Man möge mir meine Skepsis verzeihen, aber ich persönlich kann darauf verzichten, dass aus dem Tolkien-Universum eine Art Star Wars wird. Peter Jackson ist damals eine gute Verfilmung gelungen. Wenn ich mir aber seine anderen Werke anschaue, habe ich immer den Eindruck, er weiß nicht, wann Schluss ist. Immer viel zu übertrieben, viel zu extrem. Legolas' Skateboardeinlage oder sein Felgaufschwung auf den Mûmakil bei Herr der Ringe fand ich schon grenzwertig, im Hobbit reißt es dann komplett ein. Auf den Trümmern einstürztender Gebäude nach oben laufen, Fässer, die genau jeden Ork treffen - ich habe den Eindruck, da fehlte jemand, der beim HdR-Dreh dabei war und gesagt hat: "Nein, das ist zu viel, das ist keine Comic-Verfilmung, das ist Herr der Ringe."
Noch so ein Gedanke zur Gollum-Story: Dinge sind interessant, wenn man sie nicht weiß, denn dann arbeitet unser Gehirn. Gollum ist spannend, weil nur so ungefähr klar ist, wo er her kommt. Jetzt eine lahme Story über ihn zu stricken, entzaubert den Charakter und macht ihn uninteressanter statt interessanter. So wie mit Sauron in Ringe der Macht. Sauron ist so bedrohlich, weil nicht ganz klar ist, wer oder was er ist. Man sieht in den Filmen nur diese Rüstung, der Rest bleibt der eigenen Fantasie überlassen. Sauron als sexy Typ Anfang 30 wirkt dagegen weniger geheimnisvoll.