TolkienForum: Übersetzungsübungen Sindarin - TolkienForum

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Übersetzungsübungen Sindarin Thema bewerten: -----

#31 Mitglied ist offline   caliburn 

  • Tom Bombadils Komponist
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Geschrieben 25. November 2005 - 20:25 Uhr

Jetzt, wo du mich auf die gleichlautenden Endungen aufmerksam machst, sehe ich es auch. :schaem:
Arathornion- naja, das "wusste" ich, wenn du es so willst.

Dann will ich es noch mal versuchen: baravornion muss dann ja baravorn + ion sein, oder? Aber was baravorn heißt, weiß ich nicht, und ich kann es auch nirgends finden. :-/ Es leitet sich nicht zufällig von dem genannten Verb bara- ab?
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#32 Mitglied ist offline   Avor 

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  • Registriert: 02. Juni 05

Geschrieben 25. November 2005 - 21:53 Uhr

Nein, da steckt "bar" = "dwelling, home" und "avorn" = staying, fast" drin. Tolkien hat doch in der Stelle, die ich euch neulich zu den Namen der Gamgees zitiert habe erklärt, das Hamfast, Sams Vater einen Namen hat, der soviel wie "stay-at-home" bedeutet. (Guck nochmal auf der Seite 1 dieses Threads nach. ;-) )

Dazu noch Fragen? Ansonsten: Nächster Satz:



Aranen Vuin!

Sir edinor en-edledhiad Iorhael i-Daur na Annún, na Dol-Ereb.

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#33 [Gast]-Faenôl_*

  • Gruppe: Gast

Geschrieben 26. November 2005 - 12:43 Uhr

Mein geliebter König !
Heute ist Jahrestag des Fortgangs von Frodo, der "Große" des Westen, zur einsamem Insel.


sinngemäß ist natürlich die einsame Insel Valinor und der Ausdruck der "Große" des Westens stammt ja vom Feld von Cormallen und den Huldigungen später..

Echte Probleme hab ich aber bei Aranen Vuin gehabt !
Aranen (Aran+e+n) hat die Possesivendung -n in sich ! Ich glaub, Avor, du hattest uns gewarnt ! *g* Aber ich fand das ziemlich schwer, hoffe es stimmt !
Denn ich hab jetzt einfach mal angenommen, dass aran+?+n mit einem e verbunden wird. Hab ich das richtig verstanden, dass die archaischen Form von aran auf e endet ?
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#34 Mitglied ist offline   Ailinel 

  • Kompostsammler in Lorien
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  • Registriert: 27. September 05

Geschrieben 26. November 2005 - 15:09 Uhr

Bitte entschuldigt die Zwischenfrage bezüglich Aranen:
Es scheint ja mittlerweile allgemein anerkannt zu sein, dass die Possessivendung nicht einfach _-en_ ist, was zur Zeit der Entstehung dieses Textes vermutlich nicht der Fall war.
Wäre die mutmaßlich korrektere Form erenin (< Q _*araninya_)? Wenn ich von dem attestierten Q _aranya_ (UT:193) ausgehe, bin ich ratlos.
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#35 Mitglied ist offline   caliburn 

  • Tom Bombadils Komponist
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  • Registriert: 18. März 05

Geschrieben 26. November 2005 - 20:23 Uhr

Ich hätte jetzt wirklich angenommen, dass die Endung -en noch aktuell wäre. :schaem:

Und Frodo wurde Iorhael genannt? :O
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#36 Mitglied ist offline   Avor 

  • Nachtwächterin des Forums
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  • Registriert: 02. Juni 05

Geschrieben 26. November 2005 - 22:49 Uhr

@ Ailinel
Ja, klingt irgendwie alles sehr merkwürdig. Ich würde mich bei den Possesivendungen wirklich an die attestierten Beispiele halten und ansonsten lieber die Possessive Adjectives verwenden - damit bewegt man sich auf der sicheren Seite.

@ caliburn
Schau wegen der Possessivendungen in Thorstens Kurs nach - ich habe das neulich schon mit Absicht empfohlen. :-O

Und Tolkien benutzt auch Iorhael für Frodo, ganz recht. Im HdR heißt es in der Szene auf den Fields of Cormallen: Aglar ´ni Pheriannath!... Daur a Berhael, Conin en Annûn, eglerio!
Aber im King´s Letter, den wir oben ja schon behandelt haben, taucht in der Aufzählung der Söhne Sams der Name "Iorhael" auf, den Tolkien eindeutig als "Frodo" übersetzt. (...ar Iorhael, Gelir, Cordof, ar Baravorn, ionnath dîn... = ...and Frodo, Merry, Pippin and Hamfast, his sons...)

