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Mythopoeia V [lines 53-70]

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Der nächste Abschnitt wäre dann wieder Stoff für 14 Tage :-)

The heart of man is not compound of lies,

but draws some wisdom from the only Wise,

and still recalls him. Though now long estranged,

man is not wholly lost nor wholly changed.

Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

and keeps the rags of lordship once he owned,

his world-dominion by creative act:

not his to worship the great Artefact,

man, sub-creator, the refracted light

through whom is splintered from a single White

to many hues, and endlessly combined

in living shapes that move from mind to mind.

Though all the crannies of the world we filled

with elves and goblins, though we dared to build

gods and their houses out of dark and light,

and sow the seeds of dragons, 'twas our right

(used or misused). The right has not decayed.

We make still by the law in which we're made.

Und hier mit Zeilennummern ...

53 The heart of man is not compound of lies,

54 but draws some wisdom from the only Wise,

55 and still recalls him. Though now long estranged,

56 man is not wholly lost nor wholly changed.

57 Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

58 and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

60 not his to worship the great Artefact,

61 man, sub-creator, the refracted light

62 through whom is splintered from a single White

63 to many hues, and endlessly combined

64 in living shapes that move from mind to mind.

65 Though all the crannies of the world we filled

66 with elves and goblins, though we dared to build

67 gods and their houses out of dark and light,

68 and sow the seeds of dragons, 'twas our right

69 (used or misused). The right has not decayed.

70 We make still by the law in which we're made.

53 Das Herz der Menschen ist kein Gemisch aus Lügen,

54 sondern es bezieht etwas Weisheit von dem einzig Weisen

55 und noch immer erinnert es sich seiner. Obschon nun lang entfremdet,

56 ist der Mensch noch nicht völlig verloren oder gänzlich verändert.

57 In Un-gnade mag er gefallen sein, doch ist er nicht entthront,

58 und trägt die Lumpen der Herrschaft, die er einst besass,

59 seiner Weltherrschaft durch schöpferische Tat:

60 nicht seine, dem großen Artefakt zu huldigen,

61 Mensch, Zweitschöpfer, das gebrochene Licht,

62 ist durch ihn gesplittert aus einem einfachem Weiss

63 in viele Farbtöne, und endlos kombiniert,

64 in lebendigen Formen welche von Gedanke zu Gedanke ziehen.

65 Obwohl wir alle Verstecke der Welt angefüllt haben

66 mit Elben und Goblins, obwohl wir es wagten,

67 Götter und ihre Häuser jenseits von Dunkel und Licht zu bauen,

68 und die Saat der Drachen aussäten, es war unser Recht

69 (ge- oder missbraucht). Das Recht war nicht verfallen.

70 Wir schaffen noch immer durch das Gesetz aus in dem wir geschaffen wurden.

Edited by Orald

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Meine Übersetzung Zeile 53 - 59

53 Das Herz des Menschen ist nicht aus Lügen zusammengesetzt,

54 sondern zieht einige Weisheit aus dem einzig Weisen,

55 und erinnert sich noch seiner. Obwohl nun seit langem entfremdet,

56 ist der Mensch nicht gänzlich verloren gegangen noch gänzlich verändert.

57 In Ungnade gefallen mag er sein, doch ist nicht entthront,

58 und bewahrt noch die Fetzen der Lordschaft auf, die er einst besaß,

59 mittels des schöpferischen Aktes:

53 The heart of man is not compound of lies,

54 but draws some wisdom from the only Wise,

55 and still recalls him. Though now long estranged,

56 man is not wholly lost nor wholly changed.

57 Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

58 and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

Alle einverstanden? ;-) :-)

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Alle einverstanden? ;-):-)

Ein paar Anmerkungen habe ich noch. ;-)

56 man is not wholly lost nor wholly changed.

Aus dem Kontext fände ich es legitim hier "man" mit der Menscheit als ganzes gleichzusetzen. Das muss man nicht, ist aber vielleicht ganz angemessen. Insbesondere da ja "Man" im Original hier mit einem Großbuchstaben (trotz vorangegangenen Kommas) geschrieben wird.

57 Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

Ich habe damals auch mit "in Ungnade gefallen sein" übersetzt und der Trennstrich unterstreicht diese Bedeutungsvariante ("ent-gnadet sein") ja auch. Trotzdem sollten wir nicht völlig vergessen, dass "disgrace" im Englischen mehrere Bedeutungen hat (u.a. auch noch Schmach/Schande).

58and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

Ich würde hier world-dominion/Weltherrschaft ruhig noch als zweites Akkusativobjekt mit in der Übersetzung beibehalten. Denn sonst wird nicht direkt klar auf was sich die Lordschaft/Herrschaft bezieht.

