Bloerke Geschrieben vor 1 Stunde Geschrieben vor 1 Stunde Hallo, ich schreibe gerade das Leithian-Lied in einer eigenen Interpretation und wollte mal reinhören, ob das den deutschen Tolkien-Fans gefällt. Ich habe jetzt vielleicht 5 % geschrieben, hauptsächlich Canto 20, die Jagd auf Carcharoth in Doriath und den Wettstreit der Sänger auf/in Taur-in-Gauroth. Schreibt gerne eure Meinung dazu. Stumm wogten die Elben, in Leid und Bange, stumm liefen die Tränen von Luthiens Wange. Stumm ruhte Beren auf der Bahre und neben ihm Huan, der Hund, den wahre Freundschaft mit seinem Menschen verband, der sich jetzt in den Westen verschieden fand. Dabei stand keiner, der das verkennt: Still war’n die Freunde, für immer getrennt, das Leiden all war endlich genug. So ging der schweigende Trauerzug, zurück gen Menegroth, die tausend Grotten. Und Elben, geschmeidig, wie hartgesotten ! Beklagten die Leere, leer war ihr Gram das Tageslicht ging, die Nacht, sie kam. Gedimmt warn die Sterne, zu groß war das Leid, der Stein war geborgen, erfüllt der Eid. Hoch war der Preis, das Licht kein Lohn, Denn tot war der Mensch, sein Geist verlorn. Den Hund und den Menschen, die bahrten sie auf, und trugen sie fort, den Hügel hinauf, Wo warn die Valar? War das ihr Geheiß? Stand so das Schicksal? War das der Preis? Wo blieben die Adler? Kurz wäre ihr Flug, Die Götter verließen den Trauerzug. Die Elben trugen die Toten dahin, zur großen Buche zogen sie hin. Vor Hirílorn bahrte man sie auf, Und auch Luthien zog schweigend den Hügel hinauf. Sie stand erbleicht, erfühlte die Wunden, und spürte, wie sehr sich Huan geschunden, wie Erchamion mutig den Speer erhoben und doch im Biss des Wolfs zerstoben. In Trauer warf sie sich vor Beren hin, Den Schmerz umfassend umarmte sie ihn, Und bat ihn, von Aman noch nicht weiterzuziehn, Dort auf sie zu warten, vor Mandos zu knien. Und als sie dort saß, in ihrem Schmerz, Kam ein kühler Wind auf, kroch ihr ins Herz. Es breitete sich in ihr das Fremde aus, die Hand des Todes, der Kältegraus, Ein stiller Gruß, ein Trost für Leid, In die Welt gewebt vor aller Zeit. Kein Elb sollt jemals wirklich sterben, Mandos gespaltete Seelen bergen, Denn ewiges Leben war ihre Gabe, Auf dass ihr Geschlecht sich am Leben labe. Doch ihr galt dieses Angebot, ... sie durfte Beren noch einmal sehn, wenn Sie sterben wollt’, ihre Gabe darbot Luthien ergriff es, sie wählte den Tod. … Winter suchte nun Thingol heim: In seiner Trauer war er ganz allein, Denn nur eine gabs, die auf Arda weilte, Die sein Leid verstand, sein Schicksal teilte. Der Abschied von Luthien, der klang an, Ein Abschied ohne Wiedersehn in Aman. Asch wurd da der König, grau und alt, Sein kraftvoller Körper zur Greisengestalt Aus ihm wichen Eifer und Glücksgefühl Die Hand der Tochter, sie war kühl! … Ehern stand er, schwarz von Gestalt, mächtig erstrahlend, unsagbar alt, ins Dunkel führt er beide Geschlechter, Mandos heißt er, letzter der Wächter. Er sammelt die Seelen, das ist sein Werk, führt in seine Hallen den Elb und den Zwerg. Von dort zieh’n die Menschen ins Außenmeer, verlassen die Welt, der Abschied nicht schwer. Sie segeln so weit der Stern’himmel reicht, bis Eru sie wieder ins Dasein streicht. Doch einer, der kann von Arda nicht scheiden, denn größer ist seines als andere Leiden, er harrt im Dunkeln, er hält seinen Eid, denn er liebt Luthien, Elbenmaid. Beren wartet, denn Luthien befahl, auf sie zu warten, die in ihrer Qual Den Leib aufgab, der Welt entrückend Nach Valinor zog, das Schicksal erdrückend. Auf Luthiens Wunsch harrt Beren noch aus, Den Spruch blies es in die Welt hinaus: Die Seelen, sie solln sich noch einmal sehn, Bevor sie