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Sehnsucht nach Mittelerde


NerwenArtanis
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Am 21.11.2021 um 16:12 schrieb Arwen Bruchtal:

Ich würde auch sehr gerne in Mittelerde leben,so in Bruchtal und Lothlorien wohnen. :girl_in_dreams:

Aber es ist leider nur ein fiktiver Ort,und es gibt auch,auf unserere Welt auch viele schöne Orte so Neuseeland,Schweiz,Großbritanien  etc.

Finde es auch traurig das viele Menschen kein Herz für den Umweltschutz haben,mich regt es immer wieder auf wenn die Leute ihren Müll achtlos in die Natur werfen.:mecker:

Anstatt ihn in den nächst besten Mülleimer zu werfen,wenn der Müll gerade frisch auf dem Boden liegt,heb ich ihn einfach auf und werf ihn im Mülleimer.

Und ja ich liebe es im Wald zu sein ob zu Fuss oder zu Pferd zu reiten,bei mir ist der Odenwald nur paar Metern entfernt.Und finde das er Mittelerde ähnlich sieht. :love:

 

 

Ich habe jetzt das Silmarillion gelesen, und da wirkt Mittelerde nicht so idyllisch wie im Hobbit und im Herr der Ringe, wo trotz aller Gefahren und Bedrohung immer noch viel Schönheit an Orten wie Lothlorien war. Im Sil sterben immer nur alle, zumindest kommt es mir so vor...oder gehen, wie die mächtige Königin Melian nach Valinor zurück nach dem Tod ihres Mannes. 
Und Galadriels vier Brüder, und eine Nichte, Finduilas, sterben auf tragische, brutale Weise, die vier Brüder im Kampf gegen Morgoth oder Sauron, und Finduilas wird bei der Erstürmung von Nargothrond von Orks grausam ermordet, indem sie sie auf einen Baum aufspießen, und auch Galdriels Cousine Aredhel starb ja sehr tragisch durch die Hand ihres eigenen Mannes. 
Auch im Sil gibt es wunderschöne geschützte Orte wie Doriath und die dortigen Hallen von Menegroth, aber die Schönheit dieser Orte wird einem durch die vielen schlimmen Dinge, die rundherum passieren, nicht so bewusst, und schließlich fällt auch das Königreich Doriath, ebenso wie Gondolin. Und die Elben mordeten und intrigierten(oft angestachelt von Morgoth) im Sil noch ganz gewaltig, gar nicht vergleichbar mit den Elben im  Hobbit und im Herrn der Ringe. 
Und auch die Vorgeschichte vieler Charaktere wie Elrond und Galadriel kannte ich nicht, und war sehr erstaunt über die Tragik, die es auch bei Elrond und Galadriel gab, Galadriel verlor ja fast alle ihre Verwandten, und Elrond wurde sehr früh von Vater und Mutter getrennt. 
Da steckt auch viel Leid in den Geschichten der Charaktere. Mord und Intrigen, Leid und Angst, viele der Charaktere, die im Herrn der Ringe und im Hobbit in absoluter Idylle leben, haben im Silmarillion schlimme Dinge erlebt. 

Mittelerde ist für mich immer noch ein wunderschöner, traumhafter Ort, an den ich mich gerne träume, aber das Sil zeigt, dass auch das Leben der dortigen Charaktere oft sehr schwer und traurig war, und sie vieles wegstecken mussten. 
Für meinen Geschmack enthielt das Sil zu viele tragische Todesfälle, und auch die Geschichte von Hurins Kindern fand ich sehr traurig. Im Sil hat man das Gefühl, fast nur auf Tod und Leid zu stoßen, es unterscheidet sich stark von Tolkiens anderen Werken. 
Man lernt auch viele interessante Dinge über die Elben, wie beispielsweise, dass sie keineswegs immer so weise und absolut perfekt waren wie im Herrn der Ringe oder im Hobbit, sondern im ersten Zeitalter auch noch sehr stark zum Bösen tendierten, zumindest diejenigen, die sich von Morgoth aufhetzen ließen.
Wenn man das Sil nicht kennt, sieht man die Charaktere in einem ganz anderen Licht, Galadriel und Elrond erschienen mir vorher wie Glückspilze, die ihr ganzes Leben inmitten von idyllischer Natur verbringen durften, aber durch das Sil sieht m an auch die schlimmen Dinge die sie erleben mussten, und wie viele tragische Todesfälle es in ihren Familien gab. 

