Tolkien hat damals leider aus Geldnot die Filmrechte für den HdR verscherbelt, was im Nachhinein ein riesiger Fehler war. Die erste Drehbuch-Idee noch zu seinen Lebzeiten hat er gnadenlos zerrissen.
Also die meisten (echten) Fans richten sich nach Tolkien bzw. seinen Worten, auch aus seinen veröffentlichen Briefen usw. Von daher...
Was die reinen Peter-Jackson-Film Fans angeht - darauf ist geschissen.
Sehr guter Punkt! Er war Perfektionist und hat alles ständig neu überarbeitet. Aber daraus zu schließen, dass man deswegen in Tolkiens Geiste aktuelle Themen verwursten sollte, halte ich für vermessen und nahezu blasphemisch. Solche Wünsche unterstelle ich dir natürlich nicht, aber ich habe die Befürchtung, dass die Serienmacher so weit gehen könnten.
Nun, in diesem Fall sehe ich es so: Tolkien ist der Künstler, und Regisseur/Drehbuchautoren/Schauspieler etc. sind lediglich die Handwerker, die den Auftrag haben, des Künstlers Werk adäquat umzusetzen.
Schau dir mal an, was die bisher geleistet haben. Nichts Bedeutendes außer Popcorn-Kino im besten Falle.
Wenn sich z. B. ein Stanley Kubrick oder ein David Lynch daran gemacht hätten, wäre das etwas völlig anderes. Aber die aktuellen Show-Runner sind zumeist reine No-Names, die sich noch zu beweisen haben, und da wäre erstmal etwas Demut angesagt!
Und der Auftraggeber ist Amazon, ein Mega-Konzern, der auf Profitmaximierung ausgerichtet ist. Eher schlechte Voraussetzungen für wahre Kunst, würde ich mal meinen... Insofern ist hier leider kein "künstlerisches Gewissen" gegeben, realistischerweise dreht sich hier alles um Profit (und im schlimmsten Falle auch noch um die politische Agenda der Financiers) .
Die Einnahmen haben ja nichts mit Qualität oder Kunst zu tun.
Die Hobbit-Filme fand ich persönlich übrigens nicht so schlecht. Da hatte ich mich bereits damit abgefunden, dass Peter Jackson Mainstream-Kino macht (muss er ja auch um erfolgreich zu sein). Und ich fand es dann sogar beinahe gut, aus einem Kinderbuch einen dreiteiligen Blockbuster zu machen, kann aber gleichzeitig sehr wohl verstehen, dass viele Fans nicht so begeistert waren. Die vielen unrealistischen und dann doch wieder kindischen Computerspiel-Szenen waren etwas zu viel.
Da der Regisseur für Amazon arbeitet, hat er selbstverständlich seine Seele bereits verkaufen müssen.
Sowas ist zu befürchten.
Und ob das passiert oder nicht, werden die Consultants bestimmen, die ausrechnen, auf welche Weise Amazon mehr Geld verdienen wird.
Aber wenn dieser Frevel passiert, bin ich halt raus. Und mit mir vermutlich die allermeisten Tolkien-Fans.