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Sehnsucht nach Mittelerde


NerwenArtanis
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Ich eröffne dieses Thema, weil mich mal interessieren würde, ob es auch anderen Fans so geht wie mir. 

Ich habe mit 14 Jahren zum ersten Mal "Herr der Ringe" gelesen, und direkt danach den Hobbit, seitdem bin ich total im Bann von Mittelerde und lese die Bücher immer wieder. Ich bin jetzt schon viele Jahre ein Fan, und mit jedem Jahr wächst meine Sehnsucht nach Mittelerde und ich bin sehr traurig, dass es nicht wirklich existiert. 
Die Lektüre des  Hobbit und des Herr der Ringe löst bei mir eine Sehnsucht nach Mittelerde aus, die von Jahr zu Jahr immer tiefer geht. Unsere reale Welt erscheint mir immer schnelllebiger und hektischer und ich fühle mich in ihr nicht wirklich zu Hause. Ich lebe in der Stadt, und um in den sehr weitläufigen Stadtwald zu kommen, muss ich eine sehr laute Schnellstraße überqueren, was besonders auf dem Rückweg, wenn ich mich im Wald gedanklich tief nach Mittelerde versetzt habe, bei mir eine tiefe Traurigkeit auslöst. 
Dann denke ich jedes Mal: "Das hier ist leider unsere reale Welt, und sie ist laut und hektisch und schnelllebig. Ich wünschte ich könnte im Wald bleiben."
Der Stadtwald erstreckt sich über viele Kilometer und führt bis in die Dörfer im Umland, und ich gehe immer sehr weit hinein. Jedes Mal, wenn ich das mache und tiefer reingehe, wünsche ich mir tief im Herzen, es würde sich ein magisches Portal auftun und mich nach Mittelerde versetzen. Ja, ich weiß, dass so etwas nie geschehen wird, weil so etwas einfach unmöglich ist, aber meine Sehnsucht geht so tief. Wenn ich im Wald bin, heraus aus der lauten, hektischen Stadt, überkommt mich ein intensives Glücksgefühl, weil ich mir in diesen kostbaren Momenten vorstellen kann, ich wäre in Mittelerde und so ganz tief in die Natur eintauchen kann. Vor allem jetzt im Winter, wo es oft neblig ist, hat der Wald eine besonders mystische Atmosphäre, die so wirkt, als ob jeden Moment Elben auftauchen könnten. 
Wenn ich im Wald bin, denke ich mir immer, "Was ist das bloß für eine Welt geworden, in der wir heute leben? Es gibt immer weniger Natur, Wälder werden abgeholzt und alles wird immer lauter und hektischer und schnelllebiger. Ich bleibe immer mehrere Stunden im Wald, um wenigstens in dieser Zeit das Gefühl zu haben in Mittelerde zu sein. Wenn dann, wie jetzt im Herbst, überall um mich herum golden leuchtende Blätter an den Ästen der Bäume schimmern, und bei einem Windstoß sanft wie Schneeflocken zu Boden segeln, fühle ich mich wirklich, als ob ich in Mittelerde wäre. 
Dass es Mittelerde nicht gibt, das macht mich sehr traurig, denn das wäre eine Welt, in der ich gerne leben würde. 

Sicher, auch in Mittelerde gibt es viele Gefahren wie Sauron und die Orks und Saruman, aber eben auch so viele schöne Dinge wie das Auenland mit den lebensfrohen, sympathischen Hobbits, oder die Reiche der Elben, die tief im Einklang mit der Natur leben. 

Ich habe mir ein Herr der Ringe Kochbuch gekauft um mich auch kulinarisch nach Mittelerde zu versetzen, und auch mit meinen Waldwanderungen komme ich Mittelerde sehr sehr nahe, aber trotzdem stillt das meine Sehnsucht nicht annähernd. Meine Sehnsucht wird immer größer, und ich stelle mir oft vor, wie schön und idyllisch es sein müsste, in Mittelerde zu leben. 

Was mich interessieren würde: 

Verspürt ihr diese Sehnsucht nach Mittelerde auch? Hat die Lektüre der Bücher bei euch auch dazu geführt dass ihr euch danach sehnt in dieser faszinierenden Welt leben zu können? 
Macht ihr es auch wie ich und geht viel in die Natur, weil ihr dort dieses besondere Mittelerdefeeling verspürt?
Wenn ich stundenlang durch den Wald gehe, wobei ich oft neue Wanderwege erkunde, kann ich mich für ein paar Stunden wie Bilbo Beutlin fühlen, und wenn ich dann nach Hause komme, koche ich mir etwas Deftiges aus dem Tolkienkochbuch. 

Leider hat sich meine Umgebung in den letzten Jahren sehr verändert. Das Viertel in dem ich lebe, war vor 10 Jahren noch fast unbebaut, vom Fenster aus konnte ich einen großen Baum, eine alte Scheune und weiter entfernt den Stadtwald sehen. Doch dann wurde hier eine Mietskaserne nach der anderen gebaut, jetzt sehe ich, wenn ich aus dem Fenster schaue nur noch kalten, kahlen Stein, das deprimiert mich sehr. Früher fühlte ich mich wie in Mittelerde, wenn ich aus den Fenstern meiner Wohnung schaute, und es macht mich traurig und wütend, dass diese Schönheit zerstört wurde, nur um noch mehr Mietshäuser zu bauen. Die Aussicht die ich hier früher hatte, das war wirklich wie eine Mittelerde-Idylle. 

Irgendwie mag ich unsere Zeit, die zu sehr von Technik und Leistungsdruck und Hektik bestimmt wird, überhaupt nicht. Ich habe oft das Gefühl, anders zu ticken als andere Menschen, weil meine Interessen ganz anders gelagert sind, viele finden meine Vorliebe für Fantasy merkwürdig. 

Geht das euch auch so, habt ihr auch das Gefühl, dass alles immer lauter und hektischer wird und sehnt ihr euch auch nach Mittelerde? 

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Also ich muss zugeben, ich mag die Zeit in der ich Lebe. Ja hektisch ist es ab und zu, aber ich möchte die Technik nicht missen. Und wenn ich Ruhe brauche, dann kann ich jederzeit ins Grüne raus. 

Bin auch von der "verträumten" Sorte, wobei ich mich derzeit eher selten nach Mittelerde wünsche. Liegt aber wohl auch mit daran, dass es schon etwas länger her ist, seit ich die Bücher gelesen (oder auch die Filme gesehen) habe. Vielleicht sollte ich das mal wieder als Anlass nehmen und zumindest den Hobbit mal wieder lesen. :-)

 

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Was NerwenArtanis da geschrieben hat, das hat mich irgendwie schon sehr berührt, und darauf möchte ich gern antworten, wenn ich ein bisschen mehr darüber nachgedacht habe. Das braucht ein bisschen Zeit, aber die Antwort folgt bestimmt. Versprochen. - Und, nein, die technischen Möglichkeiten die wir heute haben, die möchte ich auch nicht missen. Ich muss ja nicht unbedingt alles nutzen was es da gibt. aber das Internet zum Beispiel ist schon sehr wichtig für mich. Wie hektisch man das Leben empfindet, das hängt vermutlich sehr von den persönlichen Lebensumständen ab. Und in gewisser Weise ist das Leben heute schon hektischer als noch vor ein paar Jahrzehnten, denn damals war man einfach nicht ständig verfügbar und nicht ständig erreichbar. Das kann schon stressig werden.

Wiegesagt: ausführliche Antwort folgt!

  • mag ich 1
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@NerwenArtanis Ich kann deine Sehnsucht nach Mittelerde gut verstehen. Es ist eine sehr idyllische  Welt mit einer unberührten wunderschönen Natur. Aber blicke ich nach Mordor oder zu Sauromans Turm, ist das eine sehr trockene und öde Landschaft. Saroman holzt auch die Wälder ab, um damit die Öfen für seine Rüstungsindustrie an zu heizen. Also da sehe ich schon Parallelen zur realen Welt.  Aber wenn ich das Auenland, die Elbenreiche sehe oder die Reiche der Menschen leben diese in einer schönen Natur, nur leben die Elben richtig mit der Natur, da hast du Recht.  Es stimmt wir leben in einer hektischen und schnell lebigen Welt, in der manches Mal die Zeit für Fantasy fehlt oder einfach die Zeit für schöne Dinge fehlt. So sehr wie ich die Welt von Mittelerde mag, möchte ich mich auf meinen Comfor verzichten, wie zum Beispiel fließendes Wasser, einer Zentral Heizung und Strom,  um zu kochen zu Beispiel, aber das geht auch mit Erneuerbarer Energie. 

Ich denke, dass ich da nicht mit machen muss. Ich muss nicht ständig vernetzt sein oder wie ferngesteuert mit meinem Handy durch die Gegend rennen. Ich habe Zuhause ein Smartphone, Computer und Internet und das möchte ich auch nicht missen, aber ich brauche kein WhatsApp und lege das Smartphone auch bei Seite. Wenn ich spazieren gehe mit dem Hund im Wald, bin ich immer ohne Smartphone unterwegs. Ich möchte die Natur genießen. Ich wohne mitten auf dem Platten Land und bei uns wird Gott sei Dank nichts mehr zu gebaut. Bei mir sieht es aus wie im Auenland. Ich finde es auch nicht gut, wenn immer mehr Land  in den Dörfern verschwindet  und für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften genutzt wird  und in den Städten Gebäudekomplexe und Häuser leer stehen. Es sollte erst ein Mal der bestehende Wohnraum genutzt werden und wenn auf dem Land neu gebaut werden sollte, dann aber nur Mehrfamilienhäuser. Es ist wirklich so, der Mensch zerstört seine Welt um sich herum.

Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs und mag die Einsamkeit. Es ist aber auch schön auf der Arbeit Menschen zu treffen. Wenn ich im Wald unterwegs bin ist immer mein Hund dabei, als Begleiter dabei. Es wäre schön Mal einen Ausflug nach Mittelerde machen zu können, aber dann muss ich wohl die Filme schauen. Aber wenn ich auf dem Meara auf dem Platz unterwegs bin und mir die Landschaft anschaue, denke ich mir manches Mal, so und jetzt ein Ritt zu den Elben.

