ForgottenGhost sagte am 22. August 2010 - 08:49 Uhr:
Dieser Vorwurf beruht, falls es nicht schon erwähnt wurde, darauf, daß Tolkien als Germanist in seinem Mythos eben mit Vorliebe auf die nordisch-germanische Mythologie einging.
Nein, darauf beruht der Vorwurf eigentlich nie. Sondern - unter anderem - darauf, dass eine 'Herrenrasse* - die lichten Elben - niedrigeren Rassen gegenübergestellt und mit den Qualitätsmerkmalen 'gut' und 'böse' versehen werden.
Übrigens war Tolkien auch kein Germanist, sondern Anglist. Seine Spezialthemen waren 'Beowulf* und 'Sir Gawain' - ersteres ein angelsäschisches, letzteres ein mittelenglisches Epos.
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Das wäre der esoterische Ur-Ursprung, was nun aber den oberflächlichen Rassismus Vorwurf betrifft,
Es ist niemals ein guter Weg, den Rassismusvorwurf dadurch vom Tisch zu wischen, dass man ihm Oberflächlichkeit bescheinigt. Zumal Du diese Vorwürfe ja offenbar gar nicht untersucht hast, sondern Dir einen - extra oberflächlichen? - ausgedacht hast.
Eventuell liest Du ja mal den Aufsatz von Dieter Bachmann/Thomas Honneger -
Ein Mythos für das 20. Jahrhundert: Blut, Rasse und Erbgedächtnis bei Tolkien - in
Hither Shore Band 2?
Da wird aufgezeigt, wie nahe dran Tolkien oft an den Formulierungen des Naziideologen Alfred Rosenberg (sein Hauptwerk:
Mythus des 20. Jahrhunderts) ist.
Dass Du die alten Epen und Sagen "esoterisch' nennst, verwundert mich ein wenig. Mythen sind nicht automatisch esoterisch. Sie sind eine Literaturgattung.
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Rassismus und vorallem einen Zuchtgedanken gab es nämlich im germ. Weltbild nicht
Da fehlt jetzt der Nachweis, dass Tolkien ein germanisches Weltbild hatte und darum frei von jeglichem Vorwurf sei.
Zur Erinnerung: Tolkien lebte im 20. Jahrhundert.
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Rassismus ist in Tolkiens Werk also nur hineinzuinterpretieren, wenn man sich auch rein exoterisch-weltlich und oberflächlich gebärdet.
Diese 'Schlussfolgerung' ist seltsam. Du behauptest, das alte Germanentum hatte keinen Rassismus, Tolkien verträte das alte Germenentum, also kann der Rassismusvorwur nur hineininterpretiert sein.
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Aber es stimmt zumindest, daß das Werk derart anmuten könnte, da es sich bei den Protagonisten nuneinmal um den Kampf der germanischen Welt gegen das Böse handelt,
Nanu? Kampf der
germanischen Welt gegen das Böse? Du meinst damit den LotR?
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in der es eine Selbstverständlichkeit ist, die geschlachteten Orks nach dem Sieg zu verbrennen (Reiter von Rohan). Das wäre aber deshalb mehr als unvernünftig, weil man sich so quasi auf die Spielwiese der Oberflächlichkeit begibt, und alles vernünftige, esoterisch-geistige auch nicht im geringsten Maße zu beachten geneigt ist.
Also eine esoterisch-germanische Detung sei vernünftig, jede andere oberflächlich?
Nur hast Du ja noch nicht einmal eine solche geliefert. Was ist denn zum Beispiel Frodo in esoterischer Sicht? Und Denethor? Oder der Blutrausch Gimlis?
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Viel mehr, so denke ich, ist Tolkiens Mythos (Tolkien ist mehr als nur Phantasterei bzw. Fantasy) und auch sein Triumph bei jeglichen Kulturkreisen dieser Erde,
Du willst damit jetzt doch nicht sagen, dass Tolkien als Vertreter der germanischen Welt Triumphe feiert in anderen Kulturkreisen?
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aber auch gerade bei uns in Nord und Mitteleuropa, ein Sinnbild der Sehnsucht der Menschen nach einer geistigen kulturellen Heimat, die ihrem Wesen entspricht
Die germanisch-esoterische, meinst Du?
Was genau soll diese geistig-kulturelle Heimat denn sein, die dem 'Wesen' von Nord- und Mitteleuropa entspricht?
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und das ist in einer Zeit, in der man unsere Kultur zuweilen gar nicht mehr kennt, zwischen Kommerz und Klingeltönen, mehr als nachzuvollziehen.
Also offenbar doch. Tolkien ist für Dich der Borschafter der germanischen Welt, der unsere germanische Kultur dorthin bringt, wo man sie nicht mehr kennt?
DAS sei die Botschaft Tolkiens?