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Inhalte mit der höchsten Reputation seit 28.12.2025 in Beiträge anzeigen

  1. Netflix fordert von seinen Synchronsprecherinnen und -sprechern, dass diese der Firma erlauben, mit ihren Stimmen deren KI zu trainieren - unentgeltlich selbstverständlich. Zurzeit möchte Netflix KI-generierte Stimmen in der Programmwerbung einsetzen, vorgeblich "um Prozesse zu beschleunigen". Synchronsprecherin Vivien Faber hat auf Bluesky darüber informiert, dass die deutschen Synchronsprecher:innen die Arbeit unter diesen Bedingungen verweigern. Außerdem gibt es eine Petition des Berufsverbandes VDS. Wer - wie ich - findet, dass die Synchronsprecher im Recht sind, kann die Petition online unterschreiben.
    4 Punkte
  2. Ja, das ist toll, oder? Plains of Yonder, also das Studio, das die Titelsequenz entwickelt hat, beruft sich übrigens auf die Musik der Ainur als Inspirationsquelle.
    3 Punkte
  3. Schöne Zeichnungen und sehr detailliert. Ich kann nur ausmalen 🤣😂
    3 Punkte
  4. Hier hat sich ja wirklich laaaaange nichts getan ... Dennoch will ich es versuchen und euch mal meine neuesten Werke nach 15 Jahren Zeichnen-Abstinenz zeigen. Wer erkennt, wen ich da von Screenshots abgezeichnet habe? Und wie findet ihr das Ergebnis? Die Hände sind erstmal reine Übungsskizzen, da habe ich mir beim Drumherum noch nicht so viel Mühe gegeben. Eigentlich bin ich seit meiner Jugend im Manga-Stil verhaftet, aber hierfür habe ich mich jetzt endlich mal dem realistischen Stil gewidmet. Und immernoch vermeide ich Hintergründe ... Beim nächsten Projekt wird sich das hoffentlich ändern.
    3 Punkte
  5. Ich habe die Serie erst durch die FreeTV-Ausstrahlung bei ZDFneo im Oktober/November entdeckt und war vom Soundtrack sofort angetan. Sogar so sehr, dass ich meine bisherige Streaming-Dienst-Verweigerung aufgegeben habe, um den gesamten Soundtrack sofort bei Spotify hören zu können. Darüber hinaus habe ich mir den Blog von Bear McCreary durchgelesen, in dem er für jede Episode sein Herangehen an das Komponieren erklärt, Lyrics angibt und seine "Hintergedanken" erläutert. Allein, dass die Melodien von Halbrand und Sauron ein musikalisches Palindrom darstellen! Blow my mind. Seit Wochen läuft der Soundtrack bei mir rauf und runter. Ich finde ihn unheimlich facettenreich, die Themen der einzelnen Figuren/Orte lassen sich gut unterscheiden. Schon beim Schauen der Serie war ich besonders von "Khazad-Dûm" und "Númenor" beeindruckt. Es gibt eigentlich kein Stück, das mir nicht gefällt. Die vielen verwendeten Instrumente bieten eine enorme Bandbreite. Das Rhûn-Thema erinnert mich an die Serie "Xena", dort wurden auch solche Frauenchöre eingesetzt. Wundervoll! "Durin IV" passt hervorragend zum Charakter, die Melodie klingt so schön verschmitzt. Das Hackbrett (engl. hammered dulcimer) finde ich eine tolle Instrumentenwahl. Und mir persönlich gefällt es, dass dieser Soundtrack meistens deutlich anders klingt als der von HdR. An manchen Stellen sind kleine Ähnlichkeiten zu entdecken. Die verschiedenen Lieder gefallen mir alle, "Where the shadows lie" war sofort mein Favorit. Ein bisschen düster und melancholisch. Und beim Mitsingen kann ich alles geben, von fast Flüstern bis Vollgas mit Tremolo. Mir fiel auch gleich auf, dass man die Textzeile "One ring to rule them all ...." (also die Ringinschrift) auch in Schwarzer Sprache singen kann, die Silbenverteilung passt hervorragend. Ich bin Chorsängerin und muss immer wieder neue Melodien und Texte lernen, aber für die wundervollen Lieder aus RoP habe ich nur wenige Tage gebraucht, so sehr haben sie mich berührt. "Golden leaves" ist so wunderschön, dass ich beim Mitsingen regelmäßig feuchte Augen bekomme. "The Last Ballad of Damrod" fand ich einen tollen Einfall von McCreary, meinetwegen hätte es noch etwas mehr Richtung Metal gehen können, es wirkt fast noch ein bisschen brav. Die auf den ersten Blick vielleicht unspektakuläre Melodie von Adar ist so passend! Vor allem auf der Ney-Flöte in Staffel 2, das spiegelt sein fast flüsterndes Sprechen sehr gut. Und dann der Drumbeat, der auch in sämtlichen Stücken bezüglich der Uruks vorkommt! Ich mag McCrearys Vorliebe für starke Percussion. Und dass er einen finnischen Schrei-Chor eingesetzt hat! Wie sie immer wieder Nampat sha-gash! Nampat bagronkat! (und anderes) rufen, ein irrer Effekt! Adar fand ich von Beginn an einen interessanten Charakter, so richtig beeindruckt hat mich dann die Darstellung von Sam Hazeldine und so wurde er zu meinem favorisierten Charakter. Deshalb war der Verrat seiner Uruks ein Schock - hier hat McCreary es geschafft, die Sterbeszene auf wundervolle Weise zu untermalen und Adar eine angemessene Totenklage zu geben. In der Eröffnungsszene der zweiten Staffel im Stück "Dawn of the Second Age" kommt bei der Kampfszene zwischen Sauron und den Uruks eine Stelle, an der der Rhythmus einen neuen Twist bekommt, kombiniert mit Chorgesang, bevor die hohe Kinderstimme Saurons entfliehende Seele verdeutlicht. Dieser Rhythmus ist in der Serie nur schwer durchzuhören, bei all den Sounds von klirrenden Klingen, Messerstichen und spritzendem Blut. Es lohnt sich, sich das mal separat anzuhören.
    3 Punkte
  6. Das ist so ein knuffiges, kleines Buch - da konnte ich einfach nicht widerstehen. Alles an der Pocket Edition ist kleiner als im Original und es wirkt dicker, obwohl es das nicht ist. Irgendwie passt das Format also kongenial zum Titel - und ich hab so viel Spaß mit dem Hobbit wie schon lange nicht mehr.
    3 Punkte
  7. Gestern noch etwas über die Emily Wilson Übersetzung der Odyssee gesehen. Alleine zu ihrer Übersetzung eines einzigen Wortes, dass Odysseus als polytropos beschreibt, gibt es offenbar 'ne Menge Diskussionen, weil es sonst vielfach als viel bereist, oder schlau übersetzt wird, sie es aber als kompliziert wiedergibt. Gibt direkt dem Charakter einen ganz anderen Zug. Irgendein LLM hätte auch wieder nur das ausgespuckt, was ohnehin bis dato die Mehrheitsübersetzung war. Schon traurig zu sehen, wie wenig Respekt die Menschen, die über sowas entscheiden, für die Kunst haben, mit der sie sich eigentlich ihr ganzes Leben lang beschäftigen und mit der sie ihr Geld verdienen. Letzteres scheint dabei wohl sehr viel höher auf der Prioritätenliste zu stehen.
    2 Punkte
  8. Das klingt ja richtig gruselig. Wenn man bedenkt was eine Übersetzung für Auswirkungen zum Guten oder Schlechten haben kann. Ich finde auch automatische Übersetzungen oder KI Stimmen ganz schlimm.
    2 Punkte
  9. Die gleichen Bestrebungen gibt es natürlich auch für Buchübersetzer. Weil das ja nicht so schwer sein kann Literatur zu übersetzen...
    2 Punkte
  10. Diese Kurzgeschichte spielt im Rahmen der letzten Folge von Staffel zwei der Amazon-Prime-Streaming-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“, nach dem Tod des Ork-Anführers Adar. In meiner Geschichte wird statt „Ork“ der Begriff „Uruk“ verwendet. (Dies ist schlicht die Übersetzung des Sindarin-Wortes in die Schwarze Sprache.) Die weiteren Aussprüche in Schwarzer Sprache habe ich der Serie entnommen. Dies ist die erste Fanfiction, die ich veröffentliche. Vielen Dank an @Maethnibenis für die Ermunterung und fürs beta-Lesen! Letztes Geleit für Adar Adar lag blutüberströmt mit leerem Blick auf dem mit Kiefernnadeln bedeckten Waldboden. Das Blau seiner toten Augen leuchtete im Sonnenlicht, das in einem schmalen Strahl durch die Wipfel der Bäume auf sein Gesicht fiel. Seine Kinder hatten immer wieder auf ihn eingestochen, nachdem Glûg den ersten Stich getan hatte. Adar hatte sich in keiner Weise gewehrt, hatte sich seinem Schicksal gestellt. Er hatte das Vertrauen seiner Kinder verloren, er hatte zu viel von ihnen verlangt. Wofür hätte er dann noch weitermachen sollen? Ohne seine Kinder wäre das Leben für ihn bedeutungslos geworden, wie sein Name. Glûg verneigte sich vor Sauron. „Eure Befehle, Fürst Sauron?“ „Löscht Eregion aus, lasst keine Elben am Leben. Aber bringt mir ihre Anführer.“ „Hail Zambatuk! Durbol thralkur! – Heil Sauron! Dem neuen Dunklen Herrscher!“ Der vom Uruk-Hauptmann ausgesprochene Jubel wurde von vielen der anderen Uruks übernommen, sie riefen ihn einige Male, während sie sich entfernten. Die Letzten in der Marschkolonne konnten hören, wie zwischen Sauron und Galadriel ein Kampf begann, das Klirren der Schwerter entfernte sich schnell in die entgegengesetzte Richtung. Angrû hielt inne und sah zurück. Auf der Lichtung befand sich niemand mehr. Zhor, ein Gefährte aus ihrer Kampfeinheit, ging an ihr vorbei und zog sie am Arm mit sich. Sie entwand sich dem Griff, er ging mit einem Schulterzucken weiter. „Wollt ihr ihn etwa einfach hier liegen lassen?“, fragte sie. Niemand reagierte auf ihre Worte, die Uruks marschierten weiter. „Brüder!“ rief sie laut. Ein paar drehten sich um. „Er war trotz allem unser Vater. Wir können ihn hier nicht liegen lassen, damit er von wilden Tieren zerfetzt wird.“ Glûg hatte das Stocken in den hinteren Reihen bemerkt und kam zurück, um den Ungehorsamen Beine zu machen. Er hatte Angrûs letzte Worte gehört und winkte ab. „Und wenn schon! Er hat viele von uns in den sicheren Tod geführt, weil er, und nur er allein, Sauron jagen wollte. Wir schulden ihm nichts!“ Aus der Menge der Uruks war vielfach zustimmendes Brummen zu hören und alle wandten sich zum Gehen. „Weitermarschieren!“ befahl der Hauptmann. Angrû lief hinter ihm her. „Zuletzt war er irregeleitet, das gebe ich zu. Ich wollte auch nicht in diesen Kampf ziehen. Deshalb haben wir getan, was wir getan haben. Aber in all den Jahren zuvor hat er alles für uns getan. Sogar eine Heimat hat er uns verschafft! In der auch dein Kind heranwachsen wird, ohne von der sengenden Sonne gequält zu werden.“ Glûg blieb stehen, sah Angrû kurz an und stapfte mit einem verächtlichen Schnaufen weiter. „Er hat unsere toten Brüder und Schwestern immer den Flammen übergeben, hat jeden und jede in die Dunkelheit zurückgeschickt. Das ist das mindeste, was wir jetzt für ihn tun können!“ Angrû sprach nicht flehend, sondern wütend. Ein paar Uruks wandten sich zu ihr um, während Glûg sie ignorierte. „Ja, das hat er“, sagte Snaghûl, ein weiterer Uruk aus Angrûs Einheit. „Er hat niemals einen Uruk einfach irgendwo liegen lassen.“ Er ging zurück zu Angrû, ihm folgte Zhor. Glûg drehte um und kam wütend auf die drei Meuterer zu. „Wir haben einen klaren Befehl von Fürst Sauron erhalten. Ihr kommt alle mit. Oder es wird noch mehr schwarzes Blut diesen Waldboden tränken.“ „Saurons Befehle“, sagte Angrû verächtlich. „Jetzt ist genau das passiert, was Adar nie für uns wollte: wir sind Sklaven des Hexenmeisters. Du konntest dich ihm nicht schnell genug unterwerfen, hast dich tief vor ihm verbeugt. Vor Adar mussten wir uns nie beugen. Wenn, dann taten wir es freiwillig, aus Respekt.“ Ein paar wenige Uruks stießen leise Laute der Zustimmung aus. Snaghûl und Zhor nickten entschlossen. „Ich für meinen Teil wähle einen anderen Weg“, erklärte Angrû, hob stolz ihr Kinn und legte die Hand an ihren Dolch. Glûg hatte keine Angst vor einem Kampf mit ihr, aber ein solcher würde ihn unnötig aufhalten. Er musste Sauron vielmehr beweisen, dass er ein fähiger Hauptmann war. „Jeder, der jetzt nicht sofort mit uns nach Eregion marschiert, gilt als Verräter. Und für Verräter gibt es keine angemessene Bestattung.“ Er wandte sich um und setzte sich wieder an die Spitze der Kolonne. Snaghûl griff Angrûs Arm und zog sie mit sich, als er sich der Kolonne anschloss. Als sie protestieren und sich entwinden wollte, legte er einen Finger an seine Lippen und zwinkerte ihr zu. Sie sah ihn irritiert an, blieb aber ruhig und ging mit. Anscheinend hatte er einen Plan. Auch Zhor ging hinter den anderen her. Der Hauptmann überzeugte sich mittels eines kurzen Blickes, dass alle Uruks hinter ihm waren. Für ihn war die Meuterei damit erledigt. Die Uruks marschierten zum Zwergentunnel, um auf schnellem Weg nach Eregion zu gelangen und traten einzeln nacheinander in das Dunkel der Felsen. Snaghûl sah Angrû und Zhor an und neigte den Kopf leicht in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Beide verstanden, dass dies die Gelegenheit war, sich unbemerkt abzusetzen. *** Sie liefen zurück zur Lichtung, auf der Adar gestorben war. Niemand war dort, alles war still. Angrû kniete neben dem Vater der Uruks nieder. „Nampat uglursha – Stirb‘ in Ehre“, sagte sie zärtlich und legte ihre Hand auf seine kalte Stirn. Ein letztes Mal leuchtete das intensive Blau seiner Augen auf, die sie nun für immer schloss. Eine Träne rann ihre Wange hinunter. „Wir müssen so schnell wie möglich weg von hier, bevor Sauron zurückkommt“, sagte Zhor. „Den Scheiterhaufen müssen wir woanders errichten.“ „Nicht nur das“, sagte Angrû, während sie sich erhob, „wir werden uns ein neues Zuhause suchen müssen, wo wir uns bis ans Ende unserer Tage vor Sauron versteckt halten. Ich bin nämlich nicht bereit, mich für seine Zwecke zu opfern. Ihr etwa?“ Ihre Gefährten schüttelten den Kopf. Sie legten Adars Leichnam auf die Trage, mit der der vermeintlich verletzte Glûg auf die Waldlichtung getragen worden war. Snaghûl und Zhor nahmen die gekreuzten Stangen über die Schultern, während Angrû voran ging. *** Sie liefen so viel wie möglich im Schatten. Dadurch kamen sie jedoch nicht so schnell voran, wie von Angrû beabsichtigt. Jedes Mal, wenn ein Stück Weg von der Sonne beschienen war, mussten sie ihre Sonnenmäntel überziehen. Schattige Umwege waren wegen der Trage kaum möglich. Die Uruk wollte so viel Weg wie möglich zwischen ihre Gruppe und Sauron bringen, aber sie konnten den Leichnam auch nicht tagelang umhertragen. Als sie im Norden von Eregion am Fuß des Gebirges eine tiefe, schattige Schlucht erreichten, entschieden die drei, dass es hier geschehen sollte. Ein besserer Ort ließ sich so schnell nicht finden. Und vielleicht würde der Rauch von Eregion aus nicht zu sehen sein. Sie legten Adar auf dem felsigen Boden ab und suchten im Wäldchen am Eingang der Schlucht Holz. Hier gab es viele tote Zweige und Äste, große und kleine, sodass sie nicht erst Bäume fällen mussten. So wuchs ein beachtlicher Scheiterhaufen in die Höhe. Daneben zündeten sie ein kleines Feuer an. Sie nahmen Adar Brustpanzer, Gürtel, Handschuh, Kettenhemd und Beinschienen ab und legten seinen Körper auf den Holzstoß. Gemeinsam standen die drei Uruks um den Scheiterhaufen. Snaghûl nahm einen brennenden Ast aus dem Feuer, machte aber keine Anstalten, den Scheiterhaufen in Brand zu setzen. Er sah Angrû an und hob auffordernd sein Kinn. Sie sah zu Zhor und er nickte. Angrû verstand. Sie trat an den Scheiterhaufen und legte ihre Hand auf Adars Schulter. „Ushta-ish, hul-agda ú burzum – Durch Flammen, zurück in die Dunkelheit“, flüsterte sie liebevoll. „Namarië, adar. – Lebwohl, Vater.“ Diesen elbischen Abschiedsgruß hatte sie von ihm gelernt, es war neben seinem Namen das einzige elbische Wort, das sie kannte. Sie hatte nie verstanden, warum er an manchen elbischen Bräuchen festgehalten oder deren Sprache weiterhin gesprochen hatte. Aber jetzt fühlte es sich für sie richtig an, ihn so zu verabschieden. Als sie zurück zu Snaghûl und Zhor trat, sah sie, dass auch deren Augen glänzten. Ihr selbst rannen einige Tränen über die Wangen. Nun hielt Snaghûl den brennenden Ast in den unteren Teil des Scheiterhaufens, der schnell aufloderte. Sie starrten in die hellen, züngelnden Flammen, durch die ihr Vater in die Dunkelheit zurückkehrte. *** Angrû blieb so lange an derselben Stelle stehen, bis nur noch Asche den Boden der Schlucht bedeckte und von einer kühlen Brise aus den Bergen in alle Winde zerstreut wurde. Sie nahm einen tiefen Atemzug. Wenigstens das hatte sie für ihn tun können. Dem Gemetzel auf der Lichtung hatte sie zugesehen, jedoch selbst nicht den Dolch erhoben. Weder, um auf Adar einzustechen, noch, um die anderen Uruks abzuhalten. Sie hatte nur dort gestanden und das Unvorstellbare mit angesehen. Allein hätte sie Adar nicht retten können. Und auch sie war enttäuscht und wütend gewesen, weil er seine Kinder in eine Schlacht gegen einen Feind geführt hatte, den sie alle noch nie gesehen hatten, statt in Mordor in Sicherheit zu bleiben. So viele Uruks waren vor Eregion elendig krepiert. Sie vermutete, dass Glûg nicht erst von Sauron hatte behext werden müssen, um zu tun, was er getan hatte. Er war schon lange nicht mehr mit Adars Entscheidungen einverstanden gewesen. Aber wie konnte er sicher sein, dass es ihm unter dem Befehl dieses Hexenmeisters besser ergehen würde? Glûg sollte schnell erkennen, dass er eine falsche Wahl getroffen hatte. Nur nützte es ihm nichts mehr. Als er Sauron die Meldung von der Rettung der Elben durch die Zwerge überbrachte und zum Rückzug riet, tötete Sauron ihn mit Adars Schwert. Eine bittere Ironie. Doch davon erfuhren Angrû, Snaghûl und Zhor nichts. Sie nahmen Adars Rüstungsteile mit, schlugen sich über Wochen hinweg nach Mordor durch und verbrachten dort in einem versteckten Winkel nahe des Orodruin einige Zeit. Als Sauron Mordor als sein Herrschaftsgebiet einnahm, flüchteten die drei weiter in den Osten und wurden nie wieder gesehen. ENDE Ich freue mich über jedweden Kommentar! Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Text zu lesen!
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  11. Sehr gut. Ich habe das schon eine Weile verfolgt und auch schon unterschrieben. Grade in Deutschland haben wir so tolle Synchronsprecherinnen und -sprecher und manche Filme und Serien wären ohne eine geniale Synchronisation nur halb so erfolgreich. Ich finde das richtig, das nicht durch KI zu ersetzen auch wenn das sicher günstiger und einfacher ist.
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  12. Magst du deinen Beitrag vielleicht etwas erläutern? So wirkt das lediglich wie sinnloses rumgemaule (ich kann dich im Bezug auf die Hobbitverfilmung aber absolut verstehen!)
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  13. Hallo und herzlich Willkommen zu unserer Besprechung der Serie "A Knight of the Seven Kingdoms". Dieses Thema widmet sich der ersten Folge von Staffel 1: "Der Heckenritter/The Hedge Knight" Zusammenfassung der Folge von Wikipedia: Nachdem der Knappe Dunk seinen alten Herren Ser Arlan Hellerbaum begraben hat, behält er dessen Schwert, Schild und Pferde. Sich fragend, wie es nun mit ihm weitergehen soll, beschließt er, sich auf den Weg nach Aschfurt zu machen, um an einem Turnier teilzunehmen. An einer Gaststätte auf dem Weg trifft er auf einen glatzköpfigen Jungen, der scheinbar Stallbursche ist, sowie auf einen betrunkenen Targaryen-Prinzen, der zu Dunks Verwunderung meint, von ihm geträumt zu haben, seinen Dolch zieht und ihn anmault, dass er ihm vom Leib bleiben soll. Der Stallbursche fleht Dunk an, ihn als seinen Knappen mitzunehmen, was er ablehnt. In Aschfurt erklärt der Turniermeister, den Dunk anlügt, Hellerbaum habe ihn ohne anwesende Zeugen zum Ritter geschlagen, er brauche einen Bürgen, um am Turnier teilnehmen zu dürfen. Ser Manfred Dondarrion, der Hellerbaum gekannt habe, ist aber nicht zu sprechen. Dunk lehnt darauf einen Trainingskampf mit dem versierten Ser Steffon Fossowey ab. Bei einem Drachen-Puppentheater sieht er die dornische Puppenspielerin Tanselle, in die er sich verguckt. Danach wird er von Steffon Fossoweys Cousin und Knappen Raymun Fossowey zum Festzelt des exzentrischen Lord Lyonel Baratheon eingeladen, der ihn speisen lässt, mit ihm tanzt und trinkt. Lyonel räumt ihm keine Chance auf dem Turnierfeld gegen die gut ausgebildeten Ritter ein, sagt aber, dass es eine große Ehre sei, sich mit einem würdigen Gegner zu messen. Dunk findet schließlich Dondarrion, der ihn aber abweist, da er sich an ihn und seinen verstorbenen Ser nicht erinnern kann. In der Nacht begegnet er außerhalb der Stadt dem glatzköpfigen Jungen wieder, der ihm gefolgt ist und sich in der Zwischenzeit um seine Pferde gekümmert hat. Der Junge, der aus der Hauptstadt Königsmund kommt, nennt sich selbst Egg (englisch für Ei) und Dunk sich, um einen klanghaften Namen zu haben, aufgrund seiner Körpergröße fortan Ser Duncan der Große. Er akzeptiert Egg als seinen Knappen, klärt ihn aber auf, dass es ein entbehrungsreiches Leben ist.
