Nein, eigentlich nicht. Gollum gehört zu den "Bösen". Seine Machtgier und Korruptheit hat bewirkt, dass er den Finger abgebissen hat und letztlich auch, dass Gollum ins Feuer gepurzelt ist.
Es geht ja darum, dass das Böse mehr oder weniger aus der Welt geschafft wird, und nicht nur ein Artefakt per Zufall in das Ursprungsfeuer fällt.
Aber Du hast in meinen Augen insofern Recht, als Frodo es immerhin geschafft hat, trotz Dauereinfluss des tückischen Ringes, bis an das Feuer zu gelangen. Und außerdem sieht zumindest Gandalf es so, dass Bilbo - oder war es Frodo oder beide? - Gollum einmal nicht umgebracht haben, obwohl sie es physisch hätten tun können. Diese Mitleidshandlung hat, laut Gandalf, positiv nachgewirkt. Gollum hat, trotz egozenrischer Motive, den Ring endgültig beseitigt.
Ein Etappensieg jedenfalls ist es, ja. Aber Isildur hat ihn nicht zerstört, allerdings sich auch nicht dermaßen von ihm beeinflussen lassen, dass er die Weltherrschaft beanspruchte.
Tolkien hat offenbar Wert darauf gelegt, dass die Zerstörung des Ringes eine Art Teamarbeit war.
Dazu gehöre ich auch.
Aber mir geht es hier um Tolkien. Ich möchte ihn durch Verfilmung nicht verwässert wissen, und auch nicht durch Behauptungen von Fans, dass Tolkien platt sei und billige Zerstörung des Bösen dargestellt habe (Rübe ab, und gut is).
Andererseits habe ich nichts dagegen, dass man Tolkien für seine Zwecke benutzt. Mir geht es nur um die Behauptung, Tolkien hätte das selber so geschrieben.
Letzteres werde ich zu widerlegen suchen.
Dieses Forum hier ist derzeit prinzipiell tolerant, finde ich, und es werden zwei Seiten hier vertreten, und man darf sie auch vertreten. Das ist nicht selbstverständlich.
Selbst die Lektüre schwierigster Klassiker beinhaltet einen Unterhaltungswert. Lenkt auch ab von Sorgen.
Aber zugegeben: ich suche auch bei den Klassikern, auch bei Tolkien eine Ablenkung insofern, als sie mir Hoffnung machen, dass z.B. die permanenten Fakenews unserer Zeit bekämpfbar sind. Dann komme ich in der realen Welt leichter zurecht. Zivilcourage und Mut - das springt mir selbst aus dem "Hobbit", den ich grad noch mal durchgelesen habe, andauernd in die Augen.