Edited by Arwen Mirkwood
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vor einer Stunde schrieb Arwen Mirkwood:

@NerwenArtanis Ich kann deine Sehnsucht nach Mittelerde gut verstehen. Es ist eine sehr idyllische  Welt mit einer unberührten wunderschönen Natur. Aber blicke ich nach Mordor oder zu Sauromans Turm, ist das eine sehr trockene und öde Landschaft. Saroman holzt auch die Wälder ab, um damit die Öfen für seine Rüstungsindustrie an zu heizen. Also da sehe ich schon Parallelen zur realen Welt.  Aber wenn ich das Auenland, die Elbenreiche sehe oder die Reiche der Menschen leben diese in einer schönen Natur, nur leben die Elben richtig mit der Natur, da hast du Recht.  Es stimmt wir leben in einer hektischen und schnell lebigen Welt, in der manches Mal die Zeit für Fantasy fehlt oder einfach die Zeit für schöne Dinge fehlt. So sehr wie ich die Welt von Mittelerde mag, möchte ich mich auf meinen Comfor verzichten, wie zum Beispiel fließendes Wasser, einer Zentral Heizung und Strom,  um zu kochen zu Beispiel, aber das geht auch mit Erneuerbarer Energie. 

Ich denke, dass ich da nicht mit machen muss. Ich muss nicht ständig vernetzt sein oder wie ferngesteuert mit meinem Handy durch die Gegend rennen. Ich habe Zuhause ein Smartphone, Computer und Internet und das möchte ich auch nicht missen, aber ich brauche kein WhatsApp und lege das Smartphone auch bei Seite. Wenn ich spazieren gehe mit dem Hund im Wald, bin ich immer ohne Smartphone unterwegs. Ich möchte die Natur genießen. Ich wohne mitten auf dem Platten Land und bei uns wird Gott sei Dank nichts mehr zu gebaut. Bei mir sieht es aus wie im Auenland. Ich finde es auch nicht gut, wenn immer mehr Land  in den Dörfern verschwindet  und für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften genutzt wird  und in den Städten Gebäudekomplexe und Häuser leer stehen. Es sollte erst ein Mal der bestehende Wohnraum genutzt werden und wenn auf dem Land neu gebaut werden sollte, dann aber nur Mehrfamilienhäuser. Es ist wirklich so, der Mensch zerstört seine Welt um sich herum.

Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs und mag die Einsamkeit. Es ist aber auch schön auf der Arbeit Menschen zu treffen. Wenn ich im Wald unterwegs bin ist immer mein Hund dabei, als Begleiter dabei. Es wäre schön Mal einen Ausflug nach Mittelerde machen zu können, aber dann muss ich wohl die Filme schauen. Aber wenn ich auf dem Meara auf dem Platz unterwegs bin und mir die Landschaft anschaue, denke ich mir manches Mal, so und jetzt ein Ritt zu den Elben.

Hallo Arwen,

Also ich denke, einen gewissen Comfort hatten die Elben in Mittelerde auch, ich könnte mich in so einer gemütlichen Hobbithöhle oder einem Baumhaus der Elben schon wohlfühlen. Ich finde, dass die Menschen sich in der heutigen Zeit viel zu abhängig von der Technisch machen, viele wollen immer das neueste Smartphone, den neuesten Computer, den neuesten Fernseher. In meiner Kindheit war das noch anders, da haben wir Kinder viel draußen gespielt, und durften auch überall herumstreifen, wohin wir wollten, das dürfen heute sicherlich nur noch wenige, so alleine den Wald erkunden und dort spielen. 

Und bei uns werden dann leider auch Bäume gefällt(früher gabs hier im Viertel viele Grünflächen mit Bäumen) die dann für den Bau der Häuser gefällt wurden. Auf einer Seite, mir direkt gegenüber, wo früher eine alte Scheine und ein großer Kastanienbaum standen, wurde ein Haus mit teuren Eigentumswohnungen gebaut, aber dort sind die meisten Wohnungen jetzt unbewohnt, die dienen wohl nur Leuten, die es sich leisten können, so etwas zu kaufen, als Geldanlage. Da frag ich mich schon, was das soll, ich finde das nicht gut, wenn Wohnungen gebaut werden, in denen dann nicht mal jemand wohnt, von den acht Wohnungen sind nur zwei bewohnt, bei den anderen brennt abends nie Licht und ist auch kein Fernseher an und die Rolläden sind immer unten. 

 Zum Glück haben wir hier viel Wald, so dass man schnell aus dem Lärm und Stress der Stadt raus kann. Das genieße ich dann immer sehr und stelle mir vor, ich wäre Bilbo Beutlin(oder aber Frodo) und auf einer abenteuerlichen Reise. Am liebsten erkunde ich auch Waldwege, die ich noch nicht kenne, da entdecke ich immer noch was Neues, habe so schon viele Lieblingsplätze gefunden. 

Und gerade im Sommer liebe ich es, es mir dann dort gemütlich zu machen, meinen Proviant zu essen(der nach langer Wanderung doppelt so gut schmeckt) und ausgiebig zu schmökern, natürlich im Herrn der Ringe oder Hobbit. 

Wenn ich im Wald bin, fühle ich mich Mittelerde immer ein ganzes Stück näher, und stelle mir vor, dort zu sein. 

Diese kleinen Auszeiten brauche ich, sie tun einfach total gut. 

Trotzdem wird immer diese Sehnsucht bei mir bestehen bleiben, die Sehnsucht nach einer Welt, die nur in meiner Fantasie existiert. Es ist wirklich faszinierend, was für eine Sehnsucht Tolkien bei seinen Leser wecken kann. 
 

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vor 7 Stunden schrieb NerwenArtanis:

In meiner Kindheit war das noch anders, da haben wir Kinder viel draußen gespielt, und durften auch überall herumstreifen, wohin wir wollten, das dürfen heute sicherlich nur noch wenige, so alleine den Wald erkunden und dort spielen. 

Ich denke das kommt einfach drauf an, wo man seine Kindheit verbringt. Auch ich bin viel im Wald herumgetollt, bin ja auch im Dorf gross geworden. Aber wenn man mitten in einer Großstadt wohnt ist das halt kaum realisierbar. Da würde ich auch nicht unbedingt wollen, dass meine Kinder zuerst 15 Bahnstationen alleine fahren, dabei noch dreimal umsteigen müssen, damit sie das tolle Walderlebnis haben. Wir hatten den Wald halt direkt vor der Haustüre. Hier draussen sehe ich auch dauernd Kinder durch den Wald springen oder im Bach hüpfen (naja Letzteres nicht zu der Jahreszeit). Also ja vermutlich ist es durchaus weniger geworden, aber ich denke das liegt daran, dass viele die Möglichkeit gar nicht haben.

 

Muss ehrlich auch gestehen (Um auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen): so schön Mittelerde in den Büchern auch beschrieben ist und wie PJ das in den Herr der Ringe Filme das auch unfassbar schön gezeigt hat (diese Landschaften :-D) ich verbinde mit Mittelerde halt auch immer viel Krieg und Zerstörung und kann es daher gar nicht als sooo idyllisch empfinden. 

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vor 2 Stunden schrieb Meriadoc Brandybuck:

Muss ehrlich auch gestehen (Um auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen): so schön Mittelerde in den Büchern auch beschrieben ist und wie PJ das in den Herr der Ringe Filme das auch unfassbar schön gezeigt hat (diese Landschaften :-D) ich verbinde mit Mittelerde halt auch immer viel Krieg und Zerstörung und kann es daher gar nicht als sooo idyllisch empfinden. 

Oh, ja da hast du wohl Recht. Wenn ich mir Saromans  Isengard ansehe oder Saurons Mordor, ist das nicht gerade sehr idyllisch. Mittelerde hat nun Mal sehr viele Kriegs Schauplätze im Hobbit, so wie im Herrn der Ringe.

So um mich noch Mal selbst zu zitieren habe ich es auch schon erwähnt, dass Mittelerde nicht so idyllisch ist. 

vor 11 Stunden schrieb Arwen Mirkwood:

@NerwenArtanis Ich kann deine Sehnsucht nach Mittelerde gut verstehen. Es ist eine sehr idyllische  Welt mit einer unberührten wunderschönen Natur. Aber blicke ich nach Mordor oder zu Sauromans Turm, ist das eine sehr trockene und öde Landschaft. Saroman holzt auch die Wälder ab, um damit die Öfen für seine Rüstungsindustrie an zu heizen. Also da sehe ich schon Parallelen zur realen Welt.  Aber wenn ich das Auenland, die Elbenreiche sehe oder die Reiche der Menschen leben diese in einer schönen Natur, nur leben die Elben richtig mit der Natur, da hast du Recht. 

 

Edited by Arwen Mirkwood
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Ja, diese Sehnsucht nach Mittelerde, der oft ziemlich heftige Wunsch dorthin zu können und dort zu leben, das gibt es offensichtlich, das spürt man bei vielen Tolkien-Fans mehr oder weniger deutlich. Was geht da eigentlich vor?

Denn eins steht ja nun mal fest: Mittelerde ist kein idyllischer Ort, und wenn es das stellenweise doch einmal ist, dann ist diese Idylle außerordentlich gefährdet. Genau davon handelt ja "Der Herr der Ringe": diese Welt und ihre Schönheit ist gefährdet, und gegen diese Gefahr muss man sich wehren. Und auch die Umwelt ist hier keinesfalls überall heil. Rund um Isengard ist sie es mit Sicherheit mit Sicherheit nicht mehr, zum Beispiel. - Für den Erfolg der Geschichte ist das übrigens absolut ein Vorteil. Kein Mensch liest eine Geschichte in der alles nur total idyllisch ist, das wäre einfach zu langweilig.

IN dem was ihr bisher geschrieben habt klingt zweierlei an: zuerst einmal die Liebe zu einer schönen, möglichst unberührten Natur (die Tolkien ja tatsächlich immer wieder beschreibt) und dann aber auch die Ablehnung unseres doch mittlerweile oft ziemlich hektischen und von Technik bestimmten Lebens. Fangen wir also mal mit der zweiten Sache an: Hektik und Übertechnisierung. Das sind tatsächlich zwei Dinge die zusammenhängen. Ich mit meinen mittlerweile fast siebzig Jahren habe natürlich eher den Vergleich wie das war bevor die Digitalisierung über uns hereinbrach.

