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nerd

Interesse an Tolkien

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nerd

Hallo liebe Freunde

 

Wie der Titel schon sagt, würde mich intressieren ob eurer Ansicht nach das Interesse an Tolkien nachgelassen hat, seitdem die Filme produziert wurden.
Ich habe Tolkien durch das rote Herr der Ringe Buch entdeckt, das ich natürlich sofort verschlungen habe als Jugendlicher.  Danach kam der kleine Hobbit, das Silmarillion und Nachrichten aus Mittelerde dran.

 

Ich kann mich erinnern das ich, bevor die Filme noch in der Mache waren  nach Tolkien Zeichnungen und Gedichten im Internet gesucht habe.  Das war ne schöne Zeit. 

Die Ankündigung der Filme haben massig Leute in alle möglichen Tolkien und Herr der Ringe Foren gespühlt und es war immer was los.  Ich war vor Jahren schonmal hier angemeldet, habe meinen Accountnamen inzwischen jedoch vergessen und musste mich deshalb neu anmelden.

Ich merke das inzwischen immer weniger in Tolkien related Foren los ist.   Wo man früher sofort Antwort bekommen hat, muss man heute tagelang warten.   Viele Threads hier scheinen auch tot zu sein,  wie die Schriftsteller Threads z.b.

 

Mir persönlich kommt es so vor als wäre zu der Zeit als die HdR Filme angekündigt wurden und bei ihrer Veröffentlichung eine Zeit des Tolkien Hochs gewesen,  wo sich sehr viele Leute damit befasst haben.    

Jetzt, nachdem auch die Hobbit Teile schon draussen sind, scheinen sich immer weniger Leute mit Tolkien und seinen Werken zu beschäftigen

 

Ich würde mir wieder eine Zeit wünschen in der massiv neue Leute in die Tolkienszene kommen.  Ich verspüre irgendwie eine Art Melancholie weil ich die Zeit zurückhaben will, als die Filme noch angekündigt waren. Auch würde ich gerne in die Vergangenheit reisen und ein Zweites Mal meinen Besuch im Kino erleben, als ich den ersten Herr der Ringe Film im Kino gesehen habe.  Das war ein Gefühl das ich heute garnicht mehr kenne.   Als ich den ersten Teil des HdR im Kino gesehen habe, war das ein magischer Moment für mich.

 

Ich würde das gerne nochmal erleben.

Kommt das nur mir so vor oder deckt sich das mit euren Beobachtungen?

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Eldanor

Guten Morgen,

mein Eindruck ist, dass das nicht nur bei Tolkien-bezogenen Foren der Fall ist, sondern ein Phänomen von Foren insgesamt. Ich glaube, dass sich die Art, wie Menschen das Internet benutzen, in den letzten Jahren stark verändert hat. Das wirkt sich auch auf Foren zu anderen Themen aus. Ich würde sagen, dass das Interesse wahrscheinlich uneingeschränkt weiterhin vorhanden ist – zeigt sich zum Beispiel, wenn man bei Stackexchange nach Tolkien sucht (jüngste Ergebnisse sind wenige Stunden alt). Das "Problem" liegt darin, dass Webnutzung sehr viel stärker mobil erfolgt. Weniger Menschen setzen sich an einen Computer oder Laptop, um nach irgendetwas zu suchen. Foren lassen sich aufgrund ihrer Struktur aber besser in genau dieser Weise nutzen.

Wie sieht denn ein typischer Fall der Forennutzung aus?

Früher:

  1. Mir kommt eine Tolkien-bezogene Frage
  2. Ich setze mich an den PC, suche ein bisschen mit Google, finde nichts
  3. Ich suche im Forum und erstelle ggf. einen neuen Thread und frage
  4. nach einem Tag oder so sind schon die ersten Antworten eingegangen, eine Diskussion beginnt
  5. nach einer Woche ist das Thema entweder noch brandaktuell und es gibt eine wilde Diskussion oder die Diskussion verläuft im Sande, hatte aber zumindest für ein paar Tage Bestand

Heute:

  1. wie oben
  2. Ich zücke mein Smartphone und suche mit Google, finde nichts
  3. hier scheitert das Ganze vielleicht schon, weil etwas Anderes interessanter wird, z. B. eine neue Nachricht per Whatsapp, Signal und Co.

