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Fanfiktion-Geschichen= Wie steht ihr dazu


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Geschrieben (bearbeitet)
Am 28.2.2024 um 15:25 schrieb nerd:

Jedoch lese ich keine erotischen Fanfictions.   Sowas hat zwar seine Berechtigung, ist meiner Meinung nach jedoch etwas, was hauptsächlich jugendliche Fans schreiben.  Ich selbst kann mit sowas garnichts anfangen.

Ich denke einfach das es Geschmackssache ist, der eine mag es der andere nicht. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass nur junge Menschen und Jugendliche hauptsächlich erotische Fanfiktion lesen und schreiben. Ich bin schon ganz lange aus dem Jugendlichen Alter raus und mag Slash Fanfiktion. Es kommt aber für mich  auch auf den Schreibstil des Autors an. Wenn ein Fanfiktion Autor sehr schön und gefühlvoll schreibt gefällt es mir, schreibt ein Autor sehr derb gefällt es mir nicht. Natürlich muss eine Geschichte schön sein und vom Inhalt her interessant sein. So sehe ich es so aber mit allen Fanfiktion Bereichen. Es kommt immer auf den Schreibstil des Autors an und ob mir die Geschichte vom Inhalt her gefällt. Ich merke ja schon beim Lesen ob mir der Schreibstil gefällt oder nicht und mit dem Inhalt ist es das selbe für mich. Wenn es mir nicht gefällt, lese ich eben nicht weiter. Wenn mir eine Geschichte gefällt, aber der Autor/ Autorin  Rechtschreibe Fehler macht, lese ich trotzdem weiter. Es kommt ja auch auf das Alter der Autoren an, aber auch jungen Menschen sollte man eine Chance geben und sie können auch gut sein.

Bearbeitet von Arwen Mirkwood
  • 1 Jahr später...
Geschrieben

So, gut 7 Jahre nach Erstellung dieses Themas gebe ich auch mal "meinen Senf" dazu. Ich empfinde Fanfiction als zweischneidiges Schwert. Einerseits, wie auch so viele hier bereits gut erläutert haben, ist es eine hervorragende Möglichkeit, eine Geschichte eines Buch-und oder Filmuniversums nach dessen Beendigung weiter zu führen, etwas eigenes daraus zu erschaffen, Szenen neu zu interpretieren, Dinge aus einem anderen Winkel zu beleuchten ohne den Wert und die Achtung des original Werkes in den Schatten zu stellen oder einen "Abklatsch" kreieren zu wollen. 

Zum negativen Aspekt zählen auch für mich, die oft scheinbar überhastet "rausgerotzten" Storys, die hinten und vorne keinen Sinn ergeben, Charaktere bis zur Unkenntlichkeit verdreht werden und die teils "unlogischen", überstürzt wirkenden und oft (sry) sehr schlecht geschriebenen Erotik Szenen, die dem Begriff Fanfiktion bei "Außenstehenden" oft einen klischeehaft bitteren Stempel aufdrücken. Ich selbst bin Autor zahlreicher, oft unveröffentlichter Werke (wenn ich es so betiteln darf) und lasse mir Zeit, eine solide Story auszuarbeiten, was sich schonmal schnell über ein halbes Jahr bis Jahr hinziehen kann, und ich glaube genau da liegt die Krux. Die Leser verlangen bei guten Storys nach mehr, was bei Teil- bzw. Kapitelhafter Veröffentlichung den Autor mal schnell gerne in die Hektik des Nachlieferns versetzt. Worauf ich mit diesem Punkt hinaus will ist, dass nicht alle Storys einen Mangel durch fehlendes Talent aufweisen, sondern Teils auch durch "Druck von Außen" entstehen. 

Sry, sooooo lang sollte mein Beitrag eigentlich gar nicht werden *grins*

Geschrieben

Es ist ja auch nicht jeder Buchautor gut, der schon einen Namen hat. So ist es uch bei den Fanfiktion Autoren, der eine hat einen guten Schreibstil und gute Ideen und der andere eben nicht. Natürlich sollten wir auch immer das Alter eines Autors  beachten, denn die jüngeren Menschen haben eben "nicht immer" einen so ausgereiften Schreibstil bzw. Sprachschatz wie ein erwachsener Mensch. Aber mit dem Druck könntest du Recht haben.

Ich lese gerne Kurzgeschichten oder Geschichten mit weniger Kapiteln, vielleicht gehen einem da auch weniger die Ideen aus..