Wenn ich vor fünfzig Jahren einer Freundin in einer anderen Stadt etwas mitzuteilen hatte, dann habe ich einen Brief geschrieben, was  umständlicher ist als jegliche E-Mail oder Whatsapp-Nachricht, und bis darauf eine Antwort eintraf, auf dem gleichen Weg, mit der Post, konnte Tage dauern. Leute konnte man telefonisch nur erreichen wenn sie gerade zu Hause waren. Und wenn man fotografiert hat musste man den Film zum Entwickeln bringen und die fertigen Fotos irgendwann abholen; wenn ich damals ein Foto gemacht habe konnte es leicht zwei Wochen dauern bis ich es Bekannten in einer anderen Stadt per Post zugeschickt hatte; heute geht es in Sekunden, wenn's sein muss. Natürlich ist es toll dass das heute so schnell geht, aber es wird halt oft (gerade im beruflichen Bereich) dann auch erwartet dass man jederzeit erreichbar ist. Wie weit man sich dem entziehen kann, das hängt natürlich von den jeweiligen Lebensumständen ab. Aber vor allem jüngere Leute kommen oft gar nicht mehr auf die Idee sich dem überhaupt entziehen zu wollen, weil sie einfach gar nichts anderes mehr kennen. Da entsteht dann das wunderbare Bild das man heute auf jedem Mittelaltermarkt sehen kann: da steht der junge Krieger, die linke Hand am Schwertknauf, in der rechten Hand das Handy von dem er den Blick nur höchst selten abwendet. - Man muss immer informiert sein, immer online, immer erreichbar. Und manchmal muss man das wirklich, selbst im privaten Bereich, weil man sonst einfach den Anschluss an viele Leute verliert mit denen man gern in Kontakt bleiben möchte. Da hat dann das doch schon sehr viel langsamer ablaufende Leben in Mittelerde schon wirklich was Sympathisches. Das Tempo ist einfach natürlicher, jedenfalls empfinde ich das so, und deshalb ist es weniger stressig.

Und mit "natürlich" wären wir ja dann bei der zweiten Sache die hier eine Rolle spielt: eine mehr oder weniger unberührte Natur, die ja tatsächlich immer mehr verschwindet, und vielleicht auch das Ideal mit dieser Natur im Einklang zu leben. Dieses Ideal verkörpern bei Tolkien ja am ehesten die Elben, und ich vermute dass die besondere Beliebtheit der Elben bei den Fans genau damit zu tun hat. Ich muss übrigens zugeben, dass die Elben dasjenige von Tolkiens Völkern sind mit dem ich am wenigsten anfangen kann. Vielleicht hat es damit zu tun dass Wälder oder sonstige unberührte Natur in meinem Leben erst relativ spät eine Rolle gespielt haben. Da wo ich aufgewachsen bin gab es dergleichen nicht, in den Hinterhöfen von Mietskasernen kommt Natur eher nicht vor. Und ich habe sie auch nicht vermisst. Man vermisst vermutlich nichts was man gar nicht kennt. Mit Anfang zwanzig musste ich dann aufs Land ziehen, in ein kleines abgelegenes Dorf, weil ich anderswo keinen Job kriegen konnte. Ich bin nicht freiwillig aufs Land gezogen, aber irgendwie hat es sich dann ergeben dass ich dort geblieben bin bis heute. Und inzwischen mag ich dieses Leben in vergleichsweise unberührter Natur (das ist sie hier nämlich wirklich) eigentlich sehr, nicht so sehr weil die Wälder schön sind, aber weil ich die Abläufe mag: den Wechsel der Jahreszeiten, die Zeit wenn im Frühling die Tage wieder länger werden, die natürlichen Abläufe wie das Wachsen der Pflanzen, das Ernten - und, ja, auch das Sterben und den Tod, denn ohne den Tod gäbe es all dieses Leben nicht. Vielleicht ist das jetzt doch ein bisschen elbisch, keine Ahnung. - Nein, es ist doch nicht elbisch. Den Elben fehlt ja weitestgehend der Tod.

Aber ich sehe immer wieder, dass diese Sehnsucht nach einem in diesem Sinne naturgemäßeren Leben, in dem man solche Zusammenhänge noch wahrnimmt, bei vielen Leuten sehr groß ist. Ich habe neulich Gäste gehabt, und wir haben im Garten gegessen. Da habe ich erzählt, dass der Oregano auf der Pizza aus dem Beet direkt hinter uns stammt und die Petersilie die über den Salat gestreut war aus dem Blumentopf links neben der Tür. Das hat sie total fasziniert. - Vielleicht ist das der Schlüssel zu dem was die Fans in Mittelerde zu finden versuchen: ein Leben in langsamerem Tempo, bestimmt von den natürlichen Abläufen der Natur. Möglicherweise sind genau deshalb die Elben so beliebt.

Und zum Schluss und ganz am Rande: was NerwenArtanis da am Ende noch erwähnt hat, das wird vermutlich vielen die es lesen bekannt vorkommen: die traurige Erkenntnis dass da eine Sache die einem so wichtig ist bei sehr vielen Leuten schlicht auf Unverständnis stößt. Das kann einem nicht nur als Fantasy-Fan passieren, sondern auch mit anderen "abwegigen" Interessen wie klassischer Musik oder Oper oder was auch immer. Die meisten Leute verstummen dann irgendwann und reden nicht mehr über ihre Interessen, was es natürlich erst recht unmöglich macht auf eventuelle Gleichgesinnte zu treffen. Da können dann Internetforen tatsächlich sehr hilfreich sein, das sieht man ja allein schon an der Diskussion die hier seit gestern entstanden ist. 

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hi NerwenArtanis, ich habe deinen Beitrag gelesen und habe dich sofort verstanden. ich habe Tolkien (den Hobbit) mit sieben, acht oder neunen Jahren (so ungefähr, ich weiß es nicht mehr ganz genau) kennengelernt, ich habe Fantasy schon immer geliebt und HDR war immer der größte Himmel. ich habe es geliebt und mir nichts sehnlicher gewünscht als einfach aus der Realität zu verschwinden und in die schöne Welt Mittelerdes einzutauchen. Ich bin zwar noch relativ jung, aber immer wieder davon entsetzt wie viele einfach nur noch: was zieh ich heute an, wie schmink ich mich, wie viele likes habe ich auf sonst was ect., im Sinn haben. Auch finde ich es schrecklich wie die Welt Tolkiens aus dem Bewusstsein der Menschen meiner Altersgruppe zu verblassen scheint, in kaum Bücherläden finde ich noch seine Werke und in meiner Klasse kennen außer Elenriel und mir vielleicht nur noch max. fünf weitere (von ca. 40) die Bücher, und nur etwas mehr die Filme. 
Vor allem während dem Lockdown letzten Jahres, als wir Schüler ein halbes Jahr lang nicht zur Schule gehen durften, ist die Sehnsucht nach Mittelerde erneut und besonders stark wieder aufgeflammt. ich bin häufig in den schönen Wald in der Nähe unseres Dorfes gegangen, und habe mich mit Stunden langem spielen der HDR Filmmusik auf der Querflöte in die Idylle Mitelerdes hineinversetzt und der schweren Realität entflohen. Mittelerde bzw. Tolkien generell hat mir damals einen ziemlichen Halt gegeben, ich war schon immer ziemlich verträumt, habe gerne mal die Realität etwas zu sehr vernachlässigt, und mich in Büchern und Träumen vergraben. Es ist schön zu lesen das anderen Leuten ähnlich geht.

LG

Alcariel

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vor einer Stunde schrieb gathame:

Ja, diese Sehnsucht nach Mittelerde, der oft ziemlich heftige Wunsch dorthin zu können und dort zu leben, das gibt es offensichtlich, das spürt man bei vielen Tolkien-Fans mehr oder weniger deutlich. Was geht da eigentlich vor?

Denn eins steht ja nun mal fest: Mittelerde ist kein idyllischer Ort, und wenn es das stellenweise doch einmal ist, dann ist diese Idylle außerordentlich gefährdet. Genau davon handelt ja "Der Herr der Ringe": diese Welt und ihre Schönheit ist gefährdet, und gegen diese Gefahr muss man sich wehren. Und auch die Umwelt ist hier keinesfalls überall heil. Rund um Isengard ist sie es mit Sicherheit mit Sicherheit nicht mehr, zum Beispiel. - Für den Erfolg der Geschichte ist das übrigens absolut ein Vorteil. Kein Mensch liest eine Geschichte in der alles nur total idyllisch ist, das wäre einfach zu langweilig.

IN dem was ihr bisher geschrieben habt klingt zweierlei an: zuerst einmal die Liebe zu einer schönen, möglichst unberührten Natur (die Tolkien ja tatsächlich immer wieder beschreibt) und dann aber auch die Ablehnung unseres doch mittlerweile oft ziemlich hektischen und von Technik bestimmten Lebens. Fangen wir also mal mit der zweiten Sache an: Hektik und Übertechnisierung. Das sind tatsächlich zwei Dinge die zusammenhängen. Ich mit meinen mittlerweile fast siebzig Jahren habe natürlich eher den Vergleich wie das war bevor die Digitalisierung über uns hereinbrach.

Wenn ich vor fünfzig Jahren einer Freundin in einer anderen Stadt etwas mitzuteilen hatte, dann habe ich einen Brief geschrieben, was  umständlicher ist als jegliche E-Mail oder Whatsapp-Nachricht, und bis darauf eine Antwort eintraf, auf dem gleichen Weg, mit der Post, konnte Tage dauern. Leute konnte man telefonisch nur erreichen wenn sie gerade zu Hause waren. Und wenn man fotografiert hat musste man den Film zum Entwickeln bringen und die fertigen Fotos irgendwann abholen; wenn ich damals ein Foto gemacht habe konnte es leicht zwei Wochen dauern bis ich es Bekannten in einer anderen Stadt per Post zugeschickt hatte; heute geht es in Sekunden, wenn's sein muss. Natürlich ist es toll dass das heute so schnell geht, aber es wird halt oft (gerade im beruflichen Bereich) dann auch erwartet dass man jederzeit erreichbar ist. Wie weit man sich dem entziehen kann, das hängt natürlich von den jeweiligen Lebensumständen ab. Aber vor allem jüngere Leute kommen oft gar nicht mehr auf die Idee sich dem überhaupt entziehen zu wollen, weil sie einfach gar nichts anderes mehr kennen. Da entsteht dann das wunderbare Bild das man heute auf jedem Mittelaltermarkt sehen kann: da steht der junge Krieger, die linke Hand am Schwertknauf, in der rechten Hand das Handy von dem er den Blick nur höchst selten abwendet. - Man muss immer informiert sein, immer online, immer erreichbar. Und manchmal muss man das wirklich, selbst im privaten Bereich, weil man sonst einfach den Anschluss an viele Leute verliert mit denen man gern in Kontakt bleiben möchte. Da hat dann das doch schon sehr viel langsamer ablaufende Leben in Mittelerde schon wirklich was Sympathisches. Das Tempo ist einfach natürlicher, jedenfalls empfinde ich das so, und deshalb ist es weniger stressig.