@ Faenôl
Früher ging man davon aus, dass die Möglichkeit bestand, grundsätzlich an alle Substantive eine Possessivendung anzuhängen. Attestiert haben so etwas wir zum einen in einem Satz wie " "guren bêd enni", (VT 41:11) aber auch in "Lasto beth lammen" ( LotR I/II: 324). Weil hier zufälligerweise beide Male die gleiche Endung auftauchte, war man der Meinung, das "-en" ließe sich in dieser Hinsicht beliebig verwenden. Inzwischen haben wir aber mehr über die Entwicklung von Wörtern bei Tolkien vom Wurzelstadium bis hin zu Noldorin und Sindarin erfahren. Dem Phänomen zugrunde liegt wahrscheinlich die Entsprechung aus den Quenya - so wie Ailinel das oben auch angegeben hat. Es ist phonologisch praktisch unmöglich, dass dabei für sämtliche Substantive in Sindarin eine Endung "-en" herauskommen würde.

Dieser Beitrag wurde von Avor bearbeitet: 26. November 2005 - 23:03 Uhr

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#37 Mitglied ist offline   Aran 

  • Gollums Rätselgegner
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  • Registriert: 17. September 05

Geschrieben 27. November 2005 - 10:32 Uhr

Zitat

Wäre die mutmaßlich korrektere Form erenin (< Q _*araninya_)? Wenn ich von dem attestierten Q _aranya_ (UT:193) ausgehe, bin ich ratlos.

Tja, wahlweise *erenin oder die Form ist gar nicht existent.
*araninya sollte in Quenya rein formal möglich sein und aranya wäre eine Verkürzung davon. So haben wir z.B. menelesse (allerdings durchgestrichen) neben verkürzten menelde, menelle, menelze (VT43:16)
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#38 Mitglied ist offline   Ailinel 

  • Kompostsammler in Lorien
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  • Beiträge: 452
  • Registriert: 27. September 05

Geschrieben 27. November 2005 - 16:13 Uhr

Vielen Dank! Ich kann mir eigentlich nicht gut vorstellen, dass die Possessivendungen im Sindarin häufig verwendet wurden, bei der Notwendigkeit komplizierter Rekonstruktionen der Wortentwicklung in jedem einzelnen Fall. Außer man geht davon aus, dass die Elben dies alles jederzeit parat hatten. :rolleyes:
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#39 Mitglied ist offline   Avor 

  • Nachtwächterin des Forums
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  • Beiträge: 1.633
  • Registriert: 02. Juni 05

Geschrieben 27. November 2005 - 20:32 Uhr

Naja, wenn man für die Lernerei ein paar tausend Jahre Zeit hat.... *g*
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#40 [Gast]-Faenôl_*

  • Gruppe: Gast

Geschrieben 28. November 2005 - 11:47 Uhr

Beitrag anzeigenAilinel sagte am 26.Nov 2005, 15:09 Uhr:

Wäre die mutmaßlich korrektere Form erenin (< Q _*araninya_)?


Ja, das das mit dem en nicht mehr aktuell ist, das hab ich verstanden, aber ich versteh nun net, warum sich das a zu e ändert ! Also ich hab ja keine Ahnung, aber ich hatte das jetzt irgendwie so verstanden, dass man diese archaische Form (was das auch immer sein mag) nehmen muss und dessen Endung ist das Bindeglied zwischen aran+n. Oder wie war das jetzt ? :kratz:

Um meine Frage nochmal konkret auszudrücken, ich versteh nicht, wie man auf erenin kommen sollte ! Weil das ist ja eren+i+n ! Ist eren nun die Quenya Form oder arch.Form ? Und warum i ? Wo ist i die Endung von der arch. Form ? * verstehst du mich, Avor ?* (?)

