Grundsätzlich ginge das auch. Allerdings erwähnt Tolkien im UT-Artikel zu den Steinen auch, dass es sozusagen "Verschleierungsmöglichkeiten" gab, die den Blick der Steine blockieren konnte. Näheres dazu gibt es aber nicht.
Er braucht einen Körper, um die materielle Welt zu beeinflussen und zu dominieren. Diesen hat er sich in ca. 2.000 Jahren mit viel Mühe und Geduld wieder zu nahezu alter Stärke rekonstruiert und gestärkt. Eine erneute Zerstörung oder irreparable starke Beschädigung würde all dies zunichtemachen. Sicher wäre das Risiko minimal, aber es wäre nicht null. Das ist aus seiner Sicht ein nicht akzeptables Risiko, wenn es andere - ebenso wirksame - Methoden gibt, die ohne Risiko funktionieren. Zudem kann eine kleine Gruppe einer großen Armee recht leicht ausweichen.
Hier muss man auch Saurons Persönlichkeit beachten: Er ist nicht wie im Prolog des ersten Films eine Art "Superkrieger" (was für den Film passte und dort nötig war), sondern dem Wesen nach ein Planer, Ränkeschmied und Diplomat - in einem Wort ein Politiker mit großen handwerklichen Talenten. In den Fällen, wo er tatsächlich selber kämpfen musste, sieht seine Bilanz ziemlich mau aus. Er ist nicht wie ein Balrog ein Schläger, dessen Wesen es ist, andere durch physische Gewalt zu dominieren und sie zu verprügeln bzw. zu töten. Er ist der Planer im Hintergrund, der andere für sich arbeiten lässt und sich möglichst keinem Risiko aussetzt. Im Grunde also ein Feigling, der erst selber kämpft, wenn er keine andere Möglichkeit mehr hat. Und wie gesagt, da sieht seine Bilanz auch echt schlecht aus.