Und mit "natürlich" wären wir ja dann bei der zweiten Sache die hier eine Rolle spielt: eine mehr oder weniger unberührte Natur, die ja tatsächlich immer mehr verschwindet, und vielleicht auch das Ideal mit dieser Natur im Einklang zu leben. Dieses Ideal verkörpern bei Tolkien ja am ehesten die Elben, und ich vermute dass die besondere Beliebtheit der Elben bei den Fans genau damit zu tun hat. Ich muss übrigens zugeben, dass die Elben dasjenige von Tolkiens Völkern sind mit dem ich am wenigsten anfangen kann. Vielleicht hat es damit zu tun dass Wälder oder sonstige unberührte Natur in meinem Leben erst relativ spät eine Rolle gespielt haben. Da wo ich aufgewachsen bin gab es dergleichen nicht, in den Hinterhöfen von Mietskasernen kommt Natur eher nicht vor. Und ich habe sie auch nicht vermisst. Man vermisst vermutlich nichts was man gar nicht kennt. Mit Anfang zwanzig musste ich dann aufs Land ziehen, in ein kleines abgelegenes Dorf, weil ich anderswo keinen Job kriegen konnte. Ich bin nicht freiwillig aufs Land gezogen, aber irgendwie hat es sich dann ergeben dass ich dort geblieben bin bis heute. Und inzwischen mag ich dieses Leben in vergleichsweise unberührter Natur (das ist sie hier nämlich wirklich) eigentlich sehr, nicht so sehr weil die Wälder schön sind, aber weil ich die Abläufe mag: den Wechsel der Jahreszeiten, die Zeit wenn im Frühling die Tage wieder länger werden, die natürlichen Abläufe wie das Wachsen der Pflanzen, das Ernten - und, ja, auch das Sterben und den Tod, denn ohne den Tod gäbe es all dieses Leben nicht. Vielleicht ist das jetzt doch ein bisschen elbisch, keine Ahnung. - Nein, es ist doch nicht elbisch. Den Elben fehlt ja weitestgehend der Tod.

Aber ich sehe immer wieder, dass diese Sehnsucht nach einem in diesem Sinne naturgemäßeren Leben, in dem man solche Zusammenhänge noch wahrnimmt, bei vielen Leuten sehr groß ist. Ich habe neulich Gäste gehabt, und wir haben im Garten gegessen. Da habe ich erzählt, dass der Oregano auf der Pizza aus dem Beet direkt hinter uns stammt und die Petersilie die über den Salat gestreut war aus dem Blumentopf links neben der Tür. Das hat sie total fasziniert. - Vielleicht ist das der Schlüssel zu dem was die Fans in Mittelerde zu finden versuchen: ein Leben in langsamerem Tempo, bestimmt von den natürlichen Abläufen der Natur. Möglicherweise sind genau deshalb die Elben so beliebt.

Und zum Schluss und ganz am Rande: was NerwenArtanis da am Ende noch erwähnt hat, das wird vermutlich vielen die es lesen bekannt vorkommen: die traurige Erkenntnis dass da eine Sache die einem so wichtig ist bei sehr vielen Leuten schlicht auf Unverständnis stößt. Das kann einem nicht nur als Fantasy-Fan passieren, sondern auch mit anderen "abwegigen" Interessen wie klassischer Musik oder Oper oder was auch immer. Die meisten Leute verstummen dann irgendwann und reden nicht mehr über ihre Interessen, was es natürlich erst recht unmöglich macht auf eventuelle Gleichgesinnte zu treffen. Da können dann Internetforen tatsächlich sehr hilfreich sein, das sieht man ja allein schon an der Diskussion die hier seit gestern entstanden ist. 

Tolkien hat da viele eigene Erfahrungen einfließen lassen, er lebte, nachdem er mit seiner Mutter und seinem Bruder Afrika verlassen hatte, in einem idyllischen Dorf namens Sarehole, doch ein paar Jahre später zog die Mutter mit den Kindern in die Stadt, und er vermisste dieses Dorf sehr. Als er das Dorf Jahre später wieder besuche, und die dichte Bebauung sah, machte es ihn traurig, was aus der Idylle seiner Kindheit geworden war. Tolkien hat mit Sicherheit viel davon mitbekommen, wie die idustrielle Revolution viel Natur zerstörte, und dafür war Isengard wohl ein besonders erschreckendes Symbol, mit dem er das zu verarbeiten versuchte. Denn so wie Saruman Isengard(und später auch das Auenland) zerstörte, so wurde die Natur auch damals schon zerstört, um immer neue Fabriken zu bauen. 
Ja, in Mittelerde gab es auch düstere, hässliche Orte wie Mordor, oder eben Isengard, ich glaube, dorthin würde sich auch kein Fan wünschen, die Fans wollen alle lieber bei den Hobbits im Auenland oder bei den Elben in Bruchtal, dem Düsterwald oder Lothlorien sein. 
Und der heutige Mensch hat ja leider nicht mehr viel mit den Abläufen der Natur zu tun, kauft im Supermarkt beispielsweise Maronen aus Frankreich, obwohl im nahegelegenen Wald unzählige Kastanien herumliegen, die nur darauf warten, aufgelesen zu werden. Leider habe ich keinen Platz für einen eigenen Garten, das geht in der Stadt vielen Leuten so. 
Genau das ist es wohl, was viele von uns Fan bei Tolkien so gut gefällt, diese Nähe zur Natur, mit der die Elben lebten, und auch die Hobbits lebten ja sehr naturnah.
So ganz ohne Technik wird der Mensch wohl nie mehr können, aber er könnte wieder mehr Bewusstsein für die Natur entwickeln und beispielsweise regional einkaufen beim Bauern. Aber leider haben heute viele Menschen einen so harten Arbeitsalltag, dass da nicht mehr viel Zeit für andere Dinge bleibt. 
Das finde ich schon gut, dass es das Internet gibt, wo man Gleichgesinnte finden kann, da hat die Technik dann auch wieder Vorteile. 
Ich habe aber schon das Gefühl, dass die Natur immer weniger wird, egal ob da Bäume für den Bau von Mietshäusern oder ganze Wälder für den Kohleabbau abgeholzt werden. 
Vor vielen Jahrhunderten war Europa mal dicht bewaldet, und je mehr Menschen kamen, umso mehr wurde die Natur zurückgedrängt. Wo heute das Ruhrgebiet mit seinen Großstädten ist, war noch vor 200 Jahren unberührte Natur. 
Und klar, wenn du in deiner Kindheit in der Stadt zwischen Mietshäusern aufgewachsen bist, hast du die Natur natürlich damals nicht vermissen können, weil du sie nicht so kanntest. Ich lebe zum Glück in einer der kleineren Großstädte, wo man schnell im Stadtwald und ebenso schnell draußen im Wald ist. Leider wohne ich jetzt auch inmitten von Mietskasernen und habe nicht mehr den schönen Blick ins Grüne, den ich früher an genau der gleichen Stelle hatte, aber es tröstet mich ein bisschen, dass ich jederzeit innerhalb einer halben Stunde zu Fuß in den Wald gelangen kann. 
Und ich finde es schön, dass du jetzt auf dem Land wohnst, dort geht es ja doch ein  bisschen ruhiger und oft auch gemächlicher zu als in der Stadt. 
Davon, dass viele Menschen heute beruflich jederzeit erreichbar sein müssen, halte ich gar nichts. Gerade dadurch geraten die Menschen oft in großen Stress, den sie vorher, als sie 8 Stunden Jobs, die mit dem Feierabend nach diesen 8 Stunden hatten, endeten. Wenn jemand immer erreichbar sein muss, dann stresst das doch enorm. 
Etwas Entschleunigung würde da allen guttun. 
Meine Tante hat auch einen Garten, und du hast Recht, die Kräuter schmecken frisch aus dem Garten viel besser als aus dem Supermarkt. Es ist ei ganz anderer, intensiverer Geschmack. 

vor 25 Minuten schrieb Alcariel:

hi NerwenArtanis, ich habe deinen Beitrag gelesen und habe dich sofort verstanden. ich habe Tolkien (den Hobbit) mit sieben, acht oder neunen Jahren (so ungefähr, ich weiß es nicht mehr ganz genau) kennengelernt, ich habe Fantasy schon immer geliebt und HDR war immer der größte Himmel. ich habe es geliebt und mir nichts sehnlicher gewünscht als einfach aus der Realität zu verschwinden und in die schöne Welt Mittelerdes einzutauchen. Ich bin zwar noch relativ jung, aber immer wieder davon entsetzt wie viele einfach nur noch: was zieh ich heute an, wie schmink ich mich, wie viele likes habe ich auf sonst was ect., im Sinn haben. Auch finde ich es schrecklich wie die Welt Tolkiens aus dem Bewusstsein der Menschen meiner Altersgruppe zu verblassen scheint, in kaum Bücherläden finde ich noch seine Werke und in meiner Klasse kennen außer Elenriel und mir vielleicht nur noch max. fünf weitere (von ca. 40) die Bücher, und nur etwas mehr die Filme. 
Vor allem während dem Lockdown letzten Jahres, als wir Schüler ein halbes Jahr lang nicht zur Schule gehen durften, ist die Sehnsucht nach Mittelerde erneut und besonders stark wieder aufgeflammt. ich bin häufig in den schönen Wald in der Nähe unseres Dorfes gegangen, und habe mich mit Stunden langem spielen der HDR Filmmusik auf der Querflöte in die Idylle Mitelerdes hineinversetzt und der schweren Realität entflohen. Mittelerde bzw. Tolkien generell hat mir damals einen ziemlichen Halt gegeben, ich war schon immer ziemlich verträumt, habe gerne mal die Realität etwas zu sehr vernachlässigt, und mich in Büchern und Träumen vergraben. Es ist schön zu lesen das anderen Leuten ähnlich geht.