Das sind natürlich Extrembeispiele, die sich aber so oder ähnlich täglich irgendwo abspielen. Das Interesse ist weiterhin da, davon bin ich überzeugt – aber die Bereitschaft, sich intensiver damit zu befassen, vielleicht auch, ein bisschen zu warten, wird von den vielen Alltagsproblemchen überschattet oder ist vielleicht sogar gar nicht vorhanden. Das kann man z. B. auch hier im Forenchat erleben – da kommen gelegentlich neue Nutzer, die sich eben zum ersten Mal anwenden, dann irgendeine Frage stellen und nach wenigen Minuten wieder verschwinden, nachdem man sie auf die entsprechenden Threads und Foren hier im Forum verwiesen hat. Oder nimm die vielen Nutzer, die sich hier nur einmalig anmelden, weil sie ein Tattoo brauchen, und nachdem sie ihre Übersetzung haben, nie wieder gesehen werden. Nach meiner Beobachtung geht die Tendenz zu solchen "One-Shot-Anmeldungen" – man kommt für eine Frage oder ein Problem, bleibt aber nicht, um sich umzuschauen (so ähnlich wie man vielleicht StackOverflow und Co besucht).

 

Ich möchte hier keinesfalls in eine "Früher war alles besser"-Haltung verfallen – im Gegenteil, früher war alles anders (Modemgeschwindigkeit, anyone?) und nicht unbedingt besser. Ich denke nur, dass Foren nicht mehr so viel Attraktivität ausüben wie früher. Das kann man natürlich doof finden (oder einfach nur schade), aber ändern wird es halt nichts. Meine Frage wäre daher: Können wir als Forenbetreiber (ich spreche hier mal großzügig für die Administratoren und das Mod-Team), aber auch als Forennutzer, die Foren (wieder) attraktiver machen?

 

Ich hoffe, zum Gedankenaustausch angeregt zu haben ;-)

Liebe Grüße

Eldanor

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Ancalagon

Cool, mal ein Meta-Thema.

Ich mutmaße Folgendes: Natürlich war das Interesse und der Hype viel größer um die Zeit, als die Filme erschienen sind - aber auch die Nutzung von Internetforen an sich ist zurückgegangen (wobei ich von einem anderen Grund dafür ausgehe als @Eldanor).

Sieht man sich die Google Suchen für den Begriff "Tolkien" seit 2004 in Deutschland*) an wird deutlich, dass das Interesse abgenommen hat. Ich vermute, dass Google Suchen nach so einem fundamentalen Term für die Thematik dabei hauptsächlich ein Indiz für Leute sind, die beginnen sich mit dem Thema auseinander zu setzen - also potentielles "frisches Blut" für Communities auf diesem Gebiet. Der Graph zeigt übrigens auch recht deutlich, dass der Hobbit schon einen viel geringeren Impact hatte, als noch die LotR Reihe. Ich sehe deswegen den Zuwachs im Thema Tolkien und seiner Welt sehr wohl als wesentlich geringer, als noch zur Veröffentlichung der Filme. Es kommen weniger neue Leute.

Gleichzeitig kommt meiner Meinung nach, aus der Sicht der klassichen Foren, erschwerend hinzu, dass sich die Basis von Communities im Netz etwas gewandelt hat. Ich bin mir nicht sicher, dass der Siegeszug der Smartphones damit zu tun hat - ich vermute eher, dass das nicht der Fall ist. Die Leute sind durch Smartphones nicht plötzlich unfähig geworden, längere Diskussionen zu führen - ich weigere mich das zu glauben und führe als Gegenbeispiel Reddit an. Die Seite erfeut sich nachwievor großer Beliebtheit und ist auch nichts anderes ist, als ein Forum (im besten Fall - im schlechtesten ... *schaudern*).

Stattdessen vermute ich, dass die Kombination von abflauendem Interesse und dem Aufstieg von Social Media dem klassichen Forum den Motor genommen hat. Ich glaube nicht, dass man mit Diskussionen über Tolkien und seine Werke alleine eine Userbase halten kann - dazu braucht es Offtopic Bereiche, die gut in Anspruch genommen werden. Mit wenigen Ausnahmen hat sich, meine ich, für jeden das Thema mal "abgenutzt" - die Threads wiederholen sich, die Meinungen wiederholen sich und man verliert langsam das Interesse an fachspezifischer Diskussion. Oder man verliert mit der Zeit gar das Interesse an der Thematik selbst (anektdotisch aus meiner persönlichen Erfahrung). Aber man bleibt, weil d'Leut halt leiwand sand. Und für dieses persönliche Zusammenkommen brauchts imho zusätzlich zum Fachlichen rund um das gemeinsame Interesse auch das "Off Topic", die Diskussionen über anderes Zeug. Quasi "Come for Tolkien, stay for the people". Und das haben meiner Einschätzung nach die Social Media Netzwerke abgegraben. Weiß nicht ob das _der_ Faktor ist, aber ich bin mir fast sicher, dass es _ein_ Faktor ist.

*) Ich weiß, Google Suchen sind sicherlich nicht das Maß aller Dinge für das Interesse am Thema Tolkien, aber sie sind der ausagekräftigste Indikator für den ich bereit bin, Zeit aufzuwenden

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Alsa
vor 23 Stunden schrieb nerd:

Die Ankündigung der Filme haben massig Leute in alle möglichen Tolkien und Herr der Ringe Foren gespühlt und es war immer was los. 

Hallo Nerd!

