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<rss version="2.0"><channel><title>Fan-Fiction und Fantasy-Kurzgeschichten Latest Topics</title><link>https://www.tolkienforum.de/forum/31-fan-fiction-und-fantasy-kurzgeschichten/</link><description>Fan-Fiction und Fantasy-Kurzgeschichten Latest Topics</description><language>en</language><item><title>Fanfiction: Die W&#xE4;chter des Westens</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14211-fanfiction-die-w%C3%A4chter-des-westens/</link><description><![CDATA[<p>
	<a class="ipsAttachLink" data-fileid="12250" href="https://www.tolkienforum.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=12250&amp;key=4a171a4425cdf39bf0d75103770c51ec" data-fileext="pdf" rel="">Die Wächter des Westens V3.pdf</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">14211</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2026 13:13:37 +0000</pubDate></item><item><title>Leithian-Lied, Canto 20, Fanfiction beta</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14203-leithian-lied-canto-20-fanfiction-beta/</link><description><![CDATA[<p>
	Hallo, ich schreibe gerade das Leithian-Lied in einer eigenen Interpretation und wollte mal reinhören, ob das den deutschen Tolkien-Fans gefällt. Ich habe jetzt vielleicht 5 % geschrieben, hauptsächlich Canto 20, die Jagd auf Carcharoth in Doriath und den Wettstreit der Sänger auf/in Taur-in-Gauroth. Schreibt gerne eure Meinung dazu.
</p>

<p>
	Stumm wogten die Elben, in Leid und Bange,
</p>

<p>
	stumm liefen die Tränen von Luthiens Wange.
</p>

<p>
	Stumm ruhte Beren auf der Bahre
</p>

<p>
	und neben ihm Huan, der Hund, den wahre
</p>

<p>
	Freundschaft mit seinem Menschen verband,
</p>

<p>
	der sich jetzt in den Westen verschieden fand.
</p>

<p>
	Dabei stand keiner, der das verkennt:
</p>

<p>
	Still war’n die Freunde, für immer getrennt,
</p>

<p>
	das Leiden all war endlich genug.
</p>

<p>
	So ging der schweigende Trauerzug,
</p>

<p>
	zurück gen Menegroth, die tausend Grotten.
</p>

<p>
	Und Elben, geschmeidig, wie hartgesotten !
</p>

<p>
	Beklagten die Leere, leer war ihr Gram
</p>

<p>
	das Tageslicht ging, die Nacht, sie kam.
</p>

<p>
	Gedimmt warn die Sterne, zu groß war das Leid,
</p>

<p>
	der Stein war geborgen, erfüllt der Eid.
</p>

<p>
	Hoch war der Preis, das Licht kein Lohn,
</p>

<p>
	Denn tot war der Mensch, sein Geist verlorn.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Den Hund und den Menschen, die bahrten sie auf,
</p>

<p>
	und trugen sie fort, den Hügel hinauf,
</p>

<p>
	Wo warn die Valar? War das ihr Geheiß?
</p>

<p>
	Stand so das Schicksal? War das der Preis?
</p>

<p>
	Wo blieben die Adler? Kurz wäre ihr Flug,
</p>

<p>
	Die Götter verließen den Trauerzug.
</p>

<p>
	Die Elben trugen die Toten dahin,
</p>

<p>
	zur großen Buche zogen sie hin.
</p>

<p>
	Vor Hirílorn bahrte man sie auf,
</p>

<p>
	Und auch Luthien zog schweigend den Hügel hinauf.
</p>

<p>
	Sie stand erbleicht, erfühlte die Wunden,
</p>

<p>
	und spürte, wie sehr sich Huan geschunden,
</p>

<p>
	wie Erchamion mutig den Speer erhoben
</p>

<p>
	und doch im Biss des Wolfs zerstoben.
</p>

<p>
	In Trauer warf sie sich vor Beren hin,
</p>

<p>
	Den Schmerz umfassend umarmte sie ihn,
</p>

<p>
	Und bat ihn, von Aman noch nicht weiterzuziehn,
</p>

<p>
	Dort auf sie zu warten, vor Mandos zu knien.
</p>

<p>
	Und als sie dort saß, in ihrem Schmerz,
</p>

<p>
	Kam ein kühler Wind auf, kroch ihr ins Herz.
</p>

<p>
	Es breitete sich in ihr das Fremde aus,
</p>

<p>
	die Hand des Todes, der Kältegraus,
</p>

<p>
	Ein stiller Gruß, ein Trost für Leid,
</p>

<p>
	In die Welt gewebt vor aller Zeit.
</p>

<p>
	Kein Elb sollt jemals wirklich sterben,
</p>

<p>
	Mandos gespaltete Seelen bergen,
</p>

<p>
	Denn ewiges Leben war ihre Gabe,
</p>

<p>
	Auf dass ihr Geschlecht sich am Leben labe.
</p>

<p>
	Doch ihr galt dieses Angebot,
</p>

<p>
	...
</p>

<p>
	sie durfte Beren noch einmal sehn,
</p>

<p>
	wenn Sie sterben wollt’, ihre Gabe darbot
</p>

<p>
	Luthien ergriff es, sie wählte den Tod.
</p>

<p>
	…
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Winter suchte nun Thingol heim:
</p>

<p>
	In seiner Trauer war er ganz allein,
</p>

<p>
	Denn nur eine gabs, die auf Arda weilte,
</p>

<p>
	Die sein Leid verstand, sein Schicksal teilte.
</p>

<p>
	Der Abschied von Luthien, der klang an,
</p>

<p>
	Ein Abschied ohne Wiedersehn in Aman.
</p>

<p>
	Asch wurd da der König, grau und alt,
</p>

<p>
	Sein kraftvoller Körper zur Greisengestalt
</p>

<p>
	Aus ihm wichen Eifer und Glücksgefühl
</p>

<p>
	Die Hand der Tochter, sie war kühl!
</p>

<p>
	…
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Ehern stand er, schwarz von Gestalt,
</p>

<p>
	mächtig erstrahlend, unsagbar alt,
</p>

<p>
	ins Dunkel führt er beide Geschlechter,
</p>

<p>
	Mandos heißt er, letzter der Wächter.
</p>

<p>
	Er sammelt die Seelen, das ist sein Werk,
</p>

<p>
	führt in seine Hallen den Elb und den Zwerg.
</p>

<p>
	Von dort zieh’n die Menschen ins Außenmeer,
</p>

<p>
	verlassen die Welt, der Abschied nicht schwer.
</p>

<p>
	Sie segeln so weit der Stern’himmel reicht,
</p>

<p>
	bis Eru sie wieder ins Dasein streicht.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Doch einer, der kann von Arda nicht scheiden,
</p>

<p>
	denn größer ist seines als andere Leiden,
</p>

<p>
	er harrt im Dunkeln, er hält seinen Eid,
</p>

<p>
	denn er liebt Luthien, Elbenmaid.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Beren wartet, denn Luthien befahl,
</p>

<p>
	auf sie zu warten, die in ihrer Qual
</p>

<p>
	Den Leib aufgab, der Welt entrückend
</p>

<p>
	Nach Valinor zog, das Schicksal erdrückend.
</p>

<p>
	Auf Luthiens Wunsch harrt Beren noch aus,
</p>

<p>
	Den Spruch blies es in die Welt hinaus:
</p>

<p>
	Die Seelen, sie solln sich noch einmal sehn,
</p>

<p>
	Bevor sie allzeit auseinander gehn.
</p>

<p>
	So soll der Mensch, der den Silmaril fand,
</p>

<p>
	Der eine, der Angband betrat und bestand,
</p>

<p>
	So soll der Mensch sie wieder sehn,
</p>

<p>
	Der letzte Blick gen Luthien gehn,
</p>

<p>
	Der letzte Blick, auf das, was klar,
</p>

<p>
	das schönste ist, das wird, das war.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Und Luthien, in Schwalbengestalt,
</p>

<p>
	Sie landete vor Mandos, der wartete kalt.
</p>

<p>
	Wie im Traum, noch ohne Trost,
</p>

<p>
	War sie in Trance, vor Trauer bloß.
</p>

<p>
	Sie legte den Mantel vor die Hallen,
</p>

<p>
	still ward’ es, kein Wort sollt hier mehr fallen,
</p>

<p>
	nur Töne ertragen gemeinsames Leid,
</p>

<p>
	Gemeinsam … halten … sie … den … Eid.
</p>

<p>
	Kein Wind zog auf, kein Meer, das rauschte,
</p>

<p>
	Kein Vogel, der schrie, ein jeder, der lauschte,
</p>

<p>
	Kein Wort, kein Laut, der nach außen drang,
</p>

<p>
	Nur Luthien. Und Luthien sang.
</p>

<p>
	Das Lied, das Luthien vor Mandos sang,
</p>

<p>
	War das schönste, das je auf Arda erklang.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Bilder schuf sie, sie führt‘ den Vala,
</p>

<p>
	An den Anfang zurück, die Welt, die war,
</p>

<p>
	Sie sang von Ea, der Welt, die ist,
</p>

<p>
	Von der Musik der Ainur, die Schicksale misst,
</p>

<p>
	Sie sang von göttlicher Harmonie,
</p>

<p>
	von Tönen, Akkorden, von Melodie,
</p>

<p>
	von den Gesichten der beiden Geschlechter,
</p>

<p>
	Von der wirklichen Welt, denn die sei echter,
</p>

<p>
	Als was die Ainur sich einst erträumten,
</p>

<p>
	Die Wogen des Außenmeers, sie schäumten.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Von Melkor sang sie und seinem Verrat,
</p>

<p>
	Vom Licht der Bäume, von Feanors Tat,
</p>

<p>
	Von Finwes Tod, vom Eid der Söhne,
</p>

<p>
	Von der Unrast der Noldor, jetzt dunkel die Töne,
</p>

<p>
	Von Schwertern, die auf Stegen sausten,
</p>

<p>
	Die Wogen des Außenmeers, sie brausten.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Eonwes Warnung trug sie vor,
</p>

<p>
	sah Feanors Lachen, ein fallendes Tor,
</p>

<p>
	Den Zug gen Westen, das Leuchten und Lodern,
</p>

<p>
	Den Fluch der Noldor, das Welt-Vermodern,
</p>

<p>
	Und Mandos im Meer, den kalt erbosten,
</p>

<p>
	Die Wogen des Außenmeers, sie tosten.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Feanor ließ sie wieder sterben,
</p>

<p>
	Und Fingolfin seine Krone erben.
</p>

<p>
	Sah Angband belagert, die Belagerung falln,
</p>

<p>
	Hört Schwerter klirren, Ballisten knalln,
</p>

<p>
	Sah Mensch und Elb gemeinsam streiten,
</p>

<p>
	Die Namen der Fürsten, die sie leiten,
</p>

<p>
	Sah Elben, die den Thron bestiegen,
</p>

<p>
	Sah Leid und Tod nach kleinen Siegen,
</p>

<p>
	Geborstene Leiber, die sich türmten,
</p>

<p>
	Die Wogen des Außenmeers, sie stürmten.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Und dann sang sie von Berens Tat,
</p>

<p>
	Von Thingols Zorn und Melians Rat,
</p>

<p>
	Von Felagund und edlem Sinn,
</p>

<p>
	Von Celegorm und Curufin,
</p>

<p>
	Vom Sauronswolf, Huan als Ross,
</p>

<p>
	Von Draugluin und Carcharoth,
</p>

<p>
	Von Angbands Tiefen, den Schrein der Sklaven,
</p>

<p>
	Von Eisenketten, harten Strafen,
</p>

<p>
	Von Morgoths Blicken, von ihrem Lied,
</p>

<p>
	Von all den Bildern, die er sieht,
</p>

<p>
	Vom Diebstahl des Steins, von ihrer Flucht,
</p>

<p>
	Vom Trio der Adler, das sie sucht.
</p>

<p>
	Von der großen Jagd im großen Wald
</p>

<p>
	Von Berens Tod, blutig und kalt.
</p>

<p>
	Von letzten Worten, von letzter Kraft,
</p>

<p>
	Die Tränen rannen, es war geschafft:
</p>

<p>
	Sie sah sich selbst und ihre Gabe,
</p>

<p>
	Erinnert den Leib, die Geistaufgabe.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Das Lied war verklungen, das Feuer versiegt,
</p>

<p>
	Das Außenmeer still, das Außenmeer schwieg.
</p>

<p>
	Noch keine Antwort des höchsten Throns,
</p>

<p>
	Doch mit dem Verhallen des letzten Tons
</p>

<p>
	Befreite sich Luthien aus der Leere,
</p>

<p>
	Tränen fielen, mit ihnen die Schwere,
</p>

<p>
	Die sich in Doriath auf ihr Gemüt gelegt,
</p>

<p>
	Und Mandos, der schwieg, der sann, erregt,
</p>

<p>
	Sah den Anfang der Zeit, das Lied stieg herauf,
</p>

<p>
	An dem er einst wirkte, und worauf
</p>

<p>
	Die Welt erstand, in Wohl und Wehe,
</p>

<p>
	Bilder durchschritt er, auf dass er sehe,
</p>

<p>
	dass zwischen den Klängen, die Melkor verdarb,
</p>

<p>
	Schönheit aufstieg, und nie ganz erstarb.
</p>

<p>
	Das Lied war Luthien geworden,
</p>

<p>
	Sie war’s, sie lebte, stritt gegen den Norden,
</p>

<p>
	Litt stärker als alle vom ersten Geschlecht,
</p>

<p>
	Das Leid war klar, war Weh, war echt.
</p>

<p>
	Doch in ihrem Leid war die Liebe groß,
</p>

<p>
	Und ward jetzt ohne Liebe doch, nackt und bloß.
</p>

<p>
	Mandos stand still, sein Herz pocht‘ intim:
</p>

<p>
	Mitleid regte sich in ihm.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">14203</guid><pubDate>Wed, 25 Feb 2026 19:43:45 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiction Brunnenvergifter</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14193-fanfiction-brunnenvergifter/</link><description><![CDATA[<p>
	Aragorn lebt als Feldherr Thorongil am Hofe Ecthelions in Gondor. Als eine Serie von tödlichen Vergiftungen Minas Tirith erschüttert, nimmt Aragorn mit Gandalf die Ermittlungen auf - und bald geraten die beiden selbst in den Verdacht, damit etwas zu tun zu haben ...  Vor allem Denethor, Ecthelions Sohn und Erbe, traut ihnen überhaupt nicht ...
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:28px;"><span class="tengwarFont">                                                                                                                                     Brunnenvergifter</span></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	In Minas Tirith ging eine unheimliche Todesserie um. Innerhalb von drei Wochen waren siebzehn Menschen mit schweren Vergiftungen in die Häuser der Heilung gekommen und nach wenigen Tagen verstorben, ohne dass die Heiler ihnen hatten helfen können.
</p>

<p>
	In seiner Not wandte sich der oberste Heiler an den Feldherrn Thorongil, denn ihm fehlte der Mut, dem Statthalter Ecthelion von dieser Sache zu erzählen. Der Statthalter war streng, und der Mann befürchtete, wegen seiner fehlenden Kenntnis des tödlichen Giftes bestraft zu werden.
</p>

<p>
	Thorongil erschien ihm als der geeignetere Ansprechpartner, denn der Feldherr hörte zu, stellte Fragen und hatte Verständnis, wenn jemand eigene Schwächen einräumte. In Minas Tirith mochten die Menschen den Feldherrn. Nicht nur, dass er die Feinde Gondors auf Distanz hielt, er galt auch als hervorragender Vermittler zwischen dem Volk von Gondor und dem Statthalter. Es gab nicht wenige, die den persönlich bescheidenen Thorongil an die Stelle des Statthalters wünschten.
</p>

<p>
	Man wusste dennoch nicht viel von ihm. Bekannt war, dass er irgendwo im Norden geboren war, dass er vorher dem König von Rohan in ähnlicher Stellung gedient hatte, dass er die Elbensprache Sindarin beherrschte und die Völker Mittelerdes gut kannte. Und man wusste, dass Thorongil nicht sein richtiger Name war. Thorongil bedeutete im Sindarin Stern des Adlers und bezog sich auf einen silbernen Stern mit weißen Kristallen, den der Feldherr an seinem Mantel trug. Weil er Ecthelion einst gesagt hatte, dass sein Name nicht so wichtig wäre, hatte Ecthelion ihn schlicht nach diesem Stern genannt, der von vielen Waldläufern des Nordens getragen wurde.
</p>

<p>
	Doch niemand in Minas Tirith wäre auf die Idee gekommen, dass der Wunsch, den ebenso freundlichen wie erfolgreichen Heerführer als Herrn im Weißen Turm zu sehen, ganz und gar nicht falsch war. Denn Thorongil war niemand anderes als Aragorn, Arathorns Sohn, der Erbe Isildurs und damit der Erbe der Krone von Gondor.
</p>

<p>
	Eine – eine einzige – Ausnahme gab es in dieser Hinsicht: Der Sohn des Statthalters, Denethor, argwöhnte schon länger, dass sich der letzte mögliche Erbe Isildurs hinter dem Feldherrn verbergen könnte. Er hatte noch keinen schlüssigen Beweis, aber dass der Feldherr den Zauberer Gandalf den Grauen vor dessen Ordensoberen Saruman vorzog und letzterem sehr misstraute, machte ihn verdächtig. Oft hatte Saruman den Statthalter vor einem Emporkömmling gewarnt, der die Krone von Gondor beanspruchen würde. Denethor, der eines Tages seinen Vater als Statthalter beerben wollte, wollte tunlichst verhindern, dass der Feldherr auf dumme Gedanken kam. Aber noch hatte er keine Mittel in der Hand, mit denen er Thorongil bei seinem Vater in Ungnade fallen lassen konnte.
</p>

<p>
	Edagond, der oberste Heiler, ließ sich also bei Thorongil alias Aragorn melden. Der Feldherr hatte auch gleich Zeit für den Heiler.
</p>

<p>
	„Ihr wolltet mich sprechen, Edagond“, sagte er und bot dem Heiler Platz an.
</p>

<p>
	„Ich danke Euch, dass Ihr mich gleich empfangt, Herr Thorongil. In Minas Tirith geschieht Entsetzliches – und wir können nichts dagegen tun. Bitte, helft uns!“
</p>

<p>
	„Was ist passiert?“, fragte Aragorn.
</p>

<p>
	„Seit ungefähr drei Wochen gibt es immer wieder Fälle von Vergiftungen in Minas Tirith, Herr. Das schlimme dabei ist, dass wir nicht wissen, um was für ein Gift es sich handelt. Und ohne Wissen um das Gift finden wir kein Gegenmittel – vorausgesetzt, es gibt überhaupt eines“, erklärte Edagond.
</p>

<p>
	„Wer ist davon betroffen?“
</p>

<p>
	„Männer, Frauen, Kinder; Reiche und Arme – es gibt keinen Unterschied.“
</p>

<p>
	Aragorn nickte und stopfte sich nachdenklich seine Pfeife.
</p>

<p>
	„Und wo leben diese Leute?“, fragte er dann.
</p>

<p>
	„Ich weiß es nicht, Herr.“
</p>

<p>
	„Dann prüft das, bitte. Klärt genau, wo die Menschen leben, was sie gegessen haben, was sie trinken, mit wem oder was sie in Berührung kommen. Nur dann findet Ihr heraus, welches Gift es ist. Und dann könnt Ihr auch ermitteln, ob es ein Gegenmittel gibt“, erklärte der Feldherr.
</p>

<p>
	„Ihr seid so kenntnisreich und könnt wohl eher nachfragen. Wärt Ihr bereit, mir dabei zu helfen, Herr Thorongil? Ich weiß, dass Eure eigentliche Aufgabe die Verteidigung Gondors ist, aber vielleicht fällt das ja doch in Euren Bereich?“
</p>

<p>
	Aragorn lächelte leicht. Der Heiler hatte eine liebenswerte Art der Überredung.
</p>

<p>
	„Ja, ich helfe Euch“, grinste er.
</p>

<p>
	Noch am selben Abend hatte der Dúnadan eine Liste mit den Namen und den Adressen der Verstorbenen. Alle, die bisher an Vergiftungen gelitten hatten, wohnten im ersten, dem untersten Festungsring von Minas Tirith. Alle waren mehr oder weniger Nachbarn in der Lampenmacherstraße. Die Straße lag im südlichen Teil des ersten Rings, begann am Alten Gasthaus und zog sich bis an den steilen Hang des südlichen Bergsattels des Mindolluin. Hier lebten einfache Menschen. Meist waren es Handwerker wie eben die Lampenmacher, aber auch Bäcker, Schuster und Stellmacher. Dann gab es einige Handelshäuser – eher kleine Läden – und eine kleine Brauerei, von der es hieß, sie braue mit die besten Biere von Gondor. Zu Zeiten des Königs war die traditionsreiche Nimrais-Brauerei Hoflieferant gewesen und bediente auch jetzt noch die Tafel des Statthalters. Aragorn, der gerne ein gutes Bier trank, schätzte die rein aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebrauten Biere der Nimrais-Brauerei mindestens so sehr wie das Butterblüm’sche Bier in Bree.
</p>

<p>
	In der Lampenmacherstraße gab es drei öffentliche Brunnen. Die Vergifteten lebten im Umkreis des mittleren Brunnens. Ob der Brunnen etwas damit zu tun hatte? Aragorn schaute in den Brunnen hinein, konnte aber im ungewisser werdenden Licht der einsetzenden Dämmerung nicht mehr viel erkennen. Die Lampen in und vor den Häusern wurden entzündet, aber deren flackerndes Licht reichte nicht mehr aus, um bis zur Oberfläche des Wasserspiegels in dem tiefen Schacht zu sehen. Alles, was Aragorn im Moment tun konnte, war eine Wasserprobe zu schöpfen und Gandalf um Hilfe zu bitten. Vielleicht hatte der Istar noch bessere Möglichkeiten, das Wasser zu untersuchen.
</p>

<p>
	Er war gerade auf dem Weg zum Tor des zweiten Rings, als es hinten, in Richtung der Brauerei, einen Tumult gab. Aufgeregte Rufe machten Aragorn aufmerksam.
</p>

<p>
	„Oh nein! Bitte, ihr Valar, lasst es nicht auch eine Vergiftung sein!“, schrie jemand auf. Aragorn kehrte um und folgte den aufgeregten Leuten, die zu einem der Häuser an der Stadtmauer rannten.
</p>

<p>
	Dort, im Flur eines der Häuser, lag ein Mann, der sich in Krämpfen wand. Jemand bemerkte den Feldherrn.
</p>

<p>
	„Herr, könnt Ihr für einen Transport in die Häuser der Heilung sorgen?“, fragte die Frau.
</p>

<p>
	„Moment“, erwiderte Aragorn, stellte seine Probenflasche ab und kniete sich neben dem Mann hin.
</p>

<p>
	„Was ist mit Euch?“, fragte er.
</p>

<p>
	„Diese Bauchschmerzen!“, jammerte der Kranke.
</p>

<p>
	„Habt Ihr Wasser getrunken?“, fragte der Dúnadan weiter. Der Mann nickte. Die Frau, die Aragorn durchgelassen hatte, nickte ebenfalls.
</p>

<p>
	„Ja, wie üblich hat er zum Abendessen einen Krug Wasser gehabt“, sagte sie.
</p>

<p>
	„Hat noch jemand hier im Hause vom gleichen Wasser getrunken?“
</p>

<p>
	„Nein. Die Kinder und ich haben Milch gehabt.“
</p>

<p>
	„Von wo holt Ihr Wasser?“
</p>

<p>
	„Aus dem Brunnen gegenüber.“
</p>

<p>
	„Aus dem, den auch die Brauerei benutzt?“
</p>

<p>
	„Ja“, bestätigte die Frau. Aragorn winkte einen Jungen heran.
</p>

<p>
	„Hol dir einen Eimer und lauf‘ in den zweiten Ring. Den Brunnen hier unten ist im Moment nicht zu trauen. Hol‘ Wasser, mein Junge“, wies er ihn an. Der Junge rannte auch sofort los.
</p>

<p>
	„Was meint Ihr?“, fragte die Frau erschrocken.
</p>

<p>
	„Es könnte sein, dass das Wasser in den Brunnen hier in der Lampenmacherstraße nicht in Ordnung ist“, erwiderte Aragorn. „Wenn Ihr noch Wasser aus dem Brunnen habt, gebt mir bitte eine kleine Probe davon mit.“
</p>

<p>
	Dann drehte er sich um und wandte sich an die Leute, die hinter ihm standen.
</p>

<p>
	„Leute, benutzt bitte im Augenblick nicht die Brunnen in der Lampenmacherstraße! Holt Euer Wasser vorerst aus dem zweiten Ring, bis geklärt ist, ob das Wasser aus diesen drei Brunnen etwas mit diesen Vergiftungen zu tun hat.“
</p>

<p>
	„Und was ist mit uns?“, fragte jemand anders. Er trug eine lederne Schürze, die ganz nach der Arbeitskleidung eines Bierbrauers aussah.
</p>

<p>
	„Auch Ihr solltet einstweilen kein Brunnenwasser von hier unten nehmen“, wehrte Aragorn ab.
</p>

<p>
	„Aber, was kann denn mit dem Wasser sein?“
</p>

<p>
	„Ich weiß es noch nicht. Aber ich werde versuchen, es herauszufinden. Wartet bitte ab, bis Ihr Nachricht erhaltet, dass das Wasser unbedenklich ist“, erwiderte Aragorn, wandte sich wieder an die Frau und gab ihr aus seiner Gürteltasche einige trockene Blätter, die aromatisch rochen.
</p>

<p>
	„Wenn der Junge mit dem Wasser von oben kommt, kocht diese Blätter in dem Wasser auf und gebt Eurem Mann davon. Dieses Kraut hilft gegen viele Krankheiten, vielleicht kann es auch diese Vergiftung wenigstens aufhalten, bis ein richtiges Gegenmittel gefunden ist.“
</p>

<p>
	„Was für ein Kraut ist das, Herr?!“
</p>

<p>
	„Man nennt es Athelas oder Königskraut.“
</p>

<p>
	„Und das soll Krankheiten heilen? Ich kenne es nur als Küchenkraut“, widersprach die Frau. Aragorn lächelte verbindlich.
</p>

<p>
	„Viele Kräuter, die in der Küche Verwendung finden, sind auch als Heilkräuter zu gebrauchen“, erwiderte er. „Sollte es Eurem Mann besser oder schlechter gehen, schickt bitte nach dem Feldherrn Thorongil“, sagte er dann, verbeugte sich und kehrte in die Veste von Minas Tirith zurück.
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<p>
	Hoch droben in der Veste suchte Aragorn Gandalf auf, der seit einigen Tagen wieder in Minas Tirith war. Nachdem er ihm von den seltsamen Vergiftungsfällen berichtet hatte, untersuchte Gandalf die Wasserproben, die Aragorn mitgebracht hatte. Rein oberflächlich betrachtet war an dem Wasser nichts erkennbar, was auf einen Zusammenhang mit den Vergiftungen hinwies.
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<p>
	„Das muss nichts zu bedeuten haben“, brummte Gandalf. „Es gibt viele Gifte, die keine Verfärbung hinterlassen. Hast du etwas in den Brunnen erkennen können?“
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<p>
	„Nein. Es war schon zu dunkel“, erwiderte Aragorn.
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<p>
	„Was hast du unternommen?“, fragte der Zauberer weiter.
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<p>
	„Ich habe die Leute gebeten, vorerst kein Wasser aus den Brunnen unten zu verwenden, auch nicht zum Brauen“, erklärte der Feldherr. Gandalf nickte und bat den Dúnadan dann, ihn allein zu lassen.
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	Schon am nächsten Tag sprach sich herum, dass es in Minas Tirith immer wieder Fälle von tödlicher Vergiftung gab. Ecthelion, der Statthalter, ließ Aragorn kommen.
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<p>
	„Ich höre, es gibt Todesfälle in Minas Tirith. Warum erfahre ich nichts von Euch, wenn Ihr bereits angesprochen worden seid?“, fragte er scharf.
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<p>
	„Edagond, der oberste Heiler, sprach mich gestern an, weil er der Ansicht war, eine solche Sache könnte für die Sicherheit der Stadt von Belang sein. Ich wollte Euch informieren, sofern ich näheres über die Art des Giftes und die betroffenen Menschen weiß“, erwiderte Aragorn.
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<p>
	„Und Ihr wisst noch nichts Näheres?“, hakte Ecthelion nach.
</p>