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  14. Du hast insofern recht, als die Namen der Blauen Zauberer weder im Herrn der Ringe, noch im Hobbit genannt werden, und auch im Silmarillion nicht. Es gibt aber eine Reihe von zu Lebzeiten Tolkiens unveröffentlichten Texten und Textentwürfen über die Istari, von denen manche ganz oder in Auszügen später in den Unfinished Tales und in der History of Middle-earth zitiert wurden. Da taucht dann auch der Name Pallando auf, zusammen mit Alatar, dem Namen des zweiten Blauen. In manchen Texten heißen sie auch Morinehtar und Rómestámo.
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  15. Kann ich total verstehen! Im normalen Alltag muss man sich schon sehr anstrengen, sich dafür Zeit freizuschaufeln. Grundsätzlich glaube ich jedoch, dass jeder alles lernen kann, mit Geduld und Durchhaltevermögen. Die Frage ist letztlich nur die, wie sehr man es will. Ich habe gerade unfreiwillig viel Zeit und nutze sie für meine alte Leidenschaft, die ich sicherlich nie zur Meisterschaft bringen werde. Doch mir selbst damit eine Freude zu machen, dafür reicht's. Darf ich euch nochmal was zeigen? Motiv ist schon bekannt Bei dem einen Bild habe ich endlich mal Zeit und Muße in einen Hintergrund gesteckt. Kettenhemden zeichnen ist auch eine Geduldsübung und ich tüftele noch am richtigen Verfahren.
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  16. Hi, ich bin neu hier, auch wenn ich schon im alten Herr-der-Ringe-Forum unter gleichem Namen war. Schön, dass es wieder ein solches Forum gibt.
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  17. Teil 2, hat auch was. Gollum auf einem Drahtesel, muss man erst mal drauf kommen .
    2 Punkte
  18. Ich habe leider schon lange nichts mehr gezeichnet, meine alten Bilder findet man hier: https://www.deviantart.com/berzelmayr
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  19. Ich bin gerade auf etwas gestoßen, dass mich schon wieder in höchstem Maße erstaunt macht - In einer Fernseh-Doku über Klang von der BBC werden die Chladnischen Klangfiguren zur Sichtbarmachung von Resonanzfrequenzen gezeigt und erklärt. Und diese erinnern doch verblüffend an das Intro von "Die Ringe der Macht" mit der Musik von Howard Shore. Mir gefällt das Intro richtig gut, ich hielt es einfach für eine tolle Animation, die die Wappen der verschiedenen Völker zeigt und wie alle von der Dunkelheit bedroht und unterwandert werden. Ich habe es trotz Streaming nur selten übersprungen. Doch dass dem auch noch ein physikalisches Prinzip im Zusammenhang mit der Musik innewohnen könnte ... faszinierend! Nachtrag: ich bin mir natürlich darüber im Klaren, dass es trotzdem eine Animation ist und nicht tatsächliche Sandmuster aufgrund der Musik.
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  20. Die Geschichte von Seidel ist mittlerweile gemeinfrei und steht bei Projekt Gutenberg ein.
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  21. "Komet im Mumintal" wird dieses Jahr 80 und ich habe gerade diese nette Animation dazu gesehen, die mich irgendwie an gewisse Parallelen zu einem gewissen anderen Buch hat denken lassen. Ist halt immer das selbe mit diesen Abenteuern! Komet im Mumintal Video
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  22. bitte alle Probleme zählen die durch einen etwaigen zweiten Warp Kern gelöst hätten werden können! uhhh ja das war schon mit was episches! Gibts doch jetzt sicher in scharf und so ha! immer noch prima!
    2 Punkte
  23. Gestern Abend war Auftakt für Voyager Der erste Eindruck war sehr gut. Dafür, dass wir bisher nur den Piloten gesehen haben, habe ich mich schon sehr stark mit den Charakteren „angefreundet“ und fand, dass es auch schon eine angenehme Gruppendynamik gab, was ja normalerweise immer ein bisschen dauert. Bzw. dauert es oft etwas, bis ich mich da reingefunden habe und mich damit „zuhause“ fühle. Es kam mir auch gar nicht so ältlich vor, wie ich dachte. Oder ich werde einfach alt Generell habe ich das Gefühl, dass mir Serien, die inzwischen als „älter“ gelten, eher besser gefallen als das, was jetzt neu auf den Markt kommt. Japp, ich werde definitiv alt. Ich mochte die Art, wie die Welt und die Charaktere eingeführt wurden und wie die Geschichte erzählt wurde. Und dass es einen ganz klaren Rahmen für die Reisen durch die Galaxien gibt: Wir wollen nach Hause, und auf dem Weg erkunden wir das Universum. Mir gefiel diese Abschlussszene sehr. Vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich das jemals sagen werde, aber: Ich liebe es, wenn sie mit ihrem Pseudo-Tech-Kram daherkommen und sich auf der Brücke irgendwelche Pseudo-Tech-Begriffe/Phrasen zurufen Ich finde nur den Namen Janeway sehr gewöhnungsbedürftig, ich weiß nicht, wer dachte, das ist ein guter Name Auch ihre Stimme finde ich nicht so angenehem, aber nun ja, dafür kann sie auch nix. Und ich weiß jetzt, wo Klingonisch herkommt! Ich freue mich auf mehr
    2 Punkte
  24. Im Forum zu den PJ-Filmen gibt es bereits einen Thread zu Comedy rund um die HdR-Filme. Für die Amazon-Serie habe ich jetzt auch was entsprechendes gefunden - und wer noch anderes kennt, kann das ja auch hier einstellen
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  25. Und dann natürlich auch noch ein frohes Neues. Ich hoffe, es sind alle Finger dran geblieben.
    2 Punkte
  26. Ich liefere euch hier eine Geschichte, die mehrere Zeitebenen enthält. Geschrieben ist sie aus der Sicht des von mir erfundenen Schreibers Maggaraf, einem Hobbit aus dem Auenland, der ab dem Jahr 80 V. Z. Hofschreiber von König Elessar in Minas Titirth ist. In dieser Geschichte erzählt er von seiner Bekanntschaft mit Gulda, einem Troll, der zu Maggarafs Verblüffung ein guter Freund Elessars ist. ich wünsche viel Freude beim Lesen. Gulda, der Troll König Elessars vornehmste Aufgabe seit seiner Krönung ist die friedliche Wiedervereinigung der Völker Mittelerdes – natürlich außer dem Umstand, den Frieden wiederherzustellen, den Sauron einst brach und hintertrieb. Dass mein geliebter König es mit der Aussöhnung und Vereinigung wirklich ernst meint, drückt sich nicht nur darin aus, dass eine seiner Töchter einen Prinzen aus Harad geheiratet hat (freiwillig, wohlgemerkt – und glücklich sind sie auch! Und mein König liebt es, mit seinen Enkeln zu spielen; meine Königin übrigens auch!). Zuweilen klopfen auch Gestalten an das Stadttor von Minas Tirith, vor denen vor noch nicht all zu langer Zeit jeder Hobbit, Mensch oder Elb augenblicklich Reißaus genommen hätte. Einer von letzterer Sorte ist Gulda. Gulda ist ein Troll. Ja, du hast richtig gelesen: Ein Troll! Zu Zeiten des Zweiten und Dritten Zeitalters gehörten die Trolle zu Saurons Unwesen. Inzwischen bin ich etwas klüger, was jedenfalls diesen Troll betrifft. Ich bin ein Hobbit – drei mal drei Fuß hoch und breit. Ein Troll ist ungefähr vierzehn Fuß lang! Mehr als doppelt so lang wie mein ohnehin schon hochgewachsener König oder Prinz Legolas. Nun stellt euch vor, ein Hobbit wie ich steht einem Troll gegenüber! Die berühmten Hobbits der Ringgemeinschaft oder Bilbo Beutlin haben fürchterliche Geschichten von Trollen erzählt. Ich verweise insoweit auf das Rote Buch der Westmark und Bilbo Beutlins Erzählung „Hin und wieder zurück“, um Wiederholungen zu sparen. Als ich Gulda zum ersten Mal sah, war ich gerade zwei Jahre Schreiber in König Elessars Diensten – und wäre vor Schreck bald in Ohnmacht gefallen. Doch ich wurde ganz schnell eines Besseren belehrt und das war so: *** Bekanntermaßen schufen die Zwerge, die unter Führung Gimli Glóinssohns seit dem Ringkrieg in Aglarond wohnen, den Glitzernden Grotten hinter Helms Klamm, aus Mithril das neue Stadttor von Minas Tirith. Das alte Tor hatte ja der Hexenkönig während der Belagerung von Minas Tirith zerstört. Dieses Tor wird in stählernen Angeln gehalten, die wie das Tor neu geschaffen wurden. Doch die Mauern, in denen die Angeln verankert sind, die sind alt, sehr alt, denn die Mauern waren bei der Zerstörung des Tors nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, jedenfalls nicht äußerlich erkennbar. So wurde seinerzeit nur das Tor selbst ersetzt. Das war damals gut achtzig Jahre her, weil es gleich nach dem Ende des Ringkriegs erneuert wurde. Nun, Frost und Hitze von über achtzig Jahren hatten der damals nicht sichtbar angeschlagenen Mauer nun doch den Rest gegeben. Und was soll ich Euch sagen? Eines schönen Tages im Jahr 82 V.Z. gab es des Mittags einen fürchterlichen Krach und der nördliche Torflügel des Haupttores von Minas Tirith hatte Schlagseite! Das heißt – nicht nur Schlagseite; die oberen beiden Angeln waren buchstäblich ohne Feindeinwirkung aus dem Mauerwerk gebrochen, die beiden unteren Angeln waren völlig verdreht. Zum Glück hatte es keine Toten oder Verletzten gegeben, aber die Situation als solche war übel genug. (Dass das Tor überhaupt aus der Mauer fallen konnte, war zudem eine Folge des Friedens unter König Elessar. Seit er nämlich König ist, bleibt das Stadttor von Minas Tirith von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sperrangelweit offen und wird nur während der Dunkelheit überhaupt geschlossen.) Nun aber ließ sich der nördliche Torflügel gar nicht mehr bewegen und bedurfte ebenso dringend der Reparatur wie die geborstene Mauer selbst. Schon die Wiederherstellung der Mauer war angesichts der Größe der verwendeten Steine für die Menschen hier kein leichtes Unterfangen. Beim Tor war es schier unmöglich, es nur in eine vertretbare Position zu bringen. Mithril ist ein unglaublich hartes und widerstandsfähiges Material, wenngleich es doch viel leichter ist als Eisen oder Stahl. Doch ein Stadttor von gut zwanzig Fuß Höhe stellt doch vor arge Probleme, wenn man es aufrichten muss. Aglarond ist weit und in Minas Tirith gab es keine geeigneten Geräte, um das Stadttor wieder zu richten. König Elessar sandte Boten zu Gimli Glóinssohn, kaum dass er von dem Schaden erfahren hatte und bat um umgehende Instandsetzung durch erfahrene Zwerge. Aber es war klar, dass die Zwerge frühestens zwei Wochen später zur Stelle sein konnten. So lange konnte das Tor aber nicht schräg in den Angeln hängen bleiben. Also ließ der König das offen stehende Tor trotz der friedlichen Zeiten gut bewachen und forderte mich am nächsten Morgen auf, mein Pony zu satteln und mit ihm zum Klempner zu reiten, wie er sagte. Ich war gespannt, wer außer den Zwergen von Aglarond ein zwanzig Fuß hohes und zehn Fuß breites Stadttor wieder aufrichten konnte. Wir ritten also bei Sonnenaufgang des folgenden Tages zu zweit (nein, er hat wirklich keine Leibgarde mitgenommen!) nach Osten in Richtung Schattengebirge, überquerten den Anduin in Osgiliath und erreichten gegen Mittag Minas Morgul – oder das, was davon noch übrig war. Nach dem Ringkrieg hatte Elessar ja die vollständige Zerstörung des einst vom Hexenkönig und seinen Nazgûl beherrschten Ortes angeordnet. Die unheimliche Ruinenstadt trieb mir einen frösteligen Schauer nach dem anderen über den Rücken, aber meinen König schien das alles unberührt zu lassen. Als wir mitten in der Stadt standen, rief Elessar: „Gulda! Wo steckst du?“ Ich hörte ein Trampeln, als ob die Erde bebte – und dann tauchte dieser Troll auf! „Aah! Ein Troll! Rettet Euch!“, schrie ich auf. „Unnötig“, grinste Elessar. „ Wegen Gulda sind wir ja hier. Hallo, Gulda!“ „Oh, du bist es, Aragorn! Wo brennt’s denn?“, fragte Gulda. Es klang etwas kehlig, aber doch klar verständlich. Dann fiel sein Blick auf mich, und ich wäre am liebsten im Erdboden verschwunden. „Hoppla, was bist du denn für einer?“, fragte der Troll und beugte sich zu mir herunter. „Das ist mein Schreiber, Gulda. Er heißt Maggaraf und ist ein Hobbit. Maggaraf, das ist Gulda. Er ist ein Höhlentroll.“ „Guten Tag, Herr Troll“, piepste ich. Gulda lachte dröhnend. „Hallo, Herr Hobbit! Sag’ einfach Gulda zu mir“, kicherte er und wandte sich dann wieder an Elessar: „Was kann ich für dich tun, Aragorn?“ „Das Stadttor von Minas Tirith hängt schief. Könntest du es notdürftig richten, bis die Zwerge es richtig reparieren?“ „Klar. Komme gleich.“ Der Troll drehte sich um, verschwand kurz und kam dann mit einem großen Fellüberwurf bekleidet wieder zurück. „Ich geh’ nicht gern unordentlich angezogen in die Stadt“, sagte Gulda zu mir gewandt. Ich nickte nur. „Und? Wie kommst du voran, Gulda?“, fragte der König. Es klang sehr interessiert. „Den Turm hab’ ich fast fertig. Du wirst sehen: Bald steht hier kein Stein mehr auf dem anderen“, erwiderte Gulda mit einem kehligen Kichern. „Äh, Herr, was macht Gulda denn in Minas Morgul?“ erkundigte ich mich. Elessar lächelte freundlich. „Gulda reißt Minas Morgul ab. Diese Mauern sind in gut tausend Jahren so mit Saurons Schwärze durchsetzt, dass Menschen hier nicht mehr leben können. Deshalb wird es abgetragen. Lange Zeit haben unsere Arbeiter das versucht, aber die meisten sind davon nur krank geworden. Selbst Elben haben mit dem Schwarzen Anhauch zu kämpfen, der hier immer noch die Welt verpestet. Da habe ich Gulda um Hilfe gebeten“, erklärte mein König. Gulda grinste breit, wie es nur ein Troll kann. „Ist mir ein Vergnügen, Aragorn. Genauso gern habe ich das Morannon, das Schwarze Tor auseinander genommen“, sagte er. „Und warum macht dir das Freude, Gulda?“ fragte ich. Der riesige Kopf des Trolls wandte sich mir zu. Er hatte im Verhältnis zur Größe des Kopfes sehr kleine Augen, was ihn nicht gerade zu einer Schönheit machte. Die schuppige, grüne Haut erinnerte mich eher an die Drachen aus den Märchen meiner Kindheit im Auenland als an ein zweibeiniges Wesen. „Ist meine Art, Saurons Schwärze loszuwerden. Lange hat er mich geknechtet. Die meisten von meinem Volk sind leider so stumpfsinnig, dass sie nicht einmal gemerkt haben, wie der alte Maia uns beschis… äh, entschuldige, betrogen hat. Wenn Aragorn nicht gewesen wäre, wär’s mit mir aber auch nicht weit her“, erwiderte Gulda. „Oh, was habt Ihr gemacht, Herr?“, fragte ich. Elessar schüttelte unwillig den Kopf und trieb sein Pferd an. „Lass’ dir das am besten von Gulda erzählen, Maggaraf“, wehrte er ab. Gulda lachte schallend. „Echt Aragorn! Frag’ ihn nie, was er leistet, Maggaraf! Er tut immer so, als wäre er ein wandelnder Fehler, aber denk’ dir nichts dabei“, kicherte der Troll. „Du redest von meinem König!“, erlaubte ich mir eine Zurechtweisung. Gulda lachte noch lauter, so dass ich schon Befürchtungen hatte, es würde sich gleiche eine Steinlawine aus den Bergen lösen. „Hahaha! Unser König, lieber Maggaraf! Ich habe ihm Treue geschworen – nur schon viel früher als alle anderen.“ „So?“, hakte ich, nun mutig geworden, nach. Gulda sah mich an, kniff ein Auge zu und hielt mein Pony am Schweif fest. „He? Was soll das?“, gurgelte ich, meinen Übermut prompt bereuend. „Was hältst du davon, wenn ich dich und deinen vierbeinigen Untersatz trage? Herr Aragorn hat’s eilig, wie ich sehe.“ Ehe ich dazu etwas sagen konnte, hatte Gulda mich in seinen Nacken befördert und mein Pony unter den Arm geklemmt. Mit langen Sätzen rannte er hinter Elessar her, der seinen rohirrischen Hengst – ein Nachkomme seines großartigen Brego übrigens – laufen ließ. „Stehst du in Diensten des Königs, Gulda?“, fragte ich und hatte Glück, mir dabei nicht die Zunge abzubeißen, so wie der Troll rannte und eben in diesem Moment über den Pelennor-Graben sprang. „Nicht direkt, nicht so wie du, mein Freund. Aber wenn Aragorn mich um Hilfe bittet, sage ich nicht nein.“ „Bist du sein Freund?“ „Ja, das bin ich – oh je, das hängt ja wirklich völlig schief!“, entfuhr es dem Troll, als er das Stadttor erblickte. „Entschuldige, ich muss dich jetzt absetzen, Herr Hobbit“, sagte er dann, setzte mein Pony ab, das sich einmal kräftig schüttelte und setzte mich dann einfach in den Sattel, so wie die Kinder es mit ihren Puppen tun. Mit meinen drei Fuß Größe war ich für den Troll auch kaum mehr als eine Puppe. Gulda stapfte auf das Tor zu. Ich habe Bilder gesehen, die die Belagerung von Minas Tirith im Jahr 3019 D.Z. darstellen. Auf einem dieser Bilder ist ein Troll zu sehen – ähnlich wie Gulda – der eine der grausigen Belagerungsmaschinen gegen das Tor donnert. Und jetzt sah ich, wie dieser Troll, ein Freund meines Königs, den schiefen Torflügel hochhob, als wäre er nicht schwerer als einer der Folianten in unserer Bibliothek. Gulda winkte einem menschlichen Arbeiter und wies ihn an, das unterste Scharnier mit starken Stricken festzubinden. Das oberste Scharnier drehte er wieder halbwegs in die richtige Lage und ließ auch das festbinden, nachdem er mit einer Hand die losen Steine wieder in die richtige Position geschoben hatte – Steine, wohlgemerkt, die zehn Menschen nicht bewegen konnten! Dann schob er den Torflügel in die geschlossene Stellung und ließ ihn von beiden Seiten fest verkeilen. Nun konnte dieser Torflügel zwar nicht mehr geöffnet werden, aber das Tor war wieder zu benutzen und konnte auch wieder verschlossen werden. „Gib mir Bescheid, wenn die Zwerge zum Reparieren kommen, damit ich ihnen das Tor halte“, sagte Gulda dann mit einem zufriedenen Grunzen zu Elessar. „Danke für deine Hilfe, Gulda. Bleibst du noch zum Abendessen?“ Gulda lachte dröhnend. „Wenn du zum Essen draußen bleiben willst, gern. In deine königliche Halle passe ich nun mal nicht hinein!“ Elessar lächelte, dass sein kurzgeschorener Bart sich sträubte. „Kein Problem. Ich habe schon lange nicht mehr gepicknickt“, lachte er. Bald darauf waren Königin Arwen und die Kinder ebenfalls draußen auf dem Pelennor und speisten gemeinsam mit dem Troll Gulda unter freiem Himmel. Gilwen, Elessars jüngste Tochter, mag Gulda besonders gern. Sie war damals noch ein kleines Mädchen und war von „Onkel“ Gulda einfach nicht wegzubringen. Sie sitzt heute noch am liebsten in Guldas Nacken – und Gulda mag das ebenfalls, wie ich seit jenem Tag weiß. Als Gulda sich dann am Abend buchstäblich „trollte“, hatten Elessar und Arwen große Mühe, die Tränen ihrer kleinen Tochter zu trocknen. Weil Gilwen den Troll so belagerte, hatte ich leider keine Gelegenheit, mir von ihm erzählen zu lassen, woher er Elessar kannte und weshalb sie so gute Freunde waren. Diese Gelegenheit ergab sich zwei Wochen später, als Elessar mich bat, Gulda über die bevorstehende Ankunft der Zwerge in Kenntnis zu setzen. Ich traf ihn schon in Osgiliath, denn Gulda hatte ein gutes Gedächtnis und hatte den voraussichtlichen Reparaturtermin nicht vergessen. „Hallo, Herr Gulda!“, rief ich schon von weitem, damit er mich nicht versehentlich platt trat. „Ah, Herr Maggaraf!“ erwiderte der Troll und machte eine artige Verbeugung. „Mae govannen, Maggaraf o Periannath![1]“ grüßte er dann in vollendetem Sindarin. „Mae govannen, Gulda o Torogrim![2]” erwiderte ich und machte zu Pony meinen Kratzfuß. Gulda lachte schallend. „Ihr Halblinge seid schon ein nettes Völkchen“, kicherte er. „Kennst du das Auenland?“, fragte ich. „Wie sollte ich? Aragorn hat bestimmt, dass außer euch niemand das Auenland betreten darf – es sei denn, ihr selbst lasst den Fremden als Besucher ein. Als Aragorn noch als Waldläufer das Auenland bewachte, traute sich von uns Trollen keiner in die Nähe von Bree, schon gar nicht darüber hinaus.“ Ich stutzte. Mein König hatte mir durchaus von Ärger mit Trollen im Alten Wald erzählt. „So?“, fragte ich. „Nun, das hatte auch praktische Gründe. Sieh mal, wir Höhlentrolle lebten damals hauptsächlich im Nebelgebirge. Vom Nebelgebirge bis nach Bree ist es weit – mehrere Tagesreisen. Wir vertrugen ja keine Sonne. In einer Nacht hätten wir es gar nicht bis dorthin geschafft“, erklärte der Troll. Mir wurde plötzlich klar, dass es heller Vormittag war – und dass Licht diesem Troll offensichtlich nichts anhaben konnte. „Äh, Gulda, warum kannst du dich denn bei Tageslicht bewegen, wenn ihr Trolle kein Licht vertragt?“ Gulda sah mich einen Moment lang an. „Sieh mal, genau das ist der Grund, weshalb ich Aragorns Freund bin. Er hat mich nämlich von diesem Fluch befreit.“ „Und wie kam es dazu?