Ja, daran kann ich mich auch erinnern. Und es waren zunächst die Buchleser, die ungefähr ab der Ankündigung der HdR-Filme sich in Foren sammelten und tatsächlich die Bücher vermehrt lasen und über sie diskutierten. Die HoME zu kennen, gehörte zum guten Ton.

Als die Filme dann draußen waren, überschwemmten die Filmfans die Foren und hatten Tausende an Fragen an die Buchleser, warum was wie ist. Es gab aber auch die Buchleser, die sich über alle möglichen Themen noch und nöcher austauschten.

Nach meiner Wahrnehmung haben die Filme also zu dieser Zeit die Tolkienfans zwar elektrisiert, aber sie blieben vor allem Buchleser

Als die "Hobbit"-Filme herauskamen, gab es die HoMe-Kenner kaum noch in den Foren, und die meisten Fans kamen von den HdR-Filmen her.Aber das Wunder geschah: diese wollten nun auch die Bücher lesen. Die Tolkien-Kenntnis starb also nicht aus, auch wenn die, die die ganze HoMe mehrmals gelesen haben, nicht mehr so deutlich auffindbar waren.

Wichtig scheint mir: dass Tolkien auch schon boomte, bevor die Filme in Sicht waren, Zwar nicht in dem Maße, aber nach Tolkiens Tod - 1973 - waren viele seiner Bücher auf den Büchertischen der Buchläden, die Tolkienkalender ebenfalls, und Tolkien rückte schwer ins Bewusstsein.

Man hatte sehnsüchtig auf das Erscheinen des "Silmarillion" gewartet, und mit Tolkiens Tod schien die Hoffnung zerstört. Aber nein, Christopher Tolkien gab die Fragmente scnon vier Jahre später heraus. Und dann schließlich nach und nach 12 HoMe-Bände.

Und immer noch gibt man Nachlasswerke heraus, das scheint bis heute nicht aufzuhören.

Im Moment boomt filmemäßig Tolkien wie nie zuvor. Seine Biographie wird grad verfilmt, die Fernsehserie ist im Anmarsch und der Film über Lewis und Tolkien. Drei Projekte gleichzeitig.

Ich bin sicher, dass das die Fans wieder in die Foren treiben wird. Man hat ja nicht nur Fragen, sondern man will diskutieren.

Möglich ist, dass die Fans sich ändern werden - so wie sie sich ja seit den HdR-Filmen ebenfalls entschieden geändert haben. Ich habe in irgend einem Trailer die Ansicht gehört, dass Tolkien utopische Ideen hatte, an denen man interessiert sein wird. 

Vielleicht werden die Fans sich dann nicht mehr hauptsächlich dafür interessieren, wie Minas Tirith genau ausgesehen hat, sondern welche Antworten Tolkien auf die Probleme unserer Zeit bereits durchdacht und durchgespielt hat. 

Wenn die erwähnten Filme und Serien draußen sind, werden die Fans wieder nach den Quellen rufen und wissen wollen, was Tolkien denn nun tatsächlich geschrieben hat über dies oder jenes. Mir ist da echt nicht bange. 

Und als Folge werden dann wieder neue Bücher geschrieben werden, noch mehr neue Texte von Tolkien veröffentlicht werden, und das alles wird auch wieder gelesen werden und diskutiert werden.

Klar, der Antreiber sind immer die Filme gewesen. Aber auch wenn die Filme bisher das Tolkien-Interesse sehr stark auf Weltenbau und Modellbau gelenkt haben - ich vermute, dass das ergänzt werden wird durch das Interesse an den Ideen Tolkiens, die er mittels seiner Werke sozusagen unter die Menschen gebracht hat. 

 

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Tinuthir
vor 10 Stunden schrieb Alsa:

Vielleicht werden die Fans sich dann nicht mehr hauptsächlich dafür interessieren, wie Minas Tirith genau ausgesehen hat, sondern welche Antworten Tolkien auf die Probleme unserer Zeit bereits durchdacht und durchgespielt hat. 

Das ist ne total spannende Idee, an die ich selber noch gar nicht gedacht habe. Im Grunde wird damit aus einem "Geschichtenerzähler" damit ein "Philosoph" (und zwar in der Breitenwahrnehmung). Wenn das tatsächlich passieren sollte, wäre das unheimlich belebend, weil man damit die Diskussion nicht mehr über Tolkiens Werk, sondern mit bzw. durch sein Werk. Das wäre wundervoll. 