<p>
	„Nicht so viel, dass ich mir ein abschließendes Urteil erlauben kann, Herr“, entgegnete Aragorn ruhig. „Meister Gandalf forscht nach der Art des Giftes, und ich habe die Bewohner der Lampenmacherstraße gebeten, vorerst die Finger von ihren Brunnen zu lassen und einstweilen im zweiten Ring Wasser zu holen. Alle, die sich bisher Vergiftungen zugezogen haben, wohnten dort unten. Von einem weiß ich sicher, dass er als einziger in der Familie Wasser getrunken hatte. Die anderen waren leider schon tot, als Edagond mich benachrichtigte. Die konnte ich nicht mehr fragen.“
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<p>
	„Was gedenkt Ihr zu tun?“
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<p>
	„Wenn Gandalf herausfindet, dass das Wasser tatsächlich schlecht ist, will ich die Brunnen untersuchen.“
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<p>
	„Unterrichtet mich, wenn Ihr Neuigkeiten habt“, versetzte der Statthalter. Aragorn verbeugte sich und verließ die Turmhalle des Weißen Turmes.
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<p>
	Er hatte das Quartier der Turmwache noch nicht ganz erreicht, als ein Junge auf ihn zugelaufen kam.
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<p>
	„Herr Thorongil! Die Frau von Breno, dem Siebmacher, schickt mich. Sie bittet Euch, in die Lampenmacherstraße zu kommen.“
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<p>
	Aragorn folgte dem Jungen in das Haus, in dem er den vergifteten Mann gefunden hatte.
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<p>
	„Ihr hattet mich gebeten, nach Euch zu schicken, wenn sich etwas verändert, Herr. Euer Kraut hat sich als hilfreich erwiesen, meinem Mann geht es etwas besser. Ich danke Euch“, sagte die Frau.
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<p>
	„Dankt mir noch nicht“, wehrte Aragorn ab. „Manche Gifte widersetzen sich auch Athelas. Ich lasse Euch noch einige Blätter hier, damit Ihr Eurem Mann nochmals davon einen Aufguss machen könnt.“
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<p>
	„Wisst Ihr schon mehr?“
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<p>
	Er schüttelte den Kopf.
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<p>
	„Nein.“
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<p>
	„Sagt, woher wisst Ihr um die heilende Wirkung dieser Pflanze?“, fragte die Frau dann weiter.
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<p>
	„Ich habe viele Jahre unter Elben gelebt. Von ihnen weiß ich um dieses Kraut“, erwiderte Aragorn.
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<p>
	„Vielleicht solltet eher Ihr als Edagond die Häuser der Heilung leiten, Herr Thorongil“, lächelte die Frau. Erneut schüttelte er den Kopf.
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<p>
	„Meine Kunst beschränkt sich auf den Gebrauch dieses Krautes. Euer oberster Heiler hat sicher noch bessere Rezepte.“
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<p>
	„Nun, nachdem ich erfahren habe, dass alle anderen Nachbarn, die erkrankt waren, gestorben sind, glaube ich das nicht wirklich, Herr Thorongil.“
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<p>
	Bevor sie noch weitersprechen konnte, hob er abwehrend die Hand.
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<p>
	„Nein, lasst es gut sein. Ich bin ein Feldherr Gondors, und das möchte ich auch bleiben.“
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<p>
	Wieder zurück in der Veste, suchte Aragorn Gandalf auf. Der Istar saß vor einem Berg mit Buchrollen aus der Bibliothek.
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<p>
	„Hast du etwas entdecken können?“, erkundigte sich der Dúnadan. Gandalf nickte langsam.
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<p>
	„Ja“, sagte er, „aber es kommt mir seltsam vor.“
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	„Was ?“
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<p>
	„Es ist ein Pflanzengift, so viel ist sicher. Aber bisher habe ich noch nichts davon gehört, dass Spinnenkresse oder Salab Ungol in Gewässern in der Ered Nimrais wächst.“
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<p>
	„Spinnenkresse?“
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<p>
	„Ja, eine sehr giftige Art, die meines Wissens nach durch Kreuzung von normaler Brunnenkresse mit einem besonderen, vergifteten Blütenstaub entsteht. Weil dieses Gift Krämpfe und Lähmungen hervorruft, ähnlich wie der Biss einer Riesenspinne, hat man sie vor Urzeiten einmal so genannt.“
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<p>
	„Klingt nach Morgoth oder Sauron als Urheber“, mutmaßte Aragorn.
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<p>
	„Das ist nicht auszuschließen, wenngleich ich mich frage, wie das Giftkraut in die Brunnen kommt – oder wenigstens sein Saft. Seit langer Zeit gab es keinen Angriff auf Minas Tirith, bei dem so etwas in die Brunnen gebracht werden konnte.“
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<p>
	„Spione?“
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<p>
	„Möglich. Aber die müssen sich sehr gut getarnt haben“, seufzte Gandalf.
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<p>
	„Nun, Sauron hat auch Menschen in seinen Diensten. Nicht immer erkennt man sie“, gab Aragorn zu bedenken. Er sah hinaus. Der Himmel war wolkenlos, die Sonne schien vom Mittagshimmel.
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<p>
	„Hast du ein Gegenmittel zu dem Gift?“, fragte Aragorn. Der Zauberer nickte.
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<p>
	„Ja, es gibt eines. Aber ich brauche dazu die Pflanze selbst.“
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	„Ich glaube, ich sollte mir die Brunnen einmal von innen ansehen …“, sagte der Dúnadan mit einem leichten Lächeln und verließ Gandalf.
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<p>
	Mit eiligen Schritten lief Aragorn zum Quartier der Turmwache und hatte bald die beiden Männer gefunden, nach denen er suchte: Beresin und Númerion, kräftige Männer der Turmwache. Nicht lange darauf hielten die beiden Soldaten der Turmwache ein kräftiges Seil, an dem sich Aragorn in den mittleren Brunnen der Lampenmacherstraße abseilte. Der Brunnen war tief, die Wasseroberfläche zehn oder zwölf Klafter vom Brunnenrand entfernt. Mit einem Dolch schnitt Aragorn einige Büschel der in der steten Nässe reichlich sprießenden Kresse ab und arbeitete sich wieder nach oben. Beresin verstaute die triefend nassen Pflanzenteile in einem Leinensack.
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<p>
	Aragorn brachte die aus dem Brunnen „geerntete“ Kresse in getrennten Säckchen zu Gandalf. Der Zauberer untersuchte die Kresse mit tiefer werdenden Falten über den gewaltigen Brauen. Sein langer, grauer Bart sträubte sich.
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<p>
	„Wie ich befürchtet habe: Spinnenkresse! Hast du in den Brunnen noch mehr davon gesehen? Ich meine diese, mit den blauen Blüten.“
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<p>
	„Ja – und zwar jeweils auf der Westseite der Brunnen“, erklärte Aragorn. Gandalf paffte an seiner Pfeife.
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<p>
	„Das Zeug muss da völlig heraus. Sonst sind diese beiden Brunnen für die nächsten zweihundert Jahre unbenutzbar“, sagte Gandalf.
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<p>
	„Kannst du jetzt ein Gegenmittel herstellen?“, fragte der Feldherr. Gandalf nickte nur.
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<p>
	„Ein paar Stunden wird es noch brauchen“, sagte er dann. „Gibt es neue Fälle?“
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<p>
	„Nein, nur den Siebmacher aus der Lampenmacherstraße.“
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<p>
	„Wie geht es dem?“
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<p>
	„Der Athelas-Tee hat ihn bis jetzt überleben lassen“, erwiderte Aragorn. Gandalf sah ihn an.
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<p>
	„Du wolltest unerkannt bleiben“, erinnerte der Zauberer.
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<p>
	„Ich habe ihn nicht selbst behandelt, sondern seiner Frau etwas davon gegeben. Außerdem ist mir das Leben eines jeden Bewohners von Minas Tirith und Gondor zu kostbar, um es um meines Inkognitos willen zu vernichten“, versetzte Aragorn. Natürlich war es ein Risiko, dass er zu erkennen gab, bis zu einem gewissen Grad heilkundig zu sein. Die Legende, dass der König heilende Hände hatte, kannte in Minas Tirith jedes Kind.
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<p>
	Gandalf wusste um das hohe Ansehen, das Aragorn alias Thorongil in Minas Tirith genoss. Zuweilen erschien es dem Istar, dass nur einer diesen Umstand nicht wahrnahm – und das war Aragorn selbst. Wenn er nicht gerade für Gondor kämpfte oder den Statthalter in Fragen der Sicherheit beriet, lebte er zurückgezogen in einem Haus gegenüber den Quartieren der Reiter. Bei Hofe ließ er sich nur sehen, wenn Ecthelion ihn rief, kam von sich aus nur in dringenden Angelegenheiten in seinem Dienst als Feldherr von Gondor. Um Festlichkeiten machte Aragorn für gewöhnlich einen großen Bogen. Gandalf hatte deshalb das Gefühl, dass Aragorn sich in dieser Hinsicht verändert hatte. Doch der Grund mochte auch darin liegen, dass die anderen Feldherren, Hauptleute und sonstigen Berater des Statthalters sämtlichst verheiratet waren und Kinder hatten. Gandalf erschien es, als erinnere Aragorn dieser Umstand allzu schmerzhaft an seine bisher unerfüllte Liebe zu Elronds Tochter Arwen.
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<p>
	„Ich werde morgen noch mal in die Brunnen steigen und die Giftkresse da herausholen“, hörte Gandalf Aragorn sagen. Abwesend nickte der Zauberer, schon in Gedanken mit der Herstellung des Gegenmittels beschäftigt.
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<p>
	Aragorn verließ den Zauberer und berichtete zunächst Statthalter Ecthelion von den Vorkommnissen.
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	„Und wie, meint Ihr, ist diese Giftkresse in den Brunnen gekommen, Thorongil?“, erkundigte sich der Statthalter.
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<p>
	„Ich weiß es noch nicht genau. Sicher ist, dass sie in der Ered Nimrais nicht natürlich vorkommt. Sie muss mit Absicht dort hineingebracht worden sein. Aber wer das getan hat und wie das möglich war, das weiß ich noch nicht. Doch ich werde nach dem Schuldigen suchen, Herr Ecthelion“, erwiderte Aragorn ebenso ruhig wie kühl.
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<p>
	„So? Seid Ihr völlig sicher, dass ausschließlich das Wasser aus den beiden Brunnen in der Lampenmacherstraße giftig ist?“, hakte Denethor ein.
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<p>
	„Bisher weiß ich nur von insgesamt achtzehn Fällen von Vergiftung in der Lampenmacherstraße. Wenn Ihr noch von weiteren wisst, sagt es nur. Ich gehe dem ebenso nach wie im Handwerkerviertel“, erklärte der Dúnadan.
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<p>
	„Was würdet Ihr von einem Fall im siebenten Ring halten? In der Veste?“, knurrte Denethor.
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<p>
	„Gibt es einen solchen Fall, Herr Denethor?“
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<p>
	Der Sohn des Statthalters sprang auf.
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<p>
	„Oh ja, den gibt es! Mein kleiner Sohn Boromir!“, fauchte er.
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<p>
	„Elbereth Gilthoniel!“, keuchte Aragorn. „Seit wann?“
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<p>
	„Ihr seid schlecht informiert, Feldherr von Gondor!“, schnauzte Denethor zornig.
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<p>
	„Ich habe aus Eurem Hause keine andere Möglichkeit der Unterrichtung als durch Euch selbst, Herr Denethor!“, fuhr Aragorn den Statthaltersohn an. „Die Männer der Turmwache sind zu Eurem Schutz da, nicht, um für den Feldherrn zu spionieren!“, versetzte er.
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<p>
	„Wer weiß?“, erwiderte Denethor mit zusammengekniffenen Augen. „Ich traue Euch nicht, Thorongil.“
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<p>
	„Ich hoffe, Ihr traut wenigstens Meister Mithrandir, denn der ist gerade dabei, ein Gegenmittel herzustellen, weil selbst Athelas die Vergiftung nicht endgültig beseitigen kann“, entgegnete der Waldläufer.
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<p>
	„Ihr versteht Euch auf den Gebrauch dieser Pflanze?“, hakte Denethor nach.
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<p>
	„Ich bin unter Elben aufgewachsen. Dort habe ich gelernt, damit umzugehen.“
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<p>
	„Und das erfahre ich so – nebenbei?“, bohrte jetzt Ecthelion.
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<p>
	„Ihr suchtet einen Feldherrn. Als der bin ich in Eure Dienste getreten, nicht als Heiler“, wehrte sich Aragorn. „Wenn Ihr erlaubt, werde ich Eurem Sohn davon geben, falls Gandalf nicht in den nächsten zwei Stunden mit dem Gegenmittel fertig wird.“
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<p>
	Denethor ging mit schnellen Schritten auf den Feldherrn zu, blieb dicht vor ihm stehen. Aragorn wich keinen Schritt zurück.
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	„Bevor ich Euch oder Mithrandir an meinen Sohn heranlasse, fließt der Anduin rückwärts!“, fauchte der Sohn des Statthalters.
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<p>
	„Denethor: Das Leben Eures Sohnes ist in Gefahr, wenn Ihr weder das Gegenmittel haben wollt, noch Eurem Sohn von dem Athelas geben wollt!“, warnte Aragorn den viel zu zornigen Vater.
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<p>
	„Wollt Ihr mir drohen?“
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<p>
	„Ich weiß nicht, wie Ihr darauf kommt! Denethor: Wenn Euer Sohn eine Vergiftung hat, die von dieser Giftkresse verursacht wurde, dann ist er in großer Gefahr! Lasst uns Eurem Sohn helfen!“, beschwor Aragorn den wütenden Statthaltersohn.
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<p>
	„Ihr wollt ihm nicht helfen! Ihr trachtet ihm nach dem Leben!“, schrie Denethor zornig und packte Aragorn am Gewand. Doch den eisenharten Kontergriff hatte er nicht erwartet.
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<p>
	„Lasst meinen Kragen los, sonst braucht Ihr eine Holzhand!“, warnte Aragorn gefährlich leise. Denethor stöhnte unterdrückt, so quetschte ihm sein Gegenüber die Hand zusammen. Mit einem Wehlaut ließ er Aragorns Kragen los, doch die Glut des Zorns in seinen Augen ließ nicht nach.
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<p>
	„Thorongil: Ich beschuldige Euch und Gandalf, an der Vergiftung meines Sohnes schuld zu sein!“, rief Denethor laut.
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<p>
	„Ihr seid nicht bei Trost!“, widersprach Aragorn. „Gandalf stellt ein Gegenmittel her, ich forsche nach der Ursache! Wie kommt Ihr auf diesen völlig abwegigen Verdacht?“
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<p>
	Denethor kniff die Augen zusammen.
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<p>
	„Ich habe Euch durchschaut, Thorongil!“, knurrte er. „Ihr seid nicht der, für den Ihr Euch ausgebt!“
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<p>
	„Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Thorongil nicht mein Name ist. Weder gegenüber Euch noch gegenüber Eurem Vater noch sonst wem in Gondor. Aber seit Euer Vater mich in Dienst nahm, diene ich Gondor treu. Etwas Gegenteiliges könnt Ihr nicht behaupten“, rief Aragorn wütend.
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<p>
	„Es reicht!“, fuhr Ecthelion dazwischen. „Feldherr Thorongil: Es werden schwere Anschuldigungen gegen Euch erhoben. Wollt Ihr bestreiten, mit der Vergiftung meines Enkels etwas zu tun zu haben?“
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<p>
	„Ja, das bestreite ich!“, entgegnete Aragorn. Ecthelion drehte den weißen Stab des Statthalters mit dem goldenen Knauf unschlüssig in den Händen.
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<p>
	„Thorongil, ich weiß nicht, was wahr ist. Doch die Vorsicht gebietet mir, Euch an einer Flucht zu hindern! Wachen!“
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<p>
	Die Turmwachen, die in der Turmhalle Posten standen, zögerten zunächst, packten dann aber zu.
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<p>
	„Bitte, macht keine Schwierigkeiten“, bat Númerion seinen Vorgesetzten. Aragorn verzichtete auf Widerstand.
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<p>
	„Ecthelion, Ihr macht einen Fehler. Noch mal: Gandalf und ich haben mit einer Vergiftung Eures Enkels nichts, aber auch gar nichts zu tun!“
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<p>
	„Das werde ich dann feststellen!“, versetzte Ecthelion und gab den Wachen einen Wink, Thorongil in den Kerker abzutransportieren.
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	„Tut uns Leid!“, brummelte Númerion, als er und Beresin mit ihrem Gefangenen dort angekommen waren.
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<p>
	„Es wird Euch erst richtig Leid tun, wenn der Kleine die Vergiftung nicht überlebt“, knurrte Aragorn. Die vergitterte Tür krachte ins Schloss, es wurde finster, als die Wächter mit den Fackeln aus dem Zellengang verschwanden. Aragorn ließ sich auf die harte Pritsche sinken. War das der Dank für viele Jahre, die er Gondor treu gedient hatte? Er war nicht hier, um Gondors Thron zu besteigen. Er hatte kein Interesse an der Macht und der Stellung des Königs, mochte dies auch sein Erbe sein. Es war ebenso das Erbe seines Vaters und seines Großvaters und seines Urgroßvaters gewesen. Seit Arvedui hatte keiner aus der verbliebenen Blutlinie Isildurs mehr nach dem Thron gestrebt. Aragorn betrachtete sich selbst als den letzten, der würdig gewesen wäre, die Krone Gondors und das Zepter Arnors zu tragen. Zu sehr fürchtete er, grobe Fehler zu machen. Während er noch grübelte, ob und vielleicht wie Denethor erfahren haben konnte, wer er wirklich war, brachten die Wächter des Zweiten Bataillons der Turmwache Gandalf in den Kerker und sperrten ihn in Aragorns Zelle mit ein.
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<p>
	„Mae govannen, mellon[1]“, begrüßte Aragorn ihn spöttisch. Gandalf grunzte unwillig.
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<p>
	„Ich hatte gehofft, dass du noch frei bist“, knurrte er.
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<p>
	„Was macht das Gegengift?“, fragte Aragorn. Gandalf machte eine wegwerfende Handbewegung.
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<p>
	„Ich hatte es fast fertig. Mir fehlte nur noch etwas Athelas, um das Gegenmittel vollends wirksam zu machen – da holen mich diese Wirrköpfe unter der Anklage des Verrats aus meinem Labor! Zum Melkor mit Ihnen! Und du? Du sitzt hier herum! Willst du einfach auf den Henker warten?“, fuhr er den Dúnadan an.
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<p>
	„Sedho! Havo dad![2]“, entgegnete der ebenso sanft wie bestimmt. „Ich weiß nicht, wie Denethor darauf kommt, ich, du oder wir beide könnten etwas gegen ihn und seine Familie haben. Aber wenn wir jetzt ausbrechen, geben wir dieser Vermutung doch nur Nahrung“, versetzte er dann.
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<p>
	„Boromir und Breno werden sterben, wenn sie das Gegenmittel nicht bekommen!“, erinnerte Gandalf scharf.
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<p>
	„Du gehst gerade mit einem Rammbock auf ein offenes Burgtor los“, bremste Aragorn. „Es ist nicht das Problem, hier aus der Zelle oder aus dem Kerker herauszukommen. Auch die ungefähr fünfzig Wachen sind nicht das eigentliche Problem. Solange wir unter Verdacht stehen, wird die Sonne eher wieder im Westen aufgehen, als dass Denethor uns an den Kleinen heranlässt – außer mit grober Gewalt. Ich frage mich nur, wie Boromir vergiftet werden konnte, wenn der Trinkwasserbrunnen und der Springbrunnen in der Veste völlig in Ordnung sind?“
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<p>
	„Woher weißt du das?“
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<p>
	„Weil alle, die in der Veste wohnen, Wasser aus diesen Brunnen trinken – aber außer Boromir gibt es keine anderen Fälle, auch nicht unter den Leuten der Turmwache“, erwiderte Aragorn. Gandalf kam langsam wieder zur Ruhe. Er strich sich nachdenklich durch den Bart.
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<p>
	„Und wer sollte Boromir vergiftet haben?“, fragte er.
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<p>
	„Zwei mögliche Vermutungen habe ich, aber ob sie zutreffen …?“
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	„Und?“, fragte der Zauberer ungeduldig.
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	„Eine Möglichkeit wäre, dass der Kleine auf einem ausgedehnten Spaziergang Durst bekommen hat und seine Eltern ihm Wasser aus einem der beiden Brunnen in der Lampenmacherstraße gegeben haben. Möglichkeit zwei würde voraussetzen, dass das Gift tatsächlich aus Mordor kommt und Sauron eine Möglichkeit gefunden, hat, seine Diener fliegen zu lassen – aber einem Maia[3] traue ich eine Menge zu. Bei Nacht hätten wir kaum etwas bemerkt, und Saurons Kreaturen sind besonders in der Nacht aktiv.“
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<p>
	Es wurde wieder hell im Gang, als zwei Turmwächter – es waren Númerion und Beresin, die eigentlich ihrem Feldherrn Thorongil besonders ergeben waren – mit Denethors Frau Finduilas hereinkamen und Fackeln mitbrachten.
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<p>
	„Danke, Beresin, Númerion. Bleibt bitte draußen“, wies sie die beiden Turmwächter leise an. „Thorongil, Mithrandir!“, rief sie dann leise. Gandalf und Aragorn sahen sich verblüfft an. Aragorn stand auf und trat an das stark vergitterte Zellenfenster.
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<p>
	„Ihr wünscht?“, fragte er.
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<p>
	„Hilfe für meinen Sohn Boromir, Herr Thorongil. Könnt Ihr und Mithrandir meinem Sohn helfen? Wollt Ihr das tun?“
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	„Euer Gemahl und Euer Schwiegervater meinen, wir wollten ihn töten. Deshalb sind wir hier“, erwiderte Aragorn kühl.
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<p>
	„Die Heiler können nichts tun, wie ich weiß. Edagond hat sich an Euch gewandt, und ich habe den Eindruck, dass Ihr bemüht seid, den Grund für diese seltsamen Vergiftungen zu finden und zu beseitigen. Ist das so?“
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<p>
	Aragorn nickte schweigend.
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<p>
	„Mein Gemahl behauptet, Ihr wolltet den Thron. Ist das Eure Absicht?“
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<p>
	„Nein“, widersprach der Dúnadan.
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	„Ich weiß, dass Ihr nicht Thorongil heißt. Wie ist Euer richtiger Name?“
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<p>
	„Ich habe viele Namen, schöne Finduilas. Einer davon ist auch Thorongil“, entgegnete Aragorn zurückhaltend.
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<p>
	„Warum gebt Ihr Euren wirklichen Namen nicht preis?“, bohrte die Frau des Statthaltersohnes weiter.
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<p>
	„Ich habe meine Gründe. Doch seid sicher: Keiner dieser Gründe ist gegen den Statthalter, seinen Sohn oder seinen Enkel gerichtet.“
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	„Müsst Ihr Verfolgung fürchten?“
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<p>
	„Ja, aber nicht von Gondor oder seiner Statthalterfamilie. Eher aus Mordor. Seht, ich habe meinen Geburtsnamen erst erfahren, als ich zwanzig Jahre alt war. Er wurde mir selbst verborgen, um mich vor Mordors Unwesen zu schützen“, erklärte Aragorn.
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	„Warum verbergt Ihr ihn dann vor dem Statthalter?“
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	„Ich bin ein treuer Diener Gondors. Doch wüsste Ecthelion meinen Namen und meine Herkunft, würde er annehmen, ich wolle ihn verdrängen.“
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	Finduilas dachte einen Moment nach.
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<p>
	„Mein Gemahl vermutet genau das“, sagte sie dann. „Er hat mir einen Namen genannt und ein Erkennungszeichen beschrieben. Zeigt mir bitte Eure Hände.“
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	Aragorn hob seine Hände an das Gitter.
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<p>
	„Ihr tragt den Ring nicht, den mein Gemahl mir beschrieb“, sagte sie, als sie sah, dass kein Ring die schlanken Finger des Feldherrn zierte. Aragorn atmete innerlich auf. Den Ring Barahirs abzunehmen und nicht in der Öffentlichkeit zu tragen zahlte sich zuweilen aus. Dieser Ring war als Erbstück des Hauses Isildur bekannt, weshalb Aragorn ihn nur trug, wenn er allein war. Finduilas sah ihn forschend an.
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<p>
	„Ich möchte Euch vertrauen können. Seid Ihr der, den Gondor fürchten muss?“, fragte sie schließlich.
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	„Gondor muss nur Sauron und Mordor fürchten, allenfalls noch die Haradrim und Korsaren von Umbar – gewiss aber nicht den, den Euer Gemahl meint.“
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<p>
	„Seid Ihr der, der behauptet, Anspruch auf den Thron zu haben?“
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<p>
	„Ich habe so etwas nie behauptet, Finduilas. Ja, es gibt einen, der den Thron besetzen könnte – doch er will ihn nicht. Außerdem könnte er zurzeit nicht alle Beweise seiner Herkunft vorlegen.“
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	Finduilas ließ nicht locker.
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	„Seid Ihr das?“, bohrte sie beharrlich. Aragorn rang mit sich. Welche Folgen konnte es haben, der Frau des Statthaltererben zu sagen, dass er derjenige war, der den Thron Gondors beanspruchen konnte – völlig rechtmäßig; der, für den der Statthalter seinem Eid gemäß den Sitz in der Turmhalle zu räumen hatte?
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	„Ich will Euch helfen – aber ich will eine wahre Antwort“, beharrte Finduilas.
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	„Euer Sohn braucht das Gegenmittel. Gandalf kann es herstellen und ist fast fertig damit. Ich bemühe mich um Aufklärung, wer die Brunnen vergiftet hat und um Beseitigung des Giftes. Genügt Euch das nicht?“
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	„Ich möchte Euch vertrauen können.“
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	„Könntet Ihr dem vertrauen, der den Thron einnehmen könnte? Könntet Ihr ein solches Geheimnis hüten? Gegen Mordors Unwesen? Dringt nicht weiter in mich, ich bitte Euch um Eurer selbst willen!“
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	„Seid Ihr Aragorn, Arathorns Sohn?“, fragte Finduilas direkt. Aragorn wurde bleich. Er konnte sich um eine Antwort herum lavieren und versuchen auszuweichen. Mit einer handfesten Lüge hatte er ein Problem. Er atmete tief durch, dann nickte er.
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	„Gut. Ich vertraue Euch, wie ich es bisher getan habe, vielleicht sogar noch mehr als vorher. Beresin und Númerion werden Euch gehen lassen.“
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	Aragorn lächelte ein wenig schief.
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	„Und wer, schöne Finduilas, sagt mir, dass ich Euch vertrauen kann und nicht gleich ein paar Pfeile im Rücken habe?“, fragte er.
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<p>
	„Ihr habt gesagt, Ihr müsstet Gondor nicht fürchten“, versetzte sie. „Vertraut mir, so wie ich Euch vertraue, denn das Leben meines Sohnes liegt in Eurer Hand, A…“
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	„Nein, bleibt bitte bei Thorongil“, wehrte Aragorn ab. „Ich will den Thron nicht; ich habe ihn nie gewollt. Euer Gemahl wird seinen Vater beerben, und so die Valar wollen, wird Boromir ihm folgen.“
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	„Bitte, helft meinem Sohn“, bat Finduilas. Aragorn nickte.
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<p>
	„Geht bitte mit Beresin und Númerion außer Hörweite, edle Finduilas“, bat er dann seinerseits. Die Frau lächelte und verschwand mit den beiden Turmwächtern.
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	Gandalf sah zu seiner Verblüffung, dass Aragorn aus dem Stiefelschaft einen Dolch zog, damit durch das vergitterte Fenster der Zelle langte. Dann hörte der Zauberer ein leises Knacken, als Aragorn mit dem Dolch das Schloss vor dem Riegel sprengte. Den Riegel schob der Waldläufer mit dem Dolch aus der Türlasche, und die Tür war offen. Aragorn winkte dem Zauberer und schlich durch den Zellengang davon. Gandalf folgte ihm leise.
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	Beresin und Númerion hatten vorgesorgt: Im ganzen unteren Trakt des Kerkers der Veste befand sich kein einziger Wächter. Zwei Stockwerke weiter oben stand ein einsamer Posten. Aragorn zog Gandalf lautlos hinter einen Mauervorsprung und entschied sich dann für einen etwas anderen Weg, der wieder ein kleines Stück zurück führte. Gandalf stieß an einen losen Stein, was ein Geräusch verursachte, das nicht nur für Elbenohren wahrnehmbar war. Besorgt sah Aragorn sich um, aber der Posten sah angestrengt in die andere Richtung. Ein Lächeln kräuselte sich um die Lippen des Dúnadan. Jetzt war er überzeugt, dass die Turmwächter nichts gegen Gandalf und ihn unternehmen würden. Dennoch gaben sie sich alle Mühe, leise zu sein und gelangten ungesehen in den Hof der Veste, wo Beresin und Númerion auf sie warteten.
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	Irgendwo schlug eine Uhr Mitternacht.
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	„Wir haben nicht mehr viel Zeit“, brummte Gandalf. „Denethor lässt mein Labor bewachen. Da kommen wir nicht heran.“
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	„Sehen wir mal. Los, zu Gandalfs Gemächern!“, sagte Aragorn. Beresin hielt ihn am Arm fest.
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<p>
	„Wartet! Nehmt wenigstens diese grauen Mäntel, Herr Thorongil“, bemerkte er und reichte Aragorn einen leichten, grauen Mantel. Aragorn nickte dankend und warf sich den Mantel über die gondorische Gewandung. Númerion gab ihm sein Schwert zurück. Gandalf lehnte den tarnenden Mantel dankend ab. Er trug ohnehin graue Kleidung, die ihn ausreichend vor zu neugierigen Blicken schützte.
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<p>
	Unter Ausnutzung jeden Sichtschutzes gelangten Gandalf, Aragorn und die beiden Turmwächter unter Gandalfs Laborfenster. Ein leichter Wind ließ das Fenster schlagen.
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	„Hast du dein Fenster etwa nicht zugemacht?“, grinste der Dúnadan. „Es wird noch mal jemand bei dir einbrechen!“, warnte er dann scherzhaft. Gandalf grinste zurück.
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	„Das hoffe ich doch sehr!“, kicherte er. Aragorn schätzte die Entfernung zum Fenstersims.
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	„Númerion, Beresin: Räuberleiter!“, kommandierte er. Die beiden Turmwächter verschränkten die Hände, ließen Aragorn darauf steigen. Der Waldläufer bekam die Fensterkante zu fassen, konnte sich hochziehen und das Fenster aufstoßen. Doch der Schwung reichte noch nicht, um in das Labor zu gelangen. Aragorn hing draußen an der Fensterkante fest. Beresin überlegte nicht lange, stieg auf Númerions Hände und stützte seinen Feldherrn, der sich nun ins Labor hineinziehen konnte. Mit einem erleichterten Schnaufen kam er auf dem Boden des Labors auf.
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	„Wo ist das Gegenmittel?“, fragte er nach draußen.
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	„In einem Glaskolben auf einem Dreifuß neben dem Herd“, gab Gandalf flüsternd zurück. „Ich brauche auch den Dreifuß und das Säckchen mit Athelas daneben!“, setzte er hinzu. Aragorn brummte zustimmend und sah sich nach den verlangten Sachen um. Er hatte es gerade gefunden, als es auf dem Hof der Veste laut wurde und fünf Mann der persönlichen Wache von Denethor mit gezogenen Schwertern über den Platz rannten. Beresin und Númerion schoben Gandalf hinter sich und wehrten sich gegen die Leibwächter. Gandalf aber nutzte seinen Zauberstab als wirkungsvolle Keule. Die Männer, die den Wurzelknauf des Stabs zu spüren bekamen, sahen die sieben Sterne von Gondor um den Weißen Baum tanzen, als Gandalf sie noch zusätzlich mit subtiler Zaubermacht einschläferte.
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	Drinnen im Labor wurde die Tür aufgestoßen und vier weitere Wächter stürmten in das Labor. Aragorn duckte sich, beförderte den vordersten Posten mit einem gezielten Fußtritt direkt aus dem Fenster, ein zweiter bekam Aragorns Ellenbogen unter das Kinn, der Dritte machte mit dem Dolch des Dúnadan schmerzhafte Bekanntschaft und der Vierte flog nach einem harten Kinnhaken wieder aus der Tür hinaus und prallte gegen die Flurwand.
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	Draußen klirrten die Waffen, aber die Leibwächter des Statthalters kamen gegen die Fechtkunst der beiden Turmwächter und Gandalfs Zauberstab nicht an, zogen sich schließlich zurück. Zwei Mann blieben ohnmächtig vor dem Labor liegen.
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	„Schnell!“, rief Beresin. „Da kommt bestimmt gleich Verstärkung!“
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	Eilig seilte Aragorn die von Gandalf benötigten Sachen ab, sprang die eineinhalb Klafter in den Hof hinunter.
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	„Los, in den Gang zum zweiten Ring!“, befahl Aragorn. Im Laufschritt entkamen sie in den beleuchteten Gang und drückten sich in eine dunkle Nische, wo Gandalf die fast fertige Mischung mit einigen ergänzenden Athelas-Blättern nochmals aufkochte.
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	„Fertig“, murmelte er nach einiger Zeit. „Jetzt müssen wir es nur noch zu Boromir bekommen. Wie kommen wir an ihn heran?“
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	Aragorn nickte mit einem grimmig-entschlossenen Lächeln.
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	„Geradeaus durch die Tür, mellon nîn!“, sagte er. Gandalf sah ihn zweifelnd an.
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	„Ihr seid zu dritt. Du weißt, dass ich …“
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	Aragorn winkte ab.
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	„Drei Turmwächter gegen zehn Statthaltergarden – das ist zu schaffen“, erwiderte er.
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	Das Dritte Bataillon der Turmwache, zu dem auch Beresin und Númerion gehörten, war Aragorn/Thorongil völlig ergeben. Aragorn selbst hatte die Männer ausgebildet – und es waren Schwertfechter geworden, wie es in Gondor nicht viele gab. Jeder dieser Männer galt in Gondors Streitmacht als Elitesoldat, der mit dreifacher Übermacht fertig wurde. Wenn er gewollt hätte, hätte er sich mithilfe dieser Soldaten den ihm zustehenden Thron auch gewaltsam aneignen können, aber Aragorn wollte den Thron nicht.
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<p>
	Aragorn und seine beiden Turmwächter verschafften Gandalf recht rücksichtslos Zutritt zu den Wohnräumen der Statthalterfamilie. Dass die Familie sich in der Turmhalle aufhielt, war schon im Umkreis von zwanzig Klaftern an dem erbarmungswürdigen Schreien des kleinen Jungen zu hören. Ecthelion und Denethor waren wie vom Donner gerührt, als die Tür auf Aragorns heftigen Stoß aufflog und an die Wand krachte. Beresin und Númerion hielten die verbliebenen zwei Garden in Schach.
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	„Wenn Boromir den Morgen noch erleben soll, dann lasst, bei Ilúvatar, Gandalf dem Jungen helfen!“, rief der Dúnadan. Denethor sprang auf, um sich auf Gandalf zu stürzen, wurde aber von Aragorn abgefangen, der ihn auch schnell fest im Griff hatte.
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<p>
	„Hört mir gut zu, Denethor: Der Hochsitz dahinten auf der Empore, der interessiert mich nicht!“, knurrte Aragorn ebenso leise wie eindringlich. Denethors Blick fiel auf die linke Hand seines Kontrahenten, die ihn fest an der rechten Schulter gepackt hatte. Am linken Zeigefinger erkannte der Sohn des Statthalters den Ring Barahirs.
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	„Aber …“
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	„Nichts aber!“ zischte Aragorn. „Hört endlich auf mit den Verdächtigungen, die Euren Sohn unnötig gefährden!“
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	Der Waldläufer nickte Gandalf zu, der zu Finduilas ging, die ihren Sohn in den Armen hielt, und dem Kind von dem Gegenmittel einflößte. Es dauerte nicht lange, bis der Kleine aufhörte, vor Bauchschmerzen zu schreien und völlig erschöpft in den Armen seiner Mutter einschlief.
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<p>
	„Ich hoffe, Herr Ecthelion, wir konnten Euch davon überzeugen, dass wir gegen Euch und Eure Familie keine bösen Absichten hegen“, sagte Aragorn schließlich, als Denethor seinen Widerstand aufgab und er ihn loslassen konnte. Ecthelion sah mit einer schwer definierbaren Mischung aus Misstrauen und Hoffnung auf seinen kleinen Enkel.
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<p>
	„Genau werde ich das wissen, wenn Boromir gesund ist. Einstweilen habe ich keine Möglichkeit, Euch an Eurem Tun zu hindern, nachdem Ihr meine Leibwächter niedergeschlagen habt“, versetzte der Statthalter.
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<p>
	Gandalf wandte sich an Finduilas:
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	„Sagt, Frau Finduilas, was hat Boromir vor der Vergiftung zu sich genommen?“
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<p>
	„Eigentlich das gleiche wie Denethor und ich. Nur am Nachmittag waren wir im unteren Ring spazieren und Boromir bekam bei der Wärme großen Durst. Ich habe ihm Wasser aus dem mittleren Brunnen in der Lampenmacherstraße gegeben.“
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	„Dann ist die Vergiftung tatsächlich auf diese beiden Brunnen in der Lampenmacherstraße beschränkt“, stellte Aragorn fest. „Bitte, Ecthelion, lasst diese Brunnen schließen. Erst muss die Giftkresse aus den Brunnen“, sagte er und wandte sich dann an Finduilas:
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	„Habt Ihr Eurem Gemahl davon berichtet?“, fragte Aragorn.
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	„Ja, sicher.“
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	Aragorn sah den Statthalter an.
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	„Ecthelion, Ihr erinnert Euch an meinen Bericht, in dem ich von zwei vergifteten Brunnen in der Lampenmacherstraße sprach. Euer Sohn hat das bezweifelt und von einem Vergiftungsfall im siebenten Ring gesprochen – in der Veste, obwohl er wusste, dass Boromir Wasser aus einem der beiden betroffenen Brunnen getrunken hatte.“
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	Ecthelions Blick ging zu seinem Sohn.
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	„Warum hast du mir davon nichts gesagt?“, fragte er.
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	„Als Thorongil dir berichtete, wusste ich davon noch nichts“, wehrte sich Denethor. Der Statthalter zog fragend die Brauen hoch.
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	„Aber du hast es auch nicht für nötig befunden, mich später darüber zu unterrichten. Abgesehen davon, dass du deinen Sohn damit in große Gefahr gebracht hast, hast du zwei treue Diener Gondors unnötig in Verdacht gebracht!“, fuhr er seinen Sohn an. „Ich bitte Euch, vergebt mir, dass ich den falschen Beschuldigungen so einfach geglaubt habe“, wandte er sich dann an Aragorn und Gandalf.
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	„Ú-moe edaved, hîr Ecthelion Turgonion.[4]”, erwiderte Aragorn.
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	„Bitte, gebt auch den anderen Vergifteten von dem Gegenmittel und kümmert Euch darum, dass die Brunnen gesäubert werden. Tut, was Ihr für richtig haltet, Thorongil“, setzte der Statthalter hinzu. Gandalf füllte etwas von dem Gegenmittel in eine kleine Phiole ab, die er Finduilas reichte.
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	„Es sollte ausreichend sein, was ich Eurem Sohn gab. Aber falls er doch noch Vergiftungserscheinungen zeigt, gebt ihm etwas von dem Mittel“, empfahl er. Finduilas nickte.
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<p>
	„Ich danke Euch, Meister Mithrandir.“
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	Der Morgen graute, als Gandalf und Aragorn aus den Häusern der Heilung kamen.
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	„Breno ist auch auf dem Weg der Besserung. Jetzt sind die Brunnen dran“, sagte Aragorn.
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	„Was hast du vor?“, fragte Gandalf.
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	„Die Spinnenkresse mit Stumpf und Stiel aus den Brunnen zu kratzen und das giftige Wasser aus den Brunnen zu holen“, erwiderte der Dúnadan. „Und dann müssen wir wissen, wie das Kraut dort hineingekommen ist, sonst kippen uns die nächsten Brunnen um!“
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<p>
	„Was Letzteres betrifft, habe ich einen Verdacht, aber den muss ich erst prüfen. Kümmere du dich um die Brunnen, ich reite nach Osgiliath.“
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<p>
	„Was willst du dort?“
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<p>
	„Ich meine mich zu erinnern, dass dort erstmals Spinnenkresse aufgetaucht ist. Vielleicht finde ich heraus, ob sie sich auf natürliche Weise hierher verbreitet hat oder ob Absicht im Spiel war“, erwiderte Gandalf. „Aber du setzt dich einer sehr großen Gefahr aus, wenn du die Spinnenkresse aus den Brunnen beseitigen willst. Sie ist sehr, sehr giftig. Sei nie ohne das Gegenmittel!“, warnte Gandalf.
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<p>
	Als Gandalf Minas Tirith gegen Mittag verließ, arbeiteten diverse Bauleute bereits an Abflussrinnen, durch die das verdorbene Wasser nach außen abfließen sollte. Sie bohrten von der äußeren Mauer her jeweils ein Loch zu den vergifteten Brunnen, während Aragorn und Númerion sich in die Brunnen hinabgelassen hatten und jedes noch so kleine Wurzelstückchen der Giftkresse aus den Brunnenmauern kratzten. Fast gleichzeitig stießen die Bohrer von außen durch die Brunnenwände – und das giftige Wasser floss ab.
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<p>
	Der Kontakt mit dem hochgiftigen Pflanzensaft bewirkte bei Aragorn und Númerion kaum eine Stunde, nachdem sie die Brunnen verlassen hatten, heftige Vergiftungserscheinungen, mit denen sie in die Häuser der Heilung eingeliefert wurden. Der aufgeregte Edagond mischte eilig Gandalfs Gegenmittel zusammen. Der Zauberer hatte die Formel in weiser Voraussicht nicht nur bei Aragorn, sondern auch bei Edagond hinterlassen.
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<p>
	Bei dem zähen Aragorn schlug das Gegenmittel schneller an als bei Númerion. Als Finduilas den Dúnadan besuchte, nachdem sie von seiner Erkrankung gehört hatte, war Aragorn zwar noch geschwächt, aber schon auf dem Wege der Besserung.
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	„Wie geht es Euch?“, fragte die Frau des Statthaltererben besorgt. Er lächelte noch etwas gequält.
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<p>
	„Ich könnte ein halbes Schwein auf einer Scheibe Brot vertragen, nachdem ich sogar das Frühstück von vorgestern rückwärts genossen habe“, grinste er schief. Bis zwei Stunden zuvor hatte er nicht einmal klares, definitiv ungiftiges Wasser bei sich behalten. Er fühlte sich hundeelend.
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<p>
	„Ich weiß gar nicht, wie ich Euch und Meister Mithrandir danken soll. Boromir ist wieder gesund – dafür seid Ihr jetzt krank. Ihr habt Euer Leben für die Menschen hier riskiert, Thorongil!“
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	Ein mühsames Lächeln kräuselte sich um seine stoppelige Wange.
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	„Das ist meine Aufgabe, schöne Finduilas. Die Sicherheit von Gondor, speziell Minas Tirith, ist mir anvertraut.“
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	Finduilas Blick fiel auf seine Linke, an der jetzt offen der Ring Barahirs steckte.
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	„Ihr tragt ihn?“, fragte sie.
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	„Sagt, woher wisst Ihr um diesen Ring?“, erkundigte er sich.
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	„Denethor erzählte mir davon.“
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	„Und woher weiß er davon? Ich habe in all' den Jahren, die ich jetzt Gondor diene, diesen Ring nie in der Öffentlichkeit getragen.“
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<p>
	„Ich weiß es nicht. Aber er geht oft in den Weißen Turm und verschwindet in den oberen Stockwerken.“
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	Aragorn dachte nach. Da oben gab es ein Turmzimmer, doch an dem war nichts Besonderes, wie Aragorn sich erinnerte. Er sah Finduilas an, die noch etwas auf dem Herzen zu haben schien.
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	„Was habt Ihr?“ fragte er.
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	„Was meint Ihr?“
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	„Etwas brennt Euch auf der Seele – und das hat mit Boromir oder meiner Erkrankung nichts zu tun.“
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	Sie sah zu Boden.
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	„Mithrandir – er ist in großer Gefahr. Denethor ist noch immer nicht überzeugt, dass Ihr und Gandalf der Statthalterfamilie nichts Böses wollt. Er verfolgt ihn mit Männern seiner Leibwache.“
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	Aragorn kam hoch, als habe ihn eine Schlange gebissen.
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	„Wie?“
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	„Aber Ihr seid selbst noch nicht recht genesen …“
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	„Lasst das meine Sorge sein!“, erwiderte Aragorn bestimmt. „Wir Dúnedain des Nordens sind recht zäh. Geht jetzt. Ich kümmere mich um Mithrandir.“
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	„Bitte …“
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	Aragorn lächelte sanft.
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	„Wenn Euer Gemahl mich lässt, schone ich ihn“, versprach er dann.
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	Gandalf hatte Osgiliath – oder besser: die Trümmer dieser Stadt – am späten Nachmittag erreicht und ließ sein Pferd in der Nähe des alten Palastes von Osgiliath zurück. Nicht weit vom Palast begann ein weit verzweigtes, unterirdisches Gängesystem – früher einmal die Kanäle von Osgiliath, erbaut von längst vergessenen Baumeistern. In diesen Kanälen war das Regenwasser zum Anduin geleitet worden; sie hatten aber in trockenen Sommern auch als Wasserreservoirs gedient. An brunnenartigen Öffnungen wuchs in der stetigen Nässe und dem stets fließenden Wasser Brunnenkresse. Nach der weitgehenden Zerstörung Osgiliaths durch Truppen des Hexenkönigs von Minas Morgul waren auch viele der Kanäle ihrer oberen Wölbungen beraubt. Dort, wo die Kanäle frei lagen, wucherten Kresse und andere Wasserpflanzen geradezu. Auch Wasseramseln hatten sich in der verlassenen Stadt in den freigelegten Kanälen angesiedelt. Die flinken, kleinen Vögel wiesen dem Istar den Weg zu den freien Kanälen.
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	Schließlich hatte Gandalf den Kanal gefunden, den er gesucht hatte. Dort, am östlichen Rand von Osgiliath, hatte sich erstmals die giftige Spinnenkresse gefunden. Der Zauberer stieg in den Kanal hinab und stand knöcheltief in einer nur mühsam fließenden, braunen Brühe, die nichts mit dem frischen, klaren Nass zu tun hatte, das für gewöhnlich durch die alten Kanäle rann. Gandalf bückte sich und fand die typischen blauen Blüten, die die Spinnenkresse kennzeichneten. Ein größeres Feld dieser Kresse hatte keine Staubgefäße mehr in den Blütenkelchen. Gandalf nahm seinen Zauberstab und benutzte den durchsichtigen, weißen Kristall als Vergrößerungsglas. Die Staubgefäße waren glatt abgeschnitten!
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	‚Womit die schuldigen Pflanzen gefunden wären!‘, dachte er. Vorsichtig nahm er von einer noch tragenden blauen Blüte Staubgefäße ab und trug den giftigen Blütenstaub zu einer weißen Kresse, die am Rand dieses Kanals an einer Kreuzung mit frischem, fließendem Wasser stand und gab den Staub der Spinnenkresse vorsichtig auf die weiße Blüte. Zu Gandalfs Erschrecken dauerte es nur wenige Minuten, bis die Blüte sich blau verfärbte.
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	‚Bei Ulmo! Ein paar Staubkörner davon genügen, um gesunde Kresse zu vergiften!‘, durchzuckte es den Zauberer. ‚Eigentlich würden ein paar Bienen ausreichen, um diese Pest zu verbreiten‘, dachte er weiter. Doch dann fuhr ein Windstoß durch das Feld der blauen Kresse und er sah, dass unter der Spinnenkresse viele tote Bienen, Hummeln und Fliegen in der braunen Brühe schwammen.
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	‚Deshalb verbreitet es sich nicht von allein weiter. Die Insekten vertragen den giftigen Blütenstaub auch nicht. Und wie ist die Spinnenkresse dann in die Brunnen von Minas Tirith gekommen? Da hat doch einer nachgeholfen! Aber wer?‘, überlegte Gandalf. Ein Geräusch störte ihn aus seinen Gedanken auf. Das waren eindeutig Schritte – und zwar von vielen Füßen, die sich keine Mühe gaben, leise zu sein! Gandalf sah sich besorgt um. Bald sah er gondorische Soldaten, etwa zwanzig an der Zahl, die mit gezogenen Schwertern und brennenden Fackeln in die Kanäle einstiegen.
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	„Gandalf! Mithrandir! Wir wissen, dass Ihr Euch hier verkrochen habt! Kommt heraus!“, hörte der Zauberer eine Stimme, die unverkennbar die des Statthaltersohnes Denethor war. Gandalf schalt sich, nicht mit ernsthaften Gefahren gerechnet zu haben, sonst hätte er sein Schwert Glamdring mitgenommen. Jetzt konnte er sich nur noch mit purer Zauberei wehren – aber genau das durfte er nicht. Gandalf blieb nur die Flucht in die weit verzweigten Kanäle Osgiliaths …
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	Aragorn kämpfte die aufkommende Schwäche mit Gewalt nieder. Nachdem er sich durch die Vergiftung fast den Magen umgedreht hatte, fehlte ihm die nötige Energie, um wieder auf die Füße zu kommen. Mit einiger Mühe erinnerte er sich, dass er in seiner Vorratstasche am Sattel immer etwas Lembas und Trockenfleisch hatte. Es schien ihm eine Ewigkeit zu vergehen, bis er in seinem Haus die Vorratstasche fand und eine ganze Waffel Lembas auf einmal verspeiste. Eigentlich genügte es, einmal herzhaft abzubeißen. Ein solcher Bissen lieferte einem erwachsenen Menschen oder Elben genügend Energie für einen langen Tagesmarsch. Das, was Aragorn gegessen hatte, hätte für eine ganze Woche gereicht – nun, unter normalen Umständen, aber nach der rabiaten Fastenkur durch die erlittene Vergiftung waren sie nicht ganz normal. Es dauerte nicht lange, bis Aragorn seine Lebensgeister zurückkehren spürte.
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	Eilig alarmierte er zehn Mann seiner Turmwächter und machte sich mit ihnen auf den Weg nach Osgiliath. Die Spuren von Denethors Truppe waren trotz der zahlreichen anderen Spuren auf dem Weg nicht zu übersehen. Von seinen Männern wusste Aragorn, dass Denethor und seine Leute etwa drei Stunden Vorsprung hatten. Auf den achtzehn Meilen zwischen Minas Tirith und Osgiliath war dieser Vorsprung nicht aufzuholen.
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	Gandalf drückte sich von einer Kanalnische zur nächsten. Seit drei Stunden führte er die Statthaltergarden nun mit einiger Mühe an der Nase herum. Seine genaue Kenntnis der Örtlichkeiten kam ihm dabei zugute. Doch viel länger konnte er den über ganz Osgiliath ausgeschwärmten Leuten Denethors nicht mehr ausweichen. Zudem hatte er das Gefühl, dass seine nassen, kalten Füße sich schier auflösen wollten. Die bittere Kälte des fließenden Wassers  aus den Bergen kroch immer höher. Und dann stand ein gondorischer Soldat mit blankgezogenem Schwert vor ihm! Gandalf wich zurück, aber hinter ihm war nur noch Stein.
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	„Gib auf, Mithrandir!“, forderte der Soldat und hob das Schwert, doch dann ließ er es mit einem Aufschrei fallen, als ihm ein wohlgezielter Pfeil mit weißen Federn durch das Gelenk der Schwerthand fuhr. Gandalf konnte einige Klafter weiter hinten im Kanal Aragorn erkennen, der seinen Bogen wieder überwarf, stattdessen sein Langschwert zog und auf den Gardisten zustürmte. Gandalf reagierte auf seine Weise und zog dem verwundeten Gardisten den Wurzelknauf seines Zauberstabs über den Kopf, worauf der Mann bewusstlos zusammensackte.
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	Überall in den Kanälen klirrten die Waffen, als Aragorns Männer Denethors Leute angriffen. Aragorn hatte Gandalf erreicht und fing den schachmatten Gardisten noch auf, bevor er ins Wasser fiel.
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	„Ist dir was passiert?“, fragte er dann besorgt.
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	„Nein, ich hab' nur nasse Füße bis zu den Schultern“, entgegnete Gandalf mit einem schelmischen Grinsen, das zu seiner unangenehmen Situation nicht passen wollte.
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	„Beresin!“, rief Aragorn.
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	„Hier!“, kam es aus dem Nachbarkanal.
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	„Komm her und bleib bei Mithrandir! Bring‘ ihn und den Leibwächter nach oben ins Trockene!“, wies Aragorn ihn an. Er selbst und seine übrigen Leute machten sich wieder daran, Denethor und seine Männer aus den Kanälen zu treiben.
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	„Denkt dran! Es sind Gondorer! Tötet sie nicht!“, ermahnte der Feldherr die Männer der Turmwache.
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	Aragorn stieß bald auf Denethor selbst, der mit gezogenem Schwert durch die Kanäle pirschte.
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	„Wenn Ihr Streit sucht, sucht ihn mit mir, denn ich bin im Gegensatz zu Mithrandir bewaffnet!“, rief der Waldläufer. Denethor fuhr herum. Am Kanalzugang stand der Feldherr, dem er Verrat vorwarf. Mit einem wilden Kampfschrei warf Denethor sich Aragorn entgegen. Statthaltersohn und rechtmäßiger Thronerbe lieferten sich am Grund des Kanals ein heftiges Gefecht, bis Denethors Schwert mit scharfem Misston zersprang. Aragorn schlug ihm das Heft aus der Hand.
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	„Und jetzt kommt endlich zur Vernunft, Denethor! Bei Manwe und bei Ulmo, der Thron Gondors interessiert mich nicht! Ich will ihn nicht!“, keuchte Aragorn. „Und deshalb verzichte ich darauf, Euren Verrat an die große Glocke zu hängen. Geht heim nach Minas Tirith. Ihr werdet Euren Vater beerben und Euer Sohn Euch!“
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	Denethor hustete vor Erschöpfung.
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	„Ihr … Ihr verzichtet?“
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	„Noch mal, langsam, zum Mitschreiben: Ich – will – den – Thron – nicht!“
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	„Ich sag‘ Euch was: Minas Tirith ist für uns beide zu klein, Thorongil! Oder sollte ich Euch besser Aragorn nennen, Arathorns Sohn?“
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	Wenn Denethor geglaubt hatte, sein Gegenüber mit diesem Namen zu erschrecken, sah er sich getäuscht.
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	„Es ist mir egal, wie Ihr mich nennt, aber nehmt endlich zur Kenntnis, dass ich nicht König sein will!“, fuhr Aragorn ihn an, packte ihn hart am Kragen und beförderte ihn unsanft aus dem Kanal ans Tageslicht.
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	„Sollte ich meinen Vater beerben, wird für Euch kein Platz in Gondor sein!“, drohte Denethor unbeeindruckt.
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	„Reizt mich jetzt besser nicht weiter, sonst vergesse ich meinen Vorsatz, Euch vor Eurem Vater keine Vorwürfe zu machen, dem ich viele Jahre treu gedient habe“, knurrte Aragorn und winkte seinen Leuten, die den verdutzten Denethor auf sein Pferd setzten. Er fasste seinen Entschluss: Es wurde Zeit, sich wieder anderen Regionen in Mittelerde zu widmen. Vielleicht war er schon viel zu lange in Gondor geblieben …
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	Zornig schweigend ritt Aragorn mit seinen Leuten, Gandalf und den Statthaltergarden zurück nach Minas Tirith. Noch am Abend suchte er den Statthalter auf.
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	„Herr, es wäre mir lieb, wenn Gandalf und mir bei der Ermittlung der Schuldigen für die Brunnenvergiftung keine Steine in den Weg gelegt würden“, sagte er. Ecthelion sah den Feldherrn eine Weile an.
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	„Mein Sohn hat bereits eingestanden, was er falsch gemacht hat. Ich hoffe, Ihr könnt ihm vergeben“, erwiderte der Statthalter.
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	„Wenn er uns jetzt in Ruhe nachforschen lässt, sei ihm verziehen.“
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	„Dann geht und sucht die Verursacher. Denethor wird sich nicht mehr einmischen“, versprach der Statthalter. Aragorn verbeugte sich und kehrte zu Gandalf zurück.
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	„Du wirkst verändert, Aragorn“, stellte der Zauberer fest. Der Dúnadan nickte.
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	„Ich werde gehen, Gandalf. Ich werde Gondor verlassen“, sagte er. „Sobald die Verursacher dieser Vergiftungsgeschichte gefunden sind, kehre ich in den Norden zurück. Ich war wohl schon zu lange hier.“
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	Es klang resigniert – und das passte nicht zu Aragorns Kämpferherz, fand Gandalf.
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	„Du bist müde. Ruh‘ dich aus, dann siehst du es anders.“
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	„Ich werde mich ausruhen, wenn die Schuldigen gefunden sind. Was hast du in Osgiliath herausbekommen?“
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	Gandalf seufzte. Wenn Aragorn eine Spur aufgenommen hatte, wich er davon nicht ab, gleich, wie wenig er geschlafen und gegessen hatte.
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	„Also, die Spinnenkresse wurde mit Absicht in die Brunnen gebracht. Leider wurde ich in Osgiliath gestört, bevor ich Spuren der Verschwörer finden konnte.“
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	„Aber du meinst, dort könnten Hinweise sein?“
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	„Vielleicht …“
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	Aragorn nickte.
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	„Wir reiten morgen noch mal nach Osgiliath. Denethor wird uns nicht mehr in die Quere kommen.“
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	Am Tag darauf ritten Gandalf und Aragorn wieder in die zerstörte frühere Hauptstadt Gondors und suchten erneut in den Kanälen nach Hinweisen auf die Täter. Gegen Abend fand Aragorn im Wasser ein Medaillon und fischte es heraus.
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	„Sieht aus, als wäre es aus Umbar“, sagte er und drehte das Medaillon in der Hand. Gandalf sah genauer hin.
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	„Ja, das sieht nach einem umbarischen Schiff aus“, bestätigte er.
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	„Umbar ist mit Gondor verfeindet. Würde mich nicht wundern, wenn die ihre Finger im Spiel gehabt hätten. In Osgiliath sind sie jedenfalls nicht heimisch“, sagte Aragorn. Er hatte einen Anhaltspunkt und begann, nach Spuren zu suchen.
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	Er hatte sie schneller gefunden, als er je zu hoffen gewagt hätte – aber die Spurenstraße, die aus den Emyn Arnen nach Osgiliath oder dort hinaus führte, konnte auch nur ein Blinder übersehen.
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	„Ich gehe hinauf in die Emyn Arnen und sehe mich dort mal um“, sagte der Waldläufer. Gandalf sah ihn skeptisch an.
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	„Allein?“ fragte er.
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	„Gandalf“, sagte Aragorn langsam, „seit vielen Jahren lebe ich allein in der Wildnis, wenn ich nicht gerade wie jetzt Gondor oder Rohan diene. Außerdem kenne ich die Emyn Arnen gut. Ich komme gut allein zurecht.“
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	Gandalf zuckte mit den Schultern und ließ Aragorn gehen.
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	Der Dúnadan verstand es, nicht gesehen zu werden, wenn er das nicht wollte. Lautlos schlich er durch die grünen Hügel der Emyn Arnen südlich von Osgiliath. Es war bereits dunkel, als er durch dichtes Kieferngebüsch einen Lichtschein sah. Vorsichtig näherte er sich dem Licht. Es war ein Lagerfeuer, an dem wohl zehn Männer saßen, die äußerlich nach Südländern aussahen. Ihr Dialekt verriet sie als Umbarer.
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	„Die haben es doch fertiggekriegt, die Brunnen nach außen ablaufen zu lassen!“, knurrte einer. „Der ganze Plan ist hin! Warum hast du nicht den Brunnen in der Veste lahm gelegt?“, schnauzte ein vierschrötiger Kerl einen deutlich kleineren an.
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	„Verrat' mir mal, wie unsereins in die Veste kommen soll? Die Turmwächter riechen uns Umbarer doch schon zehn Meilen gegen den Wind!“, entgegnete der Kleinere. „Ich hab‘ sogar gehört, die in Minas Tirith hätten ein Gegenmittel gegen die Spinnenkresse gefunden.“
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	„Das ist mir schnurz! Du gehst morgen wieder in die Stadt und … he, was war das denn?“
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	Aragorn schalt sich einen Tölpel, ausgerechnet auf einen trockenen Ast gefasst zu haben. Der Ast brach mit viel zu lautem Geräusch. So laut, dass es bis zum Feuer hin zu hören war.
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	„Los, Leute, ausschwärmen! Wir können uns nicht leisten, entdeckt zu werden!“, befahl der Anführer der Umbarer. Die Männer sprangen vom Feuer auf, zogen ihre Schwerter und pirschten zum Waldrand hin. Aragorn setzte alles auf eine Karte, pflückte ein paar frische Kiefernzapfen, die in seiner Nähe hingen, drehte sie mit trockenem Gras zu einer festen Kugel, die er mit Kiefernharz beschmierte und warf die Kugel im hohen Bogen in das Lagerfeuer. Eine kleine Explosion der leicht entzündlichen Stoffe erschreckte die Umbarer, so dass sie zunächst völlig verwirrt waren. Aragorn nutzte die Verwirrung und stürmte mit lautem Geschrei in das Lager, erschlug fast nebenbei zwei der zu Tode erschrockenen Umbarer, griff sich einen dritten – es war der Kleine, der in Minas Tirith gewesen war – und verschwand mit ihm auf der anderen Seiten des Lagers, ehe die Männer recht begriffen, was gerade geschehen war.
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	„Was war das?“, fragte einer völlig verstört.
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	„Das … das muss ein Geist gewesen sein!“, schrie ein anderer.
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	„Nein, Nazgûl! Weg hier! Los, verschwindet, bevor die wiederkommen!“, brüllte ein Dritter. Im Gebüsch ganz in der Nähe lag Aragorn regungslos mit dem Gefangenen, den er gemacht hatte. Der Mann war vor Schreck in Ohnmacht gefallen. Die verschreckten Umbarer stürmten an ihnen vorbei und rannten, als ob alle neun Nazgûl hinter ihnen her waren. Erst nach geraumer Zeit wagte der Waldläufer wieder, sich zu bewegen. Die Umbarer waren fort, aber er hatte seinen Gefangenen. Sorgsam verschnürte er den Umbarer, lud ihn sich auf die Schulter und schleppte ihn nach Osgiliath hinunter. Im Morgengrauen erreichte er die zerstörte Stadt, in der Gandalf auf ihn wartete.
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	Als der Gefangene wieder zu sich kam, fand er sich verschnürt wie einen Rollbraten quer auf einem Pferd liegend wieder. Er begann zu zappeln, um die Fesseln wieder loszuwerden, doch alles, was er erreichte, war ein kräftiger Hieb mit dem dicken Wurzelende eines Zauberstabs. Wieder versank der Gefangene in Träumen, aus denen er erst im Kerker von Minas Tirith wieder erwachte. Der alte Mann in den grauen Gewändern, der ihm gegenüberstand, empfahl ihm, lieber freimütig einzuräumen, was er getan hatte, um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen. Der Gefangene ließ sich überzeugen und gestand beim Gericht des Statthalters ohne Umschweife, dass er den giftigen Blütenstaub in die Brunnen eingebracht hatte und auch vorgehabt hatte, noch weitere Brunnen zu vergiften. Die Folge war ein Todesurteil. Drei Tage darauf wurde er im Morgengrauen am Galgen außerhalb von Minas Tirith gehängt.
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	Noch am selben Tag sprach Aragorn beim Statthalter vor.
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	„Herr Ecthelion, Ihr habt gesehen, dass Umbar in der Lage ist, uns selbst hier in Minas Tirith anzugreifen – mit List und Tücke. Bitte, gebt mir die Erlaubnis, dieses Piratennest auszuräuchern.“
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	Ecthelion drehte den Stab des Statthalters in den Händen.
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	„Was wollt Ihr tun, Thorongil?“
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	„Sie mit ihren ureigenen Waffen schlagen – zur See. Damit rechnen sie am wenigsten. Ich will nach Pelargir gehen, eine kleine Flotte rüsten und dann den Anduin hinuntersegeln, durch die Bucht von Belfalas und ihnen den Hafen zerstören. Das wird sie – so hoffe ich – von weiteren Dummheiten uns gegenüber abhalten“, erläuterte er seinen Plan kurz.
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	„Wenn Euch das gelingt, wird man Euch mit den alten Königen in einem Atemzug nennen, Thorongil“, sagte der Statthalter.
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	„Ich lege keinen Wert darauf, und das wisst Ihr“, wehrte Aragorn ab.
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	„Tut, was Ihr für richtig haltet“, erwiderte Ecthelion. „Gondors Sicherheit ist Euer Ressort.“
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	Nun, der Ausgang ist wohl bekannt: Aragorn rüstete eine kleine Flotte in Pelargir, fuhr den Anduin hinunter und griff Umbar so überraschend an, dass die Korsaren von Umbar eine schlimme Niederlage einstecken mussten – eine so schlimme Niederlage, dass sie Gondor danach nicht mehr angriffen und auch keine versteckten Aktionen mehr gegen Gondor wagten. Bekannt ist wohl auch, dass Aragorn trotz der Bitten seiner Leute von diesem Angriff auf Umbar nicht mehr nach Minas Tirith zurückkehrte, sondern von Pelargir aus auf dem linken Ufer des Anduin wieder nach Norden wanderte, nach Lórien kam, wo er Arwen nach langer Trennung wieder sah – aber das ist eine andere Geschichte, und die soll auch anderswo erzählt werden …
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	Ende
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	[1] Sindarin: Sei gegrüßt, Freund.
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	[2] Sindarin: Bleib ruhig! Setz' dich!“
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	[3] Quenya: der/die Schöne; Diener der Valar, die bei der Entfaltung Ardas (der Erde) helfen sollten. Auch Gandalf ist als Istar (= Wissender, auch Zauberer) ein Maia!
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	[4] Sindarin: Es ist nichts zu verzeihen, Herr Ecthelion, Turgons Sohn.
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]]></description><guid isPermaLink="false">14193</guid><pubDate>Thu, 12 Feb 2026 22:36:28 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiction: Gulda, der Troll</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14177-fanfiction-gulda-der-troll/</link><description><![CDATA[<p>
	Ich liefere euch hier eine Geschichte, die mehrere Zeitebenen enthält. Geschrieben ist sie aus der Sicht des von mir erfundenen Schreibers Maggaraf, einem Hobbit aus dem Auenland, der ab dem Jahr 80 V. Z. Hofschreiber von König Elessar in Minas Titirth ist.
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	In dieser Geschichte erzählt er von seiner Bekanntschaft mit Gulda, einem Troll, der zu Maggarafs Verblüffung ein guter Freund Elessars ist. ich wünsche viel Freude beim Lesen.
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	<strong><span style="font-size:26px;"><span class="tengwarFont">                                                                                                                                                 Gulda, der Troll</span></span></strong>
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	König Elessars vornehmste Aufgabe seit seiner Krönung ist die friedliche Wiedervereinigung der Völker Mittelerdes – natürlich außer dem Umstand, den Frieden wiederherzustellen, den Sauron einst brach und hintertrieb. Dass mein geliebter König es mit der Aussöhnung und Vereinigung wirklich ernst meint, drückt sich nicht nur darin aus, dass eine seiner Töchter einen Prinzen aus Harad geheiratet hat (freiwillig, wohlgemerkt – und glücklich sind sie auch! Und mein König liebt es, mit seinen Enkeln zu spielen; meine Königin übrigens auch!). Zuweilen klopfen auch Gestalten an das Stadttor von Minas Tirith, vor denen vor noch nicht all zu langer Zeit jeder Hobbit, Mensch oder Elb augenblicklich Reißaus genommen hätte.
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	Einer von letzterer Sorte ist Gulda. Gulda ist ein Troll. Ja, du hast richtig gelesen: Ein Troll! Zu Zeiten des Zweiten und Dritten Zeitalters gehörten die Trolle zu Saurons Unwesen. Inzwischen bin ich etwas klüger, was jedenfalls diesen Troll betrifft. Ich bin ein Hobbit – drei mal drei Fuß hoch und breit. Ein Troll ist ungefähr vierzehn Fuß lang! Mehr als doppelt so lang wie mein ohnehin schon hochgewachsener König oder Prinz Legolas. Nun stellt euch vor, ein Hobbit wie ich steht einem Troll gegenüber! Die berühmten Hobbits der Ringgemeinschaft oder Bilbo Beutlin haben fürchterliche Geschichten von Trollen erzählt. Ich verweise insoweit auf das Rote Buch der Westmark und Bilbo Beutlins Erzählung „Hin und wieder zurück“, um Wiederholungen zu sparen.
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	Als ich Gulda zum ersten Mal sah, war ich gerade zwei Jahre Schreiber in König Elessars Diensten – und wäre vor Schreck bald in Ohnmacht gefallen. Doch ich wurde ganz schnell eines Besseren belehrt und das war so:
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	                                                                                                                                                                                         ***
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	Bekanntermaßen schufen die Zwerge, die unter Führung Gimli Glóinssohns seit dem Ringkrieg in Aglarond wohnen, den Glitzernden Grotten hinter Helms Klamm, aus Mithril das neue Stadttor von Minas Tirith. Das alte Tor hatte ja der Hexenkönig während der Belagerung von Minas Tirith zerstört. Dieses Tor wird in stählernen Angeln gehalten, die wie das Tor neu geschaffen wurden. Doch die Mauern, in denen die Angeln verankert sind, die sind alt, sehr alt, denn die Mauern waren bei der Zerstörung des Tors nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, jedenfalls nicht äußerlich erkennbar. So wurde seinerzeit nur das Tor selbst ersetzt. Das war damals gut achtzig Jahre her, weil es gleich nach dem Ende des Ringkriegs erneuert wurde.
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	Nun, Frost und Hitze von über achtzig Jahren hatten der damals nicht sichtbar angeschlagenen Mauer nun doch den Rest gegeben. Und was soll ich Euch sagen? Eines schönen Tages im Jahr 82 V.Z. gab es des Mittags einen fürchterlichen Krach und der nördliche Torflügel des Haupttores von Minas Tirith hatte Schlagseite! Das heißt – nicht nur Schlagseite; die oberen beiden Angeln waren buchstäblich ohne Feindeinwirkung aus dem Mauerwerk gebrochen, die beiden unteren Angeln waren völlig verdreht. Zum Glück hatte es keine Toten oder Verletzten gegeben, aber die Situation als solche war übel genug. (Dass das Tor überhaupt aus der Mauer fallen konnte, war zudem eine Folge des Friedens unter König Elessar. Seit er nämlich König ist, bleibt das Stadttor von Minas Tirith von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sperrangelweit offen und wird nur während der Dunkelheit überhaupt geschlossen.) Nun aber ließ sich der nördliche Torflügel gar nicht mehr bewegen und bedurfte ebenso dringend der Reparatur wie die geborstene Mauer selbst.
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	Schon die Wiederherstellung der Mauer war angesichts der Größe der verwendeten Steine für die Menschen hier kein leichtes Unterfangen. Beim Tor war es schier unmöglich, es nur in eine vertretbare Position zu bringen. Mithril ist ein unglaublich hartes und widerstandsfähiges Material, wenngleich es doch viel leichter ist als Eisen oder Stahl. Doch ein Stadttor von gut zwanzig Fuß Höhe stellt doch vor arge Probleme, wenn man es aufrichten muss. Aglarond ist weit und in Minas Tirith gab es keine geeigneten Geräte, um das Stadttor wieder zu richten.
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	König Elessar sandte Boten zu Gimli Glóinssohn, kaum dass er von dem Schaden erfahren hatte und bat um umgehende Instandsetzung durch erfahrene Zwerge. Aber es war klar, dass die Zwerge frühestens zwei Wochen später zur Stelle sein konnten. So lange konnte das Tor aber nicht schräg in den Angeln hängen bleiben. Also ließ der König das offen stehende Tor trotz der friedlichen Zeiten gut bewachen und forderte mich am nächsten Morgen auf, mein Pony zu satteln und mit ihm zum Klempner zu reiten, wie er sagte. Ich war gespannt, wer außer den Zwergen von Aglarond ein zwanzig Fuß hohes und zehn Fuß breites Stadttor wieder aufrichten konnte.
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	Wir ritten also bei Sonnenaufgang des folgenden Tages zu zweit (nein, er hat wirklich keine Leibgarde mitgenommen!) nach Osten in Richtung Schattengebirge, überquerten den Anduin in Osgiliath und erreichten gegen Mittag Minas Morgul – oder das, was davon noch übrig war. Nach dem Ringkrieg hatte Elessar ja die vollständige Zerstörung des einst vom Hexenkönig und seinen Nazgûl beherrschten Ortes angeordnet. Die unheimliche Ruinenstadt trieb mir einen frösteligen Schauer nach dem anderen über den Rücken, aber meinen König schien das alles unberührt zu lassen. Als wir mitten in der Stadt standen, rief Elessar:
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	„Gulda! Wo steckst du?“
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	Ich hörte ein Trampeln, als ob die Erde bebte – und dann tauchte dieser Troll auf!
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	„Aah! Ein Troll! Rettet Euch!“, schrie ich auf.
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	„Unnötig“, grinste Elessar. „ Wegen Gulda sind wir ja hier. Hallo, Gulda!“
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	„Oh, du bist es, Aragorn! Wo brennt’s denn?“, fragte Gulda. Es klang etwas kehlig, aber doch klar verständlich. Dann fiel sein Blick auf mich, und ich wäre am liebsten im Erdboden verschwunden.
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	„Hoppla, was bist du denn für einer?“, fragte der Troll und beugte sich zu mir herunter.
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	„Das ist mein Schreiber, Gulda. Er heißt Maggaraf und ist ein Hobbit. Maggaraf, das ist Gulda. Er ist ein Höhlentroll.“
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	„Guten Tag, Herr Troll“, piepste ich. Gulda lachte dröhnend.
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	„Hallo, Herr Hobbit! Sag’ einfach Gulda zu mir“, kicherte er und wandte sich dann wieder an Elessar:
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	„Was kann ich für dich tun, Aragorn?“
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	„Das Stadttor von Minas Tirith hängt schief. Könntest du es notdürftig richten, bis die Zwerge es richtig reparieren?“
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	„Klar. Komme gleich.“
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	Der Troll drehte sich um, verschwand kurz und kam dann mit einem großen Fellüberwurf bekleidet wieder zurück.
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	„Ich geh’ nicht gern unordentlich angezogen in die Stadt“, sagte Gulda zu mir gewandt. Ich nickte nur.
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	„Und? Wie kommst du voran, Gulda?“, fragte der König. Es klang sehr interessiert.
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	„Den Turm hab’ ich fast fertig. Du wirst sehen: Bald steht hier kein Stein mehr auf dem anderen“, erwiderte Gulda mit einem kehligen Kichern.
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	„Äh, Herr, was macht Gulda denn in Minas Morgul?“ erkundigte ich mich. Elessar lächelte freundlich.
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	„Gulda reißt Minas Morgul ab. Diese Mauern sind in gut tausend Jahren so mit Saurons Schwärze durchsetzt, dass Menschen hier nicht mehr leben können. Deshalb wird es abgetragen. Lange Zeit haben unsere Arbeiter das versucht, aber die meisten sind davon nur krank geworden. Selbst Elben haben mit dem Schwarzen Anhauch zu kämpfen, der hier immer noch die Welt verpestet. Da habe ich Gulda um Hilfe gebeten“, erklärte mein König. Gulda grinste breit, wie es nur ein Troll kann.
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	„Ist mir ein Vergnügen, Aragorn. Genauso gern habe ich das Morannon, das Schwarze Tor auseinander genommen“, sagte er.
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	„Und warum macht dir das Freude, Gulda?“ fragte ich.
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	Der riesige Kopf des Trolls wandte sich mir zu. Er hatte im Verhältnis zur Größe des Kopfes sehr kleine Augen, was ihn nicht gerade zu einer Schönheit machte. Die schuppige, grüne Haut erinnerte mich eher an die Drachen aus den Märchen meiner Kindheit im Auenland als an ein zweibeiniges Wesen.
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<p>
	„Ist meine Art, Saurons Schwärze loszuwerden. Lange hat er mich geknechtet. Die meisten von meinem Volk sind leider so stumpfsinnig, dass sie nicht einmal gemerkt haben, wie der alte Maia uns beschis… äh, entschuldige, betrogen hat. Wenn Aragorn nicht gewesen wäre, wär’s mit mir aber auch nicht weit her“, erwiderte Gulda.
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	„Oh, was habt Ihr gemacht, Herr?“, fragte ich. Elessar schüttelte unwillig den Kopf und trieb sein Pferd an.
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	„Lass’ dir das am besten von Gulda erzählen, Maggaraf“, wehrte er ab. Gulda lachte schallend.
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	„Echt Aragorn! Frag’ ihn nie, was er leistet, Maggaraf! Er tut immer so, als wäre er ein wandelnder Fehler, aber denk’ dir nichts dabei“, kicherte der Troll.
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	„Du redest von meinem König!“, erlaubte ich mir eine Zurechtweisung. Gulda lachte noch lauter, so dass ich schon Befürchtungen hatte, es würde sich gleiche eine Steinlawine aus den Bergen lösen.
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	„Hahaha! Unser König, lieber Maggaraf! Ich habe ihm Treue geschworen – nur schon viel früher als alle anderen.“
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	„So?“, hakte ich, nun mutig geworden, nach. Gulda sah mich an, kniff ein Auge zu und hielt mein Pony am Schweif fest.
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	„He? Was soll das?“, gurgelte ich, meinen Übermut prompt bereuend.
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	„Was hältst du davon, wenn ich dich und deinen vierbeinigen Untersatz trage? Herr Aragorn hat’s eilig, wie ich sehe.“
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	Ehe ich dazu etwas sagen konnte, hatte Gulda mich in seinen Nacken befördert und mein Pony unter den Arm geklemmt. Mit langen Sätzen rannte er hinter Elessar her, der seinen rohirrischen Hengst – ein Nachkomme seines großartigen Brego übrigens – laufen ließ.
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	„Stehst du in Diensten des Königs, Gulda?“, fragte ich und hatte Glück, mir dabei nicht die Zunge abzubeißen, so wie der Troll rannte und eben in diesem Moment über den Pelennor-Graben sprang.
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	„Nicht direkt, nicht so wie du, mein Freund. Aber wenn Aragorn mich um Hilfe bittet, sage ich nicht nein.“
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	„Bist du sein Freund?“  
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	„Ja, das bin ich – oh je, das hängt ja wirklich völlig schief!“, entfuhr es dem Troll, als er das Stadttor erblickte. „Entschuldige, ich muss dich jetzt absetzen, Herr Hobbit“, sagte er dann, setzte mein Pony ab, das sich einmal kräftig schüttelte und setzte mich dann einfach in den Sattel, so wie die Kinder es mit ihren Puppen tun. Mit meinen drei Fuß Größe war ich für den Troll auch kaum mehr als eine Puppe. Gulda stapfte auf das Tor zu.
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	Ich habe Bilder gesehen, die die Belagerung von Minas Tirith im Jahr 3019 D.Z. darstellen. Auf einem dieser Bilder ist ein Troll zu sehen – ähnlich wie Gulda – der eine der grausigen Belagerungsmaschinen gegen das Tor donnert. Und jetzt sah ich, wie dieser Troll, ein Freund meines Königs, den schiefen Torflügel hochhob, als wäre er nicht schwerer als einer der Folianten in unserer Bibliothek. Gulda winkte einem menschlichen Arbeiter und wies ihn an, das unterste Scharnier mit starken Stricken festzubinden. Das oberste Scharnier drehte er wieder halbwegs in die richtige Lage und ließ auch das festbinden, nachdem er mit einer Hand die losen Steine wieder in die richtige Position geschoben hatte – Steine, wohlgemerkt, die zehn Menschen nicht bewegen konnten! Dann schob er den Torflügel in die geschlossene Stellung und ließ ihn von beiden Seiten fest verkeilen. Nun konnte dieser Torflügel zwar nicht mehr geöffnet werden, aber das Tor war wieder zu benutzen und konnte auch wieder verschlossen werden.
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	„Gib mir Bescheid, wenn die Zwerge zum Reparieren kommen, damit ich ihnen das Tor halte“, sagte Gulda dann mit einem zufriedenen Grunzen zu Elessar.
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	„Danke für deine Hilfe, Gulda. Bleibst du noch zum Abendessen?“
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	Gulda lachte dröhnend.
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	„Wenn du zum Essen draußen bleiben willst, gern. In deine königliche Halle passe ich nun mal nicht hinein!“
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	Elessar lächelte, dass sein kurzgeschorener Bart sich sträubte.
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	„Kein Problem. Ich habe schon lange nicht mehr gepicknickt“, lachte er.
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	Bald darauf waren Königin Arwen und die Kinder ebenfalls draußen auf dem Pelennor und speisten gemeinsam mit dem Troll Gulda unter freiem Himmel. Gilwen, Elessars jüngste Tochter, mag Gulda besonders gern. Sie war damals noch ein kleines Mädchen und war von „Onkel“ Gulda einfach nicht wegzubringen. Sie sitzt heute noch am liebsten in Guldas Nacken – und Gulda mag das ebenfalls, wie ich seit jenem Tag weiß. Als Gulda sich dann am Abend buchstäblich „trollte“, hatten Elessar und Arwen große Mühe, die Tränen ihrer kleinen Tochter zu trocknen. Weil Gilwen den Troll so belagerte, hatte ich leider keine Gelegenheit, mir von ihm erzählen zu lassen, woher er Elessar kannte und weshalb sie so gute Freunde waren.
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	Diese Gelegenheit ergab sich zwei Wochen später, als Elessar mich bat, Gulda über die bevorstehende Ankunft der Zwerge in Kenntnis zu setzen. Ich traf ihn schon in Osgiliath, denn Gulda hatte ein gutes Gedächtnis und hatte den voraussichtlichen Reparaturtermin nicht vergessen.
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	„Hallo, Herr Gulda!“, rief ich schon von weitem, damit er mich nicht versehentlich platt trat.
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	„Ah, Herr Maggaraf!“ erwiderte der Troll und machte eine artige Verbeugung. „<em>Mae govannen, Maggaraf o Periannath</em>![1]“ grüßte er dann in vollendetem Sindarin.
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	„<em>Mae govannen, Gulda o Torogrim</em>![2]” erwiderte ich und machte zu Pony meinen Kratzfuß. Gulda lachte schallend.
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	„Ihr Halblinge seid schon ein nettes Völkchen“, kicherte er.
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	„Kennst du das Auenland?“, fragte ich.
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	„Wie sollte ich? Aragorn hat bestimmt, dass außer euch niemand das Auenland betreten darf – es sei denn, ihr selbst lasst den Fremden als Besucher ein. Als Aragorn noch als Waldläufer das Auenland bewachte, traute sich von uns Trollen keiner in die Nähe von Bree, schon gar nicht darüber hinaus.“
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	Ich stutzte. Mein König hatte mir durchaus von Ärger mit Trollen im Alten Wald erzählt.
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	„So?“, fragte ich.
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	„Nun, das hatte auch praktische Gründe. Sieh mal, wir Höhlentrolle lebten damals hauptsächlich im Nebelgebirge. Vom Nebelgebirge bis nach Bree ist es weit – mehrere Tagesreisen. Wir vertrugen ja keine Sonne. In einer Nacht hätten wir es gar nicht bis dorthin geschafft“, erklärte der Troll. Mir wurde plötzlich klar, dass es heller Vormittag war – und dass Licht diesem Troll offensichtlich nichts anhaben konnte.
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	„Äh, Gulda, warum kannst du dich denn bei Tageslicht bewegen, wenn ihr Trolle kein Licht vertragt?“
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	Gulda sah mich einen Moment lang an.
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	„Sieh mal, genau das ist der Grund, weshalb ich Aragorns Freund bin. Er hat mich nämlich von diesem Fluch befreit.“   
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	„Und wie kam es dazu?“, fragte ich in meiner hobbitischen Neugier.
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	„Also, das war so …“
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	                                                                                                                                                                                               ***
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	Es war ein Herbstmorgen im Jahr 3001 D.Z. gewesen. Das Wetter im Nebelgebirge machte dem Namen seiner Berge alle Ehre und halbdunkel war es auch. Gulda suchte vor einem Platzregen und dem stärker werdenden Licht Schutz. Er kam in eine Höhle, die er nur ungern betrat. Vor dieser Höhle nämlich erinnerten ihn drei versteinerte Trolle (jene drei, die Bilbo Beutlin und die Zwerge hatten verspeisen wollen) an den Fluch der Dunkelheit. Ein Höhlentroll, der mit natürlichem Sonnenlicht in Berührung kam, versteinerte unweigerlich. Doch an diesem Herbstmorgen musste er schnell unterschlüpfen, um von den Regenmassen nicht weggespült zu werden. Umso erschrockener war der Troll, dass die Höhle bereits besetzt war – auch noch durch einen Menschen! Gulda hatte vor Menschen Angst, weil die ohne lange zu fragen sofort mit Schwertern oder gar Bogen auf ihn losgingen. Mensch und Troll sahen sich verstört an, der Mensch zog schon sein Schwert – und dann kam das Erdbeben, ein unverkennbarer Vorbote der wachsenden Finsternis aus dem Osten. Ein Erdstoß erschütterte die Höhle und brachte Teile der Decke zum Einsturz. Große Felsbrocken stürzten herab und begruben den Menschen unter sich. Der Mensch hatte zwar nur Schrammen abbekommen, aber die Felsbrocken klemmten ihn ein, so dass er sich kaum noch bewegen konnte. Gulda hockte sich vor den Steintrümmern hin und begutachtete den Menschen, der verzweifelt mit den für ihn viel zu schweren Trümmerbrocken rang. Noch ein Nachbeben – und ein weiterer Trümmerbrocken fiel aus der Höhlendecke. Er hätte den Menschen erschlagen, hätte der Troll ihn nicht vorher gefangen.
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	„Keine Chance“, murmelte der Mensch schließlich resigniert. „Die sind einfach zu schwer.“
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	„Und wenn du mich um Hilfe bittest?“, bot der Troll an. Der Mensch glaubte, nicht richtig gehört zu haben.
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	„Wie?“, fragt er.
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	„Bitte heißt das“, korrigierte der Troll kühl. „Du bittest nicht gern um Hilfe, was?“
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	„Es wäre nett von dir, wenn du mir helfen würdest“, erwiderte der Mensch.
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	„Klingt schon besser“, sagte Gulda und nahm die Steine weg, die den Menschen am Boden festnagelten.
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	„Ich danke dir, Troll“, sagte der Mensch und es klang ehrlich. „Hast du auch einen Namen?“, erkundigte er sich dann.
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	„Ich bin Gulda. Ich bin ein Höhlentroll. Und wer und was bist du?“
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	„Ich bin Aragorn und ich bin ein Mensch“, stellte der andere sich vor.
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	„Aha. Und was suchst du in meiner Höhle?“, fragte Gulda weiter.
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	„Ich habe hier geschlafen“, antwortete Aragorn.
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	„Sieh an! In meiner Höhle?“, bemerkte der Troll.
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	„Dein Name stand nicht an der Tür“, entgegnete Aragorn. „Schon oft habe ich hier genächtigt, aber dich habe ich hier noch nie gesehen.“
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	„Dann meinst du, es sei deine Höhle?“
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	„Sie gehört mir nicht. Ich habe kein Zuhause. Ich lebe im Wald“, versetzte der Mensch.
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	„Dann bist du einer der Waldläufer“, stellte Gulda fest. Aragorn nickte.
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	„Ihr Waldläufer seid mir ein bisschen schnell mit dem Schwert! Deinen Brüdern bin ich heute Nacht nur knapp entwischt. Sag’ mir einen Grund, warum ich dich nicht verspeisen sollte!“, grollte Gulda.
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	„Dann hättest du mich besser unter dem Steinhaufen gelassen!“, erwiderte Aragorn und griff nach seinem Schwert. Gulda hob abwehrend die Hand und schüttelte den Kopf.
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	„Lass’ es, Dúnadan. Wenn du keinen Grund weißt, weshalb ich dich nicht fressen sollte, dann will ich ihn dir sagen: Ich mag zum Beispiel kein Menschenfleisch“, sagte er. „Ich habe dir geholfen, Mensch. Bist du bereit, auch mir zu helfen?“, fragte Gulda, der vor dem, der Mittelerde knechtete, noch mehr Angst hatte als vor dem Menschen, der ihm mit seinem Bidenhander durchaus gefährlich werden konnte.
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	Aragorn nahm die Hand wieder vom Schwert. In den Augen dieses Trolls fehlte etwas, was er sonst an den Trollen Mittelerdes kannte: Der unauslöschliche Hass auf Menschen, Elben, Zwerge und sonstige Vertreter der Freien Völker Mittelerdes.
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	„Du hast mir das Leben gerettet, Gulda. Dafür schulde ich dir Dank. Was möchtest du, das ich für dich tue?“, erwiderte Aragorn und riskierte es, sich auf einen Stein gegenüber dem Troll hinzusetzen.
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	„Hilf mir, dass ich von Sauron freikomme“, bat Gulda.
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	„Wenn du mir sagst, wie er dich fesselt, will ich sehen, ob ich diese Fessel lösen kann“, versprach Aragorn.
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	„Man sagt, es gäbe bei den Menschen große Heiler. Und einen soll es geben, der allein in seinen Händen Heilkraft hat. Kennst du ihn?“, fragte der Troll und setzte sich auf einen anderen Stein.
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	„Diese Heilkunst kann Krankheiten und Wunden heilen. Aber ich wüsste nicht, wie sie die Fessel eines Maia sprengen sollte“, wunderte sich Aragorn.  
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	„Wenn du jemanden kennst, der heilen kann, dann bring’ mich zu ihm oder bring’ ihn her. Gulda ist nicht undankbar.“
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<p>
	„Vielleicht kenne ich jemanden, der das kann. Aber sag’ mir, worin deine Krankheit besteht, wenn wir diese Fessel einmal so nennen wollen.“
</p>