“, fragte ich in meiner hobbitischen Neugier. „Also, das war so …“ *** Es war ein Herbstmorgen im Jahr 3001 D.Z. gewesen. Das Wetter im Nebelgebirge machte dem Namen seiner Berge alle Ehre und halbdunkel war es auch. Gulda suchte vor einem Platzregen und dem stärker werdenden Licht Schutz. Er kam in eine Höhle, die er nur ungern betrat. Vor dieser Höhle nämlich erinnerten ihn drei versteinerte Trolle (jene drei, die Bilbo Beutlin und die Zwerge hatten verspeisen wollen) an den Fluch der Dunkelheit. Ein Höhlentroll, der mit natürlichem Sonnenlicht in Berührung kam, versteinerte unweigerlich. Doch an diesem Herbstmorgen musste er schnell unterschlüpfen, um von den Regenmassen nicht weggespült zu werden. Umso erschrockener war der Troll, dass die Höhle bereits besetzt war – auch noch durch einen Menschen! Gulda hatte vor Menschen Angst, weil die ohne lange zu fragen sofort mit Schwertern oder gar Bogen auf ihn losgingen. Mensch und Troll sahen sich verstört an, der Mensch zog schon sein Schwert – und dann kam das Erdbeben, ein unverkennbarer Vorbote der wachsenden Finsternis aus dem Osten. Ein Erdstoß erschütterte die Höhle und brachte Teile der Decke zum Einsturz. Große Felsbrocken stürzten herab und begruben den Menschen unter sich. Der Mensch hatte zwar nur Schrammen abbekommen, aber die Felsbrocken klemmten ihn ein, so dass er sich kaum noch bewegen konnte. Gulda hockte sich vor den Steintrümmern hin und begutachtete den Menschen, der verzweifelt mit den für ihn viel zu schweren Trümmerbrocken rang. Noch ein Nachbeben – und ein weiterer Trümmerbrocken fiel aus der Höhlendecke. Er hätte den Menschen erschlagen, hätte der Troll ihn nicht vorher gefangen. „Keine Chance“, murmelte der Mensch schließlich resigniert. „Die sind einfach zu schwer.“ „Und wenn du mich um Hilfe bittest?“, bot der Troll an. Der Mensch glaubte, nicht richtig gehört zu haben. „Wie?“, fragt er. „Bitte heißt das“, korrigierte der Troll kühl. „Du bittest nicht gern um Hilfe, was?“ „Es wäre nett von dir, wenn du mir helfen würdest“, erwiderte der Mensch. „Klingt schon besser“, sagte Gulda und nahm die Steine weg, die den Menschen am Boden festnagelten. „Ich danke dir, Troll“, sagte der Mensch und es klang ehrlich. „Hast du auch einen Namen?“, erkundigte er sich dann. „Ich bin Gulda. Ich bin ein Höhlentroll. Und wer und was bist du?“ „Ich bin Aragorn und ich bin ein Mensch“, stellte der andere sich vor. „Aha. Und was suchst du in meiner Höhle?“, fragte Gulda weiter. „Ich habe hier geschlafen“, antwortete Aragorn. „Sieh an! In meiner Höhle?“, bemerkte der Troll. „Dein Name stand nicht an der Tür“, entgegnete Aragorn. „Schon oft habe ich hier genächtigt, aber dich habe ich hier noch nie gesehen.“ „Dann meinst du, es sei deine Höhle?“ „Sie gehört mir nicht. Ich habe kein Zuhause. Ich lebe im Wald“, versetzte der Mensch. „Dann bist du einer der Waldläufer“, stellte Gulda fest. Aragorn nickte. „Ihr Waldläufer seid mir ein bisschen schnell mit dem Schwert! Deinen Brüdern bin ich heute Nacht nur knapp entwischt. Sag’ mir einen Grund, warum ich dich nicht verspeisen sollte!“, grollte Gulda. „Dann hättest du mich besser unter dem Steinhaufen gelassen!“, erwiderte Aragorn und griff nach seinem Schwert. Gulda hob abwehrend die Hand und schüttelte den Kopf. „Lass’ es, Dúnadan. Wenn du keinen Grund weißt, weshalb ich dich nicht fressen sollte, dann will ich ihn dir sagen: Ich mag zum Beispiel kein Menschenfleisch“, sagte er. „Ich habe dir geholfen, Mensch. Bist du bereit, auch mir zu helfen?“, fragte Gulda, der vor dem, der Mittelerde knechtete, noch mehr Angst hatte als vor dem Menschen, der ihm mit seinem Bidenhander durchaus gefährlich werden konnte. Aragorn nahm die Hand wieder vom Schwert. In den Augen dieses Trolls fehlte etwas, was er sonst an den Trollen Mittelerdes kannte: Der unauslöschliche Hass auf Menschen, Elben, Zwerge und sonstige Vertreter der Freien Völker Mittelerdes. „Du hast mir das Leben gerettet, Gulda. Dafür schulde ich dir Dank. Was möchtest du, das ich für dich tue?“, erwiderte Aragorn und riskierte es, sich auf einen Stein gegenüber dem Troll hinzusetzen. „Hilf mir, dass ich von Sauron freikomme“, bat Gulda. „Wenn du mir sagst, wie er dich fesselt, will ich sehen, ob ich diese Fessel lösen kann“, versprach Aragorn. „Man sagt, es gäbe bei den Menschen große Heiler. Und einen soll es geben, der allein in seinen Händen Heilkraft hat. Kennst du ihn?“, fragte der Troll und setzte sich auf einen anderen Stein. „Diese Heilkunst kann Krankheiten und Wunden heilen. Aber ich wüsste nicht, wie sie die Fessel eines Maia sprengen sollte“, wunderte sich Aragorn. „Wenn du jemanden kennst, der heilen kann, dann bring’ mich zu ihm oder bring’ ihn her. Gulda ist nicht undankbar.“ „Vielleicht kenne ich jemanden, der das kann. Aber sag’ mir, worin deine Krankheit besteht, wenn wir diese Fessel einmal so nennen wollen.“ Gulda stütze den mächtigen Kopf in die Hände. „Ich bin an die Nacht gefesselt. Berührt mich die Sonne, werde ich zu Stein. Das war nicht immer so. Früher konnte ich auch die helle Sonne genießen – wie alle Trolle. Aber dann kam die Dunkelheit, als Morgoth uns betörte und uns seinem Diener Sauron als Unterdiener gab. Ich habe mich lange gewehrt, aber Sauron merkte, dass ich unwillig war. Ich habe sogar schon im Thangorodrim geschmachtet! Ach, das ist schon so lange her! Schon so lange bin ich ein Wesen der Nacht, aber ich mag die Dunkelheit nicht“, seufzte der Troll. Sein Blick fiel auf den Ring, den Aragorn am linken Zeigefinger trug. „Oh, ich habe nie erwartet, diesen Ring jemals wieder zu sehen“, sagte er verblüfft. „Du kennst ihn?“ „Ja. Einst gehörte er Finrod Felagund, der mich die Sprachen der Menschen und der Elben lehrte. Finrod schenkte ihn Barahir, einem Menschen und Elbenfreund und von Barahir erbte ihn sein Sohn Beren, der Morgoth die Silmarilli nehmen wollte. Fast wär’s ihm gelungen. Bist du ein Nachfahre Barahirs?“ Aragorn nickte. „Über viele Generationen der Menschen. Du musst sehr alt sein, wenn du Beren noch höchstpersönlich gekannt hast.“ „Eigentlich kannte ich Finrod Felagund, der für Beren sein Leben gab. Ich konnte den Wolf leider nicht bändigen, der den armen Finrod verschlang“, erklärte Gulda. „Du sprichst also elbisch. Kannst du Sindarin?“ „Finrod lehrte mich die hochelbische Sprache. Ihr nennt sie wohl Quenya. Aber bei den Sindar habe ich gelauscht und etwas von ihrer Sprache gelernt.“ „Was heißt: Tolo dan nan galad?“, fragte Aragorn. „Komm zurück zum Licht“, antwortete Gulda. Aragorn lächelte. „Dartho sí ned i gaew, Gulda.[3] Ich bin gleich wieder zurück.“ „Was hast du vor, Herr Mensch?“, fragte Gulda besorgt. „Ich möchte etwas von einer heilenden Pflanze holen, die hier in der Nähe wächst“, antwortete der Dúnadan. „Wie nennst du diese Pflanze?“ „Athelas – auch Königskraut.“ „Nie gehört. Wie sieht sie aus?“ „Oh, sie blüht mit kleinen, weißen Blüten, die sechs Blütenblätter haben. Sie hat längliche, glatte Blätter, die sehr aromatisch riechen, wenn man sie reibt.“ „Und wogegen hilft diese Pflanze?“ „Gegen viele Krankheiten – auch gegen den Schwarzen Anhauch oder das Morgulfieber“, erwiderte der Waldläufer. „Und du holst nicht deine Dúnedain?“, fragte der Troll misstrauisch. „Gulda, du hast mir deine Geschichte erzählt. Ich glaube sie dir. Du kennst meinen Ring. Wenn du Finrod vertraut hast, wenn du Barahir und Beren vertraut hast, die meine Vorfahren waren, dann vertrau’ auch mir – so wie ich dir vertrauen will.“ Es dauerte nicht lange, bis Aragorn mit einem Büschel Athelas-Blätter zurückkehrte. Er rieb einige Blätter und ließ den Troll sich hinlegen, rieb dessen Schläfen mit dem Athelas ein. „Gulda, im Aragorn, Arathornion, hîl en Isildur. Telin le thaed. Lasto beth nîn: Tolo dan nan galad![4] Gulda fühlte eine Frische wie nie zuvor in seinem langen Trollleben. Als Aragorn ihn berührte, hatte er das Gefühl, als ob ein dunkles Tuch von ihm genommen wurde. Er sehnte den Sonnenaufgang herbei. Schließlich ging die Sonne strahlend hell auf, nachdem der Wind die Regenwolken vertrieben hatte. Gulda riskierte es, vorsichtig den kleinen Finger in den Sonnenstrahl zu strecken, der in den Höhleneingang fiel. Der Finger blieb Fleisch und wurde nicht zu Stein. Noch zögernd wagte er sich immer weiter in das helle Licht des Morgens vor – und er wurde nicht zu Stein! Lauthals jubelnd tanzte der Troll vor der Höhle und einem ebenso freundlich wie bescheiden lächelnden Menschen. „Dúnadan, wie kann ich dir das je vergelten?“, fragte er, als er sich endlich beruhigt hatte. „Für meinen Teil hast du das bereits getan. Ich hätte das Erdbeben heute Nacht ohne dein Eingreifen nicht überlebt“, wehrte Aragorn ab. „Aber das waren doch nur klitzekleine Steinchen, die ich weggeräumt habe!“, widersprach der Troll. „Du hast so viel mehr für mich getan.“ Doch Aragorn schüttelte den Kopf. „Lass’ es gut sein, Gulda.“ „Doch, du hast noch etwas gut bei mir“, beharrte der Troll. „Nun, vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit“, lächelte der Dúnadan. Vorerst trennten sich ihre Wege wieder, aber Troll und Mensch hatten jeweils einen Freund gefunden. *** Gulda kam mit mir nach Minas Tirith und stellte sich als Torhalter in den Dienst der Zwerge. Die geschickten Schmiedemeister von Aglarond hatten das beschädigte Tor auch in wenigen Stunden wieder hergerichtet. Gulda mauerte noch die Angeln wieder richtig ein, dann war seine Tätigkeit bei der Reparatur beendet. Doch ich konnte Gulda nicht gehen lassen, ohne ihm noch eine bohrende Frage zu stellen, die sich mir in den vergangenen Tagen häufiger gestellt hatte: Warum war er im Ringkrieg schlicht untergetaucht? Nie zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass ein Troll etwas anderes sein konnte, als ein Feind der Freien Völker Mittelerdes – jedenfalls für mich unerfahrenen Hobbit-Schreiber. Die Bauleute in Minas Tirith kannten den hilfsbereiten Troll offensichtlich schon länger, ebenso die königliche Familie. „Weshalb ich nicht bei den Ringgefährten war?“, fragte Gulda zurück. „Ganz einfach: Ich habe darüber keine Nachricht erhalten. Aragorn konnte nicht genau wissen, was Gandalf bezweckte, als der ihn bat, in Bree auf den Ringträger zu warten. Und als er die Hobbits …“ Gulda stockte und sah mich dann an. „Hoppla, da hätte ich aber wissen müssen, was du für einer bist! Aragorn hat mir doch schon oft von euch kleinen Leuten erzählt.“ „Wir fallen halt nicht gern auf. Außerdem übersieht man uns leicht, was uns auch gar nicht so unrecht ist“, erwiderte ich. Gulda lachte wieder in seiner röhrenden Art. „Ja, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, dass Aragorn ja selbst nicht wusste, was da auf ihn zukam. Als ich Meister Elrond traf und ihn fragte, ob er wisse, wo Aragorn sei, den ich schon mehr als ein Jahr nicht mehr in Eriador gesehen hatte, erzählte er mir von der Ringfahrt und dass sie gut ausgegangen war. Hihihi, ich bin sogar zur Hochzeit zu spät gekommen. Aber das auch nur, weil ich schon lange unterwegs war, um Aragorn zu suchen und seine Einladung zu spät bekam. Als ich dann hörte, was alles auf der Ringfahrt passiert war, habe ich ihm gesagt, dass das mit mir im Verein bestimmt nicht geschehen wäre. Aragorn konnte mir nur Recht geben, aber das war’s halt schon geschehen.“ „Oh, du kennst auch Meister Elrond“? „Oh ja, Meister Elrond, seine Söhne Elladan und Elrohir und natürlich seine schöne Tochter, unsere Königin.“ „Und seit wann kennst du die?“, bohrte ich weiter. „Einige Wochen, nachdem Aragorn mich vom Fluch der Nacht befreit hatte, sind sie mir begegnet …“ *** In Bruchtal wurden Vorbereitungen für ein großes Hochzeitsfest getroffen. Eboriel, ein Waldelb aus dem Düsterwald – korrekter: Eboriel der Jüngere, ein Sohn von jenem Eboriel, der zu Legolas’ Truppe gehörte, die des Statthalters neues Geschirr eskortierte und dabei im Kampf gegen Orks fiel (siehe „Gefährliche Fahrt nach Minas Tirith“) – heiratete Gilsell, eine Elbin aus Elronds Haus. Elrond hatte zur Feier auch Elben aus dem Düsterwald und aus Lórien eingeladen, wo beide Hochzeiter Verwandte hatten. Elrond wusste, dass die Elben aus Lothlórien über den Caradhras-Pass kommen würden und hatte seine Söhne in Kenntnis der steten Gefahr dort mit dem Schutz des Passes beauftragt. Auch nach Aragorn hatte er geschickt, denn der Dúnadan kannte Eboriel und Gilsell gut und war mit beiden befreundet. Der Waldläufer hatte Elronds Nachricht in der Gegend von Annúminas erhalten und sich auch gleich auf den weiten Weg gemacht. Leider hatte Elronds Bote Aragorn erst spät gefunden, weshalb er die Einladung fast zu spät erhielt. Obendrein war Aragorn zu jener Zeit nicht beritten, weil ihm sein Pferd bei einem Kampf mit Orks erschlagen worden war und er noch keine Gelegenheit gehabt hatte, sich in Rohan ein neues Pferd zu suchen. Bei der Wetterspitze hatte er dann Gulda getroffen. „Du hast es eilig, mein Freund“, bemerkte der Troll. „Ja, ich bin zu einem Fest eingeladen und etwas spät dran“, erwiderte der abgehetzt wirkende Waldläufer. „Wohin willst du?“ „Nach Bruchtal.“ „Soll ich dich mitnehmen? Ich bin auf dem Weg in die nette, kleine Höhle unterhalb von Bruchtal.“ Aragorn hatte nichts dagegen, weil er es ohne Pferd bis zum eigentlichen Termin nicht mehr schaffen konnte. Gulda beförderte ihn in seinen Nacken und rannte los, als wäre Sauron persönlich hinter ihm her. Am Bruinen, der Lautwasser, deren andere Seite schon zu Bruchtal gehörte, stoppte Gulda so unvermittelt, dass Aragorn ins Rutschen geriet und Gulda ihn nur knapp festhalten konnte. „Torog!“, hörte Aragorn einen hellen Warnruf in elbischer Sprache. „Im Aragorn o Dúnedain!“, rief er. „Gulda o Torogrim no mellon nîn![5]„ Völlig verblüffte Elben aus dem Düsterwald unter Führung von Legolas zeigten sich. „Bitte, steckt die Pfeile wieder weg!“, bat Aragorn, als er vier gespannte Bogen auf sich und den Troll gerichtet sah. „Ich seh’ nicht recht!“, wunderte sich Legolas. „Du und ein Troll? Ich habe Halluzinationen, oder?“ „Hast du nicht, Legolas. Gulda, setz’ mich bitte ab.“ Der Troll nahm den Dúnadan aus seinem Nacken und stellte ihn auf die Füße. „Das ist Gulda. Gulda, das ist mein Freund Legolas aus dem Düsterwald. Er ist Thranduils Sohn.“ Gulda verbeugte sich höflich. „Mae govannen, Legolas Thranduilion!“, grüßte er. Legolas klappte die Kinnlade herunter. „Ein Troll der spricht, noch dazu meine Sprache? Bist du ein verzauberter Elb?“ „Nein, Herr Legolas, ich bin ein Höhlentroll, den dein Freund Aragorn vom Fluch der Nacht befreien konnte.“ Legolas musterte den Troll eingehend. „Trolle kenne ich nur als große Gefahr“, wandte der Elb ein. „Mir sind Elben auch nur als Gefahr bekannt, Herr Legolas. Doch du siehst, es gibt mindestens einen Troll, der sich bemüht, mit den Freien Völkern Mittelerdes auszukommen“, erwiderte Gulda. Legolas steckte seinen Pfeil wieder in den Köcher und bedeuteten seinen Begleitern, das ebenfalls zu tun. „Mein Vater erzählte mir vor langer Zeit die Legende von einem aufsässigen Troll, der es wagte, Morgoth zu trotzen“, sagte er. „Das ist keine Legende, denn du siehst ihn vor dir. Morgoth lochte mich im Thangorodrim ein. Ich saß dort zur gleichen Zeit wie Finrod Felagund und Beren. Wäre ich etwas schneller gewesen, hätte ich den Wolf wohl noch erwischt, der Finrod verschlang.“ „Was ist mit den Silmarilli geschehen?“, fragte Legolas. „Die hatte Morgoth in seiner eisernen Krone. Einen schnitt Beren ihm heraus, zwei blieben darin. Carcharoth biss Beren die Hand mit dem Silmaril darin ab“, erklärte Gulda. Legolas war zufrieden und verbeugte sich. „Gulda, ich wünschte, es gäbe mehr Trolle wie dich. Vergib mir, dass wir dich bedroht haben.“ Gulda erwiderte die höfliche Verbeugung. „Ú-moe edaved, Legolas[6]“ sagte er. In diesem Moment kamen Glorfindel und Elrond mit einigen Begleitern hinzu und erstarrten vor Schreck. „Aragorn – ein Troll!“, entfuhr es Elrond. „Ja, Meister Elrond. Das ist Gulda, vielleicht der einzige Troll, der es je gewagt hat, sich Morgoth zu widersetzen. Dank Eurer Anleitung konnte ich ihn vom Fluch der Nacht befreien.“ „Menschen machen Fehler, Aragorn“, warnte Elrond eingedenk der Unterlassungssünde Isildurs. „Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Doch mach’ dir die Mühe, Gulda etwas näher kennen zu lernen. Dann urteile neu, ob du ihn für einen Feind hältst“, erwiderte Aragorn. Elrond sah den grünschuppigen Troll eine Weile an. „Mae govannen, Elrond Earendilion![7]“, grüßte der Troll. „Elbereth Gilthoniel!“, entfuhr es Elrond. „Wer hat dich meine Sprache gelehrt?“ „Finrod Felagund war so freundlich, Herr Elrond“, entgegnete der Troll. „Finrod? Bist du …?“ „… der Troll, der es wagte, sich mit Morgoth persönlich anzulegen? Genau der bin ich.“ Elrond lächelte. „Wie sagte meine Schwiegermutter einst so treffend? Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos, weil kaum noch jemand lebt, der sich erinnert“, sagte er. Ein völlig aufgelöster, erschöpfter Elb stolperte über die Bruinenfurt. „Meister Elrond! Rasch! Am Pass hat es ein Unglück gegeben!“, keuchte er. Aragorn und Legolas fingen den strauchelnden Elben gerade noch auf. Es war Haldir, der mit den Elben aus Lórien erwartet wurde. Elrond zuckte herum. „Was ist geschehen?“, fragte er erschrocken. „Eine Steinlawine hat den Pass verschüttet. Die Reisegesellschaft mit Gilsells Verwandten steckt fest. Es hat auch Verletzte gegeben!“, hustete Haldir. Dann sah er den Troll. „O Elbereth Gilthoniel! Meister: ein Troll!“ Haldir, sonst nicht gerade schreckhaft, fiel schlicht in Ohnmacht. „Steinlawine? Komm, Gulda, es gibt Arbeit!“, rief Aragorn. Zum blanken Staunen der Elben sprang er dem Troll in den Nacken wie auf ein Pferd und wies Gulda den Weg zum Caradhras-Pass. Glorfindel, Elronds Söhne und Legolas kamen mit den langen Sätzen des Trolls kaum mit. Dort am Pass – etwa auf der Höhe, auf der die Ringgefährten später aufgeben mussten, weil Saruman Lawinen aus Stein und Eis regnen ließ – hatte eine Felslawine die schmale Passstraße völlig verschüttet. Gulda sah den Steinhaufen und fing schon an, die Brocken aus dem Weg zu räumen. Aragorn sah hinab in die tiefe Schlucht neben der Straße. Als seine scharfen Augen niemanden im Tal fanden, der gefährdet werden konnte, warf der Troll auf Aragorns Zeichen die Felsbrocken in die Schlucht hinunter. Zwei Stunden später hatte Gulda den Weg freigelegt und drei tote und vier verletzte Elben bergen können. Während Aragorn sich schon um die Verletzten bemühte, zerriss ein spitzer Schrei die klare Bergluft. Die Kutsche, die hinter dem Steinwall gestanden hatte, geriet ins Rutschen. Gulda griff blitzschnell zu und bekam gerade noch die Deichsel zu fassen und konnte die Kutsche vorerst festhalten. Doch das Pferd, das hinten an der Kutsche angebunden war, geriet bei dem Anblick des grünhäutigen Trolls in Panik und zerrte mit aller Kraft verzweifelt an dem kräftigen Strick aus grauem Elbenseil in die andere Richtung – nur weg von diesem Monster! Das Tier zerrte derart, dass Gulda die Deichsel langsam, aber sicher entglitt. Aragorn erkannte die Gefahr, warf ein Seil über einen aus dem Fels ragenden Baum, zog es straff und schwang sich über die Kutsche hinweg auf die andere Seite, kam neben dem Pferd auf und griff beherzt in das Halfter und mühte sich redlich, das panische Tier zu beruhigen. Nur langsam kam das Pferd zur Ruhe. Immerhin konnte Gulda dadurch die Deichsel festhalten und die Kalesche stabilisieren. Inzwischen waren auch die Elben den Pass heraufgekommen. Elben sind leichtfüßige Wesen, aber die Sorge um die Verwandten und Freunde, die auf dem Pass in Gefahr waren, strengte die Bruchtaler Elben doch mehr als gewöhnlich an. Allein Legolas keuchte nicht. Der flinke, behände Waldelb hatte seine Bruchtaler Brüder hinter sich gelassen und band jetzt Gulda die Langzügel der von den Felsen erschlagenen Pferde um, damit der Troll die Kutsche wegziehen konnte. Aragorn, Legolas, Elladan und Elrohir nahmen jeweils einen verletzten Elben huckepack und trugen sie vorsichtig den Passweg hinunter. Elrond, der inzwischen wieder zu sich gekommene Haldir und die übrigen Elben, die am Fuß des Passweges zurückgeblieben waren, empfingen die Rettungsmannschaft mit hellem Jubel. „Gulda, die Elben Bruchtals und Lóriens stehen in deiner Schuld“, erklärte Elrond. „Wenn du möchtest, bist du uns ein willkommener Gast in Bruchtal“, lud er den Troll dann ein. Gulda kratzte sich verlegen. „Wenn ich denn in dein Haus passe, Meister Elrond … „ sagte er. *** „Und?“ fragte ich. „Hast du hineingepasst?“ Gulda lachte dröhnend. „Nein, nicht mal, wenn Meister Gandalf mich kleingezaubert hätte, wäre ich da ‘reingegangen. Dafür war es dann eine fröhliche Hochzeit unter freiem Himmel. Und, so wie ich gehört habe, war es die fröhlichste Hochzeit, die Bruchtal je gesehen hat. Und dann war ich zum unpassenden Zeitpunkt nicht da, als Meister Elrond mich zu seinem Rat rufen ließ. Ich hätte ihnen schon den Pass freigehalten, den Ringgefährten“, brummte der Troll. Ja, manches wäre vielleicht anders verlaufen, wäre Gulda einer der Ringgefährten gewesen, aber da fehlte er – wohl nicht nur zu seinem eigenen Leidwesen … Ende [1] Sindarin: Willkommen, Maggaraf von den Halblingen [2] Sindarin: Willkommen, Gulda vom Volk der Trolle [3] Sindarin: Bleib hier in der Höhle, Gulda.“ [4] Sindarin: Ich bin Aragorn, Arathorns Sohn, Erbe des Isildur. Ich komme, um dir zu helfen. Höre auf meine Stimme: Komm zurück zum Licht! [5] Sindarin: Ich bin Aragorn von den Dúnedain! Gulda vom Volk der Trolle ist mein Freund! [6] Sindarin: Es ist nichts zu verzeihen, Legolas. [7] Sindarin: Willkommen, Elrond, Earendils Sohn!
