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Torshavn

Nur mal so gefragt: in Bezug auf Mittelerde (Hobbit, HdR, Silmarillion) sind die Texte in der HoME doch eher frühere später verworfene Texte (mit Ausnahme der Texte zum Vierten Zeitalter vielleicht). Oder liegen ich da ganz falsch?

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Tolwen

So einfach ist die Sache leider nicht. Für die ersten beiden Bände stimmt das noch weitgehend. Die "Verschollenen Geschichten" sind die ersten Versionen von dem, was später zum "Silmarillion" wurde. In den späteren Bänden finden sich aber auch viele Texte, die "nur" Sachverhalte zu Mittelerde ausführen oder erläutern, aber dennoch niemals von Tolkien selber veröffentlicht wurden. Auch diese Texte waren natürlich im Laufe ihrer Entwicklung Veränderungen unterworfen, erlauben aber dennoch tiefere Einblicke in die Konstruktion (nicht nur literarisch sondern auch "pseudo-historisch") der hier geschaffenen Welt.

Insofern ist es zu stark vereinfacht zu sagen, die HoMe enthalte nur frühere oder verworfene Versionen. Der Fundus umfasst wie gesagt vieles, was manche Sachverhalte erst erklärt (oder zumindest wie der Autor sie sich erklärte oder vorstellte). Viele dieser letzteren Texte sind vor allem in den Bänden 10 bis 12 zu finden.

Und das Sil77 ist ja auch ein "Kunstprodukt" Christopher Tolkiens. Er hat aus den verschiedenen Fragmenten seines Vaters zu den Mythen der Vorzeit diejenigen herausgesucht, die am vollständigsten waren (nicht unbedingt die letzten Fassungen!) und das Ganze herausgeberisch sehr geschickt und mit viel Sorgfalt und Fleiß verbunden und teilweise selbst ergänzt (z.B. der Fall Doriaths und die späteren Ereignisse stammen IIRC aus der Feder Christophers). Dennoch hat er dabei - wie er selber später sagt - einige Fehler gemacht, die er inzwischen bedauert. Ein bekannter hiervon betrift die Abstammung Gil-galads: In den meisten Versionen (sowoh frühe als auch späte) stammt er aus dem Hause Finarfins (und nicht Fingolfins wie im Sil77). Nach späterer Aussage von Christopher war diese Abstammung von Fingolfin (bzw. dessen Sohn Fingon) ein vorübergehender Gedanke seines Vaters, den er (Christopher) leider ins Sil77 aufgenommen hat, und der bei aufmerksamen Lesen weiterer einschlägiger Texte als "Ausreißer" auffällt. So ist z.B. in NaMe (UT) der Brief Gil-galads an Tar-Meneldur so unterschrieben, dass er zur Sil77-Fassung passt. Wie Christopher schreibt, ist dies eine bewusste Änderung von ihm (als Herausgeber) und im Originaltext seines Vaters wird Gil-galad als aus dem Hause Finarfins bezeichnet.

Grüße
Tolwen

Ein anderes Beispiel sind die Anhänge des HdR: J.R.R. musste diese auf Verlangen seines Verlegers kürzen, und erst in der HoMe 12 finden wir auch die "fehlenden" Teile, die herausgekürzt wurden - und eben nicht aufgrund einer bewussten Entscheidung des Autors sondern externer Zwänge.

  • Danke 1

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