LG

Alcariel

Hallo Alcariel,

Ich finde es schön, dass du Tolkien schon so früh für dich entdeckt hast. Der Hobbit ist ja wirklich ein sehr schönes Buch und gerade für Kinder der ideale Einstieg in die Welt von Mittelerde. Mir ist auch aufgefallen, dass es viele junge Menschen in deinem Alter gibt, die mit Tolkiens Büchern nichts mehr anfangen können, ja sie nicht einmal kennen. Von dem ganzen Social Media, wo oft viele junge(aber auch ältere) Menschen alles tun um Likes zu bekommen, halte ich auch gar nichts, da entwickeln leider manche auch schon eine Sucht nach Likes. 
Ich bin froh, dass Mittelerde dir im Lockdown Halt geben konnte(mir gings genauso) und auch ich war schon immer ziemlich verträumt. Verträumt zu sein ist auch nichts Schlechtes, leider verlieren viele Menschen ihre Fantasie, wenn sie ins Erwachsenenalter kommen. Da ist es schön, wenn du dir deine Fantasie, deine Begeisterung für Mittelerde bewahren kannst. Und Tolkien hat ja mit den Romanen wirklich etwas ganz Besonderes geschaffen, das vielen Menschen eine geistige Oase bietet, ein wunderschöner Ort, den sie in ihrer Fantasie jederzeit aufsuchen können 
Und dank Tolkiens Romanen habe ich schon früh eine besondere Liebe zur Natur entwickelt, und ich merke, dir geht das auch so, wenn du immer den schönen Wald bei euch in der Nähe des Dorfes aufgesucht hat. Gerade im Wald kann man ja dieses wunderbare Mittelerdefeeling bekommen, das einfach total guttut. 
Und gerade in der heutigen Zeit weiß man ja nicht, was noch alles kommt in den nächsten Jahren, da ist es schön, sich mal nach Mittelerde träumen zu können. 

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Jo ich kann mich da nur anschließen. Viele Menschen aus meiner Klasse können gar nicht mehr ohne technischen Kram. Oft kommt dann: Du hast dein Handy nicht dabei WAAAAAAAS?! Ja, bisschen traurig... Ich bin echt froh dass ich nicht so bin. Ich kann auch mal mein Handy und alles Zuhause liegen lassen und zwei Wochen wandern gehen.

Und ja, am Anfang hatte ich schon eine Sehnsucht nach Mittelerde und wünsche mir einen Teil auch immer noch  aber ich habe auch gesehen dass es z. B. das Leben bei den Menschen oft ziemlich schlimm war, teilweise sogar so wie um Mittelalter und das ist nun wirklich kein schönes Leben. Ich glaube, wir sehnen uns lediglich nach Mittelerde, weil wir seine Geschichten so toll finden. Denn so cool es auch klingt sagen zu können, ich war einer der Gefährten, ist es das nicht. Der Ringkrieg war eine dermaßen strapazierende Zeit für alle, auch wenn es vielleicht in den Filmen nicht so rüberkommt. Ich meine Legolas und Gimli sind doch eigentlich immer gut gelaunt, oder? Ich würde jedenfalls gern un einer friedlichen Zeit wohnen. Vielleicht sogar am liebsten bei den Hobbits, da gibt es so einige Ähnlichkeiten. Allerdings wäre mir das auf Dauer wahrscheinlich zu langweilig.

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Doch, ich glaube, das ist was dran: er sich da in ein Mittelerde-Leben hineinträumt übersieht mit Sicherheit oft wie schwierig (zumindest aus unserer Sicht) dieses Leben eben auch ist. Das gilt schon für das Leben unter ganz normalen Umständen, da stimmt der Mittelalter-Vergleich schon ganz gut: kein elektrischer Strom, und das Wasser muss vom Brunnen geholt werden. Wer warmes Wasser braucht wärmt es auf dem Herd. Und um das zu können muss erst Feuer im Herd gemacht werden. Und dafür muss man Holz hacken. Und so weiter. Und in einem Kessel über einem Holzfeuer kochen ist deutlich komplizierter als auf einem Elektroherd zu kochen; ich weiß das, weil ich Erfahrung damit habe. - Und richtig ungemütlich wird dann natürlich Reisen unter diesen Bedingungen. Die Reise der Gefährten ist alles andere als ein Vergnügen, auch wenn man sich das oft nicht so richtig klar macht - obwohl, am Caradhras oder in Moria ist das genaugenommen kaum zu übersehen.

Und natürlich gibt es auch die schönen Mittelerde-Gegenden, die Orte wo man denkt dass man sich dort wohlfühlen könnte, Orte wie Bruchtal oder wie das Auenland zum Beispiel. Wobei ich gerade beim Auenland ziemlich interessant finde das da nicht nur die schönen Seiten beschrieben werden sondern auch die Enge und Beschränktheit die es dort eben auch gibt und mit der sich Bilbo dann ja auch recht schwer tut. Irgendwie kann ich ihn verstehen. Dies hier ist auch eine sehr abgelegene und landschaftlich sehr schöne Gegend, und das gefällt mir durchaus gut, aber muss denn deshalb alles gleich so brav und langweilig und fantasielos sein? - Vielleicht ist es kein Wunder dass die einzigen Fanfiction-Texte die ich je geschrieben habe aus Bilbos Sicht geschrieben wurden.

Die Beobachtung dass junge Leute zunehmend weniger mit Tolkien anfangen können, die könnte leider schon zutreffen in vielen Fällen. Wahrscheinlich hat es ein bisschen damit zu tun dass das Erzähltempo ihnen zu langsam ist, dass man da sehr viel lesen oder sehr lange Filme gucken muss, und natürlich auch damit dass diese auf die Natur bezogene und eben nicht technisierte Welt etwas ist das ihnen immer fremder wird. Das war übrigens vor sechzehn oder siebzehn Jahren, als ich  mich zuerst mit dem Thema befasst habe, noch nicht der Fall. Damals war ich noch Lehrerin, und ich bin durch meine Schüler auf Tolkien aufmerksam gemacht worden; damals waren die Filme noch ziemlich neu, und die kannten sie alle und liebten sie sehr. Und sie haben mich dann überredet diese Filme auch zu gucken: "Das müssen Sie unbedingt sehen, das ist was für Sie." Womit sie ja denn auch Recht hatten.

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vor 3 Stunden schrieb gathame:

Doch, ich glaube, das ist was dran: er sich da in ein Mittelerde-Leben hineinträumt übersieht mit Sicherheit oft wie schwierig (zumindest aus unserer Sicht) dieses Leben eben auch ist. Das gilt schon für das Leben unter ganz normalen Umständen, da stimmt der Mittelalter-Vergleich schon ganz gut: kein elektrischer Strom, und das Wasser muss vom Brunnen geholt werden. Wer warmes Wasser braucht wärmt es auf dem Herd. Und um das zu können muss erst Feuer im Herd gemacht werden. Und dafür muss man Holz hacken. Und so weiter. Und in einem Kessel über einem Holzfeuer kochen ist deutlich komplizierter als auf einem Elektroherd zu kochen; ich weiß das, weil ich Erfahrung damit habe. - Und richtig ungemütlich wird dann natürlich Reisen unter diesen Bedingungen. Die Reise der Gefährten ist alles andere als ein Vergnügen, auch wenn man sich das oft nicht so richtig klar macht - obwohl, am Caradhras oder in Moria ist das genaugenommen kaum zu übersehen.

Und natürlich gibt es auch die schönen Mittelerde-Gegenden, die Orte wo man denkt dass man sich dort wohlfühlen könnte, Orte wie Bruchtal oder wie das Auenland zum Beispiel. Wobei ich gerade beim Auenland ziemlich interessant finde das da nicht nur die schönen Seiten beschrieben werden sondern auch die Enge und Beschränktheit die es dort eben auch gibt und mit der sich Bilbo dann ja auch recht schwer tut. Irgendwie kann ich ihn verstehen. Dies hier ist auch eine sehr abgelegene und landschaftlich sehr schöne Gegend, und das gefällt mir durchaus gut, aber muss denn deshalb alles gleich so brav und langweilig und fantasielos sein? - Vielleicht ist es kein Wunder dass die einzigen Fanfiction-Texte die ich je geschrieben habe aus Bilbos Sicht geschrieben wurden.

Die Beobachtung dass junge Leute zunehmend weniger mit Tolkien anfangen können, die könnte leider schon zutreffen in vielen Fällen. Wahrscheinlich hat es ein bisschen damit zu tun dass das Erzähltempo ihnen zu langsam ist, dass man da sehr viel lesen oder sehr lange Filme gucken muss, und natürlich auch damit dass diese auf die Natur bezogene und eben nicht technisierte Welt etwas ist das ihnen immer fremder wird. Das war übrigens vor sechzehn oder siebzehn Jahren, als ich  mich zuerst mit dem Thema befasst habe, noch nicht der Fall. Damals war ich noch Lehrerin, und ich bin durch meine Schüler auf Tolkien aufmerksam gemacht worden; damals waren die Filme noch ziemlich neu, und die kannten sie alle und liebten sie sehr. Und sie haben mich dann überredet diese Filme auch zu gucken: "Das müssen Sie unbedingt sehen, das ist was für Sie." Womit sie ja denn auch Recht hatten.

Ja, es gab ja auch schlimme Dinge in Mittelerde, im Augenland gab es ja beispielsweise auch manchmal lange, harte Winter, und auch so etwas wie bei uns im Mittelalter die Pest, gab es. 
Was ich in den Filmen echt witzig fand war die für das 19. Jahrhundert typische Kleidung der Hobbits, ich hatte sie mir beim Lesen der Romane immer eher in Mittelalterkleidung vorgestellt. 
Ich muss zugeben, wenn ich mich nach Mittelerde träume, dann stelle ich mir natürlich(wie wohl alle Fans) schöne Szenen vor, also Feiern und gut essen mit den Hobbits, unter dem goldenen Blätterdach von Lothlorien wandeln oder in Imladris entspannt dem Rauschen der Wasserfälle lauschen. 
Die schlimmen Orte wie Mordor...dahin träumt sich wohl kaum ein Fan, und auch nicht in irgendein Dorf in Rohan, das gerade von Sarumans Bergmenschen und Orks angegriffen wird. 
Als Fan träumt man sich in die schönen, friedlichen Szenerien rein, nicht in die schlimmen, bedrohlichen(beispielsweise würde wohl kein Fan sich bei einem Tagtraum in Kankras Höhle versetzt sehen wollen) 
Darin ist unsere Welt ja durchaus Mittelerde ähnlich, es gibt auch schöne, idyllische Orte, wo man noch entspannen und die Natur genießen kann, aber es gibt auch Länder in denen Krieg herrscht, und es gibt viel Hunger und Leid in der Welt. Darin ist unsere Welt Mittelerde sehr ähnlich. Es gibt Ruheoasen wie im Auenland oder bei den Elben, aber es gibt auch schreckliche Orte, die niemals freiwillig betreten würde
Und mir geht das eben so, dass ich, wenn ich von Mittelerde träume, vor allem von den schönen, friedlichen Orten träume. Das Auenland war lange Zeit(bevor Saruman und Grima auftauchten) ein Idyll, wo das Leben in gemächlichen Bahnen verlief. Und in Bruchtal und Lothlorien ging es ebenso ruhig und gemächlich zu, es waren Ruheoasen, in die das Böse nicht eindringen konnte. Nur der Düsterwald...das war kein reines Idyll, dort war schon ein großer Teil des Waldes der Finsternis verfallen und es gab grausige Riesenspinnen. Obwohl die Elben im Düsterwald sicherlich auch sehr nette Elben sind, wäre der Düsterwald kein Ort, an dem ich in Mittelerde gerne leben würde, und Thranduils unterirdischer Palast wäre für mich auch nicht das Richtige, obwohl die Elben dort auch schöne Feste draußen im Wald feierten. 