Das Sil ist sehr viel düsterer als der Hobbit und der Herr der Ringe, wo Tolkien einen größeren Fokus auf die Schönheit der Natur und auch auf das unbeschwerte Leben der Hobbits oder das idyllische Leben der Elben in Imladris und in Lothlorien legte. 
Im Sil hatte ich den Eindruck, dass da mehr gestorben und gekämpft wird, als gemütlich am Feuer gesessen, gesungen und Geschichten erzählt, so wie beim Herrn der Ringe und beim Hobbit wo es nur sehr wenige Tote gab, im Vergleich zum Sil.

Mich ärgert das auch, wenn ich im Wald Müll finde, den nehme ich dann auch mit zum nächsten Papierkorb, ich finde das voll daneben wenn Leute im Wald picknicken oder Party machen und dann ihren Müll (darunter oft auch Alkoholflaschen) einfach liegen lassen. 

Ich gehe auch oft in den Wald, eben weil man dort dieses Mittelerdegefühl bekommt und dort außerhalb der Stadt einen Ort findet, an dem man absolute Ruhe und Idylle genießen kann. 

Ich erkunde auch gerne immer nahegelegene Waldgebiete, die ich noch nicht kenne, das finde ich immer sehr spannend, da schöne neue Orte im Wald zu entdecken, wie beispielsweise eine schöne, im Schatten der Bäume erhöht stehende Bank neben einer kleinen Marienkapelle, wo man schön im Schatten der Bäume sitzen und im Herrn der Ringe schmökern kann.

Und ich will auch Orte aufsuchen wie das Lauterbrunnental in der Schweiz, die Tolkien zu seinen Romanen inspirierten. 

Wenn man Mittelerde auch nicht wirklich besuchen kann, so kann man sich doch dahin träumen, was auch sehr schön und unheimlich entspannend ist. 

Und sind wir doch mal ehrlich: Ins Silmarillion würde keiner von uns gerne versetzt werden. Es unterscheidet sich einfach stark von Herr der Ringe und dem Hobbit, weil es einen stärkeren Focus auf die Schattenseite von Mittelerde legt. 

Wenn man den Herrn der Ringe und den Hobbit liest, darin ist Mittelerde zwar auch ein gefährlicher Ort, aber es wird einem nicht so bewusst, wie groß dort die Gefahr war, von einem Ork gefangengenommen und an einen Baum aufgespießt zu werden. Wenn man Finduilas Schicksal liest, das wirklich sehr tragisch und traurig war, dann würde man in dem Moment nicht mit ihr tauschen wollen, aber wenn man den Herrn der Ringe liest, wünscht man sich, mit Elrond oder Galadriel tauschen zu können,oder auch mit Bilbo tauschen zu können, der gemütlich in Imladris seine alten Tage verbringen darf. 

Im Sil findet sich jedoch niemand, mit dem man gerne tauschen würde....weil es fast für alle immer brutal und tragisch endete. 

 

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Am 19.11.2021 um 10:01 schrieb gathame:

Ich denke eigentlich auch, dass die Elben ihre ja zweifellos vorhandenen Dienstboten (Galadriels Mägde werden ja sogar erwähnt) durchaus gut behandelt haben, das ist sowieso klüger weil man dann bessere Arbeit bekommt. Und natürlich arbeiten auch die adligen Frauen mit, wenn es um solche Dinge wie die Herstellung von Textilien geht, das war tatsächlich auch im realen Mittelalter so. Und eigentlich ist es ja auch logisch: wenn man komplett alle Textilien die gebraucht werden selbst herstellen muss, nicht nur nähen, sondern auch spinnen und weben, dann ist das einerseits eine riesige Arbeit und andererseits eine Arbeit die vergleichsweise sauber und leicht ist. Deshalb war sie für adlige Frauen zumutbar und auch ziemlich selbstverständlich.