<p>
	Gulda stütze den mächtigen Kopf in die Hände.
</p>

<p>
	„Ich bin an die Nacht gefesselt. Berührt mich die Sonne, werde ich zu Stein. Das war nicht immer so. Früher konnte ich auch die helle Sonne genießen – wie alle Trolle. Aber dann kam die Dunkelheit, als Morgoth uns betörte und uns seinem Diener Sauron als Unterdiener gab. Ich habe mich lange gewehrt, aber Sauron merkte, dass ich unwillig war. Ich habe sogar schon im Thangorodrim geschmachtet! Ach, das ist schon so lange her! Schon so lange bin ich ein Wesen der Nacht, aber ich mag die Dunkelheit nicht“, seufzte der Troll. Sein Blick fiel auf den Ring, den Aragorn am linken Zeigefinger trug.
</p>

<p>
	„Oh, ich habe nie erwartet, diesen Ring jemals wieder zu sehen“, sagte er verblüfft.
</p>

<p>
	„Du kennst ihn?“
</p>

<p>
	„Ja. Einst gehörte er Finrod Felagund, der mich die Sprachen der Menschen und der Elben lehrte. Finrod schenkte ihn Barahir, einem Menschen und Elbenfreund und von Barahir erbte ihn sein Sohn Beren, der Morgoth die Silmarilli nehmen wollte. Fast wär’s ihm gelungen. Bist du ein Nachfahre Barahirs?“
</p>

<p>
	Aragorn nickte.
</p>

<p>
	„Über viele Generationen der Menschen. Du musst sehr alt sein, wenn du Beren noch höchstpersönlich gekannt hast.“
</p>

<p>
	„Eigentlich kannte ich Finrod Felagund, der für Beren sein Leben gab. Ich konnte den Wolf leider nicht bändigen, der den armen Finrod verschlang“, erklärte Gulda.
</p>

<p>
	„Du sprichst also elbisch. Kannst du Sindarin?“
</p>

<p>
	„Finrod lehrte mich die hochelbische Sprache. Ihr nennt sie wohl Quenya. Aber bei den Sindar habe ich gelauscht und etwas von ihrer Sprache gelernt.“
</p>

<p>
	„Was heißt: <em>Tolo dan nan galad</em>?“, fragte Aragorn.
</p>

<p>
	„Komm zurück zum Licht“, antwortete Gulda. Aragorn lächelte.
</p>

<p>
	„<em>Dartho sí ned i gaew</em>, Gulda.[3] Ich bin gleich wieder zurück.“
</p>

<p>
	„Was hast du vor, Herr Mensch?“, fragte Gulda besorgt.
</p>

<p>
	„Ich möchte etwas von einer heilenden Pflanze holen, die hier in der Nähe wächst“, antwortete der Dúnadan.
</p>

<p>
	„Wie nennst du diese Pflanze?“
</p>

<p>
	„Athelas – auch Königskraut.“
</p>

<p>
	„Nie gehört. Wie sieht sie aus?“
</p>

<p>
	„Oh, sie blüht mit kleinen, weißen Blüten, die sechs Blütenblätter haben. Sie hat längliche, glatte Blätter, die sehr aromatisch riechen, wenn man sie reibt.“
</p>

<p>
	„Und wogegen hilft diese Pflanze?“
</p>

<p>
	„Gegen viele Krankheiten – auch gegen den Schwarzen Anhauch oder das Morgulfieber“, erwiderte der Waldläufer.
</p>

<p>
	„Und du holst nicht deine Dúnedain?“, fragte der Troll misstrauisch.
</p>

<p>
	„Gulda, du hast mir deine Geschichte erzählt. Ich glaube sie dir. Du kennst meinen Ring. Wenn du Finrod vertraut hast, wenn du Barahir und Beren vertraut hast, die meine Vorfahren waren, dann vertrau’ auch mir – so wie ich dir vertrauen will.“
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Es dauerte nicht lange, bis Aragorn mit einem Büschel Athelas-Blätter zurückkehrte. Er rieb einige Blätter und ließ den Troll sich hinlegen, rieb dessen Schläfen mit dem Athelas ein.
</p>

<p>
	„Gulda,<em> im Aragorn, Arathornion, hîl en Isildur. Telin le thaed. Lasto beth nîn: Tolo dan nan galad</em>![4]
</p>

<p>
	Gulda fühlte eine Frische wie nie zuvor in seinem langen Trollleben. Als Aragorn ihn berührte, hatte er das Gefühl, als ob ein dunkles Tuch von ihm genommen wurde. Er sehnte den Sonnenaufgang herbei. Schließlich ging die Sonne strahlend hell auf, nachdem der Wind die Regenwolken vertrieben hatte. Gulda riskierte es, vorsichtig den kleinen Finger in den Sonnenstrahl zu strecken, der in den Höhleneingang fiel. Der Finger blieb Fleisch und wurde nicht zu Stein. Noch zögernd wagte er sich immer weiter in das helle Licht des Morgens vor – und er wurde nicht zu Stein! Lauthals jubelnd tanzte der Troll vor der Höhle und einem ebenso freundlich wie bescheiden lächelnden Menschen.
</p>

<p>
	„Dúnadan, wie kann ich dir das je vergelten?“, fragte er, als er sich endlich beruhigt hatte.
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<p>
	„Für meinen Teil hast du das bereits getan. Ich hätte das Erdbeben heute Nacht ohne dein Eingreifen nicht überlebt“, wehrte Aragorn ab.
</p>

<p>
	„Aber das waren doch nur klitzekleine Steinchen, die ich weggeräumt habe!“, widersprach der Troll. „Du hast so viel mehr für mich getan.“
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<p>
	Doch Aragorn schüttelte den Kopf.
</p>

<p>
	„Lass’ es gut sein, Gulda.“
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<p>
	„Doch, du hast noch etwas gut bei mir“, beharrte der Troll.
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<p>
	„Nun, vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit“, lächelte der Dúnadan. Vorerst trennten sich ihre Wege wieder, aber Troll und Mensch hatten jeweils einen Freund gefunden.
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	                                                                                                                                                                                                 ***
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<p>
	Gulda kam mit mir nach Minas Tirith und stellte sich als Torhalter in den Dienst der Zwerge. Die geschickten Schmiedemeister von Aglarond hatten das beschädigte Tor auch in wenigen Stunden wieder hergerichtet. Gulda mauerte noch die Angeln wieder richtig ein, dann war seine Tätigkeit bei der Reparatur beendet. Doch ich konnte Gulda nicht gehen lassen, ohne ihm noch eine bohrende Frage zu stellen, die sich mir in den vergangenen Tagen häufiger gestellt hatte: Warum war er im Ringkrieg schlicht untergetaucht? Nie zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass ein Troll etwas anderes sein konnte, als ein Feind der Freien Völker Mittelerdes – jedenfalls für mich unerfahrenen Hobbit-Schreiber. Die Bauleute in Minas Tirith kannten den hilfsbereiten Troll offensichtlich schon länger, ebenso die königliche Familie.
</p>

<p>
	„Weshalb ich nicht bei den Ringgefährten war?“, fragte Gulda zurück. „Ganz einfach: Ich habe darüber keine Nachricht erhalten. Aragorn konnte nicht genau wissen, was Gandalf bezweckte, als der ihn bat, in Bree auf den Ringträger zu warten. Und als er die Hobbits …“
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<p>
	Gulda stockte und sah mich dann an.
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<p>
	„Hoppla, da hätte ich aber wissen müssen, was du für einer bist! Aragorn hat mir doch schon oft von euch kleinen Leuten erzählt.“
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<p>
	„Wir fallen halt nicht gern auf. Außerdem übersieht man uns leicht, was uns auch gar nicht so unrecht ist“, erwiderte ich. Gulda lachte wieder in seiner röhrenden Art.
</p>

<p>
	„Ja, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, dass Aragorn ja selbst nicht wusste, was da auf ihn zukam. Als ich Meister Elrond traf und ihn fragte, ob er wisse, wo Aragorn sei, den ich schon mehr als ein Jahr nicht mehr in Eriador gesehen hatte, erzählte er mir von der Ringfahrt und dass sie gut ausgegangen war. Hihihi, ich bin sogar zur Hochzeit zu spät gekommen. Aber das auch nur, weil ich schon lange unterwegs war, um Aragorn zu suchen und seine Einladung zu spät bekam. Als ich dann hörte, was alles auf der Ringfahrt passiert war, habe ich ihm gesagt, dass das mit mir im Verein bestimmt nicht geschehen wäre. Aragorn konnte mir nur Recht geben, aber das war’s halt schon geschehen.“
</p>

<p>
	„Oh, du kennst auch Meister Elrond“?
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<p>
	„Oh ja, Meister Elrond, seine Söhne Elladan und Elrohir und natürlich seine schöne Tochter, unsere Königin.“
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<p>
	„Und seit wann kennst du die?“, bohrte ich weiter.
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<p>
	„Einige Wochen, nachdem Aragorn mich vom Fluch der Nacht befreit hatte, sind sie mir begegnet …“
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	                                                                                                                                                                                                     ***
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<p>
	In Bruchtal wurden Vorbereitungen für ein großes Hochzeitsfest getroffen. Eboriel, ein Waldelb aus dem Düsterwald – korrekter: Eboriel der Jüngere, ein Sohn von jenem Eboriel, der zu Legolas’ Truppe gehörte, die des Statthalters neues Geschirr eskortierte und dabei im Kampf gegen Orks fiel (siehe „<a href="https://www.tolkienforum.de/topic/14175-fanfiction-gef%C3%A4hrliche-fahrt-nach-minas-tirith/#comment-375021" rel="">Gefährliche Fahrt nach Minas Tirith</a>“) – heiratete Gilsell, eine Elbin aus Elronds Haus. Elrond hatte zur Feier auch Elben aus dem Düsterwald und aus Lórien eingeladen, wo beide Hochzeiter Verwandte hatten. Elrond wusste, dass die Elben aus Lothlórien über den Caradhras-Pass kommen würden und hatte seine Söhne in Kenntnis der steten Gefahr dort mit dem Schutz des Passes beauftragt. Auch nach Aragorn hatte er geschickt, denn der Dúnadan kannte Eboriel und Gilsell gut und war mit beiden befreundet. Der Waldläufer hatte Elronds Nachricht in der Gegend von Annúminas erhalten und sich auch gleich auf den weiten Weg gemacht. Leider hatte Elronds Bote Aragorn erst spät gefunden, weshalb er die Einladung fast zu spät erhielt. Obendrein war Aragorn zu jener Zeit nicht beritten, weil ihm sein Pferd bei einem Kampf mit Orks erschlagen worden war und er noch keine Gelegenheit gehabt hatte, sich in Rohan ein neues Pferd zu suchen. Bei der Wetterspitze hatte er dann Gulda getroffen.
</p>

<p>
	„Du hast es eilig, mein Freund“, bemerkte der Troll.
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<p>
	„Ja, ich bin zu einem Fest eingeladen und etwas spät dran“, erwiderte der abgehetzt wirkende Waldläufer.
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<p>
	„Wohin willst du?“
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<p>
	„Nach Bruchtal.“
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<p>
	„Soll ich dich mitnehmen? Ich bin auf dem Weg in die nette, kleine Höhle unterhalb von Bruchtal.“
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<p>
	Aragorn hatte nichts dagegen, weil er es ohne Pferd bis zum eigentlichen Termin nicht mehr schaffen konnte. Gulda beförderte ihn in seinen Nacken und rannte los, als wäre Sauron persönlich hinter ihm her. Am Bruinen, der Lautwasser, deren andere Seite schon zu Bruchtal gehörte, stoppte Gulda so unvermittelt, dass Aragorn ins Rutschen geriet und Gulda ihn nur knapp festhalten konnte.
</p>

<p>
	„<em>Torog</em>!“, hörte Aragorn einen hellen Warnruf in elbischer Sprache.
</p>

<p>
	„<em>Im Aragorn o Dúnedain</em>!“, rief er. „<em>Gulda o Torogrim no mellon nîn</em>![5]„
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<p>
	Völlig verblüffte Elben aus dem Düsterwald unter Führung von Legolas zeigten sich.
</p>

<p>
	„Bitte, steckt die Pfeile wieder weg!“, bat Aragorn, als er vier gespannte Bogen auf sich und den Troll gerichtet sah.
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<p>
	„Ich seh’ nicht recht!“, wunderte sich Legolas. „Du und ein Troll? Ich habe Halluzinationen, oder?“
</p>

<p>
	„Hast du nicht, Legolas. Gulda, setz’ mich bitte ab.“
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<p>
	Der Troll nahm den Dúnadan aus seinem Nacken und stellte ihn auf die Füße.
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<p>
	„Das ist Gulda. Gulda, das ist mein Freund Legolas aus dem Düsterwald. Er ist Thranduils Sohn.“
</p>

<p>
	Gulda verbeugte sich höflich.
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<p>
	„<em>Mae govannen, Legolas Thranduilion</em>!“, grüßte er. Legolas klappte die Kinnlade herunter.
</p>

<p>
	„Ein Troll der spricht, noch dazu meine Sprache? Bist du ein verzauberter Elb?“
</p>

<p>
	„Nein, Herr Legolas, ich bin ein Höhlentroll, den dein Freund Aragorn vom Fluch der Nacht befreien konnte.“
</p>

<p>
	Legolas musterte den Troll eingehend.
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<p>
	„Trolle kenne ich nur als große Gefahr“, wandte der Elb ein.
</p>

<p>
	„Mir sind Elben auch nur als Gefahr bekannt, Herr Legolas. Doch du siehst, es gibt mindestens einen Troll, der sich bemüht, mit den Freien Völkern Mittelerdes auszukommen“, erwiderte Gulda. Legolas steckte seinen Pfeil wieder in den Köcher und bedeuteten seinen Begleitern, das ebenfalls zu tun.
</p>

<p>
	„Mein Vater erzählte mir vor langer Zeit die Legende von einem aufsässigen Troll, der es wagte, Morgoth zu trotzen“, sagte er.
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<p>
	„Das ist keine Legende, denn du siehst ihn vor dir. Morgoth lochte mich im Thangorodrim ein. Ich saß dort zur gleichen Zeit wie Finrod Felagund und Beren. Wäre ich etwas schneller gewesen, hätte ich den Wolf wohl noch erwischt, der Finrod verschlang.“
</p>

<p>
	„Was ist mit den Silmarilli geschehen?“, fragte Legolas.
</p>

<p>
	„Die hatte Morgoth in seiner eisernen Krone. Einen schnitt Beren ihm heraus, zwei blieben darin. Carcharoth biss Beren die Hand mit dem Silmaril darin ab“, erklärte Gulda. Legolas war zufrieden und verbeugte sich.
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<p>
	„Gulda, ich wünschte, es gäbe mehr Trolle wie dich. Vergib mir, dass wir dich bedroht haben.“
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<p>
	Gulda erwiderte die höfliche Verbeugung.
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<p>
	„<em>Ú-moe edaved,</em> Legolas[6]“ sagte er.
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<p>
	 
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<p>
	In diesem Moment kamen Glorfindel und Elrond mit einigen Begleitern hinzu und erstarrten vor Schreck.
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<p>
	„Aragorn – ein Troll!“, entfuhr es Elrond.
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<p>
	„Ja, Meister Elrond. Das ist Gulda, vielleicht der einzige Troll, der es je gewagt hat, sich Morgoth zu widersetzen. Dank Eurer Anleitung konnte ich ihn vom Fluch der Nacht befreien.“
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<p>
	„Menschen machen Fehler, Aragorn“, warnte Elrond eingedenk der Unterlassungssünde Isildurs.
</p>

<p>
	„Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Doch mach’ dir die Mühe, Gulda etwas näher kennen zu lernen. Dann urteile neu, ob du ihn für einen Feind hältst“, erwiderte Aragorn. Elrond sah den grünschuppigen Troll eine Weile an.
</p>

<p>
	„Mae govannen, Elrond Earendilion![7]“, grüßte der Troll.
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<p>
	„<em>Elbereth Gilthoniel</em>!“, entfuhr es Elrond. „Wer hat dich meine Sprache gelehrt?“
</p>

<p>
	„Finrod Felagund war so freundlich, Herr Elrond“, entgegnete der Troll.
</p>

<p>
	„Finrod? Bist du …?“
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<p>
	„… der Troll, der es wagte, sich mit Morgoth persönlich anzulegen? Genau der bin ich.“
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<p>
	Elrond lächelte.
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	„Wie sagte meine Schwiegermutter einst so treffend? Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos, weil kaum noch jemand lebt, der sich erinnert“, sagte er.
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<p>
	Ein völlig aufgelöster, erschöpfter Elb stolperte über die Bruinenfurt.
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<p>
	„Meister Elrond! Rasch! Am Pass hat es ein Unglück gegeben!“, keuchte er. Aragorn und Legolas fingen den strauchelnden Elben gerade noch auf. Es war Haldir, der mit den Elben aus Lórien erwartet wurde. Elrond zuckte herum.
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<p>
	„Was ist geschehen?“, fragte er erschrocken.
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<p>
	„Eine Steinlawine hat den Pass verschüttet. Die Reisegesellschaft mit Gilsells Verwandten steckt fest. Es hat auch Verletzte gegeben!“, hustete Haldir. Dann sah er den Troll.
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<p>
	„<em>O Elbereth Gilthoniel</em>! Meister: ein Troll!“
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<p>
	Haldir, sonst nicht gerade schreckhaft, fiel schlicht in Ohnmacht.
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	„Steinlawine? Komm, Gulda, es gibt Arbeit!“, rief Aragorn. Zum blanken Staunen der Elben sprang er dem Troll in den Nacken wie auf ein Pferd und wies Gulda den Weg zum Caradhras-Pass. Glorfindel, Elronds Söhne und Legolas kamen mit den langen Sätzen des Trolls kaum mit.
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	Dort am Pass – etwa auf der Höhe, auf der die Ringgefährten später aufgeben mussten, weil Saruman Lawinen aus Stein und Eis regnen ließ – hatte eine Felslawine die schmale Passstraße völlig verschüttet. Gulda sah den Steinhaufen und fing schon an, die Brocken aus dem Weg zu räumen. Aragorn sah hinab in die tiefe Schlucht neben der Straße. Als seine scharfen Augen niemanden im Tal fanden, der gefährdet werden konnte, warf der Troll auf Aragorns Zeichen die Felsbrocken in die Schlucht hinunter. Zwei Stunden später hatte Gulda den Weg freigelegt und drei tote und vier verletzte Elben bergen können. Während Aragorn sich schon um die Verletzten bemühte, zerriss ein spitzer Schrei die klare Bergluft. Die Kutsche, die hinter dem Steinwall gestanden hatte, geriet ins Rutschen. Gulda griff blitzschnell zu und bekam gerade noch die Deichsel zu fassen und konnte die
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<p>
	Kutsche vorerst festhalten. Doch das Pferd, das hinten an der Kutsche angebunden war, geriet bei dem Anblick des grünhäutigen Trolls in Panik und zerrte mit aller Kraft verzweifelt an dem kräftigen Strick aus grauem Elbenseil in die andere Richtung – nur weg von diesem Monster! Das Tier zerrte derart, dass Gulda die Deichsel langsam, aber sicher entglitt. Aragorn erkannte die Gefahr, warf ein Seil über einen aus dem Fels ragenden Baum, zog es straff und schwang sich über die Kutsche hinweg auf die andere Seite, kam neben dem Pferd auf und griff beherzt in das Halfter und mühte sich redlich, das panische Tier zu beruhigen. Nur langsam kam das Pferd zur Ruhe. Immerhin konnte Gulda dadurch die Deichsel festhalten und die Kalesche stabilisieren.
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	Inzwischen waren auch die Elben den Pass heraufgekommen. Elben sind leichtfüßige Wesen, aber die Sorge um die Verwandten und Freunde, die auf dem Pass in Gefahr waren, strengte die Bruchtaler Elben doch mehr als gewöhnlich an. Allein Legolas keuchte nicht. Der flinke, behände Waldelb hatte seine Bruchtaler Brüder hinter sich gelassen und band jetzt Gulda die Langzügel der von den Felsen erschlagenen Pferde um, damit der Troll die Kutsche wegziehen konnte. Aragorn, Legolas, Elladan und Elrohir nahmen jeweils einen verletzten Elben huckepack und trugen sie vorsichtig den Passweg hinunter.
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	Elrond, der inzwischen wieder zu sich gekommene Haldir und die übrigen Elben, die am Fuß des Passweges zurückgeblieben waren, empfingen die Rettungsmannschaft mit hellem Jubel.
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	„Gulda, die Elben Bruchtals und Lóriens stehen in deiner Schuld“, erklärte Elrond. „Wenn du möchtest, bist du uns ein willkommener Gast in Bruchtal“, lud er den Troll dann ein. Gulda kratzte sich verlegen.
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	„Wenn ich denn in dein Haus passe, Meister Elrond … „ sagte er.
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	                                                                                                                                                                                         ***
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	„Und?“ fragte ich. „Hast du hineingepasst?“
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	Gulda lachte dröhnend.
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	„Nein, nicht mal, wenn Meister Gandalf mich kleingezaubert hätte, wäre ich da ‘reingegangen. Dafür war es dann eine fröhliche Hochzeit unter freiem Himmel. Und, so wie ich gehört habe, war es die fröhlichste Hochzeit, die Bruchtal je gesehen hat. Und dann war ich zum unpassenden Zeitpunkt nicht da, als Meister Elrond mich zu seinem Rat rufen ließ. Ich hätte ihnen schon den Pass freigehalten, den Ringgefährten“, brummte der Troll.
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	Ja, manches wäre vielleicht anders verlaufen, wäre Gulda einer der Ringgefährten gewesen, aber da fehlte er – wohl nicht nur zu seinem eigenen Leidwesen …  
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	<span style="font-size:26px;"><span class="tengwarFont">                                                                                                                                              Ende</span></span>
</p>

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<p>
	[1] Sindarin: Willkommen, Maggaraf von den Halblingen
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	[2] Sindarin: Willkommen, Gulda vom Volk der Trolle
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	[3] Sindarin: Bleib hier in der Höhle, Gulda.“
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<p>
	[4] Sindarin: Ich bin Aragorn, Arathorns Sohn, Erbe des Isildur. Ich komme, um dir zu helfen. Höre auf meine Stimme: Komm zurück zum Licht!
</p>

<p>
	[5] Sindarin: Ich bin Aragorn von den Dúnedain! Gulda vom Volk der Trolle ist mein Freund!
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<p>
	[6] Sindarin: Es ist nichts zu verzeihen, Legolas.
</p>

<p>
	[7] Sindarin: Willkommen, Elrond, Earendils Sohn!
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">14177</guid><pubDate>Mon, 26 Jan 2026 15:20:24 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiction | Letztes Geleit f&#xFC;r Adar</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14183-fanfiction-letztes-geleit-f%C3%BCr-adar/</link><description><![CDATA[<p>
	<em>Diese Kurzgeschichte spielt im Rahmen der letzten Folge von Staffel zwei der Amazon-Prime-Streaming-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“, nach dem Tod des Ork-Anführers Adar. In meiner Geschichte wird statt „Ork“ der Begriff „Uruk“ verwendet. (Dies ist schlicht die Übersetzung des Sindarin-Wortes in die Schwarze Sprache.) Die weiteren Aussprüche in Schwarzer Sprache habe ich der Serie entnommen.</em>
</p>

<p>
	<em>Dies ist die erste Fanfiction, die ich veröffentliche. Vielen Dank an <a contenteditable="false" data-ipshover="" data-ipshover-target="https://www.tolkienforum.de/profile/14586-maethnibenis/?do=hovercard" data-mentionid="14586" href="https://www.tolkienforum.de/profile/14586-maethnibenis/" rel="">@Maethnibenis</a> für die Ermunterung und fürs beta-Lesen!</em>
</p>

<p>
	 
</p>

<p style="text-align:center;">
	<span style="font-size:36px;"><span class="tengwarFont">Letztes Geleit für Adar</span></span>
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<p>
	Adar lag blutüberströmt mit leerem Blick auf dem mit Kiefernnadeln bedeckten Waldboden. Das Blau seiner toten Augen leuchtete im Sonnenlicht, das in einem schmalen Strahl durch die Wipfel der Bäume auf sein Gesicht fiel. Seine Kinder hatten immer wieder auf ihn eingestochen, nachdem Glûg den ersten Stich getan hatte. Adar hatte sich in keiner Weise gewehrt, hatte sich seinem Schicksal gestellt. Er hatte das Vertrauen seiner Kinder verloren, er hatte zu viel von ihnen verlangt. Wofür hätte er dann noch weitermachen sollen? Ohne seine Kinder wäre das Leben für ihn bedeutungslos geworden, wie sein Name.
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<p>
	Glûg verneigte sich vor Sauron. „Eure Befehle, Fürst Sauron?“
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<p>
	„Löscht Eregion aus, lasst keine Elben am Leben. Aber bringt mir ihre Anführer.“
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<p>
	„<em>Hail Zambatuk! Durbol thralkur!</em> – Heil Sauron! Dem neuen Dunklen Herrscher!“ Der vom Uruk-Hauptmann ausgesprochene Jubel wurde von vielen der anderen Uruks übernommen, sie riefen ihn einige Male, während sie sich entfernten. Die Letzten in der Marschkolonne konnten hören, wie zwischen Sauron und Galadriel ein Kampf begann, das Klirren der Schwerter entfernte sich schnell in die entgegengesetzte Richtung. Angrû hielt inne und sah zurück. Auf der Lichtung befand sich niemand mehr. Zhor, ein Gefährte aus ihrer Kampfeinheit, ging an ihr vorbei und zog sie am Arm mit sich. Sie entwand sich dem Griff, er ging mit einem Schulterzucken weiter.
</p>

<p>
	„Wollt ihr ihn etwa einfach hier liegen lassen?“, fragte sie. Niemand reagierte auf ihre Worte, die Uruks marschierten weiter. „Brüder!“ rief sie laut. Ein paar drehten sich um. „Er war trotz allem unser Vater. Wir können ihn hier nicht liegen lassen, damit er von wilden Tieren zerfetzt wird.“
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<p>
	Glûg hatte das Stocken in den hinteren Reihen bemerkt und kam zurück, um den Ungehorsamen Beine zu machen. Er hatte Angrûs letzte Worte gehört und winkte ab. „Und wenn schon! Er hat viele von uns in den sicheren Tod geführt, weil er, und nur er allein, Sauron jagen wollte. Wir schulden ihm nichts!“ Aus der Menge der Uruks war vielfach zustimmendes Brummen zu hören und alle wandten sich zum Gehen. „Weitermarschieren!“ befahl der Hauptmann.
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<p>
	Angrû lief hinter ihm her. „Zuletzt war er irregeleitet, das gebe ich zu. Ich wollte auch nicht in diesen Kampf ziehen. Deshalb haben wir getan, was wir getan haben. Aber in all den Jahren zuvor hat er alles für uns getan. Sogar eine Heimat hat er uns verschafft! In der auch dein Kind heranwachsen wird, ohne von der sengenden Sonne gequält zu werden.“
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<p>
	Glûg blieb stehen, sah Angrû kurz an und stapfte mit einem verächtlichen Schnaufen weiter.
</p>

<p>
	„Er hat unsere toten Brüder und Schwestern immer den Flammen übergeben, hat jeden und jede in die Dunkelheit zurückgeschickt. Das ist das mindeste, was wir jetzt für ihn tun können!“ Angrû sprach nicht flehend, sondern wütend. Ein paar Uruks wandten sich zu ihr um, während Glûg sie ignorierte.
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<p>
	„Ja, das hat er“, sagte Snaghûl, ein weiterer Uruk aus Angrûs Einheit. „Er hat niemals einen Uruk einfach irgendwo liegen lassen.“ Er ging zurück zu Angrû, ihm folgte Zhor.
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<p>
	Glûg drehte um und kam wütend auf die drei Meuterer zu. „Wir haben einen klaren Befehl von Fürst Sauron erhalten. Ihr kommt alle mit. Oder es wird noch mehr schwarzes Blut diesen Waldboden tränken.“
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<p>
	„Saurons Befehle“, sagte Angrû verächtlich. „Jetzt ist genau das passiert, was Adar nie für uns wollte: wir sind Sklaven des Hexenmeisters. Du konntest dich ihm nicht schnell genug unterwerfen, hast dich tief vor ihm verbeugt. Vor Adar mussten wir uns nie beugen. Wenn, dann taten wir es freiwillig, aus Respekt.“
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<p>
	Ein paar wenige Uruks stießen leise Laute der Zustimmung aus. Snaghûl und Zhor nickten entschlossen.
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	„Ich für meinen Teil wähle einen anderen Weg“, erklärte Angrû, hob stolz ihr Kinn und legte die Hand an ihren Dolch.
</p>

<p>
	Glûg hatte keine Angst vor einem Kampf mit ihr, aber ein solcher würde ihn unnötig aufhalten. Er musste Sauron vielmehr beweisen, dass er ein fähiger Hauptmann war. „Jeder, der jetzt nicht sofort mit uns nach Eregion marschiert, gilt als Verräter. Und für Verräter gibt es keine angemessene Bestattung.“
</p>

<p>
	Er wandte sich um und setzte sich wieder an die Spitze der Kolonne. Snaghûl griff Angrûs Arm und zog sie mit sich, als er sich der Kolonne anschloss. Als sie protestieren und sich entwinden wollte, legte er einen Finger an seine Lippen und zwinkerte ihr zu. Sie sah ihn irritiert an, blieb aber ruhig und ging mit. Anscheinend hatte er einen Plan. Auch Zhor ging hinter den anderen her. Der Hauptmann überzeugte sich mittels eines kurzen Blickes, dass alle Uruks hinter ihm waren. Für ihn war die Meuterei damit erledigt.
</p>

<p>
	Die Uruks marschierten zum Zwergentunnel, um auf schnellem Weg nach Eregion zu gelangen und traten einzeln nacheinander in das Dunkel der Felsen. Snaghûl sah Angrû und Zhor an und neigte den Kopf leicht in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Beide verstanden, dass dies die Gelegenheit war, sich unbemerkt abzusetzen.
</p>

<p style="text-align:center;">
	***
</p>

<p>
	Sie liefen zurück zur Lichtung, auf der Adar gestorben war. Niemand war dort, alles war still. Angrû kniete neben dem Vater der Uruks nieder. „<em>Nampûk uglursha</em> – Stirb‘ in Ehre“, sagte sie zärtlich und legte ihre Hand auf seine kalte Stirn. Ein letztes Mal leuchtete das intensive Blau seiner Augen auf, die sie nun für immer schloss. Eine Träne rann ihre Wange hinunter.
</p>

<p>
	„Wir müssen so schnell wie möglich weg von hier, bevor Sauron zurückkommt“, sagte Zhor. „Den Scheiterhaufen müssen wir woanders errichten.“
</p>

<p>
	„Nicht nur das“, sagte Angrû, während sie sich erhob, „wir werden uns ein neues Zuhause suchen müssen, wo wir uns bis ans Ende unserer Tage vor Sauron versteckt halten. Ich bin nämlich nicht bereit, mich für seine Zwecke zu opfern. Ihr etwa?“
</p>

<p>
	Ihre Gefährten schüttelten den Kopf. Sie legten Adars Leichnam auf die Trage, mit der der vermeintlich verletzte Glûg auf die Waldlichtung getragen worden war. Snaghûl und Zhor nahmen die gekreuzten Stangen über die Schultern, während Angrû voran ging.
</p>

<p style="text-align:center;">
	***
</p>

<p>
	Sie liefen so viel wie möglich im Schatten. Dadurch kamen sie jedoch nicht so schnell voran, wie von Angrû beabsichtigt. Jedes Mal, wenn ein Stück Weg von der Sonne beschienen war, mussten sie ihre Sonnenmäntel überziehen. Schattige Umwege waren wegen der Trage kaum möglich. Die Uruk wollte so viel Weg wie möglich zwischen ihre Gruppe und Sauron bringen, aber sie konnten den Leichnam auch nicht tagelang umhertragen. Als sie im Norden von Eregion am Fuß des Gebirges eine tiefe, schattige Schlucht erreichten, entschieden die drei, dass es hier geschehen sollte. Ein besserer Ort ließ sich so schnell nicht finden. Und vielleicht würde der Rauch von Eregion aus nicht zu sehen sein.
</p>

<p>
	Sie legten Adar auf dem felsigen Boden ab und suchten im Wäldchen am Eingang der Schlucht Holz. Hier gab es viele tote Zweige und Äste, große und kleine, sodass sie nicht erst Bäume fällen mussten. So wuchs ein beachtlicher Scheiterhaufen in die Höhe. Daneben zündeten sie ein kleines Feuer an. Sie nahmen Adar Brustpanzer, Gürtel, Handschuh, Kettenhemd und Beinschienen ab und legten seinen Körper auf den Holzstoß.
</p>