 

Geschrieben
Am 29.2.2024 um 16:23 schrieb nerd:

In meiner Jugend war ich groß in der Anime/Mangaszene unterwegs und dort wurden erotische Fanfics zu 99% von weiblichen Fans im Alter von 20 - 30 geschrieben.   Natürlich schreiben nicht nur jugendliche solche Fanfics aber ein großer Teil.

Ich denke männliche Fans können genauso gut erotische Fanfiktion schreiben, wie weibliche 😉.  Ich denke das ist so gleichmäßig verteilt bei Männern und Frauen. Aber bei den Erotik Filmen,  die so  im Fernsehen laufen, werden diese oft von Männern für Männer produziert, habe ich auf jeden Fall so das Gefühl 😉. Ich kann mich aber auch täuschen.....

Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb Arwen Mirkwood:

Es ist ja auch nicht jeder Buchautor gut, der schon einen Namen hat. So ist es uch bei den Fanfiktion Autoren, der eine hat einen guten Schreibstil und gute Ideen und der andere eben nicht. Natürlich sollten wir auch immer das Alter eines Autors  beachten, denn die jüngeren Menschen haben eben "nicht immer" einen so ausgereiften Schreibstil bzw. Sprachschatz wie ein erwachsener Mensch. Aber mit dem Druck könntest du Recht haben.

Ich lese gerne Kurzgeschichten oder Geschichten mit weniger Kapiteln, vielleicht gehen einem da auch weniger die Ideen aus..

 

Eben, ich wollte damit sich nicht andeuten, dass Fanfictions von jüngeren Autoren "automatisch" schlecht sind. Ich befürworte es, wenn die Jugend gefallen am Schreiben und Lesen findet und der Kreativität freien Lauf lässt. Ganz im Gegenteil, ich finde es eher etwas schade (auch wenn ich mich da jetzt weit aus dem Fenster lehne) dass sich die jüngeren Autoren nicht trauen, an "erfahrene, ältere Hasen" mit wie du so schön erwähnt hast "ausgereifterem Wortschatz"  für eine Beta Lesung zu wenden. Denn genau so kommen dann Kommentare zustande, die gerade den unerfahrenen auch schnell den Mut oder gar ganz die Lust am Weiterschreiben nehmen. Obwohl es sich ja oft tatsächlich nur um den "Feinschliff" handelt, der ja perse keine Kritik an der Idee hinter der Story darstellt.

Geschrieben

Es wird ja auch oft schon die Rechtschreibung der jüngeren Autoren kritisiert und das gefällt  mir persönlich nicht, die jungen Leute sollten erst Mal Schreiben, wenn sie Spaß haben.  Wie oft habe ich hier einen Tippfehler oder habe auf die Autokorrektur nicht geachtet.  Viel Schlimmer finde ich es, wenn die Rechtschreibung und die Formulierung bei den älteren Autoren nicht so gut ist.  Es gibt aber auch junge Autoren, die sehr schön schreiben.  Für mich ist es wichtig, dass eine Geschichte schön, mit Gefühl und interessant und mit Spannung formuliert ist. Natürlich muss die Handlung auch gut sein. Aber über Rechtschreibefehler lese ich einfach hinweg. Ich sage mal so, es kommt immer darauf an wie eine Kritik formuliert ist. 

Geschrieben
vor 10 Stunden schrieb Arwen Mirkwood:

Es wird ja auch oft schon die Rechtschreibung der jüngeren Autoren kritisiert und das gefällt  mir persönlich nicht, die jungen Leute sollten erst Mal Schreiben, wenn sie Spaß haben. 

Das sehe ich anders: wenn Autoren möchten, dass ich mir die Zeit nehme ihre Texte zu lesen, dann erwarte ich auch, dass sie selbst sich die Zeit genommen haben die Texte in einen lesbaren Zustand zu bringen. 
Eine Geschichte sollte nun mal nicht schnell hingerotzt sein, sondern durchdacht und korrekturgelesen. (Tolkien ist ein gutes Beispiel dafür wie oft professionelle Autoren einen Text überarbeiten, bevor sie ihn irgendjemandem vorlegen.) 
 

And that's the hill I'm willing to die on.