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  27. Ich habe das auch gleich mal unterschrieben. Das ist doch wohl die Höhe, von den Synchronsprechenden zu verlangen, dass sie ihren Arbeitsplatz auch noch selber einstampfen! Jetzt ist es vielleicht "nur" die Programmwerbung, aber daraus wird sicher schnell eine komplette KI-Synchronisation des gesamten Programms, wenn die "Werbestimmen" erst einmaltrainiert sind. Kommt nicht in die Tüte!
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  28. Zumal die Studios in Geld schwimmen und Netflix nicht auch nur einen Cent günstiger werden würde, sollte man Synchronsprecher ersetzen. Da wird sich jemand einfach ne Insel von kaufen und wir haben schlechtere Filme und Synchronsprecher sind arbeitslos.
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  29. Danke, @Torshavn! Es freut mich, dass dir mein "Erstlingswerk" gefallen hat. Ja, wer weiß ... Ich habe mich für ein schnelles, aber offenes Ende entschieden, weil es bewusst eine ganz kurze Geschichte sein sollte. Und auch im Silmarillon hat Tolkien oft Leute einfach in die Fremde gehen lassen, von denen man nichts mehr erfuhr. Manchmal später dann aber doch.
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  30. Eine berührende Geschichte. Hat mir gut gefallen. Vielleicht greifst du ja das Schicksal der drei Abtrünnigen freien Orks noch einmal auf. Ich würde mich freuen.
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  31. Das unterstütze ich gerne! Wir haben wirklich hervorragend ausgebildete Synchronsprecher*innen, die eine fantastische Arbeit leisten. Die darf nicht durch KI untergraben und simplifiziert werden.
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  32. Was für eine nette und lustige Geschichte! Ein ganz neuer Blick auf die Gattung Troll. Gulda muss man einfach mögen.
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  34. Hätte eigentlich jemand was dagegen, wenn wir einen eigenen Thread für KI generierte Inhalte machen würden? Ich muss sagen, dass ich kein Fan davon bin und mittlerweile findet sich hier mehr KI Inhalt als anderes. Man kann dann immer noch alles posten, was einem so vor die Flinte läuft, aber man kann Kunst und KI trennen.
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  35. ich wüsste nicht wo ich es schauen kann - also eigentlich das ständige Problem meinerseits Vielleicht schau ich einfach nochmals GoT
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  37. Na, aber hallo! Das ist doch was! Ich habe die Geschichte gelesen und finde sie inhaltlich wirklich gut. Sie spiegelt deine Zuneigung zu Thranduil gekonnt wider. Mit einigen Absätzen wäre sie noch besser zu lesen, aber das ist eher eine Anmerkung am Rande.
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  38. Die folgende Geschichte habe ich etwa 2004/2005 für ein anderes HdR-Forum, das nicht mehr existiert (nein, nicht die "Grüne Hölle") als Beitrag zu einem Wettbewerb geschrieben. Eine der Voraussetzungen war, dass 20 Seiten nicht überschritten wurden. Daraus erklärt sich das eher knapp geratene Ende. Gleichwohl habe ich sie auch in den weiteren Veröffentlichungen so gelassen, wie sie war. Für die Veröffentlichung hier habe ich den Titel leicht geändert (der alte erschien mir nach reiflicher Überlegung nicht mehr passend) und den Text nochmals überarbeitet. Kurzbeschreibung: Ecthelion II. tritt sein neues Amt an. Zu seiner Amtseinführung erhält er Geschenke, auch von den Zwergen. Zwergenkönig Dáin II. Eisenfuß wendet sich an die Elben und die Menschen, um seinen wertvollen Geschenktransport schützen zu lassen. Aragorn und Legolas übernehmen die Aufgabe und geraten in ein Abenteuer, das sie eigentlich nicht vergessen könnten... Gefährliche Fahrt nach Minas Tirith Man schrieb das Jahr 2953 des Dritten Zeitalters von Mittelerde. Nach dem Tod des Statthalters Turgon von Gondor erbte sein Sohn Ecthelion diese Würde und wurde als Ecthelion II. der neue Statthalter von Gondor. Wie alle Statthalter seit dem treuen Mardil schwor er, Stab und Regierung bis zur Wiederkehr des Königs zu führen. So geschah es nun zum fünfundzwanzigsten Male seit 2043 König Earnur spurlos verschwand und man nur vermuten konnte, dass der kinderlose König seinem Feind zum Opfer gefallen war. Seither regierten die Statthalter des Hauses Húrin Gondor für den König. Die Tatsache, dass der Statthalter einen geringeren Rang hatte als der König, hielt die Statthalter zwar davon ab, sich auf den Thron zu setzen, jedoch nicht davon, ihre Amtseinführung entsprechend zu verkünden und zu feiern. Die Kunde von der Amtseinführung des neuen Statthalters von Gondor erreichte auch König Dáin II. Eisenfuß, den König der Zwerge unter dem Berg. Dáin betrachtete es als eine Verpflichtung, als König eines der Freien Völker Mittelerdes dem neuen Führer eines anderen Freien Volkes seine Aufwartung zu machen und zum Amtsantritt ein wertvolles Geschenk zu machen. Dáin ließ ein kostbares Tafelgeschirr herstellen. Es bestand aus je drei Dutzend Tellern in drei verschiedenen Größen, drei Dutzend kompletten Bestecken sowie zweiundsiebzig Bechern – geschmiedet aus purem Gold. Die Teller und die Becherkelche waren zudem mit einer Einlage aus Mithril verziert, die die sieben Sterne von Gondor über dem Weißen Baum von Gondor darstellte. Dieses unermesslich wertvolle Geschenk sollten drei seiner vertrauenswürdigsten Diener nach Minas Tirith bringen: Finli, Quilin und Wirin. Doch König Dáin war klar, dass drei Zwerge allein nicht in der Lage waren, diese Fracht sicher nach Minas Tirith zu bringen. Der Weg war weit und gefährlich. So sandte er Boten aus, die bei den benachbarten Freien Völkern um Beistand bitten sollten. Einer der Boten von Dáin kam auch über das Nebelgebirge nach Eriador. Dort, so hatte man ihm gesagt, würde er Hilfe bei den Dúnedain des Nordens finden. Tatsächlich traf der Bote schon bald auf Aragorn, Arathorns Sohn, der ihm auch seine Hilfe zusagte und versprach, den Zwergenwagen ab der Alten Furt des Anduin mit einigen Männern zu begleiten. Ein anderer Bote wagte sich in den Düsterwald zu Thranduils Volk, in jenen Tagen ein wagemutiges Unterfangen, da Zwerge und Elben – vorsichtig ausgedrückt – nicht eben Freunde waren. Dennoch hatte auch dieser Bote Erfolg und konnte Thranduil in mühsamen Verhandlungen dazu bewegen, eine Elbeneskorte wenigstens für den Weg durch den Düsterwald zu stellen. Thranduil beauftragte seinen Sohn Legolas, die Zwerge zu begleiten. Legolas hatte keine große Neigung, den Auftrag seines Vaters durchzuführen, aber als gehorsamer Sohn widersetzte er sich dem Wunsch des Vaters nicht. Drei Wochen, nachdem der Bote abgereist war, rumpelte ein schwer beladener Wagen über den Elbenweg in den Düsterwald. Mit finsteren Mienen übernahmen Legolas und fünf weitere Elben den Begleitschutz, hielten sich aber so weit vom Wagen entfernt, dass sie mit den Zwergen nicht unnötig sprechen mussten. Nicht nur Legolas sehnte die Alte Furt, den Übergang über den Anduin herbei, wo er die Zwergenfuhre an die Dúnedain weitergeben wollte. Weiter als bis dort wollte er freiwillig nicht reisen. Als sie die Furt erreichten, sah Legolas zu seiner Freude, dass Aragorn selbst die Dúnedain anführte. „Mae govannen, Aragorn Arathornion!“,[1] rief der Elb und ritt ihm entgegen. Die Freunde begrüßten sich mit herzlicher Umarmung. „Mae govannen, Legolas Thranduilion!“,[2] erwiderte Aragorn. „Das sind die drei Zwerge – Finli, Quilin und Wirin – die Ecthelion sein Geschenk bringen sollen. Ich vertraue sie dir und deinen Dúnedain an. Wir kehren zurück zu meinem Vater.“ Aragorn sah über seine drei Gefährten, dann über die stattliche Elbenpatrouille – immerhin sechs Mann. „Andelu i ven“,[3] sagte er. „Und der richtig gefährliche Weg beginnt jetzt erst. Bis nach Rohan haben wir keinerlei Verstärkung zu erwarten. Zwar sind einige Dúnedain auf dem Rückweg von Rohan, aber ob wir ihnen wirklich begegnen, ist keinesfalls sicher. Erst vor vier Tagen haben wir eine Orkhorde knapp vor der Grenze des Auenlandes abfangen können. Wenn sie sich schon so weit von Mordor entfernt herumtreiben, haben sie hier irgendwo Stützpunkte – ich fürchte im Nebelgebirge. Wir könnten gute Bogenschützen aus dem Düsterwald gut gebrauchen, denn niemand hat schärfere Augen als Elben.“ Dass Elben bei Dunkelheit auch sehr viel besser sahen als Menschen, brauchte Aragorn nicht besonders zu erwähnen. „Unsere Äxte sind scharf genug, Waldläufer!“, protestierte der Wagenlenker der Zwerge, den Legolas als Finli vorgestellt hatte. „Außerdem kommen wir an Moria vorbei, wo unser Vetter Balin uns Beistand leisten kann.“ Aragorn lächelte kühl. „Ich würde mich auf Beistand aus Moria nicht verlassen, mein langbärtiger Freund“, erwiderte er. „Wir haben Spuren von Orks im ganzen Nebelgebirge gefunden – aber nicht von Zwergen. Außerdem dürfte Herr Balin mit seinen unterirdischen Geschäften zu gut beschäftigt sein, um im Falle eines Orkangriffs Hilfe zu leisten“, gab er zu bedenken. Der Zwerg schnaufte verächtlich. Dieser Mensch verstand von Zwergen so viel wie ein Elb vom Erzschürfen – nichts! Dennoch sagte er nichts mehr, als Aragorn sich wieder an Legolas wandte: „Legolas, mellon nîn[4], ich bitte dich! Wir vier Dúnedain und drei Zwerge werden gegen eine wirklich wütende Orkhorde nicht viel ausrichten“, beschwor er den Elben. Legolas seufzte. Einen Appell an seine Freundschaft konnte er nicht unbeantwortet lassen. Er winkte einen seiner Elben zu sich und beauftragte ihn, mit einem zweiten zu seinem Vater zurückzukehren und ihm zu sagen, dass die Elben den Zwergentransport weiter begleiten würden – bis in die Riddermark oder notfalls bis nach Gondor. Geschützt von vier Waldläufern, vier Elben und drei Zwergen, die sich auch beim Lenken des schweren Wagens ablösen konnten, fuhr der Zwergenwagen in südlicher Richtung, dem Anduin folgend. Nur Stunden, nachdem die Menschen die Elbeneskorte verstärkt hatten, bemerkte Eboriel, der vorausritt, in der schon fortgeschrittenen Dämmerung Orkspuren im Straßenstaub. „Legolas! Hier sind Orks!“, warnte er. Nur Augenblicke später johlte eine wilde Horde Orks, die beinahe wie Wölfe auf allen Vieren aus dem Wald hervorbrachen. Die Elben griffen zu den Bögen und erschossen eine große Anzahl von Orks. Die Waldläufer griffen die Orks von hinten an und erschlugen mit dem Schwert, was ihnen vor die Klinge kam. Die planlos attackierenden Orks wehrten sich ebenso planlos gegen Elben, Menschen und Zwerge – erfolglos. Nach einer halben Stunde lagen die Orks tot am Boden, aber auch Eboriel und Gilrond, zwei der Elben, waren tot. Finli, Anführer der Zwerge, hatte eine tiefe Wunde im rechten Bein, wo ihn ein Orkmesser getroffen hatte. Efanir und Silar, zwei der Waldläufer, hatten Verwundungen an den Armen. Aragorn suchte eilig nach Athelas-Blättern und bemühte sich, die Wunden zu schließen. „Ohne euch Elben hätten sie uns wohl besiegt“, erklärte Aragorn. Legolas verstand sowohl die freundliche Diplomatie als auch die schlichte Tatsache, dass nur ein paar Verteidiger weniger den Verlust aller Leben zu Folge gehabt hätte. „Ich habe verstanden, mellon“, erwiderte der Elb. Allein bis zur Kreuzung der Caradhras-Passstraße folgten noch drei weitere Orküberfälle innerhalb von zehn Tagen Reise. Außer Legolas und Aragorn war niemand mehr ohne Wunden. Besonders Finli brauchte einige Tage Ruhe, damit die Wunde an seinem Bein heilen konnte. Der einzige geschützte Platz in dieser Gegend war Lórien, das Elbenreich von Celeborn und Galadriel. Dennoch zögerte Aragorn, nach Lórien zu gehen. Elben und Zwerge vertrugen sich schlecht. Nur die Notgemeinschaft dieses Transportes hielt die Gegensätze im Zaum. Legolas sah den Dúnadan an und konnte dessen Zweifel im Gesicht wie in einem Buch lesen. „Wir sollten versuchen, was du vorhast“, sagte er. Noch unschlüssig nickte Aragorn schließlich. Letztlich konnte Celeborn nichts Schlimmeres tun, als ihnen Hilfe zu verweigern – und dann mussten sie eben weiterziehen, so schlecht es den Verwundeten auch gehen mochte. Er und Legolas ritten nach Lórien hinein. Dort, im Goldenen Wald, wich die brütende Sommerhitze als Folge des Elbenzaubers einem sanften, lauen Frühlingswind. Die Mallornbäume standen in voller Blüte und verbreiteten einen süßen, unwiderstehlichen Duft, der sämtliche Bienenvölker der Umgebung anlockte. Ein durchdringendes Summen der fleißigen Bienen erfüllte die Luft, als Celeborns Wächter Haldir sie in Empfang nahm und zu seinem König begleitete. Celeborn und seine Gemahlin Galadriel kannten Aragorn – und seine große Liebe Arwen Undómiel. Sie war ihre Enkelin. „Sei gegrüßt, Aragorn, Arathorns Sohn. Sei auch du gegrüßt, Legolas, Thranduils Sohn. Was führt euch in den Goldenen Wald?“, erkundigte sich König Celeborn. „Herr, wir sind mit sieben weiteren Gefährten auf dem Weg nach Minas Tirith. Seit unserem Zusammentreffen an der Alten Furt haben wir vier Orküberfälle gehabt, bei denen zwei unserer Gefährten bereits umkamen. Alle anderen außer uns sind verwundet. Wir bitten Euch um einige Tage Gastfreundschaft in Lórien, damit die Verwundeten sich erholen können“, erwiderte Aragorn mit aller Ehrerbietung und höflicher Verneigung vor dem König. Celeborn sah den Menschen lange schweigend an. „Aragorn“, sagte er dann, „wir kennen dich lange und Legolas ist uns auch gut bekannt. Aber wer sind deine Gefährten?“ Aragorn seufzte leise. Er hatte gehofft, diese Frage nicht gestellt zu bekommen. „Herr, es ist noch ein Elb aus dem Düsterwald, drei meiner Dúnedain – und drei Zwerge.“ Celeborn sprang auf. „Zwerge?!“, stieß er hervor. „Aragorn! Zwerge haben in Lórien nichts verloren!“ „Ich habe Eure Reaktion befürchtet, Herr. Bitte, vergesst, dass wir hier gewesen sind. Wir werden weiterziehen“, erwiderte Aragorn und wandte sich zum Gehen. „Moment“, hielt Celeborn ihn zurück. „Du sagst, du hast meine Reaktion befürchtet, Aragorn. Warum hast du dann gefragt?“ „Weil ich gehofft habe, dass Ihr großmütig genug wärt, Verwundeten den Schutz Eures Volkes nicht schon deshalb zu versagen, weil sie nicht Elben oder Dúnedain sind“, versetzte Aragorn. „Vergebt mir, dass ich mich im Irrtum befand. Wir wollen Euch nicht länger belästigen.“ Galadriel stand von ihrem Thron auf und trat zu Aragorn. „Dein Ton und deine Wortwahl sind höflich, deine Worte zwischen den Worten hart“, bemerkte sie. „Aus dir spricht königlicher Stolz, Arathorns Sohn.“ „Dann bitte ich abermals um Vergebung, Herrin. Die Sorge um meine verwundeten Gefährten ließ mich unbedachte Worte wählen. Es tut mir Leid“, erwiderte der Dúnadan mit gesenktem Kopf. Galadriel lächelte, streckte ihre Hand aus und hob sein Kinn an, bis sie ihm in die Augen sehen konnte. „Ich sehe, dass du die Wahrheit sagst. Seid ihr bereit, für eure Gefährten zu bürgen? Aragorn? Legolas?“, fragte sie. Aragorn nickte, Legolas zögerte einen Moment, doch dann nickte auch er. Galadriel sah ihren Gatten an. „Nun gut, da auch ein Elb für die Zwerge bürgt, sei es. Ihr dürft Lórien betreten. Haldir wird euch zu einem Platz bringen, an dem eure Freunde sich in Sicherheit erholen können“, sagte er. „Ich danke Euch, Herr“, verbeugte sich Aragorn. Legolas verneigte sich schweigend. „Folgt mir“, forderte Haldir die beiden Männer auf, die ihm vom königlichen Flett, der Wohnplattform in einem der gewaltigen Mallornbäume, hinunter folgten. Haldir und einige Elbenwächter geleiteten die Eskorte und den Wagen zu einer Lichtung am östlichen Rand von Lórien, wohin zwar noch der Elbenzauber reichte, der den Wald vor Feinden und unwillkommenen Wettereinflüssen schützte, wo aber eine Begegnung zwischen Elben und Zwergen praktisch unmöglich war. Aragorn hatte genügend Zeit und Muße, sich um die Wunden seiner Begleiter zu kümmern, ohne dass er ständig auf der Hut vor Angriffen sein musste. Die Elbenwächter stellten bald fest, dass die Zwerge, die den schweren Wagen führten, den Weisungen Aragorns folgten und den ihnen zugewiesenen Lagerplatz nicht verließen. Nach einigen Tagen ließ Celeborn den Dúnadan zu sich rufen. „Ich möchte dich um Entschuldigung bitten, Aragorn“, sagte er, die Gemeinsprache benutzend. „Ich hätte wissen müssen, dass du dich nicht mit Gefährten umgibst, die nicht deinen Vorstellungen vom Verhalten gegenüber anderen Völkern in Mittelerde entsprechen.“ Aragorn verbeugte sich höflich. „Ú-moe edaved, Celeborn, aran o lórien“,[5] erwiderte er in der schönen Sprache der Elben, die er mit derselben Selbstverständlichkeit gebrauchte wie die der Menschen. Celeborn lächelte. Er mochte diesen Menschen, der sich größte Mühe gab, jedem die ihm gebührende Höflichkeit zu erweisen und Angehörige jedes freien Volkes in Mittelerde zu respektieren – was sich auch darin ausdrückte, dass der sprachbegabte Aragorn sich mühte, sämtliche Sprachen zu lernen, die zwischen Forodwaith im kalten Norden und Umbar im heißen Süden gesprochen wurden. „Wie geht es deinen Gefährten?“, erkundigte sich der Herr des Waldes. „Sie sind auf dem Wege der Besserung, Herr. Bald werden wir wieder aufbrechen können.“ „Wohin wollt ihr?“ „Nach Minas Tirith, nach Gondor.“ „Was wollt ihr dort?“ „Der König vom Einsamen Berg, Dáin II. Eisenfuß, sendet dem Statthalter von Gondor zwergische Erzeugnisse von einigem Wert. Finli, der Anführer unserer Zwergengefährten, ist im Auftrag des Königs unter dem Berg mit der wertvollen Fracht unterwegs. Er hat mich und Legolas um Beistand gebeten, denn der Weg ist lang und sehr gefährlich“, erwiderte Aragorn. „In der Tat. Die Orks werden immer zahlreicher und frecher“, stellte Celeborn fest. „Ihr solltet den Weg auf dem Anduin fortsetzen“, schlug er dann vor. „Boote würden wir euch leihen, wenn ihr sie auf dem Rückweg wieder herbringt.