<p>
	Gemeinsam standen die drei Uruks um den Scheiterhaufen. Snaghûl nahm einen brennenden Ast aus dem Feuer, machte aber keine Anstalten, den Scheiterhaufen in Brand zu setzen. Er sah Angrû an und hob auffordernd sein Kinn. Sie sah zu Zhor und er nickte. Angrû verstand. Sie trat an den Scheiterhaufen und legte ihre Hand auf Adars Schulter.
</p>

<p>
	„<em>Ushta-ish, hul-agda ú burzum</em> – Durch Flammen, zurück in die Dunkelheit“, flüsterte sie liebevoll. „<em>Namarië, adar.</em> – Lebwohl, Vater.“ Diesen elbischen Abschiedsgruß hatte sie von ihm gelernt, es war neben seinem Namen das einzige elbische Wort, das sie kannte. Sie hatte nie verstanden, warum er an manchen elbischen Bräuchen festgehalten oder deren Sprache weiterhin gesprochen hatte. Aber jetzt fühlte es sich für sie richtig an, ihn so zu verabschieden. Als sie zurück zu Snaghûl und Zhor trat, sah sie, dass auch deren Augen glänzten. Ihr selbst rannen einige Tränen über die Wangen.
</p>

<p>
	Nun hielt Snaghûl den brennenden Ast in den unteren Teil des Scheiterhaufens, der schnell aufloderte. Sie starrten in die hellen, züngelnden Flammen, durch die ihr Vater in die Dunkelheit zurückkehrte.
</p>

<p style="text-align:center;">
	***
</p>

<p>
	Angrû blieb so lange an derselben Stelle stehen, bis nur noch Asche den Boden der Schlucht bedeckte und von einer kühlen Brise aus den Bergen in alle Winde zerstreut wurde. Sie nahm einen tiefen Atemzug. Wenigstens das hatte sie für ihn tun können. Dem Gemetzel auf der Lichtung hatte sie zugesehen, jedoch selbst nicht den Dolch erhoben. Weder, um auf Adar einzustechen, noch, um die anderen Uruks abzuhalten. Sie hatte nur dort gestanden und das Unvorstellbare mit angesehen. Allein hätte sie Adar nicht retten können. Und auch sie war enttäuscht und wütend gewesen, weil er seine Kinder in eine Schlacht gegen einen Feind geführt hatte, den sie alle noch nie gesehen hatten, statt in Mordor in Sicherheit zu bleiben. So viele Uruks waren vor Eregion elendig krepiert. Sie vermutete, dass Glûg nicht erst von Sauron hatte behext werden müssen, um zu tun, was er getan hatte. Er war schon lange nicht mehr mit Adars Entscheidungen einverstanden gewesen. Aber wie konnte er sicher sein, dass es ihm unter dem Befehl dieses Hexenmeisters besser ergehen würde?
</p>

<p>
	Glûg sollte schnell erkennen, dass er eine falsche Wahl getroffen hatte. Nur nützte es ihm nichts mehr. Als er Sauron die Meldung von der Rettung der Elben durch die Zwerge überbrachte und zum Rückzug riet, tötete Sauron ihn mit Adars Schwert. Eine bittere Ironie.
</p>

<p>
	Doch davon erfuhren Angrû, Snaghûl und Zhor nichts. Sie nahmen Adars Rüstungsteile mit, schlugen sich über Wochen hinweg nach Mordor durch und verbrachten dort in einem versteckten Winkel nahe des Orodruin einige Zeit. Als Sauron Mordor als sein Herrschaftsgebiet einnahm, flüchteten die drei weiter in den Osten und wurden nie wieder gesehen.
</p>

<p style="text-align:center;">
	ENDE
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<em>Ich freue mich über jedweden Kommentar! Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen Text zu lesen!</em>
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]]></description><guid isPermaLink="false">14183</guid><pubDate>Mon, 26 Jan 2026 23:04:57 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiktion-Geschichen= Wie steht ihr dazu</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/10831-fanfiktion-geschichen-wie-steht-ihr-dazu/</link><description><![CDATA[
<p>
	Hallo Leute <img alt=":-O" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/default_pf_smilie_6.gif" title=":-O" /></p>

<p>
	ich bin ein Mensch, der eigentlich sehr gerne Fanfiktion- Geschichten liest, aber nur nicht selber schreibt. Ich habe zwar mal vor einem guten Jahr oder noch länger mal Ideen gesammelt, aber nur auf einem Block und nie weiter geschrieben. Ich bin ja schon seit ein paar Jahren in einem anderen Herr der Ringe-Forum unterwegs, in dem ich auch einen Thread über Fanfiktion Geschichten eröffnet habe, nur war er nicht so gut besucht und ist vor 2 Jahren eingeschlafen. Da ihr hier extra eine Rubrik zum Thema Fanfiktion-Geschichten habt, denke ich , dass dieser Thread hier rein passen könnte. Ich bin jetzt mal faul und kopiere diesen Thread von mir aus dem anderen Forum hier rüber <img alt=":-O" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/default_pf_smilie_6.gif" title=":-O" /> Der Thread war von Oktober 2014 !!!!!!
</p>

<p>
	Also viel Vergnügen beim diskutieren <img alt=":narr:" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/default_pf_hsmilie_4.gif" title=":narr:" /></p>

<p>
	Liebe Grüße Arwen Mirkwood
</p>

<div style="border-bottom:1px solid #e2e2e2;padding:0px .5em .5em;">
	<img alt="book.gif" height="15" src="http://forum.herr-der-ringe-film.de/images/icons/book.gif" style="border:0px;vertical-align:text-top;" width="15" /><span> </span><b><span>Fanfiktion- Geschichten</span></b>
</div>

<div style="background-color:#fdfbea;font-size:14.04px;padding:0px .5em;text-align:left;">
	<table style="border-collapse:collapse;border-spacing:0px;font-size:inherit;"><tbody><tr><td style="border:0px;padding:0px;">
					<br style="background-color:#fdfbea;color:#1e1e1e;font-size:14.04px;text-align:left;" /><font style="background-color:#fdfbea;color:#1e1e1e;font-size:14.04px;text-align:left;">Hallo Leute !<br /><br />
					Also, ich möchte ganz gerne einen Thread, über Fanfiktion- Geschichten eröffnen, weil ich ehrlich gesagt, eigentlich ganz gerne Fanfiktion Geschichten lese. Ich verfasse selbst keine Geschichten, nur bin ich ein stiller Mitleser dieser Geschichten. Wenn ich lese, dann bin ich im Tolkien-Bereich unterwegs. Es gibt eine Seite im Internet, die ich eigentlich sehr empfehlen kann und das ist die Seite: "FanFiktion.de" und dort lese ich. Ich finde eigentlich, dass es auf dieser Seite, sehr viele inhaltlich gute Geschichten gibt. Natürlich gibt es auch sehr viel Schund darunter und das ist auch nicht zu vergessen. Diese klassischen Mary Sue Geschichten, mag ich vom Inhalt und der Handlung her, absolut gar nicht. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten oder Geschichten mit wenigen Kapiteln, weil ich ja nicht so regelmäßig lese. Also wenn ich mir die Zeit nehme, um zu lesen, dann ich lese sehr gerne Slash, P16 und P18 Geschichten und das in allen Gene- Bereichen.<br /><br />
					Ich würde sehr gerne, in diesem Thread, mit Euch, über Fanfiktion Geschichten diskutieren, weil ich es sehr interessant finde, wie Ihr mit dem Thema Fanfiktion Geschichten umgeht. Natürlich möchte ich auch gerne wissen, wie Ihr zu Fanfiktion Geschichten steht und was Ihr von Fanfiktion Geschichten haltet. Aber es würde mich auch sehr interessieren, welche Meinungen und Ansichten Ihr zu diesem Thema Fanfiktion habt. Ich habe da mal ein paar Fragen formuliert. Viel Spaß beim Diskutieren<span> </span><img alt="smile.gif" src="http://forum.herr-der-ringe-film.de/images/graemlins/smile.gif" style="border:0px;" /><br /><br />
					Wie steht Ihr eigentlich zu Fanfiktion- Geschichten und was sind Eure Ansichten und Meinungen dazu ?<span> </span><br />
					Lest ihr sie gerne oder nicht ?<span> </span><br />
					Wie steht Ihr zu Mary Sue Geschichten ?<span> </span><br />
					Wie steht Ihr eigentlich zu Slash Geschichten ?</font><br /><br />
					 
				</td>
			</tr></tbody></table><p>
		 
	</p>
</div>

<div style="background-color:#fdfbea;color:#1e1e1e;font-size:14.04px;padding:0px .5em;text-align:left;">
	 
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">10831</guid><pubDate>Wed, 13 Jun 2018 21:58:19 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiction: Gef&#xE4;hrliche Fahrt nach Minas Tirith</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/14175-fanfiction-gef%C3%A4hrliche-fahrt-nach-minas-tirith/</link><description><![CDATA[<p>
	Die folgende Geschichte habe ich etwa 2004/2005 für ein anderes HdR-Forum, das nicht mehr existiert (nein, nicht die "Grüne Hölle") als Beitrag zu einem Wettbewerb geschrieben. Eine der Voraussetzungen war, dass 20 Seiten nicht überschritten wurden. Daraus erklärt sich das eher knapp geratene Ende. Gleichwohl habe ich sie auch in den weiteren Veröffentlichungen so gelassen, wie sie war. Für die Veröffentlichung hier habe ich den Titel leicht geändert (der alte erschien mir nach reiflicher Überlegung nicht mehr passend) und den Text nochmals überarbeitet.
</p>

<p>
	<strong>Kurzbeschreibung:</strong> Ecthelion II. tritt sein neues Amt an. Zu seiner Amtseinführung erhält er Geschenke, auch von den Zwergen. Zwergenkönig Dáin II. Eisenfuß wendet sich an die Elben und die Menschen, um seinen wertvollen Geschenktransport schützen zu lassen. Aragorn und Legolas übernehmen die Aufgabe und geraten in ein Abenteuer, das sie eigentlich nicht vergessen könnten...
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	<span style="font-size:22px;"><span class="tengwarFont">Gefährliche Fahrt nach Minas Tirith</span></span>
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	Man schrieb das Jahr 2953 des Dritten Zeitalters von Mittelerde. Nach dem Tod des Statthalters Turgon von Gondor erbte sein Sohn Ecthelion diese Würde und wurde als Ecthelion II. der neue Statthalter von Gondor. Wie alle Statthalter seit dem treuen Mardil schwor er, Stab und Regierung bis zur Wiederkehr des Königs zu führen. So geschah es nun zum fünfundzwanzigsten Male seit 2043 König Earnur spurlos verschwand und man nur vermuten konnte, dass der kinderlose König seinem Feind zum Opfer gefallen war. Seither regierten die Statthalter des Hauses Húrin Gondor für den König. Die Tatsache, dass der Statthalter einen geringeren Rang hatte als der König, hielt die Statthalter zwar davon ab, sich auf den Thron zu setzen, jedoch nicht davon, ihre Amtseinführung entsprechend zu verkünden und zu feiern.
</p>

<p>
	Die Kunde von der Amtseinführung des neuen Statthalters von Gondor erreichte auch König Dáin II. Eisenfuß, den König der Zwerge unter dem Berg. Dáin betrachtete es als eine Verpflichtung, als König eines der Freien Völker Mittelerdes dem neuen Führer eines anderen Freien Volkes seine Aufwartung zu machen und zum Amtsantritt ein wertvolles Geschenk zu machen. Dáin ließ ein kostbares Tafelgeschirr herstellen. Es bestand aus je drei Dutzend Tellern in drei verschiedenen Größen, drei Dutzend kompletten Bestecken sowie zweiundsiebzig Bechern – geschmiedet aus purem Gold. Die Teller und die Becherkelche waren zudem mit einer Einlage aus Mithril verziert, die die sieben Sterne von Gondor über dem Weißen Baum von Gondor darstellte.
</p>

<p>
	Dieses unermesslich wertvolle Geschenk sollten drei seiner vertrauenswürdigsten Diener nach Minas Tirith bringen: Finli, Quilin und Wirin. Doch König Dáin war klar, dass drei Zwerge allein nicht in der Lage waren, diese Fracht sicher nach Minas Tirith zu bringen. Der Weg war weit und gefährlich. So sandte er Boten aus, die bei den benachbarten Freien Völkern um Beistand bitten sollten.   
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Einer der Boten von Dáin kam auch über das Nebelgebirge nach Eriador. Dort, so hatte man ihm gesagt, würde er Hilfe bei den Dúnedain des Nordens finden. Tatsächlich traf der Bote schon bald auf Aragorn, Arathorns Sohn, der ihm auch seine Hilfe zusagte und versprach, den Zwergenwagen ab der Alten Furt des Anduin mit einigen Männern zu begleiten. Ein anderer Bote wagte sich in den Düsterwald zu Thranduils Volk, in jenen Tagen ein wagemutiges Unterfangen, da Zwerge und Elben – vorsichtig ausgedrückt – nicht eben Freunde waren. Dennoch hatte auch dieser Bote Erfolg und konnte Thranduil in mühsamen Verhandlungen dazu bewegen, eine Elbeneskorte wenigstens für den Weg durch den Düsterwald zu stellen. Thranduil beauftragte seinen Sohn Legolas, die Zwerge zu begleiten. Legolas hatte keine große Neigung, den Auftrag seines Vaters durchzuführen, aber als gehorsamer Sohn widersetzte er sich dem Wunsch des Vaters nicht.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Drei Wochen, nachdem der Bote abgereist war, rumpelte ein schwer beladener Wagen über den Elbenweg in den Düsterwald. Mit finsteren Mienen übernahmen Legolas und fünf weitere Elben den Begleitschutz, hielten sich aber so weit vom Wagen entfernt, dass sie mit den Zwergen nicht unnötig sprechen mussten. Nicht nur Legolas sehnte die Alte Furt, den Übergang über den Anduin herbei, wo er die Zwergenfuhre an die Dúnedain weitergeben wollte. Weiter als bis dort wollte er freiwillig nicht reisen.
</p>

<p>
	Als sie die Furt erreichten, sah Legolas zu seiner Freude, dass Aragorn selbst die Dúnedain anführte.
</p>

<p>
	„Mae govannen, Aragorn Arathornion!“,[1] rief der Elb und ritt ihm entgegen. Die Freunde begrüßten sich mit herzlicher Umarmung.
</p>

<p>
	„Mae govannen, Legolas Thranduilion!“,[2] erwiderte Aragorn.
</p>

<p>
	„Das sind die drei Zwerge – Finli, Quilin und Wirin – die Ecthelion sein Geschenk bringen sollen. Ich vertraue sie dir und deinen Dúnedain an. Wir kehren zurück zu meinem Vater.“
</p>

<p>
	Aragorn sah über seine drei Gefährten, dann über die stattliche Elbenpatrouille – immerhin sechs Mann.
</p>

<p>
	„Andelu i ven“,[3] sagte er. „Und der richtig gefährliche Weg beginnt jetzt erst. Bis nach Rohan haben wir keinerlei Verstärkung zu erwarten. Zwar sind einige Dúnedain auf dem Rückweg von Rohan, aber ob wir ihnen wirklich begegnen, ist keinesfalls sicher. Erst vor vier Tagen haben wir eine Orkhorde knapp vor der Grenze des Auenlandes abfangen können. Wenn sie sich schon so weit von Mordor entfernt herumtreiben, haben sie hier irgendwo Stützpunkte – ich fürchte im Nebelgebirge. Wir könnten gute Bogenschützen aus dem Düsterwald gut gebrauchen, denn niemand hat schärfere Augen als Elben.“
</p>

<p>
	Dass Elben bei Dunkelheit auch sehr viel besser sahen als Menschen, brauchte Aragorn nicht besonders zu erwähnen.
</p>

<p>
	„Unsere Äxte sind scharf genug, Waldläufer!“, protestierte der Wagenlenker der Zwerge, den Legolas als Finli vorgestellt hatte. „Außerdem kommen wir an Moria vorbei, wo unser Vetter Balin uns Beistand leisten kann.“
</p>

<p>
	Aragorn lächelte kühl.
</p>

<p>
	„Ich würde mich auf Beistand aus Moria nicht verlassen, mein langbärtiger Freund“, erwiderte er. „Wir haben Spuren von Orks im ganzen Nebelgebirge gefunden – aber nicht von Zwergen. Außerdem dürfte Herr Balin mit seinen unterirdischen Geschäften zu gut beschäftigt sein, um im Falle eines Orkangriffs Hilfe zu leisten“, gab er zu bedenken. Der Zwerg schnaufte verächtlich. Dieser Mensch verstand von Zwergen so viel wie ein Elb vom Erzschürfen – nichts! Dennoch sagte er nichts mehr, als Aragorn sich wieder an Legolas wandte:
</p>

<p>
	„Legolas, mellon nîn[4], ich bitte dich! Wir vier Dúnedain und drei Zwerge werden gegen eine wirklich wütende Orkhorde nicht viel ausrichten“, beschwor er den Elben. Legolas seufzte. Einen Appell an seine Freundschaft konnte er nicht unbeantwortet lassen. Er winkte einen seiner Elben zu sich und beauftragte ihn, mit einem zweiten zu seinem Vater zurückzukehren und ihm zu sagen, dass die Elben den Zwergentransport weiter begleiten würden – bis in die Riddermark oder notfalls bis nach Gondor. 
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Geschützt von vier Waldläufern, vier Elben und drei Zwergen, die sich auch beim Lenken des schweren Wagens ablösen konnten, fuhr der Zwergenwagen in südlicher Richtung, dem Anduin folgend. Nur Stunden, nachdem die Menschen die Elbeneskorte verstärkt hatten, bemerkte Eboriel, der vorausritt, in der schon fortgeschrittenen Dämmerung Orkspuren im Straßenstaub.
</p>

<p>
	„Legolas! Hier sind Orks!“, warnte er.
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<p>
	Nur Augenblicke später johlte eine wilde Horde Orks, die beinahe wie Wölfe auf allen Vieren aus dem Wald hervorbrachen. Die Elben griffen zu den Bögen und erschossen eine große Anzahl von Orks. Die Waldläufer griffen die Orks von hinten an und erschlugen mit dem Schwert, was ihnen vor die Klinge kam. Die planlos attackierenden Orks wehrten sich ebenso planlos gegen Elben, Menschen und Zwerge – erfolglos. Nach einer halben Stunde lagen die Orks tot am Boden, aber auch Eboriel und Gilrond, zwei der Elben, waren tot. Finli, Anführer der Zwerge, hatte eine tiefe Wunde im rechten Bein, wo ihn ein Orkmesser getroffen hatte. Efanir und Silar, zwei der Waldläufer, hatten Verwundungen an den Armen. Aragorn suchte eilig nach Athelas-Blättern und bemühte sich, die Wunden zu schließen.
</p>

<p>
	„Ohne euch Elben hätten sie uns wohl besiegt“, erklärte Aragorn. Legolas verstand sowohl die freundliche Diplomatie als auch die schlichte Tatsache, dass nur ein paar Verteidiger weniger den Verlust aller Leben zu Folge gehabt hätte.
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<p>
	„Ich habe verstanden, mellon“, erwiderte der Elb.
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<p>
	 
</p>

<p>
	Allein bis zur Kreuzung der Caradhras-Passstraße folgten noch drei weitere Orküberfälle innerhalb von zehn Tagen Reise. Außer Legolas und Aragorn war niemand mehr ohne Wunden. Besonders Finli brauchte einige Tage Ruhe, damit die Wunde an seinem Bein heilen konnte. Der einzige geschützte Platz in dieser Gegend war Lórien, das Elbenreich von Celeborn und Galadriel. Dennoch zögerte Aragorn, nach Lórien zu gehen. Elben und Zwerge vertrugen sich schlecht. Nur die Notgemeinschaft dieses Transportes hielt die Gegensätze im Zaum. Legolas sah den Dúnadan an und konnte dessen Zweifel im Gesicht wie in einem Buch lesen.
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<p>
	„Wir sollten versuchen, was du vorhast“, sagte er. Noch unschlüssig nickte Aragorn schließlich. Letztlich konnte Celeborn nichts Schlimmeres tun, als ihnen Hilfe zu verweigern – und dann mussten sie eben weiterziehen, so schlecht es den Verwundeten auch gehen mochte. Er und Legolas ritten nach Lórien hinein.
</p>

<p>
	Dort, im Goldenen Wald, wich die brütende Sommerhitze als Folge des Elbenzaubers einem sanften, lauen Frühlingswind. Die Mallornbäume standen in voller Blüte und verbreiteten einen süßen, unwiderstehlichen Duft, der sämtliche Bienenvölker der Umgebung anlockte. Ein durchdringendes Summen der fleißigen Bienen erfüllte die Luft, als Celeborns Wächter Haldir sie in Empfang nahm und zu seinem König begleitete. Celeborn und seine Gemahlin Galadriel kannten Aragorn – und seine große Liebe Arwen Undómiel. Sie war ihre Enkelin.
</p>

<p>
	„Sei gegrüßt, Aragorn, Arathorns Sohn. Sei auch du gegrüßt, Legolas, Thranduils Sohn. Was führt euch in den Goldenen Wald?“, erkundigte sich König Celeborn.
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<p>
	„Herr, wir sind mit sieben weiteren Gefährten auf dem Weg nach Minas Tirith. Seit unserem Zusammentreffen an der Alten Furt haben wir vier Orküberfälle gehabt, bei denen zwei unserer Gefährten bereits umkamen. Alle anderen außer uns sind verwundet. Wir bitten Euch um einige Tage Gastfreundschaft in Lórien, damit die Verwundeten sich erholen können“, erwiderte Aragorn mit aller Ehrerbietung und höflicher Verneigung vor dem König. Celeborn sah den Menschen lange schweigend an.
</p>

<p>
	„Aragorn“, sagte er dann, „wir kennen dich lange und Legolas ist uns auch gut bekannt. Aber wer sind deine Gefährten?“
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<p>
	Aragorn seufzte leise. Er hatte gehofft, diese Frage nicht gestellt zu bekommen.
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<p>
	„Herr, es ist noch ein Elb aus dem Düsterwald, drei meiner Dúnedain – und drei Zwerge.“
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	Celeborn sprang auf.
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<p>
	„Zwerge?!“, stieß er hervor. „Aragorn! Zwerge haben in Lórien nichts verloren!“
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<p>
	„Ich habe Eure Reaktion befürchtet, Herr. Bitte, vergesst, dass wir hier gewesen sind. Wir werden weiterziehen“, erwiderte Aragorn und wandte sich zum Gehen.
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<p>
	„Moment“, hielt Celeborn ihn zurück. „Du sagst, du hast meine Reaktion befürchtet, Aragorn. Warum hast du dann gefragt?“
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<p>
	„Weil ich gehofft habe, dass Ihr großmütig genug wärt, Verwundeten den Schutz Eures Volkes nicht schon deshalb zu versagen, weil sie nicht Elben oder Dúnedain sind“, versetzte Aragorn. „Vergebt mir, dass ich mich im Irrtum befand. Wir wollen Euch nicht länger belästigen.“
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<p>
	Galadriel stand von ihrem Thron auf und trat zu Aragorn.
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<p>
	„Dein Ton und deine Wortwahl sind höflich, deine Worte zwischen den Worten hart“, bemerkte sie. „Aus dir spricht königlicher Stolz, Arathorns Sohn.“
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	„Dann bitte ich abermals um Vergebung, Herrin. Die Sorge um meine verwundeten Gefährten ließ mich unbedachte Worte wählen. Es tut mir Leid“, erwiderte der Dúnadan mit gesenktem Kopf. Galadriel lächelte, streckte ihre Hand aus und hob sein Kinn an, bis sie ihm in die Augen sehen konnte.
</p>

<p>
	„Ich sehe, dass du die Wahrheit sagst. Seid ihr bereit, für eure Gefährten zu bürgen? Aragorn? Legolas?“, fragte sie. Aragorn nickte, Legolas zögerte einen Moment, doch dann nickte auch er. Galadriel sah ihren Gatten an.
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<p>
	„Nun gut, da auch ein Elb für die Zwerge bürgt, sei es. Ihr dürft Lórien betreten. Haldir wird euch zu einem Platz bringen, an dem eure Freunde sich in Sicherheit erholen können“, sagte er.
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<p>
	„Ich danke Euch, Herr“, verbeugte sich Aragorn. Legolas verneigte sich schweigend.
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	„Folgt mir“, forderte Haldir die beiden Männer auf, die ihm vom königlichen Flett, der Wohnplattform in einem der gewaltigen Mallornbäume, hinunter folgten.
</p>

<p>
	Haldir und einige Elbenwächter geleiteten die Eskorte und den Wagen zu einer Lichtung am östlichen Rand von Lórien, wohin zwar noch der Elbenzauber reichte, der den Wald vor Feinden und unwillkommenen Wettereinflüssen schützte, wo aber eine Begegnung zwischen Elben und Zwergen praktisch unmöglich war. Aragorn hatte genügend Zeit und Muße, sich um die Wunden seiner Begleiter zu kümmern, ohne dass er ständig auf der Hut vor Angriffen sein musste. Die Elbenwächter stellten bald fest, dass die Zwerge, die den schweren Wagen führten, den Weisungen Aragorns folgten und den ihnen zugewiesenen Lagerplatz nicht verließen.
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<p>
	 
</p>

<p>
	Nach einigen Tagen ließ Celeborn den Dúnadan zu sich rufen.
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<p>
	„Ich möchte dich um Entschuldigung bitten, Aragorn“, sagte er, die Gemeinsprache benutzend. „Ich hätte wissen müssen, dass du dich nicht mit Gefährten umgibst, die nicht deinen Vorstellungen vom Verhalten gegenüber anderen Völkern in Mittelerde entsprechen.“
</p>

<p>
	Aragorn verbeugte sich höflich.
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<p>
	„Ú-moe edaved, Celeborn, aran o lórien“,[5] erwiderte er in der schönen Sprache der Elben, die er mit derselben Selbstverständlichkeit gebrauchte wie die der Menschen. Celeborn lächelte. Er mochte diesen Menschen, der sich größte Mühe gab, jedem die ihm gebührende Höflichkeit zu erweisen und Angehörige jedes freien Volkes in Mittelerde zu respektieren – was sich auch darin ausdrückte, dass der sprachbegabte Aragorn sich mühte, sämtliche Sprachen zu lernen, die zwischen Forodwaith im kalten Norden und Umbar im heißen Süden gesprochen wurden.
</p>

<p>
	„Wie geht es deinen Gefährten?“, erkundigte sich der Herr des Waldes.
</p>

<p>
	„Sie sind auf dem Wege der Besserung, Herr. Bald werden wir wieder aufbrechen können.“
</p>

<p>
	„Wohin wollt ihr?“
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<p>
	„Nach Minas Tirith, nach Gondor.“
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<p>
	„Was wollt ihr dort?“
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<p>
	„Der König vom Einsamen Berg, Dáin II. Eisenfuß, sendet dem Statthalter von Gondor zwergische Erzeugnisse von einigem Wert. Finli, der Anführer unserer Zwergengefährten, ist im Auftrag des Königs unter dem Berg mit der wertvollen Fracht unterwegs. Er hat mich und Legolas um Beistand gebeten, denn der Weg ist lang und sehr gefährlich“, erwiderte Aragorn.
</p>

<p>
	„In der Tat. Die Orks werden immer zahlreicher und frecher“, stellte Celeborn fest. „Ihr solltet den Weg auf dem Anduin fortsetzen“, schlug er dann vor. „Boote würden wir euch leihen, wenn ihr sie auf dem Rückweg wieder herbringt.“
</p>

<p>
	„Auf dem Fluss können wir wohl bis Osgiliath fahren, wenn wir den Rauros-Fall umgehen können, aber von Osgiliath – oder dem, was einmal Osgiliath war – sind es noch gut achtzehn Meilen bis nach Minas Tirith auf der Straße. Wir bräuchten dort wieder den Wagen, denn die Ladung ist zu schwer, um sie auf dem Rücken zu tragen“, gab Aragorn zu bedenken. Celeborn nickte.
</p>