Geschrieben

Am PC im Word-Programm hat jeder Mensch ein Rechtschreibe- Korrektur- Programm  was man über einen Text laufen lassen kann, sogar am Smartphone. Auf diese Weise sehe ich die Rechtschreibe- Fehler und kann sie beheben. Am Smartphone oder Tablett ist das nicht so einfach. Ich merke es selber wenn ich schreibe. Ich habe das Wort im Kopf verrutsche an der Tastatur des Smartphones und zackt da steht ein falsches Wort. Bevor ich eine Geschichte oder einen Bewerbungstext am PC schreibe, habe ich ihn vorher schon an einem Block vorgeschrieben und formuliert und brauche nur noch ab zu tippen. Wahrscheinlich machen viele Autoren dies nicht. Aber wenn jetzt einer der Fanfiktion Autoren mal ein Wort falsch geschrieben hat, weil er dies übersehen hat und das der Geschichte nicht schadet, stört es mich nicht.

Viel schlimmer finde ich es, wenn unsere Landsleute ihre Muttersprache in Wort und Schriftform nicht beherrschen.  

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb beadoleoma:

And that's the hill I'm willing to die on.

Ist da noch Platz auf dem Hügel?

Die Dosis macht das Gift. Mal ein Fehler auf 100 Seiten ist nicht wild. Das passiert auch professionellen Lektoren mal. Aber wenn sich die Fehler häufen, dann ist das ein Problem. Meine Toleranzschwelle ist da vielleicht höher als beas, aber immer noch recht niedrig, denke ich.

Und sorry, Korrekturlesen vorm Abschicken von Nachrichten ist am Phone/Tablet genauso einfach wie am Rechner. Wer das nicht hinbekommt, sollte längere Texte dann viellicht nicht am Phone/Tablet schreiben, wenn sie zur Publikation gedacht sind.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Octopi:

Ist da noch Platz auf dem Hügel?

Für dich doch immer! :-O

Zitat

Die Dosis macht das Gift. Mal ein Fehler auf 100 Seiten ist nicht wild. Das passiert auch professionellen Lektoren mal. Aber wenn sich die Fehler häufen, dann ist das ein Problem. Meine Toleranzschwelle ist da vielleicht höher als beas, aber immer noch recht niedrig, denke ich.

Genau das. Alle machen Fehler. Ich habe auch schon genug Mist verschickt, weil ich es eilig hatte und mir Autocorrect mit kreativen Ideen in den Rücken gefallen ist.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen einer Textnachricht, an einen Kumpel in der U-Bahn schnell am Telefon geschrieben, und einer Geschichte, die ich für die Allgemeinheit veröffentliche.

*geht jetzt weiter darüber nachgrübeln wo @Octopi ihre Toleranzschwelle ansetzt* 

Geschrieben
vor 17 Minuten schrieb Octopi:

längere Texte dann viellicht nicht am Phone/Tablet schreiben

Ist eh ne ziemlich Qual, oder? Apropos ... ;-)

 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Octopi:

Ist da noch Platz auf dem Hügel?

Die Dosis macht das Gift. Mal ein Fehler auf 100 Seiten ist nicht wild. Das passiert auch professionellen Lektoren mal. Aber wenn sich die Fehler häufen, dann ist das ein Problem. Meine Toleranzschwelle ist da vielleicht höher als beas, aber immer noch recht niedrig, denke ich.

Und sorry, Korrekturlesen vorm Abschicken von Nachrichten ist am Phone/Tablet genauso einfach wie am Rechner. Wer das nicht hinbekommt, sollte längere Texte dann viellicht nicht am Phone/Tablet schreiben, wenn sie zur Publikation gedacht sind.

Vorab: Ich stimme dir im Grunde zu, aber...

"Mal ein Fehler auf 100 Seiten" finde ich jetzt aber auch schon eher sehr hoch gegriffen. Es kommt ja auch darauf an, wieviele Wörter Autoren auf eine Seite packen. Ich habe das ganze jetzt mal für meine aktuelle Story runter gebrochen.

"Für 51.000 Wörter mit Schriftgröße 11 Arial kannst du je nach Zeilenabstand und weiteren Formatierungen mit etwa 100 bis 250 A4-Seiten rechnen." (Zitat KI) 

Ich für meinen Teil schreibe sehr kompakt und hole das Maximum aus jeder Seite raus, wenn man das also jetzt mal so rechnet, kannst du zu einhundert Prozent davon ausgehen, dass minimum 5.000 Wörter davon in irgendeiner Weise einen Fehler aufweisen, sei es durch vertippen, Autokorrektur oder auch fehlerhafte Autokorrektur. Denn was ich festgestellt habe ist, dass diese Programme oft nicht mit verschachtelten Sätzen klarkommen und sich bei dem vermeintlich korrigiertem Fehler nur auf das darauf folgende Wort beziehen. Die Klassiker hier sind: diese/dieser/diesen/diesem, ein/eine/einer/eines etc. demselben Prinzip folgend. 