“ „Auf dem Fluss können wir wohl bis Osgiliath fahren, wenn wir den Rauros-Fall umgehen können, aber von Osgiliath – oder dem, was einmal Osgiliath war – sind es noch gut achtzehn Meilen bis nach Minas Tirith auf der Straße. Wir bräuchten dort wieder den Wagen, denn die Ladung ist zu schwer, um sie auf dem Rücken zu tragen“, gab Aragorn zu bedenken. Celeborn nickte. „Sende zwei deiner Begleiter nach Minas Tirith mit Pferden voraus. Ohne den Wagen werden sie sehr viel schneller sein als ihr und können den Orks bis nach Rohan entkommen. Dort haben sie zurzeit wohl keine Orks zu fürchten, denke ich. Sie können in Minas Tirith einen Wagen beschaffen und euch an der Brücke von Osgiliath erwarten“, empfahl Celeborn. „Ich danke für deine Empfehlung und werde sie gern an meine Gefährten weitergeben“, erwiderte Aragorn mit einem freundlichen Lächeln. Galadriel kam hinzu. „Ah, du bist noch hier“, bemerkte sie. „Aragorn, hier ist jemand, den du gut kennst. Du solltest dir noch die Zeit nehmen, sie zu besuchen.“ Mit allem mochte der junge Fürst der Dúnedain gerechnet haben, aber nicht damit, in Lórien Arwen zu treffen, die er in Bruchtal vermutete. Er zitterte leicht, war unsicher, was er tun sollte. Wenn er jetzt mit Arwen zusammentraf, bestand die Gefahr, dass er alles andere vergaß und die Zwerge Zwerge sein ließ. Sich aber wieder von Arwen zu trennen, die er schon zwei Jahre nicht gesehen hatte, wäre eine harte Strafe. Doch noch während Aragorn mit sich rang, ob er dem verlockenden Angebot nachkommen sollte, war Arwen Undómiel schon auf dem königlichen Flett im Mallornbaum. Celeborn und Galadriel zogen sich diskret zurück und ließen die Verliebten allein. „Was ist mit dir? Du wirkst verwirrt, Aragorn“, flüsterte Arwen vertraulich und überließ sich der ersehnten Umarmung des geliebten Menschen. „Komm“, sagte er leise und stieg vom Flett. Eine Weile gingen sie schweigend durch den Wald, bis sie zum Cerin Amroth kamen, einem grünen Hügel, der das ehemalige Haus des Elbenkönigs Amroth deckte und mit Elanor und Nephredil, goldenen und silbernen Blumen, übersät war. Dort, unbeobachtet von allen, wagte Aragorn es, Arwen zu küssen. Der Kuss drückte ihre ganze Sehnsucht nacheinander aus, beinhaltete all die Zärtlichkeit, die sie sich in den letzten zwei Jahren nicht hatten geben können. „Arwen, vanimelda, gen milin“,[6] seufzte Aragorn leise, als sie sich endlich aus dem langen, genussvollen Kuss lösten. Er strich ihr sanft durch das lange, dunkle Haar und umarmte sie wieder. Arwen lehnte sich an ihn, erwiderte seine Umarmung und erlaubte sich, die seine einfach zu genießen. „Ich weiß im Moment nicht, woran ich bin“, setzte er dann leise hinzu. Ein seltsamer Klang in seiner sonst sanften Stimme ließ Arwen aufsehen. Zweifel standen deutlich sichtbar in seinem Gesicht. „Was meinst du?“ „Du bist hier in Lórien, wo ich dich nicht erwartet habe. Deine Großeltern lassen uns allein. Dein Vater hält mich für leichtsinnig und verführbar. Ist das eine Prüfung für mich, ob ich widerstehen kann?“, fragte er. Arwen sah ihn erschrocken an. Aragorn war misstrauisch geworden, wie sie entsetzt feststellte. Elben waren im Grundsatz gute Wesen; Falschheit war wohl von Elben am wenigsten zu erwarten. Sie spürte, dass Aragorn von der Ablehnung seiner Werbung durch ihren Vater innerlich schwer verletzt war. Offenbar so schwer, dass er seinem plötzlichen Glück nicht trauen mochte. „Aragorn, wir haben Zeit. Eines Tages wird mein Vater einsehen, dass ich mich entschieden habe und wird es billigen.“ „Nun, muin nîn[7], du hast sicher alle Zeit dieser Welt. Jedenfalls, solange du der Unsterblichkeit deines Volkes nicht entsagst. Ich bin ein sterblicher Mensch, auch wenn wir Dúnedain ein viel längeres Leben haben als andere Menschen. Und wenn dein Vater entschlossen ist, uns seinen Segen nicht zu geben, werde ich kaum darauf warten können, dass er eines Tages die Augen für immer schließt. Denn wenn er sich entscheidet, zu den Grauen Anfurten zu gehen, um nach Valinor zu segeln, dann wird er dich mitnehmen“, erwiderte Aragorn ernst. Arwen senkte den Kopf, der Schwere seiner Last begreifend. Der sanfte Kuss, den sie auf der Stirn spürte, überzeugte sie noch mehr, dass es einen Mann wie Aragorn – sei es unter Elben oder Menschen – kein zweites Mal gab. „Ich habe auch meinen Kopf …“, widersprach sie und sah wieder auf. Er lächelte, aber er schüttelte den Kopf. „Nein, es wird nicht ohne Zustimmung deines Vaters gehen, Frau Undómiel“, entgegnete der Dúnadan. „Bei Elben und Menschen herrschen in dieser Hinsicht die gleichen Gesetze. Ich weiß nur nicht, welchen Preis er verlangen wird, damit ich deine Hand bekomme. Im Moment ist er einfach nur dagegen – und zwar völlig.“ „Er wird dich brauchen, Aragorn; dich und deine Dúnedain. Das Böse wächst wieder in Mordor. Zu viele Elben haben Mittelerde schon den Rücken gekehrt. Um Sauron zu besiegen, werden die Elbenfürsten die Menschen brauchen“, prophezeite Arwen. Ein melancholischer Schatten legte sich über Aragorns scharfgeschnittene Züge. „Dein Vater hält nicht viel von uns Menschen“, entgegnete er. „Wir sind leichtsinnig, verführbar, schwach, fehlerbehaftet. Es war ein Mensch, der die Möglichkeit hatte, dem Bösen in Mittelerde ein für allemal den Garaus zu machen – Isildur, mein Ahnherr. Er hat es nicht getan – und so kann Sauron sich nach fast dreitausend Jahren wieder soweit erholen, dass seine Macht wieder ausreicht, um Mittelerde in Gefahr zu bringen. Nein, einem Menschen würde dein Vater nicht noch einmal in so maßgeblichen Dingen vertrauen. Außerdem sind wir Dúnedain einfach zu wenige, um eine wirkliche Verstärkung für ein Elbenheer zu sein.“ „Tauchte der Eine Ring wieder auf – was würdest du damit tun?“, fragte Arwen. „Es wäre meine Pflicht, den Fehler meines Ahnen zu bereinigen, soweit das möglich ist – also das Ding zerstören. Doch ob ich die Kraft dazu hätte, weiß ich nicht. Ich habe nicht einmal die Kraft, dir zu widerstehen, liebste Arwen. Wie sollte ich einem magischen Ring widerstehen, dessen Verführungskraft selbst mein größter Ahnherr erlegen ist?“ „Doch“, sagte sie leise, „du hättest diese Kraft.“ Es klang völlig überzeugt. Aragorn strich ihr sanft durchs Haar und lächelte liebevoll. „Danke für dein Vertrauen. Mögen die Valar mir helfen, dass ich es nie enttäusche“, sagte er leise und küsste sie wieder. Einige Zeit später hatte er sich mit viel Mühe seiner Pflicht entsonnen, den Zwergentransport nach Minas Tirith zu begleiten und war zum Lagerplatz seiner Gefährten zurückgekehrt. Legolas bemerkte den Schatten, der das Gesicht seines menschlichen Freundes verdunkelte. „Celeborn empfiehlt uns, den Weg auf dem Wasser fortzusetzen. Die Elben würden uns Boote leihen, mit denen wir bis nach Osgiliath fahren können“, sagte Aragorn. „Schön und gut, aber Osgiliath ist nicht Minas Tirith – und da soll die Ladung hin. Wie sollen wir die Fracht vom Anduin in die Stadt bringen? Das sind über achtzehn Meilen, Herr Waldläufer!“, knurrte Finli. „Ich weiß, Herr Zwerg“, versetzte Aragorn. „Zwei von uns werden mit Pferden vorausreiten und in Minas Tirith oder in der Umgebung ein Transportmittel besorgen. Sie werden schneller sein als wir auf dem Fluss und rechtzeitig für uns bereitstehen.“ „So sie an den Orks vorbeikommen“, warf Legolas ein. „Und da ist noch etwas: Der Weg über den Anduin führt an den Stromschnellen von Sarn Gebir vorbei und an den Argonath. Die abwehrende Haltung dieser Steinkolosse sagt doch alles, mein Freund. Der ihnen folgende See Nen Hithoel und der dahinter liegende Rauros-Fall sind auch nicht ohne große Gefahr“, warnte der Elb. „Die Stromschnellen können wir auf dem Weg westlich davon umgehen, wenn die Boote auch sehr schwer sein werden, den Rauros-Fall auf den speziell dafür angelegten Treppen. Die Argonath? Sie sind meine Vorfahren. Was sollten ausgerechnet meine Vorfahren gegen eine Reise haben, die ich an ihnen vorbei unternehme?“, erwiderte der Dúnadan. „Dich werden sie wohl passieren lassen, vielleicht auch deine Dúnedain. Aber wir anderen …?“, zweifelte Legolas. Aragorn schüttelte den Kopf. „Ihr seid meine Begleiter, meine Freunde. Finli ist mit seinen Zwergen zu dem geschickt, der den König in Gondor vertritt. Die Männer, die als Argonath den Nen Hithoel bewachen, waren die Könige von Arnor und Gondor. Sie haben nie über Zwerge und Elben geboten, aber sie waren deren Freunde und Verbündete. Warum sollten sie etwas gegen solche Begleiter haben?“ Legolas erwiderte nichts mehr, als alle anderen sich mit dieser Variante einverstanden erklärten. „Efanir“, wandte Aragorn sich an einen der Dúnedain, „reite du mit Silar nach Minas Tirith und beschafft einen Wagen wie diesen, damit wir die Fracht von Osgiliath zum Palast des Statthalters bringen können.“ Efanir nickte. „Soll ich ihm auch gleich sagen, dass der neue König auf dem Weg zu ihm ist?“, erkundigte sich der Dúnadan. Aragorn schüttelte den Kopf. „Nein, sag' ihm nichts von Arathorns Sohn. Bevor ich meine Rechte geltend mache, sollte ich noch einiges lernen, mein Freund.“ „Schade“, brummte Efanir. „Es wird Zeit, dass Arnor und Gondor wieder einen gemeinsamen König haben. Du bist der Erbe dieses Anspruchs!“, erinnerte er Aragorn. „Ich weiß. Aber ich halte meine Zeit noch nicht für gekommen, Efanir“, widersprach der junge Fürst. Celeborns Vorschlag entsprechend wurde der Wagen entladen und die Fracht auf vier Boote verteilt, die von je einem Elben oder Menschen gesteuert wurden. Zehn Tage folgten sie dem Lauf des Anduin, ließen sich von der Strömung des großen Flusses tragen. Zunächst war das Gelände neben dem Fluss flach; dann, am vierten Tag erreichten sie südlich der Einmündung des Limklar die Hügellandschaft nördlich der Emyn Muil, deren westlich vom Anduin gelegener Teil Ödlande genannt wurde, während der östlich davon befindliche Anteil die Braunen Lande waren. Hier lebten weder Menschen noch Elben noch böse Unwesen. Diese Gegend war einfach nur verlassen und öd. Von nun an war das Ufer steil und bot nur noch schmale Streifen, auf denen eine Lagermöglichkeit bestand. Weitere vier Tage später waren sie an den Sarn Gebir, den gewaltigen Stromschnellen, die mit den Booten nicht passierbar waren. Es war eine mühevolle Anstrengung, die schweren Boote über den Uferweg um die Stromschnellen herum zu tragen. Menschen, Zwerge und Elben brachten es nur noch knapp fertig, den Lagerplatz herzurichten, dann schliefen sie völlig erschöpft ein, obwohl es noch heller Tag war. Aragorn fuhr erschrocken auf, als ein Blitz den nächtlichen Himmel durchzuckte und der Donner eines Gewitters in der Ferne grollte. Noch schienen über ihnen die Sterne, aber weiter im Osten waren Wolken, doch schienen sie nichts mit dem eigentlichen Wetter zu tun zu haben. Die Blitze, die daraus zuckten, waren rot bis orange, nicht weiß. Im Sternenlicht bemerkte Aragorn, dass Legolas ebenfalls wach war. „Seltsames Gewitter, was da im Osten tobt“, sagte der Dúnadan. Der Elb nickte. „Bist du schon lange wach? Du siehst nicht aus, als wärst du auch eben erst aufgeschreckt worden“, erkundigte sich der Mensch. „Nein, ich schlafe ohnehin nicht so wie ihr Menschen“, erwiderte Legolas. „Dich bedrückt etwas, mellon nîn“, sagte er dann. „Woran bemerkst du das?“, fragte Aragorn erschrocken. „Du hast sehr unruhig geschlafen – und du hast im Schlaf gesprochen.“ Aragorn stocherte das Feuer auf und legte neue Äste nach, damit es nicht ausging. Es war die normale Reaktion eines Mannes, der nur selten Gesellschaft hatte und sich in der Regel auf fremde Hilfe nicht verlassen konnte. „Was habe ich dir erzählt?“, fragte er dann und sah den Elben an. „Du hast von Arwen Undómiel gesprochen; davon, dass du sie liebst, aber nicht von ihr verlangen willst, ihre Unsterblichkeit aufzugeben“, erklärte der. Aragorn spürte, dass er rot wurde und hoffte, dass sein elbischer Freund dies den auflodernden Flammen des Feuers zuschreiben würde. „Sag mir, was du davon hältst“, bat Aragorn. Legolas sah eine Weile ins Feuer. „Du hast ein hohes Ziel, mellon. Arwen ist nicht irgendeine Elbenfrau; sie ist die Tochter eines bedeutenden Elbenfürsten. Elrond wird sein Schmuckstück nicht ohne weiteres hergeben. Und die Entscheidung, zu der sie gezwungen ist, ist schrecklich.“ „Ich weiß. Und genau das zerreißt mich fast“, erwiderte Aragorn mit einem tiefen Seufzen. Verzweiflung stand ihm im Gesicht. „Legolas, ich liebe sie so sehr, dass ich mir wünschen würde, sie würde meine Liebe nicht erwidern und eines Tages mit ihrem Vater in die Unsterblichen Lande fahren.“ „Aber ein Leben ohne sie kannst du auch nicht ertragen, oder verstehe ich dich falsch?“ „Nein, du verstehst es vollkommen richtig. Ich mag nicht leben ohne sie, aber ich kann ihr nicht zumuten, für einen Sterblichen wie mich das Geschenk eurer Unsterblichkeit aufzugeben.“ „Ich verstehe, dass dich das quält. Überlass‘ Arwen die Entscheidung. Es ist ihr Leben und ihre Unsterblichkeit. Wenn sie dich so sehr liebt, dass sie bereit ist, ein sterbliches Leben zu wählen, solltest du dieses Geschenk nicht zurückweisen“, erwiderte Legolas. Aragorn nickte abwesend. Der Weisheit seines elbischen Freundes hatte er nichts mehr hinzuzufügen. Er spürte Legolas‘ Hand auf der Schulter und sah ihn wieder an. „Du solltest versuchen, noch etwas zu schlafen. Ich werde Wache halten“, sagte der Elb. „Und deine Ruhe?“ Legolas lächelte leicht. „Mach‘ dir darum keine Gedanken. Ich brauche nicht viel Schlaf.“ Aragorn nickte. „Hannon le“,[8] sagte er, legte sich wieder hin und war bald wieder eingeschlafen. Am Tag darauf passierten sie die gewaltigen Steinkolosse der Argonath. Die vor Jahrhunderten aus dem Stein gehauenen Skulpturen standen am Ende der immer schmaler werdenden Schlucht und waren nicht kleiner als die in unglaubliche Höhen aufragenden Seitenwände der tief in das Gestein gegrabenen Schlucht. Auf weitere Entfernung sah es fast so aus, als wäre zwischen den beiden Steinfiguren kein Platz mehr für eine Passage. Erst, als die Boote näher kamen, wurde der Spalt zwischen den Füßen der Könige deutlich. Die rechte Uferseite bewachte Isildur, auf der linken erhob sein Bruder Anárion ebenfalls abwehrend die linke Hand. Isildurs rechte Hand umklammerte den Griff des nach unten gerichteten Schwertes, Anárions rechte Hand ruhte dagegen auf dem Kopf einer Axt. Während Elben und Zwerge, selbst Galrond, der zweite Dúnadan, sorgenvoll zu den drohenden Steinkolossen hinaufsahen, spürte Aragorn keinerlei Gefahr – sah man von dem immer schneller strömenden Fluss ab, der durch die schmale Schlucht jetzt reißend geworden war. Aragorn war, als winkten ihm seine Vorfahren. Sein Boot passierte als erstes die Argonath – dahinter präsentierte sich ein weiter, ruhiger See, über dem stets leichte Dunstschleier lagen. Diese Tatsache hatte dem See den Namen Nen Hithoel gegeben, das neblige Wasser. Frei und ungestört paddelten sie auf dem See zum südlichen Rand. Genau südlich der Argonath ragte eine Spitze aus dem Wasser, die vom Seewasser umschäumt wurde, der Tol Brandir, die Zinneninsel. Die Felsinsel lag genau in der Mitte des den See verlassenden Stroms, der beidseits der Insel auf den Rauros-Fall zu schäumte und mit Booten nicht passierbar war. Über hundert Fuß stürzte das Wasser über den gewaltigen Fall bis zum Fuß des Absatzes, um danach wieder friedlich durch die Ebenen von Anórien und des Fennfeldes zu fließen. Es war bereits über Mittag hinaus. Aragorn bedeutete seinen Gefährten, das Ufer auf der rechten Seite neben dem Tol Brandir anzusteuern und unterhalb des Amon Hen, dem Berg des Auges, zu landen. Die letzten Meilen auf dem immer reißender werdenden Fluss hatte ihnen allen viel Kraft abgefordert – zu viel, um jetzt noch die Boote die langen Treppen zum Fuß des Falls hinunter zu tragen. „Wir lagern heute Nacht hier!“, entschied Aragorn. Alle nickten nur beifällig. Bis sie die Boote ans Ufer gezogen hatten, das Lager eingerichtet und ein Feuer entzündet war, war es schon fast dunkel, obwohl die längsten Tage noch nicht lange vergangen waren. „Es ist Saurons Dunkelheit, die sich über dieses Land legt“, murmelte Legolas mit ungutem Gefühl. „Er wird immer stärker.“ „Der soll nur kommen!“, knurrte Quilin, nach Finli der zweite Zwerg und Wagenlenker, der nun auf der Bootsreise nur noch seine Ladung zu bewachen hatte. „Dennoch – ich glaube, es wäre gefährlich, auf unseren Lagerplatz hinzuweisen“, entgegnete Legolas. „Es ist warm heute Nacht. Wir löschen das Feuer, sofern wir das Essen fertig haben“, erwiderte Aragorn, der ein ähnlich ungutes Gefühl hatte. Einige Stunden später beleuchtete nur noch das Sternenlicht den See und seine Ufer. Außer dem schäumenden Wasser am Tol Brandir und am Rauros-Fall, der einige hundert Klafter weiter südlich über die Felskante stürzte, war kein Laut zu hören. Für die Waldelben Legolas und Emandir war diese Stille ebenso verdächtig wie für die Waldläufer Aragorn und Galrond. Die beiden Elben schliefen ohnehin nicht wirklich, sondern meditierten offenen Auges im Sternenlicht. Sie hatten aber die Fähigkeit, ein Ohr stets der Umgebung zu widmen. Die beiden Menschen schliefen dafür nur mit einem Auge. Die Orkbande, die durch das Unterholz am Amon Hen trampelte, hätte aber selbst Tote geweckt. Der inzwischen über den Bergen im Osten aufgegangene, strahlende Vollmond hob die buckligen, bulligen Umrisse der Orks deutlich vom Wald ab. Elben, Zwerge und Menschen waren sofort auf den Beinen. „Oben auf dem Amon Hen gibt es einen Turm. Hier unten haben wir schlechte Chancen“, empfahl Emandir. „Und was ist mit unserer Fracht?