Und, stimmt: bei den Elben sind Männer und Frauen offenbar mehr oder weniger gleichberechtigt, was sie im realen Mittelalter nicht waren. Die Bezeichnung Galadriels als "hohe Frau" hat allerdings damit nichts zu tun, die weist sie lediglich als adelig oder sogar königlich aus. Da ist der Vergleich mit "Das Lied von Eis und Feuer"/GOT ganz nützlich, denn dies ist ja nun eine Geschichte die eine spätmittelalterliche Welt ausgesprochen realistisch beschreibt. Da sind Männer und Frauen durchaus nicht gleichberechtigt, trotzdem reden adlige  Ehepartner voneinander als '"mein hoher Gemahl" oder "meine hohe Gemahlin" beziehungsweise Kinder von ihren Eltern als "meine hohe Mutter" oder "mein hoher Vater".

Und natürlich können auch Adligen fürchterliche Dinge passieren. Die Geschichte von Celebrian, die ja nicht nur Galadriels Tochter sondern auch Elronds Frau ist, ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist eigentlich sehr schade dass diese Geschichte nur so am Rande erwähnt wird, ich glaube sie steht sogar nur in den Anhängen. Das ist eine Geschichte die mich sogar dazu bringen könnte noch mal Fanfiction zu schreiben. 

Und auch das stimmt: Frauen sind in Tolkiens Geschichten vergleichsweise unsichtbar. Für die Dinge die er erzählen möchte sind sie unwichtig, also werden sie nicht erwähnt obwohl sie ja zweifellos vorhanden sind oder doch wenigstens waren. Das Beispiel von Legolas' Mutter die es ja eindeutig gegeben haben muss wurde ja hier schon genannt. Aber es ist nicht das einzige Beispiel. Gloin hat einen Sohn, Gimli, aber seine Frau wird nie erwähnt. Bard hat einen Sohn, Bain, aber seine Frau wird nie erwähnt.

Tolkien ging es offensichtlich um Themen wie abenteuerliche Reisen, heldenhafte Kämpfe und den Sieg über das Böse (ein politisches Thema, wenn man so will). Und dies waren einfach alles Dinge, in denen Frauen nichts zu suchen hatten, weil sie dafür nicht geeignet und auch gar nicht daran interessiert waren. Also schrieb Tolkien eben auch meist nicht über Frauen. Immerhin, für ihn war eine Ausnahme wie Eowyn vorstellbar, und das ist für seine Zeit eigentlich schon sehr viel. Denn man muss sich einmal klar machen wie das Frauenbild zu der Zeit war als Tolkien geschrieben hat. Ich kann das vielleicht noch eher, weil ich ungefähr gleichaltrig mit "Herr der Ringe" bin. Damals waren Frauen zwar laut Grundgesetz gleichberechtigt, aber eben nicht tatsächlich. Eine verheiratete Frau durfte zum Beispiel nur dann berufstätig sein wenn sichergestellt war dass sie deshalb ihre '"häuslichen Pflichten" nicht vernachlässigen würde und wenn ihr Mann es ihr erlaubte. Gutes Beispiel für das damalige Frauenbild: in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es bei ARD und ZDF erstmals Frauen als Nachrichtensprecherinnen (in der DDR ging das schon zehn Jahre früher). Und viele Leute, einschließlich der männlichen Kollegen, fanden dass Frauen für diese Arbeit absolut ungeeignet seien, denn Frauen verstünden nichts von Politik und Sport, und außerdem würde eine "richtige Frau" bei traurigen Nachrichten mit Sicherheit in Tränen ausbrechen. - Kein Kommentar. -

Der Vergleich von Fantasy-Geschichten, in die man sich "fallen lassen" kann, mit Märchen finde ich übrigens sehr gut. Denn da gibt es ja wirklich viele Ähnlichkeiten sowohl vom "Personal" als auch von den Handlungselementen her. Und Märchen können Leute ja auch total faszinieren. Wobei man sich natürlich klar machen muss, dass Märchen ursprünglich ja keineswegs Kindergeschichten waren, zu reinen Kindergeschichten wurden die erst in den letzten zweihundert Jahren. Und da gab es ja dann zeitweise auch die Tendenz Märchen zu verändern und "kindertümlicher" zu machen was dann vor allem bedeutete dass man die schlimmsten Brutalitäten ausließ. Denn viele Märchen sind ja nun einmal im Original extrem brutal, auch sehr bekannte wie "Schneewittchen".