Auf persönlicher, individueller Ebene habe ich sowas schon oft erlebt, mit J.K. Rowling (trotz aller Neuzeitlichkeit), mit Orson Scott Card (auch, wenn der religiöse Ansichten hat, die ich überhaupt nicht teile), mit Henning Mankell. Tolkien und seine Geschichten waren für mich - bisher - primär zum erzählen der epischen Geschichte da. Auch deswegen kann ich dieser Aussage:

vor 10 Stunden schrieb Ancalagon:

Oder man verliert mit der Zeit gar das Interesse an der Thematik selbst (anektdotisch aus meiner persönlichen Erfahrung).

eine Menge abgewinnen, weil es mir genau so geht. Die Geschichte ist erzählt und reißt mich, darüber hinaus, leider nicht immer wieder aufs neue rein (auch nicht durch die Hobbit-Filme). Wenn es jetzt aber gelingt, dass Tolkien für die große Masse für etwas anderes steht als "nur" für seine Geschichten, dann kann man tatsächlich davon ausgehen, dass es an Diskussionsstoff nicht mangeln wird.

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nerd

Das mit dem Abnehmen am Interesse bei Foren ist mir auch schon bei anderen Themen aufgefallen.   Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, wie Facebook und die sozialen Medien die alten Foren verdrängen, weil ich selbst nicht sehr auf Facebook aktiv bin.  Ich poste alle paar Jahre mal auf Facebook und habe nicht viele Freunde.  Kann mir daher beim besten Willen nicht vorstellen wie Facebook ein Forum ersetzen können soll.

Facebook hat dazu auch viel zu wenige Funktionen oder?

 

Das irgendwann das Interesse steigen wieder steigen wird, durch die Serie oder so, könnte sein, nur geht es mir darum, das anscheinend immer weniger Leute die Bücher lesen.

Wir "Alten" haben wohl alle mit den Büchern angefangen, dann gibt es Neulinge, die über die FIlme dazugekommen sind und sich mit den Büchern beschäftigt haben.  Aber irgendwie kommt mir vor, das die "Generation", die mit den Hobbit Filmen eingestiegen sind,  nicht alle die Bücher gelesen haben, sondern sie sind rein beim Filmerlebnis geblieben.

Ich kann auch nicht sagen, ob die zukünftigen Besucher dieses Forums alle die Bücher lesen werden. Mir kommt es so vor, als würde der Herr der Ringe/Hobbit usw. als Buch sterben, weil sich die Leute viel lieber den Film ansehen und glauben, dadurch schon alles erlebt zu haben, was im Buch vorkommt.

Als ich jung war, war der Herr der Ringe eine Fantasy Standardlektüre, die kein Fantasyfan auslassen konnte.  Ich z.b. bin mit dem roten Buch eingestiegen, weil ich es irgendwo mal in nem Buchladen gesehen habe. Ich hatte vorher schon von Tolkien usw. gehört aber ich wusste nicht wirklich, um was es in dem Buch geht.   Die heutigen Generationen werden aber großteils vorher schon die Filme sehen und das mindert doch das Bucherlebnis später, weil viele Junge heute, den Herrn der Ringe als zu schwer geschrieben darstellen.

Oder täusche ich mich da?   

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Alsa
vor 4 Stunden schrieb nerd:

 

Aber irgendwie kommt mir vor, das die "Generation", die mit den Hobbit Filmen eingestiegen sind,  nicht alle die Bücher gelesen haben, sondern sie sind rein beim Filmerlebnis geblieben.

 

Auch die, die vor zig Jahren "Vom Winde verweht" im Kino gesehen haben, haben nicht alle anschließend das Buch gelesen.

Wahrscheinlich noch sehr viel weniger als die Hobbit-Film-Gucker anschließend das Buch gelesen haben. In den Foren jedenfalls bin ich nur einem minimalen Prozentsatz derer begegnet, die sich nicht anschließend in die Bücher vertieft haben. Einfach schon darum, weil man in Foren halt gerne mitreden können will. 

Hinzu kommt, dass die "Hobbit"-Filme von den Fans dermaßen verhasst waren, dass man Peter Jackson halt besser kritisieren konnte, wenn man nachweisen konnte, wie viel von den Büchern er weggelassen hat.

Ich habe viel eher den Eindruck, dass die Tolkienfans buchpuristisch sind und nicht dulden wollen, dass die Filme eine Eigengesetzmäßigkeit haben. Die Fans wollen das genauso verfilmt sehen, wie es im Buch steht. Filmfiguren, die nicht in den Büchern vorkamen, wurden über Monate verhöhnt,

Man hat sich ausgiebigst darüber beschwert, dass die Zeitabstände in den Filmen nicht korrekt waren und man sich da nicht 100%ig an die Bücher gehalten hat. 

Allerdings gilt das von mir Gesagte nur für die Fans, die in den Foren schreiben. - Diejenigen, die nur in die Filme gehen, dann kein Buch nachlesen und in kein Forum gehen: über die weiß ich gar nichts.

Und dann gibt es noch die Gruppe, die sich überhaupt nur vor allem mit den Büchern auseinandersetzt, die Sekundärliteratur eifrig verfolgt und sich in Tolkienseminaren Vorträge anhört. - Diese Menschen gehen in der Regel auch überhaupt nicht in die Foren,

Beide Gruppen sind eine Dunkelziffer, die zumindest ich nicht wirklich ausloten kann. Die Deutsche Tolkiengesellschaft jedenfalls hat eine steigende Mitgliederzahl, noch immer. 