“, ereiferte sich Finli. Der Elb wollte entgegnen, dass es ums Leben ging, aber Aragorn hielt ihn zurück. „Havo dad, mellon“, sagte er leise in der Sprache der Waldelben. Wörtlich übersetzt bedeutete das: Setz dich, Freund. Im übertragenen Sinne hieß es: Lass‘ es gut sein, Freund. Emandir verstand. „Er hat Recht. Wir können nicht alle mitsamt der Fracht nach oben“, erklärte Aragorn dem Zwerg. „Emandir, nimm dir Galrond mit und geht auf den Turm. Macht ein Feuer, das weit leuchtet. Deckt es nach Nordwesten in regelmäßigen Abständen ab. Mit etwas Glück sind Dúnedain in der Nähe auf dem Weg nach Norden. Die sollten das Signal sehen.“ Galrond und Emandir entkamen gerade noch rechtzeitig Richtung Bergspitze, bevor die laut stampfende Orkhorde den Lagerplatz an der Seewiese erreicht hatte. Emandir wies dem Dúnadan einen nur den Elben bekannten Weg zum Turm auf dem Amon Hen. Die anderen fünf Gefährten lieferten sich mit den mehrfach überlegenen Orks ein wütendes Gefecht am Parth Galen. Die Zwerge schwangen ihre rasiermesserscharfen Äxte, die den Orks die Köpfe oder mindestens Gliedmaßen abhieben, Aragorn nutzte sowohl die Reichweite seines langen Zweihandschwertes wie auch zur Not die freie Linke und die Füße, um sich die wilden Orks vom Leib zu halten. Legolas benutzte seinen Bogen mit tödlicher Präzision, bis die Orks so nahe heran waren, dass er nicht mehr schießen konnte, ohne seine Begleiter zu gefährden. Fortan wehrte er sich mit zwei scharfen Elbenschwertern und seiner unglaublichen, raubkatzenartigen Behändigkeit. Doch für jeden erschlagenen Ork schienen zwei neue schier aus dem Boden zu wachsen. Oben auf dem Amon Hen wurde es plötzlich hell, als Galrond und Emandir das Signalfeuer zündeten. Die Orks, die Helligkeit jeder Art mieden, waren erschrocken und hielten einen Moment inne – was zur Folge hatte, dass etwa zehn von ihnen ohne Gegenwehr erschlagen wurden. Doch dann hatten sie sich gefangen und führten mit nun größerer Wut den Kampf fort, wohl ahnend, dass das Feuer ein Signal für andere Menschen, Zwerge oder Elben sein sollte. Finli und Wirin fielen den Orks schließlich doch zum Opfer, Aragorn, Legolas und Quilin gerieten in immer größere Bedrängnis. Der Kampflärm drang bis auf den Amon Hen. Galrond gab die Zeichen, die andere Dúnedain sehen konnten und erkennen mussten – so welche in der Nähe waren. Er und Emandir wurden ob des heftigen Lärms von unten immer nervöser, Minuten gerannen ihnen zu Stunden, bis drei weitere Feuer zeigten, dass ihr Signal gesehen worden war. Galrond signalisierte ihren Standort, dann liefen er und Emandir wieder zur Wiese Parth Galen hinunter, um ihren Freunden zu helfen. Sie attackierten die Orks von hinten. „Aragorn! Sie kommen!“, rief Galrond. Ihm und Emandir gelang es, sich zum Ufer durchzuschlagen. Die Orks hatten inzwischen zwar zwei der Zwerge getötet, aber selbst auch etwa vierzig Mann verloren. Sie zogen sich zunächst zurück. Ihr Anführer trieb sie wieder nach vorn. „Los, ihr Schlappschwänze! Macht sie endlich fertig!“, fauchte er. Die kurze Pause gab den erschöpften Kämpfern am Ufer wieder etwas Luft. Legolas und Emandir suchten eilig Pfeile zusammen. Aragorns Blick fiel auf die Boote. „Quilin, Galrond, macht die Boote fertig. Wir müssen hier verschwinden!“, kommandierte er. Der Dúnadan und der Zwerg beeilten sich, die Boote zu Wasser zu bringen. Die Orks kamen ohne Rücksicht auf weitere Verluste wieder näher, die ihnen Aragorn, Emandir und Legolas mit Bogen beibrachten. Schließlich rangen die drei Verteidiger wieder mit Fechtwaffen gegen die Orks, die ihnen nur selten standhalten konnten. „Fertig!“, meldete Quilin. Die beiden Elben und der Mensch zogen sich zurück und sprangen in die Boote. Eilig paddelten sie vom Ufer weg, bis sie außerhalb der Reichweite der Orkbogen waren. Dort erst stoppten sie. Mitten auf dem See wischte sich der erschöpfte Aragorn über das Gesicht. „Beim Barte Elendils! Und ich soll König werden? Die Valar seien meinem Volk gnädig!“ Legolas steuerte sein Boot zu Aragorns. „Was wirfst du dir vor, Aragorn?“ „Dass ich nicht gleich auf die Idee gekommen bin, aufs Wasser zu verschwinden. Nicht nur, dass Finli und Wirin noch leben könnten, nein, wir können nicht einmal weg, ohne die Dúnedain zu gefährden, die unser Signal gesehen haben und herkommen. Sie würden den Orks genau in die Arme laufen. Ich bin so ein Dummkopf!“, schalt er sich. „Dann ist jeder von uns ein Dummkopf, mellon nîn. Jeder hätte auf die Idee kommen können, auf den See zu fliehen. Keiner ist auf diese Idee gekommen, aber dir ist es eingefallen“, erwiderte Galrond, der ebenfalls zu Aragorn hingefahren war. „Ja, nur ein bisschen spät, finde ich“, beharrte Aragorn. „Du bist hart zu dir“, bemerkte Legolas. „Wenn ich jemals mein Erbe antreten soll, sollten mir solche Fehler wie heute besser nicht häufiger passieren“, erwiderte Aragorn und paddelte vorsichtig davon, immer auf der Hut vor der Strömung, die zum Rauros-Fall führte. Galrond wollte ihm folgen, aber Legolas hielt ihn zurück. „Nein“, sagte er, „lass‘ ihn. Wir sind alle müde.“ „Dann sollten wir besser zusammenbleiben, Legolas. Der Fall ist sehr nahe. Er könnte in die Strömung geraten“, erinnerte Galrond. Am Ufer wurde es laut, als die zur Verstärkung gerufenen Dúnedain eintrafen und die Orks sie sogleich angriffen. „Wir dürfen sie nicht allein lassen!“, rief Aragorn. „Boote zu Quilin!“, befahl er und steuerte auch sofort auf den Zwerg zu. Der helle Vollmond half ihnen, den Zwerg mit seinem Boot auf dem weiten See zu finden. Quilin nahm mit einem ungläubigen Gesichtsausdruck den Tampen von Aragorns Boot entgegen, der Dúnadan zog sein Schwert, sprang ins Wasser und schwamm zum Ufer. Legolas tat es ihm nach, ließ aber seine Schwerter in den Scheiden, um sich nicht unnötig zu behindern. Auch Emandir und Galrond folgten ihm. Die überraschten Orks bekamen nun von zwei Seiten Hiebe: Von den Dúnedain aus dem Wald und von der Frachteskorte vom See her. Obendrein dämmerte der Morgen herauf. Mit recht unmelodischen Hornrufen wurden die verbliebenen Orks zurückgerufen und verschwanden schließlich im Dunkel des Waldes. Die aufgehende Sonne fand eine müde, aber dennoch glückliche Versammlung von Dúnedain des Nordens, zweier Elben und eines Zwergs, der sich trotz der Größenunterschiede nicht fehl am Platze vorkam. „Liberid, ich danke dir und deinen Freunden. Ihr seid gerade rechtzeitig gekommen“, dankte Aragorn den Männern, die ihnen zu Hilfe gekommen waren. „Hätten wir gewusst, dass du es bist, Aragorn, wären noch ein paar mehr mitgekommen. Ihr seht mitgenommen aus“, bemerkte Liberid. „Wir sind zu elft an der Alten Furt aufgebrochen. Fünf Orküberfälle haben vier von uns das Leben gekostet. Zwei Wochen haben wir schon im Goldenen Wald verbracht, damit sich unsere Verwundeten erholen konnten“, erwiderte Aragorn. „Und jeder war mir einer zu viel“, setzte er hinzu. „Wohin führt euer Weg?“ „Nach Minas Tirith. Der Statthalter von Gondor erwartet zwergische Erzeugnisse von einigem Wert“, erwiderte Aragorn. „Wirst du gleich dort bleiben und ihm sagen, wer du bist?“, fragte Liberid. Aragorn schüttelte schweigend den Kopf. Liberid nickte nur. „Wir sind zu zehnt und haben keine besonderen Pläne, nachdem in Rohan nichts los war. Sollen wir euch begleiten?“ Aragorn sah sich um. „Wir haben nur vier Boote. Efanir und Silar sind nach Minas Tirith unterwegs, um einen Wagen zu besorgen, damit wir die Ladung von Osgiliath nach Minas Tirith bringen können.“ „Efanir und Silar?“, fragte Liberid nach. Aragorn nickte. „Dann werdet ihr in Osgiliath lange warten, mein Freund. Wir haben sie gefunden – und leider begraben müssen.“ Aragorn wurde bleich. „Elbereth Gilthoniel! Wo?“ „Nicht einmal weit von hier. Südöstlich der Stelle, an der die Entwasser ihr Delta bildet, in dem Dreieck, das die Rohirrim die Fennmark nennen.“ „Also gibt sogar in Rohan schon Orks!“, konstatierte Aragorn. „Nein, es waren keine Orkpfeile. Es waren überhaupt keine Feinde dabei. Efanir und Silar können nicht im Nahkampf gefallen sein. Sonst hätten sie doch bestimmt welche von der Bande mitgenommen. Nein, ich habe keine Ahnung, wer ihnen die Wunden beigebracht hat, die zum Tode führten. Ehrlich gesagt hat mich gewundert, dass sie überhaupt an den kleinen Stichverletzungen gestorben sind. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wer immer das war. hatte es wohl auf die Pferde abgesehen, denn die waren nicht mehr da. Und beide kenne ich nur wie die Rohirrim zu Pferd“, erklärte Liberid. „Sehr rätselhaft. Jetzt müssen wir erst einmal zusehen, wie wir die Fracht von Osgiliath nach Minas Tirith bekommen. Ich möchte ungern nochmals das Leben von jemandem aufs Spiel setzten“, seufzte Aragorn. „Komm, wir sind jetzt zu sechst“, wehrte Liberid ab. „Thorn, Beregil, Simar und Adanion fahren mit euch, wir reiten nach Minas Tirith und bereiten alles für eure Ankunft vor.“ Vier der Dúnedain fuhren also mit den Booten mit, die anderen sechs machten sich zu Pferd auf nach Minas Tirith. Hinter dem Rauros-Fall floss der Anduin vorbei an den Mündungen der Entwasser durch eine weite, ebene Landschaft. Von fern sahen die Bootsbesatzungen die sanften Hügel Nord-Ithiliens auf der östlichen Seite des Anduin. Dahinter stieg schroff die Ephel Dúath auf, das Schattengebirge, hinter dem Mordor lag. Auf der anderen Seite des Anduin erhob sich das Weiße Gebirge, die Ered Nimrais; ihr östlichster Berg war der Mindolluin, an dessen östliche Flanke sich Minas Tirith schmiegte. Von dort zog sich das Gebirge in einem leichten Bogen nach Nordwesten über einen kleinen Vorsprung bei Edoras, der Hauptstadt Rohans. Zwischen Edoras und dem Starkhorn, dem höchsten Berg des Gebirgszuges, bog ein Ausläufer des Gebirges noch weiter nach Norden bis zur Pforte von Rohan, wo die große Festung Helms Klamm lag, die letzte Zuflucht der Rohirrim in Notzeiten. Westlich dieses Ausläufers verlief der Gebirgskamm dann in einem weiten Bogen nach Südwesten bis fast an das Kap Andras, dem nordwestlichen Ende der Bucht von Belfalas. Von diesem großen Gebirge sahen die Reisenden allerdings nur den nördlichen Ausläufer, in dem sich Helms Klamm verbarg. Die Pforte von Rohan, die die Ered Nimrais vom Nebelgebirge trennte und den Übergang in die westlichen Lande ermöglichte, war für die Reisenden nur zu ahnen. Sechs Tage später erreichten sie Osgiliath, wo Liberid und seine Dúnedain schon mit dem Wagen warteten. Rasch war die Fracht umgeladen und auf dem Weg nach Minas Tirith. Ecthelion empfing den Zwergengesandten und seine Begleiter höflich, aber kühl. Er saß auf dem Sitz der Truchsesse in der Turmhalle des Weißen Turms von Minas Tirith. In der Hand hielt er den weißen Stab mit dem goldenen Knauf, der die Regierungsmacht der Truchsesse symbolisierte. Die Halle war ein weiter, ovaler Raum, dessen Längsachse sich zwischen Ost und West erstreckte. An der Westseite befand sich eine Empore, die etwa ein Viertel des gesamten Raums einnahm, über die ganze Breite der Halle reichte und durch vier Stufen vom übrigen Raum getrennt war. Der Sitz der Truchsesse stand auf der untersten Stufe der Empore, nur wenig von der nördlichen Wand der Halle entfernt. Oben in der Mitte der Empore stand unter einem Baldachin aus Marmor in Form des Kronenhelms von Gondor der verhüllte, verwaiste Thron von Gondor, überragt von einer in die Wand gemeißelten und mit Edelsteinen geschmückten Skulptur des Weißen Baumes in seiner vollen Pracht. Draußen, vor der Ostseite des Turmes stand sein natürliches Vorbild, doch war er schon seit hundert Jahren abgestorben und wartete darauf, eines Tages durch einen neuen Schössling ersetzt zu werden. Der Legende nach sollte der neue König diesen Schössling bringen. Quilin öffnete die Truhen mit den prachtvollen Geschirren. Teller, Becher und Besteckteile präsentierten sich auf dunklem Samt und erstrahlten im Licht der Kerzen und Fackeln an den schwarzen Marmorsäulen wie eigene Lichter. „Ich danke König Dáin für die kostbaren Geschenke. Übermittelt ihm bitte meinen Dank und meine aufrichtige Verbundenheit, Herr Quilin“, sagte Ecthelion mit einem freundlichen Kopfnicken. „Zu Diensten“, erwiderte Quilin mit dem üblichen Zwergengruß und verneigte sich. „Und euch, Elben und Menschen, danke ich, dass ihr diese Fracht so uneigennützig begleitet habt.“ Dúnedain und Elben verbeugten sich ebenfalls und übergingen die Tatsache, dass Ecthelion sie nicht einmal nach ihren Namen gefragt hatte. Dem Statthalter fiel auf, dass einer der beiden Dúnedain sehr intensiv nach dem Thron in der Mitte der Empore sah. Die Miene des Statthalters verdunkelte sich. „Ihr seht nach dem Thron, als wolltet Ihr ihn beanspruchen!“, bemerkte der Truchsess. Aragorn, der nach dem Möbelstück geschaut hatte, das eines Tages sein Sitz sein sollte, zuckte erschrocken zusammen. „Entschuldigt. Ich habe mich nur gefragt, weshalb Ihr hier unten sitzt und nicht dort oben“, fasste er sich rasch. „Herr Waldläufer, ich bin der Truchsess, der Statthalter von Gondor. Auf dem Thron zu sitzen gebührt nur dem König!“, versetzte Ecthelion scharf. „Und einen König gibt es nicht?“, fragte Aragorn harmlos. Legolas sah ihn aus dem Augenwinkel an. Aragorn verstand es, dem Statthalter zu verbergen, dass er mit ihm spielte. „Ihr kommt wirklich aus dem hintersten Winkel Eures Waldes! Nein, einen König gibt es in Gondor nicht mehr, seit König Earnur im Jahre 2043 des noch immer andauernden Dritten Zeitalters dem Hexenkönig zum Opfer fiel, ohne einen Erben zu hinterlassen. Seitdem regieren die Statthalter Gondor für den König“, erklärte Ecthelion. „Wenn jemand käme, der aus dem Hause Elendils wäre, würde vor Euch treten und Euch auffordern, ihn als König anzuerkennen – würdet Ihr es tun?“, hakte Aragorn nach. Ecthelion kniff die Augen zusammen. „Ich habe gehört, Herr Waldläufer, dass die Blutlinie Isildurs noch nicht erloschen ist. Vermutlich gibt es jemanden, der diesen Thron beanspruchen könnte. Aber seit über neunhundert Jahren hat ein Erbe Isildurs, der auch der Erbe des Thrones von Gondor wäre, den Weg nach Minas Tirith nicht gefunden, um seinen Anspruch hier geltend zu machen. Käme er tatsächlich, müsste er schon beweisen, dass er der rechtmäßige Erbe ist. Kann er den Beweis antreten, werde ich ihm den Thron übergeben. Das ist mein Eid als Statthalter!“, versetzte der Truchsess. „Sagt Euch der Name Arador etwas, Herr?“, fragte Aragorn weiter. Ecthelion ging ihm auf den Leim. „Arador war aus dem Haus Isildurs, er war ein möglicher Erbe Isildurs. Nach ihm trug sein Sohn Arathorn den Erbanspruch, doch Arathorn war nicht lange Fürst der Dúnedain des Nordens. Falls er einen Sohn haben sollte, wäre jener der rechtmäßige König.“ „Woran werdet Ihr den Erben erkennen, Herr?“, bohrte Aragorn weiter. „Zwar weiß ich nicht, was es Euch angeht, Herr Waldläufer, denn eigentlich solltet Ihr die Zeichen ebenso gut kennen wie ich, doch ich will es Euch sagen: Der Erbe wird das neu geschmiedete Schwert Narsil besitzen, das Zepter von Annúminas und den Ring Barahirs – und er wird einen Schössling des Weißen Baumes bringen. Daran werden wir in Minas Tirith ihn erkennen“, erwiderte Ecthelion. Aragorn verbeugte sich. „Ich danke Euch, Herr, für Eure Lehre, die ich mitnehmen und bewahren werde. Mögen die Valar euch gewogen sein.“ „Warum hast du es ihm nicht gesagt?“, fragte Legolas, als sie Minas Tirith verließen und zum Anduin zurückkehrten. „Was?“, fragte Aragorn. „Wer du bist?“, präzisierte der Elb. „Ecthelion? Dem kann ich viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Er wird mir nicht glauben, dass ich Arathorns Sohn bin, denn ich kann die von ihm verlangten Beweise nicht vorlegen: Das Zepter von Annúminas hat Elrond noch in Verwahrung, weil ich es mir verdienen muss. Narsil ist noch zerbrochen. Einen Schössling vom Weißen Baum kann ich schlecht herbeizaubern. Im Moment hätte ich nur Barahirs Ring, um meinen Anspruch zu beweisen. Ecthelion sprach nicht von oder, sondern von und. Ein einzelnes Beweisstück wird er nicht akzeptieren, mellon nîn. Nein, die Zeit ist noch nicht reif – und ich selber auch nicht. Ich muss noch viel lernen“, erwiderte Aragorn. „Komm, lass' uns gen Norden reiten. Wir haben noch etwas zu tun!“ „Und was?“, erkundigte sich Legolas. „Ich will wissen, woran Efanir und Silar gestorben sind. Das, was Liberid erzählt hat, scheint doch sehr rätselhaft.“ Zunächst verlief die Rückreise eher als gemächliche Kanureise flussaufwärts. Die berittenen Dúnedain begleiteten die Boote, man wechselte sich beim Bootfahren und Reiten ab. Zehn Tage, nachdem sie Osgiliath mit den Booten verlassen hatten, kamen sie an die nördlichste Mündung der Entwasser, hatten das Delta hinter sich gelassen. Aragorn, Liberid, Beregil und Legolas verließen die übrigen Gefährten und ritten zwei Tagesritte weit fort in die Fennmark, um die Gräber von Efanir und Silar aufzusuchen. Erschüttert stand Aragorn vor den Grabhügeln seiner Vettern. „Wer immer für euren Tod verantwortlich ist – wir werden ihn oder sie finden und das, was euch angetan wurde, nicht ungesühnt lassen!“, versprach er leise. „Wo willst du mit der Suche beginnen, Aragorn?“, fragte Liberid. „Wir haben nicht den Hauch einer Spur finden können.“ „Die einzigen, die keine Spuren zu hinterlassen pflegen, sind Elben“, erwiderte Aragorn. Doch bevor Legolas aufbegehren konnte, winkte er ab. „Ich meine damit nicht, dass es Elben waren, Legolas. Weshalb sollten Elben Dúnedain töten? Zumal ausgewiesene Elbenfreunde wie Efanir und Silar? Nein, das würde ich nicht glauben.