Faenôl
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#41 Mitglied ist offline   thorsten 

  • Straßenkehrer in Bree
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  • Registriert: 06. Dezember 04

Geschrieben 28. November 2005 - 15:37 Uhr

Die archaische Form ist *aran und die Endung -njâ. Konsonant und Konsonant koennen normalerweise nicht so aneinandergereiht werden. Viele Quenya Beispiele legen nahe dass in der 1. Person Sg. ein Bindevokal -i- eingeschoben wird, also bekommen wir *aran-i-njâ. In der Entwicklung zum Sindarin entfallen die beiden (halb)-Vokale -jâ und das restliche Wort wird i-umgelautet, daher *erenin.
In diesem speziellen Fall ueberlebt also keine urspruengliche Endung sondern nur ein Bindevokal.

Dieser Beitrag wurde von thorsten bearbeitet: 28. November 2005 - 15:37 Uhr

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#42 [Gast]-Faenôl_*

  • Gruppe: Gast

Geschrieben 28. November 2005 - 19:33 Uhr

Beitrag anzeigenthorsten sagte am 28.Nov 2005, 15:37 Uhr:

Die archaische Form ist *aran und die Endung -njâ. Konsonant und Konsonant koennen normalerweise nicht so aneinandergereiht werden. Viele Quenya Beispiele legen nahe dass in der 1. Person Sg. ein Bindevokal -i- eingeschoben wird, also bekommen wir *aran-i-njâ. In der Entwicklung zum Sindarin entfallen die beiden (halb)-Vokale -jâ und das restliche Wort wird i-umgelautet, daher *erenin.
In diesem speziellen Fall ueberlebt also keine urspruengliche Endung sondern nur ein Bindevokal.

Ah, danke Thorsten, ja, so hab ich es verstanden, danke für die ausführliche Erklärung ! Eine Rückfrage aber dann doch noch: Warum wird das "restliche Wort i-umgelautet" ? Wobei meine Frage jetzt nicht auf das i hinauswill, sondern warum muss dieser Schritt der Umlautung noch vollzogen werden ? Was spricht gegen aran-i-n ? Ich muss gestehen, so direkt kannte ich diese Umlautungen jetzt nur aus den Pluralbildungen.

Faenôl
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#43 Mitglied ist offline   caliburn 

  • Tom Bombadils Komponist
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Geschrieben 28. November 2005 - 20:22 Uhr

Beitrag anzeigenFaenôl sagte am 28.Nov 2005, 19:33 Uhr:

Wobei meine Frage jetzt nicht auf das i hinauswill, sondern warum muss dieser Schritt der Umlautung noch vollzogen werden ? Was spricht gegen aran-i-n ? Ich muss gestehen, so direkt kannte ich diese Umlautungen jetzt nur aus den Pluralbildungen.


Jetzt, wo du es erwähnst, stellt sich mir diese Frage auch. :-/ Oder wäre erenin wirklich die Pluralform von dem im Text erwähnten aranen?
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#44 Mitglied ist offline   Maewen 

  • Kompostsammler in Lorien
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Geschrieben 28. November 2005 - 21:57 Uhr

Im Sindarin bewirkt ein i nunmal I-Umlautung. Der archaische Sindarin-Plural wird auch lediglich durchs Anhängen eines i gebildet, welches dann diese Umlautung hervorruft und im modernen Sindarin als finaler Vokal zwar entfällt, sich aber dennoch weiterhin auf die vorhandenen Vokale auswirkt.
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#45 Mitglied ist offline   Avor 

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Geschrieben 28. November 2005 - 23:10 Uhr

Beitrag anzeigencaliburn sagte am 28.Nov 2005, 20:22 Uhr:

Oder wäre erenin wirklich die Pluralform von dem im Text erwähnten aranen?


Da "aranen", wie Thorsten festgestellt hat, aufgrund der Wortbildungsgesetze, die bei Tolkien zu finden sind, nicht existieren kann, hat es logischerweise auch keine Pluralform. "Erenin" ist die Sindarinentsprechung zu Q. "Aranya" = mein König. Allerdings möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass wir nicht wissen, ob Tolkien tatsächlich über die Beispiele, die wir bei ihm finden hinaus eine Verwendung solcher Possessivendungen geplant hatte, und deswegen ist es vielleicht wirklich besser, statt dessen zu den attestierten Possessivpromomen zu greifen.

Sind damit alle Fragen zu dem Thema geklärt? Nächster Satz:

Nelui Andrann methant a tôl andrann eden.
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