Tolkien gehört, zu meiner eigenen Verblüffung, vermutlich zu denen, die sich weltweit einen Ruf verschafft haben, der möglicherweise überhaupt nicht mehr abklingt. - Anfangs haben Presse und Literaturwissenschaft sich über Tolkien lustig gemacht, weil er halt ein reiner Unterhaltungsschreiberling sei. 

Das hat sich spätestens in dem Moment geändert, wo Christopher Tolkien Nachlasswerke seines Vaters herausgegeben hat, die nichts mit "Mittelerde" zu tun hatten. Ich habe im Moment vergessen, bei welchem Werk mir das zum ersten Mal aufgefallen war, wo man in der Presse voller Bewunderung und Respekt Tolkiens Arbeit rezensiert hat.

Das Werk, was wir hier im Forum zur Zeit gemeinsam lesen - "König Artus' Untergang" - hat einem Zeitungsrezensenten dermaßen die Sprache verschlagen, dass er "vom Genie" Tolkien sprach.

Der Punkt ist, dass Tolkien im Ansehen auch in der Wissenschaft mehr und mehr steigt. Es ist ja auch so, dass ein paar frühere Tolkienfans inzwischen Professoren geworden sind, die an der Uni über Tolkien lesen oder ihn verbreiten. 

Die ersten Fans, sofern ich mich richtig erinnere, waren "Grüne " und Umweltschützer in den USA. Das war noch zu Lebzeiten Tolkiens.  - Wenn ich das richtig verstanden habe, fragt man in der demnächst entstehenden verfilmten Biographie Tolkiens mehr nach der "Spiritualität", die Tolkien nach und durch den Ersten Weltkrieg als verloren geglaubt hat. 

bearbeitet von Alsa
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Alsa
Am 9.1.2018 um 08:35 schrieb Tinuthir:

Das ist ne total spannende Idee, an die ich selber noch gar nicht gedacht habe. Im Grunde wird damit aus einem "Geschichtenerzähler" damit ein "Philosoph" (und zwar in der Breitenwahrnehmung). Wenn das tatsächlich passieren sollte, wäre das unheimlich belebend, weil man damit die Diskussion nicht mehr über Tolkiens Werk, sondern mit bzw. durch sein Werk. Das wäre wundervoll. 

Auf persönlicher, individueller Ebene habe ich sowas schon oft erlebt, mit J.K. Rowling (trotz aller Neuzeitlichkeit), mit Orson Scott Card (auch, wenn der religiöse Ansichten hat, die ich überhaupt nicht teile), mit Henning Mankell. Tolkien und seine Geschichten waren für mich - bisher - primär zum erzählen der epischen Geschichte da. Auch deswegen kann ich dieser Aussage:

eine Menge abgewinnen, weil es mir genau so geht. Die Geschichte ist erzählt und reißt mich, darüber hinaus, leider nicht immer wieder aufs neue rein (auch nicht durch die Hobbit-Filme). Wenn es jetzt aber gelingt, dass Tolkien für die große Masse für etwas anderes steht als "nur" für seine Geschichten, dann kann man tatsächlich davon ausgehen, dass es an Diskussionsstoff nicht mangeln wird.

 

Würdest Du dem denn auch zustimmen, dass man auch die Geschichten Tolkiens so lesen kann, dass sie "prinzipielle Fragen" aufwerfen? Dass das also nicht nur über seine Biographie gehen muss? 

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Tinuthir

Na klar, auf jeden Fall. In vielen Fällen habe ich das auch schon getan, aber dann doch wieder "nur" den Rückbezug auf seine Biografie gebildet.

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Perianwen
Am 9.1.2018 um 08:35 schrieb Tinuthir:

Tolkien und seine Geschichten waren für mich - bisher - primär zum erzählen der epischen Geschichte da. Auch deswegen kann ich dieser Aussage:

Am 8.1.2018 um 21:46 schrieb Ancalagon:

Oder man verliert mit der Zeit gar das Interesse an der Thematik selbst (anektdotisch aus meiner persönlichen Erfahrung).

eine Menge abgewinnen, weil es mir genau so geht. Die Geschichte ist erzählt und reißt mich, darüber hinaus, leider nicht immer wieder aufs neue rein (auch nicht durch die Hobbit-Filme).

Ich muss gestehen, dass ich alle dem Zitat folgenden Beiträge nicht mehr gelesen habe, möchte aber trotzdem gerne etwas dazu sagen, weil es mir quasi wie ein Blitz durch den Kopf geschossen ist.