<p>
	„Sende zwei deiner Begleiter nach Minas Tirith mit Pferden voraus. Ohne den Wagen werden sie sehr viel schneller sein als ihr und können den Orks bis nach Rohan entkommen. Dort haben sie zurzeit wohl keine Orks zu fürchten, denke ich. Sie können in Minas Tirith einen Wagen beschaffen und euch an der Brücke von Osgiliath erwarten“, empfahl Celeborn.
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<p>
	„Ich danke für deine Empfehlung und werde sie gern an meine Gefährten weitergeben“, erwiderte Aragorn mit einem freundlichen Lächeln. Galadriel kam hinzu.
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<p>
	„Ah, du bist noch hier“, bemerkte sie. „Aragorn, hier ist jemand, den du gut kennst. Du solltest dir noch die Zeit nehmen, sie zu besuchen.“
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	Mit allem mochte der junge Fürst der Dúnedain gerechnet haben, aber nicht damit, in Lórien Arwen zu treffen, die er in Bruchtal vermutete. Er zitterte leicht, war unsicher, was er tun sollte. Wenn er jetzt mit Arwen zusammentraf, bestand die Gefahr, dass er alles andere vergaß und die Zwerge Zwerge sein ließ. Sich aber wieder von Arwen zu trennen, die er schon zwei Jahre nicht gesehen hatte, wäre eine harte Strafe. Doch noch während Aragorn mit sich rang, ob er dem verlockenden Angebot nachkommen sollte, war Arwen Undómiel schon auf dem königlichen Flett im Mallornbaum.
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	Celeborn und Galadriel zogen sich diskret zurück und ließen die Verliebten allein.
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	„Was ist mit dir? Du wirkst verwirrt, Aragorn“, flüsterte Arwen vertraulich und überließ sich der ersehnten Umarmung des geliebten Menschen.
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	„Komm“, sagte er leise und stieg vom Flett. Eine Weile gingen sie schweigend durch den Wald, bis sie zum Cerin Amroth kamen, einem grünen Hügel, der das ehemalige Haus des Elbenkönigs Amroth deckte und mit Elanor und Nephredil, goldenen und silbernen Blumen, übersät war. Dort, unbeobachtet von allen, wagte Aragorn es, Arwen zu küssen. Der Kuss drückte ihre ganze Sehnsucht nacheinander aus, beinhaltete all die Zärtlichkeit, die sie sich in den letzten zwei Jahren nicht hatten geben können.
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	„Arwen, vanimelda, gen milin“,[6] seufzte Aragorn leise, als sie sich endlich aus dem langen, genussvollen Kuss lösten. Er strich ihr sanft durch das lange, dunkle Haar und umarmte sie wieder. Arwen lehnte sich an ihn, erwiderte seine Umarmung und erlaubte sich, die seine einfach zu genießen.
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	„Ich weiß im Moment nicht, woran ich bin“, setzte er dann leise hinzu. Ein seltsamer Klang in seiner sonst sanften Stimme ließ Arwen aufsehen. Zweifel standen deutlich sichtbar in seinem Gesicht.
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	„Was meinst du?“
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	„Du bist hier in Lórien, wo ich dich nicht erwartet habe. Deine Großeltern lassen uns allein. Dein Vater hält mich für leichtsinnig und verführbar. Ist das eine Prüfung für mich, ob ich widerstehen kann?“, fragte er. Arwen sah ihn erschrocken an. Aragorn war misstrauisch geworden, wie sie entsetzt feststellte. Elben waren im Grundsatz gute Wesen; Falschheit war wohl von Elben am wenigsten zu erwarten. Sie spürte, dass Aragorn von der Ablehnung seiner Werbung durch ihren Vater innerlich schwer verletzt war. Offenbar so schwer, dass er seinem plötzlichen Glück nicht trauen mochte.
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	„Aragorn, wir haben Zeit. Eines Tages wird mein Vater einsehen, dass ich mich entschieden habe und wird es billigen.“
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	„Nun, muin nîn[7], du hast sicher alle Zeit dieser Welt. Jedenfalls, solange du der Unsterblichkeit deines Volkes nicht entsagst. Ich bin ein sterblicher Mensch, auch wenn wir Dúnedain ein viel längeres Leben haben als andere Menschen. Und wenn dein Vater entschlossen ist, uns seinen Segen nicht zu geben, werde ich kaum darauf warten können, dass er eines Tages die Augen für immer schließt. Denn wenn er sich entscheidet, zu den Grauen Anfurten zu gehen, um nach Valinor zu segeln, dann wird er dich mitnehmen“, erwiderte Aragorn ernst. Arwen senkte den Kopf, der Schwere seiner Last begreifend. Der sanfte Kuss, den sie auf der Stirn spürte, überzeugte sie noch mehr, dass es einen Mann wie Aragorn – sei es unter Elben oder Menschen – kein zweites Mal gab.
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	„Ich habe auch meinen Kopf …“, widersprach sie und sah wieder auf. Er lächelte, aber er schüttelte den Kopf.
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	„Nein, es wird nicht ohne Zustimmung deines Vaters gehen, Frau Undómiel“, entgegnete der Dúnadan. „Bei Elben und Menschen herrschen in dieser Hinsicht die gleichen Gesetze. Ich weiß nur nicht, welchen Preis er verlangen wird, damit ich deine Hand bekomme. Im Moment ist er einfach nur dagegen – und zwar völlig.“
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	„Er wird dich brauchen, Aragorn; dich und deine Dúnedain. Das Böse wächst wieder in Mordor. Zu viele Elben haben Mittelerde schon den Rücken gekehrt. Um Sauron zu besiegen, werden die Elbenfürsten die Menschen brauchen“, prophezeite Arwen. Ein melancholischer Schatten legte sich über Aragorns scharfgeschnittene Züge.
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	„Dein Vater hält nicht viel von uns Menschen“, entgegnete er. „Wir sind leichtsinnig, verführbar, schwach, fehlerbehaftet. Es war ein Mensch, der die Möglichkeit hatte, dem Bösen in Mittelerde ein für allemal den Garaus zu machen – Isildur, mein Ahnherr. Er hat es nicht getan – und so kann Sauron sich nach fast dreitausend Jahren wieder soweit erholen, dass seine Macht wieder ausreicht, um Mittelerde in Gefahr zu bringen. Nein, einem Menschen würde dein Vater nicht noch einmal in so maßgeblichen Dingen vertrauen. Außerdem sind wir Dúnedain einfach zu wenige, um eine wirkliche Verstärkung für ein Elbenheer zu sein.“
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	„Tauchte der Eine Ring wieder auf – was würdest du damit tun?“, fragte Arwen.
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	„Es wäre meine Pflicht, den Fehler meines Ahnen zu bereinigen, soweit das möglich ist – also das Ding zerstören. Doch ob ich die Kraft dazu hätte, weiß ich nicht. Ich habe nicht einmal die Kraft, dir zu widerstehen, liebste Arwen. Wie sollte ich einem magischen Ring widerstehen, dessen Verführungskraft selbst mein größter Ahnherr erlegen ist?“
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	„Doch“, sagte sie leise, „du hättest diese Kraft.“ Es klang völlig überzeugt. Aragorn strich ihr sanft durchs Haar und lächelte liebevoll.
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	„Danke für dein Vertrauen. Mögen die Valar mir helfen, dass ich es nie enttäusche“, sagte er leise und küsste sie wieder.
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	Einige Zeit später hatte er sich mit viel Mühe seiner Pflicht entsonnen, den Zwergentransport nach Minas Tirith zu begleiten und war zum Lagerplatz seiner Gefährten zurückgekehrt. Legolas bemerkte den Schatten, der das Gesicht seines menschlichen Freundes verdunkelte.
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	„Celeborn empfiehlt uns, den Weg auf dem Wasser fortzusetzen. Die Elben würden uns Boote leihen, mit denen wir bis nach Osgiliath fahren können“, sagte Aragorn.
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	„Schön und gut, aber Osgiliath ist nicht Minas Tirith – und da soll die Ladung hin. Wie sollen wir die Fracht vom Anduin in die Stadt bringen? Das sind über achtzehn Meilen, Herr Waldläufer!“, knurrte Finli.
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	„Ich weiß, Herr Zwerg“, versetzte Aragorn. „Zwei von uns werden mit Pferden vorausreiten und in Minas Tirith oder in der Umgebung ein Transportmittel besorgen. Sie werden schneller sein als wir auf dem Fluss und rechtzeitig für uns bereitstehen.“
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	„So sie an den Orks vorbeikommen“, warf Legolas ein. „Und da ist noch etwas: Der Weg über den Anduin führt an den Stromschnellen von Sarn Gebir vorbei und an den Argonath. Die abwehrende Haltung dieser Steinkolosse sagt doch alles, mein Freund. Der ihnen folgende See Nen Hithoel und der dahinter liegende Rauros-Fall sind auch nicht ohne große Gefahr“, warnte der Elb.
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	„Die Stromschnellen können wir auf dem Weg westlich davon umgehen, wenn die Boote auch sehr schwer sein werden, den Rauros-Fall auf den speziell dafür angelegten Treppen. Die Argonath? Sie sind meine Vorfahren. Was sollten ausgerechnet meine Vorfahren gegen eine Reise haben, die ich an ihnen vorbei unternehme?“, erwiderte der Dúnadan.
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	„Dich werden sie wohl passieren lassen, vielleicht auch deine Dúnedain. Aber wir anderen …?“, zweifelte Legolas. Aragorn schüttelte den Kopf.
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	„Ihr seid meine Begleiter, meine Freunde. Finli ist mit seinen Zwergen zu dem geschickt, der den König in Gondor vertritt. Die Männer, die als Argonath den Nen Hithoel bewachen, waren die Könige von Arnor und Gondor. Sie haben nie über Zwerge und Elben geboten, aber sie waren deren Freunde und Verbündete. Warum sollten sie etwas gegen solche Begleiter haben?“
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	Legolas erwiderte nichts mehr, als alle anderen sich mit dieser Variante einverstanden erklärten.
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	„Efanir“, wandte Aragorn sich an einen der Dúnedain, „reite du mit Silar nach Minas Tirith und beschafft einen Wagen wie diesen, damit wir die Fracht von Osgiliath zum Palast des Statthalters bringen können.“
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	Efanir nickte.
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	„Soll ich ihm auch gleich sagen, dass der neue König auf dem Weg zu ihm ist?“, erkundigte sich der Dúnadan. Aragorn schüttelte den Kopf.
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	„Nein, sag' ihm nichts von Arathorns Sohn. Bevor ich meine Rechte geltend mache, sollte ich noch einiges lernen, mein Freund.“
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	„Schade“, brummte Efanir. „Es wird Zeit, dass Arnor und Gondor wieder einen gemeinsamen König haben. Du bist der Erbe dieses Anspruchs!“, erinnerte er Aragorn.
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	„Ich weiß. Aber ich halte meine Zeit noch nicht für gekommen, Efanir“, widersprach der junge Fürst.
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	Celeborns Vorschlag entsprechend wurde der Wagen entladen und die Fracht auf vier Boote verteilt, die von je einem Elben oder Menschen gesteuert wurden. Zehn Tage folgten sie dem Lauf des Anduin, ließen sich von der Strömung des großen Flusses tragen. Zunächst war das Gelände neben dem Fluss flach; dann, am vierten Tag erreichten sie südlich der Einmündung des Limklar die Hügellandschaft nördlich der Emyn Muil, deren westlich vom Anduin gelegener Teil Ödlande genannt wurde, während der östlich davon befindliche Anteil die Braunen Lande waren. Hier lebten weder Menschen noch Elben noch böse Unwesen. Diese Gegend war einfach nur verlassen und öd. Von nun an war das Ufer steil und bot nur noch schmale Streifen, auf denen eine Lagermöglichkeit bestand. Weitere vier Tage später waren sie an den Sarn Gebir, den gewaltigen Stromschnellen, die mit den Booten nicht passierbar waren. Es war eine mühevolle Anstrengung, die schweren Boote über den Uferweg um die Stromschnellen herum zu tragen. Menschen, Zwerge und Elben brachten es nur noch knapp fertig, den Lagerplatz herzurichten, dann schliefen sie völlig erschöpft ein, obwohl es noch heller Tag war.
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	Aragorn fuhr erschrocken auf, als ein Blitz den nächtlichen Himmel durchzuckte und der Donner eines Gewitters in der Ferne grollte. Noch schienen über ihnen die Sterne, aber weiter im Osten waren Wolken, doch schienen sie nichts mit dem eigentlichen Wetter zu tun zu haben. Die Blitze, die daraus zuckten, waren rot bis orange, nicht weiß. Im Sternenlicht bemerkte Aragorn, dass Legolas ebenfalls wach war.
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	„Seltsames Gewitter, was da im Osten tobt“, sagte der Dúnadan. Der Elb nickte. „Bist du schon lange wach? Du siehst nicht aus, als wärst du auch eben erst aufgeschreckt worden“, erkundigte sich der Mensch.
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	„Nein, ich schlafe ohnehin nicht so wie ihr Menschen“, erwiderte Legolas. „Dich bedrückt etwas, mellon nîn“, sagte er dann.
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	„Woran bemerkst du das?“, fragte Aragorn erschrocken.
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	„Du hast sehr unruhig geschlafen – und du hast im Schlaf gesprochen.“
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	Aragorn stocherte das Feuer auf und legte neue Äste nach, damit es nicht ausging. Es war die normale Reaktion eines Mannes, der nur selten Gesellschaft hatte und sich in der Regel auf fremde Hilfe nicht verlassen konnte.
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	„Was habe ich dir erzählt?“, fragte er dann und sah den Elben an.
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	„Du hast von Arwen Undómiel gesprochen; davon, dass du sie liebst, aber nicht von ihr verlangen willst, ihre Unsterblichkeit aufzugeben“, erklärte der. Aragorn spürte, dass er rot wurde und hoffte, dass sein elbischer Freund dies den auflodernden Flammen des Feuers zuschreiben würde.
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	„Sag mir, was du davon hältst“, bat Aragorn. Legolas sah eine Weile ins Feuer.
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	„Du hast ein hohes Ziel, mellon. Arwen ist nicht irgendeine Elbenfrau; sie ist die Tochter eines bedeutenden Elbenfürsten. Elrond wird sein Schmuckstück nicht ohne weiteres hergeben. Und die Entscheidung, zu der sie gezwungen ist, ist schrecklich.“
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	„Ich weiß. Und genau das zerreißt mich fast“, erwiderte Aragorn mit einem tiefen Seufzen. Verzweiflung stand ihm im Gesicht. „Legolas, ich liebe sie so sehr, dass ich mir wünschen würde, sie würde meine Liebe nicht erwidern und eines Tages mit ihrem Vater in die Unsterblichen Lande fahren.“
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	„Aber ein Leben ohne sie kannst du auch nicht ertragen, oder verstehe ich dich falsch?“
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	„Nein, du verstehst es vollkommen richtig. Ich mag nicht leben ohne sie, aber ich kann ihr nicht zumuten, für einen Sterblichen wie mich das Geschenk eurer Unsterblichkeit aufzugeben.“
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	„Ich verstehe, dass dich das quält. Überlass‘ Arwen die Entscheidung. Es ist ihr Leben und ihre Unsterblichkeit. Wenn sie dich so sehr liebt, dass sie bereit ist, ein sterbliches Leben zu wählen, solltest du dieses Geschenk nicht zurückweisen“, erwiderte Legolas. Aragorn nickte abwesend. Der Weisheit seines elbischen Freundes hatte er nichts mehr hinzuzufügen. Er spürte Legolas‘ Hand auf der Schulter und sah ihn wieder an.
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	„Du solltest versuchen, noch etwas zu schlafen. Ich werde Wache halten“, sagte der Elb.
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	„Und deine Ruhe?“
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	Legolas lächelte leicht.
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	„Mach‘ dir darum keine Gedanken. Ich brauche nicht viel Schlaf.“
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	Aragorn nickte.
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	„Hannon le“,[8] sagte er, legte sich wieder hin und war bald wieder eingeschlafen.
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	Am Tag darauf passierten sie die gewaltigen Steinkolosse der Argonath. Die vor Jahrhunderten aus dem Stein gehauenen Skulpturen standen am Ende der immer schmaler werdenden Schlucht und waren nicht kleiner als die in unglaubliche Höhen aufragenden Seitenwände der tief in das Gestein gegrabenen Schlucht. Auf weitere Entfernung sah es fast so aus, als wäre zwischen den beiden Steinfiguren kein Platz mehr für eine Passage. Erst, als die Boote näher kamen, wurde der Spalt zwischen den Füßen der Könige deutlich. Die rechte Uferseite bewachte Isildur, auf der linken erhob sein Bruder Anárion ebenfalls abwehrend die linke Hand. Isildurs rechte Hand umklammerte den Griff des nach unten gerichteten Schwertes, Anárions rechte Hand ruhte dagegen auf dem Kopf einer Axt.
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	Während Elben und Zwerge, selbst Galrond, der zweite Dúnadan, sorgenvoll zu den drohenden Steinkolossen hinaufsahen, spürte Aragorn keinerlei Gefahr – sah man von dem immer schneller strömenden Fluss ab, der durch die schmale Schlucht jetzt reißend geworden war. Aragorn war, als winkten ihm seine Vorfahren. Sein Boot passierte als erstes die Argonath – dahinter präsentierte sich ein weiter, ruhiger See, über dem stets leichte Dunstschleier lagen. Diese Tatsache hatte dem See den Namen Nen Hithoel gegeben, das neblige Wasser. Frei und ungestört paddelten sie auf dem See zum südlichen Rand. Genau südlich der Argonath ragte eine Spitze aus dem Wasser, die vom Seewasser umschäumt wurde, der Tol Brandir, die Zinneninsel. Die Felsinsel lag genau in der Mitte des den See verlassenden Stroms, der beidseits der Insel auf den Rauros-Fall zu schäumte und mit Booten nicht passierbar war. Über hundert Fuß stürzte das Wasser über den gewaltigen Fall bis zum Fuß des Absatzes, um danach wieder friedlich durch die Ebenen von Anórien und des Fennfeldes zu fließen. Es war bereits über Mittag hinaus. Aragorn bedeutete seinen Gefährten, das Ufer auf der rechten Seite neben dem Tol Brandir anzusteuern und unterhalb des Amon Hen, dem Berg des Auges, zu landen. Die letzten Meilen auf dem immer reißender werdenden Fluss hatte ihnen allen viel Kraft abgefordert – zu viel, um jetzt noch die Boote die langen Treppen zum Fuß des Falls hinunter zu tragen.
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	„Wir lagern heute Nacht hier!“, entschied Aragorn. Alle nickten nur beifällig. Bis sie die Boote ans Ufer gezogen hatten, das Lager eingerichtet und ein Feuer entzündet war, war es schon fast dunkel, obwohl die längsten Tage noch nicht lange vergangen waren.
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	„Es ist Saurons Dunkelheit, die sich über dieses Land legt“, murmelte Legolas mit ungutem Gefühl. „Er wird immer stärker.“
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	„Der soll nur kommen!“, knurrte Quilin, nach Finli der zweite Zwerg und Wagenlenker, der nun auf der Bootsreise nur noch seine Ladung zu bewachen hatte.
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	„Dennoch – ich glaube, es wäre gefährlich, auf unseren Lagerplatz hinzuweisen“, entgegnete Legolas.
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	„Es ist warm heute Nacht. Wir löschen das Feuer, sofern wir das Essen fertig haben“, erwiderte Aragorn, der ein ähnlich ungutes Gefühl hatte.
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	Einige Stunden später beleuchtete nur noch das Sternenlicht den See und seine Ufer. Außer dem schäumenden Wasser am Tol Brandir und am Rauros-Fall, der einige hundert Klafter weiter südlich über die Felskante stürzte, war kein Laut zu hören. Für die Waldelben Legolas und Emandir war diese Stille ebenso verdächtig wie für die Waldläufer Aragorn und Galrond. Die beiden Elben schliefen ohnehin nicht wirklich, sondern meditierten offenen Auges im Sternenlicht. Sie hatten aber die Fähigkeit, ein Ohr stets der Umgebung zu widmen. Die beiden Menschen schliefen dafür nur mit einem Auge.
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	Die Orkbande, die durch das Unterholz am Amon Hen trampelte, hätte aber selbst Tote geweckt. Der inzwischen über den Bergen im Osten aufgegangene, strahlende Vollmond hob die buckligen, bulligen Umrisse der Orks deutlich vom Wald ab. Elben, Zwerge und Menschen waren sofort auf den Beinen.
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	„Oben auf dem Amon Hen gibt es einen Turm. Hier unten haben wir schlechte Chancen“, empfahl Emandir.
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	„Und was ist mit unserer Fracht?“, ereiferte sich Finli. Der Elb wollte entgegnen, dass es ums Leben ging, aber Aragorn hielt ihn zurück.
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	„Havo dad, mellon“, sagte er leise in der Sprache der Waldelben. Wörtlich übersetzt bedeutete das: Setz dich, Freund. Im übertragenen Sinne hieß es: Lass‘ es gut sein, Freund. Emandir verstand.
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	„Er hat Recht. Wir können nicht alle mitsamt der Fracht nach oben“, erklärte Aragorn dem Zwerg. „Emandir, nimm dir Galrond mit und geht auf den Turm. Macht ein Feuer, das weit leuchtet. Deckt es nach Nordwesten in regelmäßigen Abständen ab. Mit etwas Glück sind Dúnedain in der Nähe auf dem Weg nach Norden. Die sollten das Signal sehen.“
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	Galrond und Emandir entkamen gerade noch rechtzeitig Richtung Bergspitze, bevor die laut stampfende Orkhorde den Lagerplatz an der Seewiese erreicht hatte. Emandir wies dem Dúnadan einen nur den Elben bekannten Weg zum Turm auf dem Amon Hen. Die anderen fünf Gefährten lieferten sich mit den mehrfach überlegenen Orks ein wütendes Gefecht am Parth Galen. Die Zwerge schwangen ihre rasiermesserscharfen Äxte, die den Orks die Köpfe oder mindestens Gliedmaßen abhieben, Aragorn nutzte sowohl die Reichweite seines langen Zweihandschwertes wie auch zur Not die freie Linke und die Füße, um sich die wilden Orks vom Leib zu halten. Legolas benutzte seinen Bogen mit tödlicher Präzision, bis die Orks so nahe heran waren, dass er nicht mehr schießen konnte, ohne seine Begleiter zu gefährden. Fortan wehrte er sich mit zwei scharfen Elbenschwertern und seiner unglaublichen, raubkatzenartigen Behändigkeit. Doch für jeden erschlagenen Ork schienen zwei neue schier aus dem Boden zu wachsen.
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	Oben auf dem Amon Hen wurde es plötzlich hell, als Galrond und Emandir das Signalfeuer zündeten. Die Orks, die Helligkeit jeder Art mieden, waren erschrocken und hielten einen Moment inne – was zur Folge hatte, dass etwa zehn von ihnen ohne Gegenwehr erschlagen wurden. Doch dann hatten sie sich gefangen und führten mit nun größerer Wut den Kampf fort, wohl ahnend, dass das Feuer ein Signal für andere Menschen, Zwerge oder Elben sein sollte. Finli und Wirin fielen den Orks schließlich doch zum Opfer, Aragorn, Legolas und Quilin gerieten in immer größere Bedrängnis.
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	Der Kampflärm drang bis auf den Amon Hen. Galrond gab die Zeichen, die andere Dúnedain sehen konnten und erkennen mussten – so welche in der Nähe waren. Er und Emandir wurden ob des heftigen Lärms von unten immer nervöser, Minuten gerannen ihnen zu Stunden, bis drei weitere Feuer zeigten, dass ihr Signal gesehen worden war. Galrond signalisierte ihren Standort, dann liefen er und Emandir wieder zur Wiese Parth Galen hinunter, um ihren Freunden zu helfen. Sie attackierten die Orks von hinten.
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	„Aragorn! Sie kommen!“, rief Galrond. Ihm und Emandir gelang es, sich zum Ufer durchzuschlagen. Die Orks hatten inzwischen zwar zwei der Zwerge getötet, aber selbst auch etwa vierzig Mann verloren. Sie zogen sich zunächst zurück. Ihr Anführer trieb sie wieder nach vorn.
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	„Los, ihr Schlappschwänze! Macht sie endlich fertig!“, fauchte er.
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	Die kurze Pause gab den erschöpften Kämpfern am Ufer wieder etwas Luft. Legolas und Emandir suchten eilig Pfeile zusammen. Aragorns Blick fiel auf die Boote.
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	„Quilin, Galrond, macht die Boote fertig. Wir müssen hier verschwinden!“, kommandierte er. Der Dúnadan und der Zwerg beeilten sich, die Boote zu Wasser zu bringen. Die Orks kamen ohne Rücksicht auf weitere Verluste wieder näher, die ihnen Aragorn, Emandir und Legolas mit Bogen beibrachten. Schließlich rangen die drei Verteidiger wieder mit Fechtwaffen gegen die Orks, die ihnen nur selten standhalten konnten.
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	„Fertig!“, meldete Quilin. Die beiden Elben und der Mensch zogen sich zurück und sprangen in die Boote. Eilig paddelten sie vom Ufer weg, bis sie außerhalb der Reichweite der Orkbogen waren. Dort erst stoppten sie.
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	Mitten auf dem See wischte sich der erschöpfte Aragorn über das Gesicht.
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	„Beim Barte Elendils! Und ich soll König werden? Die Valar seien meinem Volk gnädig!“
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	Legolas steuerte sein Boot zu Aragorns.
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	„Was wirfst du dir vor, Aragorn?“
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	„Dass ich nicht gleich auf die Idee gekommen bin, aufs Wasser zu verschwinden. Nicht nur, dass Finli und Wirin noch leben könnten, nein, wir können nicht einmal weg, ohne die Dúnedain zu gefährden, die unser Signal gesehen haben und herkommen. Sie würden den Orks genau in die Arme laufen. Ich bin so ein Dummkopf!“, schalt er sich.
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	„Dann ist jeder von uns ein Dummkopf, mellon nîn. Jeder hätte auf die Idee kommen können, auf den See zu fliehen. Keiner ist auf diese Idee gekommen, aber dir ist es eingefallen“, erwiderte Galrond, der ebenfalls zu Aragorn hingefahren war.
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	„Ja, nur ein bisschen spät, finde ich“, beharrte Aragorn.
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	„Du bist hart zu dir“, bemerkte Legolas.
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	„Wenn ich jemals mein Erbe antreten soll, sollten mir solche Fehler wie heute besser nicht häufiger passieren“, erwiderte Aragorn und paddelte vorsichtig davon, immer auf der Hut vor der Strömung, die zum Rauros-Fall führte. Galrond wollte ihm folgen, aber Legolas hielt ihn zurück.
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	„Nein“, sagte er, „lass‘ ihn. Wir sind alle müde.“
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	„Dann sollten wir besser zusammenbleiben, Legolas. Der Fall ist sehr nahe. Er könnte in die Strömung geraten“, erinnerte Galrond.
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	Am Ufer wurde es laut, als die zur Verstärkung gerufenen Dúnedain eintrafen und die Orks sie sogleich angriffen.
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	„Wir dürfen sie nicht allein lassen!“, rief Aragorn. „Boote zu Quilin!“, befahl er und steuerte auch sofort auf den Zwerg zu. Der helle Vollmond half ihnen, den Zwerg mit seinem Boot auf dem weiten See zu finden. Quilin nahm mit einem ungläubigen Gesichtsausdruck den Tampen von Aragorns Boot entgegen, der Dúnadan zog sein Schwert, sprang ins Wasser und schwamm zum Ufer. Legolas tat es ihm nach, ließ aber seine Schwerter in den Scheiden, um sich nicht unnötig zu behindern. Auch Emandir und Galrond folgten ihm.
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	Die überraschten Orks bekamen nun von zwei Seiten Hiebe: Von den Dúnedain aus dem Wald und von der Frachteskorte vom See her. Obendrein dämmerte der Morgen herauf. Mit recht unmelodischen Hornrufen wurden die verbliebenen Orks zurückgerufen und verschwanden schließlich im Dunkel des Waldes.
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	Die aufgehende Sonne fand eine müde, aber dennoch glückliche Versammlung von Dúnedain des Nordens, zweier Elben und eines Zwergs, der sich trotz der Größenunterschiede nicht fehl am Platze vorkam.
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	„Liberid, ich danke dir und deinen Freunden. Ihr seid gerade rechtzeitig gekommen“, dankte Aragorn den Männern, die ihnen zu Hilfe gekommen waren.
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	„Hätten wir gewusst, dass du es bist, Aragorn, wären noch ein paar mehr mitgekommen. Ihr seht mitgenommen aus“, bemerkte Liberid.
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	„Wir sind zu elft an der Alten Furt aufgebrochen. Fünf Orküberfälle haben vier von uns das Leben gekostet. Zwei Wochen haben wir schon im Goldenen Wald verbracht, damit sich unsere Verwundeten erholen konnten“, erwiderte Aragorn. „Und jeder war mir einer zu viel“, setzte er hinzu.
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	„Wohin führt euer Weg?“
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	„Nach Minas Tirith. Der Statthalter von Gondor erwartet zwergische Erzeugnisse von einigem Wert“, erwiderte Aragorn.
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	„Wirst du gleich dort bleiben und ihm sagen, wer du bist?“, fragte Liberid. Aragorn schüttelte schweigend den Kopf. Liberid nickte nur.
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	„Wir sind zu zehnt und haben keine besonderen Pläne, nachdem in Rohan nichts los war. Sollen wir euch begleiten?“
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	Aragorn sah sich um.
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	„Wir haben nur vier Boote. Efanir und Silar sind nach Minas Tirith unterwegs, um einen Wagen zu besorgen, damit wir die Ladung von Osgiliath nach Minas Tirith bringen können.“
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	„Efanir und Silar?“, fragte Liberid nach. Aragorn nickte.
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	„Dann werdet ihr in Osgiliath lange warten, mein Freund. Wir haben sie gefunden – und leider begraben müssen.“
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	Aragorn wurde bleich.
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	„Elbereth Gilthoniel! Wo?“
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	„Nicht einmal weit von hier. Südöstlich der Stelle, an der die Entwasser ihr Delta bildet, in dem Dreieck, das die Rohirrim die Fennmark nennen.“
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	„Also gibt sogar in Rohan schon Orks!“, konstatierte Aragorn.
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	„Nein, es waren keine Orkpfeile. Es waren überhaupt keine Feinde dabei. Efanir und Silar können nicht im Nahkampf gefallen sein. Sonst hätten sie doch bestimmt welche von der Bande mitgenommen. Nein, ich habe keine Ahnung, wer ihnen die Wunden beigebracht hat, die zum Tode führten. Ehrlich gesagt hat mich gewundert, dass sie überhaupt an den kleinen Stichverletzungen gestorben sind. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wer immer das war. hatte es wohl auf die Pferde abgesehen, denn die waren nicht mehr da. Und beide kenne ich nur wie die Rohirrim zu Pferd“, erklärte Liberid.
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	„Sehr rätselhaft. Jetzt müssen wir erst einmal zusehen, wie wir die Fracht von Osgiliath nach Minas Tirith bekommen. Ich möchte ungern nochmals das Leben von jemandem aufs Spiel setzten“, seufzte Aragorn.
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	„Komm, wir sind jetzt zu sechst“, wehrte Liberid ab. „Thorn, Beregil, Simar und Adanion fahren mit euch, wir reiten nach Minas Tirith und bereiten alles für eure Ankunft vor.“
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	Vier der Dúnedain fuhren also mit den Booten mit, die anderen sechs machten sich zu Pferd auf nach Minas Tirith. Hinter dem Rauros-Fall floss der Anduin vorbei an den Mündungen der Entwasser durch eine weite, ebene Landschaft. Von fern sahen die Bootsbesatzungen die sanften Hügel Nord-Ithiliens auf der östlichen Seite des Anduin. Dahinter stieg schroff die Ephel Dúath auf, das Schattengebirge, hinter dem Mordor lag. Auf der anderen Seite des Anduin erhob sich das Weiße Gebirge, die Ered Nimrais; ihr östlichster Berg war der Mindolluin, an dessen östliche Flanke sich Minas Tirith schmiegte. Von dort zog sich das Gebirge in einem leichten Bogen nach Nordwesten über einen kleinen Vorsprung bei Edoras, der Hauptstadt Rohans. Zwischen Edoras und dem Starkhorn, dem höchsten Berg des Gebirgszuges, bog ein Ausläufer des Gebirges noch weiter nach Norden bis zur Pforte von Rohan, wo die große Festung Helms Klamm lag, die letzte Zuflucht der Rohirrim in Notzeiten. Westlich dieses Ausläufers verlief der Gebirgskamm dann in einem weiten Bogen nach Südwesten bis fast an das Kap Andras, dem nordwestlichen Ende der Bucht von Belfalas. Von diesem großen Gebirge sahen die Reisenden allerdings nur den nördlichen Ausläufer, in dem sich Helms Klamm verbarg. Die Pforte von Rohan, die die Ered Nimrais vom Nebelgebirge trennte und den Übergang in die westlichen Lande ermöglichte, war für die Reisenden nur zu ahnen.
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	Sechs Tage später erreichten sie Osgiliath, wo Liberid und seine Dúnedain schon mit dem Wagen warteten. Rasch war die Fracht umgeladen und auf dem Weg nach Minas Tirith.
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	Ecthelion empfing den Zwergengesandten und seine Begleiter höflich, aber kühl. Er saß auf dem Sitz der Truchsesse in der Turmhalle des Weißen Turms von Minas Tirith. In der Hand hielt er den weißen Stab mit dem goldenen Knauf, der die Regierungsmacht der Truchsesse symbolisierte. Die Halle war ein weiter, ovaler Raum, dessen Längsachse sich zwischen Ost und West erstreckte. An der Westseite befand sich eine Empore, die etwa ein Viertel des gesamten Raums einnahm, über die ganze Breite der Halle reichte und durch vier Stufen vom übrigen Raum getrennt war. Der Sitz der Truchsesse stand auf der untersten Stufe der Empore, nur wenig von der nördlichen Wand der Halle entfernt. Oben in der Mitte der Empore stand unter einem Baldachin aus Marmor in Form des Kronenhelms von Gondor der verhüllte, verwaiste Thron von Gondor, überragt von einer in die Wand gemeißelten und mit Edelsteinen geschmückten Skulptur des Weißen Baumes in seiner vollen Pracht. Draußen, vor der Ostseite des Turmes stand sein natürliches Vorbild, doch war er schon seit hundert Jahren abgestorben und wartete darauf, eines Tages durch einen neuen Schössling ersetzt zu werden. Der Legende nach sollte der neue König diesen Schössling bringen.
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	Quilin öffnete die Truhen mit den prachtvollen Geschirren. Teller, Becher und Besteckteile präsentierten sich auf dunklem Samt und erstrahlten im Licht der Kerzen und Fackeln an den schwarzen Marmorsäulen wie eigene Lichter.
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	„Ich danke König Dáin für die kostbaren Geschenke. Übermittelt ihm bitte meinen Dank und meine aufrichtige Verbundenheit, Herr Quilin“, sagte Ecthelion mit einem freundlichen Kopfnicken.
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	„Zu Diensten“, erwiderte Quilin mit dem üblichen Zwergengruß und verneigte sich.
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	„Und euch, Elben und Menschen, danke ich, dass ihr diese Fracht so uneigennützig begleitet habt.“
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	Dúnedain und Elben verbeugten sich ebenfalls und übergingen die Tatsache, dass Ecthelion sie nicht einmal nach ihren Namen gefragt hatte. Dem Statthalter fiel auf, dass einer der beiden Dúnedain sehr intensiv nach dem Thron in der Mitte der Empore sah. Die Miene des Statthalters verdunkelte sich.
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	„Ihr seht nach dem Thron, als wolltet Ihr ihn beanspruchen!“, bemerkte der Truchsess. Aragorn, der nach dem Möbelstück geschaut hatte, das eines Tages sein Sitz sein sollte, zuckte erschrocken zusammen.
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	„Entschuldigt. Ich habe mich nur gefragt, weshalb Ihr hier unten sitzt und nicht dort oben“, fasste er sich rasch.
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	„Herr Waldläufer, ich bin der Truchsess, der Statthalter von Gondor. Auf dem Thron zu sitzen gebührt nur dem König!“, versetzte Ecthelion scharf.
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	„Und einen König gibt es nicht?“, fragte Aragorn harmlos. Legolas sah ihn aus dem Augenwinkel an. Aragorn verstand es, dem Statthalter zu verbergen, dass er mit ihm spielte.
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	„Ihr kommt wirklich aus dem hintersten Winkel Eures Waldes! Nein, einen König gibt es in Gondor nicht mehr, seit König Earnur im Jahre 2043 des noch immer andauernden Dritten Zeitalters dem Hexenkönig zum Opfer fiel, ohne einen Erben zu hinterlassen. Seitdem regieren die Statthalter Gondor für den König“, erklärte Ecthelion.
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	„Wenn jemand käme, der aus dem Hause Elendils wäre, würde vor Euch treten und Euch auffordern, ihn als König anzuerkennen – würdet Ihr es tun?“, hakte Aragorn nach. Ecthelion kniff die Augen zusammen.
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	„Ich habe gehört, Herr Waldläufer, dass die Blutlinie Isildurs noch nicht erloschen ist. Vermutlich gibt es jemanden, der diesen Thron beanspruchen könnte. Aber seit über neunhundert Jahren hat ein Erbe Isildurs, der auch der Erbe des Thrones von Gondor wäre, den Weg nach Minas Tirith nicht gefunden, um seinen Anspruch hier geltend zu machen. Käme er tatsächlich, müsste er schon beweisen, dass er der rechtmäßige Erbe ist. Kann er den Beweis antreten, werde ich ihm den Thron übergeben. Das ist mein Eid als Statthalter!“, versetzte der Truchsess.
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	„Sagt Euch der Name Arador etwas, Herr?“, fragte Aragorn weiter. Ecthelion ging ihm auf den Leim.
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	„Arador war aus dem Haus Isildurs, er war ein möglicher Erbe Isildurs. Nach ihm trug sein Sohn Arathorn den Erbanspruch, doch Arathorn war nicht lange Fürst der Dúnedain des Nordens. Falls er einen Sohn haben sollte, wäre jener der rechtmäßige König.“
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	„Woran werdet Ihr den Erben erkennen, Herr?“, bohrte Aragorn weiter.
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	„Zwar weiß ich nicht, was es Euch angeht, Herr Waldläufer, denn eigentlich solltet Ihr die Zeichen ebenso gut kennen wie ich, doch ich will es Euch sagen: Der Erbe wird das neu geschmiedete Schwert Narsil besitzen, das Zepter von Annúminas und den Ring Barahirs – und er wird einen Schössling des Weißen Baumes bringen. Daran werden wir in Minas Tirith ihn erkennen“, erwiderte Ecthelion. 
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	Aragorn verbeugte sich.
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	„Ich danke Euch, Herr, für Eure Lehre, die ich mitnehmen und bewahren werde. Mögen die Valar euch gewogen sein.“
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	„Warum hast du es ihm nicht gesagt?“, fragte Legolas, als sie Minas Tirith verließen und zum Anduin zurückkehrten.
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	„Was?“, fragte Aragorn.
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	„Wer du bist?“, präzisierte der Elb.
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	„Ecthelion? Dem kann ich viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Er wird mir nicht glauben, dass ich Arathorns Sohn bin, denn ich kann die von ihm verlangten Beweise nicht vorlegen: Das Zepter von Annúminas hat Elrond noch in Verwahrung, weil ich es mir verdienen muss. Narsil ist noch zerbrochen. Einen Schössling vom Weißen Baum kann ich schlecht herbeizaubern. Im Moment hätte ich nur Barahirs Ring, um meinen Anspruch zu beweisen. Ecthelion sprach nicht von oder, sondern von und. Ein einzelnes Beweisstück wird er nicht akzeptieren, mellon nîn. Nein, die Zeit ist noch nicht reif – und ich selber auch nicht. Ich muss noch viel lernen“, erwiderte Aragorn. „Komm, lass' uns gen Norden reiten. Wir haben noch etwas zu tun!“
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	„Und was?“, erkundigte sich Legolas.
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	„Ich will wissen, woran Efanir und Silar gestorben sind. Das, was Liberid erzählt hat, scheint doch sehr rätselhaft.“
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	Zunächst verlief die Rückreise eher als gemächliche Kanureise flussaufwärts. Die berittenen Dúnedain begleiteten die Boote, man wechselte sich beim Bootfahren und Reiten ab. Zehn Tage, nachdem sie Osgiliath mit den Booten verlassen hatten, kamen sie an die nördlichste Mündung der Entwasser, hatten das Delta hinter sich gelassen. Aragorn, Liberid, Beregil und Legolas verließen die übrigen Gefährten und ritten zwei Tagesritte weit fort in die Fennmark, um die Gräber von Efanir und Silar aufzusuchen. Erschüttert stand Aragorn vor den Grabhügeln seiner Vettern.
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	„Wer immer für euren Tod verantwortlich ist – wir werden ihn oder sie finden und das, was euch angetan wurde, nicht ungesühnt lassen!“, versprach er leise.
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	„Wo willst du mit der Suche beginnen, Aragorn?“, fragte Liberid. „Wir haben nicht den Hauch einer Spur finden können.“
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	„Die einzigen, die keine Spuren zu hinterlassen pflegen, sind Elben“, erwiderte Aragorn. Doch bevor Legolas aufbegehren konnte, winkte er ab.
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	„Ich meine damit nicht, dass es Elben waren, Legolas. Weshalb sollten Elben Dúnedain töten? Zumal ausgewiesene Elbenfreunde wie Efanir und Silar? Nein, das würde ich nicht glauben.“
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	„An wen würdest du denken, mellon?“, fragte Legolas. Aragorn zuckte mit den Schultern.
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	„Orks, Trolle, Uruk-hai – aber die hinterlassen Spuren, die würden wir noch nach einem halben Jahr finden. Nein, von denen war es wohl auch keiner“, seufzte der Dúnadan. „Kommt, kehren wir zurück zu den anderen. Wir haben noch einen weiteren Weg vor uns.“
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	„Gibst du auf?“, fragte Liberid.
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	„Keineswegs. Ich habe nur keine Idee, wer sie umgebracht hat – und warum.“
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	„Für das Warum habe ich eine Erklärung: Sie wollten die Pferde. Die Rohirrim vielleicht?“, entgegnete Liberid.
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	„Nein, ausgeschlossen. Das sind Pferdezüchter, keine Pferdediebe“, versetzte Legolas. Traurig kehrten sie zu den übrigen Gefährten zurück, die am Ufer des Anduin auf sie warteten und setzten die Reise nach Norden in Richtung Rauros-Fall und Sarn Gebir fort.
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	Fünf Tage, nachdem sie von den Sarn Gebir nach Norden abgefahren waren, erreichten die Boote in der Abenddämmerung die Mündung des Limklar.
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	„Wir sollten nördlich der Mündung lagern“, empfahl Aragorn. „Dort haben wir das Hügelland hinter uns und müssten vor Orks und sonstigen Unwesen sicher sein.“
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	Seine Begleiter stimmten ihm zu und steuerten den Strand nördlich der Mündung an. Schnell hatten sie ihr Nachtlager errichtet und die Boote sicher vertäut. Doch noch während sie ihr Nachtmahl zubereiteten, hörten sie geradezu unirdische Schreie – fast wie von übergroßen Raubvögeln. Erschrocken sahen die Reisenden in die Richtung, aus der die Schreie kamen, zum Ostufer des Anduin, konnten aber in der Dunkelheit nichts erkennen.
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	„Was ist das?“, fragte Aragorn.
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	„Wir sind nicht weit vom Düsterwald“, erwiderte Legolas. Sein ebenmäßiges Gesicht verriet seine Anspannung. „Es klingt nach den Nazgûl“, sagte er dann.
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	„Vergib mir die Frage: Wer oder was sind Nazgûl?“, erkundigte sich Aragorn. Legolas sah ihn einen Moment an.
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	„Nazgûl? Was weißt du über die Ringe der Macht?“, fragte der Elb. Aragorn schien die Frage nicht zu passen, er beantwortete sie dennoch:
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	„Nun, Elrond sagte mir, es gäbe mehrere Arten: Die Drei, die den Elben gegeben wurden und die frei sind vom Einfluss Saurons, weil sie rechtzeitig verborgen wurden. Die Sieben, die an die Zwerge gingen und die Neun, die den Menschen gegeben wurden – und den Einen, den Herrn der Ringe, den Herrscherring, den Sauron für sich selbst schmiedete, um alle anderen Ringe damit zu beherrschen. Letzteren schnitt Isildur Sauron von der Hand und hatte nicht die Kraft, ihn zu zerstören, behielt ihn – und wurde verraten. Das Unglück des Einen Ringes beutelt Mittelerde noch immer“, erklärte er. Legolas nickte.
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	„Die Nazgûl sind die Besitzer der Neun. Sie sind die Ringgeister, Saurons Sklaven. Sie spüren den Einen Ring besonders – und sie suchen ihn für ihren Herrn. Sauron erholt sich nach nun fast dreitausend Jahren und wird wieder stärker.“
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	„Sind sie hier oder im Düsterwald?“, fragte Thorn.
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	„Genau weiß ich es nicht“, entgegnete Legolas. „Es gab einmal im Düsterwald die Festung Dol Guldur, die von Sauron beherrscht wurde. Doch vor etwa zwölf Jahren wurde Sauron samt seinen Dienern von dort vertrieben. Selbst, wenn seine Diener versuchen sollten, dorthin zurückzukehren, dürfen sie den Anduin auf Befehl ihres Herrn nicht überqueren; sie müssen auf der Ostseite bleiben.“
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	Emandir saß Legolas gegenüber am Feuer. Seine Blickrichtung war Osten, er sah zum Ufer.
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	„Bist du ganz sicher, Thranduils Sohn, dass sie das auch wissen?“, fragte der andere Elb mit schreckgeweiteten Augen. Hinter Legolas tauchten zwei Gestalten auf, in weite, schwarze Gewänder gehüllt, die Kapuzen der Umhänge übergezogen – doch schienen die Kapuzen nichts zu enthalten. Im ersten Impuls wollte Aragorn aufspringen, doch eine unerklärliche Kälte hielt ihn plötzlich fest.
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	„Da ist noch einer!“, keuchte Thorn, der ihm gegenüber saß. Nur mit einigem Willen gelang es Elben, Zwerg und Dúnedain überhaupt, aufzustehen und sich gegen die nun blankziehenden Gestalten mit dem Schwert zu wehren. Legolas und Emandir bemerkten schnell, dass ihre Pfeile einfach durch die Gewänder hindurchgingen, aber keinen Widerstand darin fanden.
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	„Bei Manwe! Sie sind körperlos!“, keuchte Emandir. In den Kutten waren wohl Panzerhandschuhe – aber keine Arme, keine Hände, keine Finger und vor allem keine Gesichter! Zehn Dúnedain, zwei Elben und ein Zwerg kämpften wie die Löwen, aber sie konnten wenig mehr ausrichten, als den Nazgûl die Kutten zu zerschneiden und ihnen die Schwerter zu zerbrechen. Erst, als Legolas einen brennenden Ast aus dem Feuer riss und einem die Kutte in Brand setzte, zogen sich die seltsamen Gestalten zurück, ohne etwas erbeutet zu haben. Aragorn und Beregil sahen verstört, dass sich ihre Schwerter plötzlich in Luft auflösten. Aragorn hatte noch Glück, weil er mehr zufällig nur mit dem Hirschfänger in eine der Kutten hinein gestochen hatte und nicht mit seinem Langschwert. Simar und Adanion hatten tiefe Wunden von den Schwertern der Nazgûl erlitten.
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	„Morgulklingen!“, schnaufte Legolas. „Die Spitzen sind abgebrochen. Wenn wir sie nicht sofort heraus bekommen, lösen sie sich im Körper auf und die Verwundeten werden ebenfalls zu Geistern in der Schattenwelt.“
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	„Übrigens – Geister:“ entfuhr es Aragorn. „Sie hinterlassen keine Spuren!“, sagte er und deutete auf die Plätze, auf denen vor kurzem noch die Nazgûl gestanden hatten – nicht die kleinste Spur war zu sehen … Aragorn hatte das Gefühl, dem Rätsel um Efanirs und Silars Tod auf der Spur zu sein, aber zunächst musste er sich um die Verwundeten kümmern. Er schnitt die Reste der Morgulklingen aus den Wunden und konnte seine Männer damit vorerst retten. Aber in jener Gegend war kein einziges Blättchen Athelas zu finden – und das war das Verhängnis, denn Aragorn hatte nur noch wenige, schon recht trockene Blätter aus Lórien in seinem Beutel …  
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	Die Wunden wollten nicht heilen – im Gegenteil: Simar und Adanion ging es von Stunde zu Stunde schlechter. Dennoch setzten die Reisenden zunächst ihre Fahrt auf dem Anduin nach Norden fort. Die Strömung des großen Flusses trug nicht dazu bei, es den Männern leichter zu machen. Am folgenden Tag fühlten sich auch die beiden Elben nicht mehr wohl, die zwar Wunden erlitten hatten, in denen aber keine Reste der Klingen verblieben waren. Noch einen Tag später traf ein erstes Unwohlsein auch die Dúnedain, die nur mit ihren Klingen in die Mäntel der Nazgûl gestochen hatten.
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	Aragorn, dem es selbst mehrfach an diesem Tag schwarz vor Augen wurde, war nahe daran, zu verzweifeln. Nicht einmal mehr in seinem Beutel hatte er noch ein Krümelchen Athelas. So lange er noch von seinen Vorräten hatte zehren können, hatte sich der Zustand der Verwundeten jedenfalls nicht dramatisch verschlechtert. Aber jetzt wurde die Lage kritisch.
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	„Wir müssen den Fluss verlassen und quer durch den Wald nach Lórien kommen“, schnaufte Aragorn. Quilin sah in verwirrt an.
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	„Was hast du vor, Aragorn?“
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	„Auf dem Fluss schaffen wir es nicht. Meine Heilkunst ist ohne Athelas bei den Wunden, die Simar und Adanion haben, einfach am Ende. Dieses seltsame Fieber, das die Nazgûl verbreiten, scheint auch Legolas, Emandir, Beregil und mich gepackt zu haben. Du, Liberid, Thorn und Galrond – ihr bringt die Boote auf dem Fluss weiter nach Lórien zurück. Zu Pferd werden wir quer über Land schneller sein.“
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	„Es geht dir selbst nicht gut, Freund. Bist du sicher, dass ihr es überhaupt schafft?“, erkundigte sich der Zwerg.
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	„Ehrlich gesagt: Nein“, versetzte Aragorn. „Aber ich in mir auch nicht ganz sicher, ob das nicht ansteckend ist. Ich hoffe, dass die Elben in Lórien uns helfen können.“
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	Sie trieben die Pferde an, so schnell sie laufen konnten – und die rohirrischen Pferde, die die Dúnedain ritten waren sehr schnell. Obwohl ihre Reiter ihnen in dem undurchsichtigen Wald nicht viel helfen konnten, fanden die Tiere den richtigen Pfad. Die Pferde kannten sich in ihrer alten Heimat besser aus als ihre kranken und verwundeten Reiter.
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	Nur mit Mühe und unter Aufbietung ihrer letzten Kräfte erreichten sie die Grenze des Goldenen Waldes am Silberlauf. Die Pferde schwammen durch den Fluss. Sie hatten kaum das andere Ufer erreicht, als auch Aragorn und Legolas endgültig die Sinne schwanden.
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	Der aufmerksame Haldir fand mit seiner Elbenpatrouille vier Menschen und zwei Elben, die wie leblos am Ufer des Silberlaufs lagen. Haldir erkannte Aragorn und Legolas, erkannte die übrigen als Dúnedain, die den Elben herzlich verbunden waren. Auf seinen Wink brachten seine Elben die bewusstlosen Männer in die Sicherheit von Caras Galadhon. Auf Anweisung Galadriels trugen Haldirs Männer Aragorn gleich zu dem Flett, das Arwen Undómiel bewohnte, wenn sie bei der Familie ihrer Großmutter Galadriel zu Besuch war.
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	„Was ist mit Aragorn, Haldir?“, fragte sie erschrocken, als sie in Aragorns bleiche Züge sah. Er atmete kaum noch.
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	„Ich weiß es nicht, Herrin. Ich habe ihn, zwei Elben und noch drei andere Dúnedain so an der Grenze gefunden“, erwiderte der Wächter.
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	„Danke, Haldir. Bitte, geh und hole Frau Galadriel.“
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	Haldir verneigte sich ehrerbietig und verließ leise das Flett. Wenig später kehrte er mit Arwens Großmutter zurück. Galadriel sah Aragorn an.
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	„Was ist geschehen?“, fragte sie.
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	„Ich weiß es nicht. Haldir hat ihn und einige andere so gefunden. Eine Verletzung finde ich nicht.“
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	Galadriel sah Haldir fragend an.
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	„Aragorn, Legolas, der andere Elb und ein anderer Dúnadan sind äußerlich unverletzt, die beiden anderen haben auch Wunden, Herrin“, erklärte Haldir. Galadriel berührte Aragorns bleiche Stirn. Kalter Schweiß stand darauf. Sie überlegte einen Moment.
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	„Sie wollten nach Minas Tirith. Wir haben ihnen Boote gegeben, damit sie ihre Fracht dorthin bringen können“, sinnierte die Herrin des Waldes. „Hatten sie Boote bei sich, Haldir?“
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	„Nein, Herrin. Sie hatten Pferde.“
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	„Was ist mit den Pferden?“
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	„Die schienen mir gesund, aber sehr verschreckt.“ 
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	„Verschreckt … Er ist ganz kalt. Das ist Saurons Kälte“, erkannte die Elbenfürstin. „Der Schwarze Anhauch, das Morgulfieber!“, entfuhr es ihr dann. „Haldir, ich brauche Athelas – sofort! Elwen und ihre Dienerinnen sollen sich ebenso um die anderen Kranken kümmern, schnell!“, befahl sie dann. Haldir verbeugte sich und beeilte sich, den Befehl seiner Herrin auszuführen.
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	Wenig später hatte Galadriel das Athelas, zerrieb einige Blätter unmittelbar unter Aragorns Nase. Frischer, belebender Duft verbreitete sich. Sie legte dem Dúnadan beide Hände an das bleiche Gesicht und rief ihn beim Namen. Langsam kam wieder Leben in den schon schwindenden Aragorn. Er wachte halb auf und glaubte, einen schönen Traum zu haben, als er Arwen über sich bemerkte und schlief mit einem glücklichen Lächeln wieder ein, als die schöne Elbe ihn sanft küsste.
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	Trotz des wirksamen Athelas schwebte Aragorn noch drei weitere Tage zwischen Leben und Tod. Arwen wich ihm nicht von der Seite. Auf Anraten von Galadriel sorgte sie dafür, dass er weitere drei Tage möglichst nur schlief. Wann immer er erwachte, streichelte sie ihn wieder zärtlich in den Schlaf zurück.
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	„Schlafe weiter!“, flüsterte sie, drückte ihm zart die Augen zu und küsste ihn.
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	Erst eine Woche, nachdem Haldir Aragorn und seine Gefährten an der Grenze des Goldenen Waldes gefunden hatte, ließ Arwen es zu, dass Aragorn soweit aufwachte, dass er seine Umgebung erkennen konnte.
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	„Arwen?“, flüsterte er matt. Sie nickte lächelnd und strich ihm sanft über das stoppelbärtige Gesicht.
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	„Ja“, erwiderte sie leise, „du bist in Lórien. Viel später hättet ihr nicht kommen dürfen.“
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	„Was … was ist das?“, fragte er.
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	„Der Schwarze Anhauch, das Morgulfieber, vermutet meine Großmutter.“
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	„Was ist mit meinen Begleitern? Legolas, Emandir, Simar, Adanion und Beregil?“
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	„Zwei deiner Begleiter konnte auch Frau Galadriel nicht mehr retten. Der dritte Dúnadan und die beiden Elben sind noch nicht erwacht. Aber sie werden sicher überleben“, sagte Arwen leise. „Was ist mit euch geschehen? Nur die Nazgûl verbreiten diese Krankheit, die auch Elben packen kann.“
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	„Die Nazgûl haben uns überfallen“, erwiderte Aragorn.
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	„Das ist seltsam. Seit langem hat man sie nicht mehr gesehen. Wo ist das passiert?“, erkundigte sich Arwen.
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	„An der Mündung des Limklar“, brachte Aragorn mühsam heraus.
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	„Das wird immer seltsamer. Alle Weisen sagen, die Nazgûl dürften den Anduin nicht überqueren – außer Sauron erlaubt es ihnen.“
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	„Dann hat er es wohl getan. Legolas hat sie eindeutig als die Nazgûl erkannt.“
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	„Wie viele waren es?“
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	„Drei, meine ich“, antwortete Aragorn. Müde schloss er die Augen und schlief wieder ein.
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	Arwen eilte mit dieser Neuigkeit gleich zu ihrer Großmutter. Galadriel beschloss, ihren Spiegel um Rat zu fragen und ging mit ihrer Enkelin zu ihrem Garten am südöstlichen Rand des tiefen Grabens, der Caras Galadhon vom übrigen Lothlórien kreisförmig trennte. Dort entsprang ein Bach, bildete einen kleinen Wasserfall, bevor er die schützende Hecke durchstieß und zum Quellenfluss wurde, der auch den tiefen Graben durchschnitt und zum Celebrant, dem Silberlauf, floss. Dort, an dem kleinen Wasserfall, schöpfte Galadriel in einer silbernen Kanne Wasser und goss es in eine flache Silberschale, die auf einem Steinsockel in der Mitte ihres persönlichen Gartens stand. Zunächst spiegelten sich nur der blaue Himmel und die umgebenden Bäume darin, doch schnell verschwamm dieses Bild zu einem dunkelgrauen Gewölk, das ein Bild von Mordor umwaberte. Sauron schickte drei seiner Ringgeister aus, um das verlorene Dol Guldur im Düsterwald zurück zu gewinnen. Galadriel nickte.
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	„Sie sind also wieder da. Aber warum? Die Ringgeister schickt der Dunkle Herrscher nur aus, wenn etwas über seinen Ring bekannt wird“, sinnierte sie.
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	„Und wenn er etwas erfahren hat, was dem Weißen Rat noch nicht bekannt ist?“, mutmaßte Arwen.
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	„Er wird etwas erfahren haben, wie du vermutest, Arwen. Der Weiße Rat muss sich treffen. Ich werde mich nach Isengard aufmachen. Dein Vater und Círdan sowie die anderen Fürsten der Eldar müssen benachrichtigt werden“, entschied die Elbenkönigin.     
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	Bekanntermaßen wurde bei diesem letzten Treffen des Weißen Rates über den Einen Ring gesprochen, doch behauptete Saruman – wider besseres Wissen, wie man später erfuhr – dass der Ring nicht gefunden sei. Da Saruman als der Ringsachverständige in Mittelerde galt, glaubte der Weiße Rat ihm, abgesehen von Gandalf, der einen bestimmten Verdacht hatte …
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	Während Aragorn sich unter Arwens Händen vom Morgulfieber erholte, erfuhr er zwar vom Treffen des Weißen Rates und seinem Ergebnis, aber dass der Überfall auf ihn und seine Begleiter der Auslöser für dieses Treffen war, blieb ihm verborgen. Immerhin konnten er und Legolas sich nun zusammenreimen, dass die beiden Dúnedain, die Liberid und seine Begleiter tot aufgefunden hatten, ebenfalls mit den Nazgûl zusammengestoßen waren, kleine Wunden erlitten hatten und am Morgulfieber gestorben waren.
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	„Legolas hat mir gesagt, die Nazgûl seien einmal Menschen gewesen. Sind sie der Grund, weshalb dein Vater uns Menschen für leichtsinnig und verführbar hält?“, erkundigte er sich einige Tage später bei Arwen. Die Elbe lächelte.
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	„Neun Gründe“, erwiderte sie. „Und der zehnte ist Isildur, dein Ahn, der dem Einen Ring nicht widerstehen konnte.“
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	„Zehn gute Gründe“, seufzte Aragorn. „Schließlich bin ich ein Mensch und mache Fehler, wie jeder andere Mensch auch. Und dann bin ich ein Nachkomme Isildurs, der die Finger nicht von dem mächtigen Ring lassen konnte.“
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	„Aragorn – die Nazgûl, besonders der oberste der Nazgûl, der Hexenkönig, sind für den Untergang des Reiches von Arnor verantwortlich. Der Hexenkönig gründete das Reich von Angmar, das die Dúnedain von Arnor besiegte …“
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	„… und uns in die Wälder trieb, ja“, sagte Aragorn leise. Er nahm sanft Arwens Hand und sah sie lange an. Ihre sanften, dunkelblauen Augen leuchteten warm.
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	„Wenn die Nazgûl und ihr Hexenmeister ein großes Reich wie Arnor vernichten konnten, wenn sie der Grund dafür sind, dass in Minas Tirith ein Statthalter für den König regieren muss, wenn sie nicht zu töten sind und jede Berührung mit ihnen dieses tödliche Fieber auslöst, dann wird es in alle Ewigkeit nicht möglich sein, dass ich das Erbe von Isildur antrete. Ich habe auch kein Interesse daran“, sagte Aragorn leise.
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	„Du bist sehr krank, Aragorn. Wenn du wieder bei Kräften bist, siehst du das schon wieder anders“, beruhigte Arwen ihn.
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	Doch so sehr Arwen ihn auch beruhigte und seine Zweifel dem Einfluss des Morgulfiebers zuschieben wollte – Aragorns Zweifel an seiner Berufung zum König blieben und verstärkten sich. Noch schlimmer für ihn war, dass er sich etwa zwei Wochen, nachdem er und seine kranken Gefährten Lórien erreicht hatten, an nichts erinnern konnte, was sich zwischen dem Besuch des Boten von Dáin II. Eisenfuß in Eriador und dem Überfall der Nazgûl am Limklar ereignet hatte. Denen, die mit ihm nach Lórien geritten waren, erging es ebenso. Nur eines blieb in seinem Gedächtnis unauslöschlich haften: Dass die Nazgûl mit ihren gefährlichen Klingen und dem tödlichen Fieber, das sie verbreiteten, eher eine Ausgeburt der Hölle waren, als dass sie jemals Menschen gewesen sein konnten – und dass sie Feuer fürchteten. Aber sie endgültig zu besiegen, das erschien nicht nur dem Fürsten der Dúnedain zu diesem Zeitpunkt gänzlich unmöglich.
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	[1] Sindarin: Willkommen, Aragorn, Arathorns Sohn
</p>

<p>
	[2] Sindarin: Willkommen, Legolas, Thranduils Sohn
</p>

<p>
	[3] Sindarin: Die Straße ist gefährlich
</p>

<p>
	[4] Sindarin: Legolas, mein Freund,...
</p>

<p>
	[5] Sindarin: Es ist nichts zu verzeihen, Celeborn, Herr/König von Lórien
</p>

<p>
	[6] Sindarin (Quenya): Arwen, (schöne Geliebte), ich liebe dich.
</p>

<p>
	[7] Sindarin:  mein Liebling
</p>

<p>
	[8] Sindarin: Ich danke dir.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">14175</guid><pubDate>Sun, 25 Jan 2026 12:02:24 +0000</pubDate></item><item><title>Selbstgemachte Geschichten.</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/3361-selbstgemachte-geschichten/</link><description><![CDATA[<p>Wollt mal fragen ob ihrs schon mal gemacht habt? :-O</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">3361</guid><pubDate>Tue, 21 Dec 2004 13:55:11 +0000</pubDate></item><item><title>Buch schreiben</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/7350-buch-schreiben/</link><description><![CDATA[<p>Ich würde gerne mal ein Buch schreiben, aber ich weiß nicht so richtig was. Das Genre hätte ich ja schon mal: Fantasy. Aber ich hab einfach keine Ideen. Was würdet ihr denn lesen wollen? Schreibt mir doch mal ein paar kurze Ideen und ich schau mal, ob sich da was draus machen lässt. Für eure Hilfe bedanke ich mich jetzt schon mal! :anbet:</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">7350</guid><pubDate>Wed, 12 Nov 2008 19:15:20 +0000</pubDate></item><item><title>Fan-Fiction-Info: Gondor hilft Westeros</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/11627-fan-fiction-info-gondor-hilft-westeros/</link><description><![CDATA[<p>
	Wie im Vorstellungsthread versprochen, poste ich hier einige Infos zu meiner Tolkien/Martin-Crossover-Fanfiction "Gondor hilft Westeros".
</p>

<p>
	Die Geschichte basiert auf den Werken Tolkiens, Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Verfilmung, George R.R. Martins "Lied von Eis und Feuer" und der TV-Serie "Game of Thrones".  Sie beginnt damit, dass die Valar König Elessar und seine Streitkräfte durch ein Portal nach Westeros schicken - hauptsächlich, um die Westerosi im Kampf gegen die Anderen zu unterstützen, aber auch, um das Spiel um Throne zu verändern. Dabei werden die edlen Recken aus Mittelerde in die Machtkämpfe um den Eisernen Thron verwickelt, ehe sie wissen, worum es überhaupt geht und stoßen auch sonst auf allerlei Schwierigkeiten: So müssen sie zunächst die Sprachbarriere überwinden und die Gemeine Zunge von Westeros erlernen. Außerdem warten auf sie noch diverse Kulturschocks - umgekehrt sorgen sie mit ihren Wertvorstellungen und Einstellungen auch für große Verwunderung bei manchen Westerosi.
</p>

<p>
	"Gondor hilft Westeros" soll eine dreibändige Reihe werden. Band 1, "Ein anderer Krieg der fünf Könige" ist bereits fertig und auf zwei FF-Plattformen veröffentlicht:
</p>

<p>
	Bei Fanfiction.de: <a href="https://www.fanfiktion.de/s/5b5b83f70000cccd131f1191/1/Gondor-hilft-Westeros-nbsp-Band-1-Ein-anderer-Krieg-der-fuenf-Koenige" rel="external nofollow">https://www.fanfiktion.de/s/5b5b83f70000cccd131f1191/1/Gondor-hilft-Westeros-nbsp-Band-1-Ein-anderer-Krieg-der-fuenf-Koenige</a>
</p>

<p>
	Bei AO3: <a href="https://archiveofourown.org/works/15456594/chapters/35879649" rel="external nofollow">https://archiveofourown.org/works/15456594/chapters/35879649</a>
</p>

<p>
	Als "Appetizer" folgt hier noch ein Ausschnitt aus einem der ersten Kapitel: Fürst Faramir und seine Männer gelangen an einem schicksalsträchtigen Tag nach Königsmund...
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents">
		<p>
			Sie erreichten einen großen Platz, in dessen Mitte eine hohe Statue stand. Dahinter führte eine breite Treppe mit vielen Stufen zum Eingang des Kuppelbaus. Auf dem Platz war bereits eine große Menschenmenge versammelt, die zu einigen Leuten auf den Stufen der Treppe aufschaute.
		</p>

		<p>
			Faramir wusste aus seinem Traum, dass er zu diesen Leuten musste. Er drängte durch die Menschenmenge und kümmerte sich nicht um die wütenden Ausrufe der von ihm und seinen Begleitern beiseitegeschobenen Menschen. Er musste diese Leute auf der Treppe genauer in Augenschein nehmen! Sein Blick fiel vor allem auf einen großen Mann, der die Arme hinter seinem Rücken verschränkt hielt und der zwischen zwei Wachen stand. Als sie an der hohen Statue vorbeikamen, blieb Faramir stehen. Er erstarrte, als er den Mann zu erkennen glaubte. Am liebsten hätte er den Namen des Mannes laut aufgeschrien, doch er konnte diesen Impuls unterdrücken und flüsterte nur:
		</p>

		<p>
			"Boromir!"
		</p>

		<p>
			Der Mann, der dort stand, war sein Bruder! Aber wie war das möglich? Boromir war doch schon vor dreizehn Jahren an der Nordgrenze Gondors getötet worden! Faramir selbst hatte das Totenboot gesehen, in das Boromir nach seinem Tod gelegt worden war. Doch hier stand er und war wieder lebendig! Allerdings schien er geschwächt zu sein und unter Schmerzen zu leiden. Sein rechtes Bein war dick verbunden. Die beiden Wachen stützten ihn.
		</p>

		<p>
			Faramir blickte zu seinen Begleitern, die ebenfalls große Augen machten, als sie Boromir erkannten. Der junge Bergil, der zu Boromirs Lebzeiten noch ein Kind gewesen war, murmelte: "Aber ist das nicht… Herr, ist er das?" Faramir nickte knapp und gab ihm das Zeichen zum Schweigen.
		</p>

		<p>
			Er schaute sich die anderen Leute auf der Treppe an: Vor den Zuschauern stand eine Reihe von etwa fünfzig Soldaten, die von einem Offizier in schwarz-goldener Rüstung kommandiert wurden. Hinter Boromir stand ein dicker alter Mann in einem weißen Gewand, der eine eigentümliche Krone aus glitzernden Kristallen trug. "Ist das ein König?", fragte sich Faramir. Vor dem Tor zu dem Kuppelbau standen viele Damen und Herren in schönen Gewändern – zweifellos waren das die Adeligen und Vornehmen in dieser Stadt. Unter ihnen fiel besonders ein großer Jüngling (oder doch noch ein Knabe?) in einem roten Gewand auf, der eine goldene Krone trug. An seiner Seite standen eine blonde Frau in einem schwarzen Gewand, außerdem ein Mann mit einer Glatze, ein kleiner Mann mit Spitzbart und ein junges Mädchen mit roten Haaren.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Soviel sei verraten: Faramir irrt sich - es handelt sich nicht um Boromir!
</p>

<p>
	Ich würde mich sehr über Fragen und Feedback zu meiner Fanfiction freuen! <img alt=":-)" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/emoticons/default_pf_smilie_0.gif" title=":-)" />
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">11627</guid><pubDate>Fri, 11 Dec 2020 21:38:20 +0000</pubDate></item><item><title>Der Satire-Mittelerde-Roman. In Gestaltung mit allen Foren Mitgliedern</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/10927-der-satire-mittelerde-roman-in-gestaltung-mit-allen-foren-mitgliedern/</link><description><![CDATA[
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	Hallo zusammen  <br />
	 
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<p>
	Ich möchte hier einen Foren Roman eröffnen er gesagt einen Satire Roman, der in Mittelerde spielt. In einem anderen Forum habe ich ihn schon eröffnet. Auf diese Idee brachte mich ein anderer User in diesem Forum, weil dieser User vor her schon einen Foren Roman eröffnet hatte, in dem jeder User seine Ideen mit einbringen kann und die Geschichte weitergeführt wird. Mir gefiel die Idee eines Foren Romans sehr gut. Nur ich hatte die Idee einen Satire Roman in Beteiligung mit anderen Usern zu schreiben. Ich würde diesen Satire Roman mit euch hier gerne weiterführen. Ich fand die Idee des anderen Users bzw. Foren-Mitgliedes auf jeden Fall klasse. In meiner Thread- Idee nehme ich Bezug auf den Grund Gedanken des anderen Users, aber in veränderter Form. Ich fände es mal spannend mit euch gemeinsam einen Foren Roman als Mittelerde Satire zu schreiben und dabei ist der Fantasie jedes einzelnen Foren Mitgliedes freien Lauf gelassen. Jedes Mitglied darf so viel schreiben wie ihm gerade dazu ein fällt .Der Fantasie  jedes einzelnen Users sind keine Grenzen gesetzt. Also, dann fange ich mal an. <br />
	Ich wünsche Euch viel Spaß dabei!!!<br /><br />
	Liebe Grüße<br /><br />
	Arwen Mirkwood   
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Es war einmal an einem schönen Sommer Abend im Düsterwald. Die Schlacht unter den Bäumen war auch schon knapp 10 Jahre her. Nach dem der Elbenkönig sich seine Haare wieder neu blondiert hatte, weil sie auch schon so langsam grau wurden, ging er noch mal zum Schießplatz, um sich dort mit seinem Sohn zum Training zu treffen. Legolas war schon längst da und hatte auch alles vorbereitet. Neben der Zielscheibe für das Bogen-Training stand ein großer Balken auf dem kleine Holz-Dosen standen, die runter geschossen werden sollten. Erst stand das Training mit dem Colt auf dem Plan und später danach das Training mit dem Bogen. Der König begann natürlich mit dem Üben und nahm seinen Colt aus dem Halfter und fing an zu schießen. Wie zu erwarten holte seine Majestät natürlich alle Holz-Dosen vom Balken. Aber als sein Sohn an der Reihe war holte der Prinz genau wie sein Vater auch alle Holz-Dosen vom Balken. Thranduil meinte nur zu seinem Sohn: Oh Legolas, wie der Vater so der Sohn!!!
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<em><strong>Foren-Mitglied:</strong></em> Legolas platzte fasst vor Stolz und sagte zum Vater, um die Gemeinsamkeiten mit ihm noch mehr zu unterstreichen, "gehen wir in den Schlosskeller, ein Weinfass aussaufen"! 
</p>