allzeit auseinander gehn. So soll der Mensch, der den Silmaril fand, Der eine, der Angband betrat und bestand, So soll der Mensch sie wieder sehn, Der letzte Blick gen Luthien gehn, Der letzte Blick, auf das, was klar, das schönste ist, das wird, das war. Und Luthien, in Schwalbengestalt, Sie landete vor Mandos, der wartete kalt. Wie im Traum, noch ohne Trost, War sie in Trance, vor Trauer bloß. Sie legte den Mantel vor die Hallen, still ward’ es, kein Wort sollt hier mehr fallen, nur Töne ertragen gemeinsames Leid, Gemeinsam … halten … sie … den … Eid. Kein Wind zog auf, kein Meer, das rauschte, Kein Vogel, der schrie, ein jeder, der lauschte, Kein Wort, kein Laut, der nach außen drang, Nur Luthien. Und Luthien sang. Das Lied, das Luthien vor Mandos sang, War das schönste, das je auf Arda erklang. Bilder schuf sie, sie führt‘ den Vala, An den Anfang zurück, die Welt, die war, Sie sang von Ea, der Welt, die ist, Von der Musik der Ainur, die Schicksale misst, Sie sang von göttlicher Harmonie, von Tönen, Akkorden, von Melodie, von den Gesichten der beiden Geschlechter, Von der wirklichen Welt, denn die sei echter, Als was die Ainur sich einst erträumten, Die Wogen des Außenmeers, sie schäumten. Von Melkor sang sie und seinem Verrat, Vom Licht der Bäume, von Feanors Tat, Von Finwes Tod, vom Eid der Söhne, Von der Unrast der Noldor, jetzt dunkel die Töne, Von Schwertern, die auf Stegen sausten, Die Wogen des Außenmeers, sie brausten. Eonwes Warnung trug sie vor, sah Feanors Lachen, ein fallendes Tor, Den Zug gen Westen, das Leuchten und Lodern, Den Fluch der Noldor, das Welt-Vermodern, Und Mandos im Meer, den kalt erbosten, Die Wogen des Außenmeers, sie tosten. Feanor ließ sie wieder sterben, Und Fingolfin seine Krone erben. Sah Angband belagert, die Belagerung falln, Hört Schwerter klirren, Ballisten knalln, Sah Mensch und Elb gemeinsam streiten, Die Namen der Fürsten, die sie leiten, Sah Elben, die den Thron bestiegen, Sah Leid und Tod nach kleinen Siegen, Geborstene Leiber, die sich türmten, Die Wogen des Außenmeers, sie stürmten. Und dann sang sie von Berens Tat, Von Thingols Zorn und Melians Rat, Von Felagund und edlem Sinn, Von Celegorm und Curufin, Vom Sauronswolf, Huan als Ross, Von Draugluin und Carcharoth, Von Angbands Tiefen, den Schrein der Sklaven, Von Eisenketten, harten Strafen, Von Morgoths Blicken, von ihrem Lied, Von all den Bildern, die er sieht, Vom Diebstahl des Steins, von ihrer Flucht, Vom Trio der Adler, das sie sucht. Von der großen Jagd im großen Wald Von Berens Tod, blutig und kalt. Von letzten Worten, von letzter Kraft, Die Tränen rannen, es war geschafft: Sie sah sich selbst und ihre Gabe, Erinnert den Leib, die Geistaufgabe. Das Lied war verklungen, das Feuer versiegt, Das Außenmeer still, das Außenmeer schwieg. Noch keine Antwort des höchsten Throns, Doch mit dem Verhallen des letzten Tons Befreite sich Luthien aus der Leere, Tränen fielen, mit ihnen die Schwere, Die sich in Doriath auf ihr Gemüt gelegt, Und Mandos, der schwieg, der sann, erregt, Sah den Anfang der Zeit, das Lied stieg herauf, An dem er einst wirkte, und worauf Die Welt erstand, in Wohl und Wehe, Bilder durchschritt er, auf dass er sehe, dass zwischen den Klängen, die Melkor verdarb, Schönheit aufstieg, und nie ganz erstarb. Das Lied war Luthien geworden, Sie war’s, sie lebte, stritt gegen den Norden, Litt stärker als alle vom ersten Geschlecht, Das Leid war klar, war Weh, war echt. Doch in ihrem Leid war die Liebe groß, Und ward jetzt ohne Liebe doch, nackt und bloß. Mandos stand still, sein Herz pocht‘ intim: Mitleid regte sich in ihm. Zitieren
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