Bei mir scheint es interessanterweise genau andersrum zu sein. Je öfter ich den LotR lese, desto faszinierter bin ich von ihm. Ich habe ihn letztens mal wieder gelesen, was ich eigentlich noch gar nicht so oft getan habe, vielleicht so drei, vier Mal. Überrascht hat mich, dass mich dieses Buch, diese Geschichte, aber vor allem der Erzählstil noch mehr als sonst in ihren Bann gezogen hat. Ich möchte fast behaupten, dass die Geschichte beinahe nur noch Beiwerk ist. Tolkien könnte mir alles erzählen, solang es nur in diesem Stil ist. Ich sitze da und lese Wörter, Sätze, Abschnitte mehrmals hintereinander und versuche herauszufinden, was genau an diesen Worten so besonders ist, dass sie mich so sehr berühren können, dass ich mit ihnen lache, weine und Gänsehaut bekomme. Erstaunlich daran finde ich, dass es jedes Mal mehr zu werden scheint, obwohl man meinen könnte, dass es abnimmt, je besser man mit der Geschichte vertraut ist, wie es bei Tinuthir der Fall ist.

 Das ist eher ein stilles, persönliches Interesse an Tolkien und bezieht sich rein auf die Geschichte und ist darum vielleicht auch ein bisschen off topic hier.

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Tinuthir

Auch ne spannende Perspektive, zeigt aber, wie unterschiedlich der Reiz an Tolkien wahrgenommen wird. Für viele ist es die Mythologie und die Welt, für viele weitere die epische Geschichte des Herr der Ringe, und für dich jetzt offenbar der Stil, in dem Tolkien schreibt - seine "Stimme". Ich finde Tolkien als Weltenbauer und Geschichtenschreiber absolut fantastisch. Sowohl der HdR als auch der Hobbit und die Teile des Silmarillion, die ich gelesen habe, haben mich in der Hinsicht immer beeindruckt und waren auch lange Zeit der Grund, warum mein Interesse immer mal wieder hoch kam - mir stellt sich oft die Frage, wie die Dinge zusammen hängen und welche Geschichte dann in diesen Zusammenhängen stattfindet. Ausgerechnet der Stil aber... Ich muss gestehen, dass das für mich immer der größte Problempunkt war. Der Hobbit ist da (zumindest gefühlt) nicht ganz so schlimm, aber als packende Prosa habe ich Tolkiens Werk nie wahrgenommen. Ganz im Gegenteil, die Art, wie er vieles beschrieben hat, hat mich oft gelangweilt und gestört. Nun ist das viele Jahre her und vielleicht etwas, das ich heute anders wahrnehmen würde, aber ich erinnere mich deutlich daran, was für ein Kampf es manchmal war, bei der Sache zu bleiben. Umso größer ist es als Kompliment zu werten, dass ich die Geschichte und die Mythologie so spannend fand, dass der Stil und die Probleme, die ich in diesem erkannte, total in den Hintergrund gerückt sind. 

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Alsa

Ich habe von der Existenz des "Herrn der Ringe", wie wohl schon mal gesagt, kurz nach Tolkiens Tod erfahren, da auch erstnals seinen Namen gelesen. Internet gab es da nicht, hatte ich jedenfalls nicht, und von "Weltenbau" hatte ich meiner Lebtage nicht gehört. 

Ich kaufte den Roman, weil es mir so vorkam, als würde das Thema ähnlich wie Richard Wagners "Ring des Nibelungen" sein: Wie ist das Bedürfnis nach Macht entstanden und wie kann man das beseitigen. 

Ich las ihn wie einen stinknormalen literarischen Roman der Phantastik, und was das mit "Weltenbau" zu tun haben soll, habe ich im Prinzip bis heute nicht verstanden.

Der Roman aber hat mich bitter enttäuscht, weil er dieses Thema für mich nicht tiefgreifend und befriedigend behandelt hatte. Es wurde eine Spannung aufgebaut, die am Ende dann in meinen Augen nicht aufgelöst wurde: wie beseitigt man das Bedürfnis, über andere Macht haben zu wollen.

Ring in einen Krater werfen? Na, super. 

Das war mir zu seicht, zu billig, zu sehr Mogelei, Drückebergerei; Flucht in ein Symbol, das mich keinen Schritt weiterbrachte. 

Das war mir bei Wagner auch schon so erschienen: Einfach den Ring zurück ins Wasser geben, und schon ist alles gut? Was soll das denn konkret heißen? Was nützt mir das, für die heutige Weltlage? Unseren Diktatoren das Machtbedürfnis klauen und in einen Ozean werfen? 

Erst als ich viel später wieder zum "Herrn der Ringe" griff, aus anderen Gründen, und dann sehr viel genauer las, sah ich "Ansätze", die zwar nicht volltönend ausgearbeitet waren, sondern sehr versteckt waren, mich aber nun zu interessieren begannen. 

Diese Ansätze habe ich in anderen Werken Tolkiens dann ebenfalls gefunden. und auch deutlicher.