“ „An wen würdest du denken, mellon?“, fragte Legolas. Aragorn zuckte mit den Schultern. „Orks, Trolle, Uruk-hai – aber die hinterlassen Spuren, die würden wir noch nach einem halben Jahr finden. Nein, von denen war es wohl auch keiner“, seufzte der Dúnadan. „Kommt, kehren wir zurück zu den anderen. Wir haben noch einen weiteren Weg vor uns.“ „Gibst du auf?“, fragte Liberid. „Keineswegs. Ich habe nur keine Idee, wer sie umgebracht hat – und warum.“ „Für das Warum habe ich eine Erklärung: Sie wollten die Pferde. Die Rohirrim vielleicht?“, entgegnete Liberid. „Nein, ausgeschlossen. Das sind Pferdezüchter, keine Pferdediebe“, versetzte Legolas. Traurig kehrten sie zu den übrigen Gefährten zurück, die am Ufer des Anduin auf sie warteten und setzten die Reise nach Norden in Richtung Rauros-Fall und Sarn Gebir fort. Fünf Tage, nachdem sie von den Sarn Gebir nach Norden abgefahren waren, erreichten die Boote in der Abenddämmerung die Mündung des Limklar. „Wir sollten nördlich der Mündung lagern“, empfahl Aragorn. „Dort haben wir das Hügelland hinter uns und müssten vor Orks und sonstigen Unwesen sicher sein.“ Seine Begleiter stimmten ihm zu und steuerten den Strand nördlich der Mündung an. Schnell hatten sie ihr Nachtlager errichtet und die Boote sicher vertäut. Doch noch während sie ihr Nachtmahl zubereiteten, hörten sie geradezu unirdische Schreie – fast wie von übergroßen Raubvögeln. Erschrocken sahen die Reisenden in die Richtung, aus der die Schreie kamen, zum Ostufer des Anduin, konnten aber in der Dunkelheit nichts erkennen. „Was ist das?“, fragte Aragorn. „Wir sind nicht weit vom Düsterwald“, erwiderte Legolas. Sein ebenmäßiges Gesicht verriet seine Anspannung. „Es klingt nach den Nazgûl“, sagte er dann. „Vergib mir die Frage: Wer oder was sind Nazgûl?“, erkundigte sich Aragorn. Legolas sah ihn einen Moment an. „Nazgûl? Was weißt du über die Ringe der Macht?“, fragte der Elb. Aragorn schien die Frage nicht zu passen, er beantwortete sie dennoch: „Nun, Elrond sagte mir, es gäbe mehrere Arten: Die Drei, die den Elben gegeben wurden und die frei sind vom Einfluss Saurons, weil sie rechtzeitig verborgen wurden. Die Sieben, die an die Zwerge gingen und die Neun, die den Menschen gegeben wurden – und den Einen, den Herrn der Ringe, den Herrscherring, den Sauron für sich selbst schmiedete, um alle anderen Ringe damit zu beherrschen. Letzteren schnitt Isildur Sauron von der Hand und hatte nicht die Kraft, ihn zu zerstören, behielt ihn – und wurde verraten. Das Unglück des Einen Ringes beutelt Mittelerde noch immer“, erklärte er. Legolas nickte. „Die Nazgûl sind die Besitzer der Neun. Sie sind die Ringgeister, Saurons Sklaven. Sie spüren den Einen Ring besonders – und sie suchen ihn für ihren Herrn. Sauron erholt sich nach nun fast dreitausend Jahren und wird wieder stärker.“ „Sind sie hier oder im Düsterwald?“, fragte Thorn. „Genau weiß ich es nicht“, entgegnete Legolas. „Es gab einmal im Düsterwald die Festung Dol Guldur, die von Sauron beherrscht wurde. Doch vor etwa zwölf Jahren wurde Sauron samt seinen Dienern von dort vertrieben. Selbst, wenn seine Diener versuchen sollten, dorthin zurückzukehren, dürfen sie den Anduin auf Befehl ihres Herrn nicht überqueren; sie müssen auf der Ostseite bleiben.“ Emandir saß Legolas gegenüber am Feuer. Seine Blickrichtung war Osten, er sah zum Ufer. „Bist du ganz sicher, Thranduils Sohn, dass sie das auch wissen?“, fragte der andere Elb mit schreckgeweiteten Augen. Hinter Legolas tauchten zwei Gestalten auf, in weite, schwarze Gewänder gehüllt, die Kapuzen der Umhänge übergezogen – doch schienen die Kapuzen nichts zu enthalten. Im ersten Impuls wollte Aragorn aufspringen, doch eine unerklärliche Kälte hielt ihn plötzlich fest. „Da ist noch einer!“, keuchte Thorn, der ihm gegenüber saß. Nur mit einigem Willen gelang es Elben, Zwerg und Dúnedain überhaupt, aufzustehen und sich gegen die nun blankziehenden Gestalten mit dem Schwert zu wehren. Legolas und Emandir bemerkten schnell, dass ihre Pfeile einfach durch die Gewänder hindurchgingen, aber keinen Widerstand darin fanden. „Bei Manwe! Sie sind körperlos!“, keuchte Emandir. In den Kutten waren wohl Panzerhandschuhe – aber keine Arme, keine Hände, keine Finger und vor allem keine Gesichter! Zehn Dúnedain, zwei Elben und ein Zwerg kämpften wie die Löwen, aber sie konnten wenig mehr ausrichten, als den Nazgûl die Kutten zu zerschneiden und ihnen die Schwerter zu zerbrechen. Erst, als Legolas einen brennenden Ast aus dem Feuer riss und einem die Kutte in Brand setzte, zogen sich die seltsamen Gestalten zurück, ohne etwas erbeutet zu haben. Aragorn und Beregil sahen verstört, dass sich ihre Schwerter plötzlich in Luft auflösten. Aragorn hatte noch Glück, weil er mehr zufällig nur mit dem Hirschfänger in eine der Kutten hinein gestochen hatte und nicht mit seinem Langschwert. Simar und Adanion hatten tiefe Wunden von den Schwertern der Nazgûl erlitten. „Morgulklingen!“, schnaufte Legolas. „Die Spitzen sind abgebrochen. Wenn wir sie nicht sofort heraus bekommen, lösen sie sich im Körper auf und die Verwundeten werden ebenfalls zu Geistern in der Schattenwelt.“ „Übrigens – Geister:“ entfuhr es Aragorn. „Sie hinterlassen keine Spuren!“, sagte er und deutete auf die Plätze, auf denen vor kurzem noch die Nazgûl gestanden hatten – nicht die kleinste Spur war zu sehen … Aragorn hatte das Gefühl, dem Rätsel um Efanirs und Silars Tod auf der Spur zu sein, aber zunächst musste er sich um die Verwundeten kümmern. Er schnitt die Reste der Morgulklingen aus den Wunden und konnte seine Männer damit vorerst retten. Aber in jener Gegend war kein einziges Blättchen Athelas zu finden – und das war das Verhängnis, denn Aragorn hatte nur noch wenige, schon recht trockene Blätter aus Lórien in seinem Beutel … Die Wunden wollten nicht heilen – im Gegenteil: Simar und Adanion ging es von Stunde zu Stunde schlechter. Dennoch setzten die Reisenden zunächst ihre Fahrt auf dem Anduin nach Norden fort. Die Strömung des großen Flusses trug nicht dazu bei, es den Männern leichter zu machen. Am folgenden Tag fühlten sich auch die beiden Elben nicht mehr wohl, die zwar Wunden erlitten hatten, in denen aber keine Reste der Klingen verblieben waren. Noch einen Tag später traf ein erstes Unwohlsein auch die Dúnedain, die nur mit ihren Klingen in die Mäntel der Nazgûl gestochen hatten. Aragorn, dem es selbst mehrfach an diesem Tag schwarz vor Augen wurde, war nahe daran, zu verzweifeln. Nicht einmal mehr in seinem Beutel hatte er noch ein Krümelchen Athelas. So lange er noch von seinen Vorräten hatte zehren können, hatte sich der Zustand der Verwundeten jedenfalls nicht dramatisch verschlechtert. Aber jetzt wurde die Lage kritisch. „Wir müssen den Fluss verlassen und quer durch den Wald nach Lórien kommen“, schnaufte Aragorn. Quilin sah in verwirrt an. „Was hast du vor, Aragorn?“ „Auf dem Fluss schaffen wir es nicht. Meine Heilkunst ist ohne Athelas bei den Wunden, die Simar und Adanion haben, einfach am Ende. Dieses seltsame Fieber, das die Nazgûl verbreiten, scheint auch Legolas, Emandir, Beregil und mich gepackt zu haben. Du, Liberid, Thorn und Galrond – ihr bringt die Boote auf dem Fluss weiter nach Lórien zurück. Zu Pferd werden wir quer über Land schneller sein.“ „Es geht dir selbst nicht gut, Freund. Bist du sicher, dass ihr es überhaupt schafft?“, erkundigte sich der Zwerg. „Ehrlich gesagt: Nein“, versetzte Aragorn. „Aber ich in mir auch nicht ganz sicher, ob das nicht ansteckend ist. Ich hoffe, dass die Elben in Lórien uns helfen können.“ Sie trieben die Pferde an, so schnell sie laufen konnten – und die rohirrischen Pferde, die die Dúnedain ritten waren sehr schnell. Obwohl ihre Reiter ihnen in dem undurchsichtigen Wald nicht viel helfen konnten, fanden die Tiere den richtigen Pfad. Die Pferde kannten sich in ihrer alten Heimat besser aus als ihre kranken und verwundeten Reiter. Nur mit Mühe und unter Aufbietung ihrer letzten Kräfte erreichten sie die Grenze des Goldenen Waldes am Silberlauf. Die Pferde schwammen durch den Fluss. Sie hatten kaum das andere Ufer erreicht, als auch Aragorn und Legolas endgültig die Sinne schwanden. Der aufmerksame Haldir fand mit seiner Elbenpatrouille vier Menschen und zwei Elben, die wie leblos am Ufer des Silberlaufs lagen. Haldir erkannte Aragorn und Legolas, erkannte die übrigen als Dúnedain, die den Elben herzlich verbunden waren. Auf seinen Wink brachten seine Elben die bewusstlosen Männer in die Sicherheit von Caras Galadhon. Auf Anweisung Galadriels trugen Haldirs Männer Aragorn gleich zu dem Flett, das Arwen Undómiel bewohnte, wenn sie bei der Familie ihrer Großmutter Galadriel zu Besuch war. „Was ist mit Aragorn, Haldir?“, fragte sie erschrocken, als sie in Aragorns bleiche Züge sah. Er atmete kaum noch. „Ich weiß es nicht, Herrin. Ich habe ihn, zwei Elben und noch drei andere Dúnedain so an der Grenze gefunden“, erwiderte der Wächter. „Danke, Haldir. Bitte, geh und hole Frau Galadriel.“ Haldir verneigte sich ehrerbietig und verließ leise das Flett. Wenig später kehrte er mit Arwens Großmutter zurück. Galadriel sah Aragorn an. „Was ist geschehen?“, fragte sie. „Ich weiß es nicht. Haldir hat ihn und einige andere so gefunden. Eine Verletzung finde ich nicht.“ Galadriel sah Haldir fragend an. „Aragorn, Legolas, der andere Elb und ein anderer Dúnadan sind äußerlich unverletzt, die beiden anderen haben auch Wunden, Herrin“, erklärte Haldir. Galadriel berührte Aragorns bleiche Stirn. Kalter Schweiß stand darauf. Sie überlegte einen Moment. „Sie wollten nach Minas Tirith. Wir haben ihnen Boote gegeben, damit sie ihre Fracht dorthin bringen können“, sinnierte die Herrin des Waldes. „Hatten sie Boote bei sich, Haldir?“ „Nein, Herrin. Sie hatten Pferde.“ „Was ist mit den Pferden?“ „Die schienen mir gesund, aber sehr verschreckt.“ „Verschreckt … Er ist ganz kalt. Das ist Saurons Kälte“, erkannte die Elbenfürstin. „Der Schwarze Anhauch, das Morgulfieber!“, entfuhr es ihr dann. „Haldir, ich brauche Athelas – sofort! Elwen und ihre Dienerinnen sollen sich ebenso um die anderen Kranken kümmern, schnell!“, befahl sie dann. Haldir verbeugte sich und beeilte sich, den Befehl seiner Herrin auszuführen. Wenig später hatte Galadriel das Athelas, zerrieb einige Blätter unmittelbar unter Aragorns Nase. Frischer, belebender Duft verbreitete sich. Sie legte dem Dúnadan beide Hände an das bleiche Gesicht und rief ihn beim Namen. Langsam kam wieder Leben in den schon schwindenden Aragorn. Er wachte halb auf und glaubte, einen schönen Traum zu haben, als er Arwen über sich bemerkte und schlief mit einem glücklichen Lächeln wieder ein, als die schöne Elbe ihn sanft küsste. Trotz des wirksamen Athelas schwebte Aragorn noch drei weitere Tage zwischen Leben und Tod. Arwen wich ihm nicht von der Seite. Auf Anraten von Galadriel sorgte sie dafür, dass er weitere drei Tage möglichst nur schlief. Wann immer er erwachte, streichelte sie ihn wieder zärtlich in den Schlaf zurück. „Schlafe weiter!“, flüsterte sie, drückte ihm zart die Augen zu und küsste ihn. Erst eine Woche, nachdem Haldir Aragorn und seine Gefährten an der Grenze des Goldenen Waldes gefunden hatte, ließ Arwen es zu, dass Aragorn soweit aufwachte, dass er seine Umgebung erkennen konnte. „Arwen?“, flüsterte er matt. Sie nickte lächelnd und strich ihm sanft über das stoppelbärtige Gesicht. „Ja“, erwiderte sie leise, „du bist in Lórien. Viel später hättet ihr nicht kommen dürfen.“ „Was … was ist das?“, fragte er. „Der Schwarze Anhauch, das Morgulfieber, vermutet meine Großmutter.“ „Was ist mit meinen Begleitern? Legolas, Emandir, Simar, Adanion und Beregil?“ „Zwei deiner Begleiter konnte auch Frau Galadriel nicht mehr retten. Der dritte Dúnadan und die beiden Elben sind noch nicht erwacht. Aber sie werden sicher überleben“, sagte Arwen leise. „Was ist mit euch geschehen? Nur die Nazgûl verbreiten diese Krankheit, die auch Elben packen kann.“ „Die Nazgûl haben uns überfallen“, erwiderte Aragorn. „Das ist seltsam. Seit langem hat man sie nicht mehr gesehen. Wo ist das passiert?“, erkundigte sich Arwen. „An der Mündung des Limklar“, brachte Aragorn mühsam heraus. „Das wird immer seltsamer. Alle Weisen sagen, die Nazgûl dürften den Anduin nicht überqueren – außer Sauron erlaubt es ihnen.“ „Dann hat er es wohl getan. Legolas hat sie eindeutig als die Nazgûl erkannt.“ „Wie viele waren es?“ „Drei, meine ich“, antwortete Aragorn. Müde schloss er die Augen und schlief wieder ein. Arwen eilte mit dieser Neuigkeit gleich zu ihrer Großmutter. Galadriel beschloss, ihren Spiegel um Rat zu fragen und ging mit ihrer Enkelin zu ihrem Garten am südöstlichen Rand des tiefen Grabens, der Caras Galadhon vom übrigen Lothlórien kreisförmig trennte. Dort entsprang ein Bach, bildete einen kleinen Wasserfall, bevor er die schützende Hecke durchstieß und zum Quellenfluss wurde, der auch den tiefen Graben durchschnitt und zum Celebrant, dem Silberlauf, floss. Dort, an dem kleinen Wasserfall, schöpfte Galadriel in einer silbernen Kanne Wasser und goss es in eine flache Silberschale, die auf einem Steinsockel in der Mitte ihres persönlichen Gartens stand. Zunächst spiegelten sich nur der blaue Himmel und die umgebenden Bäume darin, doch schnell verschwamm dieses Bild zu einem dunkelgrauen Gewölk, das ein Bild von Mordor umwaberte. Sauron schickte drei seiner Ringgeister aus, um das verlorene Dol Guldur im Düsterwald zurück zu gewinnen. Galadriel nickte. „Sie sind also wieder da. Aber warum? Die Ringgeister schickt der Dunkle Herrscher nur aus, wenn etwas über seinen Ring bekannt wird“, sinnierte sie. „Und wenn er etwas erfahren hat, was dem Weißen Rat noch nicht bekannt ist?“, mutmaßte Arwen. „Er wird etwas erfahren haben, wie du vermutest, Arwen. Der Weiße Rat muss sich treffen. Ich werde mich nach Isengard aufmachen. Dein Vater und Círdan sowie die anderen Fürsten der Eldar müssen benachrichtigt werden“, entschied die Elbenkönigin. Bekanntermaßen wurde bei diesem letzten Treffen des Weißen Rates über den Einen Ring gesprochen, doch behauptete Saruman – wider besseres Wissen, wie man später erfuhr – dass der Ring nicht gefunden sei. Da Saruman als der Ringsachverständige in Mittelerde galt, glaubte der Weiße Rat ihm, abgesehen von Gandalf, der einen bestimmten Verdacht hatte … Während Aragorn sich unter Arwens Händen vom Morgulfieber erholte, erfuhr er zwar vom Treffen des Weißen Rates und seinem Ergebnis, aber dass der Überfall auf ihn und seine Begleiter der Auslöser für dieses Treffen war, blieb ihm verborgen. Immerhin konnten er und Legolas sich nun zusammenreimen, dass die beiden Dúnedain, die Liberid und seine Begleiter tot aufgefunden hatten, ebenfalls mit den Nazgûl zusammengestoßen waren, kleine Wunden erlitten hatten und am Morgulfieber gestorben waren. „Legolas hat mir gesagt, die Nazgûl seien einmal Menschen gewesen. Sind sie der Grund, weshalb dein Vater uns Menschen für leichtsinnig und verführbar hält?“, erkundigte er sich einige Tage später bei Arwen. Die Elbe lächelte. „Neun Gründe“, erwiderte sie. „Und der zehnte ist Isildur, dein Ahn, der dem Einen Ring nicht widerstehen konnte.“ „Zehn gute Gründe“, seufzte Aragorn. „Schließlich bin ich ein Mensch und mache Fehler, wie jeder andere Mensch auch. Und dann bin ich ein Nachkomme Isildurs, der die Finger nicht von dem mächtigen Ring lassen konnte.“ „Aragorn – die Nazgûl, besonders der oberste der Nazgûl, der Hexenkönig, sind für den Untergang des Reiches von Arnor verantwortlich. Der Hexenkönig gründete das Reich von Angmar, das die Dúnedain von Arnor besiegte …“ „… und uns in die Wälder trieb, ja“, sagte Aragorn leise. Er nahm sanft Arwens Hand und sah sie lange an. Ihre sanften, dunkelblauen Augen leuchteten warm. „Wenn die Nazgûl und ihr Hexenmeister ein großes Reich wie Arnor vernichten konnten, wenn sie der Grund dafür sind, dass in Minas Tirith ein Statthalter für den König regieren muss, wenn sie nicht zu töten sind und jede Berührung mit ihnen dieses tödliche Fieber auslöst, dann wird es in alle Ewigkeit nicht möglich sein, dass ich das Erbe von Isildur antrete. Ich habe auch kein Interesse daran“, sagte Aragorn leise. „Du bist sehr krank, Aragorn. Wenn du wieder bei Kräften bist, siehst du das schon wieder anders“, beruhigte Arwen ihn. Doch so sehr Arwen ihn auch beruhigte und seine Zweifel dem Einfluss des Morgulfiebers zuschieben wollte – Aragorns Zweifel an seiner Berufung zum König blieben und verstärkten sich. Noch schlimmer für ihn war, dass er sich etwa zwei Wochen, nachdem er und seine kranken Gefährten Lórien erreicht hatten, an nichts erinnern konnte, was sich zwischen dem Besuch des Boten von Dáin II. Eisenfuß in Eriador und dem Überfall der Nazgûl am Limklar ereignet hatte. Denen, die mit ihm nach Lórien geritten waren, erging es ebenso. Nur eines blieb in seinem Gedächtnis unauslöschlich haften: Dass die Nazgûl mit ihren gefährlichen Klingen und dem tödlichen Fieber, das sie verbreiteten, eher eine Ausgeburt der Hölle waren, als dass sie jemals Menschen gewesen sein konnten – und dass sie Feuer fürchteten. Aber sie endgültig zu besiegen, das erschien nicht nur dem Fürsten der Dúnedain zu diesem Zeitpunkt gänzlich unmöglich. [1] Sindarin: Willkommen, Aragorn, Arathorns Sohn [2] Sindarin: Willkommen, Legolas, Thranduils Sohn [3] Sindarin: Die Straße ist gefährlich [4] Sindarin: Legolas, mein Freund,... [5] Sindarin: Es ist nichts zu verzeihen, Celeborn, Herr/König von Lórien [6] Sindarin (Quenya): Arwen, (schöne Geliebte), ich liebe dich. [7] Sindarin: mein Liebling [8] Sindarin: Ich danke dir.