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Alle einverstanden? ;-):-)

Abgesehen von der fehlenden "world-dominion", auf jeden Fall. :-)

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57 Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

Ich habe damals auch mit "in Ungnade gefallen sein" übersetzt und der Trennstrich unterstreicht diese Bedeutungsvariante ("ent-gnadet sein") ja auch. Trotzdem sollten wir nicht völlig vergessen, dass "disgrace" im Englischen mehrere Bedeutungen hat (u.a. auch noch Schmach/Schande).

Genau. Darum hatte ich in meinem ersten Versuch auch "geschändet mag er sein, doch nicht entthrohnt" geschrieben.

Aber eben diese Parallelität von dis-graced und dethroned

- beides ein "ent-" - käme im "geschändet" nicht zum Ausdruck.

Vielleicht wäre besser:

57 Der Gnade mag er beraubt sein, aber nicht des Thrones

58and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

Ich würde hier world-dominion/Weltherrschaft ruhig noch als zweites Akkusativobjekt mit in der Übersetzung beibehalten. Denn sonst wird nicht direkt klar auf was sich die Lordschaft/Herrschaft bezieht.

Abgesehen von der fehlenden "world-dominion" ...

Die "world-dominion" ist mir irgendwie abhanden gekommen; im Kopfkonzept war sie jedenfalls vorhanden. :heul:

Also neu:

58 und bewahrt noch die Fetzen der Lordschaft auf, die er einst besaß,

59 die Weltherrschaft, mittels des schöpferischen Aktes:

Orald, Du übersetzt:

58 und trägt die Lumpen der Herrschaft, die er einst besass,

59 seiner Weltherrschaft durch schöpferische Tat:

Ich glaube aber, dass die Weltherrschaft die Lumpen sind. Was er einst besaß - die Lordschaft - hat er verloren. Nun aber trägt er noch deren Lumpen; die Weltherrschaft, die er durch schöpferische Tat bewirkt.

Was meint Ihr?

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Ich glaube aber, dass die Weltherrschaft die Lumpen sind. Was er einst besaß - die Lordschaft - hat er verloren. Nun aber trägt er noch deren Lumpen; die Weltherrschaft, die er durch schöpferische Tat bewirkt.

Was meint Ihr?

Ich meine, dass die Weltherrschaft die Lordschaft ist. Als Lord herrschte der Mensch über die Welt. Von dieser Herrschaft aber sind nur noch Fetzen übrig geblieben, die an diese Herrschaft erinnern.

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Ich glaube aber, dass die Weltherrschaft die Lumpen sind. Was er einst besaß - die Lordschaft - hat er verloren. Nun aber trägt er noch deren Lumpen; die Weltherrschaft, die er durch schöpferische Tat bewirkt.

Was meint Ihr?

Ich meine, dass die Weltherrschaft die Lordschaft ist. Als Lord herrschte der Mensch über die Welt. Von dieser Herrschaft aber sind nur noch Fetzen übrig geblieben, die an diese Herrschaft erinnern.

Ich kann aber bislang nicht erkennen, dass das grammatisch möglich ist. Das müsste mir mal jemand aufzeigen. :ninja:[:]

Hier noch mal der englische Text:

58 and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

"of lordship" ist Genetivattribut zu "the rags".

"His world-dominion" hingegen ist Akkusativobjekt so wie "the rags".

Orald liest den Satz so, als würde da stehen: "of his word-dominion", also ebenfalls als Genitivattribut zu "the rags".

Der Unterschied zwischen beiden Übersetzungen wäre vom Sinn her gewaltig.

Wer kann ausreichend Englisch und hat Zeit, das mal versuchen zu klären?

In der Zwischenzeit mache ich mich mal an die nächsten Zeilen, die dann eventuell rückwirkend auch ein klärendes Licht auf die Zeilen 58/59 werfen.

60 seine nicht darum, damit er das Große Artefakt verehrt,

61 Mensch, Unterschöpfer, durch welchen

62 das gebrochene Licht von einem einzigen Weiß

63 in viele Färbungen zersplittet ist, und endlos kombiniert

64 in lebendigen Gestaltungen, die sich von Geist zu Geist bewegen.

65. Obwohl wir alle die Spalten der Welt mit Elben und Kobolden

66 füllten, obwohl wir es wagten, Götter und ihre Häuser

67 aus Dunkel und Licht zu bauen,

68 und die Saat für Drachen säten, es war unser Recht

69 (gebraucht oder missbraucht). Das Recht ist nicht verfallen.

70 Wir gestalten noch immer durch das Gesetz, in welchem wir gestaltet sind.

60 not his to worship the great Artefact,

61 man, sub-creator, the refracted light

62 through whom is splintered from a single White

63 to many hues, and endlessly combined

64 in living shapes that move from mind to mind.

