richtige Parallelen zwischen diesen beiden "Geschichten" ziehen kann. Wie schon gesagt, oberflĂ€chlich betrachtet, natĂŒrlich, es gab einen Diktator, der die Weltherrschaft wollte, ein westliches StaatenbĂŒndnis, Hunger, Not, Elend, Tod, usw., aber das hĂ€tte bei uns damals nicht fĂŒr eine vernĂŒnftige Zensur gereicht. Also muss man tiefer in die Geschichte eindringen und da wird es dann eben schwierig. Da Tolkien sich von Parallelen distanziert hat, sollte man das einfach als Fakt nehmen. Sicherlich verarbeitet jeder Autor unterbewusst eigene Erlebnisse, aber wir wissen nicht welche. Man könnte also nur spekulieren. Dagegen gibt es eine klare Aussage von Tolkien selbst. FĂŒr mich eine klare Sache... FĂŒr Dein Referat ist das wahrscheinlich kein besonders hilfreicher Beitrag, aber wie schon gesagt, fĂŒr ein Referat finde ich das Thema eher suboptimal...! FĂŒr eine Argumentation, wo man mit pro und contra arbeiten kann fĂ€nde ich es genial, aber was weiĂ ich schon...? MfG Mithrandir Zitieren
Elda Geschrieben 17. Februar 2008 Geschrieben 17. Februar 2008 Lieber Mithrandir, ich glaube, du machst hier einen grundlegenden Fehler, was die Analyse betrifft. Man kann ĂŒberhaupt nicht erwarten, dass man den 2. WK 1 zu 1 auf den Ringkrieg beziehen kann. Denkst du, hier hat irgendjemand das Factum des Ringes vergessen? Denkst du, hier weiĂ irgendjemand nicht, dass Sauron sich nicht umgebracht hat, was anders ist als Hitler? Wenn man etwas vergleicht, legt man nicht nur Gemeinsamkeiten offen, sondern auch Unterschiede. Das ist sogar extrem wichtig. So wie sich das bei dir anhört, wĂ€re es nur möglich, einen Vergleich zwischen Tolkiens Herrn der Ringe und dem 2. WK zu ziehen, wenn Tolkien den 2. WK selbst beschrieben hĂ€tte (als Zeitzeugenbericht oder Ăhnliches). Du darfst nicht vergessen, dass Parallelen keine Spiegelbilder sind. Es sind Parallelen zwischen Mittelerde und unserer Welt zu ziehen- das heiĂt nicht, dass Mittelerde gleich der unsrigen Welt ist. GrĂŒĂe Eldanor Zitieren
Mithrandir Geschrieben 18. Februar 2008 Geschrieben 18. Februar 2008 Hallo Eldanor, also, ich kann nur von meiner Schulzeit ausgehen, die ist zwar noch nicht ewig lange her, aber ein paar Jahre sind es doch. Möglicherweise hat sich da ja inzwischen was geĂ€ndert. Hier noch mal die Aufgabenstellung: Ich soll demnĂ€chst ein Referat ĂŒber den Herrn der Ringe halten.. SChwerpunkt soll der Zusammenhang vom Ringkrieg und dem 2. Weltkrieg sein. ... ich soll eben trotzdem zusammenhĂ€nge finden.. Du schreibst: Wenn man etwas vergleicht, legt man nicht nur Gemeinsamkeiten offen, sondern auch Unterschiede. Das ist sogar extrem wichtig. Wenn es in der Aufgabe darum ginge, die Geschichten einfach nur zu vergleichen, wĂŒrde ich Dir durchaus beipflichten, aber in dieser Aufgabe geht es darum ZusammenhĂ€nge zu finden, eben keine Unterschiede. Wie schon gesagt, ich kann nur von meiner Schulzeit ausgehen, aber da hĂ€tte es geheiĂen: 0 Punkte, Thema verfehlt! Ich habe lediglich gesagt, dass die Gemeinsamkeiten, ZusammenhĂ€nge, Parallelen oder wie man es auch nennen möchte, nur oberflĂ€chlich