Beim Lesen denke ich dann immer, wie schön das Leben als Hobbit sein muss, geprägt von schönen langen Spaziergängen und gutem Essen und Sitzen am gemütlichen Kamin. 
Oder das Leben in Lothlorien und Imladris, unsterblich, und Jahrhundert für Jahrhundert immer von der Schönheit der Natur umgeben. 
Ich stelle mir das einfach immer schön vor, idyllisch und gemütlich, darüber, dass ganz Mittelerde in großer Gefahr schwebte, bevor der Ring vernichtet wurde, denke ich dann, wenn ich im Roman die idyllischen Szenen lese, gar nicht nach. 

Aber du hast da schon Recht, Mittelerde hat auch seine Schattenseiten, Orte, an die man lieber nicht gehen wollen würde, und auch die Art wie die Gefährten reisten, wäre wohl sehr mühsam. Und Orte wie Moria oder Mordor würde ich wirklich nicht betreten wollen. 

Ich sehne mich in der Tat vor allem nach den schönen, idyllischen Orten Mittelerdes. Ich will unbedingt mal Urlaub im Lauterbrunnental machen, wo Tolkien als junger Mann wandern ging:

 

1884787.jpg.4dc5cf03fbd9fa3355da8c4b509c946d.jpg

Da sieht man eindeutig, dass das Tolkiens Inspiration für Imladris gewesen ist, und dort rauscht auch Wasser die Felsen hinunter, wie im Roman. Ich möchte irgendwann einmal dort Urlaub machen und diesen Ort dann intensiv genießen, denn dieser Ort hat wirklich was von Imladris und ich beneide die Menschen, die dort leben, das muss großartig sein, dort zu leben. 

 

Edited by NerwenArtanis
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vor 12 Stunden schrieb NerwenArtanis:

[...]

Beim Lesen denke ich dann immer, wie schön das Leben als Hobbit sein muss, geprägt von schönen langen Spaziergängen und gutem Essen und Sitzen am gemütlichen Kamin. 
[...]

 

Frodo konnte das ja auch gut tun, er musste ja nicht arbeiten. Für 'normale' Hobbits war das Leben auch nicht so einfach, den ohne Maschinen war vieles auch mit schwerer körperlicher Anstrengung verbunden. (gut, wenn man viel arbeitet kann man auch viel essen ;-)). Bilbo und Gandalf unterhalten sich schön bei einer Tasse Tee am Kamin, während Sam draußen auf den Knien rumkriecht und mit einer Schere das Gras schneidet. Ein Rasenmäher hätte sowas doch sehr erleichtert. Allerdings hätte Sam dann nicht das Gespräch mitanhören können.

Früher hätte ich auch gerne als Hobbit gelebt, mittlerweile bin ich älter und auch etwas eingeschränkt, da hab ich es gerne bequemer. Ich gehe auch gerne raus in die Natur, allerdings eher bei gutem Wetter. Hängt allerdings damit zusammen daß ich draußen arbeite, bei jedem Wetter. Da bin ich dann auch froh über moderne Regenkleidung. Und zelten fahre ich trotzdem noch gerne, allerdings nur im Sommer.

Edited by Cabadaich
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Du hast da gerade eine Sache ins Spiel gebracht die ich vorhin eigentlich auch schon schreiben wollte, aber da war gerade keine Zeit dazu: die Welt von "Herr der Ringe" ist eine Welt sehr deutlicher sozialer Unterschiede. Auch das übersieht man leicht wenn man auf der Suche nach den idyllischen Orten ist an denen man auch gern wäre. - Natürlich wäre man lieber im Auenland als in Kankras Höhle, lieber in Lothlorien als in Mordor, alles andere würde mich jetzt doch sehr wundern. Und das Lauterbrunnental sieht wirklich großartig aus.

Aber wie idyllisch zum Beispiel das Auenland dann  wirklich ist, und vor allem für wen es idyllisch ist, das zu fragen muss schon erlaubt sein. Natürlich betrifft das nicht nur das Auenland. Auch in Lothlorien oder Bruchtal putzt jemand den Dreck weg, wer auch immer. Aber über das Auenland wissen wir halt vergleichsweise am meisten in dieser Hinsicht, deshalb nehme ich jetzt das als Beispiel. Die langen schönen Spaziergänge, das gute Essen und das Sitzen am gemütlichen Kamin, das hört sich wirklich gut an. Bilbo lebt so, und Frodo, Merry und Pippin tun es auch. Das sind halt die Leute die wir kennen lernen, aber ihr Leben ist mit Sicherheit nicht die Norm. Auch wenn es im Auenland keine Adelstitel gibt, so gibt es dennoch die großen bekannten und ziemlich wohlhabenden Familien, die die Oberschicht bilden, aber eben ganz sicher nicht die Mehrheit. Die Mehrheit schuftet, und Leute wie die Brandybucks, Tooks und Baggins können sich halt leisten andere für sich arbeiten zu lassen wenn es um Arbeiten geht die sie nicht selbst erledigen wollen. Und eine Welt ohne Klassenunterschiede ist das Auenland wirklich nur auf den allerersten Blick. In den Filmen wird das spätestens bei Bilbos Geburtstagsparty deutlich. Da ist auch Sam unter den Gästen, immerhin, aber es lohnt sich wirklich seinen"guten Anzug", den er da zweifellos trägt, mit den Anzügen von Bilbo und Frodo zu vergleichen. Dazwischen liegen Welten, sowohl was die Stoffe als auch was die Verarbeitung (und die Kosten dafür) betrifft. - Und, ja, diese Entscheidung die Hobbitkostüme im frühen 19. Jahrhundert anzusieden hat mich auch überrascht, aber irgendwie passt das ziemlich gut.

Übrigens, weil es gerade in den Zusammenhang gehört: schon mal darauf geachtet, dass außer Sam alle in Mittelerde heimischen "Gefährten" praktisch aus dem Hochadel stammen? Aragorn ist der rechtmäßige Erbe von Gondor und Boromir ist der tatsächliche Erbe; Legolas ist der Sohn von König Thranduil; Gimli ist die Nummer vier oder fünf in der Erebor-Thronfolge; und Frodo, Pipppin und Merry kommen aus den vornehmsten Familien des Auenlandes.

Tut mir leid, dass mir solche Sachen auffallen. Wahrscheinlich gucke ich zu genau hin, und dann kriegt die Idylle Risse. Ich hoffe es verdirbt niemandem das Abtauchen nach Mittelerde.

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vor 4 Stunden schrieb gathame:

Du hast da gerade eine Sache ins Spiel gebracht die ich vorhin eigentlich auch schon schreiben wollte, aber da war gerade keine Zeit dazu: die Welt von "Herr der Ringe" ist eine Welt sehr deutlicher sozialer Unterschiede. Auch das übersieht man leicht wenn man auf der Suche nach den idyllischen Orten ist an denen man auch gern wäre. - Natürlich wäre man lieber im Auenland als in Kankras Höhle, lieber in Lothlorien als in Mordor, alles andere würde mich jetzt doch sehr wundern. Und das Lauterbrunnental sieht wirklich großartig aus.

Aber wie idyllisch zum Beispiel das Auenland dann  wirklich ist, und vor allem für wen es idyllisch ist, das zu fragen muss schon erlaubt sein. Natürlich betrifft das nicht nur das Auenland. Auch in Lothlorien oder Bruchtal putzt jemand den Dreck weg, wer auch immer. Aber über das Auenland wissen wir halt vergleichsweise am meisten in dieser Hinsicht, deshalb nehme ich jetzt das als Beispiel. Die langen schönen Spaziergänge, das gute Essen und das Sitzen am gemütlichen Kamin, das hört sich wirklich gut an. Bilbo lebt so, und Frodo, Merry und Pippin tun es auch. Das sind halt die Leute die wir kennen lernen, aber ihr Leben ist mit Sicherheit nicht die Norm. Auch wenn es im Auenland keine Adelstitel gibt, so gibt es dennoch die großen bekannten und ziemlich wohlhabenden Familien, die die Oberschicht bilden, aber eben ganz sicher nicht die Mehrheit. Die Mehrheit schuftet, und Leute wie die Brandybucks, Tooks und Baggins können sich halt leisten andere für sich arbeiten zu lassen wenn es um Arbeiten geht die sie nicht selbst erledigen wollen. Und eine Welt ohne Klassenunterschiede ist das Auenland wirklich nur auf den allerersten Blick. In den Filmen wird das spätestens bei Bilbos Geburtstagsparty deutlich. Da ist auch Sam unter den Gästen, immerhin, aber es lohnt sich wirklich seinen"guten Anzug", den er da zweifellos trägt, mit den Anzügen von Bilbo und Frodo zu vergleichen. Dazwischen liegen Welten, sowohl was die Stoffe als auch was die Verarbeitung (und die Kosten dafür) betrifft. - Und, ja, diese Entscheidung die Hobbitkostüme im frühen 19. Jahrhundert anzusieden hat mich auch überrascht, aber irgendwie passt das ziemlich gut.