<p>
	<br /><em><strong>ArwenMirkwood: </strong></em>Oh ja, das ist eine gute Idee antwortete Thranduil grinsend. Nur musst du dir im Klaren sein, dass ich dich glatt unter den Tisch trinken werde, fügte er nochmals schelmisch grinsend hinzu. Legolas grinste eben falls und meinte etwas überheblich: Das werden ja noch sehen, wer hier standfester oder Trinkfester ist. Danach fügte er noch hinzu: Wir machen ein Trinkspiel und schauen, wer als erster von uns betrunken umfällt. Ach übrigens während des Ringkriegs habe ich bei einem Trinkspiel Gimli unter den Tisch getrunken?! Laut lachend meinte Thranduil nur: Ach das ist keine Kunst, Gimli ist doch nur ein Zwerg, mehr nicht!? Etwas angesäuert antwortete Legolas: Das werden wir ja noch sehen, wie Trinkfest du bist und nur zu deiner Information Gimli ist mein Freund. Wenn das so ist, dann lass uns jetzt mal in den Weinkeller gehen, antwortete Thranduil auf seinen Sohn. Schließlich machten sich die beiden auf den Weg zum Weinkeller. 
</p>

<p>
	<br /><em><strong>Foren-Mitglied: </strong></em>Am Weg vom Schießplatz zum Schloss gewahrte Thranduil, oder Thrandi wie seine Freunde ihn nannten, zur rechten Hand etwas kleines, rotes unter den Bäumen. "Oh, schau Legolas, Giftpilze. Wenn wir die zum Rotwein lutschen, wirkt der Alkohol viel schneller". "Jaa, jubelt Legolas, das ist dann wieder so wie im Wohnheim auf der Elbenuniversität für Botanik"
</p>

<p>
	.<br /><em><strong>ArwenMirkwood:</strong></em> Einen kurzen Moment war es ruhig, als Legolas nachdenklich meinte: Ach Ada, als wir an der Uni mit ein paar Freunden Wetttrinken gemacht haben, hat ein uns unbekannter Student zusätzlich die roten Pilze gelutscht und ist danach einfach umgekippt und nicht wieder aufgewacht. Da brachte auch Taurys Hilfe nichts mehr, sie hat umsonst geleuchtet. Möchtest du etwa auch gerne diese Erfahrung machen ??, fragte Legolas seinen Vater und fügte gleichzeitig hinzu: Aber wenn du gerne nach dem Genuss der Pilze tot umfallen möchtest bitte schön, ist ja dein Problem, aber probier es einfach aus, denn du bist ja eh schon ein uralter Mann, der nach dem Haare färben und zahlreichen Liftings noch so ziemlich frisch aussieht. Thranduil platzte bald der Kragen, er bekam einen hochroten Kopf vor Wut, er schäumte fast vor Wut. Er wollte die ganze Zeit was sagen, kam aber nicht dazu, weil Legolas schon wieder loslegte mit reden bzw. mit seinem Monolog. Er prustete wieder los: Ich lasse die Finger davon. Ach so und die roten Pilze heißen Fliegenpilze, frag Dr. Google! Wer ist das denn?, fragte der König seinen Sohn erstaunt und nicht wissend. Du meine Güte, du bist für deine 6100 Jahre echt ein Steinalter Mann geworden, der sich für Technik wie das Internet echt nicht interessiert, meinte Legolas entrüstet. Obwohl es für dich genau richtig wäre, so brauchst du nicht raus aus deinen 4 Wänden? Entgegnete Legolas ihm. Was ist denn mit dir, du bist jetzt 3000 Jahre alt und hast immer noch keine Frau!! Warf Thrandy seinem Sohn an den Kopf. Ach, weißt du Ada, es war noch nicht die richtige da, antwortete Legolas. Da meinte sein Vater daraufhin: Leggy, du warst damals scharf auf Tauriel, wäre die nichts für dich? Erstaunt antwortete Legolas: Sag mal Ada bist du besoffen oder lässt deine Gedächtnisleistung deines Gehirns so langsam aber sicher nach?? Stellte Legolas fest und fügte noch eine weitere Frage hinzu: du hast immer gesagt sie ist unter meinem Stand und nach der Schlacht der 5 Heere hast du sie verbannt?? Etwas sauer geschockt antwortete Thranduil: Ach ja, stimmt ja, habe ich ja ganz vergessen, ich glaube ich werde alt, aber bevor du gar keine Frau mehr ab bekommst, nimm einfach Tauriel?! Daraufhin antwortete sein Sohn, um wieder vom Thema etwas abzulenken: Aber lass uns mal in den Weinkeller gehen. Also gingen die zwei weiter. Auf ihrem Weg zum Schloss gingen sie durch die Gärten und kamen an Legolas Garten vorbei. Halt stopp Arda, lass uns kurz in meinen Garten gehen, meinte Legolas einfallsreich. Neben seinen Blumen und Staudenbeeten hatte er auch noch ein Kräuterbeet, in dem nicht nur Küchen und Heilkräuter standen, sonder auch merkwürdige Pilze wuchsen und eine seltsame Pflanze. Was sind das für Pilze und was ist das für eine Pflanze? Fragte Thranduil erstaunt. Ach das sind Glückspilze, die kann man essen und in Verbindung mit Alkohol knallt es so richtig, antwortete Legolas. Ach ja und das ist eine Marihuana Pflanze, die kannst du rauchen, aber auch in Plätzchen essen und in Verbindung mit Alkohol knallt die auch sehr. Das habe ich alles auf der Uni gelernt?, prahlte Legolas. Da bist du erstaunt von meinem Pflanzen-wissen was, neckte Legolas seinen Vater. Gut, Leggy, dann lass uns alles mal ausprobieren, sagte der König neugierig. Aber was lernt ihr bloß für Sachen auf der Uni, stellte der König entrüstet fest. Mit einem breiten schelmischen grinsen warf der König noch ins Gespräch ein: Es ist eigentlich gut, dass Tauriel weg ist, da brauche ich nicht näher drauf ein zu gehen, aber eigentlich auch wieder schade, denn wir hätten jetzt zu dritt im Keller sehr viel Spaß haben können!!! Ada meinte Legolas entsetzt und er bekam einen roten Kopf und fügte hinzu, lass uns jetzt in den Weinkeller gehen. So stiefelten die beiden los. 
</p>

<p>
	<br /><em><strong>Foren-Mitglied:</strong></em> Thranduil dachte über seine letzten Worte nach und kam zu dem Schluss, dass er zu weit gegangen war. Er beschloss deshalb seinem Sohn nun die ganze, grausame Wahrheit über Tauriel zu sagen. "Leggy, hör mal, ich muss dir was sagen"! "Was denn Ada"? "Nun, das ist so, ääh, wie soll ich es dir nur schonend beibringen"? "Also gut, ich sag' es geradeheraus"! "Ich habe Tauriel, damals, gar nicht verbannt". "Hast du nicht"? "Nein, das habe ich dir nur gesagt, um dich zu schützen"! "Wieso das denn, Ada und wo soll sie denn geblieben sein"? "Nun ja, mein Sohn, die Wahrheit ist, dass Tauri mit 'nem Zwerg durchgebrannt ist"!
</p>

<p>
	<br /><em><strong>ArwenMirkwood: </strong></em>Bitte was Ada!!!....Was sagst du da!!!....Taury ist mit einem Zwerg durchgebrannt!!!??, rief Legolas entsetzt herraus. Ja, mein Sohn, das ist bitter und wahr, antwortete Thranduil ruhig. Legolas schaute neugierig seinen Vater an und fragte ihn schließlich: Sag mal Ada mit welchem Zwerg soll sie durchgebrannt sein, weil du ja schließlich mit Bard auf der Beerdigung von Thorin mit seinen beiden Neffen Fili und Kili warst???? Thranduil fing an zu grübeln und meinte zu seinem Sohn: Wie soll ich dir das erklären, weil es eine sehr lange Geschichte ist...Aber ich versuche es.... Auf jeden Fall hat Tauriel sich von Kili verabschiedet, als ich ihr zu Letzt für Ihr Desertieren vergeben habe und kurz danach haben wir uns getroffen, den Rest kennst du ja. Nach dem du fort gegangen bist um Aragorn zu suchen, waren Bard, Gandalf, Bilbo und ich auf der Zwergen-Beerdigung. Tauriel war heimlich dort, aber ich habe so getan, als hätte ich sie nicht gesehen. Als letzte Anerkennung dem Zwergen-König gegenüber, habe ich ihm sein Schwert Orkkrist auf sein Grab gelegt. Ich mag ja die Zwerge bis heute nicht besonders, aber Balin war der klügste und vernünftigste von den Zwergen und Balin war der Jeniege, der mir die Edelsteine deiner Mutter zurück gab und von mir gab es dafür den Arkenstein zurück. Also sind wir praktisch Quitt so zu sagen. Naja eigentlich ist dein Freund Gimli auch ganz in Ordnung. Tauriel ist doch aufgefallen und durfte bleiben. Sie durfte sich den Zwergen anschließen. Sie ist eine Zeitlang bei den Zwergen im Erebor geblieben und hat dort Kilis und Filis Cousin Mili kennen und lieben gelernt und ist später mit ihm weg gezogen, wohin genau weiß ich nicht. Das war jetzt eine lange Geschichte, aber jetzt war auch die Zeit da, dir die Wahrheit zu sagen, fügte Thranduil verständnisvoll hinzu. Erleichtert und etwas traurig darüber, dass Tauriel einen Zwerg liebte, antwortete Legolas: Ada ich bin froh, dass du mir die Wahrheit gesagt hast und ihr für ihr Fehlverhalten vergeben hast. Es tut mir immer noch weh, dass sie sich in Kili verliebt hat, aber das sie jetzt mit Mili zusammen lebt tut mir erst recht weh. Aber was soll ich sagen, damit muss ich jetzt einfach leben, denn vorher ging es ja auch. Thranduil bemerkte die Trauer seines Sohnes und legte mitfühlend, anerkennend und tröstend seinen linken Arm die Schultern von Legolas. Um die gedrückte Stimmung auf zu heitern sagte er zu seinem Sohn: Leggy, lass uns gleich mal die Pilze ausprobieren zum Rotwein und wenn wir es noch schaffen etwas von der Pflanze auszuprobieren, um auf fröhlichere Gedanken zu kommen. Was hältst du von der Idee mein Sohn, fragte Thranduil. Das machen wir, weil wir es doch eh schon vorhatten antwortete Legolas und grinsend fügte er hinzu: Ich möchte sehen wie stand und trinkfest du noch bist?!
</p>

<p>
	<br /><em><strong>Foren-Mitglied: </strong></em>Als sie den Weg weitergingen, sagte Legolas plötzlich; "weißt du Ada, wenn ich genau über die Sache mit Tauriel nachdenke, so hat das Schicksal mich immer noch weniger hart getroffen, wie diesen Prinzen der Menschen, ich meine den, der damals mit Schneewitschen verlobt war". "Schneewitschen hat ja gleich mit sieben Zwergen zusammen...gewohnt". "Erinnerst du dich nicht mehr an den riesen Skandal, den die Sache verursachte als das Ganze aufflog". "Ich glaube es stand sogar in der Bildzeitung"!
</p>

<p>
	<br /><em><strong>ArwenMirkwood: </strong></em>Thranduil grübelte und meinte kleinlaut: Buh, das habe ich glatt vergessen und kann mich auch wirklich nicht mehr so genau dran erinnern wie es damals war. Zu seiner Entschuldigung fügt er hinzu: Legolas du weißt doch ganz genau, dass ich keine Bildzeitung lese, sondern nur den Spiegel!!!! Klatsch und Tratsch haben mich noch nie interessiert und den Spiegel habe ich doch schon ganz lange abonniert. Legolas war fassungslos, dass sich sein Vater nicht mehr daran erinnern konnte und sagte zu ihm: Ada, ich glaube du wirst langsam wirklich alt und du vergisst viel zu viel!!!!! Muss ich mir jetzt ernsthafte Sorgen machen Ada, fragte Legolas. Nein, musst du nicht Leggy, antwortete Thranduil etwas gereizt und er fügte noch hinzu, Ich behalte nur die wichtigen Dinge im Leben. Entrüstet antwortete Legolas: Wichtige Dinge??? Es geht hier doch um die benachbarten Königreiche der Menschen, Zwerge und Elben. Thranduil schaute ihn interessiert an und fragte seinen Sohn neugierig: Sag mal meinst du mit Schneewittchen etwa Arwen, die Tochter von Herrn Elrond und mit dem Prinzen Aragorn Arathorns Sohn??????????? Ja, genau von den beiden spreche ich und das war eine schöne Schlammschlacht in den Medien und zu allem Übel habe ich noch alles mitbekommen, antwortete Legolas. Irgendwas rattert jetzt in meinen Erinnerungen, denn es kommt mir auf seltsame Weise bekannt vor und an irgendetwas in dieser Richtung kann ich mich erinnern, meinte Thranduil und fügte hinzu: Ich habe immer gedacht, dass Arwen und Aragorn geheiratet haben und beide König und Königin von Gondor geworden sind. Das stimmt Ada antworte Legolas und fügte hinzu, nur was vorher und danach ablief war der reinste Wahnsinn. Ich erzähle dir mal die ganze Geschichte Ada. Legolas begann seinem Vater alle zu erzählen: Es war so, als ich damals nach dem Ende der Schlacht der 5 Heere auf die Suche nach Aragorn gemacht habe, traf ich ihn in Bree und er nannte sich Streicher und war total verliebt in Arwen. Als wir gemeinsam nach Bruchtal ritten, erzählte er mir die ganze Zeit etwas von Arwen. Aber als ich in Bruchtal war, erzählte Arwen auch die ganze Zeit von Aragorn. Die beiden schienen ganz verliebt zu sein. Ich war eine Zeit dort, um es beurteilen zu können, wie sehr die beiden verliebt waren. Als ich deine Nachrichten an Herrn Elrond nach Bruchtal gebracht habe, so vor 70 Jahren, bevor die 13 Zwerge kurz danach in unserem Reich waren. Als Gandalf mit den 13 Zwergen und Bilbo in Bruchtal war, hatte Arwen ein Auge auf Kili geworfen und ihn auch so nett angelächelt. Ich habe alles nur aus der Ferne beobachtet. Arwen verschwand abends mit Kili in ihren Gemächern.....mehr brauche ich ja nicht dazu zu sagen, meint Legolas grinsend und Morgens kurz bevor ich mich wieder auf die Heimreise machte, kamen sie quitsch vergnügt aus ihren Gemächern...... und Legolas musste wieder grinsen. Als wir dann vor 10 Jahren ein drittes Mal in Bruchtal war zur Besprechung, wegen der Sache mit dem Ring, zu der du mich hingeschickt hattest, waren Arwen und Aragorn immer noch so verliebt. Als ich mich der Gemeinschaft anschloss und später in Edoras in Gondor und später auf den Pelenonor Feldern, Seite an Seite mit Aragorn und meinem Freund Gimli gekämpft habe, sprach er und dachte er oft an Arwen. In der ganzen Zeit des Krieges erst in der großen Gemeinschaft und als sich die Gemeinschaft später aufsplitterte, dachte er oft an Arwen. Sie hat ja sogar ihre Unsterblichkeit für ihn aufgegeben. Nach dem siegreichen Ende des Krieges haben sie geheiratet und Kinder bekommen, aber jetzt wo der Krieg 10 Jahre vorbei ist, sind 7 Zwerge nach Gondor gekommen, von denen Arwen so fasziniert war, dass sie sich ihnen anschloss und Aragorn mit den Kindern sitzen ließ. Der arme Mann tut mir echt sehr leid. Das ist die ganze Geschichte, sagte Legolas. Thranduil hatte die ganze Zeit aufmerksam zugehört und immer wieder mit seinem Kopf geschüttelt und er sagte nur zu seinem Sohn, An die Geschichte vor dem Ringkrieg erinnere ich mich auch wider, aber was Arwen jetzt gebracht hat, ist echt hart, muss ich schon sagen. Jeder Elb oder jede Elbin wäre an einem gebrochenen Herzen gestorben, aber Aragorn tut mir echt leid. Da war die Sache im Vergleich mit Tauriel total harmlos. Vater und Sohn gingen durch die zahlreichen Gärten ihres Reiches, bis sie wieder zu den Höhlen kamen. Durch eine mit Efeu versteckte Türe kamen sie wieder zurück in die Höhlen des Palastes hinein. Sie gingen die vielen dunklen Gänge über viele schmale Treppen und Brücken in den Keller. Im Keller des Palastes angekommen gingen sie einen dunklen Gang entlang, der mit sehr wenigen Öllampen ausgestattet war, entlang zum Weinkeller. Als der König und der Prinz die Türe aufmachten saß dort auch schon Ihr Kellermeister Galion, stockbesoffen mit dem Kopf auf dem Tisch liegend, neben einem Glas Wein mit samt Thranduils Heerführer Rumil, dem es nicht viel besser erging. Das kann ja noch heiter werden meinte Thranduil. Wir können gerne ein Fass mit in deine Gemächer nehmen, meinte Legolas.
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<p>
	<br /><em><strong>Foren-Mitglied:</strong></em> Thranduil schaute einen kurzen Moment gedankenversunken auf seine zwei wichtigsten Gefolgsleute Galion und Rumil. "Weißt du Leggy, wenn ich mir die beiden da so ansehe, dann vergeht mir die ganze Freude am Wein". "Bei diesem Anblick kommen mir sofort die Urlaubsbilder von Malle wieder vor Augen, die du letztes Jahr im Urlaub am Ballermann von mir und den zwei iberischen Kneipenschlampen gemacht hast". "Oh, war das peinlich, wie ich zwischen den beiden, wie ein Sandwich, am Boden lag, und dann auch noch eingenässt". "Manchmal denke ich, dass Drogen keine Lösung sind". Legolas sah seinen Vater verblüfft an. So hatte er ihn noch nie sprechen hören. Sollte sein Ada tatsächlich altersweise werden? Thranduil fuhr fort, den Blick zur Wand gegenüber gerichtet, als wolle er in die Ferne, ja, in eine weit entlegene Zukunft blicken. "Ich überlege ernsthaft, einen Tag der Woche zu einem grünen Tee-Tag zu erklären". "Was hältst du davon, mein Sohn"? 
</p>

<p>
	<br /><em><strong>ArwenMirkwood: </strong></em>Legolas sah seinen Vater erstaunt und sehr verblüfft an und dachte nur, woher kommt jetzt bloß seine Einsicht. Legolas meinte nur zu seinem Vater: Ada, aus Schaden wird man klug und Einsicht ist der Weg zur Besserung. Außerdem muss ich sagen, finde ich die Idee eines Grünen- Tee Tages sehr gut. Ich bin stolz auf dich, dass du dich im Alter ändern möchtest. Thranduil antwortete gerührt, Dankeschön nein Sohn, dass du das an mir schätzt. Legolas war erstaunt, so etwas von seinem Vater zu hören und meinte, Ada das freut mich, diese Worte von dir zu hören. Legolas fügte hinzu, auf unserem gemeinsamen Urlaub auf Malle zurück zu kommen, was habe ich mich da fremdgeschämt für dich, als ich dich dort auf dem Boden mit den zwei Mädels gesehen habe. Thranduil schaute zu Boden und meinte kleinlaut, ich weiß Legolas, mein Sohn. Aber Ada, antworte Legolas sofort, als er seinen Vater beschämt zu Boden schauen sah und fügte schnell hinzu: Das ist nichts gegen das, was ich so alles in meinem Urlaub auf der Karibik und genauer auf der Insel Tortuga angestellt habe. Ich fand es peinlich was du als König auf Malle gemacht hast, aber was ich als Prinz in Totuga gemacht habe, ist noch viel viel schlimmer und peinlicher. Ich habe jeden Tag gesoffen und gekifft wie ein Loch und war nie nüchtern. Ich kann es nicht mehr sagen, was ich alles angestellt habe mit den Frauen und den Männern auf der Insel....., sagte Legolas peinlich berührt und erzählte weiter.....ich war sogar für ein paar Tage mit Captain Jack Sparrow und seiner Crew auf der Black Paerl unterwegs. Thranduil schaute seinen Sohn entsetzt an und meinte, und ich habe schon gedacht, dass das was ich auf Malle gemacht habe schon peinlich ist. Aber du schießt den Vogel ab. Legolas antworte beschämt: Ich weiß, Ada, aber es kommt noch schlimmer...... Ich weiß nicht, wie ich das beichten soll..... Aber ich erzähl es einfach..... Ich habe mich in Will Turner verliebt und habe mit ihm ein paar schöne Tage und Nächte auf der Black Paerl verbracht. Wir hatten so zu sagen ein Techtel Mechtel mit einander. Thranduil war entsetzt von was er hörte und meinte zu seinem Sohn: Oh man Legolas ich bin entsetzt und ich dachte immer schon ich wäre schlimm, aber was du da gemacht hast... Ne ne!!?? Peinlich berührt antwortete Legolas, ich weiß Ada, was ich gemacht habe, war sehr peinlich und für meine 3100 Jahre und nicht gerade sehr reif. Aber lass uns nicht weiter darüber reden Ada, sagte Legolas, um endlich vom Thema abzulenken. Thranduil meinte daraufhin: Gut lass uns grünen Tee trinken. Gute Idee antwortete Legolas und sie gingen weiter.
</p>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">10927</guid><pubDate>Tue, 09 Apr 2019 22:30:33 +0000</pubDate></item><item><title>FanFiction-Info: Schreibwettbewerb</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13650-fanfiction-info-schreibwettbewerb/</link><description><![CDATA[<p>
	Hallo ihr Lieben,
</p>

<p>
	ich hoffe das neue Jahr hat für euch gut begonnen?
</p>

<p>
	Ich möchte an dieser Stelle auf einen <a href="https://ardafanfic.de/story/contests" rel="external nofollow">Schreibwettbewerb</a> auf ardafanfic.de hinweisen, der vor ein paar Tagen gestartet wurde und insgesamt bis Ende März läuft. Vielleicht ist ja jemand auf der Suche nach Inspiration oder einer kleinen Herausforderung.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">13650</guid><pubDate>Sun, 19 Jan 2025 10:11:49 +0000</pubDate></item><item><title>Der Schatten der Sterne</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13662-der-schatten-der-sterne/</link><description><![CDATA[<p>
	Diese Geschichte ist keine Fanfiction und greift keine Charaktere, Handlungen oder Orte aus Tolkiens Geschichten auf. Dennoch frage ich mich, ob sie sich in die von Tolkien erdachte Welt einfügen könnte. Was meint ihr dazu?
</p>

<p>
	Jetzt aber erstmal viel Spaß beim lesen!
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Ein Schatten sprang durch die Wälder, flüchtete sich zwischen Ästen und hinter Büschen, um kurz darauf wie ein Sturmwind wieder aufzutauchen. Der Schatten sprang durch strahlendes Mondlicht, welches offenbarte, dass es eine Wölfin war, die über das Laub hastete. Ihr silbergraues Fell fing hier und da ein Blatt ein, um es kurz darauf wieder an den Wind zu verlieren. Tiere blieben ängstlich in den flüchtenden Schatten zurück. Doch die Wölfin befand sich nicht auf der Jagd. Sie sprang über Felsen und Gräben hinweg, folgte einem Pfad, den außer ihr nur wenige kannten. Schließlich sah man sie aus dem Schatten des schützenden Waldes auf eine im Mondlicht silbern glänzende Lichtung springen. In dem Moment, als ihre Vorderläufe den Boden der Lichtung berührten, verwandelte sie sich in eine wunderschöne Menschenfrau. Einen Augenblick lang blieb sie inmitten des Laubes hocken. Die lange und anstrengenden Jagd durch das Dickicht war ihr nicht anzumerken, als sie sich langsam erhob und ruhig atmend ein einziges Wort sprach: „Gihana.“ Nichts geschah. Nur das Licht des Mondes schien geduldig auf die Welt hinab, bis eine sanfte Brise, einem Sommerwind gleich, sachte über ihre unbedeckte Haut strich. Ihr hüftlanges Haar wehte, als ob es selbst nicht viel mehr wöge als die Luft. Sie schloss ihre Augen und hörte dem Flüstern zu, das der Wind zu ihr trug.<br />
	„Was ist dein Begehr Toidallah Späherin der Nacht?“<br />
	Die junge Frau öffnete wieder die Augen. Vor ihr schwebte die halb durchsichtige Gestalt eines Wesens, das mit seiner Größe an die höchsten Bäume erinnerte, mit den Händen den Wind zu führen schien und mit den Augen Leben gab.<br />
	„Gihana. Beschützerin des Waldes“, sagte die junge Frau und verneigte sich leicht, „Dem Wald droht große Gefahr. Ihr müsst etwas unternehmen, bevor es zu spät ist, die Bäume ihre Blätter abwerfen und alles Leben vergeht.“<br />
	Für einen Moment lag Stille über der Lichtung und nur das lange, grün schimmernde Kleid der Waldgöttin bewegte sich sanft in einem Wind, den kein normal sterbliches Wesen zu spüren vermochte.<br />
	„Was könnte das für eine Gefahr sein, von der du in solchen Worten sprichst?“<br />
	„Ich habe gesehen, wie ein Stern aus den Reihen der Himmelslichter fiel. Er verdeckte alles und nahm den ganzen Himmel für sich in Anspruch. Dann rauschte er als großer Schatten über die Wipfel der Bäume hinweg und Kälte und Finsternis bereitete sich aus. Er versuchte uns die Luft zum Atmen zu nehmen, nur dem Wind verdanke ich es, noch am Leben zu sein.“<br />
	Wieder kehrte Stille ein, bis aus weiter Ferne der Ruf einer Eule erklang. Mit der Ungeduld, die allen jungen Leben innewohnt, wartete Toidallah auf eine Antwort der weisen Frau. Unruhig verlagerte sie ihr Gewicht von einem auf das andere Bein. Die Beschützerin hatte doch bisher für jede Bedrohung eine Lösung gefunden. Sollte das diesmal anders sein?<br />
	„Gehe zu dem gefallenen Stern und frage ihn nach seinem Schatten“, sagte Gihana und schenkte der jungen Frau dabei ein Lächeln. Es war so lieblich, dass es Geborgenheit und Schutz vor allen Gefahren versprach. Dennoch regten sich leichte Zweifel in der Wolfsfrau. Das war wohl auch in ihrem Gesicht zu sehen, denn Gihana nickte ihr noch einmal bestätigend zu. Toidallah war jedoch noch mehr verwirrt: „Man kann Sterne etwas fragen?“<br />
	„Du kannst die Sterne befragen, wie du den Baum befragst, der in seinem langen Leben schon viel gesehen hat. Oder wie du den Fuchs befragst, der dir Schleichwege zu allen Winkeln des Waldes zeigen kann.“<br />
	Toidallah überlegte, wie ein Stern sprechen könne. Ihr fiel dazu keine Lösung ein, doch sie vertraute der Göttin des Waldes und ihrer Weisheit. So bedankte sie sich kurz und sprang mit einem kräftigen Sprung von der Lichtung zurück in den Wald. Dabei verwandelte sie sich wieder in einen Wolf.
</p>

<p>
	Ihre Läufe trugen sie geschwind über Äste und Steine. Während sie die Bäume umflog, wie ein Vogel die Berge umfliegt, elegant und mühelos, fragte sie sich, wie ein Stern wohl vom Himmel fallen könnte. Diese Lichtpunkte in der Nacht, die schimmerten wie weit entfernte Augen, schienen doch am Himmel so festzustehen, dass nichts und niemand es vermochte sie von dort herunterzuholen. Dennoch: Eines Tages, es mag vielleicht zehn Monde her gewesen sein, war sie bis zum Waldrand gegangen und als sie dort die Sonne beim Untergehen beobachtet hatte, waren ein paar Sterne aus dem Nichts aufgetaucht und quer über den Himmel gefallen, bis sie verglühten. Sie hatte es als einen schönen, aber auch traurigen Anblick betrachtet. Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich weder gefragt, warum die Sterne fielen, noch was ihre Absichten sein mochten.<br />
	Sie sprang über einen kleinen Bach hinweg, der sich durch den Waldboden schlängelte.<br />
	Dieses Mal war es anders gewesen. Wie jeden Abend hatte sie auf dem großen Wolfsfelsen gelegen und auf den Aufgang des Mondes gewartet. Als die Nacht schon fortgeschritten war und die Sterne zahlreich am Himmel funkelten, waren sie plötzlich überstrahlt worden. Nur wenige Momente später war der fallende Stern dicht über ihr gewesen, seine Hitze hatte nach ihr gegriffen und wollte sie verbrennen. Nur ein unerwarteter kräftiger Windstoß hatte sie im letzten Moment beiseite gestoßen. Der Stern selbst war mit lautem Donnern und hell lodernden Flammen auf den Wald unter dem Berg zugestürzt. Damit waren seine Absichten doch klar.<br />
	Gihana hatte ihr aufgetragen mit dem Stern zu reden. Und wieder fragte sich, wie ein Stern sprechen mochte. Ob er einen Mund hatte, wie die meisten Tiere? Oder konnte er sich schütteln, wie ein Baum? Rauschen wie ein Bach? In ihr steig Aufregung empor, als sie auf einen Felsen sprang und dort kurz verharrte, um die Richtung, in die sie nun musste, ausfindig zu machen. Sie hoffte, der Stern wäre nicht so mitteilsam wie ein Fels. Denn sonst könnte es ewig dauern, bis sie etwas erfahren würde. Sie sprang hinunter, beschleunigte ihren Lauf und wieder flogen die Äste und Blätter an ihr vorbei, rauschte der Wind in ihrem Fell. Zu der Neugierde mischte sich nun erneut Angst. Was wenn der Stern gekommen war, die Bäume zu verbrennen und die Tiere zu jagen? Was, wenn dieser Stern eine Spur der Verwüstung legen wollte, wie es die Menschen manchmal taten, wenn sie neue Wiesen und Felder brauchten? Auch wenn Gihana nicht besorgt zu sein schien, Toidallah hatte gelernt, dass Schatten immer böses brachten.<br />
	In ihren Gedanken sah sie, wie der Wind Asche um die kläglichen Reste der einst so stolzen Bäume wehte. Wie er alles, was ihr lieb und teuer war, verwehte in eine Wüste aus Staub und Hoffnungslosigkeit. Sie sah die Skelette toter Tiere in der Asche untergehen und sich selbst über all dem stehen und einen Fluss mit ihren Tränen füllen.<br />
	Toidallah war so in diese düsteren Gedanken versunken, dass sie die Veränderungen um sich herum erst spät bemerkte. In diesem Teil des Waldes war es still geworden. Viel zu still. Sollten sich ihre Gedanken etwa so schnell bewahrheiten? Waren die Tiere schon gestorben? Der Wind säuselte durch das Blätterdach, während sie ihre Schritte verlangsamte. Schließlich bewegte sie sich lautlos. Die vielen frischen Spuren im Boden zeigten ihr, dass die Tiere in Angst geflohen waren.
</p>

<p>
	Nur einige Schritte vor ihr lag eine Lichtung, die beim letzten Mond noch nicht da gewesen war. Bäume waren umgeknickt und lagen kreuz und quer am Boden. Äste, die sich kaum noch halten konnten, knarrten im Wind, der durch die neue Öffnung in den Wald drang. Aus der Mitte des Chaos stieg Qualm auf. Toidallah erschrak. War es zu spät? Hatte der Stern schon seinen Zug der Zerstörung begonnen? War dies das erste Zeichen des Feuers, das den Wald verbrennen würde?<br />
	Sie konnte aus der Sicht des Wolfes nur schlecht einen Überblick gewinnen. Also setzte sie sich und im Mondlicht, das unbekümmert aller Sorgen schien, verwandelte sie sich wieder in eine Frau. Toidallah erhob sich langsam. Erst als sie aufgestanden war, stellte sie erleichtert fest, das kein Feuer ausgebrochen war. Es stieg zwar Rauch auf, doch kam er nur von dem gefallenen Stern. Sie hatte erwartet, dass der Stern ebenso sanft leuchten würde, wie die Sterne am Himmel, doch dieser Stern war grau und schwarz. Trotzdem ging von ihm eine gewaltige Hitze aus, die den Boden um den Ort seines Aufschlags verbrannt hatte. Die junge Frau wich ängstlich noch einmal einen Schritt zurück.<br />
	Als sie ihn eingehend betrachtete, entdeckte sie Ähnlichkeiten zu Dingen, die sie kannte. Der Fels sah so gewöhnlich aus, wie ein jeder anderer Fels, den sie im Wald sehen konnte. Und doch versprühte er durch die Hitze und den Geruch verbrannter Erde in der Luft eine Furcht, die Toidallah zwischen weglaufen und näher gehen hin und her riss.<br />
	Die Wolfsfrau wartete einen Augenblick, doch nichts geschah. Schließlich nahm sie all ihren Mut zusammen und trat aus dem Schutz des Waldes heraus. Noch immer tat sich nichts, nur der nicht enden wollende Rauch wurde vom Wind davon getragen.<br />
	Sie atmete tief ein und fragte mit leiser Stimme: „Gefallener Stern, was ist dein Schatten?“<br />
	Es folgte wieder Stille, in der ihre Worte Zeit hatten zu verklingen. Sie rechnete nicht damit eine Antwort zu bekommen, doch dann antwortete ihr eine raue Stimme: „Mein Schatten ist die Einsamkeit. Denn ich habe alles verloren, wofür es sich zu leben lohnt.“<br />
	„Einsamkeit?“, fragte Toidallah. Diese Worte klangen für sie nicht nach einem bösen Schatten, der nur Zerstörung im Sinn hatte. Nein, diese Worte klangen viel mehr tief traurig und hoffnungslos.<br />
	„Einsamkeit“, bestätigte der gefallene Stern.<br />
	„Bist du nicht ein Stern, der vom Himmel viel?“<br />
	„Ja, ich bin ein Stern, der für tausende von Monden am Himmel stand und auf diese Welt hinabblickte. Doch nun bin ich nichts mehr.“<br />
	Toidallah ließ die Traurigkeit zu sich und setzte ihr die Freude des Lebens entgegen, „Wie kannst du einsam sein, inmitten all der Sterne, die den Himmel bewohnen?“<br />
	„Ich bin einsam, weil die anderen so weit entfernt von mir sind. Zwar gibt es viele andere Sterne, doch sind sie nicht so nah, wie es scheint“, erklärte der gefallene Stern, „Außerdem verstehe ich sie nicht. Ihre Worte klingen so seltsam und haben keine Bedeutung für mich.“<br />
	Toidallah warf einen kurzen Blick hinauf zum Himmelszelt. Waren die Sterne wirklich so unterschiedlich? Sie sahen sich doch alle so ähnlich.<br />
	„Es ist schade, dass ihr euch nicht verstehen könnt. Ich bin mir sicher, ihr hättet euch viel zu sagen. Bist du deshalb vom Himmel gefallen? Weil dort niemand für dich war?“<br />
	„Ich bin herab gefallen, weil die Leere in mir größer geworden ist, als mein Herz es je war und weil meine Schatten mehr vernichten, als mein Licht je erschuf. Nun will ich hier liegen, bis das letzte Feuer in meinem Inneren verlischt und der letzte Gedanke der Einsamkeit verblasst. Dann werde ich endlich frei sein.“<br />
	Toidallah sah den gefallenen Stern aus großen Augen an und schüttelte betroffen den Kopf. Niemand sollte sich aus diesem Grund aufgeben.<br />
	„Aber wenn das letzte Feuer in dir erloschen ist, dann wirst du nicht mehr sein.“<br />
	„Lieber will ich nicht mehr sein, als länger in der unendlichen Einsamkeit zu wandeln.“<br />
	Die junge Wolfsfrau blickte den Felsen an und überlegte eine Weile. Niemals hätte sie gedacht, dass ein Stern einsam sein könnte, strahlten sie doch so hell und schienen noch zahlreicher als alle Tiere zusammen. Doch nun lag einer von ihnen vor ihr. Hatte sie zunächst nur Böses erwartet, so war sie nun überrascht, wie stark sie mit dem Stern fühlte. Sie wollte nicht, dass das Feuer in seinem Innern gänzlich starb.<br />
	„Du bist in diese Wälder gefallen, deren Lebewesen ich liebe und schütze. Ich gebe zu, ich hatte große Angst vor dir und deinen Flammen, als ich dich vom Himmel fallen sah, doch nun bitte ich dich: Lass das Feuer in dir nicht ganz verlöschen. Bleibe eine Weile hier und lerne die Wälder kennen. Ich kann dir zeigen, wie du mit den Bäumen und den Tieren sprichst. Ich bin mir sicher, dass du hier viele entdeckst, die sich gerne mit dir unterhalten.“<br />
	„Wer sollte mit mir reden wollen? Ich habe die Bäume umgeworfen und die Tiere verjagt. Sie werden mich fürchten und hassen.“<br />
	Die junge Frau nickte, „Ja, sie werden dich erst fürchten. Doch ich rede auch mit dir. Sei einfach nur du selbst und ehrlich zu den anderen, dann werden sie dich verstehen. Niemand sollte einsam sein.“
</p>

<p>
	Es vergingen einige Augenblicke, in denen der gefallene Stern nachdachte.<br />
	„Aber ich bin ein Stern und solange ein Feuer in mir brennt, bin ich eine Gefahr für die Wälder. Berührt mich jemand, so wird er verbrennen.“<br />
	„Ich kann dir helfen, ein neues Leben zu finden“, Toidallah lächelte. Sie hob die Hände, fing mit ihnen das Mondlicht ein und trat auf den Stern zu.<br />
	„Nein! Bleib stehen! Komm nicht näher!“, rief der Stern, „Du wirst verbrennen!“<br />
	„Habe vertrauen“, sagte die junge Wolfsfrau und hielt ihre Hände über den glühenden Fels.<br />
	Der gefallene Stern vor ihr, zerfiel zu Staub, der von einem Windstoß davon getragen wurde. Zurück blieb eine Gestalt, die auf dem Boden kauerte. Toidallah blickte zu dem Mann, der langsam zu ihr aufblickte. Sie streckte ihm ihre Hand entgegen.<br />
	„Wenn du mich begleiten willst, werde ich es versuchen“, der Mann ergriff die Hand der Frau.
</p>
<p>
<a class="ipsAttachLink" href="https://www.tolkienforum.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=12045&amp;key=bc64c4e87f8663f9fd2b8edd524efae6" data-fileExt='pdf' data-fileid='12045' data-filekey='bc64c4e87f8663f9fd2b8edd524efae6'>Der Schatten der Sterne.pdf</a></p>]]></description><guid isPermaLink="false">13662</guid><pubDate>Sun, 26 Jan 2025 16:21:08 +0000</pubDate></item><item><title>Fantasy und Science Fiction Fanzines</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13425-fantasy-und-science-fiction-fanzines/</link><description><![CDATA[<p>
	Bin mir nicht sicher, ob das in diese Sektion passt, kann aber wenn nötig verschoben werden.<br />
	<br />
	Kennt hier irgendwer deutschsprachige Fantasy oder Science Fiction Fanzines, wo Amateurschreiber ihre Werke einsenden können?<br />
	<br />
	Irgendwie kommt mir vor, als ob die Fanzine Szene in den letzten Jahren schwer zurückgegangen ist und immer weniger Amateursachen veröffentlicht werden. Hat vielleicht auch mit Selfpublishing zu tun, das einfacher geworden ist.<br />
	<br />
	Trotzdem würde es mich freuen, Fantasy/Sci Fi Kurzgeschichten von Amateurschreibern in Fanzines lesen zu können.<br />
	Die paar Zines, die ich kenne, sind fast nur noch Werbebroschüren für Neuerscheinungen oder aber enthalten Reviews von Filmen/Büchern anstatt Geschichten von Amateurschreiberlingen.<br />
	<br />
	Kennt hier jemand so ein FanZine?  Ich meine sowas wie das Clarkesworld Magazin, nur in deutscher Sprache.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">13425</guid><pubDate>Wed, 28 Feb 2024 16:15:17 +0000</pubDate></item><item><title>Fan-Fiction-Info: Kampf um Mittelerde</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12245-fan-fiction-info-kampf-um-mittelerde/</link><description><![CDATA[<p>
	Auf Anregung von Torshavn eröffne ich einen Info-Thread zu meiner ersten Fanfiction "Kampf um Mittelerde".
</p>

<p>
	Die Geschichte schildert den Ringkrieg aus der Sicht von Boromir, Faramir, Éomer und Éowyn. Diese FF ist "Canon Compliant", d.h. sie hält sich strikt daran, wie Tolkien die Ereignisse im Buch geschildert hat - deshalb sind auch etliche Zitate aus dem Buch abgeschrieben. Verfasst habe ich die FF in jungen Jahren (mit Mitte Dreißig). Zuerst veröffentlicht habe ich sie 2007/2008 in der Grünen Hölle und in einem weiteren (leider auch nicht mehr existierendem) kleineren Forum. 2009 habe ich sie bei FF.de und 2017/18 bei AO3 hochgeladen:
</p>

<p>
	<a href="https://www.fanfiktion.de/s/49d1340f0000cccd06700fa0/1/Kampf-um-Mittelerde" rel="external nofollow">https://www.fanfiktion.de/s/49d1340f0000cccd06700fa0/1/Kampf-um-Mittelerde</a>
</p>

<p>
	<a href="https://archiveofourown.org/works/12794952/chapters/29201721" rel="external nofollow">https://archiveofourown.org/works/12794952/chapters/29201721</a>
</p>

<p>
	Feedback zu meiner Fanfiction ist willkommen! <img alt=":-)" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/emoticons/default_pf_smilie_0.gif" title=":-)" />
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12245</guid><pubDate>Thu, 19 Aug 2021 20:17:19 +0000</pubDate></item><item><title>Geschichte eines Zwerges, eine Serie produziert mit dem Computerspiel "Return to Moria"</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13330-geschichte-eines-zwerges-eine-serie-produziert-mit-dem-computerspiel-return-to-moria/</link><description><![CDATA[<p>
	Ein Film (in deutscher Sprache und englischen Untertiteln) mit Episoden, die während des Spiels "Return to Moria" produziert wurden. Eigentlich ist eine Episode fertig, weitere werden folgen... Viel Spass.
</p>

<p>
	Prolog: https://youtu.be/c3c_PQh9VLM<br />
	Der Einsturz: https://youtu.be/z5pWDM1lgtg<br />
	PPT-Professional Plunder Team<br />
	<br />
	Generelle Beschreibung:<br />
	Sauron ist besiegt, der Balrog aus Moria vertrieben und die Zeit der Zwerge ist gekommen, um den alten Glanz von Moria wieder herzustellen.<br />
	Es handelt sich um die Geschichte eines Zwerges und seine Abenteuer , während er die Minen von Moria, nicht ganz so freiwillig, entdeckt.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">13330</guid><pubDate>Tue, 14 Nov 2023 21:16:13 +0000</pubDate></item><item><title>Perlen der Poesie</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13152-perlen-der-poesie/</link><description><![CDATA[<p>
	Ich grüsse Euch<br />
	Der Funkenflug organisiert im Dezember einen - nein genau genommen zwei - Wettbewerbe: Perlen der Poesie und Schatztruhe der Worte.<br />
	Doch am besten lest Ihr selber:<br />
	<a href="https://funkenflug.ag/perlen-der-poesie-schatztruhe-der-worte/" rel="external nofollow">https://funkenflug.ag/perlen-der-poesie-schatztruhe-der-worte/</a>
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" href="https://www.tolkienforum.de/uploads/monthly_2022_12/PoetryPearls22.png.5bfa512efbc6819b300fc2ef2477a8a8.png" data-fileid="11120" data-fileext="png" rel=""><img class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="11120" data-ratio="156.25" width="480" alt="PoetryPearls22.thumb.png.1e575e1c0878885daf44673e531195ea.png" data-src="https://www.tolkienforum.de/uploads/monthly_2022_12/PoetryPearls22.thumb.png.1e575e1c0878885daf44673e531195ea.png" src="https://www.tolkienforum.de/applications/core/interface/js/spacer.png" /></a>
</p>

<p>
	Sichere Wege<br />
	Colcalad
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">13152</guid><pubDate>Sun, 04 Dec 2022 20:07:37 +0000</pubDate></item><item><title>Memories== Erinnerungen an einen Waldelben-K&#xF6;nig</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/10979-memories-erinnerungen-an-einen-waldelben-k%C3%B6nig/</link><description><![CDATA[
<p>
	<span style="font-size:18px;">Hallo zusammen.</span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Das ist meine erste Fanfiktion-Geschichte, die ich hier ins Forum hinein stelle. Diese Geschichte steht schon seit dem 12.08.2018 auf meinem Block und ich habe sie diesen Monat erst auf dem PC getippt und heute fertiggestellt. Na ja, ich schreibe mir schon seit 2016 Ideen in meinen Block hinein, aber habe diese noch nie zu Geschichten verfasst. Na gut eine Geschichte habe ich schon auf meinem Block vor gut 3 Jahren verfasst, aber nie auf dem PC abgetippt. Ich hoffe, dass euch diese Geschichte gefällt und freue mich auf Rückmeldungen von euch. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!!!</span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Liebe Grüße </span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Arwen Mirkwood </span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;"><em><u><strong>Memories  Erinnerungen an einen König / Waldelben</strong></u></em></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;"><u><strong>Zusammenfassung</strong></u></span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Die Elbenfrau saß in ihren Gemächern und dachte an ihren erst kürzlich verstorbenen Ehemann. Ihr Neffe war jetzt der König, doch ihren Mann vermisste Sie schmerzlichst. Sie spielte mit dem Gedanken in den Westen zu ziehen.</span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;"><u><strong>Schmerzliche Erinnerungen</strong></u></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Es ist so still geworden in unseren Gemächern, seit dem Du nicht mehr hier bist. Ich höre Deine klare dunkle Stimme nicht mehr, Ich sehe Dein wunderschönes Gesicht mit Deinen Eis blauen Augen und deinem verschmitzten Lächeln nicht mehr. Ich werde nie wieder Deine Liebe zu mir spüren. Nie wieder wirst Du unsere Gemächer und unseren Palast mit Deiner wundervollen Präsenz bereichern. Ich weiß nicht wie es Dir jetzt geht an dem Ort, an dem Du Dich jetzt befindest. Du hast den Düsterwald so geliebt und ihn wieder zu dem Grünwald gemacht, der er einst war. Du hast Dein Volk zwar mit eiserner Hand regiert, aber Du hast es geliebt, weil Du dachtest, Du tätest das Richtige, um Dein Volk zu schützen. Du warst ein begnadeter Kämpfer, Du hast die große Schlacht im ersten Zeitalter mit großen Verlusten gewonnen und die Euch geblieben Elben-Krieger sicher zurück in den Düsterwald gebracht. Du hast dabei bzw. während der der Schlacht Deinen Vater verloren, was für Dich sehr schwer zu ertragen war. Du musstest erst ein Mal lernen ein Volk zu regieren. Du hast in der Schlacht auf der Dargolad auch gegen Drachen kämpfen müssen und Du bist dabei schwer verletzt worden, aber Du hast Dich körperlich nach Deinen schweren Verbrennungen im Gesicht wieder erholt, nur seelisch hast Du Dich nicht davon erholt. Du hast viele Jahre später Deine um Alles Geliebte Frau, Deine Königin verloren, mit der Du auch einen Sohn hast, den jetzigen und neuen König des Düsterwaldes. Ihr herber Verlust zehrte auch an Deinem Herzen. Du wurdest immer unglücklicher und verbitterter. Du hast Dich auch immer mehr zurückgezogen und niemanden mehr an Dich herangelassen, sogar Deinen Sohn und Deine engsten Familienmitglieder hast Du von Dir fern gehalten und abgewiesen. Du hast Dich förmlich ein geigelt in Deinem Reich. Du hast sehr unter Deinem gebrochenen Herzen gelitten und hast aus reinem Schutze Deiner selbst, eine Fassade aus: Arroganz, Unnahbarkeit und Überheblichkeit aufgebaut. Du strahltest immer eine Kaltherzigkeit und Emotionslosigkeit aus, obwohl Du es gar nicht warst. Eigentlich warst Du ein sehr trauriger und sehr gebrochener Elb, hervorgerufen durch Deine ganzen schlimmen Erlebnisse in Deinem Leben. Du warst dem Rotwein sehr zugetan, weil er Dich für einen Moment, Deine Seelischen Schmerzen vergessen ließ.</span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Du warst wirklich ein guter Kämpfer und Krieger. Aber wie gesagt Du hast die Schlacht im ersten Zeitalter mit hohen Verlusten überlebt. Du hast in der Schlacht der 5 Heere das Volk der Menschen und die Stadt Thal gut vor den Orks  verteidigt und beschützten können. Du wolltest einen Krieg anfangen mit Thorin, nur um die Kette Deiner Frau  zurück zubekommen. Das habe ich nie verstanden, weil Du einen Sohn als Erinnerung an Deine geliebte Frau hast. Ja, ich weiß es, Thror hat Dich sehr gekränkt und Deinen Stolz verletzt, als er Dir die Kette nicht geben wollte, das verstehe ich ja, aber muss man deswegen bereit sein einen Krieg mit den Zwergen, besonders Thorin Eichenschild Thrors Enkel zu führen ? Du hast es nachher eingesehen und gemeinsam mit den Zwergen gegen die Orks zu kämpfen, um die Menschen und die Stadt Thal vor den Orks zu schützen. Du hast es geschafft nach einer Schlacht mit schrecklichen Folgen für Dein Volk und das der Menschen und Zwerge, die Ork-Armeen zu besiegen. Du warst entsetzt und traurig über der hohen Verlust Deiner Elben, und das weiß ich nur zu gut. In gewisser Weise hast Du Deinen Zwergen-Hass  überstanden und Thorin  und seine Neffen auf ihrer Beerdigung die letzte Ehre erwiesen. Du hast in Bard einen guten Verbündeten und Freund gefunden. Schließlich warst Du ja auch Jahre später auf seiner Beerdigung, um ihm als Deinen Freund die letzte Ehre zu erweisen. In der Schlachte unter den Bäumen im letzten Ringkrieg hast Du dein Volk und den Düsterwald von den Orks und Saurons Schergen gut verteidigt, so dass er am Ende wieder zum Grünwald wurde. Ich war Dir die ganzen Jahre sehr nah und ich habe gemerkt was mit Dir los war und wie es um Dein Herz bestellt war. Ich kannte Dich so gut wie kein anderer im Düsterwald, schließlich war ich Deine Schwägerin, die Schwester Deiner Ehe-Frau. Ich hatte immer Angst um Dich, dass Du sehr schnell schwinden würdest und an deinem gebrochenen Herzen sterben würdest. Aber Du warst stärker als ich gedacht habe. Im Grunde Deines Herzens warst Du immer ein guter Elb, Schwager und König. Nach der Schlacht unter den Bäumen und nach dem Ende des letzten Ringkrieges, als Legolas seine eigene Elben-Kolonie in Ithilien gründete, hast Du mich endlich in Dein Herz gelassen und in Deinem Herzen Platz für die Liebe geschaffen bzw für eine neue Liebe geschaffen. Wir waren sehr glücklich zusammen und Du warst auf ein Mal wieder glücklich und nicht wieder zu erkennen. Du warst wieder dieser unbeschwerte glückliche Elb, wie zu Zeiten als Du Deine Frau kennen gelernt hast und mit ihr einen Sohn hattest, bevor Du die schlimmen Erlebnisse im ersten Ringkrieg erlitten hast. Wir waren glücklich gemeinsam im Düsterwald. Du warst einfach ein Bild von einem Elben, so wunderschön, vor und nach den ganzen Schlachten. Dein ebenmäßiges und schönes Gesicht, Deine wunderschönen hell blauen Augen, die die Farbe des Himmels hatten, diese seidigen langen Silber blonden Haare, die so schön an Deinen Wangen vorbei flossen und so glatt Deinen Rücken hinunter glitten und Dir ebenfalls seidig über die Schultern bis zu Deiner Brust runter glitten, werden mir auf ewig in schöner Erinnerung bleiben. Genau wie Dein wohl geformter und vom Kampf gestählter Körper, so wie Deine maistätische Ausstrahlung, werden mir auch auf ewig in  guter Erinnerung bleiben. Es fühlt sich so unerträglich leer in meinem Herzen an, ohne Dich mein König und diese unsägliche Stille in unseren gemeinsamen Gemächern ist einfachfach untragbar für mich geworden.  Seit dem Du während bzw. nach einem Ausritt im Wald die Klippen am Waldesrand heruntergestürzt bist und so mit 200 Meter einen Abhang herunter in den Tod gefallen bist und weil Du nicht mehr lebend zu mir zurückgekehrt bist, bin ich todtraurig Das tragische Unglück ist geschehen,. , weil Dein Pferd gestolpert ist und auch mit Dir zusammen gestürzt ist Ich fühle mich jetzt so ziemlich einsam hier im Düsterwald ohne Dich mein geliebter König. Du fehlst mir einfach so sehr das es weh tut. Ich bringe Dir jeden Tag Deine Lieblingsblumen zu Deinem Grab in unserem gemeinsamen Lieblingsgarten unter der alten Linde im Düsterwald. Ich habe darauf bestanden, dass man Deinen Körper vom Fuße der Klippen zurück in den Düsterwald bringt und Du Deine letzte Ruhestätte in Deinem Düsterwald finden solltest. Dein Sohn und mein Neffe ist mit seinem Freund Gimli in den Düsterwald zurück gekehrt und ist jetzt der König des Düsterwaldes oder ehr des Grünwaldes geworden. Da die Zeit der Elben vorüber ist werden wir alle gemeinsam den geliebten und Deinen geliebten Düsterwald verlassen und bald nach Valinor segeln. Vielleicht treffen wir uns wieder. Ich hoffe es auf jeden Fall.</span>
</p>