zu finden sind. Wenn Du Dir Deinen ersten Beitrag zu diesem Thread durchliest, wirst Du feststellen, dass Du nichts anderes gemacht hast. Du hast zwar den einzelnen ME - Parteien die jeweiligen realen Partner zugeordnet, hast aber gleich schon mal klar gemacht, dass man das Kriegsende davon ausschlieĂen muss, ebenso die Ideale der jeweiligen Parteien. Desweiteren auszuschlieĂen sind Dinge wie Werdegang, Machtergreifung, militĂ€rische und politische Vorgehensweise und und und... Musst Du nicht selber zugeben, dass die gezogene Parallele da doch recht kurz wird? NatĂŒrlich ist mir klar, dass man die Geschehnisse nicht 1:1 ĂŒbertragen kann, aber es handelt sich bei der Aufgabe um ein Referat und das sollte meines Wissens nach objektiv geschrieben sein und auf Fakten beruhen. In dem Moment wo Du anfĂ€ngst aufzuschreiben, wie Du das gelesene fĂŒr Dich interpretierst, wird es subjektiv, was wieder zu PunktabzĂŒgen fĂŒhrt. Ein Referat zu halten, bedeutet ja nicht nur sich vor der Klasse hinzustellen und einen Text vorzulesen, im Allgemeinen muss man sich anschlieĂend noch den Fragen seiner MitschĂŒler stellen. Was nĂŒtzt es also, sich irgendwelche ZusammenhĂ€nge rauszusuchen, die man sich, eben weil es 1:1 nicht geht, so zurechtgestutzt hat, dass da ein schlĂŒssiger Text bei herauskommt, dieser aber mit ein paar simplen Fragen völlig auseinandergenommen werden kann? Noch einmal zu Deinem ersten Beitrag... Du schreibst, Gondor fĂŒhrt Krieg, um Mittelerde von Sauron zu befreien. Von dem Standpunkt aus, kann man es tatsĂ€chlich mit den GrĂŒnden des amerikanischen Kriegseintritts vergleichen, aber... ich bin eher der Meinung, dass Gondor in diesen Krieg gedrĂ€ngt wurde und sich einfach nur seiner Haut wehrt, um das eigene Ăberleben und die eigene Freiheit zu sichern. Sicherlich, das geht nur durch Saurons Vernichtung, das heiĂt aber auch, dass es lediglich das gleiche Ziel ist, nicht aber der gleiche Grund. Die USA waren zum Zeitpunkt ihres Kriegseintritts nicht konkret bedroht, jedenfalls nicht von Seiten der Deutschen... Dein Vergleich Saruman/UDSSR ist nur mit sehr viel Vorsicht zu genieĂen. ZunĂ€chst mal war die UDSSR nicht von Beginn an erklĂ€rter Feind der Deutschen, im Gegenteil. Auch die Wende gegen Hitler war alles andere als ĂŒberraschend. Die UDSSR ist als eine der SiegermĂ€chte nach Berlin eingezogen, Saruman hingegen ist nach der völligen Vernichtung seiner Armee als Bettler ins Auenland gezogen und hat dort aus Rache noch möglichst viel Schaden angerichtet. Den Vergleich Auenland/DDR lasse ich jetzt einfach mal ganz auĂer acht... Mein Fazit ist: Mann kann sicherlich ZusammenhĂ€nge finden, da diese aber oberflĂ€chlich sind, muss man damit rechnen, dass das ganze Referat mit ein paar simplen Fragen umgeworfen wird... Vielleicht kann Ailinel uns da weiterhelfen, als Lehrerin fĂŒr Literatur und Geschichte ist sie fĂŒr diesen Thread ja eigentlich die Optimalbesetzung... MfG Mithrandir Zitieren