Ich schätze heute Tolkien so ein, dass er vieles "gewusst" hat, was er vielleicht selber nicht wusste, dass er es wusste. Es kann aber auch sein, dass er es nur nicht pompös rausbrüllen wollte, sondern dass es ihm nur manchmal gelang, dafür Bilder oder Worte zu finden.

Im Marchenaufsatz schreibt er ja irgendwo zu Beginn, dass man über das, was man im Märchenreich "erlebt", nicht reden dürfe, weil sich sonst das Märchenreich einem versagen wird.

Vielleicht sind alle seine späteren Erzählungen - vor allem die Silmariilion-Sagen - Versuche, in Bildern das mitzuteilen, was sich anders nicht mitteilen lässt,

Das meiste von Tolkien ist Fragment geblieben. Ich meine verstanden zu haben, dass ich bei Tolkien - anders, als bei anderen Autoren - ich sein Gesamtwerk, vor allem inklusive der Fragmente, als immer wieder neue Bilderwelten verstehen sollte. die um immer die gleiche Grundproblematik kreisen.

Es könnte gut sein, dass auch Tolkiens "Arthurs Untergang" nur wieder ein neues Bild ist, für das die Silmarillion-Sagen ebenfalls Bilder waren. 

Michael Endes Begriff von der "unendlichen Geschichte" stammt ja von Tolkien, glaube ich. 

Die Geschichten spiegeln sich alle ineinander und erzeugen immer wieder neue Phantastica, die neue Erkenntnisse produzieren.

Ich kann Perianwens post oben gut nachvollziehen. - Auch wenn es mir bei diesem Roman so noch nicht ergangen ist:  bei den "Hobbit-Filmen" ist es mir so gegangen. 

Wenn ich mir den ersten Film so am Stück ansehe, als Phantastikum sehe und nicht als realistische Filmerzählung: dann bin so platt, weil es eben genau das ist, was Tolkien auch tat: Bilder für die eigene Zeit zu finden. Es ist eben eine "unendliche" Geschichte. Die Geschichte wird immer wieder neu angepasst an die eigene Zeit. Das Phantastische des Elbentums und der Utopie wird immer wieder neu im Leser erzeugt, wenn der Leser sich in den Zustand versetzen kann, von dem Tolkien auch im Märchenaufsatz spricht: in den Zustand der "Magie".

 

 

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Perianwen
vor 12 Stunden schrieb Tinuthir:

Der Hobbit ist da (zumindest gefühlt) nicht ganz so schlimm, aber als packende Prosa habe ich Tolkiens Werk nie wahrgenommen. Ganz im Gegenteil, die Art, wie er vieles beschrieben hat, hat mich oft gelangweilt und gestört. Nun ist das viele Jahre her und vielleicht etwas, das ich heute anders wahrnehmen würde, aber ich erinnere mich deutlich daran, was für ein Kampf es manchmal war, bei der Sache zu bleiben.

Als "packend" würde ich es auch nicht unbedingt beschreiben. "Packend" klingt für mich immer ein bisschen nach Action, nach Lebendigkeit, nach Schnelllebigkeit (iSv mitreißend, aktiv). Es ist eher ein ruhiges Eintauchen und Erleben. "Fesseln" ginge vielleicht noch.
Das mit der Langeweile kann ich nachvollziehen. Als ich den HdR das erste Mal gelesen habe, kam ich nur langsam voran, wusste nicht, wo vorne und hinten ist und habe dann irgendwann dermaßen den Faden verloren, dass ich irgendwo im dritten Buch einfach aufgehört habe, ohne das Gefühl zu haben, irgendwas zu verpassen. Ich dachte auch dieses Mal beim Lesen sehr oft, dass mir das Buch als "Erstleser" auch nicht gefallen würde. Weil die Geschichte sich so zieht und so verwickelt ist, dass man da echt aufpassen muss, wenn man am Ball bleiben möchte. Ganz abgesehen davon, dass über eine Person ein halbes Buch lang kein Wort verloren wird und man dann trotzdem direkt wieder sofort in die Handlung dieser Person einsteigt.
Ich brauchte auch die Filme, um einen Draht zur Geschichte und der Welt zu bekommen. Heute lese ich die Bücher und wundere mich darüber, wie selbst die Beschreibung einer öden Wildnis schön klingen kann.

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Berenfox

Mein Interesse an Tolkien ist ungebrochen, hat sich aber im Laufe der Zeit verändert. Nachdem ich in meiner frühen Jugend sowohl den "Hobbit" als auch das "Herr der Ringe"-Hörspiel völlig unbeeindruckt nach wenigen Kapiteln beiseite gelegt hatte, traf mich Tolkien etwa zwei Jahre vor den Filmen mit voller Wucht: als die Filme erschienen, hatte ich sämtliche Werke Tolkiens bis auf die "HoMe" mehrfach auf Deutsch und Englisch gelesen und mir Elbisch-Grundlagen angeeignet. Ich war und bin - im vollen Sinne des Wortes - verzaubert.

