Ja, diese Einstellungen sind ja nicht 1945 einfach verschwunden, sondern existierten in vielen Fällen im Verborgenen weiter. Die Menschen sagten dann eben nicht mehr öffentlich was sie dachten, sondern nur noch an Stammtischen, wo die Leute unter sich frei sagten, was sie so denken. Später kam dann die Verlegung der Stammtische ins Internet, und die Afd versucht nun, die Stammtische ins öffentliche Leben zu verlagern, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben.
Und wenn Weidel, Gauland und Co. im Bundestag frei heraus was Menschenverachtendes sagen, dann denken sich Bürger, die vorher schon genauso dachten: "Dann darf ich das auch sagen"
Das ist das Gefährliche daran.....die Afd war, als sie gegründet wurde, noch keine rechte Partei, wurde aber von Rechten schon vom Gründungsjahr an gekapert, indem viele von ihnen dort eintraten und der Partei ihrem braunen Stempel aufdrückten. Das zeigt erschreckende Parallelen...denn auch die NSDAP war nicht immer eine Nazipartei, als sie gegründet wurde, war sie eine Arbeiterpartei namens DAP, die von Hitler gekapert wurde. Und Höcke hat schon sein eigenes Buch geschrieben, das wie eine Neuversion von "Mein Kampf" wirkt...wer da mal reinschaut, der sieht schon, wohin die Afd Deutschland gerne führen möchte...da schreibt Höcke ganz offen, dass die Afd sich im Falle einer Machtergreifung von "bestimmten Teilen der Bevölkerung" trennen müsste....eindeutiger gehts wirklich nicht....da weiß man doch sofort, was er meint.
Noch fallen glücklicherweise nicht viele Wähler darauf herein, aber ich frage mich, wie das aussehen würde, wenn es eine wirklich schwere Wirtschaftskrise gäbe, die vielen ihre Existenz nimmt, also sowas wie 1929.
ich hoffe nicht dass sowas kommt, aber im Moment erscheint mir die ganze Zukunft ungewiss und beängstigend. Möglich wäre aber auch dass die Afd irgendwann unter 5% fällt, das wäre eine Erleichterung. Dann wäre das Problem zumindest aus dem Bundestag verschwunden, auch wenn es natürlich leider immer noch, wieder mehr im Verborgenen, existieren würde.