Übrigens, weil es gerade in den Zusammenhang gehört: schon mal darauf geachtet, dass außer Sam alle in Mittelerde heimischen "Gefährten" praktisch aus dem Hochadel stammen? Aragorn ist der rechtmäßige Erbe von Gondor und Boromir ist der tatsächliche Erbe; Legolas ist der Sohn von König Thranduil; Gimli ist die Nummer vier oder fünf in der Erebor-Thronfolge; und Frodo, Pipppin und Merry kommen aus den vornehmsten Familien des Auenlandes.

Tut mir leid, dass mir solche Sachen auffallen. Wahrscheinlich gucke ich zu genau hin, und dann kriegt die Idylle Risse. Ich hoffe es verdirbt niemandem das Abtauchen nach Mittelerde.

Ja, da hast du schon Recht. Auch Galadriel hatte ja im Roman Mägde, die ihr beispielsweise den Met reichten, den sie am Ende bei der Verabschiedung der Gefährten als Abschiedstrunk gaben, oder die mit ihr die Mäntel für die Gefährten woben. 
Da sagte ein Elb zu den Gefährten: "Ihr müsst wahrlich hoch in der Gunst der Herrin stehen, sie hat diese Mäntel selbst mit ihren Mägden für euch gefertigt."
Tolkien gehörte ja selbst als Oxford Professor eher zur gehobenen Mittelschicht, und leistete für sein Gehalt vor allem geistige Arbeit. Ich vermute, dass in die Hobbits und in Bilbo viel von ihm selbst eingeflossen ist, er musste zwar arbeiten, aber keine harte, körperliche Arbeit, sondern eine Arbeit, die ihn sehr interessierte, und ihm Spaß machte. 
Wie das Leben dieser Mägde aussah, darüber erfahren wir ja bei Tolkien nicht viel. Aber sicherlich hatten sie keine  Zeit, den ganzen Abend unter den Bäumen zu lustwandeln, sondern einen langen Arbeitstag. Wobei ich schon glaube, dass Galadriel und Celeborn, oder auch Elrond oder Thranduil gerechte und freundliche Dienstherren waren, die ihren Dienern das Leben nicht schwer machten. 
Ja, all die guten Essen, die in Mittelerde serviert wurden, kochen sich ja nicht von selbst. Unter den Elben waren wohl nur wenige Adelige, und nur die wenigsten Hobbits konnten so leben wie Bilbo.
Aber der Roman hätte wohl auch nicht so eine Sogwirkung auf die Leser gehabt, wenn Tolkien eine Welt wie im Mittelalter, mit Hungersnöten, Seuchen und einer strengen Hyrarchie geschildert hätte. 

Und ja, du hast ja recht: Aragorn, Arwen, Elrond, Galadriel, Tranduil, Legolas, Boromir, Faramir, Eowyn, Theoden, Gimli, Merry und Pippen glaube ich auch..da bleibt außer Sam wirklich kaum jemand, der nicht adelig ist. Ja, fast alle Romanfiguren sind Adelige, bei Gandalf bin ich mir nicht sicher, ob er, weil er von den Valar erschaffen wurde, ein Adeliger ist oder nicht. Aber alle anderen Protagonisten/innen stammen aus dem Hochadel Mittelerdes. 
In Peter Jacksons Filmen wurde zumindest ansatzweise auch das Leben der einfachen Bevölkerung eingebaut, als diese Mutter in einem Dorf in Rohan ihre Kinder mit dem Pferd fortschickte, als die Bergmenschen und Orks angriffen. Oder als später alle Frauen und Kinder in den Höhlen von Helms Klamm Zuflucht suchen. 
Und im Hobbit hat er Tauriel eingebaut, eine Figur, die nicht von Tolkien erfunden wurde, und von der ich vermute, dass sie nicht adelig ist. Adelige Frauen hätten sicher nicht Bogenschützen in einer Garde werden dürfen. 
Im Grunde erinnert Herr der Ringe da ein wenig an die Märchen, die viele Kinder mögen, wie die Eiskönigin oder Grimms Märchen, wo es auch immer um den Kampf von meist adeligen Protagonisten gegen das absolut Böse geht, und am Ende steht immer der Sieg des Guten.
Da wäre es schon möglich, dass wir Herr der Ringe so lieben, weil es an die Märchen, die wir aus unserer Kindheit kennen, erinnert? Eben in einer Version für Erwachsene? 

Und nein, es verdirbt mir nicht das Abtauchen nach Mittelerde, ich denke nach wie vor, dass es eine bessere WElt ist als unsere Welt im Mittelalter, wo Könige und Königinnen oft sehr grausame Dienstherren waren, so schlimm hatten es die Mägde, Köche und andere Bedienstete unter den Elben sicherlich nicht getroffen.
Bei Elrond hatte ich sogar den Eindruck, dass er ein sehr volksnaher Herrscher war, denn er traf sich ja mit anderen Elben zusammen in der Halle der Lieder. Darüber, ob dort nur adelige Elben, oder auch Bedienstete waren, schrieb Tolkien nichts, aber ich vermute, dass diese Halle für alle Elben offen war. Bei einem Herrscher unseres Mittelalters durften die Bediensteten aber nicht mit dem Herrscher in der gleichen Halle sitzen und Liedern und Gedichten oder gedichteten Liedern lauschen. 
Und auch Thranduil feierte gemeinsam mit seinem Volk draußen im Wald, wobei auch da nicht erwähnt wurde, ob da nur Adelige mitfeiern durften, oder auch die nicht adeligen Elben.
Über Lothlorien weiß man gar nichts, weil Tolkien da nicht geschrieben hat, welchen Kontakt das Herrscherpaar zu seinen Untertanen pflegte. Und bei allen drei Elbenreichen wird nicht erwähnt, wie viele unter den Elben adelig sind, in Imladris wird aber erwähnt dass Glorfindel, der Frodo rettete, aus altem, mächtigem Adel stammt. 
Und es wird erwähnt, dass Arwen erst kürzlich von Lothlorien zurück nach Bruchtal gereist sei, ich vermute, dass sie viele elbische Bogenschützen als Begleitschutz bekam...in diesen Orkgebieten  mit Sicherheit ein sehr gefahrvoller Job. Auch wegen der Orks war das Leben als elbischer Gardist mit Sicherheit oft so gefährlich wie das eines Ritters in unserem Mittelalter. 

Und es gab auch Adelige, die schlimme Dinge erleben mussten, so wie Galadriels Tochter Celebrian, die in den Höhlen der Orks misshandelt wurde. 
Wenn man die Romane liest, erscheint einem das Reisen in Mittelerde faszinierend schön und aufregend, aber müsste man selbst durch Moria oder Mordor, hätte man wohl nicht den Mut dazu...ich will ehrlich sein: Ich würde mich weder nach Moria noch nach Mordor wagen. 

Aber die Tagträume die gönne ich mir trotzdem weil ich Mittelerde so sehr liebe. Trotz der von dir erwähnten Dinge ist es ein faszinierender Ort, an den ich mich gerne träume(natürlich nur an die schönen Orte Mittelerdes) 

Aber du hast schon Recht, fast alle Charaktere sind Adelige, da ist in den häutigen Fantasyromanen doch mehr Vielfalt, da sind alle Gesellschaftsschichten vertreten.

Und auch der Frauenanteil ist nicht so groß, da sind nur Eowyn, Galadriel, Arwen(die im Roman aber eine sehr kleine Rolle hat) und im Hobbit sind nur Männer, das ist bei heutigen Fantasyromanen auch anders. Aber dafür ist Tolkien die Darstellung von Eowyn und Galadriel sehr gut gelungen.
Aber ich vermute, dass die meisten Frauen in Mittelerde wohl nicht viele Möglichkeiten hatten, was sie aus ihrem Leben machen konnten, genau wie in unserem Mittelalter,  und nur Adelige wie Eowyn und Galadriel da ein paar Freiheiten mehr hatten. Und selbst Eowyn fühlte sich ja oft wie im goldenen Käfig und wäre lieber ein Ritter gewesen. 

Wer Thranduils Frau war erfährt man als Leser/in gar nicht, man kann nur vermuten, dass sie gestorben ist, denn bei den Festen im Hobbit wird nur ein "Waldlandkönig" erwähnt, aber keine Frau die danebensitzt. Natürlich könnte es auch sein, dass sie nur nicht auf dem Fest war....Tolkien hat das leider offen gelassen. Elben sind ja unsterblich, ich glaube, bei Geburten können Elbinnen auch nicht sterben? deswegen ist unklar, ob Legolas Mutter noch lebt oder nicht. Aber es ist zu vermuten, dass auch sie eine Adelige war. 
In Lothlorien sagte Legolas "Ich bin verwandt mit denen da", also stammte seine Mutter vermutlich aus dem Adel von Lothlorien. Nein, keine Tochter von Galadriel und Celeborn, aber ganz sicher die Tochter von dort ansässigen Adeligen.
Im Herr der Ringe kommt Thranduil ja gar nicht vor, wird nur als Legolas Vater erwähnt, und im Hobbit hielt Tolkien die Erwähnung einer Gattin wohl nicht für wichtig. 
Im Hobbit hat Peter Jackson auch, was ich schade fand, keine Ehefrau für Thranduil eingebaut(das wäre mir lieber gewesen als Tauriel), aber das heißt ja nicht dass er nicht eine Frau hatte. Ich glaube auch nicht, dass Legolas Thrandils Thronfolger, sondern ein jüngerer Sohn war, denn den Thronfolger hätte man sicherlich nicht nach Imladris geschickt um dort Bescheid zu sagen, dass Gollum aus dem Düsterwald entwischt ist. 

Trotzdem sind die Romane ein Meisterwerk. Und ich gebe zu, dass ich in den Tagträumen auch schon mal den Frauenanteil bei den Gefährten erhöhe und da noch zwei oder drei Frauen mit den Gefährten reisen lasse, auch in meinen Fanfics mach ich das so. 

Auf jeden Fall hat Tolkien mit Mittelerde bei mir schon früh die Liebe zur Natur geweckt, was sehr viel wert ist, ohne hätte ich die Schönheit der Natur vielleicht niemals so intensiv wahrgenommen. 

 

Edited by NerwenArtanis
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Am 17.11.2021 um 01:51 schrieb NerwenArtanis:

 

Da sieht man eindeutig, dass das Tolkiens Inspiration für Imladris gewesen ist, und dort rauscht auch Wasser die Felsen hinunter, wie im Roman. Ich möchte irgendwann einmal dort Urlaub machen und diesen Ort dann intensiv genießen, denn dieser Ort hat wirklich was von Imladris und ich beneide die Menschen, die dort leben, das muss großartig sein, dort zu leben. 