Was genau mich an Tolkien gefesselt und fasziniert hat ist schwer auf den Punkt zu bringen. Fantasy an sich fand ich immer langweilig, für Mythen hingegen hat mein Herz seit der Kindheit gebrannt (ganz explizit auch für Wagners "Ring"). Den "Hobbit" habe ich erstmal nur als witziges Kinderbuch gelesen, im HdR haben mich dann die Gedichte sofort angesprungen (ich erinnere mich noch, dass ich noch während meiner ersten Lektüre meine Familie mit einem Tolkien-Gedichte-Vortrag genervt habe). Auch der Schreibstil war genau meins. Sowohl die endlos langen Beschreibungen im LotR als auch die irre schnellen und punktgenauen Passagen im "Silmarillion" gefielen mir, die epische Wucht ebenso wie die leisen Töne. Tolkiens Werk hat die Dynamik einer klassischen Sinfonie. Manche Passagen treiben mir nach wie vor Tränen in die Augen oder lassen mich herzlich lachen - oder faszinieren mich einzig aufgrund ihrer Ästhetik (ohja, manche Passagen sind ästhetisch und stilistisch meisterlich feinabgestimmt). Tolkien hat einfach meine Saite zum Klingen gebracht.

In den ersten Jahren habe ich mich in den vielen Details verloren, die Tolkien mir bot, von Stadtplänen über Stammbäume bis Chronologien, allerdings nie als eine Art Worldbuilding. Die Filme habe ich eher nebenbei erlebt, sie waren für mich erstmal reine Illustration. Dann, 2002, las ich die Biografie von Carpenter, und in dem Moment gingen mir die Augen auf.  Ich begriff, dass die Bücher nicht im luftleeren Raum entstanden waren. Und obwohl mir parallel auch weiterhin das Interesse an kohärenten Stammbäumen und Chronologien großen Spaß machte, wurde mir der fragmentarische und wellenartige Charakter von Tolkiens Werk bewusst. Die Geschichten als Geschichten faszinieren und verzaubern mich bis heute, aber mein Hauptinteresse wechselte auf eine andere Ebene. Ich wollte wissen wer der Autor war und was ihn umtrieb; zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die Geschichten entstanden sind; welche Vorbilder und Einflüsse Tolkien hatte; welche Themen verarbeitet wurden und was die unterschiedlichen Versionen dazu zu sagen haben. Eine unerschöpfliche Menge an Sekundärliteratur sowie unzählige Diskussionen in Foren haben das Feuer bei mir nie erlöschen lassen.

Tolkien gehört für mich zu den Autoren, die etwas so Grundsätzliches zu sagen haben, dass man mit immer neuen Fragen konfrontiert wird, je tiefer man eintaucht. Und auch wenn @Alsaaus einer gänzlich anderen Richtung kommt, stimme ich ihr in einer Hinsicht besonders zu: Tolkien hat vieles in Bildern ausgedrückt, was sich anders nicht sagen lässt, und dabei oft selbst nicht gewusst, was er wusste. Gerade das macht ihn so spannend. Für mich persönlich wird das Interesse an Tolkien solange ich lebe weiter bestehen bleiben und sich in einer ununterbrochenen Auseinandersetzung mit ihm niederschlagen.

Gleichzeitig muss ich - um auf das Thema dieses Threads zurückzukommen - zugeben, dass ich im Laufe der Jahre in den entsprechenden Foren sehr viel passiver geworden bin. Filmdiskussionen interessieren mich nur am Rande; die meisten Themen wurden schon zigmal durchgekaut; nur wenige Leser interessieren sich für mehr als die reinen Geschichten; folglich halte ich mich meistens raus. Allerdings passiert es regelmäßig zwei- oder dreimal im Jahr, dass irgendwo eine wirklich spannende und tiefgreifende Diskussion aufflammt, bei der ich gezwungen bin, neuen Fragen nachzugehen. Aktuell wird das (hoffentlich) hier im "Arthur"-Thread passieren. Das ist in den Hoch-Zeiten der Tolkienforen (die zugegebenermaßen längst vorbei sind) aber auch nicht öfter der Fall gewesen. Von daher sehe ich die Situation gelassen.

Denn im wissenschaftlichen Bereich ist das Interesse an Tolkien so groß wie nie. Auch wenn die Fan-Foren schrumpfen (was ich dem Medium "Forum" zuschreibe, das für die meisten Internetnutzer nicht länger zeitgemäß ist), sind die wissenschaftlichen Beiträge zu Tolkien in allen Bereichen in den letzten 25 Jahren explodiert, Tendenz steigend. Dort, wo Tolkien lange ignoriert und verlacht wurde, hat er nun Fuß gefasst. Das macht mir viel Mut!

bearbeitet von Berenfox

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