<p>
	<strong><span style="font-size:18px;">Ende</span></strong>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">10979</guid><pubDate>Sun, 30 Jun 2019 19:44:26 +0000</pubDate></item><item><title>Fanfiction: Schattenkind</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/13154-fanfiction-schattenkind/</link><description><![CDATA[<p>
	So, hier mal eine Fanfic von mir, in der es um eine Tochter von Sauron geht, die zwischen die Fronten von Gut und Böse gerät, nach und nach werde ich neue Kapitel reinstellen, je nachdem wann ich zum Schreiben Zeit habe. 
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Nur ganz selten hatte die achtjährige Corwmoina jemanden zum Spielen, denn hier gab es nur wenige Kinder. Manche der Haradrimsoldaten hatten ihre Frauen und Kindern mitgebracht, wenn sie ihren Dienst in Mordor antraten, aber das taten die wenigsten. Sie fühlte sich oft alleine und langweilte sich sehr. Hier in dem dunklen Palast gab es nur sie, ihren fast immer schlecht gelaunten, schnell reizbaren Vater und viele Diener und Wachen, alles Orks und Haradrim. Ihr Vater verwöhnte sie sehr, sie bekam immer Süßigkeiten und jedes Spielzeug das sie wollte.  Jeden Tag unterrichtete sein Diener Gavdoras sie im Bogenschießen und im Schwertkampf, und Sauron selbst brachte ihr alles über dunkle Magie bei.<br />
	Aber wenn sie gerade keinen Unterricht hatte, war sie bis zum Abendessen sich selbst überlassen und konnte tun und lassen was sie wollte. Und das war ziemlich doof, wenn man keine Spielkameraden hatte.<br />
	Sie hatte zwar sehr viel Spielzeug, aber sich alleine damit zu beschäftigen machte auf Dauer keinen Spaß. Und gestern war ihr im Moment einziger Spielkamerad, Hordas, mit seiner Mutter zurück nach Harad gereist, so dass es nun niemanden gab, mit dem sie spielen konnte.<br />
	Und so saß sie in ihrem Zimmer und baute lustlos einen Turm aus schwarzen Bauklötzen, als ihr Vater zu ihr ins Zimmer kam. Ganz in schwarz gekleidet war er, und sein langes schwarzes Haar, das einen merkwürdigen Kontrast zu seinem sehr bleichen Gesicht bildete, fiel ihm bis über die Schultern.<br />
	"Die Orks bringen gerade einen neuen Gefangenen zu Kankra. Hast du Lust mitzugehen und zuzuschauen wie sie mit ihm spielt und wie sie frisst, Tochter?", fragte er sie, während er ihr liebevoll über den blonden Schopf streichelte.<br />
	"Ein anderes Mal gerne, Vater"; erwiderte das kleine Mädchen, "beim letzten Mal war das ja sehr unterhaltsam. Aber jetzt möchte ich lieber mit meinen Klötzen spielen."<br />
	"Du baust einen Turm mit den Händen?", sagte Sauron und lachte spöttisch, "das ist doch langweilig, dabei lernst du auch nichts. Ich habe dir doch gezeigt, wie man die Klötze durch die Luft schweben lassen kann."<br />
	Corwmoina hob die Hand und ließ die Bauklötze schweben, nur um ihrem Vater eine Freude zu machen.<br />
	"Na siehst du, was ich schon alles kann, Vater? Irgendwann werde ich eine mächtige Magierin sein, genau wie du. Gemeinsam können wir Mittelerde beherrschen, nicht wahr?"<br />
	Ein hämisches, kaltes Lächeln glitt über Saurons Lippen.<br />
	"Oh ja, mein Kleines, wenn du erst einmal erwachsen bist, wirst du Kräfte entwickelt haben, die du dir jetzt nicht einmal annähernd vorstellen kannst."<br />
	Mit diesen Worten und einem kleinen Kuss auf die Wange ließ Sauron sie alleine.<br />
	<br />
	Sie schaute vom Fenster aus zu, wie Sauron auf seinem Pferd "Dunkelschatten", gefolgt von mehreren berittenen Haradrim,  in Richtung Cirith Ungol verschwand.  Corwmoina langweilte sich so sehr, dass sie heute einmal etwas für sie ganz Aufregendes machen wollte:<br />
	Einfach einmal in das verbotene Zimmer gehen....ein Zimmer in einem der Türme des dunklen Schlosses, ein Zimmer, das außer Sauron niemand betreten durfte. Der Vater verbrachte oft ganze Tage in dem Zimmer, also musste etwas sehr wichtiges darin sein. Dummerweise war das Zimmer immer abgesperrt, und der Vater trug den Schlüssel dafür stets an einer Kette bei sich.<br />
	Aber Corwmoina hatte bereits mehr gelernt als der Vater ahnte, sie konnte mit Hilfe von Magie Türen einfach so öffnen. Eine Fähigkeit, die sie vor ihm verheimlichte, weil sie unbedingt sehen wollte, was in diesem Zimmer war.<br />
	Heute würde der Tag bestimmt nicht so langweilig sein wie sonst! Mit einem zufriedenen Lächeln verließ sie ihr Zimmer und schlich sich zu dem Turm, der , wie sie wusste, zwischen zwei Wachwechseln für ungefähr eine Minute unbewacht war.<br />
	<br />
	Doch was sie drinnen entdeckte, war eine Enttäuschung. Der Raum war so gut wie leer, außer einem mit Samt bezogenen Sessel, vor dem ein Tisch mit einer dunklen Kugel darauf stand, gab es rein gar nichts hier. Durch das kleine, schmale Fenster kam kaum Licht in die runde Turmkammer.<br />
	"Nur eine blöde Kugel, was soll ich denn damit? Wieso ist Vater dieses Ding so wichtig?", fragte sie sich, "was will er denn mit einer dummen, langweiligen Kugel?"<br />
	Trotz ihrer Enttäuschung ging das Mädchen zum Tisch  und betastete die Kugel mit beiden Händen. Als sie unter ihren kleinen  Händen zu pulsieren anfing, nahm sie schnell die Hände wieder weg, denn es fühlte sich unangenehm heiß an,<br />
	Und dann wurde Corwmoina von einer Flut von Bildern überwältigt, die die Kugel ihr alle in schneller Abfolge zeigte. Zuerst waren es hässliche Bilder von Orks, die sich im Streit gegenseitig töteten oder von einem Haradrim, der seine Frau erschlug und die Leiche einfach Kankra  zum Fraß vorwarf. Dann jedoch zeigte die Kugel  ihr  Bilder, die so wunderschön waren, dass die Kleine völlig überwältigt in die Kugel starrte.<br />
	Sie sah große Wiesen, auf denen bunte Blumen wuchsen. Sieh sah dicke Trauben an großen Weinstöcken. Sie sah  kleine Wesen mit großen Füßen bei einem fröhlichen Tanz in einer schönen Auenlandschaft, und sieh sah etwas, das es in Mordor noch nie gegeben hatte,  einen Nachthimmel, der von strahlenden Farben erhellt wurde, ohne zu wissen, dass das ein Feuerwerk war. Sie sah eine Menschenfrau, die ihr Kind liebevoll in den Armen wiegte. Sie sah ein Liebespaar beim Küssen, und noch so einige schöne Dinge mehr. Aber zwischendurch zeigte die Kugel ihr auch hässliche Szenen von Krieg und Tod, die sie sehr verstörten. Auch wenn manches verstörend war, sie konnte einfach nicht aufhören in die Kugel zu schauen, denn es faszinierte sie, Welten  zu erblicken, die so ganz anders waren als alles was sie kannte.<br />
	<br />
	Jetzt sah sie einen Wald, in dem alle Bäume voller goldfarbener Blätter  waren, die im Sonnenlicht strahlend schimmerten. Das Kind wusste nicht, was die Sonne war, denn sie hatte diese noch nie zuvor gesehen. Die Kugel zeigte ihr diesen Wald so lebendig und eindrucksvoll, als ob sie selbst gerade dort wäre. Sie konnte die Leute sehen, die dort herumliefen, und von denen viele weiße oder graue oder herbstbraune Gewänder trugen. Diese Leute lebten in den großen Bäumen mit den goldenen Blättern, und sie konnte mit der Kugel sogar in die einzelnen Fletts hineinschauen und sehen, was die Leute dort gerade taten. Sie schaute sich den größten aller Bäume an, der das Zentrum dieser Stadt aus Bäumen bildete. War das vielleicht so etwas wie ein Palast? Es war aufregend, in diese Fletts reinzuschauen, das war fast so, als ob sie mit einem lebendigen Puppenhaus spielen würde.<br />
	Sie schaute sich in dem großen Flett um, und schaute neugierig in die vielen Zimmer. In einem davon küssten sich ein Mann und eine Frau, igitt, das wollte sie sich nicht anschauen und wandte ihre Gedanken von diesem Zimmer ab.<br />
	Nachdem sie sich eine große Küche, in der gerade viele Mahlzeiten zubereitet wurden, und eine Bibliothek angeschaut hatte, erregte ein Zimmer, in dem zwei Kinder miteinander spielten, ihre Aufmerksamkeit. Es waren eine Junge und ein Mädchen, beide hellblond und spitzohrig, so wie sie selbst. Waren das auch Elben, so wie sie? Schaute sie da gerade in eine Elbenstadt?  <br />
	Der Junge musste ungefähr in ihrem Alter sein, das Mädchen vielleicht zwei oder drei Jahre älter als sie. Das Mädchen trug ein schneeweißes Kleid.....schneeweiß, igitt, dachte Corwmoina sich, und der Junge ein silbernes Gewand mit einem goldenen Gürtel, der aus ineinander verschlungenen Blättern bestand.<br />
	Die beiden bauten einen Turm aus Bauklötzen, genau wie sie selbst das immer getan hatte, aber nur mit den Händen.<br />
	Und die Klötze waren hier bunt, nicht schwarz wie ihre.<br />
	Der schon sehr hohe Turm fiel in sich zusammen, als der Junge einen weiteren Klotz drauflegte.<br />
	"Tja, Legolas, dann habe ich schon wieder gewonnen"; meinte das Mädchen frech grinsend, "du wirst mich wohl nie schlagen."<br />
	"Wetten dass doch, Alcrothiel? Nächstes Mal stürzt er nicht ein."<br />
	<br />
	Traurig fragte Corwmoina sich, wieso sie nicht solche Spielkameraden haben konnte....den beiden war bestimmt nicht oft langweilig.<br />
	Ihr Kopf begann heftig zu pochen und sie hatte das Gefühl, dass er gleich zerspringen würde.<br />
	"Legolas, hier stimmt was nicht"; sagte Alcrothiel und schaute sich misstrauisch im Raum um, "irgendjemand beobachtet uns da."<br />
	"Nein, hier ist keiner, hier in Lothlorien sind wir doch völlig sicher.  Alcro, deine Mutter beschützt doch alle hier vor Saurons Macht, hier ist es sicherer als bei mir daheim im Düsterwald. Hier kann uns keiner beobachten."<br />
	"Doch da ist jemand"; regte Alcrothiel sich auf, "ich spüre es, jemand schaut uns zu, und zwar von irgendwo anders! Ich muss Mutter holen!"<br />
	Noch immer konnte Corwmoina sich nicht von der Kugel abwenden, und sie wusste ja, dass sie hier in Mordor sicher war, und diese Kinder ihr nichts tun konnten.<br />
	Und hatte das Mädchen nicht gerade Lothlorien gesagt? Wo Vaters größte Feindin lebte, die er hasste und fürchtete?<br />
	Aber selbst wenn....hier konnte keiner ihr was tun.<br />
	Und sie hatte noch reichlich Zeit, der Vater würde erst in ein paar Stunden heimkommen.<br />
	<br />
	"Corwmoina! Corwmoina! Was soll das denn! Was hast du hier zu suchen? Ich habe dir doch verboten in das  Zimmer hier zu gehen? Wie bist du überhaupt ohne Schlüssel hier reingekommen!"<br />
	Gerade als sie zuschaute, wie die beiden Kinder aus dem Zimmer und in eine große Halle rannten, deren Dach mit goldenen Blättern bedeckte gewaltige Äste einer Baumkrone bildeten, riss der Vater sie abrupt aus der tiefen Versunkenheit.<br />
	Oje, das würde Ärger geben, der Vater sah wirklich sehr wütend aus...das war gar nicht gut.<br />
	"Vater...ich...ich wollte doch nur....."<br />
	Er hatte immer gesagt, wenn sie jemals in dieses Zimmer gehen würde, würde er sie windelweich prügeln....würde er das jetzt wirklich tun? Er hatte sie noch nie geschlagen, aber jetzt sah er wirklich sehr wütend aus.<br />
	"Was fällt dir ein! Mein Palantir ist nichts für Kinder! Warum gehorchst du mir nicht? Du bist genau wie deine Mutter!"<br />
	Die Kugel wurde wieder dunkel, und der Vater packte sie bei der Hand und zerrte sie aus dem  Zimmer.<br />
	"Geh da bloß nie wieder hinein, Tochter! Wer zu oft in diese Kugel schaut, der kann verrückt werden von all dem was er dort sieht. Was hast du gesehen, Moina?"<br />
	Er nannte sie immer schon Moina, es war sein Kosename für sie.<br />
	"Warum bist du überhaupt schon zurück, Vater?"; versuchte sie ihn abzulenken, "hat Kankra heute etwa den Gefangenen gefressen, ohne vorher damit zu spielen?"<br />
	"Ich war fünf Stunden weg", erwiderte Sauron verärgert, "wer in diese Kugel schaut, der vergisst die Zeit völlig. Also, sag, was hast du gesehen?"<br />
	"Nichts weiter"; wich sie ihm aus, "nur Orks die sich gegenseitig totgeschlagen haben, ein Haradrim der sein Frau erschlagen hat und langweilige Leute die sich geküsst haben."<br />
	"Und das ist wirklich alles?"<br />
	"Ja, das ist alles. Ich verspreche dir, Vater, dass ich da nie mehr reinschauen werde."<br />
	"Gut, dieses Mal bestrafe ich dich nicht, mein Kleines. Aber wenn du noch einmal in das Zimmer mit der Kugel geht, dann setzt es eine saftige Tracht Prügel und es gibt keine Geschenke und Süßigkeiten mehr."<br />
	Aber das war gelogen. Sie wollte irgendwann wieder hineinschauen, weil sie diesen Jungen, Legolas gerne wieder sehen wollte. Ohne zu wissen, warum sie das wollte.<br />
	Sauron nahm sie in den Arm und blickte sie ernst an.<br />
	"Weißt du, mein Kleines, ich habe dich sehr lieb, und möchte nicht, dass es dir so ergeht wie deiner Mutter. "<br />
	"Was ist denn mit Mutter passiert?"<br />
	Sie wusste nur, dass ihre Mutter seit sechs Jahren tot war, konnte sich nicht mehr an ihr Gesicht erinnern.<br />
	Da fing der Vater an leise zu weinen.<br />
	"Deine Mutter...sie....sie hat wie du eines Tages ihrer Neugierde nachgegeben und in die dunkle Kugel geschaut. Sie wurde süchtig danach und tat es immer wieder, ich konnte es leider nicht verhindern. Und...sie hat so viel schlimme Dinge darin gesehen, dass sie darüber wahnsinnig wurde und nicht mehr Herrin ihrer selbst war. Sie hat sich von den Zinnen des Palastes gestürzt. Ich will nicht, dass es dir auch so geht, Kleines, ich will dich nur beschützen. Du bist das Einzige, was mir von deiner Mutter geblieben ist. "<br />
	Corwmoina war entsetzt, es machte sie traurig, dass die Kugel ihre Mutter so krank gemacht hatte, dass sie den Tod gesucht hatte.<br />
	"Ich versprechs dir, Vater, ich werd niemals wieder in dieses Zimmer gehen und in die dunkle Kugel schauen."<br />
	Sauron nahm seine Tochter bei der  Hand und lächelte.<br />
	"Du bist ein gutes Kind, Moina. Komm, heute Abend gibt es Pfannkuchen mit Honig. Wir machen uns einen schönen Abend, mein Kleines."<br />
	Doch so gut die Pfannkuchen auch schmeckten, die Kugel ging dem Kind nicht mehr aus dem Kopf, obwohl Sauron ihr Angst gemacht hatte, wollte sie mehr von diesen schönen bunten Bildern, die sie für eine Weile aus dem dunklen, grauen Mordor herausführen würden.
</p>

<p>
	Nur wenige Tage später ritt ihr Vater erneut mit ein paar Orks und zwei Gefangenen im Schlepptau in Richtung  Cirith Ungol aus. Sobald sie außer Sichtweite waren, schlich sie sich wieder in das Turmzimmer, legte ihre zitternden Hände um die schwarze Kugel und schaute hinein.<br />
	Sie sah leuchtend grüne Wiesen mit bunten Blumen, einen weißen Hirsch der auf einer Waldlichtung äste, Hobbits beim Pilzepflücken, Bauern die mit Ochsenkarren die Saat auf ihren Eckern ausfuhren, und noch so einiges mehr. Nur denjenigen, den sie gerne sehen wollte, zeigte die Kugel ihr nicht.<br />
	"Zeig mir Legolas, Palantir"; sagte sie zu der Kugel, "ich will Legolas sehen."<br />
	Ihr Vater nannte die für sie so aufregende Kugel den Palantir, das hatte sie sich genau gemerkt.<br />
	Ob man die Kugel wohl so weit bringen konnte, einem zu zeigen was man sehen wollte?<br />
	Nun sah sie einen düsteren Wald, in dem große, fette Spinnen, die erschreckende Ähnlichkeit mit Kankra hatten, ihre Netze hoch oben auf den verwachsenen Bäumen spannen. Das musste der Düsterwald sein, von dem Vater so oft sprach, er erzählte ihr immer, dass ein Teil des Waldes, der mit den Spinnen, bereits unter seiner Herrschaft stünde.<br />
	Ein Jagdhorn hallte durch den dunklen Wald, dann sah sie eine elbische Jagdgesellschaft, an deren Spitze ein hellblonder Waldlandkönig mit einer aus frühlingsgrünen Waldblättern und Wildblumen bestehenden Krone auf dem Haupte ritt.  Neben ihm ritt sein ebenso blonder Sohn, der übers ganze Gesicht strahlte.<br />
	Corwmoina freute sich sehr, als sie sah, dass der kleine Prinz Legolas war. Und der Palantir machte es ihr möglich zu sehen, was er gerade dachte. Er war stolz darauf, dass er mit seinen zehn Jahren heute zum ersten Mal mit seinem Vater und dessen Gefolge zur Jagd reiten durfte.<br />
	<br />
	Fasziniert schaute das Mädchen der Jagdgesellschaft zu, und Freude und Stolz des Jungen erfüllten auch sie mit einem unbändigen Glücksgefühl. Sie beobachtete, wie die Jäger mehrere Hirsche erlegten, und wie Legolas mit Stolz alleine eines der Tiere mit einem gezielten Bogenschuss erlegte. Ach, wie gerne wäre sie jetzt dort gewesen im Düsterwald, bei der Jagdgesellschaft. Wie gerne würde sie einen Spielkameraden wie Legolas haben! Hier in Mordor war es alleine immer so langweilig. Wieso reisten sie und der Vater nicht einmal durch Mittelerde damit sie all diese schönen Orte aus der Kugel einmal in echt sehen könnte?<br />
	Sicher, die Kugel war ein schöner Zeitvertreib, aber sie machte ihr auch bewusst, wie einsam sie hier oft war. Im Moment gab es in Mordor nur ein einziges Kind, ein kleiner Haradrim namens Targas, und der war erst zwei Jahre alt, viel zu klein um ihr ein Spielkamerad sein zu können. Ach, wäre dieser Legolas doch hier! Dann wäre es bestimmt nicht mehr so langweilig!<br />
	Aber wenigstens hatte sie die Kugel.....Vater hatte ihr zwar gesagt, die wäre nichts für kleine Kinder, aber sie war jetzt schon acht, und damit kein Kleinkind mehr.<br />
	Sie schaute der Jagdgesellschaft zu, bis diese zum Höhlenpalast des Königs zurückkehrte, und  sie nahm sich vor, jetzt häufiger in den Palantir zu schauen, um zu sehen was Legolas so machte.<br />
	Auch wenn sie nicht mit ihm reden oder mit ihm spielen konnte, wenn sie ihm zuschaute, fühlte sie sich weniger alleine.<br />
	<br />
	Doch sie machte den gleichen Fehler wie beim letzten Mal:<br />
	Während sie in die Kugel schaute, vergaß sie alles um sich herum, und bemerkte nicht, wie die Stunden verstrichen. Sauron war längst zurück und ertappte sie auf frischer Tat in der Turmkammer.<br />
	Und natürlich war er rasend vor Wut.<br />
	"Verdammt nochmal, Moina! Ich hatte dir doch verboten, in die Kugel zu schauen! Warum hast du das getan? Ich habe dir doch gesagt, was die Kugel deiner Mutter angetan hat!"<br />
	Seine Augen funkelten so eisig, dass Corwmoina es mit der Angst zu tun bekam. Einen so kalten und wütenden Blick hatte sie bei ihrem liebevollen Vater noch niemals erlebt.<br />
	Und dann geschah etwas, das das Kind nicht verstehen konnte, und das es sehr verstörte. Während sie voller Angst dem Vater in die Augen blickte, konnte sie direkt in seine Gedanken blicken, was vorher noch nie geschehen war. Sie hatte gar nicht gewusst, dass so etwas möglich war. Hatte ihr der Palantir diese Gabe verliehen, als sie ihn berührt hatte?<br />
	Er hatte immer ein großes Geheimnis um den Tod ihrer Mutter gemacht, und nun sah sie aber etwas in seinen Gedanken....etwas, das sie nicht verstehen konnte. Sie sah ihren Vater, einige Jahre jünger als jetzt, und einen besonders großen und hässlichen Ork, der ihm ein kleines, strampelndes Bündel reichte. Ein Neugeborenes, das so laut brüllte, das sein Gesichtchen bereits krebsrot angelaufen war. Der Ork reichte dem Vater das zappelnde Bündel, und Sauron wiegte es lächelnd in den Armen.<br />
	"Ausgezeichnet, Azog, das hast du gut gemacht. Hat das ungehorsame Biest die Geburt überlebt?"<br />
	"Ja, Herr, sie lebt noch und hat sich mit Händen und Füßen gewehrt, als ich ihr Eure Tochter weggeholt habe. Unfassbar...die hat ernsthaft geglaubt, Ihr lasst sie Eure Tochter aufziehen...sagt, Herr, soll ich es zu Ende bringen?"<br />
	"Ja, sorgt dafür, dass sie verschwindet"; sagte Sauron und betrachtete stolz den Säugling, "und sagt, hat Eure Frau nicht gerade ein Neugeborenes? Schickt sie her, sie soll meine Tochter stillen. Oh... ich habe wahrhaft große Pläne mit ihr....sie soll schnell groß und kräftig werden. Und was die Leiche von dem Weibsbild betrifft.......nun....Kankra ist immer hungrig.... "<br />
	<br />
	Erschrocken wich das Kind zurück. Was war das denn gerade gewesen?<br />
	Entsetzt starrte sie den Vater an.<br />
	"Was ist mit meiner Mutter wirklich geschehen, Vater? Hast du sie an Kankra verfüttert? Wurde ich wirklich mit Orkblut gesäugt?"<br />
	"Orkblut? Kankra?"; wie kommst du denn auf so einen Unsinn, Kleines?"; fragte Sauron sie, nun sichtlich verärgert, "hast du diesen Unsinn etwa in der Kugel gesehen?"<br />
	"Ich konnte deine Gedanken sehen, Vater!"; erklärte sie ihm, "ich hab in deinen Kopf reingeschaut, und da war...da war...da hab ich ganz schlimme Dinge gesehen..."<br />
	"Unsinn, Kleines, das ist absoluter Unsinn. Weißt du, Kind, dieser Palantir ist sehr gefährlich, weil er jedem der hineinschaut, böse Trugbilder einpflanzt, und somit dafür sorgt, dass Söhne ihre Väter töten, Väter ihre Söhne und Mütter ihre Töchter, und so weiter und so weiter. Was immer du da gesehen hast, es war ein Trugbild des Palantirs. "<br />
	Nun nahm Saurons Gesicht wieder den üblichen, dem Mädchen so vertrauten sanftmütigen, liebevollen Ausdruck an.<br />
	Sie wehrte sich nicht, als er sie in den Arm nahm und ihr liebevoll über die Haare strich.<br />
	"Ich habe deine Mutter über alles geliebt, Moina, mehr als du dir jemals vorstellen kannst. Du bist ihr Ebenbild, und ich liebe dich mehr als alles andere. Der Palantir hat deine Mutter mit solchen Trugbildern getötet und jetzt versucht er das auch bei dir. Du hast schlimmen Bilder doch erst gesehen, nachdem du in die Kugel geschaut hast, oder nicht?<br />
	"Ja, Vater, das ist wirklich wahr. Vorher hab ich sowas nie gesehen."<br />
	"Und du glaubst mir doch, Kleines, oder? Niemals könnte ich deiner Mutter etwas antun, ich könnte sie niemals töten. Der Palantir will nur, dass du das glaubst."<br />
	"Wenn der Palantir so böse ist, warum behälst du ihn dann, Vater? Warum wirfst du ihn nicht einfach weg?"<br />
	"Weißt du, ich kann mit dem Palantir umgehen, mir kann die Kugel nichts tun, weil ich sie schon viele Jahre benutze. Deine Mutter wusste nicht damit umzugehen, genauso wenig wie du damit umzugehen weißt, aber ich kann mit der Kugel umgehen, deswegen ist sie für mich keine Gefahr. Leider wusste ich nicht, dass deine Mutter hineinschaut, sonst hätte ich ihren Tod verhindern können."<br />
	"Ich glaube dir, Vater und ich hab dich lieb", sagte die kleine Corwmoina, die einfach nur schnell die hässlichen Bilder, die sie vorhin gesehen hatte, vergessen wollte. Der Vater würde doch niemals die Mutter umbringen? Das konnte er doch einfach nicht wirklich getan haben? Dazu war er doch nicht wirklich fähig? Es konnte doch einfach nicht sein?<br />
	Er war der Mittelpunkt ihrer kleinen Welt, die einzige Konstante die es darin gab, die einzige Vertrauensperson. Die Bilder, die sie da gesehen hatte, das konnte doch einfach nicht sein. Und sie hatte hier auch niemals einen Org namens Azog gesehen, also war es ganz sicher eine Lüge.<br />
	Wenn der Palantir böse war, und nur böse Bilder vorgaukelte, war es wohl wirklich so, wie Vater sagte, und man schaute besser nicht hinein, wenn man keine Erfahrung damit hatte.<br />
	"Bring es mir bei, Vater, bring mir bei, wie man mit dem Palantir umgeht."<br />
	"Wenn du älter bist, jetzt bist du noch zu jung dafür"; erwiderte Sauron.<br />
	Und das war sein letztes Wort in dieser Sache.<br />
	Und auch wenn sie ihm nicht widersprach...die Kugel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.<br />
	Doch seit diesem Tag konnte sie nicht mehr aufhören zu grübeln, auch wenn sie ihren wachsenden Zweifeln nicht nachgeben wollte, weil sie den Vater über alles liebte.<br />
	Aber...wieso gab es kein Grab für die Mutter hier in Mordor, wenn er sie doch über alles geliebt hatte?<br />
	Und nicht ein einziges Bildnis von ihr?<br />
	Sie wagte es nicht ihn zu fragen, weil sie Angst vor seinen Antworten  hatte.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">13154</guid><pubDate>Sun, 04 Dec 2022 21:23:07 +0000</pubDate></item><item><title>Fan-Fiction-Info: Das Buch der Schlange</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12330-fan-fiction-info-das-buch-der-schlange/</link><description><![CDATA[<p>
	Hallo zusammen! <img alt=":-)" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/emoticons/default_pf_smilie_0.gif" title=":-)" /><br />
	<br />
	Ich dachte, ich probiere es jetzt einfach mal todesmutig und stelle euch eine meiner ersten Fan-Fictions vor.<br />
	<br />
	"Diese Geschichte spielt in Rohan und erzählt von den Ereignissen unmittelbar vor dem Ringkrieg. Orks wagen sich immer tiefer in das Gebiet der Pferdeherren, während der seltsame Gríma Schlangenzunge zum neuen Berater König Théodens wird."<br />
	<br />
	Vielleicht hat jemand von euch ja Zeit und Lust, mal hineinzulesen. Die Geschichte habe ich bereits vor dreizehn Jahren geschrieben und überarbeite sie aktuell stark mit dem Ziel, dass sie reifer und erwachsener wird, als sie es damals noch gewesen ist. Möglicherweise findet sich ja der ein oder andere, der mir noch ein paar Tipps und Hinweise geben kann, um die Geschichte zu verbessern. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen. Derzeit veröffentliche ich die Geschichte auf www.fanfiktion.de und neue Kapitel gibt es (wenn es mein Zeitplan zulässt) immer freitags. Geplant sind noch zwei weitere Teile, quasi ein Sequel und ein Prequel. Aber zuerst muss diese Geschichte vollendet sein.<br />
	<br />
	Und hier noch ein kleiner Ausschnitt, damit ihr einen ersten Eindruck habt, ob euch die Idee und die Art wie ich Schreibe überhaupt gefällt:<br />
	<br />
	 
</p>

<p>
	☆ ★ ☆
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<strong>Des Königs Berater</strong> | Kapitel 1
</p>

<p>
	<br />
	<br />
	Ein weites Land, von grünen Grasmeeren und kleinen Hügeln, wo man glauben mochte, hier würden die Dinge einfach liegen und größere Probleme würden sich schlicht in der großen Ferne verlieren. Doch in Edoras war die Stimmung dieser Tage getrübt, denn seit zwei Tagen stand der König ohne einen Berater an seiner Seite da. Mit ihm hatte er auch einen Freund verloren, den er sehr zu schätzen wusste. Allerdings darf auch erwähnt werden, dass die Umstände seines Todes nicht vollkommen aufgeklärt worden waren und möglicherweise würden sie auch mysteriös bleiben. Er hatte dieses Amt lange bekleidet und trotzdem war er noch nicht all zu alt gewesen, denn er hatte die fünfzig kaum überschritten. Dann war er, wie es hieß, auf einmal krank geworden und nur wenige Tage später an den Folgen verstorben. Da war es nicht verwunderlich, dass das Volk von Edoras hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln und zu munkeln pflegte und es keinem, oder nur den wenigsten, geheuer sein konnte, was hier vor sich ging.<br />
	<br />
	Die Gerüchte der Menschen handelten vor allem davon, dass der Berater einem hinterhältigen Anschlag zum Opfer gefallen war. Zumindest war dies die spektakulärste von allen Behauptungen. Nur wenige gingen soweit, dahinter jemanden zu vermuten, der sich die Stelle des Beraters zu eigen machen wollte, um an den König heran zu kommen.<br />
	<br />
	Klatsch und Tratsch fand man bald an jeder beliebigen Ecke, besonders in der Taverne, wo sich die Männer Abend für Abend aneinanderdrängten und die wildesten Geschichten verbreiteten. Für das Volk der Pferdeherren war ein solches Verhalten eher ungewöhnlich, denn die robusten und einfachen Krieger waren eher Bauern und Pferdezüchter, die sich nicht viel um andere Belangen scherten, doch wenn es um den König selbst ging, dann spitzten auch sie die Ohren und stellten ihre Vermutungen an. Aber in ihrem Gerede schwang auch eine ungewöhnliche Angst mit, welche man unter Rohirrim eher nicht antreffen konnte. Sie waren schließlich ein furchtloses Volk.<br />
	<br />
	<br />
	Als die Menschen höherer Positionen schließlich in Erfahrung bringen konnten, wer des Beraters Nachfolger werden sollte, wurde das Getuschel von neuem kräftig angeheizt. Nun hatte man eine konkrete Person, über die man reden konnte, die der eine oder andere kannte und von dem man sich schon ein Bild gemacht hatte.<br />
	<br />
	„Dieser Gríma…“, hieß es da. „Dieser Schlangenzunge…“<br />
	<br />
	Zwar war er ein Mann ihres Volkes, jedoch ein düsterer, dem niemand so wirklich trauen mochte. Ein Rumtreiber und Taugenichts sei er, so redeten sie. Der habe nie etwas zustande bekommen, der sei merkwürdig, der versteckte sich vor den Augen der Menschen, eine Kreatur des Schattens, fast als käme er wie die Orks aus Mordor, doch gab es unter den Rohirrim auch jene, die fanden derlei Spekulationen würden doch ein bisschen zu weit gehen. Für die meisten Bewohner war er nichts weiter, als ein heruntergekommener Bauerssohn, von dem man nicht viel wusste und über den man aus diesem Grund solche wilden Geschichten verbreitete.<br />
	<br />
	So viel man Gríma auch misstrauen mochte, so musste jeder zugeben, dass er eigentlich harmlos war, dass er noch nie jemandem etwas getan hatte und wegen seines gebückten Ganges und seinen unheimlichen Augen eben sonderbar wirkte, sonst nichts. Viele meinten, dass er einfach nicht hier her passen würde. Er sah eben anders aus als es üblich war, hatte schwarzes Haar und nicht das typische Flachsblond. Seine Haut war so blass, fast weiß und er verbarg sich stets im Schatten und schlich seiner Wege. Er war beinahe so etwas wie ein Ausgestoßener. Vielleicht war er einfach nur ein Mann, dem man von Anfang an wegen seines Aussehens Unrecht getan hatte.<br />
	<br />
	Doch er war nun einmal derjenige, der in der Position war, nun an die Stelle des Beraters zu treten und daran würde niemand hier etwas ändern können. Das Volk musste sich nun mit ihm arrangieren, ob sie es nun wollten oder nicht.<br />
	<br />
	König Théoden blieb nichts anderes übrig, als ihn mit seinen engsten Vertrauten und Kindern bekannt zu machen, auch, wenn ihm dabei irgendwas Unerklärliches widerstrebte. Darum ließ er Gamling, Háma, Horn, Harding, Grimbold, Herefara und Herubrand, seine Ritter, Théodred, seinen Sohn, Éomer, seinen Neffen und Éowyn, seine Nichte, zur Goldenen Halle Meduseld kommen.<br />
	<br />
	Seine Ritter hatten den Weg erstaunlich schnell gefunden und kurz nach ihnen betrat auch Éowyn die Halle. Sie eilte an die Seite ihres Onkels, begrüßte ihn in gewohnter Herzlichkeit und sah sich um, doch von Gríma war hier noch nichts zu sehen.<br />
	<br />
	☆ ★ ☆<br />
	<br />
	Für alle, die jetzt noch mehr lesen mögen: <a href="https://www.fanfiktion.de/s/6131e63e000d7b3814242f0e/1/Das-Buch-der-Schlange" rel="external nofollow">https://www.fanfiktion.de/s/6131e63e000d7b3814242f0e/1/Das-Buch-der-Schlange</a><br />
	<br />
	Über ein kleines, konstruktives Feedback - egal ob Lob oder Verbesserungsvorschläge - würde ich mich sehr freuen. <img alt=":-)" data-emoticon="" src="https://www.tolkienforum.de/uploads/emoticons/default_pf_smilie_0.gif" title=":-)" />
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12330</guid><pubDate>Wed, 29 Sep 2021 18:38:37 +0000</pubDate></item><item><title>Der  Herr der Schatten</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12384-der-herr-der-schatten/</link><description><![CDATA[<p>
	Als Frodo die Augen öffnete, lag er in einem sauberen Bett mit weißen Laken in einem großen Zimmer, dessen Fenster einen schönen Blick in einen großen Garten boten. Das letzte, woran er sich erinnerte, waren die Adler, die ihn und Sam nach der Explosion des Schicksalsberges vor der brodelnden Lava gerettet hatten.  Jemand hatte ihm den blutigen Stumpf an der Hand verbunden, wo Gollum ihm den Finger mit dem Ring abgebissen hatte. Der Hobbit erinnerte sich daran, dass Gollum mit dem Ring in den Schicksalsberg gefallen war. In diesem Moment waren seine Gefühle sehr gespalten. Der eine Ring war vernichtet worden, und einerseits war er sehr erleichtert darüber, andererseits vermisste er den Ring auch sehr und fühlte plötzlich eine große innere Leere. Nun herrschte Frieden in Mittelerde, aber würde er selbst jemals wieder Frieden empfinden können?<br />
	Gandalf saß an seinem Bett und betrachtete ihn besorgt. Der Zauberer war ganz bleich im Gesicht und hatte dunkle Ringe unter den Augen, die von schlaflosen Nächten kündeten.<br />
	"Du warst zwei Tage ohnmächtig, Frodo. Wir haben uns große Sorgen um dich gemacht. Wie geht es dir? Ich bin ja so froh, dass du endlich aufgewacht bist."<br />
	"Mir geht es gut, Gandalf. Ich fühle  mich noch etwas erschöpft, das ist alles. Sag, was ist mit Sam? Geht es ihm auch gut?"<br />
	"Ja, es geht ihm gut, er war vorhin noch hier um nach dir zu schauen. Nachher wird er gewiss noch einmal zu dir kommen", erwiderte der Zauberer.<br />
	Wieso wurde Frodo nur das Gefühl nicht los, dass etwas mit Gandalf nicht stimmte? Da war etwas in Gandalfs Augen, eine Traurigkeit, eine Verzweifung, die ihm große Angst machte.<br />
	"Der Ring ist doch vernichtet worden, oder?"<br />
	Gandalf seufzte leise und konnte Frodo in diesem Moment nicht in die Augen schauen.<br />
	"Es ist besser wir reden jetzt nicht darüber. Du musst dich erst ein wenig erholen, Frodo, du bist immer noch sehr geschwächt. In ein paar Tagen können wir dann darüber sprechen. "<br />
	"Ich will aber jetzt darüber reden"; beharrte Frodo, "ich merke doch, dass hier etwas nicht stimmt. Bitte sag mir was los ist, ich habe ein Recht darauf es zu wissen. Du siehst so besorgt aus, ich sehe dir doch an, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist."<br />
	"Also gut, dann sage ich es dir, Frodo. Keiner von uns weiß genau was nicht stimmt. Der Ring wurde vernichtet, und wir haben gesehen, wie der Schicksalsberg explodierte. Aber wenig später, während du hier ohnmächtig im Bett gelegen hast, nachdem Aragorn deine Verletzung versorgt hatte, kam ein schlimmes Unwetter auf, schwarze Wolken bildeten sich über Minas Tirith und ein wild tobendes Unwetter zog  über die Stadt in Weg Richtung Mordor. Dann sahen wir einen roten Feuerstrahl, der hoch in die Luft aufstieg, und dies geschah in Mordor. Wir alle haben gegen Saurons aus Orks, Trollen und Haradrim bestehendes Heer gekämpft vor den Toren Mordors, und dann, nachdem der Schicksalsberg explodiert war, öffneten sich die Tore Mordors erneut, und Heerscharen von Orks kamen heraus, angeführt von einer auf einem schwarzen Pferd reitenden dunkel gekleideten Gestalt, die ihr Gesicht unter einem schwarzen Helm verbarg. Dieser Mann trug einen goldenen Ring am Finger, einen Ring, der genauso aussah wie der eine Ring. Die Inschrift in dem Ring glühte, fast so, als ob er gerade erst frisch geschmiedet worden wäre.<br />
	Wir haben tapfer gegen die Heere Mordors gekämpft, und dabei sind viele unserer Männer gefallen. Wir haben die Schlacht verloren, und nur wenige von uns konnten fliehen. Als klar wurde, dass wir keine Hoffnung mehr auf den Sieg haben, befahlen Aragorn und ich unseren Männern den Rückzug nach Minas Tirith, damit nicht noch mehr Männer fallen. Es war alles umsonst, Frodo. Der eine Ring ist vernichtet, und doch ist es Sauron  irgendwie gelungen, am Leben zu bleiben. Wir glauben, dass er derjenige war, der uns da angegriffen hat, denn genau so einen Helm trug Sauron in jener Schlacht, in dem er damals den Ring der Macht verloren hat. Jetzt sitzen wir in der Falle, denn es wird gewiss nicht lange dauern, bis Sauron uns mit seinem Heer angreift. Es tut mir so leid, Frodo, dass ich dich auf diese gefahrvolle Reise zum Schicksalsberg geschickt habe, und das völlig umsonst."<br />
	<br />
	Frodo war so geschockt, dass er zunächst gar nicht wusste, was er dazu sagen sollte. Er konnte es kaum fassen, dass all das, was er und die anderen Gefährten durchgemacht hatten, umsonst gewesen sein sollte. Und in diesem Moment war er wirklich wütend, dass Gandalf ihn auf diese gefährliche Reise geschickt hatte, aber er brachte es nicht über sich, das dem erschöpft und völlig verstört aussehenden Zauberer jetzt ins Gesicht zu sagen.<br />
	"Was werden wir jetzt tun, Gandalf? Ist jetzt alles verloren? Hat Sauron jetzt endgültig gesiegt?"<br />
	"Hoffnung gibt es immer"; versuchte Gandalf den Hobbit aufzumuntern, "wir müssen uns jedoch erst beraten, um dann zu entscheiden, was wir als nächstes tun sollen. Ich habe die Adler mit einer Nachricht nach Imladris und Lothlorien  und auch zu Radagast geschickt, damit sie wissen,  was geschehen ist. Saruman haben wir verloren, er steht jetzt auf der anderen Seite, aber Elrond, Radagast, Galadriel und ich besitzen womöglich, wenn wir uns zusammentun, genug Macht um es mit Sauron aufnehmen zu können. Wir wissen nicht, woher dieser neue Ring gekommen ist. Sauron ist erstarkt, ich habe ihn gesehen,  er sah genau so aus wie in jenen Tagen, als wir schon einmal gegen ihn in die Schlacht zogen. Er mag glauben, er habe uns endgültig besiegt, aber aufgeben werden wir nicht. Wir finden einen Weg, Frodo. Noch ist nichts endgültig verloren."<br />
	Dem Hobbit liefen die Tränen über die Wangen und er zitterte am ganzen Körper.<br />
	"Ach, Gandalf, ich hatte mir das alles ganz anders vorgestellt, ich dachte, die Zeit der ständigen Angst wäre endlich vorbei und ich könnte mit Sam, Merry und Pippin zurück ins Auenland. Ich vermisse das Auenland. Ich vermisse es so sehr. Und jetzt sehe ich es vielleicht nie wieder."<br />
	Der Zauberer nahm Frodo in den Arm und strich ihm tröstend über den Kopf.<br />
	"Du wirst deine Heimat wiedersehen, Frodo, leider etwas später, aber der Tag wird kommen. Und leider gibt es auch im Auenland Probleme, denen wir uns später auch noch werden widmen müssen."<br />
	"Was für Probleme denn?"<br />
	"Nun, Saruman und Grima sind im Auenland aufgetaucht, und Saruman führt dort jetzt unter dem Namen "Scharrer" eine Schreckensherrschaft. Aber wenn wir Sauron besiegen, dann steht Saruman ganz alleine da und wird sich dort im Auenland nicht halten können."<br />
	Frodo verharrte eine Weile in Gandalfs Armen und weinte sich aus, die schlimmen Nachrichten waren für ihn nur schwer zu verkraften.<br />
	"Zumindest eine gute Nachricht gibt es"; versuchte der Zauberer ihn aufzumuntern, "von unseren Gefährten, von der Gemeinschaft des Ringes ist niemand im Kampf gegen Saurons Armee gefallen. Und wir haben genug Männer aus Gondor und auch aus Rohan, um Minas Tirith eine ganze Weile verteidigen zu können. Wir finden einen Weg. Es wird alles wieder gut."<br />
	Aber irgendwie bezweifelte Frodo das, er hatte das Gefühl, dass nichts jemals wieder so werden würde wie vor jenem Tag, an dem Bilbo seinen 111. Geburtstag gefeiert hatte.<br />
	Ein Schatten aus Mordor war über sie alle gekommen und der Hobbit empfand das kalte Grausen bei dem Gedanken, dass das Schlimmste womöglich nicht hinter ihnen, sondern noch vor ihnen lag.<br />
	<br />
	Zur gleichen Zeit in Mordor<br />
	<br />
	Sauron stand auf dem Balkon seines riesigen Palastes, einem finsteren, an den Rand einer dunklen Bergkette erbauten Gebäude, das teilweise in den Fels hineinragte, und unter dem sich unzählige Kellerverliese befanden, in denen schon viele Feinde des dunklen Herrschers zu Tode gefoltert worden oder verhungert waren. Auch jetzt zeigte Sauron sein Gesicht nicht, es blieb unter dem großen schwarzen Helm, der das gesamte Gesicht bedeckte, verborgen. Aus dem Helm ragten spitze Zacken heraus, es war jener Helm, den er bereits bei der Belagerung von Barad-dur, getragen hatte, als Isildur ihm den Ringfinger mitsamt dem Einen von der  Hand abgeschlagen hatte. Damals hatte er nicht nur den Ring und die Schlacht, sondern auch seinen Körper verloren.<br />
	Doch das war jetzt vorbei,  ganz in schwarz gekleidet stand er jetzt vor seinen Anhängern und hielt die rechte Hand, an deren Ringfinger jetzt ein goldener Ring, dessen Inschrift immer noch rötlich glühte, so grell schimmerte, dass alle Orks und Haradrim, die auf dem großen Platz vor dem düsteren Palast standen, staunend zu ihm aufblickten.<br />
	"Nun hat das vierte Zeitalter begonnen! Das Zeitalter Saurons! Über ganz Mittelerde werde ich herrschen, und jeder, der auf meiner Seite ist und mir gehorsam dient, wird von mir reichlich belohnt werden! Schon bald wird es keinen Gandalf mehr geben! Keinen Radagast! Keinen Elrond! Keine Galadriel! Sie alle werden fallen, weil ich viel stärker bin als sie. Diese Narren, sie haben wirklich geglaubt, mich vernichten zu können, indem sie den einen Ring vernichten. Aber niemand kann mich, den dunklen Herrscher einfach so vernichten, indem er einen Ring, den ich geschmiedet habe, in den Schicksalsberg wirft. Mittelerde ist so groß! Für jeden von euch wird es Land geben! Das Auenland! Rohan! Gondor! Lothlorien! Imladris! Ithilien! Das alles gehört jetzt mir, und natürlich euch, meine treuen Gefolgsleute! Wir werden all diese Länder erobern! Niemand kann es mit uns aufnehmen!"<br />
	Sauron hielt seine Hand in die Höhe, der Ring glühte immer noch rötlich. Der dunkle Herrscher hatte seine Hände unter schwarzen Handschuhen verborgen, und trug den Ring über dem Handschuh. Nun bildete sich in seiner Hand ein kleiner Feuerball, der stetig größer wurde, und Saurons Anhänger schauten zu dem Balkon hinauf, um zu sehen, was Sauron nun tun würde.<br />
	Als der Feuerball so groß wurde, dass er die ganze Hand ausfüllte, schleuderte die schwarzgekleidete, schlanke Gestalt ihn auf einen verdorrten Baumstumpf, der unten auf dem Palastvorplatz stand. Hier in Mordor gab es nichts, das wuchs und gedieh, frisches Grün sah man hier nie.<br />
	Kaum hatte der Feuerball den Stumpf getroffen, brannte dieser lichterloh.<br />
	"Genau das werde ich mit dem weißen Baum in Gondor machen, um diesem verlausten Waldläufer zu zeigen, dass die Tage der Dunedain zu Ende sind. Das vierte Zeitalter wird mein Zeitalter sein. Die Krone Gondors ist nun mein. Nun, ich bin sehr zufrieden mit Ausgang der Schlacht..es war herrlich, wie dieses Gesindel sich feige in die weiße Stadt geflüchtet hat. Nun denn, bald wird es die schwarze Stadt sein. Heute soll in ganz Mordor reichlich Wein fließen, für jeden meiner Untertanen. Ihr habt es euch mit dieser ruhmreichen Schlacht verdient. Dazu gibt es Spanferkel für alle!"<br />
	Die auf dem Platz versammelten Orks, Trolle und Haradrim jubelten ihrem Herrscher lautstark zu. Dass er ihnen Alkohol und Spanferkel spendierte, und ihnen außerdem Land in den eroberten Gebieten versprach, war etwas völlig Neues, das ihnen sehr gefiel. Sonst hatte er sie immer nur mit Drohungen dazu gebracht, ihm Gefolgschaft zu leisten, und diese neue Seite an ihm war ihnen mehr als angenehm.<br />
	Selbst die Haradrim, die die Sonne ihres Heimatlandes Harad sehr vermissten, hatten sich längst daran gewöhnt, niemals die Sonne sehen zu können, wenn sie in Mordor weilten, um ihre Dienstpflicht gegenüber dem dunklen Herrscher zu erfüllen. Sonst hatte nur die Angst vor Sauron sie hier gehalten, doch an diesem Abend waren sie sogar gerne hier, weil überall der Wein in Strömen ausgeschenkt wurde, und das auch noch kostenlos. Und dazu das krosse Spanferkel, so gutes Essen gab es hier in dem Land, in dem niemals die Sonne aufging, normalerweise nicht.<br />
	"Ich frage mich, warum Sauron plötzlich so großzügig ist zu uns"; meinte der Haradrim Abadil, als er mit seinen Kameraden aus dem Heer in einem der in dunklen Felsgrotten betriebenen Wirtshäuser Mordors saß, in denen nur wenige Kerzen die Finsternis erhellten.<br />
	"Ich mache mir darüber keine Gedanken"; erwiderte Mehamil, "das ist mir ziemlich egal, warum der dunkle Herrscher sowas macht, Hauptsache es schmeckt."<br />
	Mit diesen Worten biss er eine zwischen zwei Scheiben Brot  liegende, vor Fett triefende Scheibe Spanferkel und kaute genüsslich.<br />
	"Ich weiß, warum er das macht"; sagte der bereits leicht angeheiterte Bathlor, der bereits sein drittes Glas Wein trank, "er hat vor, jetzt ganz Mittelerde zu erobern, und das kann nur funktionieren, wenn er seine Gefolgsleute nicht mit Angst seinem Willen unterwirft, denn selbst ein so mächtiger Herrscher wie er kann nicht ganz Mittelerde überwachen. Für ihn ist es leichter, wenn seine Gefolgsleute ihm freiwillig und nicht aus Angst folgen. Denn dann sind seine Aussichten, ganz Mittelerde zu erobern viel besser. Er braucht jetzt Verbündete, die nicht nur durch Angst an ihn gebunden sind."<br />
	"Wir sollten heute essen und trinken soviel wie nur geht. Ich bin sicher, dass wir bald in den Krieg ziehen müssen, und dass dieser Krieg lange dauern wird"; mutmaßte Mehamil, "und die Feldküche auf dem Schlachtfeld wird nicht so gut sein wie das Spanferkel hier."<br />
	And diesem Abend feierten Saurons Gefolgsleute bis tief in die Nacht hinein, und man konnte ihre freudentrunkenen Jubelgesänge bis nach Gondor hören, wo Aragorn, Gandalf und die anderen verzweifelt überlegen, wie es jetzt weitergehen sollte.<br />
	Der Schatten der über Mittelerde lag, war jetzt sogar noch finsterer und größer als vor der Vernichtung des einen Ringes.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12384</guid><pubDate>Sun, 14 Nov 2021 19:42:55 +0000</pubDate></item><item><title>Der Bogensch&#xFC;tze</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12107-der-bogensch%C3%BCtze/</link><description><![CDATA[<p>
	Das hier ist eine Fanfic von mir, in der Legolas im England des 12. Jahrhunderts landet und mitten in die Intrigen des Königshofes verwickelt wird. 
</p>