Fanya Geschrieben 18. Februar 2008 Geschrieben 18. Februar 2008 Hi! Also ich bin sehr interessiert an Geschichte und finde das eigentlich ein super Thema, auch wenn die Aufgabenstellung, wie schon oben erwĂ€hnt, ein wenig "schwammig" ist. An deiner Stelle wĂŒrde ich mich aber nicht zu sehr auf das versteifen, was die Lehrerin (die den HdR wahrscheinlich noch nie gelesen hat) bezĂŒglich Zusammenhang gesagt hat. Meisten wissen die Lehrer doch selbst nicht was sie wollen. Ich wĂ€re, wenn ich so ein Referat mache dĂŒrfte, sogar noch etwas ĂŒber die Aufgabe hinaus gegangen und hĂ€tte nicht nur die ZusammenhĂ€nge von 2. WK und dem Ringkrieg, sondern gleich die ZusammenhĂ€nge des gesamten 20. Jhdts. (aus militĂ€rischer Sicht) und den beiden groĂen Kriegen Mittelerdes aufgezeigt. Im folgenden findest du eine kleine Aufstellung wie das meiner Ansicht nach ausgesehen hĂ€tte: 1. WK / Krieg des letzten BĂŒndnisses: BĂŒndnis zwischen Deutschland, Ăsterreich-Ungarn und ItalienIm Fall des Kriegs des letzten BĂŒndnisses wĂ€re das ein BĂŒndnis zwischen Mordor (Deutschland) und den Ostlingen und Haradrim (Ăsterreich-Ungarn). Italien fĂ€llt in diesem Fall weg. [*]Deutschlands Sturm auf FrankreichIm Fall des Kriegs des letzten BĂŒndnisses: Mordor lĂ€sst seine Armee auf Gondor (Frankreich) los [*]Deutschlands Armee gerĂ€t in Frakreich ins Stocken --> Stellungskrieg, USA treten in den Krieg ein --> WendepunktIn Mittelerde versucht Gondor alles um den Feind aufzuhalten und stellen mit Hilfe der Elben und Zwerge (beide vergleichbar mit den USA) eine Streitmacht auf um gegen den Feind zu kĂ€mpfen [*]In der Hundert-Tage-Offensive ĂŒberrennen die Alliierten Deutschland und Ăsterreich-UngarnIn Mittelerde musste die Armee des letzten BĂŒndnisses Mordor zwar 7 Jahre lang belagern, aber es ist das selbe Ergebnis --> Sauron wird besiegt [*]FriedensvertrĂ€ge von Versailles mit Deutschland und St. Germain mit Ăsterreich-UngarnSauron kann dank den Ring weiter existieren (vergleichbar mit dem "Scheinfrieden" von Versailles, ich weiĂ jetzt nicht ob das BĂŒndnis mit Sauron auch fĂŒr die Ostlinge und Haradrim Folgen hatte aber wenn ja dann kann es auch mit dem Friedensvertrag von St. Germain mit Ăsterreich-Ungarn verglichen werden) Zwischenkriegszeit: Die Alliieren (in ME Menschen, Elben und Zwerge) wurden hochmĂŒtig und kĂŒmmerten sich um ihre eigenen Probleme und schenkten den Probelmen ihrer vorherigen Feinde, wie die groĂen wirtschaftlichen und sozialen Probleme im deutschen Sprachraum keine Beachtung (in ME breiten sich die Schatten immer weiter aus).Sie bemerkten auch nicht dass ihr einstiger VerbĂŒndeter Italien (vergleichbar mit Isengard) sich mit ihren Feinden zusammentut bzw. schenken dem keine Beachtung.AuĂerdem sehen sie tatenlos zu als der Anschluss Ăsterreichs an das Deutsche Reich von Statten geht (Ăsterreich wieder mit Ostlingen bzw. Haradrim zu vergleichen) 2. WK - Ringkrieg: Um zusammenzufassen: AchsenmĂ€chte / Sauron und seine VerbĂŒndeten:Ăsterreich / Ostlinge und HaradrimItalien / Isengard [*]Alliierte / Freie Völker MittelerdesFrankreich / GondorGroĂbritannien / RohanUSA / Zwerge und Elben (kommen immer erst wenn alle schon glauben es ist verloren )Russland / von Russland passt nichts in mein Schema Deutschland / Mordor Ich glaube beim Vegleich des Zweiten Weltkriegs wurden oben schon genug Beispiele genannt (auĂerdem bin ich schon ein wenig zu mĂŒde , weiteres folgt vielleich morgen) lg Fanya Zitieren
