Auch wenn die Frage "Wer ist der Mächtigste?" hier das Thema ist: SirLacy hat Recht, denke ich. Es geht im Herrn der Ringe nicht um Macht, auch wenn die Macht die jemand hat oder nicht hat natürlich schon eine gewisse Rolle spielt, einfach als Mittel zum Zweck. Aber es sind doch immer wieder eben nicht die offensichtlich Starken die sich durchsetzen. Und ich denke, dies ist ein sehr wichtiger Gedanke.
Gandalf finde ich interessant in dieser Hinsicht. Natürlich gehört er zu den Starken, er kämpft gegen den Balrog und siegt. Aber im "Hobbit" zündet er Tannenzapfen an um die Warge zu vertreiben; eine eindrucksvolle Demonstration von Macht ist das ja nun nicht gerade. Aber es funktioniert durchaus. Und genau das finde ich wichtig: große Macht haben ist eine Sache; aber zu wissen dass man große Macht gar nicht immer nutzen muss wenn es auch viel einfacher geht, das ist ein wirklich souveräner Umgang mit der Macht die man hat. Wirkliche Macht muss nicht laut sein und auch nicht auffällig.
Und natürlich ist ein Hobbit augenscheinlich kein sehr mächtiges Wesen. Trotzdem bringt der Hobbit Frodo es fertig, den Ring bis zum Schicksalsberg zu bringen. Seine Kräfte reichen eindeutig nicht aus für diese Aufgabe, aber sein Wille ist stark genug. Es gibt im Film diesen wirklich eindrucksvoll gespielten Moment wo Frodo beim Aufstieg auf den Schicksalsberg zusammenbricht und nicht weiter gehen kann, aber er bleibt nicht einfach liegen, er kriecht weiter, zumindest versucht er es. Diese Willenskraft ist ja nun auch eine Art von Macht, eine stille Macht, aber eine sehr starke.
Und, gute Frage: ist Tom Bombadil mächtig, weil er dem Ring widersteht? Immerhin bringen das ja ziemlich viele andere Leute nicht zustande. Trotzdem empfinde ich das nicht als Anzeichen dafür dass Tom Bombadil mächtig ist. Für ihn hat der Ring einfach keinerlei Bedeutung, er bringt ihm keinerlei Nutzen; das Ding interessiert ihn einfach nicht. Gegen etwas gleichgültig zu sein das einem einfach vollkommen egal ist, das ist ja nun nicht gerade schwierig.