<p>
	Hier mal Kapitel 1: 
</p>

<p>
	Nach dem Ringkrieg war Legolas in den Düsterwald zurückgekehrt, wo er jetzt seit zwei Jahren glücklich und zufrieden lebte. Sein Bedarf an Abenteuern war für den Rest seines Lebens gedeckt, so etwas wie damals im Ringkrieg wollte er nicht noch einmal erleben. Die grösste Leidenschaft des jungen Elbenprinzen war die Jagd.<br />
	An einem sonnigen Herbstnachmittag setzte er einem Hirsch  nach, ein prachtvolles Tier mit einem grossen, ausladenden Geweih.<br />
	Er bemerkte gar nicht, dass er dabei immer tiefer in den Wald eindrang, weiter als jemals zuvor. Der Düsterwald war sehr gross, selbst die Elben kannten nicht jeden Flecken dort. Legolas liebte den Wald, der seit dem Ende des Ringkrieges gar nicht mehr so düster war wie früher.<br />
	Die roten, goldenen und braunen Blätter schimmerten in Sonnenlicht, wenn ein Windstoss kam, segelten immer einige zu Boden. Das erinnerte ihn an Lothlorien, den goldenen Wald, er nahm sich vor, bald einmal wieder dorthin zu gehen. Die Lorienelben würden bald nach Valinor gehen, vielleicht sollte er ein paar Düsterwaldelben dort ansiedeln, überlegte er sich.<br />
	Er verlor die Fährte des Hirsches, und musste feststellen, dass er sich verirrt hatte. Er kannte fast jeden Winkel im Düsterwald, aber die Lichtung, auf der er sich jetzt befand, war ihm fremd, hier war er mit sicherheit noch nie gewesen. Er ging weiter, irgendwie würde er schon nach Hause finden, sagte er sich.<br />
	Aber nein, je weiter er ging, umso mehr hatte er das Gefühl, die Orientierung gänzlich zu verlieren. Dann sah er drei Männer, die einen anderen Mann zu Boden geschlagen hatten, und immer weiter auf ihn eindroschen. Allesamt waren es Menschen, das sah er auf den ersten Blick. Seit dem Ende des Ringkrieges kam es immer häufiger vor, dass die Menschen sich in die Wälder wagten, weil sie einmal einen Elb sehen wollten. Wenn er dem Mann nicht half, würden die anderen drei ihn töten, das wusste Legolas. Er spannte seinen Bogen, ging direkt auf die Männer zu. "Lasst ihn sofort los, oder ich werde schiessen!"; drohte er.<br />
	Einer der Männer zog sein Schwert, grinste spöttisch. "Was kannst du uns schon anhaben, bürschchen!" ein anderer lachte ebenfalls. "Seht euch diese blonden, glänzenden Haare an, w ie ein Weib sieht er aus..kämpfen kann der  bestimmt nicht!"<br />
	Legolas zögerte nicht lange, mit einem gezielten Schuss schoss er dem Mann das Schwert aus der Hand. Der Mann und seine beiden Kumpane, offenbar nicht die mutigsten, ergriffen die Flucht. Balian ging zu dem anderen Menschenmann, der verletzt am Boden lag. Er blutete aus einer Wunde auf der Stirn und war bewusstlos.<br />
	Der Elb träufelte etwas von einer Heilflüssigkeit die er immer bei sich trug auf die Wunde, die so schnel wieder heilen würde. Neugierig betrachtete er den Mann. Er trug ein Kettenhemd und darüber einen roten Wappenrock, auf dem drei gelbe Tiere abgebildet waren, seltsame Tiere mit wallender, heller Mähne, und einem kräftigen Körper, die Balian nicht kannte.<br />
	Er trug einen Schwertgürtel, aber offenbar kein Schwert, das hatten die anderen ihm wohl abgenommen. Aus dem Hinterhalt überfallen und dann bewusstlos geschlagen, vermutete Legolas.<br />
	Allmählich kam der Mann wieder zu sich. "Wo...wo bin ich?"; wollte er wissen.<br />
	Legolas gab ihm ein wenig Mirovir zu trinken, einen Stärkungstrank der Elben.<br />
	"Ihr seid im Düsterwald, habt keine Angst, Euch passiert nichts, ich werde Euch zum Palast meines Vaters mitnehmen , dort wird man sich um Euch kümmern!"<br />
	"Wer...wer seid Ihr?"; fragte der Fremde ihn.<br />
	"Ich bin Legolas, Prinz des Düsterwaldes. Gewiss habt Ihr von  mir und meinen Gefährten gehört, wir haben den Ring nach Mordor gebracht und im Ringkrieg gekämpft!" Jeder in Mittelerde kannte diese Geschichte, überall erzählte man sich von den mutigen Gefährten, jeder von ihnen war zur Legende geworden.<br />
	Der Mann schien die Geschichte aber nie gehört zu haben. "Prinz vom Düsterwald? Das verstehe ich nicht.....es gibt keinen düsterwald...wo bin ich hier!"<br />
	Er richtete sich auf, betrachtete Legolas genau. "Wer seid Ihr wirklich?", verlangte er zu wissen.<br />
	"Sagt Ihr mir lieber, wer Ihr seid, woher kommt Ihr? seid Ihr aus Gondor oder aus Rohan, und wer waren die Männer, die Euch niedergeschlagen haben?"<br />
	Der Mann runzelte die Stirn, seine kornblumenblauen Augen musterten den Elb verwundert. "Rohan und Gondor? Ich kenne keine Städte, die so heissen, kommt Ihr womöglich aus dem heiligen Land?"<br />
	Heiliges Land...Legolas kannte kein Land dieses Namens, und was bedeutete überhaupt heilig....<br />
	Der  Mann blickte dem Elb fest in die Augen. "Nun, wenn Ihr es unbedingt wissen will, ich bin Richard Löwenherz, baldiger König von England, nächste Woche werde ich gekrönt!" Legolas konnte es kaum fassen, was er da hörte. Kaum war der Ringkrieg vorbei, gründeten die Menschen gleich neue Königreiche, gaben den Ländern neue Namen, machten sich zum neuen Herrscher. Was Aragorn wohl dazu sagen würde?" Von einem Richard Löwenherz hatte er nie gehört, der Name war ihm gänzlich fremd, und wo dieses England liegen sollte, wusste er auch nicht.<br />
	"Habt Ihr wenigstens König Aragorn um Erlaubnis gefragt, ob Ihr dieses KÖnigreich England gründen dürft? Er wäre sicherlich verärgert, wenn Ihr das ohne seine Genehmigung tut!" Aragorn herrschte schliesslich über ganz Mittelerde, auch der könig von Rohan hörte auf seine Weisungen.<br />
	Der Mann wurde böse, als er hörte, was Legolas sagte. "Ich bin Spanien keine Gefolgschaft schuldig, was redet Ihr da für einen Unsinn? Was geht es Aragon an, was in England geschieht!" Legolas fiel auf, dass er den Namen Aragorn ohne r aussprach. Und was war überhaupt Spanien?<br />
	Er hatte den Düsterwald seit zwei Jahren nicht verlassen, in Mittelerde schien seitdem viel passiert zu sein....neue Königreiche, neue Könige, wie konnte Aragorn das zulassen?<br />
	"Ohne Aragorns Erlaubnis dürft Ihr Euch nicht einfach so zum König krönen lassen, das geht nicht!"; versuchte er dem Mann klar zu machen.<br />
	Dieser wurde daraufhin nur noch wütender. "Ich bin Aragon keine Gefolgschaft schuldig, unsere Länder haben nichts miteinander zu tun, sie gehören nicht zu Englands verbündeten!"<br />
	Diese Ansicht machte Legolas Sorgen, war der Mann etwa auf Krieg mit Gondor aus? Sollte der Frieden in Mittelerde etwa schon wieder vorbei sein,  kaum dass er begonnen hatte?
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12107</guid><pubDate>Mon, 14 Jun 2021 21:26:56 +0000</pubDate></item><item><title>Die Gef&#xE4;hrten in unserer Welt</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12108-die-gef%C3%A4hrten-in-unserer-welt/</link><description><![CDATA[<p>
	Trier, Juni 2021<br />
	<br />
	Montagmorgen..nicht gerade mein Lieblingstag...schlecht gelaunt und total verschlafen sass ich im Auto um zur Arbeit zu fahren. Was gäbe ich nicht alles für einen Lottogewinn, um mir das ersparen zu können. Ich war unterwegs zu der kleinen Weinhandlung , wo ich im Büro arbeitete, fuhr durch ein kleines Waldstück auf einer ruhigen Landstrasse.<br />
	Ich musste scharf bremsen, als ich etwas im Halbdunkel vor dem Auto stehen sah...von weitem glaubte ich, dass es sich um Wild handelte, aber als ich ausstieg, sah ich, dass es sich um neun mittelalterlich gekleidete Männer handelte. Einer sah aus wie ein Zauberer, er hatte einen langen weißen Bart und trug einen großen Hut mit hoher Krempe, vier Männer waren einen ganzen Kopf kleiner als ich, fast wie Zwerge, auch ein fünfter war klein, hatte einen langen roten Bart und eine Axt bei sich. Die drei anderen waren wie der im Zaubereroutfit normal groß, einer mit langen blonden Haaren war ganz in grün gekleidet in ein Robin Hood Outfit, die anderen beiden sahen aus wie aus einem Ritterfilm entsprungen. <br />
	Diese Typen sahen irgendwie alle aus, als ob sie auf dem Weg zu einem Herr der Ringe Rollenspielfestival wären. <br />
	<br />
	Dann sprangen sie alle neue auf mein Auto zu und zwei von ihnen begannen mit ihren Schwertern wie wild darauf einzudreschen, bis auf einer Seite die Fensterscheibe zerbrach.<br />
	Verdammt, waren die komplett irre? Was sollte das denn?<br />
	Ich sprang wutentbrannt aus meinem Auto und brüllte die neun kostümierten Männer an:<br />
	"Sofort aufhören! Das ist Sachbeschädigung! Ich rufe die Polizei!"<br />
	Mylady, ihr solltet dankbar sein, dass wir Euch aus dem Rachen dieses Ungeheuers befreit haben"; meinte einer der neun, der langes schwarzes Haar hatte und sein Schwert noch immer in der Hand hielt, außerdem trug er um den Hals einen silbernen Anhänger, der in allen Farben schillerte, als das Licht der aufgehenden Sonne auf ihn fiel, "bestimmt ist das wieder so ein Teufelswerk von Sauron."<br />
	Verflixt, warum musste ausgerechnet ich das Pech haben, am Morgen von Halloween auf diese komplett durchgeknallte Typen zu treffen, die sich anscheinend für die neun Ringgefährten hielten und wahrscheinlich die halbe Nacht gekifft hatten bevor sie, völlig verwirrt, losgezogen waren. <br />
	"Das Ungeheuer ist noch nicht tot, wir werden ihm den Garaus machen!", rief der blonde Typ, der wahrscheinlich Legolas darstellen wollte, und schoss einen Pfeil auf das Auto ab, der jedoch abprallte. <br />
	"Halt...sofort aufhören, niemand macht mir hier mein Auto kaputt, sonst rufe ich die Polizei!", drohte ich ihnen.<br />
	Mir reichte es jetzt, ich hatte keine Lust, mir mein Auto, das ich noch immer in Raten abzahlte von diesen Verrückten demolieren zu lassen. Der Dunkelhaarige starrte mich verständnislos an. "Polizei? Was ist denn das? Ist das ein weiteres Ungeheuer?"<br />
	Da reichte es mir, ich stieg wieder ins Auto ein, schaltete den Motor ab, und stieg wieder aus.<br />
	Der blonde Legolasfan, den ich auf etwa Ende 20 schätzte, starrte mich fasssungslos an und  rief laut:. "Ihr müsst eine wahrhaft mächtige Zauberin sein, wenn Ihr über ein so mächtiges Ungeheuer gebieten könnt!"<br />
	Misstrauisch betrachtete er das Auto, fast so als fürchte er, es könne ihn jeden Moment auffressen.<br />
	<br />
	<br />
	Dann kam mir eine Erklärung für diesen ganzen Unsinn...dass mir das nicht früher eingefallen war..."Ihr kommt von der Sendung "Versteckte Kamera"; nicht wahr? Also witzig fand ich das nicht gerade, und ich hoffe, der Sender bezahlt mir die Schäden am Auto, sonst muss ich sie verklagen!"<br />
	In dieser Sendung legte man ständig Menschen mit irgendwelchen Scherzen herein und filmte heimlich, manchmal wurden dabei durchaus die Grenzen guten Geschmacks überschritten. Das hier ging jedenfalls eindeutig zu weit, lustig war das nicht mehr. "Ich bestehe ausserdem darauf, dass man mir das Band aushändigt, ich möchte nicht, dass das im Fernsehen gezeigt wird!" Ich wollte mich schliesslich nicht vor Familie, Freunden und Kollegen blamieren.<br />
	"Ich verstehe kein Wort von dem was Ihr sagt"; beteuerte der, der sich für Legolas hielt,  und blickte mich verwirrt an, "wir kommen von keinem Monsieur namens Sendung  oder Sender...dieser Name ist mir nicht geläufig. Wir sind auf dem Weg zum Schicksalsberg um den einen Ring zu vernichten."<br />
	Na fabelhaft....diese Männer glaubten ernsthaft, in Mittelerde zu sein und hielten sich für die echten neun Ringgefährten. Pflichtete man Verrückten nicht immer besser bei, tat so, als glaube man alles was sie sagten?<br />
	"Der Schicksalsberg..das ist gar nicht weit von hier...zu Pferd dürte es in einer Stunde zu erreichen sein"; meinte ich und hoffte, sie so loszuwerden, je eher sie verschwanden umso besser, was dann mit ihnen geschah, ging mich nichts mehr an. Einer der Männer, einer mit braunem Haar, der ein Horn bei sich trug und einen Schild,  musterte nachdenklich das Auto. "Sagt, könntet Ihr nicht so ein Ungeheuer für mich zähmen...mir beibringen, wie man es beherrscht...vielleicht könnten wir damit schneller zum Schicksalsberg gelangen.."<br />
	"Das ist Teufelszeug, Boromir,", sagte der Dunkelhaarige mit dem glänzenden Anhänger um den  Hals, "mit so dunklen Mächten dürfen wir uns auf keinen Fall einlassen."<br />
	"Ich muss jetzt zur Arbeit, also viel Glück bei eurer Suche nach dem Schicksalsberg.", meinte ich, mir nur mühsam das Lachen verkneifend. <br />
	Nein, kiffen würde ich niemals ausprobieren, sowas endete echt nicht gut. <br />
	"Immer weiter in diese Richtung..kommen wir dann dorthin?"; wollte der Typ mit den Zaubererhut  wissen.<br />
	"Ja, reitet immer geradeaus, dann könnt ihr es nicht verfehlen"; sagte ich.<br />
	Ich war erleichtert, als sie tatsächlich losritten und meinen Blicken entschwanden. Mit dem demolierten Auto machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Dort gelang es mir nicht mich zu konzentrieren, die neun verrückten Männer wollten mir nicht aus dem Kopf gehen. Ich fragte mich, woran das lag, was ging es mich schon an, was aus diesen Freaks wurde?<br />
	Ich hielt es nicht aus, sagte meinem Chef, mir wäre nicht gut, und machte mich auf den Weg nach Hause..mich dabei immer noch fragend, was wohl aus diesen vermutlich total bekifften Typen geworden war.<br />
	Eigentlich ging mich das nicht an, aber sie taten mir doch irgendwie leid. Ich wollte nicht, dass sie in einer geschlossenen Anstalt landeten...aber gut sah es für die vier nicht gerade aus.<br />
	<br />
	Na grossartig, jetzt war ich auch noch mitten in einen Stau geraten, der geradewegs in die Stadt hineinführte...das konnte ja ewig dauern. Was wohl die neun verrückten Männer mittlerweile taten, ob sie wohl schon irgendwo für Aufsehen gesorgt hatten?. Schnell steuerte ich  mein Auto aus der Schlange heraus, parkte es am Rande des Parks auf dem Bordstein. Und dann sah ich die neun Männer, sie standen einfach im Park herum, blickten sich ratlos um. Wie verlorene, ängstliche kleine Kinder wirkten sie, sie konnten einem wirklich leid tun. Zum Glück schien niemand ihnen sonderlich große Beachtung zu schenken. Ich ging zu ihnen, hoffte, dass ich nicht gleich wieder mit einem Degen attacktiert werden würde.<br />
	Der stattliche Dunkelhaarige erkannte mich auf Anhieb. "Ihr seid doch die große Zauberin, die uns vorhin begegnet ist...sagt, was habt Ihr mit uns gemacht, wie kommen wir hierher? Was hat das alles zu bedeuten?<br />
	"das hier muss Mordor sein"; sagte einer der kleineren Männer, ein leicht pummeliger, sympathisch wirkender Kerl mit dunkelblonden Haaren, "Hier ist alles voller Lärm und Gestank, diese Teufelei kann nur Sauron erdacht haben um uns vom Schicksalsberg fernzuhalten."<br />
	"Unsinn,Sam, wir sind nicht in Mordor, das hier muss ein ganz anderer Ort sein"; erwiderter der Dunkelhaarige, "aber auf jeden Fall ist es kein guter Ort."<br />
	"Ja, diese bunten Monster die hier überall herumrasen sind gewiss Geschöpfe Saurons, aber Mordor ist das hier nicht, denn in Mordor geht die Sonne niemals auf und hier ist es nicht dunkel.", meinte der Blonde im Robin Hood Outfit, der sich selbst wohl für Legolas hielt. <br />
	<br />
	Ein Würstchenverkäufer ging mit seinem Wagen vorbei. "Hot Dogs..frische, leckere Hot Dogs...nur 1, 40 Euro das Stück"; rief er laut.<br />
	"Igitt, die essen hier heiße Hunde?"; sagte der kleine Mann namens Sam, "das ist doch Orkfraß, einfach barbarisch, das hier mag nicht Mordor sein, aber wir sind wahrscheinlich bereits sehr nahe an Mordor herangekommen, hier wohnen bestimmt die Menschen, die Sauron dienen, die bösen Menschen."<br />
	Ich musste an meine Freundin Florence denken, die Psychologie studiert. Sie könnte diesen armen Männern besser helfen als ich, am besten, ich würde sie um Hilfe bitten.<br />
	Ein Junge klaute vor unseren Augen einer alten Frau die Handtasche, rannte damit davon. Der Dunkelhaarige zog sofort sein Schwert und nahm die Verfolgung auf. "Bleib stehen du Bastard, dafür wirst du büßen"; rief er ihm hinterher, und die anderen Männer liefen ihm nach. Ich folgte den neun, nichts Gutes ahnend. Schließlich gelang es dem Dunkelhaarigen, den Dieb zu packen und ihn zu Boden zu werfen, er  nahm ihm die Handtasche weg, drückte ihn zu Boden.<br />
	Gut gemacht"; lobte ich ihn, ich fand es super, was er für die alte Frau getan hatte, soviel Zivilcourage hätte nicht jeder bewiesen. "Eine Schande, eine hilflose, alte Frau zu bestehlen, dafür wird er auf den Marktplatz am Schandpfahl festgebunden, das verdient er!"; schimpfte der Mann.<br />
	Einer der Passanten hatte derweil einen Polizisten herbeigeholt, der zufällig in der Nähe war, und der nahm den Dieb mit.<br />
	"Das haben Sie gut gemacht, es wäre gut, wenn mehr Menschen so beherzt handeln würden wie Sie"; lobte der Gesetzeshüter ihn, bevor er den Dieb abführte. Die alte Dame bedankte sich ebenfalls bei ihm. Ich beschloss, die Männer möglichst schnell wegzubringen, ehe noch jemand merkte, dass etwas mit ihnen nicht stimmte. Jetzt hielt man sie sicherlich für Mitglieder einer Theatergruppe, aber wie lange würde das gutgehen?<br />
	<br />
	<br />
	Ich nahm sie mit zu meinem Auto, öffnete die Türen hinten. "Steigt ein, wir fahren zu mir nach Hause!"<br />
	Die vier wechselten entsetzte Blicke. "<br />
	Wir sollen da rein? Was, wenn das Monster uns auffrisst, und uns nicht mehr aus seinem Bauch herauslässt?", fragte der Dunkelhaarige dessen Namen ich immer noch nicht wusste, weil er sich für Aragorn hielt.<br />
	Verdammt, warum machte ich das überhaupt? Ich war doch nicht der Babysitter von diesen durchgeknallten Freaks...<br />
	ich bin jeden Tag da drin, da kann gar nichts passieren"; beruhigte ich sie, und nach einer Weile stiegen sie schließlich ein, wenn auch nur widerwillig. Und es wurde verdammt eng, zwei der kleineren Männer saßen vorne auf dem Sitz neben mir, alle anderen zwängten sich hinten auf den Rücksitz, wobei der Stab, den der alte Mann mit dem weißen Bart bei sich trug aus dem Fenster herausragte, aber er wollte sich für die Fahrt nicht davon trennen, weil er ernsthaft glaubte, das sei ein Zauberstab. <br />
	Ich fuhr los, machte das Autoradio an, da der Stau mich nervte. Ich sah sofort ein, dass das ein Fehler gewesen war. Im Radio kamen gerade die Nachrichten. "Wo kommen diese Stimmen her, sind das alles Menschen, die das Ding einmal gefressen hat`?, erkundigte sich der Möchtegernlegolas und ich hörte die Furcht aus seiner Stimme heraus.<br />
	Schnell machte ich das Radio wieder aus. <br />
	Zum Glück war es keine weite Strecke, aber leider musste ich sehr langsam fahren, weil alle jammerten, ihnen wäre schlecht, weil ich so schnell fahren würde, dabei fuhr ich schon im Schneckentempo.
</p>

<p>
	Ich war sehr erleichtert, als wir endlich bei mir zu Hause ankamen.<br />
	 <br />
	Ich nahm sie mit ins Wohnzimmer, deutete auf die Couch. "Setzt euch dahin, ich bin gleich zurück...es dauert nicht lange..." ich deutete auf den Tisch. "Ihr könnt auch gerne von den  Keksen da essen, wenn ihr wollt, wenn ich zurück bin, koche ich uns Tee.<br />
	Ich wollte jetzt schnell Florence anrufen, sie konnte sicherlich mehr für die neun tun als ich. Ich ging in den Flur, um  zu telefonieren. Nur der Anrufbeantworter, so ein Mist, sie schien gerade nicht  zu Hause zu sein. Ich sprach ihr auf das Gerät, erklärte ihr die Sachlage, sagte, sie solle so bald wie möglich zu mir kommen, es wäre sehr dringend. Aus dem Wohnzimmer hörte ich lautes Geschrei, schnell rannte ich wieder hinein. Und sah Aragorn, Legolas, Boromor und die Hobbits und Gimli(ich nannte sie bei ihren Rollenspielernamen, da ich ihre richtigen nicht kannte) die gerade meinen Fernseher umringten, die Waffen gezückt.<br />
	Offenbar war einer von ihnen aus versehen an die Fernbedienung gekommen, im TV  lief gerade der Film "Fluch der Karibik"<br />
	Aragorn fuchtetel wild mit dem Schwert herum, ich rief:"Halt...nicht...das ist doch nur..", doch da war es schon zu spät, mit voller Wucht traf er den Fernseher, der in seine Einzelteile zerfiel. Na toll..der war noch neu gewesen..erst im Sommer gekauft. Ich war wütend, wusste aber, dass Wut bei Verrückten nichts nützen würde, so kam ich nicht weiter. "Wollt ihr was essen?"; fragte ich schließlich.<br />
	"Gerne..aber nur, wenn es keine heissen Hunde sind"; antwortete Gimli, "ich  bin so hungrig, dass ich gleich einen ganzen Ochsen verschlingen könnte.."<br />
	<br />
	Ich hatte fast nichts mehr im Haus, also beschloss ich, im kleinen Lädchen um die Ecke etwas einzukaufen. Der Fernseher war ohnehin demoliert, es gab hier nichts mehr, was sie noch anstellen könnten..<br />
	"Ich gehe uns etwas kaufen, ich bin gleich zurück, es dauert nicht lange. Bleibt einfach auf dem Sofa sitzen und rühr am besten gar nichts an".<br />
	Mit diesen Worten verließ ich die Wohnung , machte mich auf den Weg.<br />
	<br />
	<br />
	In dem kleinen Lädchen kaufte ich Kartoffeln, zehn Steaks und Eiscreme, dann ging ich schnell zurück. Als ich die Wohnungstür aufsperrte, bemerkte ich den Rauchgeruch sofort, panisch öffnete ich die Tür zum Wohnzimmer. Die seltsamen Männer hatten sich Holz geholt und damit ein Feuer entzündet, über dem sie etwas auf  vier Holzstäbe aufgespießtes brieten.<br />
	"Wir hatten Hunger,da haben wir uns selbst etwas zum Essen gefangen, in dem kleinen See dort hinten"; meinte Aragorn und deutete zu meinem Aquarium hinüber, in dem jetzt keine Fische mehr schwammen.  Tao Tao, Bil Bao, Nappsy und Tappsy, meine Goldfische...diese Typen hatte sie für ihr Mittagessen gehalten.<br />
	Eigentlich hätte ich wütend sein sollen, aber ein Blick in die sanften Augen des Dunkelhaarigen dämpfte meinen Ärger ein wenig.  <br />
	Trotz deiner Verrücktheit hatte er einen besonderen Charme, dem, wäre er etwas normaler, wohl jede Frau erliegen könnte. Wie schade, dass er sich für Aragorn   hielt, ansonsten hätte er mir gefallen können. Die Männer wussten es ja nicht besser, konnten nichts dafür. Ich beschloss, ein wenig mehr über sie herauszufinden. Zunächst löschte ich das Feuer, nahm ihnen die toten Goldfische weg, dass sie meine Lieblinge verspeisten, das wollte ich mir dann doch nicht antun.<br />
	"Sagt mal, wie heißt ihr alle eigentlich wirklich und wo kommt ihr wirklich her?", fragte ich sie, "ihr glaubt doch nicht ernsthaft, ihr wärt die neun Ringgefährten?"
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12108</guid><pubDate>Tue, 15 Jun 2021 22:58:34 +0000</pubDate></item><item><title>Saurons Tochter</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/12114-saurons-tochter/</link><description><![CDATA[<p>
	Diese Fanfic habe ich schon vor Jahren geschrieben, und sie handelt von Saurons Tochter, die von ihrem Vater den Auftrag bekommt, sich der Reise der Gefährten anzuschließen und den einen Ring zu stehlen. Sie weiß nicht, wer ihre Mutter ist, und Sauron möchte ihr das Geheimnis nur enthüllen, wenn sie ihm den einen Ring bringt. Doch alles kommt anders als die Elbin es sich erhofft hatte...
</p>

<p>
	1. Kapitel 
</p>

<p>
	Imladris
</p>

<p>
	Daffodia war sehr nervös als sie sich der Elbensiedlung die inmitten einer von rauschenden Wassern umgebenen Schlucht lag, näherte. Ihr Vater hatte sie zu Elronds Rat geschickt, mit dem Auftrag, ihm den Einen Ring zu bringen, und sie fragte sich, ob sie, die niemals unter anderen Elben gelebt hatte, in der Lage sein würde, den Herrn von Imladris zu täuschen. <br />
	Würde man sie überhaupt hineinlassen? Niemand hier kannte sie und sie kannte niemanden. Und sie fühlte sich sehr unwohl, weil sie zum ersten Mal in ihrem Leben keine schwarze Kleidung trug, sondern die einen grauen Elbenmantel und darunter ein hellblaues Kleid. Ihr Vater hatte dafür gesorgt, dass sie so ausstaffiert war, dass sie unter den anderen Elben nicht auffallen würde. Er hatte ihr auch gesagt, wenn sie sich unauffällig verhielt, dann würde man ihre Anwesenheit hier kaum bemerken, und sie würde dann bestimmt den Ringträger alleine irgendwo antreffen und den Ring stehlen können und dann unsichtbar aus Elronds Haus entkommen können. <br />
	Doch zunächst wagte sie es nicht, sich Imladris zu nähern. Erst als sie eine ganze Gruppe Elben entdeckte, die hoch zu Ross auf die Tore von Imladris zuhielten, schloss sie sich der Gruppe unauffällig an. Diese Elben trugen wie sie graue Umhänge und darunter grüne Tuniken, und als sie hinter ihnen durch das Tor ritt, glaubten die Elben von Imladris, die die Tore bewachten, dass sie dazugehörte. <br />
	Mehrere Diener kamen zu den Neuankömmlingen und nahmen ihnen die Pferde ab, um sie zu den Stallungen zu bringen. <br />
	Saurons Tochter wollte sich schnell davonschleichen, als einer der Elben sie bemerkte und ansprach: <br />
	"Ich wusste gar nicht, dass du auch zum Rat kommen würdest. Hätte ich das gewusst, hätten wir doch gemeinsam reisen können. Schön, dich zu sehen."<br />
	Hier lag eindeutig eine Verwechslung vor, denn sie hatte Mordor nur selten verlassen, und war dabei niemals jene Gegenden Mittelerdes gekommen, in denen Elben lebten. <br />
	"Du hast Recht, tut mir leid, dass ich nichts gesagt habe. Wir hätten wirklich auch zusammen reisen können"; erwiderte sie, wobei sie sich sehr unbehaglich fühlte, weil sie nicht einmal den Namen des fremden Elben kannte und Angst hatte, ihr Schwindel könnte auffliegen. <br />
	"Das war aber nicht dein Pferd, mit dem du da gekommen bist. Was ist mit Astur? Du reitest doch immer nur auf Astur?"<br />
	"Astur ist leider letzte Woche gestorben, ich bin immer noch sehr traurig deswegen"; log sie, "du weißt ja, wie lieb ich ihn hatte, und er war ja schon bei mir, seitdem er ein kleines Fohlen war. Ich habe jetzt ein neues Pferd, Brungar, aber natürlich ist das nicht das Gleiche, Brungar kann mir Astur nicht ersetzen."<br />
	Doch kaum hatte sie das gesagt, fragte sie sich, ob sie damit nicht einen Fehler begangen hatte. <br />
	Sie hatte ja keinerlei Ahnung, wann diese Elbin, mit der sie da vewechselt wurde, diesen Astur bekommen hatte, und womöglich wurde der Elb ja misstrauisch dadurch. <br />
	Aber sie hatte Glück. <br />
	"Das tut mir sehr leid, Elyn, ich weiß ja wie lieb du ihn hattest. Genauso ging es mir damals auch, als Sindlor gestorben ist, über so einen Verlust kommt man nie wirklich hinweg."<br />
	Sie wusste, je länger sie mit diesem Elb sprach, umso größer wurde die Gefahr, dass ihr kleiner Schwindel aufflog. Sie hatte absolut keine Ahnung, wer diese Elyn sein könnte, und wieso dieser fremde Elb sie mit ihr verwechselte. 
</p>

<p>
	<br />
	Doch ehe sie etwas sagen konnte, redete der blonde Elb auch schon weiter: "Du warst lange nicht mehr bei uns im Düsterwald, Elyn. Du weißt doch, du kannst mich jederzeit dort besuchen kommen. Es muss mindestens hundert Jahre her sein, seitdem du das letzte Mal dort gewesen bist."<br />
	Jetzt aber nichts wie weg, dachte sie sich. Schließlich hatte ihr Vater sie davor gewarnt, sich auf längere Gespräche einzulassen, weil dann große Gefahr bestand, dass die Elben merkten, dass mit ihr etwas nicht stimmte. Darauf, dass sie hier jemandem so ähnlich sehen könnte, dass Verwechslungsgefahr bestand, hatte ihr ihrer Meinung nach allwissender Vater sie aber nicht vorbereitet, was sie wirklich ärgerte, denn sicherlich würde sie hier in Imladris diesem Elb noch häufiger über den Weg laufen. <br />
	Und vielleicht würden noch andere hier sie verwechseln, was garantiert dazu führen würde, dass sie irgendwann einen Fehler machte. <br />
	"Ja, ich werde einmal wieder vorbeikommen, auch wenn mir vor den Spinnen dort, die immer zahlreicher werden gewaltig graust"; erwiderte sie, "gelingt es euch denn einigermaßen, die Spinnen in Schach zu halten?"<br />
	Daraufhin fing der Elb, dessen Namen sie immer noch nicht wusste, damit an, ihr davon zu berichten, wie er  und sein Bruder Thrandulas und seine Garde unter der Führung einer Elbin namens Tauriel, fast jeden Tag auszogen um gegen die Spinnen des Düsterwaldes vorzugehen und zu verhindern, dass diese noch zahlreicher wurden.<br />
	"Seit wann graust dir eigentlich vor den Spinnen?"wollte er schließlich wissen, "du warst doch sonst, wenn du bei uns zu Besuch warst, sogar noch kühner als Tauriel, wenn wir auszogen um Spinnen zu jagen."<br />
	"Ich mochte Spinnen noch nie, ich finde sie ekelhaft, das bedeutet aber nicht, dass ich Angst vor ihnen habe"; antwortete sie, "und ich bin erschöpft von der langen Reise, ich möchte m ich jetzt etwas frisch machen und dann hinlegen."<br />
	"Gut, wir sehen uns dann beim Abendessen"; erwiderter der blonde Elb, "ich bin gespannt, was es heute gibt, ich hoffe, dass es Wildbret ist."<br />
	"Ja, das wäre wirklich gut, ich liebe Wildbret"; erwiderte sie. <br />
	"Seit wann denn das? Du mochtest Wild doch noch nie"; meinte er und musterte sie stirnrunzelnd, "schon als Kind fandest du überhaupt keinen Geschmack daran."<br />
	Allmählich bekam sie es mit der Angst zu tun...sie musste schleunigst von diesem Elb weg. Sie musste irgendwo einen ruhigen Ort finden, wo sie mit ihrem Vater telepathisch in Kontakt treten und ihn um Rat fragen konnte. Verdammt, wie hatte er sie nur so ins offene Messer laufen lassen können? Oder war er vielleicht doch nicht allwissend und hatte nicht geahnt, dass sie jemandem hier so ähnlich sehen könnte, dass man sie verwechselte? <br />
	Wer war diese Elyn? Und was, wenn die irgendwo  hier in Imladris war? <br />
	"Nun, ich habe es einmal probiert und fand es dann doch ganz köstlich, womit ich gar nicht gerechnet hatte. Sicher, ich mochte es früher nicht, aber Geschmäcker können sich ändern. Also dann, wir sehen uns beim Abendessen."<br />
	Noch immer konnte sie ihn nicht bei seinem Namen nennen, weil sie den gar nicht kannte. Aber ihr Vater würde ihr schon sagen können, wer das sein könnte. <br />
	"Gut, bis später dann, Elyn"; erwiderte er und nach einem letzten leicht argwöhnischen Blick ließ er sie alleine. <br />
	Und Saurons Tochter begann damit, nach einem ruhigen Ort für die geheime Konversation mit ihrem Vater zu suchen, denn sie wusste, dass sie sonst das Abendessen mit dem fremden Elb nicht überstehen würde. Bestimmt würde ihr Vater ihr auch sagen können, wer diese Elyn war. <br />
	Egal wo man sich in Imladris gerade aufhielt man konnte von überallher das Rauschen der Wasserfälle hören, ein Geräusch, das sie als sehr beruhigend und entspannend empfand, und auch die unbeschreibliche Schönheit dieses Ortes überwältigte sie. So etwas kannte sie aus Mordor nicht, dort gab es nur Dunkelheit, Schmutz, rauchende Schlote und Orks, Orks, Orks. Sie hatte gar nicht gewusst, dass es schöne Orte wie diesen gab. <br />
	Hier gab es viele ruhige Winkel, in die man sich zurückziehen konnte, wenn man alleine sein wollte, und sie suchte einen nach dem anderen auf, um mit ihrem Vater in Kontakt zu treten. <br />
	Doch es funktionierte nicht, egal was sie versuchte, Sauron, der sonst immer telepathisch mit ihr kommunizierte, meldete sich dieses Mal nicht. Ob das wohl an diesem Ort hier lag? Sie kannte ihn, und wusste, dass Orte wie dieser ihm ein Gräuel waren. Und ausgerechnet jetzt, wo sie seinen Rat so dringend brauchte, konnte sie nicht in Kontakt zu ihm treten. <br />
	Sie spielte mit dem Gedanken, Imladris zu verlassen, und es außerhalb noch einmal mit einer Kontaktaufnahme zu versuchen, aber das Risiko, alleine an den Torwächtern vorbeizugehen war ihr zu groß. Auf keinen Fall durfte sie auffallen. <br />
	Und dieser Ort war ihr so seltsam vertraut, sie vermochte aber nicht zu sagen warum. <br />
	Ich war schon einmal hier, ich bin ganz sicher, dachte sie sich. <br />
	Aber das konnte doch gar nicht sein....sie war doch in Mordor geboren und hatte es nie verlassen. 
</p>

<p>
	Doch da war etwas....Bilder in ihrem Kopf, die sie sich nicht erklären konnte. <br />
	Ein kleines Mädchen, das fröhlich lachend herumtobte, auf einer Terrasse, von der aus man einen herrlichen Blick auf die Wasserfälle der Schlucht hatte. Ja, das war genau jene Terrasse, auf der sie gerade stand. Da war jemand, eine Elbin, die kämmte ihr das goldene Haar und betrachtete sie lächelnd...aber an ihr Gesicht konnte sie sich nicht erinnern so sehr sie es versuchte...nur daran, dass sie gelächelt hatte. <br />
	"Warte, mein kleiner Wildfang, ich bin gleich fertig mit Bürsten, dann kannst du wieder mit den anderen Kindern spielen gehen."<br />
	Nachdem die Elbin ihr das Haar gekämmt und ihr liebevoll über den Kopf gestreichelt hatte, gab sie ihr noch ein Stück von einem süßen Brot das himmlisch schmeckte, und  sie lief lachend zu den anderen Kindern hinüber. <br />
	Sie konnte sich diese Bilder nicht erklären, und sagte sich schließlich, dass es Trugbilder seien, hervorgerufen durch diesen seltsamen Ort, einen Ort, den ihr Vater total verabscheute. <br />
	Am besten, sie machte sich gleich auf die Suche nach dem Ringträger, stahl dem Hobbit den Einen, und machte sich dann auf den Heimweg, damit sie all das hier schnell vergessen konnte. <br />
	Doch dieser Ort hier...egal wohin sie in Imladris kam, sie wurde das Gefühl nicht los, nicht zum ersten Mal hier zu sein, alles hier wirkte so vertraut auf sie, ohne dass sie erklären konnte warum. <br />
	<br />
	Doch sie hatte kein Glück...als wäre die Begegnung mit dem blonden Elben nicht genug gewesen, kam jetzt auch noch eine dunkelhaarige Elbin auf sie zugelaufen und umarmte sie stürmisch.<br />
	"Schön, dass du wieder da bist, Elyn, ich hatte dich vermisst. Du warst lange nicht mehr hier....ich nehme an, du bist wegen des Rates hergekommen?"<br />
	Oje...was sollte sie denn jetzt bloß tun, sie hatte, wie schon vorher bei dem Elb aus dem Düsterwald, absolut keine Ahnung, mit wem sie es hier zu tun hatte. <br />
	Die Umarmung war ihr unangenehm, so etwas kannte sie gar nicht, in Mordor war sie nie umarmt worden. <br />
	Die Elbin musste diese Elyn sehr gut kennen, so stürmisch wie sie sie umarmt hatte. <br />
	Wie sollte sie sich jetzt bloß verhalten?  <br />
	Wie hatte ihr Vater das bloß gemacht, als er als Annatar, Herr der Geschenke vor vielen Jahrhunderten die Elben getäuscht hatte? <br />
	Ach, wenn sie ihn doch nur fragen könnte...ihr ganzes Leben lang hatte sie stets Anweisungen auf telepathischem Weg von ihm bekommen und fühlte sich ohne diese Möglichkeit jetzt recht verloren<br />
	Jetzt blickte die fremde  Elbin sie ernst an. <br />
	"Der Ringträger...ich habe ihn gestern  hierhergebracht, ich konnte ihn vor den Ringgeistern in Sicherheit bringen. Aber er wurde von einer Morgulklinge verletzt und Vater sagt, er weiß nicht, ob seine Heilkünste ausreichen um ihn durchzubringen. Er sagt, vielleicht kannst du ihn ja bei der Heilung unterstützen."<br />
	Vermutlich war diese Elyn eine Art Heilerin, aber Daffodia hatte keine Ahnung wie die Elben ihre Heilkräfte einsetzten. Aber das war jetzt egal, die Hauptsache war doch, dass die fremde Elbe sie zu dem Ringträger brachte...wenn es ihr gelang, diesem Frodo den Ring vom Finger zu ziehen und sich unsichtbar zu machen...nur darauf kam es an. <br />
	"Gut, bring mich zu ihm, ich werde tun was ich kann. Das wird schon werden, mach dir keine Sorgen, wir werden den Ringträger heilen."<br />
	Zufrieden lächelnd folgte sie der dunkelhaarigen Elbin zu dem Zimmer, in dem der schwer verletzte Halbling lag. <br />
	<br />
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">12114</guid><pubDate>Fri, 18 Jun 2021 03:08:22 +0000</pubDate></item><item><title>Gesichter (Fanfiktion)</title><link>https://www.tolkienforum.de/topic/11761-gesichter-fanfiktion/</link><description><![CDATA[<p>
	HI Leute! Hier auch mal ein kleiner Oneshot von mir!
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Kurzbeschreibung: Wir schreiben das Jahr 2947 D.Z. Jemand, der schon lange für tot gehalten wurde, lebt. An nichts kann sie sich erinnern, nur an ihren Namen und an zwei Gesichter. Gesichter von Jenen, die ihr wichtig waren. Dies sind ihre Gedanken...</span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Discalmier: Alles Tolkien nix meins. Ich leihe mir seine Charaktere und seine wundervolle Welt nur aus und Geld bekomme ich auch keins dafür.</span><br />
	<br />
	<br />
	<br />
	<br />
	<br />
	<br />
	<span style="font-size:18px;">Eine Trollhöhle. Sie war in einer Trollhöhle, das wusste sie noch. Nur, wie war sie dort hin gekommen?<br />
	<br />
	Orks. Bei den Orks war sie gewesen, genau, davongelaufen war sie ihrem derzeitigem Herrn.<br />
	<br />
	Azog.<br />
	<br />
	Sein Name. Azog der Schänder, der bleiche Ork.<br />
	<br />
	Schmerzen. An Schmerzen konnte sie sich erinnern.<br />
	<br />
	Wie lange hatte sie gelitten?<br />
	<br />
	Einen Tag?<br />
	<br />
	Ein Jahr?<br />
	<br />
	Zwei Jahre?<br />
	<br />
	Zehn Jahre?<br />
	<br />
	Ein Jahrhundert?<br />
	<br />
	Sie wusste es nicht.<br />
	<br />
	In den Verließen Gundabads verging die Zeit so langsam, wie nirgendwo sonst auf Arda.<br />
	<br />
	Man hatte sie gefoltert. Lange hatte man sie gefoltert.<br />
	<br />
	Die Orks hatten sich einen Spaß daraus gemacht, sie zu brechen.<br />
	<br />
	Gelungen war es ihnen jedoch nie.<br />
	<br />
	Etwas war da gewesen, etwas, an dem sie sich festhalten konnte.<br />
	<br />
	Ein Gesicht und ein zweites.<br />
	<br />
	Das erste war edel und schön, es war umrahmt gewesen von silberblonden Strähnen,<br />
	<br />
	doch das Auffälligste waren die Augen gewesen.<br />
	<br />
	Eisblau. Kalt. Geheimnisvoll. Unnahbar.<br />
	<br />
	Und doch, so liebevoll und freundlich.<br />
	<br />
	Das zweite Gesicht, dem ersten so ähnlich, dennoch grundverschieden.<br />
	<br />
	Weiche Züge, blonde Haare, meerblaue Augen, die voll Liebe und Vertrauen zu ihr aufsahen.<br />
	<br />
	Sie musste zu den Beiden zurück, um jeden Preis, auch um der verhassten Unsterblichkeit willen. Wie sehr sie ihre Unsterblichkeit verflucht hatte! Wie sehr sie verflucht hatte, nicht endlich sterben zu können! Dem Leiden ein Ende zu machen!<br />
	<br />
	Aber sie musste zurück.<br />
	<br />
	<br />
	<br />
	Sie erinnerte sich nicht an die Namen, an die Namen der Gesichter.<br />
	<br />
	Sie kannte sie, aber sie brachte sie nicht über die Lippen.<br />
	<br />
	Wer sie selbst war, konnte sie nur noch erahnen.<br />
	<br />
	Einen Namen hatte sie, ja, ihr Name.<br />
	<br />
	Ihr Name.<br />
	<br />
	Valariel.<br />
	<br />
	Das war er, ihr Name.<br />
	<br />
	Valariel, als hätten ihre Eltern geahnt, dass sie den Schutz der Valar brauchen würde.<br />
	<br />
	Sie schloss die Augen.<br />
	<br />
	Schmerz überwältigte sie.<br />
	<br />
	Aber mit der Hilfe der Valar wollte sie dem Schmerz wiederstehen.<br />
	<br />
	Für die beiden Gesichter.<br />
	<br />
	Das waren die letzten Gedanken Valariels, bevor tiefer Schlaf sie übermannte.<br />
	<br />
	Auf ihrem Gesicht lag ein Lächeln.<br />
	<br />
	Für ihn.</span>
</p>

<p>
	----------------------------
</p>

<p>
	<span style="font-size:18px;">Hoffe es hat euch gefallen!</span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">11761</guid><pubDate>Wed, 03 Feb 2021 21:10:27 +0000</pubDate></item></channel></rss>