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  39. @Eldacar Herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag! Möge in Erfüllung gegehn, was immer du dir wünschst!
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  40. Wow, das ist die Art von Zeichenstil, den ich von Herzen gern beherrschen würde! 🤩 Beeindruckend! 👍🏼
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  41. 3SAT widmet den Neujahrstag Wagners Ring. Alle vier Teile ab 9.00 Uhr. Davor ab 6.00 Uhr Dokus und Spielfilm. https://pressetreff.3sat.de/programm/dossier/3satthementag-wagners-ring
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  42. Das ist tatsächlich sehr hübsch.
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  43. Dieses Frage ist schon älter und von Eldacar sehr überzeugend beantwortet worden... Ich habe die Frage aber gerade zum ersten mal gelesen und sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich glaube, Eldacar hat recht. Es ist bestimmt kein Zufall, dass Tolkin den Ring zu so einem zentralen Motiv gemacht hat. Bestimmt hat er da bewusst an eine literarische Tradition angeknüpft, wie du schon sagst. Ich habe mal "Ring" in einem Lexikon literarischer Symbole nachgeschlagen. Dem Ring ist ein langer Artikel mit verschiedenen Bedeutungsdimensionen gewidmet. Die erste ist die der Bindung, Treue, Verantwortung - klassischerweise als Hochzeitsring umgesetzt. Das lässt sich in veränderter Form natürlich auf den Herrn der Ringe anwenden, schließlich gehen die Ringträger eine Bindung zum Herrn der Ringe ein. Und zwar durchaus bewusst - wenn auch nicht im vollen Bewusstsein der Konsequenzen. Eine Kette zum Beispiel (als mögliche Alternative zum Ring) steht auch für Herrschaft und Knechtschaft, allerdings gegen den Willen des Geknechteten. Und darin besteht ja die Rafinesse des Rings als Herrschaftsinstrument, dass er etwas im Gegenzug verspricht und anziehend wirkt, um dann seinen Träger zu betrügen. Selbst dann "lieben" sie den Ring aber noch. Die Bindung ist also unsichtbar und kein offensichtlicher Zwang, wie es bei einer Kette der Fall wäre (selbst wenn man von einer Kette als Schmuckstück ausgeht). Eine weitere Bedeutungsdimension, die auch sehr weit zurückzuverfolgen ist, ist die der Identität und des Machtanspruchs, der jedoch trügen kann. Ringe fungieren offenbar oft (nicht nur in der Literatur) als Mittel, jemanden auszuweisen, z. B. als Amtsträger mit einer bestimmten Autorität - und natürlich auch, um eine falsche Identität anzunehmen. Die magischen Kräfte, die Ringe in Geschichten häufig verleihen, könnten als eine Art Explizit-Machen der Macht gelesen werden, die sie ja z. T. auch in der Realität ihren Trägern gaben. Diese Macht ist jedoch vergänglich, weil sie an den Ring gebunden ist. Dieses Schwanken zwischen Offenbaren/Täuschen bzw. Macht/Schwäche passt sehr sehr gut zu der Rolle des Herrscherrings für seine verschiedenen Träger, einschließlich dem Herrn der Ringe selbst... Er macht ihn stark und angreifbar zugleich. Er ist der Herr des Rings, u. a. weil niemand anderes (außer Tom), den Ring sichtbar am Finger tragen kann, um seine Autorität damit anderen zu beweisen. Die anderen sind nur sichtbare Ringträger, wenn sie ihn z. B. an einer Kette (?!) um den Hals tragen, also symbolisch keinen Anspruch darauf erheben. Die Unsichtbarkeit verleiht seinen verschiedenen Trägern wiederum Macht durch Täuschung. Diese ist jedoch u. a. dadurch begrenzt, dass sie sich damit dem wahren Herren des Rings offenbaren. Und so weiter... Ehm...tja, dann ist da noch die perfekte, simple Kreisform (im Gegensatz zu anderen kreisförmigen Schmuckstücken, wie Arbändern, Halsketten etc., die ja oft einen Verschluss aufweisen, der den Kreis durchbricht), die oft mit natürlicher oder ästhetischer Vollendung assoziiert wird. Allerdings reichen die angeführten Beispiele im Lexikon nicht so weit zurück. Das hat mich jedoch an etwas erinnert. Ich war letztens in einem Kelten-Museum, wo auch ein Glasring keltischer Machart ausgestellt war. Und es hieß, dass man bis heute nicht wisse, wie es den Kelten gelungen sei, mit den damaligen Mitteln einen so perfekten Ring ohne sichtbare Naht herzustellen. Ich nehme also einfach mal an, dass der klassische Ring trotz bzw. wegen seiner schlichten Form Ausdruck besonders hohen handwerlichen Geschicks ist und war. Und andererseits ist ja die ganze Welt bei Tolkin ein handwerkliches bzw. ästhetisches Erzeugnis von Iluvatar, das aus seiner Sicht bereits vollendet ist und (im weitesten Sinne) die Form eines Rings hat. Schließlich sollen am Ende aller Tage alle Helden der alten Zeit wieder auferstehen und ein neuer Kampf gegen das Böse soll entbrennen, der sich ja auch in der Zeit selbst ständig wiederholt. Der Ring als künstliches Produkt könnte damit eine entfernte Nachahmung des heiligen Werks Illuvatars sein - und solche Nachahmungen sind bei Tolkin ja irgendwie immer Hybris und führen zu nichts Gutem. Sie sind sogar der Ursprung dessen, was in Tolkins Welt böse ist, angefangen mit Melkor, der ja eigentlich nur eigene Werke schaffen wollte. Dies wäre eine weitere Art, wie sich die symbolische Bedeutung des Ringes gut in Tolkins Werk einfügt. Vielleicht ist das alles auch überinterpretiert oder ich vergesse irgendwas Wichtiges, was dagegen spricht. So sehr bin ich nicht mehr drin, im Mittelerde-Kosmos. Ich wollte nur meine Gedanken teilen. Ich finde die Frage sehr spannend - und unabhängig davon, was Tolkin sich vielleicht dabei gedacht hat, werde ich beim nächsten Lesen der Bücher mehr darauf achten, was der Ring für Bedeutung stiftet. Nachtrag: Andere Schmuckstücke wie Armband, Ohrring, Brosche usw. haben keinen eigenen Eintrag im Lexikon, blicken also vielleicht auf keine so einheitliche literarische Tradition zurück. Zum Gürtel findet sich ein kürzerer Artikel, bei ihm hängt die Bedeutung aber anscheinend sehr stark vom Kontext ab (Kampfgürtel, Keuschheitsgürtel, Befestigung verschiedener Gegenstände daran,...). Ebenfalls einen eigenen Artikel hat die Hand (Finger), also der Ort, an dem der Ringe im Gegensatz zu den anderen Schmuckstücken getragen wird. Sie steht passenderweise für Macht/Herrschaft, Schutz, Bindung/Einigkeit und schöpferische Kraft.
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  44. Das ist auf jeden Fall eine fantastische Frage! Letztendlich gibt es dafür (Warum Tolkien einen Ring wählte) meines Erachtens zwei Erklärungsansätze, die allerdings die zugrunde liegende Frage nur ein wenig weiter in der Zeit zurückschieben und auch ein Stück weit ineinander greifen. Der erste und auch kürzeste ist, dass Tolkien zunächst einmal den Hobbit als einzelnes Werk schrieb und die Ideen für den Herrn der Ringe erst später entstanden. Um diesen sinnvoll in seine bisherige Welt einzubetten, bzw. unmittelbar an den Hobbit anzuschließen, bedurfte es quasi eines Plot-Device, dass als Bindeglied zwischen den Geschichten fungierte. Hierüber schrieb Tolkien selbst: "It is really given, and present in germ, from the beginning, though I had no conscious notion of what the Necromancer stood for (except ever-recurrent evil) in The Hobbit, nor of his connexion with the Ring. But if you wanted to go on from the end of The Hobbit I think the ring would be your inevitable choice as the link." (Brief 163 an W.H. Auden) Die Idee des einen Herrscherringes war also einerseits eine erzählerische Notwendigkeit für den Autor. Andererseits geht das Motiv von mächtigen oder magischen Ringen über den Herrn der Ringe hinaus. Tolkien schrieb seine Werke unter anderem aus der Motivation einen Mythos zu erschaffen, der seiner Heimat Großbritannien in seinen Augen fehlte und bediente sich dabei massivst an Vorbildern aus europäischer Historie und Mythologie. Die Einflüsse der Edda sind bereits in den Namen seiner Charaktere unverkennbar, denn Gandalf, Frodo, Thorin, Bifur und viele weitere sind Namen von Zwergen aus der nordischen Helden- und Göttersage. In besagter Edda wird unter anderem das Andvaranaut besungen, das Geschenk des Zwergen Andvari. Ein goldener Ring, der in der Lage ist Gold zu vermehren, jedoch einen Fluch trägt, der seinem Träger den Tod bringt. Das ist zwar keine 1:1 Beschreibung des einen Rings, aber im Prinzip geht es bereits in die richtige Richtung. Auch Odin trägt einen magischen Ring: Draupnir, der sich selbst vervielfältigen kann. Es sei angemerkt, dass es sich dabei nicht nur um ein germanisches oder europäisches Konzept handelt, sondern Sagen, die von magischen Ringen handeln, auch in vielen anderen Kulturen, so auch im antiken Griechenland und Persien zu finden sind. Es gibt eine ganze Wikipedia-Seite nur zum Konzept magischer Ringe. Nicht nur, dass ein magischer Ring also auch Teil einer seiner Vorlagen war, das Prinzip des magischen Ringes ist beinahe ein menschliches Universal also kommt fast überall vor. In meinen Augen liegt es schlicht daran, dass es kein simpleres Schmuckstück gibt. Ketten bestehen aus mehreren verflochtenen Ringen, Gürtelschnallen bestehen aus mehreren ineinander gesteckten, gebogenen Teilen und Broschen, Ohrringe, etc. bedürfen besonderer Mechanismen, um sie überhaupt am Körper zu halten. Ein Ring ist i.d.R. ein einfaches, solides Stück Metall, dass man sich ohne Weiteres anstecken kann und das dabei keine Kleidung, sondern einzig und alleine einen Finger bedarf, den wir Menschen eigentlich alle haben. In der Lore selbst wird glaube ich kein Grund angegeben, warum es unbedingt Ringe sein müssen, aber ich schiebe hier einfach die Beweggründe Tolkiens vor und gehe davon aus, dass er es schlichtweg nicht für nötig hielt, diese Wahl innerhalb seines Universums zu rechtfertigen, da sie ihm ziemlich selbstverständlich vorgekommen sein muss.
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  45. Hallo zusammen. Das ist meine erste Fanfiktion-Geschichte, die ich hier ins Forum hinein stelle. Diese Geschichte steht schon seit dem 12.08.2018 auf meinem Block und ich habe sie diesen Monat erst auf dem PC getippt und heute fertiggestellt. Na ja, ich schreibe mir schon seit 2016 Ideen in meinen Block hinein, aber habe diese noch nie zu Geschichten verfasst. Na gut eine Geschichte habe ich schon auf meinem Block vor gut 3 Jahren verfasst, aber nie auf dem PC abgetippt. Ich hoffe, dass euch diese Geschichte gefällt und freue mich auf Rückmeldungen von euch. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!!! Liebe Grüße Arwen Mirkwood Memories Erinnerungen an einen König / Waldelben Zusammenfassung Die Elbenfrau saß in ihren Gemächern und dachte an ihren erst kürzlich verstorbenen Ehemann. Ihr Neffe war jetzt der König, doch ihren Mann vermisste Sie schmerzlichst. Sie spielte mit dem Gedanken in den Westen zu ziehen. Schmerzliche Erinnerungen Es ist so still geworden in unseren Gemächern, seit dem Du nicht mehr hier bist. Ich höre Deine klare dunkle Stimme nicht mehr, Ich sehe Dein wunderschönes Gesicht mit Deinen Eis blauen Augen und deinem verschmitzten Lächeln nicht mehr. Ich werde nie wieder Deine Liebe zu mir spüren. Nie wieder wirst Du unsere Gemächer und unseren Palast mit Deiner wundervollen Präsenz bereichern. Ich weiß nicht wie es Dir jetzt geht an dem Ort, an dem Du Dich jetzt befindest. Du hast den Düsterwald so geliebt und ihn wieder zu dem Grünwald gemacht, der er einst war. Du hast Dein Volk zwar mit eiserner Hand regiert, aber Du hast es geliebt, weil Du dachtest, Du tätest das Richtige, um Dein Volk zu schützen. Du warst ein begnadeter Kämpfer, Du hast die große Schlacht im ersten Zeitalter mit großen Verlusten gewonnen und die Euch geblieben Elben-Krieger sicher zurück in den Düsterwald gebracht. Du hast dabei bzw. während der der Schlacht Deinen Vater verloren, was für Dich sehr schwer zu ertragen war. Du musstest erst ein Mal lernen ein Volk zu regieren. Du hast in der Schlacht auf der Dargolad auch gegen Drachen kämpfen müssen und Du bist dabei schwer verletzt worden, aber Du hast Dich körperlich nach Deinen schweren Verbrennungen im Gesicht wieder erholt, nur seelisch hast Du Dich nicht davon erholt. Du hast viele Jahre später Deine um Alles Geliebte Frau, Deine Königin verloren, mit der Du auch einen Sohn hast, den jetzigen und neuen König des Düsterwaldes. Ihr herber Verlust zehrte auch an Deinem Herzen. Du wurdest immer unglücklicher und verbitterter. Du hast Dich auch immer mehr zurückgezogen und niemanden mehr an Dich herangelassen, sogar Deinen Sohn und Deine engsten Familienmitglieder hast Du von Dir fern gehalten und abgewiesen. Du hast Dich förmlich ein geigelt in Deinem Reich. Du hast sehr unter Deinem gebrochenen Herzen gelitten und hast aus reinem Schutze Deiner selbst, eine Fassade aus: Arroganz, Unnahbarkeit und Überheblichkeit aufgebaut. Du strahltest immer eine Kaltherzigkeit und Emotionslosigkeit aus, obwohl Du es gar nicht warst. Eigentlich warst Du ein sehr trauriger und sehr gebrochener Elb, hervorgerufen durch Deine ganzen schlimmen Erlebnisse in Deinem Leben. Du warst dem Rotwein sehr zugetan, weil er Dich für einen Moment, Deine Seelischen Schmerzen vergessen ließ. Du warst wirklich ein guter Kämpfer und Krieger. Aber wie gesagt Du hast die Schlacht im ersten Zeitalter mit hohen Verlusten überlebt. Du hast in der Schlacht der 5 Heere das Volk der Menschen und die Stadt Thal gut vor den Orks verteidigt und beschützten können. Du wolltest einen Krieg anfangen mit Thorin, nur um die Kette Deiner Frau zurück zubekommen. Das habe ich nie verstanden, weil Du einen Sohn als Erinnerung an Deine geliebte Frau hast. Ja, ich weiß es, Thror hat Dich sehr gekränkt und Deinen Stolz verletzt, als er Dir die Kette nicht geben wollte, das verstehe ich ja, aber muss man deswegen bereit sein einen Krieg mit den Zwergen, besonders Thorin Eichenschild Thrors Enkel zu führen ? Du hast es nachher eingesehen und gemeinsam mit den Zwergen gegen die Orks zu kämpfen, um die Menschen und die Stadt Thal vor den Orks zu schützen. Du hast es geschafft nach einer Schlacht mit schrecklichen Folgen für Dein Volk und das der Menschen und Zwerge, die Ork-Armeen zu besiegen. Du warst entsetzt und traurig über der hohen Verlust Deiner Elben, und das weiß ich nur zu gut. In gewisser Weise hast Du Deinen Zwergen-Hass überstanden und Thorin und seine Neffen auf ihrer Beerdigung die letzte Ehre erwiesen. Du hast in Bard einen guten Verbündeten und Freund gefunden. Schließlich warst Du ja auch Jahre später auf seiner Beerdigung, um ihm als Deinen Freund die letzte Ehre zu erweisen. In der Schlachte unter den Bäumen im letzten Ringkrieg hast Du dein Volk und den Düsterwald von den Orks und Saurons Schergen gut verteidigt, so dass er am Ende wieder zum Grünwald wurde. Ich war Dir die ganzen Jahre sehr nah und ich habe gemerkt was mit Dir los war und wie es um Dein Herz bestellt war. Ich kannte Dich so gut wie kein anderer im Düsterwald, schließlich war ich Deine Schwägerin, die Schwester Deiner Ehe-Frau. Ich hatte immer Angst um Dich, dass Du sehr schnell schwinden würdest und an deinem gebrochenen Herzen sterben würdest. Aber Du warst stärker als ich gedacht habe. Im Grunde Deines Herzens warst Du immer ein guter Elb, Schwager und König. Nach der Schlacht unter den Bäumen und nach dem Ende des letzten Ringkrieges, als Legolas seine eigene Elben-Kolonie in Ithilien gründete, hast Du mich endlich in Dein Herz gelassen und in Deinem Herzen Platz für die Liebe geschaffen bzw für eine neue Liebe geschaffen. Wir waren sehr glücklich zusammen und Du warst auf ein Mal wieder glücklich und nicht wieder zu erkennen. Du warst wieder dieser unbeschwerte glückliche Elb, wie zu Zeiten als Du Deine Frau kennen gelernt hast und mit ihr einen Sohn hattest, bevor Du die schlimmen Erlebnisse im ersten Ringkrieg erlitten hast. Wir waren glücklich gemeinsam im Düsterwald. Du warst einfach ein Bild von einem Elben, so wunderschön, vor und nach den ganzen Schlachten. Dein ebenmäßiges und schönes Gesicht, Deine wunderschönen hell blauen Augen, die die Farbe des Himmels hatten, diese seidigen langen Silber blonden Haare, die so schön an Deinen Wangen vorbei flossen und so glatt Deinen Rücken hinunter glitten und Dir ebenfalls seidig über die Schultern bis zu Deiner Brust runter glitten, werden mir auf ewig in schöner Erinnerung bleiben. Genau wie Dein wohl geformter und vom Kampf gestählter Körper, so wie Deine maistätische Ausstrahlung, werden mir auch auf ewig in guter Erinnerung bleiben. Es fühlt sich so unerträglich leer in meinem Herzen an, ohne Dich mein König und diese unsägliche Stille in unseren gemeinsamen Gemächern ist einfachfach untragbar für mich geworden. Seit dem Du während bzw. nach einem Ausritt im Wald die Klippen am Waldesrand heruntergestürzt bist und so mit 200 Meter einen Abhang herunter in den Tod gefallen bist und weil Du nicht mehr lebend zu mir zurückgekehrt bist, bin ich todtraurig Das tragische Unglück ist geschehen,. , weil Dein Pferd gestolpert ist und auch mit Dir zusammen gestürzt ist Ich fühle mich jetzt so ziemlich einsam hier im Düsterwald ohne Dich mein geliebter König. Du fehlst mir einfach so sehr das es weh tut. Ich bringe Dir jeden Tag Deine Lieblingsblumen zu Deinem Grab in unserem gemeinsamen Lieblingsgarten unter der alten Linde im Düsterwald. Ich habe darauf bestanden, dass man Deinen Körper vom Fuße der Klippen zurück in den Düsterwald bringt und Du Deine letzte Ruhestätte in Deinem Düsterwald finden solltest. Dein Sohn und mein Neffe ist mit seinem Freund Gimli in den Düsterwald zurück gekehrt und ist jetzt der König des Düsterwaldes oder ehr des Grünwaldes geworden. Da die Zeit der Elben vorüber ist werden wir alle gemeinsam den geliebten und Deinen geliebten Düsterwald verlassen und bald nach Valinor segeln. Vielleicht treffen wir uns wieder. Ich hoffe es auf jeden Fall. Ende
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  46. Ich kann nachvollziehen, dass man einen Film nicht so toll findet, wenn man immer wieder Dinge entdeckt, die einem unlogisch vorkommen. Jedoch, was du genannt hast, sind in meinen Augen eher Kleinigkeiten. Zudem, es ist ja nicht so, als dass die Drehbuchschreiber*innen solche Logikproblemchen nicht kennen, aber sie kürzen nunmal bewusst hier und da ab und erwarten, dass die Zuschauer*innen gewisse Dinge akzeptieren, damit man sich auf die wesentliche Handlung konzentriert und nicht zu viel Zeit mit Nebensächlichkeiten verbringt. Außerdem, bist du schonmal im Dunkeln im Wald geritten? Ist das wirklich so einfach jemanden unter diesen Bedingungen einzufangen, so dass es unglaubwürdig ist, dass die Hobbits entkommen? Im Übrigen, wenn du solche Dinge kritisierst, dann ist das eher Kritik am Drehbuch, weniger an der Regie. Ja, Jackson hat am Drehbuch mitgearbeitet, aber ich kann nicht erkennen, warum Jackson ein mittelmäßiger Regisseur sein soll. Du scheinst zu vergessen, was alles zum Aufgabenspektrum von Regisseur*innen gehört.
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  47. Ich habe mir den Hobbit bestellt - und es ist die Krege-Übersetzung. Nun ja, ich werde mich trotzdem ans Werk machen. Meine Silmaril-Ausgabe ist auch von Krege. ABER ich habe mir jetzt die englische Gesamtausgabe des Lord of the Rings geleistet - mit Alan Lee-Illustrationen. War meine Belohnung für das Ende meiner Vorlesungssemester! Den Hobbit werde ich später mal auf Englisch nachziehen. Aber schön langsam. Mein Papa hat mir letztens eröffnet, dass er die Ringe-Bücher von Krege hat! Toll! Dann habe ich ja jetzt alles griffbereit: Krege, Carroux und Tolkien himself. Schade, dass man sowenig Zeit hat. Beim Krege-Silmaril sind mir noch keine größeren Patzer ausgefallen, oder ich habe nicht aufmerksam genug gelesen. Ich werde demnächst besser aufpassen. ich liege da gerade in den letzten Zügen ...
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