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Kingdom of Heaven


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Geschrieben

Dass kulturell vieles aus dem Heiligen Land oder allgemeiner: dem Nahen Osten nach Europa geschwappt ist durch die Kreuzzüge, das war und ist mir klar. Sprache, Mathematik, Astronomie, Medizin, etc. Wie geschrieben, ist das bzgl. Kleidung/Körperschmuck eher ein Eindruck bei mir, ohne dass ich das mit Fakten belegen könnte.

Und an sich kann ich bei gut gemachten Filmen auch über "schlechte" Kostüme hinwegsehen, da viele Filmemacher auf historisch korrekte Kleidung ohnehin nicht viel Rücksicht nehmen. Solange kein textiler Super-GAU dabei ist, kann ich das verschmerzen. Keine Ahnung, warum ich jetzt bei diesem Film so sehr darauf geguckt habe. :ka:

Geschrieben

@Ithilwen Vielleicht, weil er dir grundsätzlich gut gefallen hat? Mir passiert es häufig, dass ich gerade bei solchen Filmen näher hinschaue.

Geschrieben

Mein Cousin (studierter Historiker) meinte vor Jahren, KdH sei endlich mal ein historisch korrekter Film. Vielleicht habe ich deshalb genauer hingeschaut, als es sonst meine Art ist. Nur, um das Haar in der Suppe zu finden. .biggrin. Wir haben in jungen Jahren gerne mit unserem geschichtlichen Wissen gewetteifert.

Geschrieben

Bei KdH (ich kenne allerdings nur die Kinoversion) hatte man das Gefühl, dass Ridley Scott sehr darauf erpicht war, die kath. Kirche schlecht aussehen zu lassen, was mich vermuten lässt, dass Tolkien den Film wohl gehasst hätte.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Berzelmayr:

Bei KdH (ich kenne allerdings nur die Kinoversion) hatte man das Gefühl, dass Ridley Scott sehr darauf erpicht war, die kath. Kirche schlecht aussehen zu lassen, was mich vermuten lässt, dass Tolkien den Film wohl gehasst hätte.

@Berzelmayr Dann hast du wirklich was verpasst. Ich empfehle dir, die Director's Cut-Version zu sehen.

Was Kirche betrifft: Nein, ich denke nicht, dass er es darauf angelegt hat, die katholische  Kirche schlecht aussehen zu lassen. Die orthodoxe Kirche, kommt in dem Film gar nicht vor, die evangelischen Kirchen waren noch nicht vorhanden. Ja, der Film enthält Kirchenkritik, keine Frage. Es ist aber eine historische Tatsache, dass der Lateinische Patriarch Heraclius ein korrupter Nichtsnutz war. Die Ritterorden sind differenziert dargestellt: Die Templer als die Fanatiker, die jeden Moslem in die Hölle wünschten (und das Echo dazu volle Kanne abbekamen); der Johanniter, der auch ein katholischer Mönchsritter ist, verdient sich reichlich Sympathiepunkte, indem er eher die Kirche verkörpert, wie sie uns heute eher begegnet (es sei denn, man lebt als Kathole in der ganz dunkelschwarzen Gegend  Niederbayern, Eichstätt oder Regensburg. Die sind buchstäblich päpstlicher als der Papst.). Was den Priester in Frankreich betrifft: Er ist ja eigentlich der Gelackmeierte: Er ist wirklich der Sohn des Schmieds, aber Balian bekommt das väterliche Erbe, das ihm eigentlich gar nicht zusteht, schließlich ist er nicht mit dem Schmied verwandt. Er als legitimer Sohn ist leer ausgegangen, der Kuckuck hat bekommen, was sein war. Wer selbst kein Erbrecht hatte, weil er/sie ein/e jüngere/r Sohn/Tochter war, hatte nur die Wahl, dem erbenden Geschwister als Knecht/Magd, Ritter/Hofdame zu dienen oder sich der Geistlichkeit anzuschließen. Dabei sind garantiert welche Mönch oder Nonne geworden, die das besser hätten bleiben lassen, weil sie sich als solche absolut nicht eigneten. Der Priester in Frankreich ist ein Musterbeispiel dafür.

Andererseits bekommen auch die Muslime ihr Fett ab, wenn man sich diesen fanatischen Mullah oder Imam betrachtet, der Saladin drängt, Jerusalem anzugreifen. Dessen hasserfüllte Aufforderung vor dem Angriff, keine Gefangenen zu machen, steht in krassem Gegensatz zu Saladin und seinem General Imad ad-Din, die sich - ebenso wie Balian und vor ihm Godfrey - eine friedliche Koexistenz mit den Christen vorstellen könnten, würden sich die christlichen Fanatiker besser benehmen.  

Der Drehbuchautor William Monahan ist selbst katholisch - und er ist es, der den einzelnen Figuren ihre Eigenschaften zugeschrieben hat. Religionskritik gewiss - jedenfalls was die fanatische Sorte, die nur den eigenen Glauben als allein seligmachend betrachtet und alles andere als vernichtungswürdig ansieht - ist das, was Monahan kritisiert.

Ich bin selbst katholisch und liebe den Film. Insofern glaube ich auch nicht, dass der Katholik Tolkien ihn deswegen gehasst hätte.

Geschrieben

Und ganz platt gesagt: wie soll man eine Kirche, die zum Töten von Heiden aufruft und dafür auch noch vollkommene Absolution verspricht, entgegen der eigenen Gebote, überhaupt NICHT schlecht darstellen? Einer von vielen Schandflecken in der Geschichte der lateinischen/katholischen Kirche.

Eine Abgrenzung kann man dann tatsächlich nur über die einzelnen Charaktere erreichen, wie Maethnibenis es so schön dargestellt hat.

Der Priester ist der Halbbruder von Balian?! Ich muss wirklich die DC-Version unbedingt gucken!

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