Natürlich ist es etwas ganz Anderes, wenn sich die Fehler jetzt auf, ich weiß nicht, 30 aufeinander folgenden Seiten häufen. In dem Fall stimme ich dir zu, dass der Text einfach nicht gründlich genug Korrektur gelesen wurde. Doch tatsächlich wird man irgendwann, gerade bei so großen Storys wie meinen, blind für marginale Fehler, oder hört nach der dritten Satzbauumstellung irgendwann einfach auf, nach weiteren "sprachlich noch niveauvolleren" Alternativen zu buddeln. 

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Blauborke:
vor 4 Stunden schrieb Octopi:

längere Texte dann viellicht nicht am Phone/Tablet schreiben

Ist eh ne ziemlich Qual, oder? Apropos... 

Das war klar, oder? Sod's Law und so... 

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Octopi:

Das war klar, oder? Sod's Law und so... 

Gegen die universellen Gesetze sind wir machtlos :yes: 

  • 6 Monate später...
Geschrieben

@Arwen Mirkwood

Zu deinen Fragen:

Wie steht ihr zu Fanfiktion?

Ich habe zwischen 2004 und 2017 selbst Fanfics geschrieben, die ich auf Fanfiktion.de veröffentlicht habe, ich habe Beta-Lesung für einige andere Autorinnen und Autoren dort gemacht. Insofern bin ich durchaus für diese Art zu schreiben.

Lest ihr sie gerne?

Außer Beta-Lesung eher weniger, schon um nicht in die Versuchung zu geraten, Ideen anderer zu übernehmen.

Wie steht ihr zu Mary-Sue-Geschichten?

Sind mir der pure Graus.

Wie steht ihr zu Slash-Geschichten?

Die sind wirklich nicht meins. Das heißt nicht, dass ich homophob wäre. Jede(r) soll so leben, wie er/sie/es gerne möchte, das habe ich nicht zu beurteilen. Darüber schreiben können gerne andere, die sich in diese Welt hineinversetzen können. Ich lasse es, ich lese es auch nicht.

Ganz zu Anfang meines Interesses für HdR und von den Begriffen der Fanfiction komplett unbeleckt, bin ich auf eine Geschichte gestoßen, die die Bezeichnung Slash trug und eine Szene aus TTT thematisierte: Legolas‘ Suche nach Aragorn nach dessen Absturz im Kampf gegen die Warge. Nach etwa der Hälfte des Textes stieß ich auf eine eindeutig erotische Formulierung, die Legolas als Gedanke zu Aragorn ins Gehirn gelegt wurde – und war erst einmal schockiert. Aragorn hatte doch Arwen, wollte den Bund mit ihr eingehen! Nein, der würde seine Frau (oder Verlobte zu diesem Zeitpunkt) nie betrügen! Wie gesagt: Den Begriff Slash kannte ich bis dahin nicht, danach war mir klar, was in so markierten Geschichten zu erwarten war.

Da ich in meinen Geschichten grundsätzlich den Canon einhalte, verwende ich also auch die von den Ursprungsgautorinnen und –autoren gewählte sexuelle Orientierung und das ursprüngliche Pairing (Es sei denn, die Erfindenden haben keines hinterlassen. Dann nehme ich mir die Freiheit, eines zu erfinden, das hoffentlich passend ist.)

@Alsa Du hast schon Recht, dass ein/eine Ursprungsautor/-autorin ein Gesamtwerk erschafft und dafür Charaktere und deren Umwelt aufeinander abstimmt. Letztlich beginnt es aber fast immer mit einem Charakter, der der Ausgangspunkt des Gesamtwerks ist, und um den (oder die) die Welt und damit die Geschichte herum gebaut wird. Tolkien ist eine Ausnahme; sein Ausgangspunkt sind die Sprachen Sindarin und Quenya.

In der Fanfiction ist – auch das stimmt in deiner Annahme – ein bestimmter Charakter die Grundlage für die Fortführung/Ausschmückung der Ursprungsgeschichte.

Wobei ich dir widerspreche ist die Annahme, der Charakter werde in der Fanfiction grundsätzlich aus dem Gesamtwerk „herausgebrochen“. Es gibt reichlich Fanfiction, die die gewählten Charaktere in ihrer ursprünglichen Welt belässt und die neuen Handlungsstränge auch in dieser Welt weiterführt.