 

Das ist ein schöner Ort auf dem Bild zum Urlaub machen. Aber da möchte ich leben, nachher läuft dieses Thal bei Stark Regen genauso zu wie das "Aah Thal" dieses Jahr und sämtliche Häuser sind zerstört. Dann habe ich auch nichts mehr vom Mittelerde Feeling. 

 

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Ich finde dies hier immer noch ein eine spannende Diskussion und genaugenommen möchte ich noch eine ganze Menge zu dem sagen was NerwenArtanis gestern geschrieben hat. Aber heute geht es nicht, leider. Zu viel real life. Aber ich melde mich morgen. Zumindest hoffe ich dass das geht.

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vor 23 Stunden schrieb NerwenArtanis:

sie hat diese Mäntel selbst mit ihren Mägden für euch gefertigt."

Was aber heißt, dass die Mägte nicht schlecht behandelt werden. Galadriel hat auch mitgearbeitet. Ich glaube was die Elben angeht haben sie ihre Untergebenen sehr gut behandelt, solange ihr Volk nicht zwiegespalten war oder die Anführer machtsüchtig waren.

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vor 2 Stunden schrieb Elenriel:

Was aber heißt, dass die Mägte nicht schlecht behandelt werden. Galadriel hat auch mitgearbeitet. Ich glaube was die Elben angeht haben sie ihre Untergebenen sehr gut behandelt, solange ihr Volk nicht zwiegespalten war oder die Anführer machtsüchtig waren.

Ja, ich glaube auch nicht, dass Galadriel ihre Mägde schlecht behandelt hat, ich denke, sie und Celeborn waren durchaus freundliche, gerechte Dienstherren. 
Und auch in unserem Mittelalter war es üblich, dass Königinnen mit ihren Mägden zusammen Handarbeit machten, ich glaube, der Teppich von Bayeux wurde von der englischen Königin Mathilda und ihren Mägden oder Zofen gefertigt. Das war also auch in unserem Mittelalter gar nicht so unüblich, dass Königinnen mit Hand anlegte, aber ich vermute, dass in unserem Mittelalter die Königinnen eher nicht beim Weben von Mänteln mitarbeiteten. 
Und in Mittelerde gab es auch einen Unterschied zu unserem Mittelalter: Zumindest bei den Elben Mittelerdes(bei den Menschen bin ich mir da nicht so sicher) waren Mann und Frau ja gleichberechtigt, also Galadriel und Celeborn waren nicht wie Königspaare in unserem Mittelalter, wo meistens der Mann das Sagen hatte. Auch bei Celebrian und Elrond vermute ich, dass diese eine gleichberechtigte Partnerschaft hatten, bevor Celebrian von Orks entführt wurden, und dann in den Westen ging. 
Tolkien nennt Galadriel im Roman ja "die hohe Frau"; was darauf schließen lässt, dass sie eben nicht nur, wie Frauen in unserem Mittelalter, die Frau des Königs war, mit der Pflicht einen Thronfolger zu gebären. 
Ich hab schon den Eindruck, dass bei den Elben die Frauen, obwohl es eine mittelalterliche Welt ist, sich nicht den Männern unterordnen müssen, sondern gleichberechtigte Partnerschaften führen. 

 

vor 15 Stunden schrieb Arwen Mirkwood:

Das ist ein schöner Ort auf dem Bild zum Urlaub machen. Aber da möchte ich leben, nachher läuft dieses Thal bei Stark Regen genauso zu wie das "Aah Thal" dieses Jahr und sämtliche Häuser sind zerstört. Dann habe ich auch nichts mehr vom Mittelerde Feeling. 

 

Ja, da hast du schon Recht, wenn es dort Starkregen gibt, müsste man in der Tat Angst um sein Haus haben. Aber für Urlaub stell ichs mir sehr schön vor, wenn man dann morgens das Wasser von den Felsen rauschen hört, und im Hintergrund die weiße Bergkette sieht, da fühlt man sich bestimmt schon, als ob man in Mittelerde wäre. Tolkien scheint jedenfalls auch von diesem Ort tief beeindruckt gewesen zu sein. 

Edited by NerwenArtanis
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Ich denke eigentlich auch, dass die Elben ihre ja zweifellos vorhandenen Dienstboten (Galadriels Mägde werden ja sogar erwähnt) durchaus gut behandelt haben, das ist sowieso klüger weil man dann bessere Arbeit bekommt. Und natürlich arbeiten auch die adligen Frauen mit, wenn es um solche Dinge wie die Herstellung von Textilien geht, das war tatsächlich auch im realen Mittelalter so. Und eigentlich ist es ja auch logisch: wenn man komplett alle Textilien die gebraucht werden selbst herstellen muss, nicht nur nähen, sondern auch spinnen und weben, dann ist das einerseits eine riesige Arbeit und andererseits eine Arbeit die vergleichsweise sauber und leicht ist. Deshalb war sie für adlige Frauen zumutbar und auch ziemlich selbstverständlich.

Und, stimmt: bei den Elben sind Männer und Frauen offenbar mehr oder weniger gleichberechtigt, was sie im realen Mittelalter nicht waren. Die Bezeichnung Galadriels als "hohe Frau" hat allerdings damit nichts zu tun, die weist sie lediglich als adelig oder sogar königlich aus. Da ist der Vergleich mit "Das Lied von Eis und Feuer"/GOT ganz nützlich, denn dies ist ja nun eine Geschichte die eine spätmittelalterliche Welt ausgesprochen realistisch beschreibt. Da sind Männer und Frauen durchaus nicht gleichberechtigt, trotzdem reden adlige  Ehepartner voneinander als '"mein hoher Gemahl" oder "meine hohe Gemahlin" beziehungsweise Kinder von ihren Eltern als "meine hohe Mutter" oder "mein hoher Vater".

Und natürlich können auch Adligen fürchterliche Dinge passieren. Die Geschichte von Celebrian, die ja nicht nur Galadriels Tochter sondern auch Elronds Frau ist, ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist eigentlich sehr schade dass diese Geschichte nur so am Rande erwähnt wird, ich glaube sie steht sogar nur in den Anhängen. Das ist eine Geschichte die mich sogar dazu bringen könnte noch mal Fanfiction zu schreiben. 

Und auch das stimmt: Frauen sind in Tolkiens Geschichten vergleichsweise unsichtbar. Für die Dinge die er erzählen möchte sind sie unwichtig, also werden sie nicht erwähnt obwohl sie ja zweifellos vorhanden sind oder doch wenigstens waren. Das Beispiel von Legolas' Mutter die es ja eindeutig gegeben haben muss wurde ja hier schon genannt. Aber es ist nicht das einzige Beispiel. Gloin hat einen Sohn, Gimli, aber seine Frau wird nie erwähnt. Bard hat einen Sohn, Bain, aber seine Frau wird nie erwähnt.

Tolkien ging es offensichtlich um Themen wie abenteuerliche Reisen, heldenhafte Kämpfe und den Sieg über das Böse (ein politisches Thema, wenn man so will). Und dies waren einfach alles Dinge, in denen Frauen nichts zu suchen hatten, weil sie dafür nicht geeignet und auch gar nicht daran interessiert waren. Also schrieb Tolkien eben auch meist nicht über Frauen. Immerhin, für ihn war eine Ausnahme wie Eowyn vorstellbar, und das ist für seine Zeit eigentlich schon sehr viel. Denn man muss sich einmal klar machen wie das Frauenbild zu der Zeit war als Tolkien geschrieben hat. Ich kann das vielleicht noch eher, weil ich ungefähr gleichaltrig mit "Herr der Ringe" bin. Damals waren Frauen zwar laut Grundgesetz gleichberechtigt, aber eben nicht tatsächlich. Eine verheiratete Frau durfte zum Beispiel nur dann berufstätig sein wenn sichergestellt war dass sie deshalb ihre '"häuslichen Pflichten" nicht vernachlässigen würde und wenn ihr Mann es ihr erlaubte. Gutes Beispiel für das damalige Frauenbild: in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es bei ARD und ZDF erstmals Frauen als Nachrichtensprecherinnen (in der DDR ging das schon zehn Jahre früher). Und viele Leute, einschließlich der männlichen Kollegen, fanden dass Frauen für diese Arbeit absolut ungeeignet seien, denn Frauen verstünden nichts von Politik und Sport, und außerdem würde eine "richtige Frau" bei traurigen Nachrichten mit Sicherheit in Tränen ausbrechen. - Kein Kommentar. -

Der Vergleich von Fantasy-Geschichten, in die man sich "fallen lassen" kann, mit Märchen finde ich übrigens sehr gut. Denn da gibt es ja wirklich viele Ähnlichkeiten sowohl vom "Personal" als auch von den Handlungselementen her. Und Märchen können Leute ja auch total faszinieren. Wobei man sich natürlich klar machen muss, dass Märchen ursprünglich ja keineswegs Kindergeschichten waren, zu reinen Kindergeschichten wurden die erst in den letzten zweihundert Jahren. Und da gab es ja dann zeitweise auch die Tendenz Märchen zu verändern und "kindertümlicher" zu machen was dann vor allem bedeutete dass man die schlimmsten Brutalitäten ausließ. Denn viele Märchen sind ja nun einmal im Original extrem brutal, auch sehr bekannte wie "Schneewittchen".

 

  • Looove 1
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Ich würde auch sehr gerne in Mittelerde leben,so in Bruchtal und Lothlorien wohnen. :girl_in_dreams:

Aber es ist leider nur ein fiktiver Ort,und es gibt auch,auf unserere Welt auch viele schöne Orte so Neuseeland,Schweiz,Großbritanien  etc.

Finde es auch traurig das viele Menschen kein Herz für den Umweltschutz haben,mich regt es immer wieder auf wenn die Leute ihren Müll achtlos in die Natur werfen.:mecker:

Anstatt ihn in den nächst besten Mülleimer zu werfen,wenn der Müll gerade frisch auf dem Boden liegt,heb ich ihn einfach auf und werf ihn im Mülleimer.

Und ja ich liebe es im Wald zu sein ob zu Fuss oder zu Pferd zu reiten,bei mir ist der Odenwald nur paar Metern entfernt.Und finde das er Mittelerde ähnlich sieht. :love:

 

 

  • Looove 2
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