Ailinel Geschrieben 18. Februar 2008 Geschrieben 18. Februar 2008 Mithrandir, ich stimme dir natĂŒrlich zu. Was sollte ich wohl von historischen Verrenkungen und intellektuellen TiefflĂŒgen in der Art dieser "Interpretation" von Eldanor halten? Erstens: Hier haben wir es mit zwei Parteien zu tun, Mordor und Isengard gegen Gondor und die "freie Welt". Dies kann in den direkten Vergleich zwischen der Achse und den Aliierten setzen; Also offensichtlich (trotz etwas unklarer Grammatik): *Hitlerdeutschland und das faschistische Italien gegen die Alliierten*. Das ist ĂŒbrigens die gĂ€ngige 1:1-Interpretation, die Tolkien von sich gewiesen hat. Aber dann zweitens: theoretisch ist die Auslegung sogar soweit möglich, dass man die (ich nenne mal im Folgenden Sauron und Saruman nur "Sauron" und die Gegenseite "Gondor", obwohl mehrere beteiligt waren) Gondorpartei als Achse interpretieren kann, Wow, also die "Gondorpartei" als "Achse"? Also die "Gondorpartei" als *Hitlerdeutschland plus faschistisches Italien* ?? Und weiter: wenn (und nur wenn) man das Ende des Ringkriegs aus der Interpretation ausschlieĂt: Denn es sieht die ganze Zeit ĂŒber so aus, als verlöre Gondor den Krieg gegen Sauron (Deutschlands Niederlage war bei Kriegsende unabwendbar) Tja, in dieser Interpretation also ungefĂ€hr: *Hitler und Konsorten hart bedrĂ€ngt*, oder wie oder was ? Und letztlich: gewinnt ihn am Ende nur durch die von Tolkien so bezeichnete "eukatastrophe", das heiĂt eine (unerwartete) Wendung zum guten Ende. Na so was! Da hat Tolkien also seine Vision vom siegreichen Hitlerdeutschland hier verewigt! Die GefĂ€hrten als siegreiche Nazis! Obwohl eine "eukatastrophe" in diesem Sinne in der dĂŒrren, realen Geschichte nicht eingetreten ist ?? Und in der RealitĂ€t hat sich leider kein "gutes Ende" sprich Sieg Hitlers ergeben ??? Ach, was soll's. Ich hoffe zumindest, dass Nindarlia genug Durchblick hat, um in ihrem Referat derartige AbstĂŒrze zu vermeiden. Zitieren
Nindarlia Geschrieben 25. Februar 2008 Autor Geschrieben 25. Februar 2008 Hallo erstmal vielen dank, dass sich so viele gemeldet haben.. Ich werd mal sehen wie mit eurer Hilfe hier mein Referat zusammenbasteln kann..ein wenig zeit hab ich noch. Vielen dank! Zitieren
Nessa Geschrieben 27. Februar 2008 Geschrieben 27. Februar 2008 Hallo erstmal vielen dank, dass sich so viele gemeldet haben.. Ich werd mal sehen wie mit eurer Hilfe hier mein Referat zusammenbasteln kann..ein wenig zeit hab ich noch. Vielen dank! Wenn du es fertig hast könntest du es ja vielleicht hier reinstellen ?!?!? WĂŒrds dann nĂ€mlich gerne lesen :-O Zitieren
Nindarlia Geschrieben 27. Februar 2008 Autor Geschrieben 27. Februar 2008 ich schau mal.. meistens mach ichs so dass ich mir nur wenige Notizen mach weil ichs dann sowieso anders sag..^^ mal guggn was ich schreib.. Zitieren
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