Meist wird in der Fanfiction aber nicht nur eine einzige Person herausgegriffen (außer bei Crossover oder Versetzung in die reale Welt), sondern das Umfeld mitbearbeitet. Heißt: Wenn z. B. Frodo in einer Fanfic die zentrale Rolle spielt, kannst du sicher sein, dass Sam, Merry und Pippin nicht weit weg sind und dass Gandalf, Aragorn und Legolas auch mit von der Partie sind, dass sich Orks und/oder Ents darin befinden.

Was auch in der Fanfiction vorkommen kann, sind alternative Abläufe (auch alternative Universen genannt) oder Crossover, bei den zwei oder auch mehr Fandoms miteinander verknüpft werden.

Alternative Abläufe/Alternative Universen: Dabei wird zum Beispiel ein anderes Ende dargestellt: Im Original stirbt der Charakter, in der Fanfiction überlebt die Figur. Wenn dies an die ursprüngliche Welt gekoppelt ist, ist auch dies kein Herausbrechen des Charakters aus dem Gesamtwerk. Unter diesem Aspekt könnte sogar Wolfgang Petersens Troja als Fanfiction mit alternativem Ablauf einsortiert werden, denn Paris überlebt in seiner Version, Menelaos stirbt, Helena kehrt nicht nach Sparta zurück.

Herausgebrochen wird ein Charakter dann, wenn dieser in eine andere Welt versetzt wird – zum Beispiel, dass ein Charakter aus dem HdR-Bereich in die reale Welt der Gegenwart kommt oder mit einem selbst erfundenen Charakter in der Ursprungswelt zusammengespannt wird und die übrigen Charaktere der Ursprungswelt von diesem verdrängt werden oder der Charakter in einem Crossover verwendet wird. Letzteres ist aber nicht zwingend eine Katastrophe.

Mit einer Versetzung in die Gegenwart oder dem Verknüpfen mit einem selbst erfundenen Charakter habe ich immer ein Problem, weil es dann meistens auf eine Mary Sue hinausläuft.

Ein Crossover entwickelt einen Charakter aus einem Fandom in einem anderen Fandom weiter – beispielsweise wird ein Charakter aus HdR in die Welt von Fluch der Karibik versetzt. Wenn der/die Autor/Autorin es einigermaßen geschickt anstellt und den betreffenden Charakter nicht komplett verbiegt, kann das eine Bereicherung sein.

 

Für mich war bei meinen Fanfics immer wichtig, die Charaktere gut kennen zu lernen, ihre Handlungsweise zu analysieren, ihre Absichten und Möglichkeiten zu verstehen und sie unter diesen Voraussetzungen weiterzuführen – mit neuen Handlungssträngen, ja; aber in ihrer Welt, so wie sie von der erfindenden Person gedacht war.

 

Die Arbeit an Fanfiction kann – gerade für Anfänger – ein gutes Mittel sein, sich mit den Charakteren zu beschäftigen, ohne eine ganze Welt neu erfinden zu müssen. Es kann sogar eine gute Übung für das Fach Deutsch sein, wenn es an die Charakterisierung von literarischen Figuren geht.

 

Rechtschreibung: Da gebe ich diversen Usern hier Recht: Die ist bei leider relativ vielen Fanfics unter aller Sau. Ich habe mich oft als Beta angeboten, um das zu entschärfen und den Autoren bzw. Autorinnen mitgeteilt, dass es besser ist, sich einen Duden anzuschaffen und ihn nicht nur im Bücherregal stehen zu haben, sondern auch zu benutzen.

Diese grottenschlechte Rechtschreibung ist eine der Folgen der schon seit Jahren grassierenden Bildungsmisere. Manche nennen das „kreative Rechtschreibung“. Mir krempelt sich der Fleck um, wenn ich das als Ausrede zu lesen bekomme. Rechtschreibhilfen in den diversen Computerprogrammen sind nur teilweise eine Hilfe. Sie markieren zwar ein falsch geschriebenes Wort, aber Eigennamen, auch Ortsnamen mit von der aktuellen Rechtschreibung abweichenden Schreibweise müssen der erst beigebracht werden – von Fantasienamen wie Gandalf oder Legolas ganz abgesehen. Wenn ich da an die Textvorschläge bei Smartphone-Texten denke, wird mir auch ganz anders.

Wer nämlich einen Text ohne nochmaliges Lesen einfach abschießt, übersieht auch richtigerweise markierte Schreibfehler oder ein vom Textvorschlag übernommenes Wort, das überhaupt nicht in den Kontext passt.

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