65 Though all the crannies of the world we filled

66 with elves and goblins, though we dared to build

67 gods and their houses out of dark and light,

68 and sow the seeds of dragons, 'twas our right

69 (used or misused). The right has not decayed.

70 We make still by the law in which we're made.

Bei Zeile 67 (von mir markiert) bin ich mir nicht sicher:

bedeutet "out of dark and light": "außerhalb von Dunkel und Licht" oder "aus Dunkel und Licht"? Oder beides?

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Bei Zeile 67 (von mir markiert) bin ich mir nicht sicher:

bedeutet "out of dark and light": "außerhalb von Dunkel und Licht" oder "aus Dunkel und Licht"? Oder beides?

Ich kann beides gut stehen lassen, der Bedeutungsunterschied würde sich in meiner grundsätzlichen Auffassung des Textes nicht wirklich ausprägen.

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Auf jeden Fall haben wir nun von Mythopoeia V zwei Übersetzungsvarianten: die von Orald und die von mir. Insofern kann es nächste Woche mit dem nächsten Teil weiter gehen, und ich freue mich schon darauf. :-)

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Ja, ich schlage vor, wir lassen den Thread noch ein wenig offen, für den Fall dass jemand noch etwas zur Grammatik beitragen will.

Kurz noch zu meinem Verständnis:

Für mich ist hier der Gedanke wichtig, dass unsere Fähigkeit der mythischen also der mitschöpfenden Erkenntnis (wie sie in den Strophen bisher aufgezeigt wurde) auf eine unserer Grundeigenschaften zurückgeführt wird, über die wir heute nicht mehr im vollen Maße, also in der Art, die uns eigentlich gemäß ist (war), verfügen. Wenn wir also heute von den Resten dieser unserer Fähigkeit Gebrauch machen, das finde ich besonders interessant, dann dürfen wir das, weil wir dem nachkommen, was unser Wesen ist. Hier beginnt die Rechtfertigung mythischen Schaffens durch den Menschen.

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Interessant, dass ich auch hier Dir einerseits komplett zustimme, andererseits es ganz gegenteilig ausdrücken würde. Mythos ist für mich kein "Es war einmal", sondern ein "Es wird einmal".

Aber Du hast das toll ausgedrückt: "die mitschöpfende Erkenntnis".

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Zusammnenfassung meines ersten Übersetzungsversuchs von Strophe V.

Was im Thread an Offenem, Problematischem und Unklarem erwähnt wurde, werde ich später sammeln und hier anfügen.

53 Das Herz des Menschen ist nicht aus Lügen zusammengesetzt,

54 sondern zieht einige Weisheit aus dem einzig Weisen,

55 und erinnert sich noch seiner. Obwohl nun seit langem entfremdet,

56 ist der Mensch nicht gänzlich verloren gegangen noch gänzlich verändert.

57 Der Gnade mag er beraubt sein, aber nicht des Thrones

58 und bewahrt noch die Fetzen der Lordschaft auf, die er einst besaß,

59 die Weltherrschaft, mittels des schöpferischen Aktes:

60 seine nicht darum, damit er das Große Artefakt verehrt,

61 Mensch, Unterschöpfer, durch welchen

62 das gebrochene Licht von einem einzigen Weiß

63 in viele Färbungen zersplittet ist, und endlos kombiniert

64 in lebendigen Gestaltungen, die sich von Geist zu Geist bewegen.

65. Obwohl wir alle die Spalten der Welt mit Elben und Kobolden

66 füllten, obwohl wir es wagten, Götter und ihre Häuser

67 aus Dunkel und Licht zu bauen,

68 und die Saat für Drachen säten, es war unser Recht

69 (gebraucht oder missbraucht). Das Recht ist nicht verfallen.

70 Wir gestalten noch immer durch das Gesetz, in welchem wir gestaltet sind.

53 The heart of man is not compound of lies,

54 but draws some wisdom from the only Wise,

55 and still recalls him. Though now long estranged,

56 man is not wholly lost nor wholly changed.

57 Dis-graced he may be, yet is not dethroned,

58 and keeps the rags of lordship once he owned,

59 his world-dominion by creative act:

60 not his to worship the great Artefact,

61 man, sub-creator, the refracted light

62 through whom is splintered from a single White

63 to many hues, and endlessly combined

64 in living shapes that move from mind to mind.

65 Though all the crannies of the world we filled

66 with elves and goblins, though we dared to build

67 gods and their houses out of dark and light,

68 and sow the seed of dragons, 'twas our right

69 (used or misused). The right has not decayed.

70 We make still by the law in which we're made.

Der englische Text ist überprüft. Korrigiert habe ich in Oralds Text "seeds". Im Orginal steht der Singuar "seed".

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