 

Im Herrn der Ringe wird Celebrians tragisches Schicksal wirklich nur am Rande erwähnt, als Aragorn mit Elladan und Elrohir nach Imladris von einem Kundschafterritt zurückkehrt, und da schrieb Tolkien "Die beiden hatten nicht vergessen, was ihrer Mutter in den Höhlen der Orks wiederfuhr"; aber mehr als diesen einen Satz erfährt man im Roman nicht über Celebrian. 
Dagegen stößt man im Sil nur auf tragische Todesfälle unter den Adeligen, beispielsweise Königin Melians Mann Thingol, Galadriels vier Brüder und ihre Nichte Finduials und ihre Cousine Aredhel. Im Herrn der Ringe gab es ja außer Boromir und König Theoden keine Todesfälle, während im Sil fast alle paar Seiten jemand sterben musste. 
Das Sil hat mir nicht so gefallen wie Herr der Ringe und der Hobbit, es ist auch sehr gut geschrieben, aber es ist wegen der ganzen Todesfälle sehr bedrückend. Im Herrn der Ringe erscheinen einem Galadriel und Elrond einfach nur als Glückspilze, die Jahrhundert für Jahrhundert in idyllischen Naturparadiesen genießen dürfen, über den Schmerz, die vielen Verluste, die sie im Laufe der Jahre erleiden mussten, erfährt man dort nichts. 
Und mich erinnerte das Sil teilweise an die Bibel, also der Aufstand der Elben gegen die Valar, und ihr anschließender Weggang, der ihnen eine Rückkehr nach Valinor für immer unmöglich machte, erinnert an die aus dem Paradies verstoßenen Adam und Eva. 
Deswegen bin ich auch sehr verwundert und irritiert, dass Galadriel und Elrond und all die anderen Elben am Ende einfach nach Valinor fahren konnten, obwohl die Valar ihnen doch gesagt hatten, wenn sie ihren Weg fortsetzen, dürften sie niemals nach Mittelerde zurück.
Trotzdem steigen sie am Ende auf die Schiffe und nehmen sogar noch Frodo und Bilbo mit.....da fragt man sich schon wie die Valar dann auf diese Rückkehrer reagierten....

Und du hast Recht, Märchen wie Schneewittchen, usw. wurden ja auf kindertauglich umgepoolt die Originale waren ja viel brutaler und eher für Erwachsene geeignet 

Heutige Fantasyromane sind deswegen wohl durchaus vergleichbar mit vielen damaligen Märchen, und Tolkien fand ja für den Herrn der Ringe auch viel Inspiration in der germanischen Mythologie und auch in englischen Sagen. 

Und ja, im Herrn der Ringe kommen Frauen leider selten vor, in heutigen Fantasyromanen sind die Gefährten, die auf gefahrvolle Reise gehen ja meistens männlich und weiblich und aus allen Schichten, bei Tolkien waren es nur Männer, und davon fast alle adelig, also vergleichbar mit mittelalterlichen Sagen, wo die Rolle der Frau auch meistens keine tragende Rolle war. 

Mich haben auch immer Romane wie "Die Neben von Avalon" fasziniert wo alte Sagen, in denen fast nur Männer eine Rolle spielten mal aus weiblicher Sicht beschrieben wurden.

Doch eines muss man sagen: Die wenigen Frauencharaktere, die Tolkien für den Herrn der Ringe geschaffen hat, sind ihm perfekt gelungen, Arwen ist zwar etwas blass, fällt im Roman kaum auf, aber Galadriel und Eowyn hat er durchaus so charakterisiert, dass sie den Leser faszinieren und einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und Eowyns Rolle war für Tolkiens Zeit sehr modern 

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